Ganz sicher bin ich kein Fan des konservativen Roderich Kiesewetter, Oberst außer Dienst der Bundeswehr, CDU-Außenpolitikers und militärischen Falkens.
Aber, das muss man ihm lassen; Kiesewetter agiert angstfrei, engagiert sich sehr für die Ukraine und gibt den Putin-affinen Parteifreunden der Ost-CDU, sowie der AfD deutliche Widerworte.
Ich sehe durchaus, wie Teile, womöglich die Mehrheit der CDUCSU, danach trachtet, sich von der SPD und den verhassten Grünen zu lösen. Daher hoffen sie heimlich auf eine Elif-Eralp-Koalition in Berlin, um die „Linksextremisten“ als fadenscheinige Rechtfertigung zu benutzen, nun mit den Nazis von der AfD koalieren zu „müssen“. Die Schwierigkeit wäre es, die 180°-Wende Volk und Medien schmackhaft zu machen. „Es ging ja nicht anders; so wie sich die SPD verhält“ wird mutmaßlich das Narrativ sein. Das erste Geschrei muss man irgendwie überstehen, aber das Volk gewöhnt sich schnell und der Regierungsalltag dürfte viel erfreulicher, als mit der garstigen SPD sein. Denken sich Ploß, Kuban, Spahn, Frei, Klöckner, Linnemann. Habituell und gesellschaftlich hat man doch sehr viel mehr Gemeinsamkeiten mit den Faschos. Endlich Schluss mit der Rücksichtnahme auf Klima, Umwelt, Arme, Behinderte, Migranten, Emanzen und Homos! Nie mehr Gendern, dafür Nationalhymne und schwarzrotgoldene Flaggen. Öl und Atomkraft, statt summende chinesische E-Autos und „schwule“ Wärmepumpen. Freie Fahrt für freie Bürger auf der Autobahn und kurzer Prozess mit Gretas lästigen Ökopaxen, die an den Straßen kleben. Mit stolz geschwellter Brust gehen, während die RRG-Opposition im Bundestag rumheult. Und in der EU wird dann deutsch gesprochen.
Für viele dumpfe C-Politiker hört sich das nach paradiesischen Zuständen an. Insbesondere nach dem elenden Kleiko-Frust, bei dem es demoskopisch nur bergab ging und sich die Flitzpiepen an der CDU-Basis immer nur beschweren, weil kein CDU-pur kommt.
Roderich Kiesewetter wird zu der Minderheit der CDUler gehören, die das nicht mitmachen, weil er ganz grundsätzlich die Kreml-kriecherische Attitüde der AfDler, ihr Käuflichkeit für Oligarchen und chinesische Staatsmilliardäre verachtet. Er will nicht im Notsitz der AfD-Regierungslimousinen zum Kotau nach Peking und Moskau reisen, vor Xi auf Knien rutschen.
Ich glaube dem CDU-Vorsitzenden und Bundeskanzler, daß er auch nicht als AfD-Juniorpartner enden will und die außenpolitischen Vorstellungen Höckes scharf ablehnt. Aber anders als sein Parteifreund Kiesewetter, ist Merz leider viel zu doof für seinen Job und stärkt die AfD immer weiter. Die Briloner Bratze besticht mit der erstaunlichen Fähigkeit, die gleichen Fehler immer wieder zu machen und hartnäckig jeden Lernprozess zu verweigern.
70 Jahre des politischen Strebens hatten für Merz nur
einen einzigen Inhalt: ICH WILL BUNDESKANZLER WERDEN! Dieser Gedanke dominierte
ihn so sehr, daß er noch nicht einmal dazu kam, die Stellebeschreibung zu
lesen. Er weiß einfach nicht, wie man sich als Bundeskanzler verhält, wie man
redet, welches seine Aufgaben sind. Daher plappert er aus purer Verzweiflung eben
irgendwas, ohne eine Sekunde über die Konsequenzen nachgedacht zu haben. Und zu
allem Übel sind das in der Regel Unsinnigkeiten, die er bei der AfD
aufgeschnappt hat. Das muss schief gehen, weil der Mann einfach keinen Plan
hat.
Er kündigt nur an. Seit mittlerweile anderthalb Jahren geht das so. Herbst der Entscheidungen, Winter, Sommer der Entscheidungen, jetzt aber, nun müssen wir aber wirklich, demnächst kommen die Reformen…
Er weiß nur nicht, wie man die Ankündigungen umsetzt und talibanisiert durch seine Sprunghaftigkeit und das lose Mundwerk diejenigen, die versuchen, am Kanzleramt vorbei irgendetwas auf den Weg zu bringen. Ganz besonders schlecht ist Merz in Personalfragen, weil er nicht vorausdenken und antizipieren kann. Er spricht nichts ab, fühlt nicht vor, holt keine Stimmungsbilder ein. Daher schafft er es dann nicht, auch nur den gewünschten Chef der Konrad-Adenauer-Stiftung (Merz wollte Krings) durchzusetzen und ist baff erstaunt, wenn die wesentlich besser planende Intimfeindin Annegret Kramp-Karrenbauer gegen seinen Willen gewählt wird.
Legendär sein vollkommen versemmelter Kabinettsumbau nach dem Spahn-Sturz, als er nur verbrannte Erde hinterließ. Statt eines Befreiungsschlages, zog er die Fesseln um seinen Hals fester.
Viel zu lange ließ er die desaströse CDU-Mannschaft in Magdeburg debakulieren, schritt nicht ein, als sie für AfDler stimmten und sieht nun hilflos beim Zerfall des christdemokratischen Ost-Vorpostens an. Schwerin hatte er schon zuvor verloren. Dasselbe Muster bei der Nominierung der nächsten Bundespräsidentin. Merz kann es einfach nicht, verdaddelte Planungen und musste sich heute geschlagen geben. Die Partei entschied über seinen Kopf.
Der Parteibundesvorsitzende und Kanzler steht als begossener kastrierter Pudel da.
Kiesewetter ist schwer genervt von so viel Unvermögen.
[….] CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter hat Bundeskanzler Friedrich Merz im ZDF-Talk von Markus Lanz heftig kritisiert. „Er ist jemand, der den Begriff der gestaltenden Politik erst sehr spät erkennt. Ihm war es wichtig, Bundeskanzler zu werden“, sagte er und sprach dem Kanzler zugleich das notwendige Gespür für die Menschen ab. „Ich glaube, er reift an diesen Fehlern, und das wünsche ich ihm auch. Ich wünsche einen erfolgreichen Bundeskanzler Friedrich Merz.“ [….] Hintergrund für den Rundumschlag ist die Debatte um die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD). Kiesewetters Problem: Die CSU-Politikerin Ilse Aigner gilt parteiübergreifend als Favoritin und für viele bereits als gesetzt, doch hat Merz sich bislang nicht zu ihr bekannt. Er hat lediglich mittlerweile betont, dass das künftige Staatsoberhaupt eine Frau sein müsse. Für Kiesewetter reicht das nicht.
„Es ist eine ziemlich verstolperte, handwerklich schwierige Phase, die wir da gerade erleben“, erklärte er bezüglich der Bundespräsidenten-Nachfolge und verwies auf die kommenden Wahlen. „Für so ein Spitzenamt, wo wir ganz schwierige Bundestagswahlen vor uns haben, dann so zu dilettieren und zu verzögern, das ist bitter.“ [….] Unabgestimmte Personalvorschläge habe es schon vorher gegeben, wobei er hier die Kabinettsumbildung gemeint haben dürfte, die Merz vor der Sommerpause mit einigen Pannen über die Bühne gebracht hatte. Kiesewetter erwarte jedoch, „dass wir für das Spitzenamt dieses Landes (...) nicht Namen vorher beschädigen von Menschen, die redliche Arbeit leisten“. Seiner Meinung nach hätte man „diese Parteipolitisierung gar nicht erst“ zulassen dürfen. [….]
Merzens sagenhaft verblödete Personalweichenstellung sorgte auch für ein weiteres Großproblem.
Im Sommer feuerte er eine der ganz wenigen fähigen Personen in seinem Umfeld: Christiane Schenderlein, vom 6. Mai 2025 bis 29. Juli 2026 Staatsministerin für Sport und Ehrenamt. Kurz vor den drei wichtigen Ost-Wahlen warf er eine der letzten verbliebenen Ost-CDUlerinen raus.
Die Mecklenburg-Vorpommener warfen daraufhin die CDU aus dem Landtag. Es wäre aber gar nicht so schlecht, jemanden im Kanzleramt zu haben, der/die sich mit solchen Dingen beschäftigt. Denn internationale Sportereignisse sind auch politisch. So trägt Deutschland die Eishockey-WM der Herren 2027 aus, hat aber vergessen darüber nachzudenken, wie man mit der Eishockey-Großmacht Russland umgehen soll. Ausladen kann man die Russen nicht so leicht.
[…] Im Grunde ist es ganz einfach: Eine Eishockey-Weltmeisterschaft mit Russland als Teilnehmer geht nicht. „Solange Russland Krieg gegen ein souveränes Land führt, täglich schwerste Kriegsverbrechen verübt, dem Staatschef als mutmaßlicher Kriegsverbrecher der Prozess droht, solange werden keine Visa für russische Vertretungen bei internationalen Sportereignissen erteilt. Punktum.“ So lautet, stellvertretend für viele andere, ein Leserkommentar auf das Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs Cas. Dieser hat vergangene Woche festgelegt, dass russische Mannschaften mit sofortiger Wirkung wieder zu internationalen Wettbewerben zuzulassen sind – also auch für die Weltmeisterschaft 2027 in Düsseldorf und Mannheim.
Der Cas hat damit eine Welle an Unverständnis und Ablehnung losgetreten, nicht nur unter Sportfans, sondern – und da wird es für den Weltverband IIHF und die Organisations-GmbH des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) heikel – bei vielen Staaten und Sponsoren. Die WM 2027 in Deutschland steht auf der Kippe. [….]
Tritt Russland in Deutschland an, weigern sich Weltmeister Finnland und andere Favoriten in Deutschland zu spielen, der Hauptsponsor Skoda springt ab.
Blockiert Deutschland aber durch Tricks die Einreise russischer Spieler, zürnen die Sportverbände und damit hätten sich die Olympiahoffnungen Münchens erledigt.
[….] Für die Bundesregierung bleibt die Lage verzwickt. Lässt man das Turnier regulär stattfinden, holt man sich eine von Sponsoren und Verbänden boykottierte WM ins Haus, die am Ende von Russland zu Propagandazwecken missbraucht werden könnte.
Verhindert man die Einreise russischer Sportler, verhagelt man sich womöglich die Chancen auf Olympische Spiele in München. Denn das Olympische Komitee ist dafür, Russland in Zukunft an den Spielen wieder teilnehmen zu lassen und wird genau beobachten, wie die Bundesregierung mit der Eishockey-WM umgeht. [….]
Im Kanzleramt hat, wieder einmal, niemand die Probleme kommen sehen. Merz beeindruckt mit völliger Ahnungslosigkeit und sagt dazu genauso wenig, wie zu den 15.000 Hitzetoten des Sommers.
Vermutlich muss Deutschland nun die Ausrichtung der WM abgeben. So wie Merz auch nicht zur COP reist und damit Deutschland auf größter Bühne blamiert. Wir kennen das schon von seinen beiden Rede-Absagen der letzten Jahre der UN-Vollsammlung. Merz ist mit seinem Amt hoffnungslos überfordert und kann der internationalen Gemeinschaft nichts sagen.



