Dienstag, 3. März 2026

Doof und Doof versteht sich gut

Als Friedrich Merz im November 2020 jovial erklärte „Trump und ich, wir kämen schon klar“, wollte er damit ausdrücken, besonders schlau zu sein. Schlauer als Kanzlerin Merkel.

Fünf Jahre später wußten wir; Merz kommt tatsächlich gut mit Trump klar. Allerdings nicht, weil der Kanzler so schlau ist, sondern weil er fast genauso dumm, wie Trump ist. Befreit von jedem Hintergrundwissen, dummerhafte Sprüche rauszuhauen, können sie beide gut. Eine Fähigkeit, die den beiden Amtsvorgängern Scholz und Merkel leider abging.

Am 28.02.2026, dem Tag des Irankrieg-Beginns, stellten sich Merz und Wadephul an Trumps Seite, allerdings habe man leider keine militärischen Möglichkeiten in der Gegend. Daß durchaus deutsche Soldaten dort stationiert sind, war Kanzler und Außenminister offenbar unbekannt.

[….] Schon am Wochenende waren auch deutsche Soldaten von den iranischen Gegenschlägen betroffen. Letztere richteten sich gegen den Militärstützpunkt am Internationalen Flughafen von Erbil im Nordirak sowie gegen die Muwaffaq Salti Air Base, einen Luftwaffenstützpunkt bei Al Azraq rund 100 Kilometer östlich der jordanischen Hauptstadt Amman. Beide werden vor allem von US-Truppen genutzt, weshalb sie ins Visier Teherans gerieten. Auf ihnen sind aber auch deutsche Soldaten stationiert – im Nordirak als Militärausbilder, bei Al Azraq im Rahmen des Einsatzes gegen den IS. Alles in allem handelt es sich laut Angaben der Bundesregierung um rund 500 Soldaten. [….]

(GFP, 02.03.2026)

Trottelbruder im Geiste Donald Trump wettert heute gegen Spanien.

[…] Spaniens Ministerpräsident Pedro […] Sánchez inszeniert sich als eine Art Anti-Trump. Der Sozialist legte sich mit Elon Musk an, zuletzt kritisierte er den aus seiner Sicht völkerrechtswidrigen Irankrieg so deutlich wie kein anderer europäischer Regierungschef. Zudem verbot er den Amerikanern, ihre Militärbasen im Land für die Operation zu nutzen. Die Frage war, wie wütend die US-Regierung auf die Entscheidung reagieren würde. Trumps Wortwahl eben im Oval Office (»schrecklich«, »wir wollen mit Spanien nichts zu tun haben«) ist hart. […]

Trumps Embargo-Drohung gegen Spanien ist auch deswegen bemerkenswert, weil er sich dadurch mit der gesamten EU anlegen würde. In Handelsfragen entscheidet die EU-Kommission. In der Vergangenheit hatte sie Spanien bereits gegen Drohungen aus den USA verteidigt.

In einer ersten Reaktion drängt die spanische Regierung deshalb auf die Einhaltung entsprechender Abkommen mit der EU. Spanien setze sich für freien Handel ein, heißt es in Regierungskreisen weiter – wohlgemerkt »auf der Grundlage gegenseitigen Respekts«. Zudem erlaubt man sich eine weitere Spitze: Die Bürger forderten und verdienten »mehr Wohlstand – nicht mehr Probleme«.[…] Im Oval Office sprach Trump von einem Handelsstopp mit Spanien, Sekunden später brachte er ein Embargo ins Spiel. Womöglich weiß Trump selbst nicht genau, wie und ob er das umsetzen möchte. Im Regierungspalast in Madrid wird man heute Abend hoffen, dass der Mann mit der notorisch kurzen Aufmerksamkeitsspanne sich schnell wieder anderen Dingen widmet.  [….]

(SPOPN, Steffen Lüdke, 03.03.2026)

Da Merz heute zufällig auch im Oval Office weilt, läge es an ihm, Spanien und die EU zu verteidigen.  Aber der Sauerländer Trottel war spielend leicht auszumanövrieren.

 

SZ 03.03.2026

[….] als Friedrich Merz neben Donald Trump im goldüberladenen Oval Office Platz genommen hat und als „Freund“ begrüßt wird, [….]  „Wir verstehen uns gut, unsere Länder verstehen sich sehr gut. Wir mögen uns sehr, der Kanzler kommt in Deutschland sehr gut an“, preist Trump derweil seinen Gast.  Merz sei „ein sehr, sehr erfolgreicher Mann“. Seine Kanzlerschaft eine „große Sache“, er mache „einen sehr guten Job“. Wird nun alles gut? Merz lächelt. Er scheint sich zu entspannen. Zu früh, wie sich herausstellen wird. Merz wird überwältigt von einer, nun ja, Charme-Offensive des Präsidenten. [….]Merz ist für Trump der Anti-Merkel. „Ich hatte meine Meinungsverschiedenheiten mit Angela“, sagt der US-Präsident. Um Migration sei es da gegangen und um Energie. Sein Gast mache da das „Gegenteil“. [….]  Wie er denn den Zollkonflikt zwischen den USA und der EU zu lösen gedenke, wird Trump gefragt. „Konflikt mit wem?“, will Trump erst einmal wissen, und dann steigert er sich in einen Wutanfall gegen Spanien, das seinen Verpflichtungen beim Fünf-Prozent-Ziel der Nato nicht nachkomme. Er könnte alle Geschäfte mit Spanien stoppen, wenn er wollte, wütet Trump. Wenig später, als er danach gefragt wird, verpasst Merz eine Chance: Er müsste Spanien verteidigen, wenigstens ein bisschen. Immerhin ist es ein Partner in EU und Nato.  Was der Präsident gesagt habe, sei „korrekt“, sagt Merz stattdessen.  Spanien sei das einzige Land, das nicht bereit sei, das Fünf-Prozent-Ziel zu akzeptieren. Man versuche, „sie davon zu überzeugen, dass dies Teil unserer gemeinsamen Sicherheit ist, dass wir uns alle an diese Zahlen halten müssen“. Auch Großbritannien, über das sich Trump bitterlich beklagt, weil es Basen auf britischem Boden dem US-Einsatz zunächst verweigert hatte, nimmt Merz zunächst nicht in Schutz. Vielleicht ist er dafür zu erleichtert.  [….]

(Daniel Brössler, 03.03.2026)

Wie immer bei Auslandsbesuchen, wirkt Merz hoffnungslos überfordert und blamiert Deutschland. Positiv ist allerdings zu vermerken, wie wunderbar der Fritzekanzler in dieser Angelegenheit mit seinem Freund und Außenminister Joe Wadephul harmoniert. Der Schleswig-Holsteiner wirkt genauso hoffnungslos intellektuell überfordert von seinem Job und lässt kaum einen Tag aus, um Deutschland zu blamieren. Wadephul scheint nach wie vor gar keinen Schimmer davon zu haben, was eigentlich seine Aufgabe ist, mit der er so hoffnungslos überfordert ist.

[….] Die Bundesregierung ist in der Pflicht, die Urlauber zurückzuholen [….]  Am Samstag, mit Beginn des Gegenschlags der iranischen Führung auf die Nachbarländer, wurden Zehntausende deutsche Urlauber von einem Tag auf den anderen in der Wärme kalt erwischt: Sie sitzen nun fest an Orten, die mit Drohnen und Raketen angegriffen werden.

Soll die Bundesregierung die Gestrandeten zurückholen? Ja, das sollte sie – und zwar in Zusammenarbeit mit den Reiseveranstaltern, die vorrangig in der Pflicht sind, aber wohl nicht überall und rasch werden helfen können. Die Urlauber haben sich nicht fahrlässig in diese Situation begeben. Sie sind nicht in ein Bürgerkriegsgebiet gereist, nicht in ein Land, für das die zuständige Bundesbehörde, das Auswärtige Amt, bereits eine Reisewarnung ausgegeben hatte. Es gab noch am Freitag reguläre Flüge an und über die großen Drehkreuze der Region. Reiseveranstalter wie Tui, die eigene Abteilungen in ihren Häusern haben, um Sicherheitslagen zu bewerten, haben weiterhin Pauschalurlauber in den Nahen Osten befördert und Schiffe dorthin fahren lassen. Beide, Regierung und Reiseveranstalter, werden allerdings die Frage beantworten müssen, ob sie die Lage falsch eingeschätzt haben. [….] Denn eine Ahnung, dass die USA einen Militärschlag auf Iran planen, gab es natürlich. Offen war der Zeitpunkt. [….] Das Auswärtige Amt hat erst am Samstagnachmittag, nach der Sitzung des Krisenstabs der Bundesregierung, eine offizielle Reisewarnung für 13 Staaten des Nahen Ostens herausgegeben. Da waren die ersten Raketen und Drohnen eingeschlagen, die ersten Flughäfen bereits geschlossen. Die Urlauber hatten keine Chance auszureisen. [….] In der Pflicht sind also Bundesregierung und Veranstalter. Sie müssen alles dafür tun, eine schnelle Ausreise zu ermöglichen. [….] Wer das Ganze am Ende bezahlt, darum wird es im Nachgang ein Ringen geben, so wie während der Corona-Zeit. Zunächst aber sollte alles dafür getan werden, die Menschen in Sicherheit zu bringen. [….]

(Monika Maier-Albang, 03.03.2026)

Selbstverständlich hege ich keinerlei Sympathien für die moralisch niederträchtigen Dubai-Influencer, die wie Georgina Fleur mit maximaler Peinlichkeit für den homophoben, misogynen antidemokratischen Scheich Al Matum werben. Selbstverständlich verachte ich Typen, wie Oliver Pocher, die noch vor einer Woche Urlaub in Dubai buchten, oder wie Laura Lagershausen, der Stv. Ressortleiterin Hamburger Abendblatt, die ihren ersten Urlaub mit Baby gerade in den VAE verbringt, weil sie “Dubai kennt und sich dort wohlfühlt“.

Merz und Wadephul haben sich aber um alle Deutschen zu kümmern, die im Ausland in Not geraten. Auch die Idioten.

[….] Minister Ahnungslos. Zehntausende Deutsche sind wegen des Irankriegs gestrandet, sie hoffen auf Hilfe der Bundesregierung. Doch Außenminister Johann Wadephul kennt nicht einmal die Empfehlungen der eigenen Beamten.

Johann Wadephul ist das Gesicht der Bundesregierung in den Medien, wenn es um Aufklärung über den USA-Israel-Iran-Krieg geht. Und er weiß eigentlich, was von einem Außenminister in Zeiten wie diesen erwartet wird: Orientierung in der Krise, Verlässlichkeit im Wort, Schutz der eigenen Bürger im Ausland.

Seit Beginn der Angriffe der USA und Israels auf Iran aber erlebt das Land einen Minister, der die falschen Signale sendet: Ungeduld statt Souveränität, Rechthaberei statt Ausgleich.

Als klar wurde, dass mehr als 30.000 Deutsche in der Region rund um Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate festsitzen – in Hotels, an Flughäfen, teils auch auf Kreuzfahrtschiffen –, füllten sich die sozialen Medien mit Videos von Menschen, die plötzlich mit einer neuen Wirklichkeit konfrontiert waren: explodierende Drohnen am Urlaubshimmel, gestrichene Verbindungen.

Wadephul hätte die Botschaft aussenden müssen: Wir kümmern uns um euch. Stattdessen wirkte er genervt.

Sein Signal war ein anderes: Wer trotz »formeller Reisewarnung« des Auswärtigen Amts in ein Land reist, muss die Konsequenzen selbst tragen. Der deutsche Staat kann da nicht helfen, die Tourismusunternehmen sind gefragt. Urlauber können dann etwa bereits gebuchte Reisen stornieren.

[….] Das Problem an Wadephuls Botschaft, von der er auch auf hartnäckige Fragen der »heute-journal«-Moderatorin Marietta Slomka nicht abwich: Es gab die formelle Reisewarnung gar nicht. Jedenfalls nicht zu dem Zeitpunkt, als die Urlauber sich auf den Weg machten. Es gibt sie erst seit dem Tag des Angriffs der Amerikaner und Israelis auf Iran, also seit dem 28. Februar 2026 auch für die Vereinigten Arabischen Emirate, zu denen Dubai gehört.

Die Deutschen in Dubai haben also das Recht, sich an ihre Regierung zu wenden und um Hilfe zu bitten, niemand hat unverantwortlich gehandelt. Nicht die Anbieter von Pauschalreisen, nicht die Individualtouristen.

Nur das Auswärtige Amt. Wadephul musste sich auf X entschuldigen: »Ich bedaure den Irrtum im ›heute-journal‹ gestern.« [….]

(Swantje Karich, 03.03.2026)

Dabei wissen wir es doch längst: Das Merz-Kabinett bildet die mit Abstand schlechteste Bundesregierung aller Zeiten. Es gibt wirklich keinen Grund, das täglich von allen C-Ministern auf’s Neue untermauern zu müssen!