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Mittwoch, 15. Juli 2026

Relikte aus grauer Vorzeit

Der walisische „Professor des Raps“ Ren Gill, womöglich der begabteste Musiker der Gegenwart, vermag es, fundamentale Zusammenhänge poetisch zu verbalisieren. Der religiös geprägte Bibelkenner sagt in seinem Song „Seven Sins“, wie Menschen aus ihren Schmerzen, Ängsten und Ungewissheiten Religionen ersannen.

[….]  Empires tumble - rubbles and dust

The universe shrinks and the planets combust (Bla)

In God we trust

God tied a noose to his neck and he walked to the edge and he jumped

Angels wept

I bear witness watching the whole thing unfold from my bed

A bed where I never deep rest

A bed where I'm always depressed

A bed with a human oppressed

A bed for the tomb where I slept

A bed in this room that's a womb for this mess

Sick boi, bitten by a tick boy*, tell me how it feels to be buried while you breathe (Bla)

Stones and sticks, boy, pain is a gift, boy, hard to make a stand when you crawl on your knees and I kneel

I kneel at the altar of my own disease and I beg

I begged the sky for mercy, mercy never came, life did me dirty

Thirty-three and hurting, cursing

Jesus died at thirty-three and still, my sins are lurking

Gears are turning, future stays uncertain

Surgeon incision, murder ambition

(Fear of the unknown preserves a religion

Denounce the gods where my body went missing) [….]

(Seven Sins by Ren)

*(Mit 19 Jahren erkrankte Ren durch einen Zeckenbiss schwer an Lyme-Borreliose, die 13 Jahre nicht erkannt und fehldiagnostiziert wurde, ihn barbarisch leidend mit extrem hohen Dosen Psychopharmaka fütterte und Autoimmunkrankheiten auslöste.


Wie die 3.000 bis 5.000 Religionen der Menschheit aus der Not geboren wurden, weil man von unerklärlichen Leiden und Unglücken heimgesucht wurde, erscheint psychologisch nachvollziehbar.

Mit dem Siegeszug der Wissenschaft, der sich stets erweiternden Erkenntnis, der allgemeinen Bildung, verschwanden die meisten Religionen von diesem Planeten.

Wissen ist der Feind des Glaubens, je dümmer, desto religiöser.

Die weltweit erfolgreichste Religion, das Christentum, vermochte sich insbesondere deswegen so stark in der menschlichen Kultur festzusetzen, weil sie 1.000 Jahre „finsteres Mittelalter“ prägte, in dem Klugheit bestraft und Erkenntnis getötet wurde. Aufklärer, Heliozentristen, Wissenschaftler wurden von der herrschenden religiotischen Klasse getötet, verbrannt, verbannt.

Wären die Kirchen nicht global so erfolgreich damit gewesen, die Klügsten zu töten, die besten Denker zu massakrieren, andere Kulturen auszurotten, hätten wir womöglich schon um 900 n. Chr. den Buchdruck gehabt, 1.000 n. Chr. Mädchen in Schulen, Frauen in Universitäten geholt, 1.200 n. Chr die Industrialisierung erlebt und wären 1.500 n. Chr. zum Mond geflogen.

Vielleicht wären im Jahr 2.000 globale Probleme, wie Überbevölkerung, Klimaerhitzung, Krieg und Krankheit längst überwunden worden.

Nicht alle Religionen wirken gleichermaßen toxisch auf des Volk. Es liegt in der Natur der Sache, daß polytheistische Systeme toleranter sind.

Der Tiefschlag für die menschliche Entwicklung dürfte der Monotheismus sein, der rund 1.400 Jahre vor der Geburt Jesu, von Pharao Echnaton und seiner noch berühmteres Frau Nofretete erfunden, aber anschließend auch wieder zerschlagen wurde.

Endgültig durchsetzen konnte sich der Monotheismus mit den Abrahamitischen Ideologien, von denen drei bis heute als „Weltreligionen“ angesehen werden.

In ihnen befindet sich eine derartig starke Intoleranz durch den „Wir sind besser als ihr“-Gedanken, daß viele Jahrhunderte Krieg, Massenmord und Genozid ermöglicht wurden. Die Zugehörigkeit zu einer der abrahamitischen Religionen erfordert Despektierlichkeit gegenüber Anders- oder Nichtgläubigen. Die kann sich bestenfalls in Desinteresse äußern, erscheint aber auch in Form von Intoleranz und kann bis zum massenhaften Mord-Zwang eskalieren. Auch hier erwiesen sich die christlichen Kirchen als Brutalste unter Brutalen: Auto-Dafés, Hexenverbrennung, Inquisition, Missionierung, Kolonialisierung, weltweiter Sklavenhandel, Kreuzzüge, Genozide, Holocaust – stets im Namen des Herren.

Und wir sind nicht damit fertig; auch heute bringen Christliche Strukturen Kriegstreiber und Killer, wie Trump, Hegseth, Graham oder Putin hervor: Gewaltherrscher, die ihre Machtbasis im Christentum haben.

[….]  Ab dem Alter von 30 Jahren sollen in den USA künftig die Testosteronwerte von Soldaten getestet werden. Dies werde im Rahmen einer bereits bestehenden jährlichen Gesundheitsuntersuchung stattfinden, kündigte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth in einem Video auf der Plattform X an.

[….]  Hegseth begründete die Maßnahme damit, dass der „einzelne Kämpfer“ immer der wichtigste taktische Vorteil der USA sein werde. Er sprach von einer „heiligen Pflicht“, diesen Vorteil zu bewahren. Deshalb müsse man ständig nach neuen Wegen suchen, um die Leistungsfähigkeit und langfristige Gesundheit der Soldaten zu optimieren, folgerte Hegseth.  […..]

(HH MoPo, 15.07.2026)

Das Judentum ist mit rund 15 Millionen Anhängern eine Zwerg-Religion in der apokalyptischen Triade des Abrahamismus. Muslime (1,9 Milliarden) und Christen (2,3 Milliarden) spielen in einer ganz anderen Liga, weil Juden eine höchst sympathische Besonderheit aufweisen: Sie missionieren nicht, zwingen keine Un- oder Andersgläubigen auch jüdisch zu werden. Sie kolonisierten nie, führten nie Angriffskriege, um durch Zwang zu bekehren.

Wer von sich aus zum Judentum konvertieren möchte, wird der Tradition entsprechend, zunächst mehrfach abgewiesen.

Ich rechne es dem Judentum ohne jeden Sarkasmus hoch an, daß es mich in keiner Weise je dazu zwang, mich ebenfalls jüdischen Religionsregeln zu unterwerfen.

Im atheistischen, weit überwiegend konfessionsfreien Hamburg, darf ich am Karfreitag nicht tanzen oder bestimmte Kinofilme sehen, weil die Christen in Deutschland immer noch so mächtig sind, ihre abstrusen Bräuche auch der Mehrheit der Ungläubigen aufzuzwingen. Widerlich.

Juden sind für mich ganz klar die Nettesten unter den drei monotheistischen Groß-Ideologien von heute.

Das heißt aber selbstverständlich nicht, daß gläubige Juden unter sich, besonders die Orthodoxen und erst recht die Ultraorthodoxen, nicht auch völlig gaga agieren. Der Pleonasmus „Ultraorthodox“ beinhaltet schon den Wahnsinn, der bedauerlicherweise politisch im Netanjahu-Kabinett prominent vertreten ist.

[….] Das israelische Parlament hat gestern Abend in dritter und letzter Lesung ein Gesetz verabschiedet, das das Studium religiöser Texte zu einem „Grundwert des jüdischen Volkes und des Staates Israel“ erklärt und ihm damit eine Art Verfassungsrang einräumt. In der Praxis wird das Gesetz dazu dienen, ultraorthodoxen Juden mehr Möglichkeiten zu geben, den Militärdienst zu verweigern.  In den letzten beiden Lesungen stimmten 63 Knesset-Abgeordnete für den entsprechenden Gesetzentwurf, 52 waren dagegen.   [….]

(ORF, 13.07.2026)

Der Hightech-Staat Israel, weltweit führend bei Software-Entwicklung und biogenetischen Techniken, liefert sich dem antiwissenschaftlichen Mittelalter aus.

[….] „Schande!“ rufen Oppositionsmitglieder am Dienstag in der Knesset im Chor dem israelischen Premier Benjamin Netanjahu entgegen. Bei der Abstimmung selber ist dieser dann nicht anwesend. Und am Dienstagabend verabschiedet seine rechtsreligiöse Regierung dann ohne ihn das umstrittene Gesetz.

Es geht, wie so oft in diesen Tagen in Israel, um die Wehrpflicht für Ultraorthodoxe. Dem verabschiedeten Gesetz zufolge können Strenggläubige nun nicht mehr festgenommen werden, wenn sie sich dem Wehrdienst entziehen. [….] Das Gesetz ist Teil einer ganzen Reihe von Vorhaben, die die Regierung noch vor der Sommerpause der Knesset und vor den Parlamentswahlen Ende Oktober durchbringen will. Viele davon sind Zugeständnisse an die ultraorthodoxen Koalitionspartner Netanjahus. Einen Tag vor dem Gesetz zur Einberufung wurde etwa das sogenannte Thora-Gesetz beschlossen, das das Studium religiöser Texte offiziell zu einem „Grundwert des jüdischen Volkes und des Staates Israel“ erklärte. [….] Die Auseinandersetzung um die Wehrpflicht für Ultraorthodoxe sorgt schon seit Jahren für Wirbel. In den letzten Monaten hat sich die Situation zugespitzt. Immer wieder blockierten die Strenggläubigen in ihrer klassischen Kluft – schwarze Anzüge und Hüte, weiße Fäden an ihren Hosenbeinen – wichtige Straßen und lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei.

Unter liberalen und säkularen Israelis stoßen die Proteste auf großen Unmut, genauso wie die in den letzten Tagen verabschiedeten Gesetze. In ihren Augen trügen sie, die Liberalen und Säkularen, die selber oder deren Kinder als Sol­da­t*in­nen dienen, die Kosten für die zahlreichen Kriege, während die Regierung ihre schützende Hand über die Ultraorthodoxen halte.

Auch das israelische Militär kritisiert das Gesetz scharf. Es stehe „eindeutig in Widerspruch“ zu dem, was die israelische Armee benötige, sagte Militärchef Eyal Zamir. Derzeit gelten schätzungsweise 72.000 ultraorthodoxe Männer im Alter von 18 bis 24 Jahren als wehrpflichtig. Die Armee hat in den letzten Monaten wiederholt betont, dass sie angesichts der anhaltenden Kriege an mehreren Fronten dringend 12.000 neue Rekruten benötige.  [….]

(Judith Poppe, 15.07.2026)

Der Religiotenkampf zwischen Liberalen, Rechtsextremen, Militärs und Ultraorthodoxen in Israel dürfte weitergehen.

[…] Erst gestern hatte Israels Parlament ein Gesetz verabschiedet, das Ultraorthodoxe faktisch von der Wehrpflicht befreit - jetzt stoppt der Oberste Gerichtshof es vorerst. Ultraorthodoxe Politiker sind empört.

Es ist ein Paukenschlag, der Israel in eine tiefe Verfassungskrise stürzt: Nur wenige Stunden, nachdem das israelische Parlament ein umstrittenes Schutzgesetz für ultraorthodoxe Wehrdienstverweigerer verabschiedet hatte, kassierte der Oberste Gerichtshof die Regelung per einstweiliger Verfügung wieder.  [….]

(Tagesschau, 15.07.2026

 

Sonntag, 5. Juli 2026

Mediale Darstellung – Teil II

Gestern ging es darum, wie uns Einzelschicksale berühren, aber uns egal ist, wenn 10.000, 30.000 oder 100.000 sterben.

Aber so lange wir nicht von jedem eine Geschichte und ein Bild, wie von dem kleinen Alan Kurdi kennen, zucken wir mit den Achseln, lassen Merz und Söder hetzen.

Das falsche Wort „Kinderschänder“, das immer noch völlig gebräuchlich ist, obwohl es idiotischerweise aussagt, dem Opfer, dem Kind, sei die Schande übertragen worden, obwohl doch im diametralen Gegenteil dazu, der Täter die Schande tragen sollte! Dieses Wort wird extrem negativ konnotiert.

Jeder kennt die Erzählungen, laut denen „Kinderschänder“ sogar im Gefängnis verachtet werden und in der Knasthierarchie ganz unten, hinter Mördern und Vergewaltigern stehen, ja sogar um ihr Leben fürchten.

Hat man es aber nicht mit einem „Kinderschänder“ zu tun, sondern mit hunderten oder tausenden Fällen pro Bistum, mit hunderttausenden in der katholischen Kirche weltweit, geben wir dem hunderttausendfach mit Schande beladenen Kinderquäler-Verein den Status der Gemeinnützigkeit, überschütten ihn mit Milliarden Euro und nennen die Täterschützer, die erst die Strukturen für den massenhaften sexuellen Kindesmissbrauch schaffen, „Hochwürden“, „Hochwürdigste Exzellenz“, „Eminenz“ oder „Heiliger Vater“.

Das muss aufhören. Medien müssen die homophoben, misogynen Männer in den bunten Kleidern, die so tolerant gegenüber sexueller und psychologischer Folter an Kindern sind, zutreffender benennen: Angehörige einer kriminellen Vereinigung.

Es ist das Versagen der Medien, wenn sie einen einzelnen, in der Ostsee verendenden Buckelwal, als „Timmy“ oder „Fridolin“ framen und diejenigen, die der armen Walkuh auf die Pelle rückten und sie folterten, als „Tierfreunde“ und „Helfer“ bezeichnen.

In Deutschland werden jedes Jahr etwa 750 Millionen Nutztiere geschlachtet. Zwei Millionen Tiere werden jeden Tag in deutschen Schlachthöfen hingerichtet.

[….] Schlachthof: So leiden und sterben Tiere in Schlachthöfen

In Deutschland werden jedes Jahr Millionen Tiere in Schlachthöfen getötet, darunter Hühner, Schweine, Rinder und Pferde. Jede einzelne dieser Tötungen hat immenses Leid verursacht. Einem Tier im Schlachthof die Kehle aufzuschneiden, ist ein gewaltsamer Vorgang, bei dem Lebewesen getötet werden, die leben wollen. Das Leid der Tiere wird noch verstärkt, weil die in Deutschland zulässigen und im Regelfall vorgeschriebenen Betäubungsmethoden vor der eigentlichen Tötung ihnen zusätzliche Qualen und Schmerzen zufügen.

Erfahren Sie hier, wie Tiere im Schlachthof betäubt und getötet werden und warum es keine „humane“ Tötung gibt.[……]

Wie heißt der größte Schlachthof in Deutschland?

Der größte Schlachthofbetreiber in Deutschland ist die Premium Food Group (ehemals Tönnies). Die Premium Food Group hat Schlachthöfe an verschiedenen Standorten. Am größten Standort in Rheda-Wiedenbrück werden vor allem Schweine getötet. Allein in Deutschland wurden im Jahr 2024 48,7 Millionen Schweine, Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde sowie 693,3 Millionen Hühner, Puten und Enten getötet.  Die Tiere stammen teils aus deutschen Landwirtschaftsbetrieben und teils aus Nachbarländern. Sie werden meist in Lastwagen durch Europa transportiert. Dabei sind sie auf engem Raum zusammengepfercht und werden teilweise nicht ausreichend mit Wasser und Nahrung versorgt. Schon auf dem Weg zum Schlachthof stehen die Tiere unter extremem Stress, einige überleben den Transport nicht.

Wie werden Tiere im Schlachthof getötet?

Bei der Tötung im Schlachthof wird die Hauptschlagader der Tiere durchtrennt, was zum Blutverlust führt. Vor dem Kehlschnitt werden die Tiere zwar betäubt, jedoch erfolgt die eigentliche Tötung erst mit dem Stich in den Hals. Je nach Tierart und Schlachthof unterscheiden sich die eingesetzten Betäubungsmethoden.  […]

(Peta, 27.06.2025)

Die über Ostsee-Timmy berichtenden Medien hätten wenigstens über die kommerzielle Tötung von Walen aufklären sollen. Daß es jede Menge Spinner gibt, die sich am Schicksal eines einzelnen Wales echauffieren, wundert nicht. Aber seriöser Journalismus müsste das mit Fakten begleiten:

[…] Norwegen: 2024 wurden 415 Zwergwale aus der Quote von 1.157 Tieren getötet. 11 Walfangschiffe waren im Einsatz. Für 2025 erhöhte man die Fangquote um 249 auf 1.406 Wale, obwohl die Nachfrage nach Walfleisch im Land sinkt. Das Fischerei- und Ozeanministerium begründete die Erhöhung mit nicht genutzten Quoten aus dem Vorjahr.  [….] Island: Bis 2029 bestehen jetzt jährliche Walfangquoten für 209 Finnwale und 217 Zwergwale. Die Lizenzen erhielten der 81-jährige Kristján Loftsson und sein Unternehmen Hvalur hf. sowie die Firma Tjaldtangi ehf. […] Japan: 2024 wurden 179 Brydewale, 87 Zwergwale, 30 Finnwale und 25 Seiwale getötet. Im Jahr 2025 dürfen japanische Walfänger 144 Zwergwale, 153 Brydewale, 56 Seiwale und 60 Finnwale erlegen. […]

„Es ist absolut unbegreiflich, dass man auch heute noch kommerziellen Walfang betreibt. Walfang ist grausam und sinnlos und muss endlich gestoppt werden!“, fordert Ulrich Karlowski, Biologe der Deutschen Stiftung Meeresschutz.

Wie fast alle der marinen Megafauna angehörenden Meerestiere sind Wale vielen Gefahren ausgesetzt: Beifang in Fischereigerät, Schiffskollisionen, Meeresverschmutzung mit Plastik und Giftstoffen, Lärmverschmutzung, Überfischung, Lebensraumzerstörung, Übertourismus und Folgen der Klimakrise.

Großwale spielen eine entscheidende ökologische Rolle. Und sie leisten sogar einen Beitrag zum Klimaschutz. Denn sie sind nicht nur langlebige, gigantische Kohlenstoffspeicher, wie der Wissenschaftler Michael Dähne vom Deutschen Meeresmuseum Stralsund betont. Zusätzlich kann ihr Kot in der lichtdurchfluteten Schicht der Wassersäule wie ein natürlicher Dünger für das Phytoplankton wirken. Damit helfen Großwale indirekt bei der Versorgung der Erde mit lebensnotwendigem Sauerstoff, denn das Phytoplankton der Ozeane ist mit weitem Abstand unsere bedeutendste Sauerstoffquelle.

Mit Projekten zum Schutz von Lebensräumen, zur Einrichtung von Schutzgebieten, Regulierung der Fischerei und nachhaltigem Whalewatching sowie mit der Unterstützung von Aktivitäten gegen den Walfang setzen wir uns für das langfristige Überleben der friedlichen Ozeanriesen ein.

Unsere Bitte: Essen Sie im Urlaub kein Walfleisch! Sie unterstützen damit die Walfangindustrie. […]

(Deutsche Stiftung Meeresschutz)

Und ganz aktuell, der Sechsfach-Mord von Stade, der natürlich von Nazis instrumentalisiert wird und jetzt wieder Menschen mit den dämlichen „Warum“-Schildern aufmarschieren lässt:

Auch ein klassischer Fall von Einzelfall-Empörung gegenüber der Gleichgültigkeit gegenüber 70.000 getöteten Kinder und Frauen in Gaza.

Menschen sind zu emotional und zu wenig rational. Das kann und wird man nicht ändern.

Aber Journalisten sollten schon die richtigen Worte verwenden und die Morde nicht als Tragik verschwurbeln:

[….] Gewalt in Stade: Warum schreiben wir nicht »patriarchale Gewalt«, wenn es sich um patriarchale Gewalt handelt? [….] Wie oft denn noch?, dachte ich, als am Montag ein Mann in einer Mutter-Kind-Einrichtung in Stade sechs Sozialarbeitende erschoss . Wie oft denn noch müssen wir Gewalt von Männern an Frauen, Kindern oder denjenigen, die sie schützen wollen, ertragen? Und wie oft denn noch werden deutsche Medien mit irreführenden Formulierungen verschleiern, worum es hier eigentlich ging: um patriarchale Gewalt, geschlechtsspezifische Gewalt, männliche Gewalt.

Da war von »Familientragödie« die Rede (»Stern«), von »Sorgerechtsstreit« (»Tagesschau«) und auch der SPIEGEL schrieb zunächst von einer »Beziehungstat« und einem »privaten Hintergrund«. Und es ist im ersten Moment ja auch logisch: Viele Medien zitieren hier die Polizei, und wenn die sagt, dass es weder einen extremistischen, noch einen politischen Hintergrund gab, bleibt nur noch der »private« übrig.

Doch hier offenbaren sich gleich zwei Probleme: Erstens, dass offenbar selbst auf den Polizeiwachen immer noch ein verharmlosendes Narrativ darüber herrscht, um welche strukturelle und eben nicht private Gewaltart es sich hier tatsächlich handelt. Und zweitens, dass Redakteur*innen eigentlich schon in der Journalistenausbildung lernen, eine Pressemitteilung nicht eins zu eins zu übernehmen. Weder von Unternehmen, noch von Politiker*innen, noch von der Polizei.

Klar, man kann die Polizeipräsidentin damit zitieren, dass der Hintergrund des Sechsfachmordes wohl ein Sorgerechtsstreit war. Nur muss man dann einordnen, dass es sich dabei um die sogenannte patriarchale »Nachtrennungsgewalt« handelt; erklären, dass in der Phase der Trennung – ob von Partnerin oder vom Kind – ganz grundsätzlich nicht nur sie am gefährdetsten sind, sondern auch deren Umfeld, Eltern, Freunde oder auch die zuständigen Anwälte und Sozialarbeitende; und es in dieser Zeit sehr häufig nicht bei der Drohung bleibt, sondern es tatsächlich zu Gewalt kommt. Und dass das Tatmotiv somit kein »Sorgerechtsstreit« war und auch keine »Beziehungstat« – sondern ganz einfach patriarchale Gewalt. [….] Doch diese Einordnungen fehlen in der deutschen Berichterstattung. Stattdessen wird der Fokus von der mordenden Gewalt verschoben hin zu einer Art Ausrede, die diese Gewalt erklären soll: Ach okay, Sorgerechtsstreit – er hat es ja nur getan, weil er sein Kind sehen wollte. Oder auch: Ehedrama – er hat es ja nur getan, weil er eifersüchtig war – und so weiter und so schrecklich fort. Was zu einer perfiden Täter-Opfer-Umkehr führt, die die Täter entlastet und die Opfer in Mithaftung nimmt. [….]

(Alexandra Zykunov, 04.07.2026)

Donnerstag, 25. Juni 2026

Die falsche Toleranz

Die Nichthandel-Bundesregierung, die uns weder digitalisiert, noch entkarbonisiert, noch Hitzeschutzprogramme entwickelt, noch das seit vielen Jahren überfällige AfD-Verbotsverfahren prüfen lässt, versagt selbstverständlich auch bei der Prävention und Aufklärung von pädosexuellen Verbrechen.

Während es sogar in erzkatholischen Ländern, wie Irland Regierungskommissionen gab, die die unfassbaren Massenverbrechen der Kirchen an Kindern untersuchten, unternehmen CDUCSU-Politiker nichts, um die größte transnationale Kinderf|ck€rorganisation der Weltgeschichte zu stoppen.

Der Christenkanzler und Vorsitzende der Christenpartei Merz, versagt moralisch, politisch und juristisch.

Aber wir versagen natürlich alle. Medien, Juristen, Parteien, Wähler, Kirchenmitglieder.

Berichte über Geistliche, die Kinder sexuell und psychisch missbrauchen, ihnen lebenslange Schäden zufügen und wirklich perfidem Sadismus auch noch selbst die Schuld dafür einreden, stoßen kaum noch auf Interesse.

Noch schlimmer: 16 Jahre nach Canisius, scheint es in unserem Volk auf breite Toleranz zu stoßen, daß Multimilliarden Euro schwere, steuerbefreite, vom Staat jährlich mit weiteren Milliarden überschüttete Vereine, deren Amtsträger nicht nur 100.000e Kinder in Deutschland missbrauchten, sondern deren höchste Amtsträger bis heute vertuschen und die Täter vor den Opfern „schützen“, im rechtsfreien Raum schweben.

Priester, Pater, Mönche, Nonnen, Bischöfe, Erzbischöfe, Äbte, Kardinäle, die sich an Kindern vergreifen?

Offenbar juckt das niemanden mehr. Deutschland nimmt es achselzuckend hin.

[…] »Es gab klare Hinweise, dass Franz Hengsbach ein Täter war«, sagte die Forscherin Helga Dill. Bisher waren zwei mögliche Übergriffe aus den Fünfzigerjahren und Sechzigerjahren bekannt.

Der viele Jahre hoch angesehene Ruhrbischof soll in drei Fällen in den Fünfzigerjahren bis Achtzigerjahren sexualisierte Gewalt gegen junge Mädchen ausgeübt haben, ein möglicher Übergriff gegen einen Jungen gilt als »in der Schilderung konsistent«, sagten die Forscher. […] »Hengsbach war ein Sexualstraftäter – ohne Wenn und Aber«, sagte der Sprecher der Betroffenen, Johannes Norpoth. Die Kirche müsse Konsequenzen ziehen und Macht in ihren Strukturen begrenzen. […] der aktuelle Essener Bischof Franz-Josef Overbeck […]  räumte auch selbst Versäumnisse im Kontext des Falls ein: Er habe Informationen aus Paderborn über einen Missbrauch durch Hengsbach, die ihm bereits 2011 vorlagen, jahrelang nicht weitergegeben. […]

(SPON, 25.06.2026)

Sind ja „nur“ Kinder. Das Kirchenvolk liebte Hengsbach.

Und nicht vergessen: Niemand hat es so schwer, wie unser armer Bundeskanzler.

[…] Er war zu seiner Zeit eine Art katholischer Superstar: Kardinal Franz Hengsbach war nicht nur 1958 der erste Bischof des neu gegründeten Ruhrbistums Essen. Er war wegen seiner volksnahen Art auch allseits beliebt. […] […]  Kurzum: Hengsbach galt als Lichtgestalt.

Eine Lichtgestalt mit einer dunklen Seite. Denn der 1991 gestorbene Kardinal war wohl ein Missbrauchstäter. Das ist das Ergebnis einer Studie, die am Donnerstag vorgestellt wurde. Hengsbach ist damit der erste deutsche Kardinal, dem nicht nur Vertuschung, sondern selbst Missbrauch zur Last gelegt wird. Das Münchner Institut IPP, die Forschungsstelle für Zeitgeschichte Hamburg und das Berliner Institut Dissens untersuchten mehrere Tausend Seiten von Aktenbeständen aus Essen, Köln und Paderborn. Außerdem führten sie 22 Interviews mit Betroffenen und Zeitzeugen. […] Die Forscher identifizierten zwölf konkrete Missbrauchsvorwürfe gegen Hengsbach, […] Im September 2023 hatte das Bistum Essen zum ersten Mal öffentlich gemacht, dass Vorwürfe sexualisierter Gewalt gegen den Gründungsbischof erhoben werden, und angekündigt, diese untersuchen zu lassen. Schnell geriet dabei auch Essens amtierender Bischof Franz-Josef Overbeck in die Kritik: Denn Overbeck wusste seit 2011 von einem Vorwurf gegen Hengsbach, unternahm aber nichts. Mehr noch: Durch Overbecks Schweigen gingen die Fälle in keine einzige der anderen Aufarbeitungsstudien ein, die zwischenzeitlich gestartet worden waren.

In den untersuchten Beständen fanden die Forscher einen Aktenvermerk, aus dem hervorgeht, dass Overbeck im August 2011 per Fax vom Erzbistum Paderborn über Vorwürfe gegen Franz Hengsbach informiert wurde. Danach habe Overbeck dieses Fax an einem nicht dafür vorgesehenen Ort abgelegt und „vergessen“. Nur wenige Tage später ging im Bistum Essen die Anfrage des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) ein, ob etwas gegen Hengsbach vorläge. Dem LWL gegenüber hatte ein Mann angegeben, als Heimkind von Hengsbach sexualisierte Gewalt erfahren zu haben. […] Der Fall Hengsbach sei, so das Fazit der Forscher, ein „Spiegel des deutschen Katholizismus“. Nach außen trat Hengsbach als wertkonservativer Mahner für christliche Sexualmoral und Sittlichkeit ein. So beliebt er im Volk war, so autoritär herrschte er im Inneren. Zeitzeugen berichteten, wie Hengsbach Untergebene niedermachte und schikanierte. […]

(Annette Zoch, 25.06.2026)

 

[….] Bekannt geworden ist laut Studie auch, dass sich die Missbrauchvorwürfe auch auf Hengsbachs Bruder Paul beziehen - er war ebenfalls Priester. Die beiden sollen gemeinsam einem Mädchen Gewalt angetan haben. Paul Hengsbach hatte dies zu Lebzeiten immer abgestritten. [….] Zu hohe Erwartungen an die vom Bistum Essen beauftragte Forschung seien allerdings nicht angebracht: "Je prominenter die Täter, um so seltener finden wir grundsätzlich Nachweise, die dokumentiert sind", ordnet es Kirchenrechtler Professor Thomas Schüller von der Universität Münster ein. Vieles dürfte also nie bekannt werden. [….] Die Betroffenen werden wohl auch weiterhin noch auf die Aufklärung der Vorfälle warten müssen. Dem Thema Machtmissbrauch und möglicher Komplizenschaften mit anderen übergriffigen Geistlichen oder sogar Täternetzwerken werden die Forschenden des IPP erst 2027 in ihrem Abschlussbericht nachgehen. "Ich hätte gerne schneller Fakten gehabt - immerhin dürfte das älteste Opfer fast 90 Jahre alt sein", so WDR-Kirchenexperte Theodor Dierkes. [….] Einen kleinen Teilerfolg nehmen die Betroffenen aber jetzt schon aus den Zwischenergebnissen der Studie mit, der auch für die weitere Aufarbeitung wichtig ist: "Wir sprechen jetzt nicht mehr von einem Angeschuldigten, sondern einem Täter", fasst Johannes Norpoth, Betroffenen-Vertreter zusammen. [….]

(WDR, 25.06.2026)

Sonntag, 17. Mai 2026

Same procedure as every day, Leo!

In Thüringen, der Diözese Erfurt, im Unstrut-Hainich-Kreis, in der Pfarrei St. Anna in Lengenfeld unterm Stein, flog wieder einmal ein Pfaff auf, der kleinen Jungs sexuell nachstellte.

Es lohnt sich nicht, die Details nachzuerzählen, weil es nun einmal das ist, was passiert, wenn man seine Kinder mit dem Pfaff allein lässt.

Ich empfinde Mitleid mit den einzelnen Opfern, aber nicht mit den Gläubigen.

Wer im Jahr 2026 trotz allem, was wir seit einem Vierteljahrhundert weltweit auf breiter Ebene berichtet bekommen, immer noch die Söhne und Töchter in Einrichtungen kirchlicher Trägerschaft, in Gottesdienste und Freizeitaktivitäten mit dem Pfarrer schickt, begeht moralisch betrachtet, Beihilfe.

Die antidemokratische, diskriminierende Ideologie der Bibel, des Katechismus sind bekannt. Die 2.000-jährige Kriminalgeschichte des Christentums kann jeder nachlesen. Der Antisemitismus, die Entrechtung von Kindern, die Aufforderung, Kinder körperlich schwer zu misshandeln, die Homophobie, die Misogynie – all diese immanenten Bestandteile des Christentums  - liegen jedem offen zu Tage.

Jeder weiß um die von der Kirchen angezettelten Genozide, die Kreuzzüge, die Auto Dafés, die Hexenverbrennungen, die Inquisitionen, den hundertmillionenfachen Mord bei der Missionierung, die Zerstörung der Kulturen ganzer Kontinente durch christliche Conquistadores.

Jeder weiß, wie sich „die Kirche“ auch aktuell positioniert: Als die entscheidende Unterstützerin Trumps, Putins, Orbáns, Kaczyńskis.

Wer kann moralisch auf solche Abwege geraten, seinen Nachwuchs der weltweit größten jemals existierenden K!nd€rf!ck€r-Organisation zu überlassen?

Das tut man nicht.

Aus der Kirche tritt man aus.

Aber in St. Anna in Lengenfeld unterm Stein lief es, wie immer: Der zölibatäre Mann, der sich um die Schulkinder kümmern sollte, wurde gleich zu seinem Amtsantritt 1998 mit Vorschusslorbeeren empfangen, so groß und so stark!

[…] Er macht nicht viel Aufhebens um seine Person: Siegfried Bolle, 32 Jahre alt, 1,96 Meter groß, und 110 Kilogramm schwer, ist ein umgänglicher, geselliger und zugleich eher zurückhaltender Mensch, wie er selbst sagt. 100 Tage ist der Neupriester inzwischen Vikar in der Heiligenstädter Propsteigemeinde St. Marien - eine Zeit, die für Siegfried Bolle "so schnell wie bisher noch kein Lebensabschnitt vorbeigegangen" ist. Der aus Worbis stammende Seelsorger hat inzwischen schon viele Male die heilige Messe gefeiert, hält Ministrantenstunden, bietet Jugendabende an, hat einen Kreis für junge Erwachsene eröffnet. Und mehrere Kinder hat er auch schon getauft. […] Wenig zufrieden ist Siegfried Bolle - ganz im Gegensatz zu seinem Dienst in Schulen in Bonn und in Hüppstedt - mit Erfahrungen, die er bisher mit dem schulischen Religionsunterricht in der Regelschule in Heiligenstadt gesammelt hat: "Unter den Schülern der siebenten, achten und neunten Klasse sind viele verhaltensauffällige und sozialgestörte Mädchen und Jungen, die sich sehr schwer tun mit dem Lernen. Religion steht bei ihnen ganz hinten an", sagt der Vikar und Religionslehrer. "Unter diesen Umständen stößt der schulische Religionsunterricht an seine Grenzen." […] 

(Tag des Herrn, Eckhard Pohl, 20.12.1998)

Als Bischof Dr. Ulrich Neymeyr den großen Bolle nach Sömmerda versetzen wollte, passierte das, was meistens passiert, wenn ein übergriffiger Pfaff womöglich Konsequenzen für sein Tun erlebt: Die Gläubigen stellen sich hinter ihn, schützen den Täter, starten Petitionen, diffamieren die Opfer.

  


[…] Der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr hat einen Priester aus dem Eichsfeld vorläufig aus dem Dienst entfernt. Dem Co-Pfarrer der Gemeinde St. Anna in Lengenfeld unterm Stein werden zwei verbale sexualisierte Übergriffe auf Jugendliche vorgeworfen. […] Nachdem bekanntgeworden war, dass der Pfarrer nach Sömmerda versetzt werden sollte, hatten sich die Betroffenen gemeldet und von den Übergriffen berichtet. Nach Auskunft des Jugendamts ist einer der Vorwürfe strafrechtlich relevant. […] Nachdem die Versetzung bekannt geworden war, hatten 1.600 Gemeindemitglieder eine Petition für den Verbleib des Pfarrers unterschrieben.   […]

(MDR, 16.05.2026)

Machen wir uns nichts vor: Die Kirchenmitglieder finanzieren nicht nur die weltweit größte jemals existierende K!nd€rf!ck€r-Organisation, sondern sie sind selbst genauso unsympathisch, wie ihre Pfaffen und Bischöfe.

Aber was will man auch anderes von einem Verein erwarten, der sich Diskriminierung auf die Fahnen schreibt und Frauen generell für derartig minderwertig hält, daß unter 400.000 Priestern und 4.000 Bischöfen keine einzige Frau sein darf?

Wer als Missbrauchsopfer von so einer Organisation Hilfe erwartet, täuscht sich.

[…] Bischof Neymeyr weist die Vorwürfe zurück. […] Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Bistum Erfurt erhebt in ihrem aktuellen Jahresbericht 2025 schwere Vorwürfe gegen Mitarbeitende des Bistums. Demnach hätte das Bistum entgegen eigener Aussage bereits vor 2010 von Übergriffen gewusst.

Zudem habe das Bistum die Befragung von Betroffenen über den Umgang mit dem ihnen zugefügten Leid mit Verweis auf den Datenschutz nicht unterstützt. In dem Bericht ist von einer "Untergrabung der Aufarbeitung" die Rede. So wurde ein Brief an die Betroffenen vom Datenschutzbeauftragten der ostdeutschen Bistümer, Matthias Ullrich, als nutzlos bezeichnet. Schriftlich ließ er mitteilen, eine Befragung sei unzulässig. Auch Bischof Ulrich Neymeyr wollte Fragebögen nicht verschicken. Er befürchtete, dass Betroffene retraumatisiert werden könnten. […] Am Ende landete der Fragebogen auf der Internetseite des Bistums. Drei Rückmeldungen habe es daraufhin gegeben. Brune sagte, die meist älteren Menschen verdienten es, "dass wir mit ihnen direkt in Kontakt treten".[…] Besonders kritisch äußert sich die Kommission außerdem über Weihbischof Reinhard Hauke. Hauke werden in dem Bericht "unbarmherzige Teilnahmslosigkeit" bezüglich des Missbrauchsgeschehens vorgeworfen. Er zeige sich unbewegt über die Schicksale der Betroffenen, seine Sorge gelte den Beschuldigten.  […]

(MDR, 21.03.2026)

Wie viele Belege brauchen die Kirchisten denn noch??
Man muss aus der Kirche austreten und Einrichtungen unter kirchlicher Trägerschaft meiden. Nie nie niemals darf man ihnen seinen Kinder überlassen!

Donnerstag, 7. Mai 2026

Christliches Merz-Weltbild

Wieso diese Bundesregierung von unten nach oben umverteilt, ist klar: Merz und seine CDU halten die Superreichen für die wesentlichen „Leistungsträger“ der Ökonomie, während sie Armen als unnütze Schmarotzer ansehen, die Energie aus dem System abziehen.

[….] Merz: „Leistungsträger nicht weiter bestrafen“

Zu den „nächsten Brocken“ in der Reformagenda gehöre die Einkommenssteuerreform und da gebe es einen „Dissens“ mit der SPD, die eine höhere Belastung der Spitzenverdiener wolle. Das würde aber Personengesellschaften, den Mittelstand und das Handwerk treffen, so Merz. Das könne man sich nicht leisten. „Ob wir da zu einem gemeinsamen Weg finden, ist offen.“

Schon jetzt kämen Spitzenverdiener mit dem Steuersatz von 45 Prozent, Kirchensteuer und Soli auf eine Belastung von 50 Prozent: „Da geht nicht mehr.“ Es gehe nicht an, die „Leistungsträger noch weiter zu bestrafen.“ Rund 50 Prozent des Steueraufkommens komme jetzt bereits von den zehn Prozent der am besten Verdienenden.  [….]

(Christoph Link, Funke, 06.05.2026)

Es ist die bekannte bornierte barbarische Weltsicht, in der nur das Geldvermögen als „Leistung“ zählt, in der Ehrenamtliche, Sozialarbeiter, Pfleger, Krankenschwestern, Gärtner, Alte, Kranke, Kinder, Obdachlose, Behinderte wenig bis nichts zählen, da sie keine Leistung erbringen.

An dieser Stelle ist es müßig, die enormen gesellschaftlichen Leistungen der Nicht-Superreichen hervorzuheben – man denke beispielsweise an einen im Akkord arbeitenden rumänischen Erntehelfer in deutschen Spargelfeldern oder eine polnische Pflegerin, die 24/7 einen Bettlägerigen zu Hause umsorgt: Merz und seine CDU-Periöken werden es nie begreifen, nie anerkennen.

Eine Perspektive, die erstaunlich wenig in der öffentlichen Diskussion vorkommt, ist die aus der „praktischen Wirtschaft“, also aktiven Familienunternehmern, Handwerksbetrieben, Einzelhändlern, persönlich haftenden Betriebsinhabern, Dienstleistern, die sich von ihren eigenen Lobbyverbänden fernhalten, nicht an Börsen notiert sind und nicht durch die parteipolitische Brille sehen.

Im engeren Bekanntenkreis meiner Eltern gab es einen sehr erfolgreichen Unternehmer, der zu den klassischen „ehrbaren Hamburger Kaufleuten“ gehörte. Für ihn war es völlig selbstverständlich, morgens als erstes im Geschäft zu sein, als letztes zu gehen und ohne zu jammern immer zu arbeiten. Über Faulpelze konnte er sich fürchterlich aufregen, hielt den Sozialstaat natürlich für viel zu ausufernd, kannte all die Negativbeispiele von Transferleistungsempfängern, die jedes Schlupfloch ausnutzen, um auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung auszuschlafen. Ich habe mehrfach mit diesem Unternehmer heftig diskutiert, weil er meines Erachtens enorm übertrieb und unzulässige Verallgemeinerungen anstellte.

Andererseits war er ein klassischer ökonomischer „Leistungsträger“, der Arbeitsplätze schaffte, sich immer vor seine Mitarbeiter stellte und in der Firma sehr gemocht wurde. Es gab aber eins, das ihn noch viel mehr aufregte, als schmarotzende HartzIV-Empfänger: Kapitalisten! Aktiengesellschaften. Verantwortungslos Manager, die nur auf die Gewinne der Shareholder schielen, nie selbst an einem Werktisch standen und Unternehmen in die Pleite reiten konnten, nur um anschließend ungeschoren weiter zu ziehen. Da wurde er richtig laut vor Wut. Den größten Zorn erregten Erben, die keine Lust hatten, wie ihre Vorgängergenerationen hart zu arbeiten, den ganzen Bums an Heuschrecken  verkauften und fürderhin auf einer Luxusyacht um die Welt zu schippern. „Die müssten alle 99,9% Erbschaftssteuer bezahlen“ zürnte er! Erbschaftssteuer sollte erlassen werden, wenn Kinder das Unternehmen selbst über viele Jahre weiterführten und die Arbeitsplätze erhielten. Aber nur dann! Kein Schlupflöcher.

Er ging mit gutem Beispiel voran und gestaltete sein eigenes Testament so, daß seine Söhne zwar die Firma selbst weiterführen könnten, sich aber Jahrzehnte beweisen müssen. Entscheiden sie sich gegen die Firma, würde sie automatisch in eine Stiftung überführt und die Kinder leer ausgehen.

Ich kenne keine empirischen Daten, glaube aber, daß viele klassische kleinere Unternehmer genauso denken. Man schwelgt nicht im Luxus, für den man nichts geleistet hat, soll sich gefälligst selbst anstrengen und vom Staat keine Knüppel in den Weg gelegt bekommen.

Ihr Feindbild sind weniger Grüne oder SPD, sondern die Klattens, Quandts, Reimanns, Schickedanz‘, Heisters, denen Milliarden einfach in den Schoß fielen, die einfach durch ihr Reich-Sein immer reicher werden, ohne einen Finger zu rühren, während sie sich gleichzeitig der Solidarität entziehen, indem sie Heere von Anwälten Doppelstiftungsmodelle ersinnen lassen und Politiker direkt bezahlen.

Denn bei dieser sehr kleinen Schicht der Ultrareichen gehen durch Steuerflucht und Steuerbetrug die ganz großen Summen für den Staat verloren.

[…] Deutschland hat mehrere Behörden, deren Aufgabe es ist, Steuerhinterziehung aufzuklären. Trotzdem entgehen dem Staat geschätzt bis zu 200 Milliarden Euro pro Jahr, weil Steuern nicht gezahlt werden. Wo also sind die Lücken bei deren Arbeit? Neben fehlender Vernetzung von Behörden, Zuständigkeitswirrwarr und fähigen Mitarbeitern an den richtigen Positionen ist vor allem der politische Wille zur Strafverfolgung entscheidend.   [….]

(DLF, 14.01.2026)

Meines Erachtens würden die meisten Unternehmer es sehr begrüßen, wenn die Merz-Bundesregierung Multimilliarden-schweren Deutschen, die selbst nicht arbeiten und sich in Liechtensteiner oder Schweizer Steueroasen geflüchtet haben, den Krieg erklärte.

Ich glaube nicht, daß windige Milliardenjongleure, wie Rene Benko, Wirecard-Marsalek/Braun oder Augustus Intelligence Sympathien bei der 1517 geründeten Hamburger Versammlung ehrbarer Kaufleute VEEK genießen.

Quandt, Flick, Wirecard, Augustus Intelligence genießen aber die volle Wertschätzung von CDU, CSU und FDP, die sich nur zu deren Büttel machen lassen.

Diese Art der verantwortungslosen globalen Überreichen bestimmt die konservative Agenda und hat sich längst von sozialen Themen entkoppelt. Sie agieren antihuman und amoralisch. Aus dieser Blackrockigen Perspektive stammt Merzens Verachtung für Arme, für Schwache, für Minderheiten und verstärkt auch für Behinderte, Kranke, Pflegebedürftige.

[….] Friedrich Merz (CDU) sorgte auf dem Kommunalkongress des Deutschen Städte- und Gemeindebunds für Empörung. Er nannte die Ausgaben für die Jugend- und Eingliederungshilfe für „nicht länger akzeptabel“. Der Verein Kooperation Behinderter im Internet e. V. (kobinet), der sich dem Geschehen rund um die Behindertenpolitik widmet, spricht von einem „Schlag ins Gesicht für Menschen mit Behinderung“. Auch vom Sozialverband Deutschland (SoVD) kommt Gegenwind. Trotz Defizit von 25 Milliarden Euro: Merz will Ausgaben für Menschen mit Behinderung kürzen [….]

(FR, 27.06.2025)

  

[…] Der CDU-Gesundheitspolitiker und Drogenbeauftragte der Bundesregierung Hendrik Streeck hat die Frage aufgeworfen, ob hochbetagten Menschen noch besonders teure Medikamente verordnet werden sollten.

Es brauche in der medizinischen Selbstverwaltung "klarere und verbindliche Leitlinien, dass bestimmte Medikamente auch nicht immer ausprobiert werden sollten - es gibt einfach Phasen im Leben, wo man bestimmte Medikamente auch nicht mehr einfach so benutzen sollte", sagte er in der Talksendung "Meinungsfreiheit" des Senders Welt TV. [….]

(Tagesschau, 14.11.2025)

[…] Die Krisenerzählung der CDU hat ein neues Thema: Die Behinderten werden immer frecher. Sie wollen doch nur »unser« Geld. Das hat Kristina Schröder in der »Welt« behauptet, unter der Überschrift »Was wir uns künftig nicht mehr leisten können«. Behinderung ist bei Schröder weit gefasst, sie reicht von ADHS über Autismus bis zur schweren körperlichen Behinderung – alle diese Menschen brauchen Hilfe und Assistenz, manche sogar rund um die Uhr. Und manche fahren sogar in den Urlaub mit einer »Reiseassistenz«, die vom Staat bezahlt werde, weiß Schröder zu berichten.

Unter Angela Merkel war Schröder einst Familienministerin, heute ist sie im Vorstand einer rechten Denkfabrik. Da kümmert sie sich um »politische Wertentscheidungen«, wie sie es in ihrem Text für die »Welt« nennt. Die sollen ihrer Meinung nach »wenigstens einigermaßen konsistent zu Entscheidungen in anderen Bereichen« sein. Denn was schlecht ist, kann auch gern noch schlechter werden: Wenn man die hilflosen Alten ins Pflegeheim steckt, weil es zu teuer sein soll, sie zu Hause zu betreuen, warum steckt man die Behinderten nicht auch ins Heim? Ist einfach billiger. […]

(Christof Meueler, 17.12.2025)

[….] Während um den 5. Mai 2026 herum behinderte Menschen und ihre Verbündeten über 500 Protestaktionen und Veranstaltungen durchführen und sich vor allem gegen die Einschränkung ihrer Rechte und Unterstützungsleistungen wehren, kommt von Bundeskanzler Friedrich Merz keine Entwarnung. Ganz im Gegenteil, vor kurzem hat dieser die geplanten Einschnitte bei der Eingliederungshilfe und der Hilfen für Kinder und Jugendliche gerechtfertigt und auf eine "Kostenexplosion" hingewiesen, die vor allem diese Hilfen verursachen. "Bundeskanzler Friedrich Merz hat geplante Einschnitte bei den staatlichen Hilfen für Kinder, Jugendliche und behinderte Menschen verteidigt. Eine 'Kostenexplosion' bei Aufgaben wie Eingliederungshilfe, Sozialhilfe, Pflege und Unterhaltsvorschuss trage zum Milliardendefizit bei Städten und Gemeinden bei, sagte der CDU-Chef bei einer Veranstaltung mit Bürgerfragen in Salzwedel", heißt es in einem Bericht auf msn.  [….]

(Kobinet, 04.05.2026)

[….] Merz sagt "Das können wir auf Dauer nicht finanzieren" und will massive Einsparungen in der Behindertenhilfe, deren Rechtsanspruch auf Hilfe er einschränken möchte.

Was er für finanzierbar hält und zu diskutieren verweigert, ist die 1995 trotz Rechtsnorm ausgesetzte Vermögensteuer wieder einzuführen.  [….]

(Guido Kühn, 07.05.2026)

Was ich von diesen CDU-Positionen halte, kann ich nicht ausformulieren, da mir dazu keine genügend potenten Kraftausdrücke bekannt sind.

Aber ich kann meinen Ärger über schlecht informierte Linke, Grüne und Sozis formulieren, die nun wieder pawlowsch empört auf die „christlichen Werte“ der CDU verweisen. Das sei doch unchristlich vom CDU-Parteichef.

  Nein! Nein, verdammt, das passt sogar perfekt in die christliche Ideologie!

Das IST Christentum! Schluss mit dem Sane-Washing dieser destruktiven Religion!

[…] Über geistig behinderte Kinder meinte Luther, man müsse "derartig missgeborene Kinder ertränken". Behinderte allgemein stigmatisierte er als „wahre Teufel“. (Anm.: In den Tischreden 4513/5207 bezeichnet Luther (geistig) behinderte Kinder als ein vom Satan in die Wiege gelegtes, seelenloses Stück Fleisch (massa carnis). (4) Das klingt mehr als zynisch, sind jedoch die Worte eines sehr gebildeten Mannes, dem in Deutschland bis heute viele Straßen, Plätze und Denkmäler gewidmet sind. Fairerweise muss dem hinzugefügt werden, dass geistig oder körperlich Beeinträchtigte in der Gunst ihrer Mitmenschen im ausgehenden Mittelalter nicht gerade hoch standen. Um es ganz vorsichtig auszudrücken.  […]

(hpd, 07.06.2012)

Für Gott = Jesus = der Heigei war die Angelegenheit schon tausende Jahre zuvor klar:

Und der HERR redete mit Mose und sprach: 17 Sage zu Aaron: Wenn einer deiner Nachkommen in künftigen Geschlechtern einen Fehler hat, der soll nicht herzutreten, um die Speise seines Gottes zu opfern. 18 Denn keiner, an dem ein Fehler ist, soll herzutreten, er sei blind, lahm, mit entstelltem Gesicht, mit irgendeiner Missbildung 19 oder wer einen gebrochenen Fuß oder eine gebrochene Hand hat 20 oder bucklig oder verkümmert ist oder wer einen Fleck im Auge hat oder Krätze oder Flechten oder beschädigte Hoden hat. 21 Wer nun unter Aarons, des Priesters, Nachkommen einen Fehler an sich hat, der soll nicht herzutreten, zu opfern die Feueropfer des HERRN; denn er hat einen Fehler. Darum soll er sich nicht nahen, um die Speise seines Gottes zu opfern. 22 Doch essen darf er die Speise seines Gottes, vom Hochheiligen und von den heiligen Gaben. 23 Aber zum Vorhang soll er nicht kommen noch zum Altar nahen, weil ein Fehler an ihm ist, dass er nicht entheilige, was mir heilig ist; denn ich bin der HERR, der sie heiligt. 24 Mose aber sagte dies zu Aaron und zu seinen Söhnen und zu allen Israeliten. 

(3. Mose, 21)

Merz gefällt das.

Sonntag, 3. Mai 2026

Amoralitätstoleranz

Man kennt es aus Filmen und TV-Serien: Selbst unter Schwerverbrechern; Mördern und Bankräubern; gibt es Grenzen der Toleranz. In der Knasthierarchie rangieren K!nd€rf!cker ganz unten und überleben ihre Haftstrafe seltener als andere.

Da erscheint es auf den ersten Blick erstaunlich, daß sexuelle Übergriffe auf Kinder nicht nur zum Charakteristikum geistlicher und konservativer Würdenträger avancierten, sondern von ihren Anhängern achselzuckend geduldet werden.

[….] Die Dokumente zeigen ein organisiertes Verbrechen im Vatikan: Die Leitung der katholischen Kirche versucht seit mindestens 100 Jahren, schlimmste Gewalttaten an Kindern geheimzuhalten – sie lässt sie in einem bürokratischen System verschwinden.

Die Schreiben zeigen, dass Mitarbeiter des Vatikans den Taten in der Regel Protokollnummern zuwiesen. Berichte über Sexualstraftaten von Priestern wurden aus allen Ecken der Welt gesammelt, fein säuberlich abgeheftet, sortiert – und vertuscht. Nur dadurch konnte der Missbrauch weitergehen. Vor allem zum Leid der Betroffenen: Missbrauch verändert das Leben der Menschen für immer. Ihr Trauma zerstört das Vertrauen in andere Erwachsene, belastet ihre Beziehungen zur Familie oder stürzt sie in tiefe Depressionen. Oft kämpfen sie darum, von der Kirche auch Jahrzehnte später Geldzahlungen als Anerkennung ihres Leids zu bekommen – oder wenigstens eine Entschuldigung.

Doch während sich die öffentliche Kritik und Forderung nach Aufklärung lange vor allem an die örtlichen Bischöfe richtete, zeigen die Akten: Ein Teil der Geschichte hat gefehlt. Über die Verantwortung der Zentrale ist bisher zu wenig gesprochen worden. Der Vatikan wusste nicht nur Bescheid: Er handelte oft erst spät, hob Strafen sogar wieder auf und wahrte stets absolute Geheimhaltung. In der Kirche herrsche eine „tödliche Kultur der Stille“, sagt selbst ein hochrangiger Geistlicher.

Wie die öffentliche Debatte die Verantwortung der wahren Entscheider außer Acht ließ, zeigt ein Brief aus Deutschland wie unter einem Brennglas: Ausgerechnet die Anordnungen des späteren deutschen Papstes Benedikt XVI. ermöglichten einem Priester, weitere Kinder zu missbrauchen. Mit diesem Schreiben, das Bischöfe jahrelang verheimlichten und das CORRECTIV 2023 aufgedeckt hat, begann eine weltweite Suche nach weiteren Briefen. Deren Originale liegen wohl in Geheimarchiven der Bistümer und des Vatikans.

Die Spur der Akten verläuft von außen über die Bistümer nach innen ins Zentrum – nach Rom.  [….]

(Correctiv, Akten des Missbrauchs)

Wöchentlich werden in den USA so viele neue pädosexuelle Gewalttäter aus der MAGA-Sphäre bekannt, daß sie es gar nicht mehr in die Schlagzeilen schaffen, sondern nur noch ein amoralische Grundrauschen darstellen.

Für die republikanischen Toppolitiker ist es eine Selbstverständlichkeit, die Täter unter allen Umständen zu beschützen.

[…] On the House floor, I called out Speaker Mike Johnson for protecting pedophiles by refusing to release the Epstein Files. I also challenged Republicans’ blatant hypocrisy in naming children’s savings accounts after Donald Trump, a man who was close friends with one of the most notorious child predators in modern history. Moments later, the Epstein Files Transparency Act passed both the House and Senate with near-unanimous support.   [….]

(Rep. Jimmy Gomez, 21.11.2025)

Pädosex-Skandale bilden den Signature Move der christlichen MAGAs. Es gibt Aufstellungen mit Tausenden Republikanern, die als sexual predators auffielen.

Es sind viel zu viele Fälle, um sich die Namen noch zu merken.

Die Gründe, weswegen sich Menschen mit entsprechender Präferenz überproportional kirchlichen und konservativen Vereinen zuwenden, liegen auf der Hand. Dort laufen sie weniger Gefahr sanktioniert zu werden; können sogar nach einer Entdeckung weiter ihrem Treiben nachgehen, weil es in diesen rechten Sphären generell kaum Empathie für die Opfer gibt.

Ja, es kommt auch vor, daß „linke Politiker“ sexuell übergriffig werden, oder fragwürdig gegenüber Minderjährigen auftreten. Sebastian Edathy und Eric Swallwell sind Beispiele. Der Unterschied zu dem konservativen Umfeld ist aber gravierend: Sie verlieren sofort alle Ämter, werden aus der Partei geworfen und scharf verurteilt.

Das diametrale Gegenteil in der GOP oder katholischen Kirche, wo man nach solchen Taten weiter unterstützt wird und sogar zum US-Präsidenten aufsteigen kann.

Weshalb sind aber die selbst nicht selbst pädosexuell übergriffigen Republikaner, Evangelikalen, Katholiken so nachsichtig und tolerant gegenüber Sexualstraftätern in ihrer Führungsetage?

Es sind a) die kultischen Strukturen. Man hasst dieselben Gruppen und rottet sich gegen Kritik von außen zusammen.

Es ist b) die religiöse Ideologie, die sie selbst als moralischer ansieht. Es ist dieser abrahamitische „wir sind besser als die“-Glaube, aus dem heraus man für seine Kirche/Verein schon so viele Opfer brachte, indem man beispielweise Kirchenmitgliedschaftsbeiträge zahlt oder jeden Sonntag in die Messe geht. Dadurch bilden sich die Religioten und Konservatioten ein, moralisch einen Vorschuss erarbeitet zu haben und dementsprechend auch eher sündigen zu dürfen.

Daher ist auch die Toleranz der CDU, CSU und AfD gegenüber Rechtsbrechern in der eigenen Partei sehr viel größer, als unter RRG-Anhängern.

Fortgesetzten Rechtsbruch könnte sich ein SPD-Minister nie erlauben, ohne von seiner Basis gegrillt zu werden.

Für Unions-Politiker hingegen ist es ein Leichtes. Es gehört geradezu zur DNA der CSU, verfassungswidrige Gesetze zu fordern und gegen Gerichtsurteile zu verstoßen.

(…) Da verlor selbst der stets beherrschte und sachliche SZ-Justizexperte Ronen Steinke fast die Contenance; der Bundesverwaltungsgerichtspräsident Korbmacher muss Kanzler und Verfassungsminister ausdrücklich zur Rechtstreue auffordern. 

[….] Das ist ein wirklich außergewöhnlicher einmaliger Vorgang, dass der Innenminister und der Kanzler persönlich von einem Gerichtspräsidenten gesagt bekommen, ‚ihr hört wohl nicht richtig zu‘ also dieses Urteil des Verwaltungsgerichts Berlin hat das gesagt, was alle juristischen Fachleute vorher auch schon gesagt haben. Nämlich, es geht nicht, dass man an den deutschen Grenzen, was europäische Binnengrenzen sind, Flüchtlinge, Menschen, die Asyl haben wollen, ohne Diskussion einfach pauschal abweist. Das geht nicht. Das widerspricht europäischem Recht und das hat der Innenminister dann so abgewischt, na ja, das sei nur eine Einzelfallentscheidung, das habe keine große Verbindlichkeit. Da sagt Andreas Korbmacher, der Präsident des Bundesverwaltungsgerichts, nein das ist eine Grundsatzentscheidung! Das haben die Richter auch so deklariert. Die haben sogar gesagt, weil das so wichtig ist, wird es nicht ein Richter entscheiden, was auch genügt hätte, sondern wir holen sogar noch zwei Kollegen dazu. Wir machen Sechsaugenprinzip um das Ganze auf eine höhere Ebene zu heben. Dass da ein Innenminister sagt, interessiert mich nicht weiter, und auch eine Regierung sagt, über das Recht setze ich mich im Zweifel hinweg; das ist eine ungewöhnliche Situation und man merkt das Entsetzen dem Gerichtspräsidenten förmlich an, mit der Vehemenz, mit der er hier interveniert. [….]

(Ronen Steinke, 01.07.2025, Transkript Phoenix)

Merz und Dobrindt wandeln, unterstützt von der braunen Medienblase, auf Trumps Pfaden. An Rechtsstaatlichkeit und Urteile der höchsten Richter fühlen sie sich nur gebunden, wenn ihnen das Urteil politisch in den Kram passt.  (…)

 (Richterschelte, 02.07.2025)


Moral spiel da gar keine Rolle mehr.

[…] Abschiebungen nach Afghanistan: Schmutziger geht's nicht[…] Dobrindt arbeitet bei Abschiebungen mit einer Terrororganisation zusammen, die die Bundeswehr zehn Jahre lang bekämpft. Das ist eine Schande.

Dass es einen schmutzigen Deal zwischen der Bundesregierung und den Taliban gibt, war schon länger offensichtlich. Deutschland ließ letztes Jahr Vertreter der Islamisten einreisen und sie inoffiziell die afghanische Botschaft übernehmen. Und parallel starteten wieder Abschiebungen aus Deutschland in das verarmte Land.

Nur wie schmutzig das Geschäft ist, auf das sich die Bundesregierung da eingelassen hat, das wissen wir erst seit den Enthüllungen des ZDF Magazin Royal aus der letzten Woche. Unter höchster Geheimhaltung karren die Bundesländer offensichtlich Afghanen nach Berlin, die abgeschoben werden sollen. Um ihre Identität festzustellen und die nötigen Papiere zu besorgen, werden die Betroffenen dann von den Taliban-Vertretern identifiziert – in den Gebäuden der deutschen Behörden.

Wir erinnern uns: Gegen die Taliban hat die Bundeswehr über zehn Jahre lang Krieg geführt. Und seit der Rückeroberung 2021 haben die Taliban ihr Land in einen abstoßenden Ort verwandelt: Frauen sind so massiv vom öffentlichen Leben, von Bildung und Gleichberechtigung ausgeschlossen, dass viele Beobachter:innen von Geschlechter-Apartheid sprechen. […] Das Bundesinnenministerium unter Alexander Dobrindt (CSU) arbeitet schon daran, auch unbescholtene Afghan:innen zurückzuzwingen. […]

(Frederik Eikmanns, 03.05.2026)

Alexanders Diobrindt ist sehr stolz auf seine rechtswidrigen zutiefst menschenfeindlichen Taten und wird dafür von Söder und Merz gelobt.