Dienstag, 14. Juli 2026

Kriminelle in Hamburg

Was passiert eigentlich in dem einzigen Bundesland, das seit 16 Jahren kontinuierlich stabile linke, also rote, bzw rotgrüne Mehrheiten ausweist, mit der Kriminalität?
Immerhin gibt es in diesem, seit 2011 links der CDU regierten Bundesland, erhebliche soziale Brennpunkte, eine der höchsten Migrantenquoten, eine sichtbare Drogenszene und gewaltige Einkommensunterschiede.

Immerhin wird in diesem Stadtstaat die Tagesspresse fast ausschließlich von rechten Medien betrieben. Es gibt keine liberale oder linke regionale Tageszeitung. Die hiesige rechte Presse versteht es seit Jahrzehnten meisterlich, die Angst vor Kriminalität zu schüren, Misstrauen zu säen und Aggressionen auszulösen. Das Springersche Meisterstück gelang 2001, als der rechtsradikale Erpresser und Kokser Roand Schill mit einer unverantwortlichen Hetzkampagne zum Bürgermeister hochgeschrieben wurde.

Immerhin handelt es sich um das Bundesland, welches kontinuierlich wächst und seine Bevölkerungszahl in 40 Jahren von gut 1,5 Millionen Einwohnern (1985: 1.579.884; 1986: 1.571.267) auf gegenwärtig fast zwei Millionen (2024: 1.920.236) erhöhte.

[…] Damit ist Hamburg eines der drei einzigen Bundesländer mit steigenden Zahlen. Die beiden anderen sind Berlin und Bremen. Mit Ausnahme des Jahres 2022 steigen die Zahlen seit vielen Jahren in Hamburg kontinuierlich, während sie bundesweit sinkt. [….]

(NDR, 16.06.2026)

Immerhin beanspruchen die Hamburger von heute erheblich mehr Wohnfläche pro Person, als früher.

[….] Nach Ende des Zweiten Weltkrieges verfügten Hamburgerinnen und Hamburger im Durch­schnitt über 8,3 Quadratmeter Wohnfläche je Person. Ende 2023 standen der Hamburger Bevölkerung dagegen durchschnittlich 38,8 Quadratmeter pro Person zur Verfügung. Die Wohnfläche pro Person stiegt damit in diesem Zeitraum um mehr als 30 Quadratmeter, so das Statistikamt Nord anlässlich des achtzigsten Jahrestages des Kriegsendes.

Rechnerisch teilten sich bei Kriegsende 5,2 Menschen eine Wohnung. Bis Ende 2023 sank der Wert auf durchschnittlich 1,9 Menschen pro Wohnung. Aktuell lebt in rund jeder zweiten Wohnung nur eine Person.

Die Gesamtzahl der Wohnungen sank während des Krieges stark: Für das Jahr 1939 werden 552 500 Wohnungen in der Statistik ausgewiesen. Ende 1945 gab es noch 267 500 Wohnungen. Die Hansestadt verlor also während des Zweiten Weltkrieges über die Hälfte ihres Wohnungsbestandes; allein im Juli 1943 wurden 274 300 Wohnungen zerstört.

Ende 2023 gab es rund 998 400 Wohnungen in Hamburg. Somit gibt es in der Hansestadt aktuell rund 730 900 Wohnungen mehr als Ende 1945 (plus 273 Prozent).

Die Bevölkerungszahl Hamburgs stieg zwischen 1946 und 2023 von 1,4 Mio. auf fast 1,9 Mio. Menschen. Der Zuwachs beträgt 31,9 Prozent. [….]

(Statistik Nord, 77/2025)

Immerhin handelt es sich um eine Stadt, die nicht unendlich viele zu urbanisierende Wiesen und Felder zur Verfügung hat. Wir müssen mit dem Platz auskommen, der da ist. Auf derselben Fläche wurden also seit Kriegsende nicht nur 730.000 zusätzliche Wohnungen gebaut, sondern die Menschen verbrauchen auch noch mehr Wohnfläche pro Kopf. Und es sind 600.000 Menschen mehr, die auch noch zu allem Übel, inzwischen immer mehr und immer größere Autos besitzen.

Nach einem Höchststand von 818.000 PKWs (2021) liegen wir gegenwärtig bei etwa 804.000 Privat-Autos in Hamburg. Insgesamt sind in Hamburg 950.000 Fahrzeuge zugelassen. Es ist eine gewaltige Zunahme. 1970: ca. 241.500 Pkw, 1980: ca. 463.000 Pkw, 1990: ca. 678.800 Pkw, 2010: ca. 767.000 Pkw.

Immerhin drängen sich in diesem Bundesland Menschen und Autos so dicht zusammen, wie nie.

[…] Hamburg ist und bleibt eine wachsende Stadt. Auch im vergangenen Jahr ist die Zahl der Einwohner weiter gestiegen. Das teilte das Statistikamt Nord am Donnerstag mit. Ende Dezember 2025 haben demnach genau 1.869.473 Menschen in Hamburg gelebt. Das sind 6908 Personen oder 0,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Damit setzt sich der Wachstumstrend seit mehr als 20 Jahren weiter fort.

Bevölkerungszuwachs, obwohl Sterbefälle Geburten übertreffen

Grund für den Bevölkerungsanstieg ist ein Überschuss an Zuzügen. Mehr als 91.300 Menschen zogen 2025 nach Hamburg, während nur rund 82.800 die Stadt verließen. Damit überstieg das Plus durch Zuwanderung mit etwa 8500 Personen klar das Minus durch Abwanderung.  [….]

(Abla, 09.07.2026)

Müssten sich nicht so viele Menschen auf begrenztem Raum immer mehr an die Kehle gehen? Und dann fehlt auch noch die „harte Hand“ eines CDU-Bürgermeisters oder CDU-Innensenators.

Seit 2011 regieren hier doch die „Linksgrünversifften“, die Luschen, die nicht so „Tough on crime“ sind. Das bejammert die schwarze und braune Opposition in der Bürgerschaft stets in großer Einigkeit.

Wenn da bloß nicht die Fakten wären, die die CDU-Erzählung so stören!

Seit 2011, als Olaf Scholz die rote absolute Mehrheit in Hamburg holte, geht die Kriminalität kontinuierlich zurück und befindet sich gegenwärtig auf den niedrigsten Stand seit 1980.

[….] Gewalt, Raub, Diebstahl – Zahl der Straftaten in Hamburg sinkt weiter.

Halbjahreszahlen der Polizei liegen dem Abendblatt vor. 5,9 Prozent weniger [….] Die Zahl der angezeigten Straftaten ist in Hamburg im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erneut deutlich zurückgegangen. Sie sank stadtweit um 6500 auf 103.300. Das sind immer noch rund 570 Straftaten pro Tag, entspricht aber einem Rückgang um 5,9 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025.

Erfreulich ist auch die Entwicklung in den sieben Bezirken, besonders in Hamburg-Mitte mit den Kriminalitätshochburgen St. Pauli und St. Georg. In dem Bezirk mit Drogenelend am Hauptbahnhof und dem Kiez lag das Minus immerhin bei 3,2 Prozent. Das geht aus den Halbjahreszahlen der Polizei hervor, die in die Kriminalstatistik (PKS) für 2026 einfließen und dem Abendblatt vorliegen. Demnach ist die Gewaltkriminalität um 269 Fälle oder 6,4 Prozent gesunken. [….] Die Zahl der 2026 hamburgweit erfassten Raube sank um mehr als 13 Prozent auf 913, die der Diebstähle um rund 3000 auf 40.000. [….]

(Abendblatt. 13.07.2026)

RotGrün kann es eben.

[…..] Weniger Einbrüche, weniger aufgebrochene und gestohlene Autos, weniger geklaute Fahrräder: Polizeipräsident Ralf Martin Meyer und Innensenator Andy Grote sind ziemlich zufrieden mit der Arbeit der Hamburger Polizei im vergangenen Jahr. Das Risiko, in Hamburg Opfer einer Straftat zu werden, ist so gering wie zuletzt 1980. Die Zahl der erfassten Straftaten sinkt, die Aufklärungsquote steigt.   [….]

(Die ZEIT, 07.02.2019)

Hamburg schaffte seit 2015 insgesamt 52.000 Unterbringungsplätze für Flüchtlinge.

Gegenwärtig leben 44.000 anerkannte Flüchtlinge in der Stadt.

Mit diesen Zehntausenden Menschen aus anderen Kulturen, sank die Kriminalität in Hamburg weiterhin deutlich.

[…] "Das Risiko, von einer Straftat betroffen zu sein, liegt damit auf einem historisch niedrigen Niveau", so Innensenator Andy Grote (SPD). Besonders hob der Innensenator den Rückgang bei der Zahl der Gewaltdelikte um rund fünf Prozent auf 8.514 Fälle vor. Ein Drittel davon wurde demnach allein auf St. Pauli und St. Georg begangen. Dort kommt es auch zu den meisten Raubtaten. Immer öfter spielen gerade auf St. Pauli Alkohol und Drogen eine Rolle. [….] Laut der Statistik wurden 2025 bei registrierten Straftaten weniger Messer und Schusswaffen eingesetzt als im Vorjahr. Bei 261 Straftaten wurde ein Messer eingesetzt - das entspricht einem Rückgang um knapp 35 Prozent. Bei 262 wurde eine Schusswaffe eingesetzt - das bedeutet einen Rückgang um etwa 12 Prozent.  […]

(NDR, 12.02.2026)

Deutschland und Israel.

Ich verstehe es wirklich! Deutschlands historische Schuld gegenüber dem Israelischen Volk, dieses Verbrechen apokalyptischen Ausmaßes, wird die Beziehungen beider Staaten für immer „unnormal“ sein lassen und das ist auch gut so. Gerade jetzt, da die allerletzten Zeitzeugen sterben, müssen wir Nachkommen Verantwortung übernehmen: Der Holokaust darf niemals in Vergessenheit geraten und dieses Tätervolk hat dafür zu sorgen, daß sich so ein Genozid niemals wiederholt.

Für mich ist das eine absolute Selbstverständlichkeit. Gerade auch, weil ich weder persönlich, noch familiär eine direkte Schuld trage. Ich wurde erst Jahrzehnte nach der Wannseekonferenz geboren, habe erst seit zweieinhalb Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft. Väterlicherseits gehöre ich zu dem „Befreiervolk“ USA. Meine Vorfahren waren Soldaten der US-Army, die gegen Hitler in den Krieg zogen.

Aber ich lebe ich Deutschland, habe auch deutsche Wurzeln und bin daher schockiert und deprimiert, weil Deutschland bei seinen beiden historischen Verpflichtungen versagt.

Die Erinnerungskultur wird sträflich vernachlässigt, Gedenkstätten verfallen. Unter deutschen Jugendlichen herrscht verstörende Unkenntnis über Deutschlands Vergangenheit in den 1930er und 1940er Jahren. Jugendliche machen sich über die Millionen Opfer lustig, amüsieren sich in den Gedenkstätten, treiben die Mitarbeiter zur Verzweiflung.

[….] Ein Selfie im Verbrennungsofen

Anfeindungen gab es in Buchenwald immer. Doch jetzt treten vor allem Jugendliche in der Gedenkstätte offen rechtsextrem auf, verlachen die Verbrechen der Nazis und stören die Ruhe der Toten. Was kommt da auf die Gesellschaft zu? [….] Sie sind zu zweit, eine junge Frau und ein junger Mann. Sie legen ihre Westen an und stecken ihre Walkie-Talkies ein. Sie sehen die Gruppen, die nun losgehen, zum Tor des ehemaligen Häftlingslagers. Der junge Mann zieht an seiner Zigarette, die junge Frau sagt: „Heute ist heftig.“ [….] Es ist Frühling, der Himmel steht ohne eine Wolke über Buchenwald. Tag für Tag besuchen Menschen die KZ-Gedenkstätte, hier oben auf dem Ettersberg, gleich neben Weimar gelegen. Und eigentlich ist es doch ein gutes Zeichen, dass der Andrang groß, das Interesse ungebrochen ist. Aber etwas ist neu. Es sind die Präventionsteams, die seit einigen Monaten auf dem Gelände unterwegs sind. Mitarbeiter, die im Blick haben, wie Besucher sich verhalten. Die eingreifen, wenn passiert, was seit ein paar Jahren immer öfter passiert: dass Leute offen rechtsextrem auftreten. Dass sie die Ruhe der Toten stören und das Gedenken ihrer Qualen verachten. [….] Anna und Leon. So sollen sie heißen in dieser Geschichte.  Anna und Leon sind viel gewohnt, und natürlich, Angriffe auf ihre Arbeit gab es in Buchenwald immer. Hakenkreuze, ungelenk in Baumrinden geritzt. SS-Runen, flüchtig auf Wegweiser gesprayt. In den Jahren vor der Pandemie musste die Gedenkstätte ungefähr einmal im Monat einen Vorfall der Polizei melden. Aber jetzt? Jetzt erstattet sie fast jede Woche Anzeige. Besucher posieren vor dem Lagertor, den Arm zum Hitlergruß gehoben. Besucher klettern in die Verbrennungsöfen, posten Fotos davon auf Instagram. Häme in ihren Gesichtern, Herzen in ihrer Timeline.   Oft sind es Jugendliche, die das machen. Die, denen die Zukunft gehört. Und oft sind KZ-Gedenkstätten gesellschaftliche Seismografen. Orte, an denen sich abzeichnet, welche Druckwellen durchs Land gehen. Was also bricht sich Bahn, wenn junge Menschen die Verbrechen der Nazis verlachen?  [….]

(Süddeutsche Zeitung, 25.05.2026)

Wir versagen aber auch, zweitens, bei dem „das darf sie nicht wiederholen“-Anspruch. In mehreren Bundesländern wollen über 40% Nazis wählen. Eine Partei, die sich genau am hundertsten Jahrestag des NSDAP-Parteitag zum Erinnerungsparteitag trifft, um zu hetzten und Gewalt zu säen.

[….] Die AfD hält ihren zweitägigen Bundesparteitag auf dem Messegelände ab. Der Erfurter AfD-Bundesparteitag findet genau 100 Jahre nach dem NSDAP-Reichsparteitag vom 3. und 4. Juli 1926 im nahgelegenen Weimar statt. Der Dresdner Historiker Jörg Ganzenmüller erklärte, die AfD sende mit dem Termin ein Signal der Verbundenheit an die rechtsextreme Szene, der die Geschichte der NSDAP geläufig sei.  […]

(Deutschlandfunk, 04.07.2026)

Ganz offen ventiliert Bernd Höcke, die zentrale Figur der Partei, immer wieder Passagen aus Hitlers „Mein Kampf“, plagiiert NS-Parolen.

Die Konservativen und Christen der Deutschen Politik, nähern sich, ebenfalls wie vor 100 Jahren, den Nazis an. Sie kooperieren auf immer mehr Ebenen mit ihnen, übernehmen ihre politischen Programmpunkte, stimmen sich im EU-Parlament ab. Setzen Nazi-Forderungen um. Mit dem Schleifen des Asylrechts und partiell klar gesetzeswidriger Migrationspolitik, beweisen CDUCSU, FDPFW, aber bedauerlicherweise auch Teile der SPD und der Grünen, daß sie nicht aus der Deutschen Vergangenheit gelernt haben. Daß sie es nicht besser machen wollen, nach den Erfahrungen vor 100 Jahren, als Deutschland Millionen Menschen vertrieb, die oft nirgends Aufnahme fanden und daher in den Tod gingen.

Es ist so eine Schande, die Deutschland sich erlaubt!
Deutschland, mit einem Bundeskanzler, der immer wieder rechtsextreme xenophobe Narrative bedient und dabei unverfroren die Öffentlichkeit anlügt, um Hass und Missgunst auf Migranten und Minderheiten zu lenken.

[….] Darum ging’s beim Publix Thursday mit dem Juristen Ronen Steinke (Süddeutsche Zeitung). Ein Beispiel: Im Wahlkampf behauptete Friedrich Merz, abgelehnte Asylbewerber:innen würden Deutschen die Zahnarzttermine wegnehmen. Nachweislich falsch. Trotzdem: Ein Gesetz gegen Desinformation würde wohl kaum zuerst Merz treffen. […..]

(Publix)

Ich schäme mich so für Deutschland. Ich schäme mich so für die deutschen Wähler. Ich schäme mich so für den Bundeskanzler. Ich schäme mich so für den Innenminister. Ich schäme mich so für das deutsche Versagen gegenüber seiner historischen Verantwortung.

Deutschland ist das letzte Land, das mit moralisch erhobenen Zeigefinger andere Nationen belehren darf. Deutschland ist das letzte Land, das vom hohen Ross ausgerechnet Israel belehren darf.

Es gilt aber, Israel, die Juden, den Staat Israel, die Politik Israels, die Netanjahu-Regierung, die rechtsextremen rassistischen Israelischen Minister, die genozidale Kriegsführung, die Morde an Myriaden Kindern und Zivilisten zu unterscheiden. Das ist aber durchaus möglich.

(….) Im linken politischen Spektrum fühle ich mich oft, wie der letzte Israel-Freund; drösele immer wieder auf, wie streng Kritik an der Israelischen Regierung von Antisemitismus zu trennen ist. Ich verweise auf die enormen Proteste der Israelischen Zivilgesellschaft gegen Netanjahu; schon das zeigt, wie unredlich es ist, Israel und Bausch und Bogen zu verurteilen. Rechtsextreme, wie Linksextreme, lügen, wenn sie über das Scheinverbot der Israelkritik lamentieren. Das gehört in den schwurbeligen Propagandakasten der untersten Moralkategorie. Die Schublade, in der Katharina Reiche von „Wärmepumpenzwang“ lügt, in der Merz von „Gender-Zwang“ lügt, in der Söder von „Veggie-Zwang“ lügt.  (….)

(Deutscher Israel-Sonderweg, 21.05.2025)

(….)   Viele Rechtsextreme, viele Idioten und leider auch zu viele engagierte Linke, blamieren sich, seit die Hamas am 07.Oktober 2023 mehr als 1.400 Israelis massakrierte und rund 250 Menschen als Geiseln verschleppte, mit verstörenden Aussagen.

Möglicherweise gab es schon beim Jom Kippur-Krieg 1973, oder dem Sechstagekrieg von 1967 so abwegige deutsche Meinungen dazu. Aber glücklicherweise gab es damals noch kein Internet, so daß nicht jeder Depp seine irrelevanten Ansichten publizierte.

Ich möchte 20 Axiome zur Nahost-Meinungsäußerung in Deutschland nennen, die ich mir nicht etwa gerade selbst ausdenke, sondern seit Jahrzehnten rauf und runter gebeten werden. Aber offensichtlich dennoch immer weniger gehört werden.

1.   Niemand ist gezwungen sich zu positionieren.

2.   Niemand muss Nahost-Experte sein.

3.   Kritik an Israelischer Politik ist nicht verboten.

4.   Politisches Handlungen der Jerusalemer Regierung zu kritisieren, ist nicht antisemitisch.

5.   Einzelne Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland für Netanyahus Handlungen zu beschimpfen, ist antisemitisch.

6.   Die Hamas ist nicht identisch mit den Palästinensern.

7.   Ein nach 1945 geborener Deutscher ist nicht Schuld am Holokaust.

8.   Die Deutschen Bürger sind aber dafür zuständig, den Holocaust nicht zu vergessen und ihn nicht zu wiederholen.

9.   Für die historischen Leiden des jüdischen und des palästinensischen Volkes ist Deutschland sehr stark mitursächlich und sollte deswegen auf internationaler Ebene nicht ausgerechnet am Lautesten kritisieren und den moralischen Zeigefinger schwenken.

10.Hamas-Terror, der zum Beispiel beinhaltet, die deutsche Geisel Shani Louk, nackt zur Schau zu stellen, sie zu vergewaltigen, foltern, köpfen, zu zerstückeln und mit solchen Taten im Netz zu prahlen, ist eben nicht mit den Aktionen Israelischer Soldaten zu vergleichen.

11.Wenn man auf Social Media Israel beschimpft und dafür seinerseits kritisiert wird, bedeutet das nicht „man darf ja gar nichts mehr sagen“.

12.Meinungsfreiheit in Deutschland bedeutet nicht das Recht, seine Meinung immer widerspruchslos kund zu tun.

13.Wenn deutsche Juden nur unter besonderem Schutz in Schulen oder Synagogen gehen können, ist das nicht ihre Schuld, sondern eine elende Schande für die deutsche Gesellschaft.

14.Empathie für die getöteten Kinder im Gaza-Streifen zu empfinden, bedeutet nicht, israelfeindlich zu sein.

15.Empathie für die von der Hamas gefolterten und getöteten Israelis zu empfinden, bedeutet nicht, alle Palästinenser zu hassen.

16.Die internationale Gemeinschaft verlangt nicht von Fritze Meier in der Fußgängerzone von Buxtehude, eine Lösung des Nahostkonfliktes aus dem Ärmel zu schütteln.

17.Nicht jeder Deutsche muss über historisches Fachwissen verfügen.

18.Wer historische Vergleiche bemüht, sollte aber die Fakten kennen.

19.Deutsche Rechtsradikale, die mit ihrem extremen Hass auf Migranten und Muslime Stimmungen machen, sind nicht automatisch Israel-Freunde.

20.Die Kriegsverbrechen Putins rechtfertigen selbstverständlich nicht, 80 Jahre rückwirkend den deutschen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion. (….)

(Historisch aufgeladene Zeiten, 04.11.2023)

Die besondere Verantwortung Deutschlands, unser Versagen an den eigenen Ansprüchen, kann natürlich nicht bedeuten, unsererseits jedes Verbrechen der Israelischen Regierung nicht nur zu decken, sondern auch, wie Wadephul, Merz, Klöcker und Dobrindt, aktiv andere Länder davon abzuhalten, Konsequenzen zu ziehen.

Dieser kollektive deutsche-konservative Netanjahu-Kniefall muss aufhören!

[….] Gewalt im Westjordanland: Ein Verbot von Importen aus Israel darf kein Tabu mehr sein[….] Die Bundesregierung weist seit Jahrzehnten darauf hin, dass der Siedlungsbau völkerrechtswidrig ist. Die Frage ist, ob diesen Worten auch die richtigen Taten folgen. Am heutigen Montag hätte die Bundesregierung die Chance, das unter Beweis zu stellen.

In Brüssel findet die 4191. Tagung der EU-Außenminister statt, und ganz oben auf der Agenda steht ein Thema: Israel. Konkret hat die EU-Kommission Vorschläge ausgearbeitet, wie politisch auf das Vorgehen der israelischen Regierung reagiert werden kann. Dazu gehört auch ein endgültiges EU-Importverbot für Waren aus den illegalen Siedlungen.

Die Bundesregierung sollte ihre Blockade aufgeben und sich nicht länger daran beteiligen, Gebieten, die von Extremisten vorangetrieben werden, zu wirtschaftlichem Erfolg zu verhelfen. Die Datteln, den Wein oder den Honig aus den völkerrechtswidrigen Siedlungen brauchen wir nicht. [….] Beim Importstopp aus den Siedlergebieten verweisen deutsche Politiker dann auf die Geschichte. Das sei doch schon fast wie »Kauft nicht bei Juden«, lautet das wiederkehrende Argument.  Doch der Vorwurf greift zu kurz. Berechtigt wäre er angesichts anderer Vorstöße etlicher EU-Länder, die das EU-Assoziierungsabkommen mit Israel gänzlich aussetzen wollen oder von linken Gruppierungen, die den vollständigen Boykott israelischer Waren fordern. Es ist richtig, dass die Bundesregierung das blockiert.

Der Unterschied liegt auf der Hand: Der vollständige Boykott würde sich gegen den israelischen Staat und dessen Gesellschaft insgesamt richten – also auch gegen die israelische Opposition und die Palästinenser mit israelischer Staatsbürgerschaft.

Bei den illegalen Siedlungen in den besetzten Gebieten aber ist die Lage anders: Weil sie einem Frieden für Israel und der Zweistaatenlösung entgegenstehen, sind sie langfristig eine Gefahr für die Sicherheit Israels. [….] Die Botschaft des Importstopps wäre klar: Die Siedlungspolitik der israelischen Regierung und die Gewalt radikaler Siedler im Westjordanland blieben nicht länger ohne Folgen. Die europäische Politik würde sich aus ihren Widersprüchen befreien. Allen voran Friedrich Merz.   [….]

(Timo Lehmann, SPON, 13.07.2026)