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Dienstag, 14. Juli 2026

Kriminelle in Hamburg

Was passiert eigentlich in dem einzigen Bundesland, das seit 16 Jahren kontinuierlich stabile linke, also rote, bzw rotgrüne Mehrheiten ausweist, mit der Kriminalität?
Immerhin gibt es in diesem, seit 2011 links der CDU regierten Bundesland, erhebliche soziale Brennpunkte, eine der höchsten Migrantenquoten, eine sichtbare Drogenszene und gewaltige Einkommensunterschiede.

Immerhin wird in diesem Stadtstaat die Tagesspresse fast ausschließlich von rechten Medien betrieben. Es gibt keine liberale oder linke regionale Tageszeitung. Die hiesige rechte Presse versteht es seit Jahrzehnten meisterlich, die Angst vor Kriminalität zu schüren, Misstrauen zu säen und Aggressionen auszulösen. Das Springersche Meisterstück gelang 2001, als der rechtsradikale Erpresser und Kokser Roand Schill mit einer unverantwortlichen Hetzkampagne zum Bürgermeister hochgeschrieben wurde.

Immerhin handelt es sich um das Bundesland, welches kontinuierlich wächst und seine Bevölkerungszahl in 40 Jahren von gut 1,5 Millionen Einwohnern (1985: 1.579.884; 1986: 1.571.267) auf gegenwärtig fast zwei Millionen (2024: 1.920.236) erhöhte.

[…] Damit ist Hamburg eines der drei einzigen Bundesländer mit steigenden Zahlen. Die beiden anderen sind Berlin und Bremen. Mit Ausnahme des Jahres 2022 steigen die Zahlen seit vielen Jahren in Hamburg kontinuierlich, während sie bundesweit sinkt. [….]

(NDR, 16.06.2026)

Immerhin beanspruchen die Hamburger von heute erheblich mehr Wohnfläche pro Person, als früher.

[….] Nach Ende des Zweiten Weltkrieges verfügten Hamburgerinnen und Hamburger im Durch­schnitt über 8,3 Quadratmeter Wohnfläche je Person. Ende 2023 standen der Hamburger Bevölkerung dagegen durchschnittlich 38,8 Quadratmeter pro Person zur Verfügung. Die Wohnfläche pro Person stiegt damit in diesem Zeitraum um mehr als 30 Quadratmeter, so das Statistikamt Nord anlässlich des achtzigsten Jahrestages des Kriegsendes.

Rechnerisch teilten sich bei Kriegsende 5,2 Menschen eine Wohnung. Bis Ende 2023 sank der Wert auf durchschnittlich 1,9 Menschen pro Wohnung. Aktuell lebt in rund jeder zweiten Wohnung nur eine Person.

Die Gesamtzahl der Wohnungen sank während des Krieges stark: Für das Jahr 1939 werden 552 500 Wohnungen in der Statistik ausgewiesen. Ende 1945 gab es noch 267 500 Wohnungen. Die Hansestadt verlor also während des Zweiten Weltkrieges über die Hälfte ihres Wohnungsbestandes; allein im Juli 1943 wurden 274 300 Wohnungen zerstört.

Ende 2023 gab es rund 998 400 Wohnungen in Hamburg. Somit gibt es in der Hansestadt aktuell rund 730 900 Wohnungen mehr als Ende 1945 (plus 273 Prozent).

Die Bevölkerungszahl Hamburgs stieg zwischen 1946 und 2023 von 1,4 Mio. auf fast 1,9 Mio. Menschen. Der Zuwachs beträgt 31,9 Prozent. [….]

(Statistik Nord, 77/2025)

Immerhin handelt es sich um eine Stadt, die nicht unendlich viele zu urbanisierende Wiesen und Felder zur Verfügung hat. Wir müssen mit dem Platz auskommen, der da ist. Auf derselben Fläche wurden also seit Kriegsende nicht nur 730.000 zusätzliche Wohnungen gebaut, sondern die Menschen verbrauchen auch noch mehr Wohnfläche pro Kopf. Und es sind 600.000 Menschen mehr, die auch noch zu allem Übel, inzwischen immer mehr und immer größere Autos besitzen.

Nach einem Höchststand von 818.000 PKWs (2021) liegen wir gegenwärtig bei etwa 804.000 Privat-Autos in Hamburg. Insgesamt sind in Hamburg 950.000 Fahrzeuge zugelassen. Es ist eine gewaltige Zunahme. 1970: ca. 241.500 Pkw, 1980: ca. 463.000 Pkw, 1990: ca. 678.800 Pkw, 2010: ca. 767.000 Pkw.

Immerhin drängen sich in diesem Bundesland Menschen und Autos so dicht zusammen, wie nie.

[…] Hamburg ist und bleibt eine wachsende Stadt. Auch im vergangenen Jahr ist die Zahl der Einwohner weiter gestiegen. Das teilte das Statistikamt Nord am Donnerstag mit. Ende Dezember 2025 haben demnach genau 1.869.473 Menschen in Hamburg gelebt. Das sind 6908 Personen oder 0,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Damit setzt sich der Wachstumstrend seit mehr als 20 Jahren weiter fort.

Bevölkerungszuwachs, obwohl Sterbefälle Geburten übertreffen

Grund für den Bevölkerungsanstieg ist ein Überschuss an Zuzügen. Mehr als 91.300 Menschen zogen 2025 nach Hamburg, während nur rund 82.800 die Stadt verließen. Damit überstieg das Plus durch Zuwanderung mit etwa 8500 Personen klar das Minus durch Abwanderung.  [….]

(Abla, 09.07.2026)

Müssten sich nicht so viele Menschen auf begrenztem Raum immer mehr an die Kehle gehen? Und dann fehlt auch noch die „harte Hand“ eines CDU-Bürgermeisters oder CDU-Innensenators.

Seit 2011 regieren hier doch die „Linksgrünversifften“, die Luschen, die nicht so „Tough on crime“ sind. Das bejammert die schwarze und braune Opposition in der Bürgerschaft stets in großer Einigkeit.

Wenn da bloß nicht die Fakten wären, die die CDU-Erzählung so stören!

Seit 2011, als Olaf Scholz die rote absolute Mehrheit in Hamburg holte, geht die Kriminalität kontinuierlich zurück und befindet sich gegenwärtig auf den niedrigsten Stand seit 1980.

[….] Gewalt, Raub, Diebstahl – Zahl der Straftaten in Hamburg sinkt weiter.

Halbjahreszahlen der Polizei liegen dem Abendblatt vor. 5,9 Prozent weniger [….] Die Zahl der angezeigten Straftaten ist in Hamburg im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erneut deutlich zurückgegangen. Sie sank stadtweit um 6500 auf 103.300. Das sind immer noch rund 570 Straftaten pro Tag, entspricht aber einem Rückgang um 5,9 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025.

Erfreulich ist auch die Entwicklung in den sieben Bezirken, besonders in Hamburg-Mitte mit den Kriminalitätshochburgen St. Pauli und St. Georg. In dem Bezirk mit Drogenelend am Hauptbahnhof und dem Kiez lag das Minus immerhin bei 3,2 Prozent. Das geht aus den Halbjahreszahlen der Polizei hervor, die in die Kriminalstatistik (PKS) für 2026 einfließen und dem Abendblatt vorliegen. Demnach ist die Gewaltkriminalität um 269 Fälle oder 6,4 Prozent gesunken. [….] Die Zahl der 2026 hamburgweit erfassten Raube sank um mehr als 13 Prozent auf 913, die der Diebstähle um rund 3000 auf 40.000. [….]

(Abendblatt. 13.07.2026)

RotGrün kann es eben.

[…..] Weniger Einbrüche, weniger aufgebrochene und gestohlene Autos, weniger geklaute Fahrräder: Polizeipräsident Ralf Martin Meyer und Innensenator Andy Grote sind ziemlich zufrieden mit der Arbeit der Hamburger Polizei im vergangenen Jahr. Das Risiko, in Hamburg Opfer einer Straftat zu werden, ist so gering wie zuletzt 1980. Die Zahl der erfassten Straftaten sinkt, die Aufklärungsquote steigt.   [….]

(Die ZEIT, 07.02.2019)

Hamburg schaffte seit 2015 insgesamt 52.000 Unterbringungsplätze für Flüchtlinge.

Gegenwärtig leben 44.000 anerkannte Flüchtlinge in der Stadt.

Mit diesen Zehntausenden Menschen aus anderen Kulturen, sank die Kriminalität in Hamburg weiterhin deutlich.

[…] "Das Risiko, von einer Straftat betroffen zu sein, liegt damit auf einem historisch niedrigen Niveau", so Innensenator Andy Grote (SPD). Besonders hob der Innensenator den Rückgang bei der Zahl der Gewaltdelikte um rund fünf Prozent auf 8.514 Fälle vor. Ein Drittel davon wurde demnach allein auf St. Pauli und St. Georg begangen. Dort kommt es auch zu den meisten Raubtaten. Immer öfter spielen gerade auf St. Pauli Alkohol und Drogen eine Rolle. [….] Laut der Statistik wurden 2025 bei registrierten Straftaten weniger Messer und Schusswaffen eingesetzt als im Vorjahr. Bei 261 Straftaten wurde ein Messer eingesetzt - das entspricht einem Rückgang um knapp 35 Prozent. Bei 262 wurde eine Schusswaffe eingesetzt - das bedeutet einen Rückgang um etwa 12 Prozent.  […]

(NDR, 12.02.2026)

Freitag, 3. Juli 2026

Berliner müssen von Hamburgern noch viel lernen!

Ein bißchen wundere ich mich schon noch über die Umfragen zur Abgeordnetenhauswahl in Berlin am 20.09.2026.

Trotz einer kontinuierlichen Debakel- und Peinlichkeiten-Performance der regierenden CDU, inklusive Anklagen und Senatoren-Rücktritten, verlieren die schwarzen Wegnerianer bei Infratest-Dimap vom 29.04.2026 bis zum 01.07.2026 gerade mal zwei Prozentpünktchen und die Grünen legen nur ein mickriges Pünktchen zu. Das sind Größenordnungen innerhalb der Messungenauigkeit; könnte also auch bedeuten, daß es gar keine Bewegung gab.

Es bleibt das Geheimnis des Tagesspiegels, wie er angesichts dieser lähmenden statischen Unbeweglichkeit der politischen Stimmung, solche abstrusen Schlagzeilen produzieren kann:

[….]  Absturz vom ersten auf den vierten Platz: In der Berliner CDU herrschen „Entsetzen“ und „Panik“

Auf nur noch 17 Prozent kommt die Regierungspartei in einer Umfrage. Intern ist die Sorge groß, dass es kurz vor der Wahl noch schlimmer kommt.

Am Tag nach dem Wahlkampfbeben herrschte in der Berliner CDU vor allem eines: Schweigen. Kaum einer will darüber reden, dass die Partei tags zuvor in der sogenannten Sonntagsfrage erstmals seit Januar 2023 ihre Führung eingebüßt hatte. Bei 17 Prozent hatten die Demoskopen des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap die Berliner CDU einsortiert – dem schlechtesten Wert seit September 2021.

Diejenigen, die dennoch sprachen, sparten nicht mit deutlichen Worten. „Die Panik ist schon groß“, erklärte ein Funktionär. Ein anderer sprach von „Entsetzen“, wieder andere von „Verzweiflung“. Baff und erstaunt gewesen seien viele über das Abstrafen der eigenen Partei, heißt es. Schließlich schienen die ganz großen Skandale, Stichwort Tennis-Affäre des Regierenden Bürgermeisters, einigermaßen schadlos überstanden. Warum also ausgerechnet jetzt der Absturz?

Wegner selbst hatte einen Teil der Ursachen bereits am Mittwochabend ausgemacht. Neben eigenen Fehlern schlage sich der negative Bundestrend für die CDU in der Umfrage zur Abgeordnetenhauswahl nieder, erklärte der Regierungschef im Interview mit dem Tagesspiegel.  […]

(Robert Kiesel, 02.07.2026)

„Absturz“ „Entsetzen“ „Panik“ „Verzweiflung“?

Clickbaiting aus der Hölle!

Ich verstehe nicht, wieso die Berliner CDU überhaupt noch über 5% kommt. Was geht in den Hirnen derjenigen vor, die Wegner für den richtigen Mann halten, Berlins Zukunft zu bestimmen?

Wieso liegen AfD, CDU, Grüne, Linke alle gleichauf? Wieso weisen die Umfragen keine deutliche Dreiviertel-Mehrheit für RotGrün aus?

Ein anderer Stadtstaat zeigte 2020, wie es geht.

(…..) SPD und Grüne verfügen über 87 von 123 Sitzen. Das ist eine 70,7%-Mehrheit.

Sogar SPD und Linke hätten mit 67 Sitzen eine absolute Mehrheit von 54,5% der Mandate im Parlament.

Den linken Durchmarsch zeigt eindrucksvoll die Addition von SPD, Grünen und Linken, die zusammen auf 100 von 123 Mandaten kommen. Das entspricht 81,3 % der Sitze.

Es ist eine Wonne sich durch die interaktive Karte der Wahlkreise zu klicken. Alles rot bis auf die beiden grünen Gewinner „Altona“ und „Harvestehude-Rotherbaum-Eimsbüttel Ost“.

Hier zeigt sich auch sehr deutlich wie sich das Grüne Klientel gewandelt hat. Waren sie einst die Partei der Jungen und Alternativen, sind ihre Wähler inzwischen eindeutig Diejenigen mit höchsten Einkommen. Folgerichtig gewannen sie die mit Abstand teuersten Villen-Stadtteile Hamburg-Rotherbaum und Hamburg-Harvestehude direkt an der Außenalster, wo die Wohnungspreise über 10.000 Euro/m2 liegen und sich die Söhne in weißen maßgeschneiderten exklusiven Segelvereinen amüsieren, die immer noch keine weiblichen Mitglieder zulassen. Wo das Durchschnitteinkommen bei 111.000,- liegt, hat nicht nur die alte Partei der Besserverdienenden, die FDP, ihre Hochburg, sondern nun auch die neue Partei der Besserverdienenden; die Grünen. (….)

(Zahlen zum Genießen, 24.02.2020)

Lieber Tagesspiegel, bei der Hamburger CDU war es immer wieder angebracht von „Absturz“ „Entsetzen“ „Panik“ „Verzweiflung“ zu sprechen. Berlin eher nicht.

2004 erhielt die Beust-CDU bei der Hamburger Bürgerschaftswahl mit 47,2% die absolute Mehrheit der Sitze. Beusts CDU-Nachfolger Ahlhaus schrumpfte die Schwarzen 2011 auf nur noch 21,9%. Olaf Scholz holte für die SPD eine satte absolute Mehrheit. Bei der nächsten Landtagswahl 2015 zerkleinerte CDU-Spitzenkandidat Wersich seine Partei auf 15,9% und unter meinem Lieblings CDU-Parteichef 🤎Christoph Ploß🤎 ging es 2020 auf 11,2% in den Keller bei der Bürgerschaftswahl! Daran sollten sich die Berliner Wähler ein Beispiel nehmen.

Allerdings haben wir in Hamburg mit Ploß, dem immer noch starken und extrem weit rechts außen stehenden Mann der Landespartei, auch immer noch eine bedeutende Geheimwaffe, um die CDU winzig zu halten.

Zudem ist Ploß äußerst fleißig und liefert seit 15 Jahren kontinuierlich einen Klopfer nach dem nächsten. So fand der Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft und Tourismus letzte Woche, als Hamburg bei fast 40°C im Schatten brütete und in Deutschland hunderte Menschen durch die Hitze starben, ein Mittel gegen den Klimawandel.

[….] CDU-Politiker Ploß fordert Sonnencremespender in Städten

In der Debatte über mehr Hitzeschutz in Deutschland kommt aus der Union die Forderung nach Sonnencremespendern in deutschen Städten.

 "Auch Wasser- und Sonnencremespender sollten installiert werden, um die Gesundheit der Menschen in Deutschland zu schützen", sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß der "Rheinischen Post".  [….]

(dts, 28.06.2026)

Wären die Elb- und Spree-Christdemokraten nicht so rechtsaffine leidenschaftliche Klimakiller, könnte man über Merzens Metropolen-Schildbürger herzlich lachen.

Denn es muss doch Satire sein, wie die Ploßianer der Realität Dekaden hinterherhinken und den größten, wissenschaftlich widerlegten Unsinn, als ihr „Konzept“ vorstellen.

[….] Kampf gegen Drogensucht: Null Punkte für den Zehn-Punkte-Plan der CDU [….] Am Freitag stellte die Hamburger CDU ihren Zehn-Punkte-Plan gegen Drogensucht am Hauptbahnhof und in St. Georg vor. Sie kritisiert die „zunehmende Verwahrlosung des öffentlichen Raums“, die nicht zu „unserer schönen Stadt“ passt – und scheint dabei komplett vergessen zu haben, wie es zu dieser „Verwahrlosung“ kam.

Wie können wir die Probleme lösen, die infolge der Verdrängungspolitik am Hauptbahnhof entstanden sind?, fragte sich die CDU. Und hat eine ganz einfache Antwort: noch mehr Verdrängung.

In ihrem Aktionsplan gegen Drogensucht setzt die CDU vor allem auf Kontrolle, Verbote und Repression. Mehr Polizeipräsenz. Mehr Videoüberwachung. Mehr Verbote. Mehr Erfassung, mehr Kontrolle, mehr Druck. [….] Das sind keine neuen Antworten auf Drogensucht. Das sind ordnungspolitische Maßnahmen gegen ihre Sichtbarkeit. Maßnahmen, die am Hauptbahnhof bereits greifen – und maßgeblich dafür gesorgt haben, dass sich die offene Drogenszene weiter in die Wohngebiete nach St. Georg und Hammerbrook verlagert hat. Das Einzige, was sich durch die vorgeschlagene Ausweitung der Maßnahmen ändern würde, ist der Radius der Verdrängung. [….] [Es] müssten auch möglichst schnell Wege aus der Abhängigkeit eröffnet werden, „um die offene Szene aktiv zu verkleinern“. [….] Hinter dieser „offenen Szene“ stecken Menschen. Menschen, die zu unserer Gesellschaft dazugehören. Sucht ist eine Krankheit, die nicht einfach überwunden werden kann, nur weil einem jemand dazu rät. Schon gar nicht, wenn der Druck auf diese Menschen mit Kontrollen und Verboten parallel weiter erhöht wird. [….] Das ist kein Zehn-Punkte-Plan gegen Drogensucht. Das ein Plan gegen Drogensüchtige. Gegen suchtkranke Menschen. Nicht die Sucht soll bekämpft werden, sondern ihre Sichtbarkeit. [….]

(HH Mopo, 03.07.2026)

Sonntag, 31. Mai 2026

IOC-Kelch geht an Hamburg vorbei

Es geschieht wahrlich selten genug, fast nie, daß ich mich über politische Wahlergebnisse irgendwo in der Welt freuen kann. In den allermeisten Fällen schlage ich die Hände vor dem Kopf zusammen.

Was für ein Zufall, daß ausgerechnet meine beiden Heimatstädte Hamburg (RotGrün!) und New York (Mamdani!) zu diesen löblichen Ausnahmen gehören.

Im Gegensatz zu den Kielern, den Münchnern und RheinRuhrern, sagten die Hamburger heute NEIN DANKE zum IOC-Kommerz-Irrsinn.

[….] Mit einer deutlichen Mehrheit von rund 55% haben die Hamburger*innen gegen eine Hamburger Bewerbung Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 und 2044 gestimmt. Mit 50% hatte Hamburg im nationalen Vergleich gegenüber München (42%) und NRW (33%) die mit Abstand höchsten Wahlbeteiligung.

Dazu Eckart Maudrich, Sprecher von NOlympia Hamburg: 

„Mit dem zweiten Nein hat Hamburg ein Zeichen für Fairplay und Teamgeist bei den Spielregeln der Olympischen Spiele gestimmt. Dieses Ergebnis zeigt: Die Hamburger*innen lieben ihre Stadt und lassen sich nicht von einer Millionen Euro teuren Werbekampagne hinter die Fichte führen. Die Versprechungen des Senats waren zu unglaubwürdig: Olympia als Heilserzählung für alles, was der Senat nicht auf die Reihe bekommt, eine magische Geldquelle für Hamburgs Bauprojekte beim Bund und auf einmal ‚stabile Mieten‘, obwohl Olympia ein Mietentreiber ist. Unglaubwürdig war auch das Finanzkonzept, bei dem die milliardenschweren Kosten für Sicherheit und den Bau eines Leichtathletikstadions einfach weggelassen wurden. Dieses Votum sollte der Hamburger Politik eine Lehre sein: Die Menschen in der Stadt wollen kein weiteres Leuchtturmprojekt. Die Hamburger*innen wollen bezahlbare Mieten, gut ausfinanzierte soziale Einrichtungen, Sportplätze, Universitäten und Schulen und sie wollen nicht, dass Grundrechte wie Barrierefreiheit von einem Megaevent wie Olympia abhängig gemacht werden. Diese Probleme muss der Hamburger Senat jetzt angehen. Wir stehen für Gespräche über Hamburgs Zukunft zur Verfügung.“[….]

(Nolympia Hamburg, 31.05.2026)

Maudrichs Ton zeigt, wieso ich mir darüber hinaus Triumphgeheule erspare.

Diese erneute Klatsche ist eben auch eine heftige Niederlage des RotGrünen Senats und des Bürgermeisters Tschentscher. (Klimaentscheid!) Meine SPD hatte massiv für das Monsterevent geworben, mir täglich Jubel-Mails mit OlympiJA-Veranstaltungen geschickt.

Die politische Lage in Deutschland und der Welt ist aber viel zu düster, viel zu dramatisch, viel zu sehr von einem permanenten Kurs nach Rechtsaußen geprägt. Hier kann man sich nicht erlauben, eine der wenigen Regierungen links der CDU, mit einem wirklich guten Bürgermeister, zu beschädigen.
Ich gönne diesem Senat nicht nur durch meine parteipolitische Brille jeden Erfolg, sondern halte es auch essentiell für unsere Demokratie, daß eine linke, in diesem Fall rotgrüne, Landesregierung zeigt, Wirtschafts- und Finanzpolitik wesentlich besser als die CDU-Destruktionstruppe Reiche-Merz-Linnemann-Spahn zu beherrschen. Daß man aus Unzufriedenheit mit der Merz-Regierung eben keineswegs noch rechter, sondern ganz im Gegenteil, linker wählen muss.

Umso mehr schmerzt es, wie sehr sich SPD und Grünen zusammen mit CDU, FDP, Wirtschaftslobbyisten, Medien und Sportfunktionären verrannt haben. Natürlich macht jeder Politiker Fehler und ich werde deswegen keinesfalls mit der Hamburger SPD brechen. Aber so eine Fehleinschätzung erstaunt schon sehr, wenn man sie das zweite Mal macht. Schon 2015 sagten die Hamburger bei einem Referendum um die Bewerbung beim hochkorrupten IOC nein. Schon einmal stellte sich der Sportbund als völlig unfähig heraus, schon einmal wurde die Stadtstimmung völlig verkehrt antizipiert.

Hamburg steht geradezu sprichwörtlich für Understatement. Der Drang, international zu prahlen und zu protzen, ist an der Alster wesentlich geringer ausgeprägt, als in Bayern oder Berlin.  Olympische Spiele passen nicht an Elbe und Alster. Wir haben die Nase gestrichen voll von Großprojekten.

Ob 2036, 2040 oder 2044 die politische Großwetterlage überhaupt noch so ist, daß man ein derartiges Monsterevent stattfinden lassen kann, wage ich zu bezweifeln.

Die Olympischen Spiele 2020 in Tokio mussten wegen der Pandemie abgesagt werden. Die Durchführung mit einem Jahr Verspätung unter Corona-Bedingungen geriet zum Desaster. Ein Vierteljahrhundert später, wird es garantiert noch viel heißer, viel kriegerischer und in jeder Hinsicht gefährlicher.

Selbst wenn es noch „Spiele“ 2040 oder 2044 geben sollte, halte ich einen Austragungsort in Deutschland für unwahrscheinlich. Möglicherweise werde ich es ohnehin nicht mehr erleben. Aber definitiv sicher, werde ich es nicht in Hamburg erleben.

Dabei ist der vierwöchige Spuk der Spiele das kleinste Problem. Das eigentliche Desaster sind die jahrelangen nationalistischen Wallungen, die thematische Verengung, Bauarbeiten, Staus, Kosten und CO2-Emissionen vorher.

Alle 698 Stimmbezirke sind ausgezählt. Landeswahlleiter Oliver Rudolf verkündet im Anschluss das vorläufige Ergebnis des Referendums. 
Ja-Stimmen: 293.819. Nein-Stimmen: 357.911. Damit ist nach dem vorläufigen Ergebnis das Bürgerschaftsreferendum abgelehnt worden“, sagte Rudolf.

(HH MoPo, 31.05.2026)

Ich könnte jetzt lange aufzählen, was die Befürworter falsch gemacht haben. Aber ich will nicht nachtreten, um RotGrün nicht weiter zu beschädigen. Ich hoffe vielmehr, diese politische Groß-Eselei wird bald vergessen.

Umso erbärmlicher verhalten sich Hamburger Journalisten, die selbst seit Monaten massive Propaganda „für die Spiele“ betrieben haben und nun mit der Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses, die Schuld allein beim Senat abwälzen und den Mantel des Schweigens über ihr eigenes Totalversagen ausbreiten.

[….] Zweimal Nein, zweimal eine Klatsche für den rot-grünen Senat. Damit ist klar: Die Spiele kommen nicht nach Hamburg, das Thema ist tot. Die aktuelle Politikergeneration hat sich die Finger verbrannt – und auch den Kontakt zu einem Teil der Bevölkerung verloren.  [….] Die Befürworter sollten selbstkritisch analysieren, warum die Menschen den vielen Versprechungen und Vorteilen, die Olympia ihnen angeblich beschert hätte, nicht folgten.  [……]

(Mathis Neuburger, HH MoPo, 31.05.2026)

Noch eine Woche zuvor hatte der stellvertretender Chefredakteur Neuburger in seiner Zeitung die Werbetrommel rühren lassen.

Seit Monaten wird die Bewerbungskampagne in der MoPo als gemeinsames Projekt aller Kräfte hochgejubelt.

Nach der 55%-Ablehnung wird der Schwarze Peter nur SPD und Grünen in die Schuhe geschoben, als hätte die Mopo nicht genauso für das fatale Projekt getrommelt.

Das erzkonservative, größere Hamburger Abendblatt, das stets als großer Befürworter auftrat und mit seinen prahlerisch-nationalistischen Argumenten abschreckte, heuchelt, wie zu erwarten, noch viel mehr als die MoPo.

Hier macht sich Chefredakteur Haider auf perfide Weise einen schlanken Fuß und bricht das ganze Desaster auf eine rein parteipolitische Ebene hinunter.

Als hätten nicht gerade sein rechter FUNKE-Verlag, seine Zeitung, seine CDU, die Wirtschaft und Sportfunktionäre genauso im Boot der Befürworter gesessen.

[….] Das klare Signal an den Senat: Hamburg will nicht mehr sein, als es ist

Hamburg. [….] Was für ein schöner Abend für Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und das Münchner Kampagnen-Team, was für ein Desaster für den Hamburger Senat, der mit ganzer Kraft für ein Ja der Bevölkerung gekämpft hat, aber die Mehrheit anders als bei der Bürgerschaftswahl nicht auf seine Seite ziehen konnte. Trotz einer Millionen Euro teuren Kampagne, trotz Zigtausender Wahlplakate, unzähliger Veranstaltungen und einem Bürgermeister Peter Tschentscher, den man leidenschaftlich wie selten erlebt hat. [….] Und dann das. Hamburg will Olympia nicht, ganz anders als Kiel (Zustimmung 63 Prozent), Köln/Rhein-Ruhr und München (jeweils 66 Prozent), und es ist Zeit, sich zu fragen, woran das liegt. [….]

Womit wir bei der Frage sind, warum die Parteien der Mitte, vor allem der rot-grüne Senat, die Wahl um Olympia gegen die politischen Ränder verloren haben. Neben den Linken war auch die AfD gegen die Hamburger Bewerbung, und kann sich jetzt, eigentlich zum ersten Mal so richtig bei uns in der Stadt, als Sieger fühlen. Das wird vielen nicht gefallen, aber das ist genauso ein Teil der politischen Realität, wie die Tatsache, dass der Senat sich zum zweiten Mal bei einer wichtigen Frage für die Zukunft Hamburgs nicht hat durchsetzen können: erst der Klimaentscheid, jetzt Olympia.

Der Hamburger Senat kann nicht so weiterregieren wie bisher [….]

Die zweitgrößte Stadt Deutschlands, die schönste Stadt der Welt aus Sicht vieler, die hier leben: Das reicht. Die mangelnde internationale Bekanntheit der Stadt Hamburg, die dabei deutlich hinter Berlin, München oder Frankfurt liegt, scheint viele Hamburgerinnen und Hamburger nicht zu stören. Im Gegenteil. Sie möchten anscheinend nicht, dass die Stadt bekannter wird, dass sie versucht, eine Weltstadt zu werden. [….]

(Lars Haider, 31.05.2026)

An Erbärmlichkeit ist das Olympia-Lobby-Organ Abendblatt kaum zu überbieten.

Haider und sein Stellvertreter Iken hatten intensiv PR gemacht. Letzterer empörte sich sogar in einem Leitartikel darüber, daß seine Olypische-Spiele-Bewerbungs-Lobhudelei so viele kritische Kommentare bekam.

[….] Zumindest eins muss der Kolumnist konstatieren: Olympische Sommerspiele stoßen in der Gunst der Leserbrief- und E-Mail-Schreiber ungefähr auf so viel Gegenliebe wie Kopfläuse, Knöllchen oder Knoblauchatem. Viele Hamburger wünschen sich die Spiele dorthin, wo der Pfeffer wächst, nur nicht an die Elbe. Wie viele es am Ende sind, wird das Referendum am 31. Mai zeigen. Ich verspreche, auch um mein Mailfach zu entlasten: Es werden keine weiteren Argumente folgen, warum ich dafür bin. [….] Mehr bewegt mich, warum so viele kluge und sympathische Menschen dagegen sind. [….] Während das Nein und der Widerstand hochgeschätzt sind, gilt jedes Ja als verdächtig, naiv, ja gekauft. Wer möchte schon Ja-Sager sein, wenn er als kritischer Kopf durchgehen kann? Dagegen sein ist sexy. Und oft erfolgreich. Jede Bürgerinitiative, jeder Verein, jede Partei des Neins kann sich auf den heldenhaften Kampf gegen vermeintlich übermächtige Gegner berufen. Wir erzählen die Geschichte von David gegen Goliath in Endlosschleife. David ist sympathisch. Der bloße Widerstand adelt seine Träger als kritischen Geist, selbst wenn es nur um den Eigennutz geht. Er wird Teil einer großen Rettergeschichte: die Rettung des Grünstreifens, des Viertels, der Stadt oder gleich der ganzen Welt.  [….]

(Kommentar von Matthias Iken, Stv. Chefredakteur, 11.04.2026)


Heute ist das alles vergessen. Die Grünen und die Roten sind allein Schuld, so die Linie des Funke-Blattes.

Vor drei Wochen analysierten die beiden Abendblatt-Chefs noch, wie sich die Stimmung massiv zu Gunsten der OlympiJa-Kampagne drehe.

Und heute heißt es vorwurfsvoll, der Senat habe die Stimmung sträflich falsch eingeschätzt: was für ein Desaster für den Hamburger Senat, schreibt Haider.

Was für ein Desaster für das Hamburger Abendblatt.

Donnerstag, 30. April 2026

Volkes Sportstimme in Hamburg

Vor elf Jahren war die Bedeutung der sozialen Medien noch etwas schwächer. Vielleicht liegt es auch an meiner getrübten Erinnerung. Aber beim letzten Hamburger Referendum um die Bewerbung als Austragungsort der Olympischen Spiele, habe ich keine massive Medienkampagne wahrgenommen.

Das ist diesmal ganz anders. Der Senat agiert massiv, macht Stimmung für die IOC-Megaveranstaltung. Es gibt sogar einen Olympi-O-Mat, bei dem der DOSB die Fragen mit den Antwortmöglichkeiten derartig tendenziös formuliert, daß man schon außerordentlich missgünstig gegenüber der eigenen Stadt, den Mitbürgern und der Wirtschaft antworten muss, um ein negatives Ergebnis zu bekommen.

Nach den überraschend deutlich positiven Volksbefragungen in München, Kiel und Rhein/Ruhr, will Hamburg unbedingt die 60%-Ja-Marke knacken, weil man offenbar ahnt, daß ein knappes Ja schon das Aus auf nationaler Ebene bedeutet, bevor es überhaupt ans IOC geht.

Die Regierungspartei SPD gibt alles, weil sie offenbar hofft, auf einer Zustimmungswelle in demoskopische Euphorie zu surfen. Es nimmt satirische Züge an, wenn ich die Newsletter öffne.

[….] Hamburg-Nord hat Grund, mit Zuversicht nach vorne zu blicken. Die Diskussion um eine mögliche Olympiabewerbung gibt unserer Stadt neuen Schwung – sie steht für Mut, für Zukunftsdenken und für die Chance, Hamburg international noch sichtbarer zu machen. Die positiven Signale und Ergebnisse aus anderen Städten zeigen: Wenn wir gemeinsam anpacken, können große Projekte gelingen. Genau das sollte uns Ansporn sein.

Diese Energie spüren wir auch direkt vor Ort. Unsere engagierten Mitglieder sind wieder verstärkt auf den Straßen unterwegs, suchen das Gespräch, hören zu und bringen unsere sozialdemokratischen Ideen in die Nachbarschaften. Dieses Miteinander macht uns stark – und es ist die Grundlage für das Vertrauen, das wir uns jeden Tag neu erarbeiten. Das ist keine leichte Aufgabe, aber dank Deiner Unterstützung fällt es uns einfacher, die Herausforderungen für ein gutes Zusammenleben zu meistern.

Gleichzeitig gibt es viele gute Entwicklungen in Hamburg-Nord: neue Projekte für bezahlbaren Wohnraum, und lebendige Initiativen in unseren Stadtteilen. All das zeigt: Hier bewegt sich etwas – und wir gestalten diese Bewegung aktiv mit.

Dass die Hamburger Bewerbung für viele eine echte Herzensangelegenheit ist, war bei unserer Veranstaltung mit dem Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher deutlich spürbar: Rund 250 Gäste zeigten großes Interesse und eine klare Offenheit für die Olympischen Spiele. Zugleich wurden auch bestehende Zweifel offen angesprochen – und von Peter Tschentscher aufmerksam aufgenommen.

Unsere Moderatorin des Abends, Sarah Timmann, MdHB, begrüßte unsere Gäste Christian Andresen, den Verantwortlichen der Eliteschule des Sports am Alten Teichweg, sowie der Schwimmerin und Olympiateilnehmerin Julia Mrozinski. Durch ihre persönlichen Schilderungen erhielten wir eindrucksvolle Einblicke aus erster Hand und konnten an dem olympischen Geist teilhaben.

Auch der NDR hat darüber berichtet. Der Bericht ist angefügt.

Die Wahlunterlagen für das Olympia-Referendum sind inzwischen auf dem Weg zu Dir oder vielleicht sogar schon angekommen. Damit hast Du die Möglichkeit, Dich aktiv an der Entscheidung zu beteiligen. [….]

(SPD, NORDWIND, April 2026)

  

Auf mich Sportmuffel wirkt das wie ein Bericht aus einer bizarren Parallelwelt. In meinem privaten Umfeld wird die Bewerbung einhellig abgelehnt. Allerdings habe ich offenkundig auch keinen politisch repräsentativen Freundeskreis. Ich staune, wie ein vernünftiger Mensch sich, in dieser Weltlage, für eine Multimilliarden-Investition zu Gunsten von maximal korrupten DOSB- und IOC-Funktionären, aussprechen kann.

[….] Der Senat will das Olympia-Nein der Hamburger*innen von 2015 einfach nicht akzeptieren. Jetzt buhlt er um sie mit Drohnen – und der Breitensport?

Vor zehn Jahren dachten wir, wir hätten es endlich hinter uns. Hamburg hatte 2015 deutlich Nein gesagt zu Olympischen Spielen in der Stadt: Keine Milliardengräber an der Elbe, keine nutzlosen Stadien, die nach der Schlussfeier als Ruinen vor sich hin gammeln, kein Ausnahmezustand für drei Wochen städtische Selbstbeweihräucherung. Wollten wir nicht, wollen wir auch zukünftig nie. Wohlverdiente Post-Olympia-Ruhe. Zeit, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren.

Aber der Hamburger Senat verhält sich wie stalkende Ex-Geliebte, die die Endgültigkeit einer Trennung nicht akzeptieren. [….] Zum Hafengeburtstag am übernächsten Wochenende ist es eine Rose in Form hunderter funkelnder Drohnen am Abendhimmel. In einer Show sollen sie „Olympia“ in den Himmel schreiben, als plastikdigitales Liebesgeständnis, damit wir bei der Abstimmung am 31. Mai diesmal im plötzlichen Taumel der Gefühle doch noch Ja zu Hamburgs Bewerbung sagen. [….] Man kann die Show also auch als Warnung verstehen: Olympia kommt von oben herab, funkelt kurz, kostet Unmengen an Geld und ist dann ganz schnell wieder weg. [….] Wirklich sportlich fair wäre es, wenn die Stadt, statt teures Blendwerk abzubrennen, alles dafür tun würde, dass wenigstens die Bolzplätze funktionierendes Flutlicht haben. Wer Liebe mit Drohnen erzwingen will, hat das „Nein“ von damals immer noch nicht kapiert. Da hilft erst mal nur konsequentes Ignorieren von allem Budenzauber und ein schön deutliches Nein an der Abstimmungsurne Ende Mai. Dann haben wir vielleicht bald wieder für zehn Jahre Ruhe.   […..]

(Robert Matthies, 29.04.2026)

Meine Hoffnung lautet, der Spuk möge schnell an Hamburg, am besten an ganz Deutschland vorrübergehen.

Meinen Argumenten gegen die Ausrichtung Olympischer Spiele in Hamburg habe ich nichts hinzuzufügen. Dieser Größenwahn ist unnütz und schädlich.

Die massive Werbung der gesamten Hamburger Presse und aller Parteien (außer der Linken und der AfD, der es ausschließlich darum geht, RotGrün zu schaden) empfinde ich als erschreckend unterkomplex.

Dort herrscht überall die Annahme, jeder befürworte natürlicherweise das Giga-Event. Wer nicht mit „Ja“ stimmen will, ist nur noch nicht von der tollen Stimmung erreicht worden und kann mit einer Happiness-Kampagne schnell überzeugt werden.

Daß jemand seriöse Gegen-Argumente haben könnte, wird gar nicht erst mitgedacht.

Wir Hamburger werden wie Kindergarten-Kinder behandelt, die nicht auf den Spielplatz wollen, weil sie gerade eine Trotzphase erleben.  Mit einem Lutscher und bunten Bilderchen, sollen wir zur Raison gebracht werden.

Ich habe soeben das NEIN angekreuzt.

Samstag, 11. April 2026

Größenwahn

Natürlich unterstütze ich meine Partei, die SPD, immer gern. Insbesondere in Hamburg, dem stabilsten Bundesverband. Unter den 16 Länderregierungschefs ist Peter Tschentscher mit Sicherheit der beste und die im Vergleich mit anderen Stadtstaaten und Flächenländern überragenden Wirtschaftsdaten, zeigen es seit 2011 eindeutig. Rot kann es.

Zudem sind wir Hamburger eins der letzten Fleckchen der Bundesrepublik Deutschland, in der es keine breiten schwarzbraunen Mehrheiten gibt. Wir mögen Merz nicht, wir mögen die AfD nicht, wir mögen Ploß nicht.

Damit es auch so bleibt, gönne ich Tschentscher jeden Erfolg.

Mir gefällt, wie sich Hamburg in der Welt positioniert. Wir sind die zweitgrößte deutsche Stadt, kratzen an der Zwei-Millionen-Bewohner-Marke, haben eine starke Sogkraft, liberales politisches Klima, sind die klar internationalste deutsche Metropole. Wir haben die meisten Konsulate, die intensivsten Kontakte mit dem Ausland, waren durch den Hafen schon immer mehr mit der großen weiten Welt verbunden. Hier ist Multikulti ein enormer ökonomischer Booster. Man gibt sich weltläufig, aber protzt nicht. Wir sind eine sehr schöne Stadt, weil es zwei riesige Seen in der Mitte gibt, wir haben viel mehr Brücken als Venedig und stechen die anderen Millionen-Citys mit dem vielen Grün aus, das Touristen und Rückkehrer beim Landeanflug auf den Flughafen Fuhlsbüttel erstaunt.

Wir haben eine rein bürgerliche Tradition als Handelsplatz, waren nie Fürstensitz oder Hauptstadt. Hamburg entstand nicht zentralistisch zum Lobe eines Monarchen.

Wir sind keine Weltstadt mit Triumphbögen oder riesigen breiten Parade-Alleen.

Die CDU macht sich natürlich verächtlich darüber; den Sozis fehle der Weltstadtanspruch, sie planten zu kleinlich.

Aber, willkommen in der Wirklichkeit: Wir spielen nicht in der Liga der Giganten, stehen nicht in Konkurrenz zu Weltmetropolen, wie Rom, Paris, London, New York, Tokio. Wir sind kein Molloch, wie Moskau oder Peking.

Hamburg steht nach Bevölkerungszahl derzeit ungefähr auf Rang 206 der Millionenstädte.

Die letzten Olympischen Sommerspiele fanden/finden statt in:

 2008 Peking (22 Mio Einwohner)

2012 London (9 Mio Einwohner)

2016 Rio (6 Mio Einwohner)

2020/1 Tokyo (14 Mio Einwohner)

2024 Paris (13 Mio Einwohner)

2028 Los Angeles (13 Mio Einwohner)

In diese Liste der Großen, gehört Hamburg offenkundig nicht.

Umso bedauerlicher also, daß auch Peter Tschentscher nicht der Eitelkeit widerstehen kann, seinen Namen mit der Durchführung Olympischer Spiele zu verbinden.

Für die Stadtherren ist das immer attraktiv, weil der mögliche Zuschlag des IOC eine endlose Kette von Presse-Wohlfühlterminen, bei denen man sich international sonnen kann, mit sich bringt.

Wenn dereinst die katastrophal aus dem Ruder gelaufenen Kosten bilanziert werden, sind diejenigen, die sich um die Spiele bemühten, nicht mehr im Amt.

Für den erfolgsverwöhnten Hamburger Senat ergibt sich aber leider außer dem extrem korrupten und maximal amoralischen IOC, welches die Vergabe zu entscheiden hat, ein weiteres Problem: Sein Volk will nicht! Es hat jetzt schon genug vom Größenwahn und dem Leben auf einer gefühlten Dauerbaustelle. Stichwort Hafencity!

Als ich in den 1980ern als Teenager begann, Hamburg auf eigene Faust kennenzulernen, hatten wir nur gut 1,5 Millionen Einwohner. Hamburg wächst sehr stark, weil es im Gegensatz zu den AfD-geprägten Ost-Bundesländern höchst attraktiv ist. Wir mussten seither mehr als 400.000 zusätzliche Einwohner auf derselben Fläche unterbringen, während auch noch die Wohnfläche pro Einwohner größer wurde und in der fatalen CDU- und CDU/Grünen-Regierungszeit (2001-2011) der Wohnungsbau komplett eingestellt wurde und das städtische Immobilien-Tafelsilber privatisiert wurde. Natürlich steigen daher die Mieten, wenn auch deutlich weniger stark, als in Berlin, weil Bürgermeister Olaf Scholz ab 2011 „den Bau-Turbo zündete“. Hamburg macht Wohnungspolitik besser als andere Bundesländer, ist aber durch seine eigene Attraktivität und den Zuzug prinzipiell stärker unter Druck. Es liegt nahe, angesichts eines Mangel an Wohnraumes, mehr verfügbaren Wohnraum zu schaffen. In der Praxis ergeben sich dadurch aber auch enorme Nachteile:

·        Bauen ist eine ökologische Katastrophe und verursacht gewaltige Mengen CO2.

·        Bauen verschandelt die Stadt, weil es immer mehr Berton und weniger Grün wird.

·        Bauen erhitzt die Stadt.

·        Bauen ist extrem teuer.

·        Bauen schafft inzwischen nur noch die falschen Wohnungen; nämlich für die Masse Unerschwingliche.

·        Bauen macht unpopulär. Es gibt keinen einzigen Hamburger, der nicht durch die vielen Baustellen überall genervt ist.

Wir geraten als beim Bauen von simplen Wohnungen wirklich an unsere Grenzen. Dabei sind das architektonische Vorhaben, die wir eigentlich beherrschen. Großprojekte hingegen kann Deutschland ohnehin nicht. Die sind immer von enormen Verzögerungen und Vervielfachung der Kosten geprägt. Stuttgart21, BER lassen grüßen. Nur die Sanierung, nicht etwa der Neubau des Amtssitzes des Bundespräsidenten, kostet EINE MILLIARDE EURO! Eintausend Millionen, damit Schloß Bellevue wieder bewohnbar wird. Und das auch nur, weil es so eine bescheidene Variante wird.

[….] "Das soll hier keine Luxussanierung werden"

Insgesamt könnten also Kosten von rund einer Milliarde Euro entstehen. Man bereite sich auf Debatten zu diesen Zahlen vor, heißt es aus dem Bundespräsidialamt. "Das soll hier keine Luxussanierung werden", verteidigt Dörte Dinger, Chefin des Bundespräsidialamtes, die Pläne. "Es wird das Notwendige gemacht. Auf vieles haben wir verzichtet, zum Beispiel im Bereich der Büroausstattung oder auf ein eigenes Pressezentrum."  [….]

(Tagesschau, 25.02.2026)

Aber leider bildet da auch Hamburg keine Ausnahme, wie die Elbphilharmonie zeigt.

Der spektakuläre „Elbtower“, steht als Ruine namens „kurzer Olaf“ traurig an den Elbbrücken, weil niemand weiterbauen will. Seit vielen Jahren wird über die dringend benötigte Erneuerung des 1974 fertiggestellten Wahrzeichens Köhlbrandbrücke diskutiert.

Offenkundig ist die 50 Jahre alte Hafenquerung aber unrettbar rott.

Gern hätten wir stattdessen einen Tunnel, der aber 7-8 Milliarden Euro kosten würde. Daher entschied sich der Senat für die vergleichsweise billige Variante eines Brückenneubaus. Das soll nur um die fünf Milliarden Euro verschlingen und bereits in 16 Jahren, also 2042 fertig sein.

Sofern Deutschland noch so lange existieren sollte, weiß ich schon, wie sich die GenAlpha über die Schätzung – 2042/5Mrd – amüsieren wird, wenn die neue Brücke endlich 2060 fertig wird und 100 Milliarden gekostet hat.

Wir können das nun einmal nicht und sollten, nicht unbedingt notwendige, Großbauprojekte unterlassen. Wenn wir einst als chinesisches Protektorat die Planung und Durchführung direkt aus Peking erhalten, kriegen wir auch wieder Großbauten.

Bürgermeister Tschentscher steht selbstverständlich nicht allein mit seinem Olympische-Spiele-Wahn. Die gesamte Hamburger Presse will das unbedingt, die Sportvereine machen Druck und außer der Linken sind auch alle Parteien eindeutig dafür. Wie überall. Auch der junge grüne Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause ist ein glühender Befürworter des Spiele in München, nachdem die Stadt 1972 schon einmal mit einem terroristischen antisemitischen Anschlag für immer als Negativbeispiel der Olympia-Geschichte eingeschrieben wurde.

Aber die Münchner sind begeistert und stimmten mit über 66% für die Bewerbung.

In Hamburg zeichnet sich das Gegenteil ab.

Schon einmal, im Jahr 2015, wurde in Hamburg eine Bewerbung von 51,6% durch Volksabstimmung abgelehnt. Elf Jahre später, am 31.05.2026, versucht es der Senat erneut mit einer Volksabstimmung über die Bewerbung für die Olympischen Spiele.

Aber die Zahlen sehen schlecht aus für die Befürworter.

Der Hamburger Abendblatt-Vizechef Matthias Iken kann es gar nicht fassen. Er geht ganz selbstverständlich davon aus, daß jeder FÜR die Spiele sein muss.

Wenn die Zahlen etwas anderes sagen, sind die Bürger seiner Ansicht nach fehlgeleitet und/oder schlecht informiert. Man muss sie nur endlich zur Raison bringen. Daß er selbst von seinen treuen konservativen Abendblattlesern ablehnende Zuschriften bekommt, kann er nicht fassen.

Aber auch der arme Peter Tschentscher müht sich noch verzweifelt den Trend zu drehen.

[…] Zuletzt sprachen sich knapp zwei Drittel der 16- bis 29-Jährigen für eine Hamburger Bewerbung aus. Aber die bloße Sympathie genügt nicht. Am 31. Mai muss diese Alterskohorte, die das in der Regel deutlich seltener als die Älteren macht, schon noch zur Wahlurne gehen. Beim Referendum entscheidet sich, ob Hamburg wirklich in den erst bundesweiten und dann vielleicht internationalen Wettbewerb um die Ausrichtung der Spiele 2036, 2040 oder 2044 einsteigt.

Das erklärt wohl, warum Tschentscher in den ersten Minuten seines rund 75-minütigen Olympia-Vortrags dafür wirbt, überhaupt an der Wahl teilzunehmen. Dem überwiegend älteren Publikum braucht er das eigentlich nicht zu erklären, es geht schließlich deutlich häufiger zu Wahlen. Das ist ja hier und will sich vor dem Referendum vom Bürgermeister anhören, wie er sich das mit Olympia vorstellt. Aber die Älteren sind, den Umfragen zufolge, deutlich skeptischer: Bei den über 60-Jährigen liegt die Zustimmung zu einer Bewerbung nur bei 34 Prozent.

Für die Skeptiker:innen hat der Bürgermeister nur Rosiges im Gepäck: Anders als bei früheren Austragungen würde bei den „moderneren“ Spielen nicht mehr eine ganze Stadt umgekrempelt werden; „nichts neu und extra für Olympia“ würde in Hamburg gebaut werden, wenn die Spiele hier stattfänden. […] Durch alle sieben Hamburger Bezirke tourt der Bürgermeister derzeit – eine Einladung an die Hamburger:innen, „sich von der Idee Olympischer und Paralympischer Spiele in Hamburg überzeugen zu lassen“. […] Es sei sogar ein „Muss“, dass sich Hamburg bewerbe, sagte er kürzlich. Denn sonst kämen viele städtische Projekte wohl gar nicht, da doch die Stadt von Fördermitteln abhängig sei – da stehe man hintenan, falls München, Berlin oder die Region Rhein-Ruhr den Olympia-Zuschlag erhalte. Ob man das schon als eine Art sanfte Erpressung verstehen mag – wer nicht für Olympia ist, ist auch gegen andere sinnvolle Entwicklungsprojekte -, sei dahingestellt. […]

(André Zuschlag, 09.04.2026)

Dabei geht es nicht nur um das Bauen und die Kosten.

Viele Menschen interessieren sich nicht für Sport-Megaveranstaltungen, die hauptsächlich als Pharma-Leistungsshow dienen und Funktionäre der übelsten Art reich machen. Außer der FIFA und Trumps Peace-Board gibt es kein unsympathischeres Gremium als das IOC. Ich will nicht, daß Hamburger Steuergelder in deren Taschen fließen!

[….] Hamburg hat etwas Besseres verdient.

NOlympia ist ein breites Bündnis von Menschen aller Lebensbereiche. Uns vereint die Überzeugung, dass Olympische & Paralympische Spiele für Hamburg mehr Probleme schaffen als Zukunftschancen eröffnen.

Moin Hamburg,

der Senat wirbt mit emotionalen Momenten und hautnahem Erleben der Wettkämpfe wie in Paris. Doch die Kehrseite und das Kleingedruckte werden ausgeblendet.

Wenn der Elefant Olympia in die Haushaltsbadewanne steigt, bleibt kein Wasser übrig: Jeder Euro, der in das 30-Tage-Megaevent fließt, fehlt zum Beispiel bei Bildung, Mobilität, Wohnungsbau und sozialen Einrichtungen

Im Durchschnitt lagen Olympiakosten mehr als doppelt so hoch wie vorher propagiert. Paris 2024 hinterließ Ausgaben für die öffentliche Hand von rund 6,7 Milliarden Euro. Selbst wenn es vor dem Referendum eine konkrete Finanzierungszusage des Bundes geben sollte, bliebe eine erhebliche Summe, die von der Stadt zu Lasten anderer Vorhaben finanziert werden müsste.

Mit der Bewerbung übergeben wir den Schlüssel der Stadt einem Eventveranstalter für Profisport. Dessen Priorität ist nicht Hamburgs Lebensqualität, sondern eine reibungslose TV-Show und die Steigerung seiner Einnahmen. Die 4,3 Milliarden Euro Einnahmen von Paris versteuerte das IOC nicht. Auch Hamburg müsste dem IOC Steuerfreiheit garantieren – zu Lasten Deutschlands und unserer Stadt.

Auf folgenden Absätzen zeigen wir nachvollziehbar, warum wir zu dem Schluss kommen:

Hamburg sollte NEIN zu Olympia sagen.  [….]

(NOlympia)

Freitag, 13. Februar 2026

Löppt in Hamburg

Nach meiner heftigen Schelte wider die grüne Hamburger Senatorin Anna Gallina, möchte ich klar stellen, daß der Stadtstaat Hamburg gegenwärtig die beste Regierung aller Bundesländer hat – mal ganz abgesehen, von der unterirdischen Merz-Shitshow.

Hamburg generiert klar die meisten Steuereinnahmen je Einwohner und erwirtschaftet pro Kopf mit Abstand das höchste Bruttoinlandsprodukt.

Die Freie und Hansestadt Hamburg ist dank der vergangenen 15 Jahre durchgängig roten Regierung ökonomisch so attraktiv, daß sie mehr binnendeutschen Zuzug als alle anderen Bundesländer erlebt. Die Menschen wollen weg von den schwarz regierten Ossi-Ländern und hin zum rotgrünen Hamburg.

(….) Hamburg funktioniert politisch viel besser, hat ein viel höheres Prokopfeinkommen, als Berlin.  Aber seit den 1980ern, als Hamburgs Bevölkerung auf 1,5 bis 1,6 Millionen Menschen gesunken war, haben wird eine halbe Million mehr Menschen gewonnen und kratzen an der 2-Millionenmarke. Wenn man auf derselben Fläche die Einwohner um ein Drittel vermehrt, muss man die Stadt massiv verändern. Daher fühlt es sich so an, als ob man auf einer Baustelle lebt. Es ist immer Stau und wenn man in eine eigentlich vertraute Gegend möchte, die man aber nicht jeden Tag sieht, erkennt man nichts wieder, weil überall neue Gebäude stehen und sich die Straßen veränderten.

Aber noch scheint die Attraktivität Hamburgs nicht gekippt zu sein; es wächst weiterhin, hat weiter Zuzugsdruck und ein stark überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum.

Ebenfalls stabil ist der Trend in Ossistan. In den dunkeldeutschen Problembundesländern wurde enorm viel investiert, die Infrastruktur ist sehr gut, die niedrigen Lebensunterhaltskosten sind ein Standortvorteil; die ausgedünnte Bevölkerung führt zu Leerstand bei den Vermietern. Das Mieter-Schlaraffenland. Wer sich um eine Wohnung bewirbt, wird mit Kusshand genommen und bekommt sie das erste Vierteljahr als Bonus mietfrei. Finanziell betrachtet, spricht also sehr viel dafür, nach Thüringen oder Sachsen-Anhalt zu ziehen.

Leider überkompensieren die Nachteile die finanziellen Argumente. Es wimmelt dort nämlich von unangenehmen Klischee-Jammerossis, die AfD wählen, keinerlei Sinn für bürgerliches Engagement entwickelt haben, sich mit Vorliebe rechtsextremen Schwurbelideen verschreiben und ihre chronische Untervögelung kurieren, indem sie irgendjemanden verprügeln.   (….)

(Gebärstreik, 17.09.2025)

Hamburg hatte unter der peinlichen und ökonomisch verheerenden CDU-Herrschaft (von Beust 2001-2011) den Wohnungsbau komplett eingestellt. Mit dem Regierungsantritt Scholz, rissen die Sozis das Ruder rum und taten alles dafür, um 10.000 neue Wohnungen jährlich fertig zu stellen. Bei dem enormen Bevölkerungszuwachs und dazu nun auch noch den vielen Flüchtlingen, reicht das natürlich immer noch nicht. Aber die Mieten sind dank der klugen rotgrünen Politik immerhin nicht ganz so explodiert, wie in anderen Metropolregionen.

Besser als in anderen Bundesländern, funktioniert im Rotgrünen Hamburg auch die Kriminalitätsbekämpfung. Auf die Polizeistatistiken kann der Senat stolz sein.

[…] Hamburgs Innensenator Andy Grote, Polizeipräsident Falk Schnabel und der Leiter des Landeskriminalamtes Jan Hieber haben am heutigen Donnerstag (12. Februar) die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2025 vorgestellt.

Wesentliche Ergebnisse:

·        Zahl der Straftaten in Hamburg sinkt um insgesamt 5 Prozent

·        Rückgang der Straftaten in allen Hamburger Bezirken

·        Aufklärungsquote auf höchstem Niveau seit 28 Jahren

·        Gewaltkriminalität sinkt spürbar, auch deutlich weniger Straftaten mit Messern und Schusswaffen

·        Mehr Vergewaltigungen angezeigt – Täter stammen häufig aus dem sozialen bzw. familiären Umfeld

Nach einem Anstieg der von der Polizei erfassten Straftaten im Jahr 2023, ist die Kriminalität in Hamburg nach dem Rückgang im Vorjahr (-4 Prozent) auch im Jahr 2025 um weitere -5 Prozent gesunken. In der Langzeitbetrachtung der letzten 25 Jahre liegt die Zahl der erfassten Straftaten mit 213.596 (-11.317 Fälle) damit fast auf dem Niveau des Vor-Pandemie-Jahres 2019 und unter dem aller Vorjahre bis einschließlich 2018. Die Aufklärungsquote lag im vergangenen Jahr bei 49,1 Prozent.

Damit wurden in den letzten drei Jahren die höchsten Gesamtaufklärungsquoten seit 1997 erreicht.

Gleichzeitig setzt sich der Trend der vergangenen Jahre auch im Langzeitvergleich fort: Demnach war die Kriminalitätsbelastung im Verhältnis zur Bevölkerung und damit das Risiko, von einer Straftat betroffen zu sein, in jedem Jahr vor 2019 höher als aktuell. Die sog. Häufigkeitszahl setzt dabei die Zahl der Straftaten in Beziehung zur Bevölkerungszahl (pro 100.000 Einwohner).

Demnach ergibt sich gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um -5,6 Prozent. Ein exakter Vergleich mit den weiteren Vorjahren ist jedoch aufgrund der neuberechneten Bevölkerungszahl nach dem neusten Zensus nicht sinnvoll. Dennoch: Ohne die Zensuskorrektur wäre der Rückgang noch deutlicher.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund 64.500 Tatverdächtigen der PKS erfasst.

Der Rückgang der Tatverdächtigen um knapp -4 Prozent gegenüber dem Vorjahr geht insbesondere auf einen spürbaren Rückgang der Tatverdächtigen unter 21 Jahren zurück  (-7,8 Prozent).

Dabei ist sowohl die Zahl der deutschen Tatverdächtigen (-5,6 Prozent), als auch die der nichtdeutschen Tatverdächtigen (ohne ausländerrechtliche Verstöße) gesunken (-8,9 Prozent).

Betrachtet man nur die Tatverdächtigen, die auch tatsächlich in Hamburg gemeldet sind, fallen die Zahlen der deutschen und insbesondere der nichtdeutschen Tatverdächtigen noch niedriger aus.

Rückgang der Straftaten in allen Hamburger Bezirken

Der Rückgang der Kriminalität bildet sich in allen sieben Hamburger Bezirken ab, insbesondere in Harburg (-9,3 Prozent), Mitte (-6,6 Prozent) und Altona (-6,5 Prozent).  [….]

(Polizei Hamburg)

Das sind natürlich keine guten Nachrichten für die garstig parteiische CDU und das notorisch CDU-affine rechte „Hamburger Abendblatt“, die nur zu gern den Erfolg ihrer Angstkampagne von 2001 wiederholen möchten. Damals gelang es ihnen, der Bevölkerung wider die Realität, eine so enorme gefühlte Kriminalität einzureden, daß sie den rechtsextremen nymphomanen Kokser Schill zum zweiten Bürgermeister wählten.

Die Zahlen der aktuelle Kriminalitätsstatistik sind allerdings zu eindeutig. Da haben selbst die rechten FUNKE-Kommentatoren kaum eine Chance, der SPD einen Strick draus zu drehen.


[…] Beschleicht Sie auch ein ungutes Gefühl, wenn Sie morgens aus dem Hauptbahnhof treten und auf Heroinsüchtige, Alkoholabhängige oder Dealer stoßen, die sich in St. Georg konzentrieren? […]  Fährt Angst mit, wenn Sie abends allein in der Bahn sitzen? Irritiert es Sie, anschließend auf einem menschenleeren Gehweg unterwegs zu sein?

Das sind die Momente, die auf ein ungutes Sicherheitsgefühl einzahlen.  […] Viele Menschen fühlen sich nicht wohl in ihrer Stadt. […] Dass dieses subjektive Gefühl trotz solcher Fälle nicht mit der tatsächlichen, objektiven Sicherheitslage korreliert, zeigt die aktuelle Kriminalstatistik der Hamburger Polizei. Danach ist die Gesamtzahl der Straftaten genauso zurückgegangen wie die der Gewaltdelikte. Die Zahl der Diebstähle ist gesunken, die der Einbrüche ist es auch.

[…] Dabei leistet die Polizei in Hamburg hervorragende Arbeit. Die Gesamtkriminalität sinkt, die Aufklärungsquote steigt, die Prävention wirkt. Hamburg ist, selbst, wenn das Gefühl ein anderes sein mag, eine sichere Stadt. Dank der Polizei. […]

(Kommentar von Stephan Steinlein, Stv. Chefredakteur, 12.02.2026)