Nein wirklich nicht; ökonomische Kompetenz sucht man bei den ewig-gestrigen Trickledown-Gläubigen der Union vergeblich.
Die Sparfüchse Bär, Merz, Reiche, Spahn und Linnemann agieren wie klassische Fanatiker einer Untergangssekte.
So wie die Zeugen Jehovas das Harmagedon (endzeitliche
Entscheidungsschlacht) für 1914, 1925 und 1975 vorausgesagt hatten und trotz der
offensichtlichen Widerlegung ihrer Ideologie, einfach weiter daran glauben, propagieren
Merzens Mannen eine rein angebotsorientierte neoliberale Wirtschaftspolitik:
Steuergeschenke für die Superreichen, niedrige Löhne, geringere soziale
Standards, Rückzug des Staates, Wachstum ausschließlich durch Exportüberschüsse
– also Schuldenaufnahme aller anderen. Dies aber mit Technologien unserer
Großeltern, die ohne KI, Strom-Fahrzeuge und all das moderne Öko-Zeug auskommt.
Überraschung: Das funktioniert nicht!
Das wissen auch alle Ökonomen seit Jahrzehnten. Nur eben die CDUCSUAFDP nicht.
[…..] Die Mär hält sich, dass Steuersenkungen für Wohlhabende später mehr Investitionen, Arbeitsplätze und höhere Einkommen für die breite Bevölkerung zur Folge haben. Eine Studie der London School of Economics kommt jedoch zum klaren Ergebnis: In den letzten 50 Jahren haben Steuersenkungen auf Vermögen und Spitzeneinkommen lediglich einer Gruppe geholfen – den Reichen selbst.
Die Studie, verfasst von David Hope von der London School of Economics und Julian Limberg vom King’s College London, hat 18 Länder – von Australien bis zu den Vereinigten Staaten – über den Zeitraum von 1965 bis 2015 unter die Lupe genommen.
Hierbei verglichen sie Länder, die in bestimmten Jahren Steuersenkungen für Vermögen und Spitzeneinkommen beschlossen haben mit Ländern, die diese nicht umgesetzt haben. Die USA haben beispielsweise 1982 unter Präsident Ronald Reagan die Steuern für Reche gesenkt. Auf Basis dieser konkreten Beschlüsse haben die Forschenden die Folgewirkungen untersucht.
Die Ergebnisse der Studie überraschen: Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf sowie die Arbeitslosenquote waren nach fünf Jahren in Ländern, die Steuersenkungen für Reiche umgesetzt haben, nahezu identisch mit jenen Ländern, die keine derartigen Maßnahmen ergriffen hatten.
Eine entscheidende Veränderung gab jedoch in einem anderen Bereich: Die Einkommen der Reichen wuchsen deutlich schneller in den Ländern, in denen die Steuersätze gesenkt wurden.
Anstatt in die Mittelschicht zu gelangen, tragen Steuersenkungen für Wohlhabende eher dazu bei, dass die Reichen mehr von ihrem Vermögen behalten können – was die Ungleichheit der Einkommen weiter verschärft. [….]
Reiche, Spahn, Linnemann und Söder verschließen aber fest die Augen vor der Realität, verteilen massiv von Unten nach Oben um und erleben dabei genau das, was wir seit 60 Jahren wissen: Es gibt keinen Trickle-Down-Effekt.
Die Bundesregierung würgt mit diesem Kurs das Wachstum ab, treibt Millionen in Armut, die dadurch den Konsum schwächen und die Nachfrage einbrechen lassen, wodurch die Wirtschaft weiter schrumpft, während eine kleine Schicht der Superreichen immer superreicher wird.
[….] Es sei „kein Drama, wenn Studierende neben dem Studium jobben“, sagte Dorothee Bär, als sie die versprochene Bafög-Reform mit Verweis auf den allgemeinen Sparzwang abblies. Die Situation für Studierende hierzulande befand die Bundesforschungsministerin für sehr privilegiert. Wie falsch sie damit liegt, zeigt unter anderem der neue Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, der an diesem Dienstag veröffentlicht wird. [….] Demnach waren 13,3 Millionen Menschen im Jahr 2025 von Armut betroffen, das entspricht 16,1 Prozent der Bevölkerung. Als arm gilt eine Person, wenn ihr Einkommen unter 60 Prozent des mittleren Einkommens liegt. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Armutsquote in Deutschland um 0,6 Prozentpunkte. Da für die Berechnung von Armutsquoten nur private Haushalte berücksichtigt werden, tauchen wohnungslose Menschen oder solche, die in Pflegeeinrichtungen, Gefängnissen oder Gemeinschaftsunterkünften leben, nicht in der Statistik auf. [….] „Mit einer Armutsquote von 30,3 Prozent bei Alleinlebenden und 28,9 Prozent bei Alleinerziehenden ist jeweils rund jede dritte Person in diesen Lebenslagen betroffen“, heißt es in dem Bericht. Anders als es die Forschungsministerin suggeriert, gehören junge Erwachsene zwischen 18 und unter 25 Jahren auch zu den Altersgruppen, die überdurchschnittlich oft von Armut betroffen sind. [….] Laut Bericht leben demnach 4,6 Millionen Menschen in Deutschland in erheblicher materieller Entbehrung. Davon sind etwa 1 Million minderjährige Kinder und Jugendliche, sowie 650.000 Altersrentner*innen.
Der Paritätische Wohlfahrtsverband kritisiert, dass derzeit viele Kürzungen debattiert werden, die die Situation verschärfen würden. [….]
(Jasmin Kalarickal, 02.06.2026)
Trotz der überwältigenden Faktenlage, hat Morbus Trickle-Down die Kanzler-Partei fest im Griff. Eine Debilen-Ideologie, dessen Unsinnigkeit schon ein Kind verstehen kann: In einer international nicht mehr wettbewerbsfähigen Wirtschaft, brechen logischerweise die Exporte zusammen. Keiner will mehr überteuerte Klima-verpestende Verbrenner-Limousinen aus Deutschland. Und für den neuen heißen Scheiß – KI, Clowd-Service, Software, kleine E-Mobile, green-energy-Technologien, Smartphones – sind wir leider zu unfähig.
Die Exportüberschüsse können die deutsche Importschwäche nicht mehr kompensieren. Notwendig wäre also eine Stärkung der Nachfrage, um den Binnenkonsum anzuregen. Und genau das blockieren Merz und Reiche mit ihrer Umverteilungspolitik von Unten nach Oben.
Wenn man einem Milliardär eine zusätzliche Millionen Euro Steuergeschenke auf Kosten der Allgemeinheit zukommen lässt, kann das die Nachfrage nicht ankurbeln, weil der Milliardär schon vorher alle Produkte des täglichen Bedarfs kaufte. Mit einer zusätzlichen Million Euro, kann er nicht öfter essen gehen, mehr Kinovorstellungen besuchen, öfter Taxi fahren, mehr Zahnbürsten kaufen, sich häufiger ein frisches Brot leisten.
Verteilt man die Million hingegen in 100-Euro-Portionen an 10.000 „Arme“, wird sie vollständig verkonsumiert. Fließt in den Einzelhandel und lokale Dienstleistungen, stärkt die Wirtschaft, generiert mehr Steuereinnahmen.
Es ist so simpel und dennoch unbegreiflich für den Sauerländer Simpel.
[….] In Deutschland sind 13,3 Millionen Menschen von Armut betroffen. Doch statt Lösungen gegen die wachsende Zahl von Armutsbetroffenen zu erarbeiten, denken manche lieber laut über den Abbau des Sozialstaates nach. [….] Die Zahl – ein Höchststand – sollte uns peinlich sein, Politikerinnen und Politiker in Verantwortung aufschrecken und dazu bewegen, endlich grundlegende Lösungen zu finden für eine Plage, die wir seit Jahrzehnten nicht loswerden. Doch noch immer ist die öffentliche Debatte zur Armut von schlimmsten Ressentiments geprägt. Einige Politiker werfen den betroffenen Menschen Leistungsverweigerung und Faulheit vor, Alkoholabhängigkeit und „spätrömische Dekadenz“. Den Sozialstaat brandmarken sie als gefährlich nah am Sozialismus. Wer arm ist, ist selbst schuld, lautet das Mantra.
Diese Ansicht ist grundlegend falsch und verdeckt, dass Armut politisch mitverursacht ist, viele Ausprägungen und Ursachen hat und daher auch Lösungen auf verschiedenen Ebenen braucht.
[….] Der Skandal ist in Anbetracht der Zahl armer Menschen in unserer Gesellschaft also nicht, dass wir einen Sozialstaat haben, der Geld kostet, wie einige Politiker oft betonen. Der Skandal ist, dass der Sozialstaat immer noch weiter ausgebaut werden müsste, um der wachsenden Zahl armer Menschen gerecht zu werden. Der Skandal ist, dass ihn nicht wenige Politiker:innen noch immer lieber beschneiden oder gar beseitigen möchten, während sie gleichzeitig keinerlei Konzepte vorlegen, um Armut im reichen Deutschland endlich grundlegend zu bekämpfen. […..]
(Silvia Bielert, 02.06.2026)
Kein Geld = Kein Konsum = keine Nachfrage = kein Wirtschaftswachstum.








