Rätselhaft, einfach rätselhaft, wie gestandene Journalisten immer noch den „Außenkanzler Merz“ preisen können. Heute stellt sich SPIEGEL-Hauptstadtbüroleiter Roland Nelles vor ihn und bescheinigt dem Fritzekanzler „ich finde, Friedrich Merz findet die richtigen Antworten, indem er darauf setzt, daß Deutschland, daß Europa selbstbewusster gegenüber Donald Trump auftreten muss.“
Worin erkennt Nelles dieses deutsche und europäische Selbstbewußtsein?
Darin, daß Merz aus Angst vor Weißen Haus stumpf an seinem Musk-Account festhält?
Darin, daß Merz das Zünden der Handelsbazooka verhinderte?
Darin, daß Merz Trumps Anti-Windmühlenwahn teilt und auf US-LNG setzt?
Darin, daß Merz ihm öffentlich vertraut, die Vorgänge in Minneapolis ehrlich aufzuklären?
Darin, daß Merz‘ Fraktionschef Trump attestiert, bei Grönland „einen Punkt zu haben“?
Darin, daß Merz persönlich immer wieder Brüssel schwächt?
(….) Mehr denn je, kommt es in dieser dramatischen Lage auf das bevölkerungsreichste und ökonomisch stärkste EU-Land an. Bedauerlicherweise wird es allerdings gerade von mutlosen, unerfahrenen, servilen Untertanen-Geistern regiert, die dem US-Aggressor liebesdienerisch signalisieren, ohnehin sofort zu kapitulieren.
So lädt man Trump, Rubio, Miller und Bannon regelrecht dazu ein, sich die lukrativsten Stücke aus der EU zu reißen.
Musk, der nach Trump gefährlichste US-Amerikaner, der rechtsradikale Rassist und Kinderp*rn*-Verbreiter, wird immer noch von Merz und seinen Minister hofiert, indem sie Regierungs-Accounts auf seiner antidemokratischen Hetzplattform X unterhalten.
WIESO kriecht die EU vor Musk? WIESO hat die Bundesregierung noch Accounts bei so einem Typen?
Falls es in 50 oder 100 Jahren noch Menschen geben sollte, die ein Bildungssystem unterhalten, wird es verdammt schwer, im Geschichtsunterricht zu erklären, wieso Merz und Wadephul bis zum Schluss, Elon Musk und Trump die Füße küssten.
A posteriori stand schon Neville Chamberlain ziemlich blöd da, wenn im Historiker-Seminar über die Ursachen des zweiten Weltkrieges gesprochen wurde. Möglicherweise werden Merz und von der Leyen ihn eines Tages in den Schatten stellen. (…)
(Rechte deutsche Kriecher, 10.01.2026)
Die falschen Merz-Narrative sind extrem hartnäckig.
Er ist der „Außenkanzler“, obwohl gerade da seine größten Schwächen liegen.
Er ist der „Klartextkanzler“, obwohl er sich nahezu täglich um Kopf und Kragen redet, weil er einfach losplappert, ohne die Konsequenzen zu bedenken.
Er ist der „Wirtschaftsfachmann“, obwohl er spektakulär dabei versagt, die zusätzlichen 1.000 Milliarden Euro sinnvoll in die Zukunft zu investieren und alle seine Prognosen an der Realität zerschellen. Herbst der Reformen?
Obwohl seine Wirtschaftspolitik und seine Wirtschaftsministerin offenkundige Merz-Total-Ausfälle sind.
[…] Schlechte Nachrichten sind nicht weniger bitter, nur weil sie mit Ansage daherkommen. Deshalb muss man die Befunde aus dem Jahreswirtschaftsbericht, den Ministerin Katherina Reiche am Mittwoch in Berlin vorgestellt hat, als das benennen, was sie sind: katastrophal. […] Die Konjunkturprognose wurde erneut nach unten korrigiert – und selbst das mickrige Prozent Wachstum, das nun für 2026 noch erwartet wird, ist kein nachhaltiges. Es ist gespeist aus dem Schuldenberg, den die Regierung unter dem Eindruck der veränderten geopolitischen Lage anhäuft. […] Die Bürokratie erstickt die Unternehmen, die Infrastruktur ist marode, das Bildungssystem chronisch unterfinanziert, die Fortschritte bei der Digitalisierung lachhaft.
Das wäre schon schlimm genug, richtig bedenklich aber ist, wie das Land auf die Lage reagiert. Dass Deutschland Reformen braucht, war ja auch vor Reiches Bericht bekannt. Dennoch war die öffentliche Debatte in den vergangenen Monaten mitnichten von der Suche nach den konstruktivsten Ideen für mehr Wachstum dominiert. Deutschland hielt sich stattdessen mit Neiddebatten auf. Die Bundesrepublik stritt zuletzt – kleiner Überblick des Grauens – über Bürgergeld, Renten, das „Stadtbild“ und Teilzeitarbeit. All diese Debatten sind von Missgunst getrieben. Sie tragen das Gefühl in die Gesellschaft, dass die einen die anderen abzocken würden; und zuverlässig wähnt sich absolut jeder, ob arm oder reich, alt oder jung, in der Gruppe der Übervorteilten. […] Um eine echte Wende zu schaffen, muss sich dieses Land kompromisslos der Zukunft verpflichten. Das bedeutet: Bildung muss die höchste Priorität bekommen. Gut ausgebildete Menschen sind die beste Investition, die ein Land tätigen kann. Sie sind die Grundlage für spätere Innovationen, Firmengründungen und Arbeitsplätze. Die zweite Priorität muss dem gesellschaftlichen Zusammenhalt im Land gelten. Es gibt viele Faktoren, die das Wirtschaftswachstum beeinflussen – auf diese beiden Punkte aber haben der Kanzler und seine Regierung maßgeblich Einfluss. Es wird Zeit, dass sie ihn nutzen. […]







