Dienstag, 15. Januar 2019

Die armen Viecher.

Als guter Antinatalist kann ich mich auch auf den Standpunkt stellen, daß Brexit und Mexico-Mauer den Menschen das Leben so gewaltig und unnötig erschweren, daß sie als gigantische steingewordene Beispiele „manufactured crisis“ zu begrüßen sind.



Sollen sich doch die Menschen selbst das Leben maximal schwer machen; vielleicht bringt das endlich die Geburtenrate ein wenig runter.

Sich gegenseitig auszusperren, gewaltige Absperrungsanlagen, Befestigungen zu errichten, um anderen möglichst endgültig die Freiheit zu nehmen, ist eindeutig in Mode.

Israelische Anti-Palästina-Mauer Westjordanland

Idiot

Spanische Exklave Cueta

Ungarischer Anti.Migrantenzaun beim Nordserbischen Horgos

Exklave Melilla in Marokko
Diese albernen Mauern, mit denen sich die kleinen Menschlein (Durchschnittsalter ~30 Jahre) auf einem 4,6 Milliarden Jahre alten Planeten ihre Plätzchen abstecken, von denen sie behaupten, sie gehörten exklusiv nur ihnen und keinem anderen Mitglied der infektiösen Spezies Homo Sapiens, sind eine wunderbare Metapher für den Irrsinn der Globalisierung.

Leider sind Grenzanlagen, Mauern, Wälle, Kanäle, Straßen oder auch Uferbefestigungen für viele andere Spezies tödlich.

Wir Menschen haben zwar einerseits geistige Kapazitäten den Irrsinn zu erfassen, zeigen aber unsere ganze Lächerlichkeit bei den Versuchen dem entgegenzuwirken.


Während wir also einerseits die westliche Welt mit immer neuen Mauern ziselieren, bauen wir gleichzeitig Brücken, um die Getrennten wieder zu verbinden.
Nur durch „grüne Brücken“ können Wildtiere in Europa und Amerika überleben.
Für sie meisten Tiere sind gewisse Wanderungen lebenswichtig.
Flugunfähige Tiere, wie Reh, Fuchs oder Haselmaus verfügen allerdings über wenige Kenntnisse der politischen Geographie und scheren sich wenig um Staatsgrenzen.

[….] Durch den Bau von Autobahnen und Bundesstraßen in ländlicher Umgebung werden insbesondere Wildtiere in ihrer natürlichen Lebensweise gestört. Ihre Wanderungen auf der Suche nach Nahrung, Unterkunft oder Artgenossen sind von den viel befahrenen Straßen unterbrochen. Allein in den USA zählt man jährlich fast 1,5 Millionen Wildunfälle, in Deutschland sind es über 200.000 - Tendenz steigend. Doch das könnte verhindert werden.
In den Fünfzigerjahren begannen erstmals französische Naturschützer mit dem Bau von Tierbrücken, auch Grünbrücken genannt. Sie bieten den Tieren auf ihrer natürlichen Wanderung eine gefahrlose Über- oder Unterführung und verringern gleichzeitig die Gefahr für Autofahrer. In Deutschland gibt es mittlerweile 37 Brücken, die über Autobahnen und Bundesstraßen führen; ebenso viele sind in Bau. Die Niederlande sind mit nahezu 600 Tierbrücken weltweites Vorbild. [….]

Es gibt Bestrebungen „grüne Bänder“ von Nord-Südeuropa zu errichten, damit Tiere wandern können und somit einen gewissen Schutz vor Lebensraumraub und Nahrungsmittelknappheit haben.

Einen ganzen Kontinent wie Nordamerika mittendurch zu schneiden ist ökologisch betrachtet eine Großkatastrophe.

[….]  Das Wüsten-Dickhornschaf ist ein Opfer der Einwanderung. Bevor die Europäer Amerika besiedelten, waren die geschickten Kletterer überall in den Wüsten zwischen Kalifornien und dem Golf von Mexiko zu finden. Doch jagende Siedler und eingeschleppte Krankheiten haben die Art fast ausgerottet. [….]  Erst in den vergangenen Jahren hat sich die Population dank Bemühungen von Naturschützern etwas erholt. Doch nun könnten die Wiederkäuer wieder Opfer der Einwanderung werden - der Einwanderungspolitik Donald Trumps.
Der US-Präsident will eine Mauer zwischen den USA und Mexiko errichten, also genau durch den Lebensraum der Dickhornschafe. Und durch den vieler anderer Spezies. Eine kontinuierliche Barriere an der 3200 Kilometer langen Grenze würde den Lebensraum von 1100 Tier- und 400 Pflanzenarten durchschneiden, schätzen Biologen in einer Analyse im Fachjournal BioScience. Die Studie ist zugleich ein Aufruf, vom Mauerbau abzulassen. Dieser "gefährdet einige der biologisch vielfältigsten Regionen des Kontinents", warnen die Wissenschaftler.
Die Mauer würde auch Jaguare, Ozelots und sogar manche Vogelarten gefährden
62 Arten, die entlang der Grenze leben, gelten laut der Roten Liste der Naturschutzunion bereits als gefährdet. Die Co-Autorin Jennifer Miller von der Naturschutzorganisation Defenders of Wildlife nennt die Grenzbarrieren im Scientific American "eine ungezügelte ökologische Katastrophe". Etwa 2600 Wissenschaftler aus aller Welt haben den Aufruf unterzeichnet, mehr als die Hälfte davon aus den USA. [….]  In Europa sind neue Zäune für den Naturschutz ein großer Rückschlag. Wildtiere in Europa profitierten die vergangenen 30 Jahre vom Fall des Eisernen Vorhangs und der allmählichen Grenzöffnung in Osteuropa. So konnten sich vormals getrennte Habitate wieder verbinden, Wölfe und Luchse Richtung Westeuropa einwandern. Diese Zeiten gehen zu Ende. Vielerorts werden wieder Barrikaden hochgezogen oder verstärkt, derzeit an der Grenze zwischen Ungarn und Serbien, oder zwischen Russland und der Ukraine. Auch die baltischen Staaten denken über neue Befestigungen an der russischen Grenze nach. [….] 

Montag, 14. Januar 2019

Lerneffekt für Langsammerker


Eine entfernte Cousine, die heute mit Mitte 70 ein Hundeheim in Spanien betreibt, weil sie Vierbeiner so liebt und sich um all die Straßenhunde kümmern muss, wohnte vor Dekaden nur ein paar Straßen weiter von mir.
Schon damals hatte sie natürlich auch immer Hunde und weil ich ein Kind war, fand ich die natürlich toll.
Dabei erklärte sie, die kinderlose Diplompädagogin immer wie man andere erzieht. Hunde solle man so behandeln wie Kinder. Liebevoll, aber bestimmt. Sie machten ihre Fehler nicht aus böser Absicht und hätten Freude am Lernen.
Sie ging natürlich auch gern feiern, so daß die Hunde immer mal wieder recht lange in der Wohnung eingesperrt waren und es zu dem ein oder anderen Malheur kam.
Das war nicht schön. Aus mehreren Gründen.
Hundekacke stinkt entsetzlich, Hundekacke auf dem Wohnzimmerteppich ist schwer zu entfernen, aber am schlimmsten fand ich das Gewinsel der armen Viecher, wenn meine Großcousine dann den Übeltäter am Schlafittchen packte und mit der Nase voller Wucht mitten in den Scheiße steckte.
Ich war noch zu klein, um einzuschreiten, aber ich wußte, daß Hundenasen verdammt gut riechen können und stellte mir vor wie mies es sein muss mit so einer Nase die ganze Schnauze voll Stinkescheiße zu haben, wenn mein vergleichsweise unempfindlichen Menschensinne schon olfaktorisch auf Alarmstufe Rot hyperventilierten.
Die Methoden stellte ich nicht in Frage. Sie kannte sich doch so gut aus und hatte studiert. Aber ich wollte lieber keinen Hund haben, weil ich nicht dieses Schnauze-in-Scheiße-Stecken durchführen mochte.

Jahrzehnte später habe ich immer noch keinen Hund und auch keinen Kontakt mehr zu selbst ernannten Hundeflüsterin. Ich schätze mal, daß ihre Viecher aber immer noch scheißen und anschließend hingebungsvoll von ihr diszipliniert werden.

Themenwechsel.

Jeder Mensch, der sich auch nur halbwegs für Politik interessiert, kann gar nicht anders als intensiv auf Großbritannien zu gucken. Wie will May das bitte morgen hinbekommen? Sie, die Austrittsbefürworterin ist Brexiteer der ersten Stunden, wurde durch das unsägliche Referendum erst ins Amt gespült und hat ihr Land in eine derartige Sackgasse manövriert, daß es nur noch schlechte Optionen gibt.
Chaos-Brexit, Exit vom Brexit? Bestenfalls wird es nur sehr teuer und ein Börsencrash hält nicht allzu lange an.
Die armen Briten – so eine große stolze Nation und so ein verdammtes Pech mit lauter total unfähigen Premierministern nacheinander.
Und wofür den Mist? Nur weil ein paar Hetzer der Murdoch-Presse und unfähige Tories mit dem Feuer spielten, während die U30-Briten zu dumm und desinteressiert waren am Referendum teilzunehmen?

Nach allen Umfragen käme es bei einem zweiten Referendum nicht noch einmal zu einer Brexitmehrheit. Und die EU wäre froh das leidige Britentheater zu vergessen.

Alternativ gingen auch Neuwahlen. Bekäme Labour die absolute Mehrheit könnten sie einfach den Brexit absagen. Theoretisch.
Praktisch ist aber auch die Opposition von so unfassbarer Unfähigkeit geschlagen, daß SPD und US-Demokraten aufgeweckt und patent wirken.

[….] Neben der unerträglichen Inkompetenz und Verantwortungslosigkeit der Tories ist es nämlich die Labour Party, die sowohl den Zerfall der politischen Kultur als auch die Prinzipienlosigkeit verkörpert.
Corbyn hat das Kunststück vollbracht, dass er zweieinhalb Jahre nach dem Brexit-Votum keine belastbare Aussage über das Ziel seiner Partei vorlegen kann. Labour will einen Brexit, aber keinen unkontrollierten. Eine Mehrheit der Mitglieder würde allerdings auch gerne in der EU bleiben, nicht aber der Vorsitzende. Die Partei will möglicherweise ein neues Referendum, aber auch nur unter bestimmten Bedingungen. Kommt auf die Frage an.
Sicher ist nur: Corbyn will an die Macht, und deswegen will er eine Vertrauensabstimmung und dann Wahlen gewinnen. Brexit? Wird irgendwie gelöst. [….]

Wenn Politik so richtig schiefgeht, spricht man gern von “Neustart“.
Wäre das nicht toll, wenn man die fatalen Entscheidungen der letzten drei Jahre rückgängig machen könnte?
Exit vom Brexit. Sebastian Kurz stürzt, Salvini-Rücktritt, Trump-Impeachment und Ende der Mauerbau-Pläne an der mexikanischen Grenze.

Ganz abwegig ist es nicht, daß Mueller Trump zu Fall bringt oder daß May sich so verspekuliert, daß sie bald ihr Amt los ist und Neuwahlen andere Mehrheiten erbringen.
Ein verlockender Gedanke.

Aber davor muss man sich hüten, denn das würde die tiefsitzenden Probleme nur zukleistern und unweigerlich zu einer späteren noch schlimmeren Eruption führen.
Natürlich wünsche ich mir Trump im Knast zu sehen, oder noch besser: als Pleitier blamiert, der sein Amt verloren hat und dessen winzigen Pilz-Penis dank geleakter Sextapes jeder Amerikaner gesehen hat.
Natürlich wünsche ich mir die dummen Gesichter der Großmäuler Johnson und Farage zu sehen, wenn ihr Lebenstraum Brexit beerdigt wird.

Die viel größeren Probleme blieben aber. Eine starke destruktive rechte Hetzpresse, ein durch Falschinformationen und edukative Mängel schwer verblödetes Volk, welches sich von tumben Radikalen bereitwillig verführen lässt.
62 Millionen Amerikaner haben Trump gewählt, rund 50 Millionen bewundern ihn immer noch rückhaltlos.

Würde Trump vorzeitig stürzen, verschwänden diese 50 Millionen Übelhirne nicht.
Sofort wäre eine Dolchstoßlegende erfunden. Deep State/Linke/Soros/Libtards/Pädophile hätten ihr Idol mit miesen Methoden gestürzt und davon abgehalten die USA stark zu machen.
Das rechte Pack wäre nicht mehr einzufangen. Wenn sie nicht mehr Trump zujubeln können werden sie sich andere Ventile für ihre innerliche rage suchen.
Sie werden destruktiver, aggressiver, gewalttätiger.

Das Gleiche gilt für England. Ohne den Brexit würde eine (knappe) Hälfte der Bevölkerung sich betrogen fühlen, endgültig jedes Vertrauen in den Staat verlieren und erst Recht den Brexit fordern.

[….] Die 52 Pro­zent, die sich beim ers­ten Mal ge­gen die EU ent­schie­den, hat­ten da­für vie­le Grün­de. Zu den wirk­sams­ten zähl­ten die ir­ra­tio­na­le Angst vor Über­frem­dung, die Ver­ach­tung ge­gen­über den so­ge­nann­ten Eli­ten in Lon­don und Brüs­sel und der tief sit­zen­de Ver­dacht, in ei­ner Fas­sa­den-de­mo­kra­tie zu le­ben, in der eine Mehr­heit ge­schröpft und eine Min­der­heit ge­päp­pelt wer­de. Mit an­de­ren Wor­ten: Was den Ita­lie­nern die Lega, den Fran­zo­sen der ehe­ma­li­ge Front Na­tio­nal, den Spa­ni­ern Vox, den Deut­schen die AfD ist, das war vie­len Bri­ten der Brex­it. Wür­de er nun, mehr als zwei­ein­halb Jah­re spä­ter, mit dün­ner Mehr­heit ab­ge­sagt, könn­te das Geis­ter aus der Fla­sche las­sen, die kaum kon­trol­lier­bar wä­ren. [….]  Eine EU-freund­li­che Kon­ser­va­ti­ve wur­de kürz­lich vor dem Par­la­ment als »Nazi« be­schimpft, weil sie an­geb­lich deut­schen In­ter­es­sen dien­te. An­de­re er­hal­ten To­des­dro­hun­gen. Um­fra­gen zei­gen, dass sich im­mer mehr Bri­ten von den eta­blier­ten Par­tei­en ab­wen­den. Nigel Fa­ra­ge, der gro­ße rech­te Ver­füh­rer, hat be­reits sein Come­back an­ge­kün­digt, soll­te der Brex­it, sein Le­bens­werk, an­ge­tas­tet wer­den.
Die Zahl der Hass­ver­bre­chen ist in Groß­bri­tan­ni­en nach dem ers­ten Re­fe­ren­dum in die Höhe ge­schnellt. Und da­mals gin­gen alle da­von aus, dass der Brex­it kom­men wird. Und wenn er nicht kommt? Es ist un­schwer zu er­ah­nen, wen die Wut der Men­schen dann tref­fen wird: »Die da oben« – aber vor al­lem Flücht­lin­ge und Frem­de. Wie über­all sonst auch.
Ja, der Brex­it ist eine Übung in Selbst­ver­stüm­me­lung. Aber wie die Din­ge ste­hen, könn­te es noch ka­ta­stro­pha­ler sein, ihn auf den letz­ten Me­tern ab­zu­wür­gen. [….]
(Jörg Schindler, SPIEGEL Leitartikel, 12.01.2019)

Man sollte Trump und den Brexit nicht abwenden bevor Trumpmerica und die Brexiteers ihre Lektion gelernt haben.

Die vielen Millionen Menschen sind dümmer und amoralischer als alle Hunde Spaniens und Deutschlands zusammen.
Sie müssen wirklich mit voller Kraft ihren Kopf in die von ihnen selbst geschissene Scheiße gerammt bekommen.
Anders lernen sie es nicht.
Wer so heftig in sein Haus kackt, muss auf die harte Tour erzogen werden.

Die Evangelikalen, Hillbillies, Rednecks und sonstigen Trump-Rassisten müssen am eigenen Leib erleben wohin seine isolationistische Hasspolitik führt.
Sie brauchen eine tiefe Wirtschaftskrise, Jobverlust und böse Krankheiten ohne Obamacare.
Sie brauchen durch Trumps environment-feindliche Politik ausgelöste Umweltkatastrophen vor ihrer Haustür und durch von Trump ermächtigte raffgierige Banker herbeigeführte Obdachlosigkeit.

Nur so begreifen sie, daß Trumpismus in die Krise führt und daß man so einen nicht wieder wählen darf.

Und so leid es mir für alle normalen Briten tut – auch ihre Europa-hassenden Landsleute brauchen diese Lektion. Sie müssen einen katastrophalen Wirtschaftszusammenbruch mit Lebensmittelknappheit und geplatzter Immobilienblase erleben. Sie müssen deutlich spüren wie sehr sie auf die anderthalb Millionen in England arbeitenden Europäer anderer Länder angewiesen sind.
Erst wenn jeder das bitter erfahren hat und GB am Boden liegt, sollen sie wieder angekrochen kommen und ein neues EU-Beitrittsgesuch stellen.
Farage und Johnson werden dann nicht noch mal ihr Maul aufreißen.

Sonntag, 13. Januar 2019

Waren das die beiden guten Trump-Jahre?


Man kann es sich kaum vorstellen, aber da uns Trump seit Jahren lehrt das Unvorstellbare als Realität zu akzeptieren, sollten wir uns noch mal den Grundsatz „schlimmer geht immer!“ in seiner ganzen Bandbreite vergegenwärtigen.

Ja, Trump lügt wie gedruckt, zerstört diplomatische Beziehungen, drischt auf Minderheiten ein, betreibt Rassismus und Nepotismus.
Ja Trump ruiniert das Ansehen der USA, zerschmettert die internationalen Handelsbeziehungen, unterminiert Justiz und Pressefreiheit.
Ja, Trump schickt die Börsen auf Talfahrt, legt die Regierung still und hetzt die Amerikaner jeden Tag mehr dazu auf andere Amerikaner zu hassen.

Schön ist das nicht.
Aber bisher konnten wir uns in Europa noch einigermaßen zurücklehnen, waren sogar in gewisser Weise amüsiert, wie US-Satiriker, TV-Hosts und seriöse Journalisten zur Hochform aufliefen.
Ich habe noch nie so viele Videoclips zur amerikanischen Innenpolitik gesehen wie seit 2017 – und immerhin konsumierte ich den Stoff schon vorher in rauen Mengen.

Die ersten beiden Trump-Jahre waren aber auch davon geprägt, daß er sich mit seiner Bully-Methode weitgehend durchsetzen konnte. Wer es wagte zu widersprechen oder auch nur insgeheim andere Meinungen vertrat, ging einfach, oder wurde gegangen.
Trumps gewaltige Lügen und der Schaden, den er täglich anrichtet, haben keine Konsequenzen für ihn. Bei Fox, Breitbart und im Kongress sitzen immer noch willige Speichellecker, die sich vor ihm erniedrigen.
Der ehemalige extrem rechte und sehr schlechte gebildete Fox-Kommentator Grenell ist so einer. Er wird hier scharf kritisiert, aber was kümmert ihn Deutschland? Obwohl er eigentlich einen Job als US-Botschafter in Deutschland hat, zielt sein ganzes Trachten darauf ab seinem göttlichen Idol Trump zu gefallen.
Genau wie Stephen Miller, Sarah Sanders oder Kellyanne Conway tritt er ausschließlich für das Einmann-Publikum Trump in dessen Lieblingssendern auf, um dort schambefreit dem Boss Honig ums Maul zu schmieren.
Von diesen sehr unangenehmen Kriechern gibt es noch sehr viele.

[…..] Grenell […..] hat lange als Kommentator für Fox News gearbeitet, er weiß, was von ihm erwartet wird. Meinungsschwäche gehört nicht zu seinen dominanten Charaktereigenschaften. […..] Schon am Tag seines Amtsantritts weist er wie "ein rechtsextremer Kolonialoffizier" (Ex-SPD-Chef Martin Schulz) über Twitter deutsche Unternehmen an, ihre Iran-Aktivitäten "sofort" runterzufahren. Vier Wochen später ruft er in "Breitbart", dem Zentralorgan der Trump-Jünger und rechtsextremen Alt-Right-Bewegung, zum Regime Change auf: "Ich möchte unbedingt andere Konservative in ganz Europa stark machen."
[…..] Von Deutschland und Europa habe Grenell wenig Ahnung, die Dossiers, die ihm seine Mitarbeiter in der Botschaft aufschrieben, ignoriere er weitgehend, seine Thementiefe sei marginal. "Der Ric kratzt nur an der Oberfläche", sagt einer, der regelmäßig mit ihm zu tun hat. […..] Als Botschafter müsste er sich an die Deutschen wenden und bei öffentlichen Auftritten und in Interviews für die amerikanische Position werben. Grenell entscheidet sich für die Gegenrichtung. Ihm scheint es nicht um Deutschland zu gehen, auch nicht um die amerikanische Öffentlichkeit, sondern nur um einen einzigen Adressaten, und der sitzt im Weißen Haus.
Wer Trump erreichen will, muss bei Fox News auftreten. Und so scheint Grenell jede Gelegenheit zu nutzen, auf Sendung zu gehen. Mal ist er aus Berlin zugeschaltet und kommentiert wie ein Auslandskorrespondent die politische Lage in Deutschland und Europa, mal sitzt er in Washington im Studio und schmeichelt seinem Präsidenten.
"Ich habe ihn heute von ganz nahe gesehen", sagt er nach dem Besuch der Kanzlerin Ende April im Weißen Haus. Grenell schließt scheinbar ergriffen die Augen, dann blickt er die blonde Moderatorin an. "Als Verhandlungsführer ist er ein Meister", sagt er, "für mich hat sich heute noch einmal bestätigt, warum ich von Anfang an Donald Trump unterstützen wollte." […..]
(SPIEGEL-Ausgabe 3/2019)

Die Grenells dieser Welt machen Trump möglich. Denn sie sind es, die übrig bleiben, nachdem die härtesten Generäle alle jammernd das Weite gesucht haben.
Und so kann Trump ungehindert sein Volk mit Nonsens talibanisieren.

January 2017 - GOP majority
January 2017 Wall not an emergency
February 2017 Wall not an emergency
March 2017 Wall not an emergency
April 2017 Wall not an emergency
May 2017 Wall not an emergency
June 2017 Wall not an emergency
July 2017 Wall not an emergency
August 2017 Wall not an emergency
September 2017 Wall not an emergency
October 2017 Wall not an emergency
November 2017 Wall not an emergency
December 2017 Wall not an emergency
January 2018 Wall not an emergency
February 2018 Wall not an emergency
March 2018 Wall not an emergency
April 2018 Wall not an emergency
May 2018 Wall not an emergency
June 2018 Wall not an emergency
July 2018 Wall not an emergency
August 2018 Wall not an emergency
September 2018 Wall not an emergency
October 2018 Wall not an emergency
November 2018 Wall not an emergency
November 2018 Democratic majority elected in House
January 2019 EMERGENCY!!!!!

Nicht, daß man irgendeine Form von Anstand erwartet hätte bei den GOP-Parlamentariern des 21. Jahrhunderts, aber wie devot sie den Wahnsinn wegstecken, raubt einem die allerletzten rudimentären Hoffnungsschimmer auf menschliche Vernunft unter Konservativen.

Schon jetzt sind vernunftbegabte Beobachter am Rande es eines Nervenzusammenbruches. Nicht nur wegen Trump, sondern insbesondere, weil die USA sich so einen gefallen lassen.

[….]  Wenn Donald Trump früher Geld brauchte, bat er seinen vermögenden Vater um Hilfe. Viele der 800.000 Staatsdiener, die in dieser Woche wegen des Teil-Stillstands der Regierungsarbeit in den USA zum ersten Mal keinen Lohn mehr erhalten, haben diese Möglichkeit nicht. [….] Ich, ich, ich: Der Präsident will vor allem seiner Basis mit den roten Trump-Mützen beweisen, dass er seine politischen Versprechen einhält. [….] So ist die Mauer zu dem zentralen Symbol für Trumps verkorkste Präsidentschaft geworden. Sie steht für seine skrupellose, für eine demagogische Politik. Es ist eine Politik, die letztlich ignorant ist, unmodern, die keine Kompromisse kennt, die Vorurteile gegen Fremde schürt, bei der die wahren Probleme und Lösungen keine Beachtung finden. Kurz gesagt, eine Politik, die einfach so ist wie Trump selbst: veraltet, verlogen und schlecht.
[….] Trumps Lügen, seinem egomanischen Populismus muss der Garaus gemacht werden. Diese Mauer - so wie er sie will - darf nicht gebaut werden. Nur so wird der Vernunft in der amerikanischen Politik wieder zu ihrem Recht verholfen. Denn wenn Trump seinen Willen bekäme, wenn seine Erpressungs- und Ablenkungsmanöver funktionierten, würde er diese Mittel immer wieder anwenden. Es wäre der Triumph des Irrsinns. [….]

Trump hatte sehr viel Glück in seinem Leben.
50 Jahre reihte er als Geschäftsmann Pleite an Pleite, wurde aber immer wieder von seinem steinreichen Papi rausgehauen, erbte insgesamt eine Milliarde Dollar.
Er übernahm eine demoralisierte GOP, deren 16 andere Bewerber sich gegenseitig blockierten und bekam mit Hillary Clinton die einzige demokratische Gegenkandidatin, die er überhaupt schlagen konnte.
Am Ende erhielt Clinton fast drei Millionen Wählerstimmen mehr, aber wieder hatte Trump so viel Glück, daß er durch eine extreme Verzerrung des US-Wahlsystems doch Präsident wurde und dazu im Gegensatz zu Obama Mehrheiten in beiden Kammern des Kongresses.
Sein Vorgänger hatte das GOP-Chaos des GWB mühsam abgebaut und einen Daueraufschwung hinterlassen.
Und binnen eines Jahres konnte er auch noch zwei Supremecourt-Stellen auf Lebenszeit besetzen, während Barack Obama in acht Jahren nur einmal die Gelegenheit dazu hatte.
(„Mehr Glück als Verstand“ wollte ich gerade schreiben. Aber das ist redundant bezügliches eines Soziopathens ganz ohne Verstand.)

Zwei Jahre Trump haben wir nun hinter uns und jetzt im Januar 2019 erlebt er erstmals etwas ganz Neues: Nany Pelosi sagt „Nein“. Sie sagt ihm das ins Gesicht und lässt sich nicht durch seine Tobsuchtsanfälle einschüchtern.
Trump ist fassungslos. Gegen diese Wand hat er kein Mittel. Es ist eine völlig neue Situation für ihn auf jemand zu treffen, den er nicht mit Macht und Geld wegschubsen kann.

Zu allem Übel  regieren die Demokraten nun das House, setzen alle Hebel in Bewegung um Robert Mueller zu schützen und stellen sogar eigene Untersuchungen gegen Trump an.
Der ohnehin cholerische Politversager tobt immer mehr.

[….]  In typisch cholerischer Manier hat US-Präsident Donald Trump auf einen Bericht über Ermittlungen der Bundespolizei FBI gegen ihn reagiert. "Wow, ich habe gerade aus der scheiternden New York Times erfahren, dass die korrupten Ex-Führungskräfte des FBI (...) eine Untersuchung gegen mich eröffnet haben, ohne Grund und ohne Beweise, nachdem ich den lügnerischen James Comey gefeuert habe, diesen Schleimer!", schrieb Trump auf Twitter und bezeichnete den Ex-FBI-Chef später noch als "betrügerischen Polizisten".
Die "Times" hatte gemeldet, das FBI habe nach der Entlassung seines Chefs im Mai 2017 untersucht, ob Trump für Russland und gegen US-Interessen gearbeitet habe. [….]

Es scheint, daß der geistig Retardierte erst jetzt zu verstehen beginnt welche Macht ein Präsident hat und das führt uns in eine ganz neue Qualität der Destruktivität.

Sein Köcher ist noch nicht leer.

Da gibt es einerseits die Möglichkeit einen Notstand auszurufen und dann ohne Parlament wie ein absoluter Diktator zu regieren.
Es ist zwar höchst umstritten was ein nationaler Notstand ist, aber am Ende müßte der oberste Gerichtshof entscheiden, den Trump gerade mit ihm hörigen Ultrakonservativen geflutet hat.
Diese Notstandbefugnisse hatten sich die Väter der Verfassung für alles Unvorhergesehene ausgedacht. So etwas wie ein Angriff Außerirdischer, für den keinen gesetzlichen Mechanismen greifen.
Daß die unvorhergesehene Supergefahr der Präsident selbst sein könnte, haben sie offensichtlich nicht vorausgesehen.

Andererseits ist Trump Oberbefehlshaber, sitzt auf „Football“ und „Cake“, so daß er Kriege anzetteln kann, um von dem Chaos in Washington abzulenken.
Sein ultra-extremer Sicherheitsberater Bolton liebäugelt schon damit.

[…..]  Die Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump haben einem Zeitungsbericht zufolge das Verteidigungsministerium um Optionen für einen Angriff auf Iran gebeten. Die Anfrage sei im vergangenen Herbst gestellt worden, meldete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf jetzige und frühere Regierungsvertreter.
[….] Das US-Verteidigungsministerium habe die erbetenen Optionen ausgearbeitet, heißt es in dem Bericht. [….] Der Nationale Sicherheitsrat wird von John Bolton geleitet, der als scharfer Kritiker Chinas und des Iran gilt. Ein Sprecher des Gremiums erklärte, man stelle Präsident Donald Trump Optionen zur Verfügung, um auf eine Vielzahl von Bedrohungen zu reagieren.
Das "Wall Street Journal" schrieb, die Anfrage habe sowohl im Pentagon als auch im Außenministerium Besorgnis ausgelöst. "Sie verunsicherte die Menschen", wurde ein ranghoher Ex-Mitarbeiter zitiert. "Es war irre, wie unverblümt sie über einen Angriff auf Iran sprachen."
[….] Vor allem Trumps Sicherheitsberater Bolton gilt als Hardliner gegenüber der islamischen Republik. "Bombardiert Iran, um die iranische Bombe zu stoppen", hatte er im März 2015 in der "New York Times" gefordert. […..]

Wen interessieren schon Nancy Pelosi, Shutdown und Mueller-Berichte, wenn der Nahe Osten in Flammen steht und ein großer internationaler Atomkrieg tobt?

Von Donald Nero dürfen wir das durchaus erwarten.

Kann sein, daß wir uns bald in die netten Trump-Jahre 2017 und 2018 zurück wünschen, wenn er tobsüchtige Depp mit absoluten Machtbefugnissen agiert und Atombomben losschickt.

Samstag, 12. Januar 2019

Konservative Arschloch-Affinität.


Das ist ja meine ewige Sorge; wird irgendwann bei Union, RKK oder AfD ein Jörg Haider auftauchen?
Ein Charismatiker, der seine Widerlichkeit perfekt hinter eine Grinsemaske versteckt, der seinen durchtrainierten Körper präsentiert und KTG-artig von allen gemocht wird.

In den 1980ern und 1990ern wurden die deutschen rechtsextremen Parteien
glücklicherweise nicht nur von Charakterschweinen angeführt, sondern von Typen wie Gerhard Frey (1933-2013), Franz Schönhuber (1923-2005), Udo Voigt, Günter Deckert, Holger Apfel, Alex Gauland, Trixi Storch, Ratzinger, Mixa, Tebartz-van-Elst, Krenn, Groer, Poggenburg, Bernd Höcke, Söder – einer unsympathischer als der andere und alle abstoßend häßlich.

Nach 18 Jahren Merkel konnte man also durchaus beunruhigt sein. Würde ihr vielleicht ein Beau folgen? Oder wenigstens eine schlagfertige, humorvolle Person? Jemand, der womöglich ein Typ ist, den man einfach mag?
Man darf das nicht unterschätzen. Die 2013 offenbar ins endgültige parlamentarische Aus geschossene FDP, die sich als Regierungspartei total blamiert hatte und nicht eine inhaltlich sinnvolle Forderung nennen kann, kam 2017 immerhin wieder locker auf zehn Prozent, nachdem sie einen neuen jungen Vorsitzenden hatte, der sehr enge Anzüge trug, sich ein paar Schamhaare auf die Birne transplantieren ließ und dann supersexy Schwarzweiß-Bilder von sich plakatieren ließ.
 So konnte er das Wahlergebnis seiner Partei nur durch optischen Firlefanz verdoppeln.
Nun auch noch ein heißer CDU-Vorsitzender? Ein schlanker Seppel Kurz mit normal großen Ohren?
Das wäre dann wirklich der Untergang für die SPD, die trotz ihrer Totalausfall-Vorsitzenden Nahles noch existiert, weil die direkte Konkurrenz bei der Linken durch Wagenknechts rechtsextremen Kurs nahezu unwählbar ist.

 Aber dann kamen mit dem arroganten Rechts-Millionär Merz und Hobby-Höcke Spahn zwei derartig abstoßende Typen auf das Podium, daß die homophobe, misogyne rechtskonservative Katholikin Kramp-Karrenbauer als das kleinste Übel erschien.
Dazu holte sie sich noch den sehr rechten immigrantenfeindlichen Immigranten Generalsekretär Paul Ziemiak.

Die Sachsen-CDU probiert unterdessen das Rezept, mit dem in den beiden Freistaaten das für Osten und Westen jeweils höchste AfD-Ergebnis und die größten Unions-Verluste generiert wurden:
Nach rechts rutschen und die AfD imitieren.

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer holt sich nun also den AfD-Berater und PEGIDA-Sympathisanten Patzelt als Wahlkampfberater.

[….]  Der Politologe Werner Patzelt soll die CDU in Sachsen im Wahlkampf beraten. [….]  Bei den Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg könnte die AfD beträchtlich an Stimmen gewinnen und in Sachsen sogar stärkste Kraft werden. Um das zu verhindern, holt sich die sächsische CDU nun Hilfe - der Politikwissenschaftler Werner Patzelt soll an führender Stelle das Wahlprogramm der Partei schreiben. [….]  Das Leibthema des gebürtigen Bayern ist jedoch der erstarkende Rechtspopulismus in Ostdeutschland. Nach dem Aufkommen der Pegida-Bewegung 2014 warb er um Verständnis für die Anliegen der Demonstranten. Er bezeichnete sie als "ganz normale Leute"; "Fremdenfeindlichkeit" könne er "nicht erkennen". Den Gegendemonstranten warf er dagegen "kunstvolle Feindbildpflege" vor.
Patzelts Kritiker sehen in ihm einen politischen Akteur, weniger einen Analytiker und Wissenschaftler. Indem er der Pegida-Bewegung Verhaltenstipps gebe, werde er ihr Imageberater. Patzelt hatte den Pegida-Demonstranten geraten, sich von Volksverhetzungen zu distanzieren und sich auf das zu einigen, wofür die Bewegung stehe. […..]

Zum Glück also wieder so ein adipöser Pykniker mit dem Charme eines Hundekothaufens.

Mir ist es RECHT, wenn die CDU RECHTS ist. Umso mehr Platz bleibt für die R2G-Parteien, umso mehr kommt sich die Union mit der AfD ins Gehege!

 [….] Wie konservativ geht die CDU ins wichtige Wahljahr 2019?
[….] Denn bei vielen in der CDU wirkt der Hamburger Parteitag noch nach, bei dem nur 18 Stimmen fehlten, um Ex-Fraktionschef Friedrich Merz an die Spitze der Partei zu bringen. Die Sehnsüchte nach einem konservativeren Profil der CDU, die er verkörpert, sind weiterhin vorhanden. […]