Freitag, 29. Mai 2020

Der gefährliche Prolet

Trump kann so gut wie gar nichts; er ist in fast jeder Hinsicht minderbemittelt.

Das gilt für die persönlichen Aspekte
- er ist häßlich, dick, dumm und schlecht im Bett –
für die musische Seite
– er kann nur spärlich lesen und schreiben, spielt kein Instrument, hat einen grauenvollen Protzgeschmack, ist ein dramatisch schlechter Redner und verfügt über keinerlei Gefühl für Ästhetik –
und auch für die geschäftliche Seite
– immer wieder setzte er unternehmerische Vorhaben in den Sand, ging selbst mit Methoden, die als Lizenz zum Geldrucken gelten pleite und musste ständig von seinem Milliardärspapi gerettet werden

Gemessen an den Startbedingungen – er bekam zu absoluten Börsen-Boomzeiten ein Vermögen von seinem Vater – ist er sogar relativ arm.
Im Vergleich zu Selfmade-Milliardären wie Buffett, Gates, Zuckerberg, Kamprad, Bloomberg, Bezos, die mit Nichts anfingen, ist Trumps Vermögen relativ erbärmlich.
 Es ist noch nicht mal sicher, ob er überhaupt noch Milliardär ist.

(……) Trump ist gemessen an seinen Voraussetzungen so etwas wie die traurige Madeleine Schickedanz, die Milliarden erbte, auch einen erklecklichen Teil davon übrig behielt, aber es auch vermochte den größten Teil durch ihre eigene Doofheit zu verlieren, aber sich im Vergleich zur ungefähr gleichaltrigen Susanne Klatten, die ähnlich viel erbte als Jahrhundert-Dödel bei den anderen Milliardären auslachen lassen muss. Klatten setzte ihre Milliarden so ein, daß es immer mehr Milliarden werden, Schickedanz machte das nicht nur nicht, sondern ließ sich die Kohle durch dümmliche Entscheidungen abluchsen.

Trumps Vater Fred war bereits Milliardär, der gewaltige Summen an seine Kinder verschob.

Donald Trump kam in einer Zeit zu hunderten Millionen Dollar als die die Börsen und der Immobilienmarkt derart boomten, daß nach Aussagen von Experten wie Buffett auch ein Schimpanse es geschafft hätte das Geld zu vervielfachen.

 Michael Bloombergs brutale Abrechnung mit Trump dürfte den Gescholtenen besonders getroffen haben, da Bloomberg 12 mal so reich ist wie Trump.

Ein noch dickerer Fisch ist Warren Buffett, mit derzeit 63 Milliarden drittreichster Mensch der Welt. Dagegen wirkt Trump, der 324-reichste Mensch der Welt geradezu ärmlich.

Nahezu sein gesamtes Vermögen ist in dem von ihm aufgebauten und geleiteten Investment-Unternehmen Berkshire Hathaway angelegt, dessen größter Aktionär er selbst ist. Aktuell (August 2015) hält er immer noch knapp 19 % der Gesellschaftsanteile, obwohl er seit 2006 kontinuierlich Aktien für Spenden verkauft. Ohne diese Spenden hielte er knapp 31 % und wäre mit 108,8 Milliarden US-Dollar mit Abstand der reichste Mensch der Welt. Die Aktie seines Unternehmens ist die teuerste an der Börse zu kaufende Aktie der Welt.
(Wikipedia)

Buffett verachtet Trump und setzt sich intensiv für Hillary Clinton ein.

Ein schlechter Geschäftsmann und ein ungeeigneter Präsidentschaftskandidat allemal: Der US-Milliardär Warren Buffett hat sich bei einem Wahlkampfauftritt mit der Kandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, über den Immobilienmogul Donald Trump lustig gemacht und ihm mangelnde Befähigung als Geschäftsmann vorgeworfen. Außerdem verdächtigte er ihn dubioser Steuerpraktiken.
Buffett machte sich darüber lustig, dass der republikanische Präsidentschaftskandidat immer wieder bankrottgegangen sei. "Ich habe wirklich nie einen anderen Geschäftsmann kennengelernt, der mit seinen Pleiten angibt", sagte der 85-Jährige. Zudem setzte sich Buffett kritisch mit Trumps Börsengang im Jahr 1995 auseinander. In den damaligen Zeiten hätte ein Affe, "der einen Pfeil auf die Börsenseite geworfen hätte, im Schnitt 150 Prozent erzielt", spottete Buffett. Doch die Investoren, die damals auf Trumps Hotels und Casinos gesetzt hatten, hätten über die Jahre einen Verlust von 90 Prozent gemacht.

Kapitalismus kaputt. (….)

Twitter-Boss Jack Dorsay ist mit einem Vermögen von knapp fünf Milliarden Dollar mehr als doppelt so reich wie Trump.

[…..] Mr Trump’s fortune has fallen by $1bn in just a month and he has dropped from 715th on the list to 1001st place, according to Forbes.
As of 1 March, Forbes valued Trump’s net worth at $3.1bn. After markets took a turn due to the coronavirus pandemic, the president’s fortune was recalculated to an estimated $2.1bn.
The drop is primarily through a collapse in the value of commercial real estate — the bulk of the Trump fortune — as well as falls in the value of residential real estate, hospitality holdings, licensing and golf courses. […..]

Trump kann gemessen an den Jahrzehnten, die er schon auf dem Golfplatz verbrachte, noch nicht mal gut golfen.

Beim Golfen nutzt Trump aber eine Fähigkeit, die ihm auch in der Politik und im Wirtschaftsleben hilft: Er ist vollständig scham- und skrupellos.
Daher kann er meistens viel mehr als seine Konkurrenten/Mitspieler/Gegenkandidaten von Erpressungen, wüsten Drohungen und Lügen profitieren.
Schlägt er einen Golfball weit abseits in einen Sandbunker, legt sein bezahlter Caddy noch nicht mal besonders heimlich einen gleich aussehenden Ball in eine viel bessere Abschlagsposition. Der oder die Mitspieler merken das sogar in der Regel, da Trump sogar zu doof zum Betrügen ist.
Aber niemand begehrt gegen ihn auf, weil seine Rache fürchterlich wäre. Früher konnte er widersprechende Golfkonkurrenten aus dem Club werfen lassen oder ihre Familien bedrohen. Als US-Präsident muss er das nicht einmal mehr, weil sein Amt derartig machtvoll ist, daß niemand es riskiert sich mit ihm anzulegen.

Trump, der Twitter-Präsident ist noch nicht mal ein guter Twitterer. Seine Tweeds sind nicht geistreich, seine Quellen dubios, die Informationen sind weitgehend alle erlogen und das Ganze wird auch noch in primitiver Grammatik und Rechtschreibfehlern in fast jedem Satz präsentiert. Dabei ist der Mann wie seine gesamte Familie auch noch völlig humorlos und unfähig zur Selbstironie.
Ein durchschnittlicher Beauty-Content-Creator aus Bielefeld betreibt seinen Twitter-Account professioneller und geistreicher als Donald J. Trump, aka @realDonaldTrump.
Aber als globale Gefahr aus dem Oval Office bringt er es dennoch auf 80 Millionen Follower und somit zu einem äußerst wertvollen Kunden und Multiplikator.

Instagram, Youtube, Facebook, Twitter und Co verstehen sich nicht als Medienhäuser, die für die von ihnen transportierten Inhalte verantwortlich wären.
Sie profitieren davon juristisch nicht haftbar gemacht werden zu können. Es obliegt ihrem privaten Geschmack, welche Regeln sie den Nutzern vorgeben.
Traditionell wird der Begriff der Meinungsfreiheit in den USA sehr weit gefasst. Man darf fast alles öffentlich sagen, Hakenkreuze tragen, Hass verbreiten.
In Amerika darf man dem Nationalsozialismus frönen, drastische Gewaltdarstellungen verbreiten und Rassismus predigen.
Für deutsche Vorstellungen ist das genauso eigenartig wie die Tatsache, daß ausgerechnet der weltgrößte Porno-Produzent USA öffentlich eine sagenhafte Prüderie auslebt.
Wer es auf Facebook wagt ein Foto zu posten, auf dem auch nur weit im Hintergrund und ganz klein eine entblößte weibliche Brust zu sehen ist, fliegt raus. Amis reagieren nach wie vor vollkommen hysterisch auf Nacktheit. Nippel und Penisse darf es auf Facebook genauso wenig wie im TV geben.
Im nationalen Fernsehen sind viele gängige Schimpfworte wie das berühmte weltweit gebräuchliche „F*CK“ nicht nur tabuisiert und werden weggebeept, sondern es hagelt auch empfindliche Geldstrafen bis 325.000 Dollar pro Verstoß von der TV-Zensurbehörde FCC. So geschehen als Bono im Jahr 2003 den Gewinn des Golden Globes für U2 "f*cking brilliant" nannte.

Donald Trump ist so ein vulgärer Prolet – grab’em by the pussy – daß er eigentlich für amerikanische Medien und insbesondere die selbsternannten Moralapostel der GOP untragbar ist.


Aber sie sind natürlich alle Heuchler und halten sich selbst nicht an die moralischen Maßstäbe, die sie von anderen verlangen. Trump ist reich und mächtig, also wird er von Erzkonservativen und Evangelikalen bewundert.

Es ist erbärmlich wie Twitter Trump dabei gewähren lässt mit dreist Lügen Hass und Gewalt zu fördern.
Nachdem die Plattform schließlich doch zwei Trump-Tweets mit einem Factcheck versah und einen Weiteren als Gewaltverherrlichung kennzeichnete, tut Trump das was er immer unter Druck tut:
Er zieht die nukleare Option, stößt maximale Drohungen aus, greift zur allergrößten Keule, die er hat, um den Kontrahenten mit Gewalt zur Aufgabe zu zwingen.
Daher bedrohte er gleich alle sozialen Medien, kündigte an ihr Geschäftsmodell zu zerstören.

[…..] Twitter hat eine Aufklärungsdrohne geschickt, Donald Trump hat mit einer Atombombe geantwortet. So lassen sich die Ereignisse der vergangenen Tage in der Kriegsrhetorik des US-Präsidenten zusammenfassen. Nachdem Twitter eine der zahlreichen falschen Behauptungen Trumps mit einem Faktencheck versehen hatte, drohte dieser dem Unternehmen mit drastischen Konsequenzen. Das kommt regelmäßig vor, doch diesmal machte er die Ankündigung wahr: Kurz darauf unterzeichnete Trump ein Dekret, das längst nicht nur auf Twitter abzielt. Es könnte das Netz, wie wir es kennen, für immer verändern. […..]

Ein klassischer Fall von Trump.
Er hat nämlich gar nicht die Autorität dazu; dafür braucht es das Repräsentantenhaus.
Außerdem ist er zu dumm und ungebildet, um die Konsequenzen seiner Drohung zu bedenken.

[…..]  Es zeigt sich in Trumps Erlass ein beispielloser Angriff auf die Tech-Elite des Silicon Valley: Rechtzeitig vor der Wahl zettelt er einen Streit um die Frage an, ob die speziellen Rechte, die die Social-Media-Giganten bei der Veröffentlichung von Inhalten genießen, eingedämmt werden könnten. […..] Es geht um die großen Fragen der amerikanischen Demokratie im Social-Media-Zeitalter: Wie weit reicht das Recht auf Meinungsfreiheit im Netz? Darf der Präsident der Vereinigten Staaten dort irreführende Behauptungen verbreiten? Oder müssen Twitter und andere Plattformen die Botschaften ihrer Nutzer korrigieren oder sogar entfernen, wenn sie nachweislich falsch sind? [….] In den USA sind private Unternehmen wie Twitter oder Facebook durch die Section 230 des "Communications Decency Act" davor geschützt, für die Informationen, die Dritte auf ihren Plattformen verbreiten, haftbar gemacht zu werden. Wäre Twitter verantwortlich für Schäden seiner Nutzer, würde es rasch in Grund und Boden geklagt. "Section 230 ist der Grund, warum Twitter überleben kann", sagt Li. […..]

Was Trump offenbar gar nicht versteht: Die Abschaffung der Section 230 würde zwar Facebook, Twitter und Co sehr schaden. Aber in der Folge müssten sie sehr viel strenger moderieren, factchecken und löschen.
Also genau das, was Trump verhindern will.
Würden alle Tweets auf ihren Wahrheitsgehalt untersucht, schadete das natürlich ausgerechnet Trump und seinen rechten Alliierten am Allermeisten, da sie mit Abstand am meisten lügen und hetzen.

Zudem ist Trump aber auch noch ein sehr schlechter Pokerer. Er glaubt mit seinem Amt und seinen 80 Millionen Twitter-Followern Jack Dorsay seine Bedingungen diktieren zu können, weil der Twitterchef es nicht riskieren könnte so einen Kunden zu verlieren.
Dorsey weiß aber nur zu genau, daß Trump viel mehr zu verlieren hat, da Twitter in der Tat de facto ein Monopol ist. Trump braucht die Plattform noch mehr als die Plattform ihn braucht.

Und so zeigen die Tech-Chefs diesmal Rückgrat, stellen sich gegen Trump.
Sogar Facebook-Besitzer Mark Z., der sich sonst bedingungslos von Trump benutzen lässt, stellt sich auf Dorseys Seite.

[….] Die Reaktion der möglicherweise betroffenen Unternehmen ist deutlich und einstimmig. Twitter nannte das Vorgehen von Trump reaktionär. Damit werde die Zukunft der Meinungsäußerungen im Internet bedroht. Eine Sprecherin von Google erklärte, mit der Verordnung werde die amerikanische Wirtschaft beschädigt. Ein Sprecher von Facebook warnte, die Verordnung werde dazu führen, dass die Netzwerke alles zensieren würden, was irgendjemanden beleidigen könnte. [….]