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Freitag, 31. Juli 2026

Spaßvögel

Es gibt wirklich wenig zu lachen in der Welt. Heute vor fünf Jahren starb Martin Perscheid, den ich täglich vermisse. Loriot ist sogar schon 14 Jahre tot, findet aber immerhin in Fritze Merz einen Wiederkehrer.

[….]  Kennen Sie den? Den legendären Sketch, der vor fünf Jahrzehnten zum ersten Mal im Fernsehen ausgestrahlt wurde und zu den schönsten von Loriot gehört: »Zimmerverwüstung« oder »Das schiefe Bild«?

In der CDU scheinen sie ihn fast alle zu kennen. Die Funktionäre aus Präsidium und Vorstand, die ihn in diesen Tagen per WhatsApp verbreiten. Die Christdemokraten in den Landes- und Bezirksverbänden, in deren Chatgruppen der Sketch kursiert, und natürlich die Parteimitglieder ganz unten, auf der Kreis- und Ortsebene.

»Der Kanzler am Werk« wird dazugeschrieben. Und dann sieht man Loriot als Beamten im Außendienst in Mantel und Anzug im Wohnzimmer auf einem Sessel sitzen. »Sie möchten sich noch etwas gedulden«, vertröstet ihn das Dienstmädchen und stellt das Radio an, aus dem der »Piccolo Bolero« plärrt. Der Beamte muss warten, er langweilt sich, und da fällt ihm auf, dass eines der Bilder schief hängt. Damit nimmt das Unglück seinen Lauf.

Als er das Bild richten will, fällt ein zweites aus dem Rahmen und das dritte auf den Boden. Er kriecht hinter das Sofa und stößt dabei erst den einen, dann den anderen Beistelltisch um. Er rutscht auf dem Flokati aus, wirft den Couchtisch um, schließlich kracht das Geschirr aus dem Regal, es fällt um, erst das eine, dann das andere, und am Ende taumelt er, den linken Fuß im Flokati verheddert, aus dem verwüsteten Zimmer dem Dienstmädchen entgegen und stammelt: »Das Bild hängt schief.«

Ob das Tragische manchmal komisch sei, wollte der Journalist Gero von Boehm 1986 von Loriot wissen, und der antwortete, es sei sicher benachbart. Der Begriff der Tragik sei nur auf den »Begriff, unschuldig schuldig zu werden«, zurückzuführen, sagte Loriot: »Und das ist natürlich auch komisch. Wenn jemand etwas tut, was er in aller Unschuld tun wollte, und damit etwas Verheerendes anrichtet, ist das hart an der Komik.«

Deshalb wird das kurze Video in der CDU so oft geteilt. Weil nicht nur Tragik und Komik so enge Verwandte sind, sondern auch Komik und Lächerlichkeit. Und ist es nicht tragisch, komisch und gleichzeitig auch ein wenig lächerlich, wie Friedrich Merz den Rücktritt von Fraktionschef Jens Spahn nutzen wollte, seine müde Koalition mit einer großen Kabinettsumbildung endlich in Schwung zu bringen, und stattdessen eine breite Schneise der Verwüstung in seiner Partei hinterließ? [….]  In den vergangenen Tagen haben sie hilflos zusehen müssen, wie sich der Kanzler mit jedem Problem, das er lösen wollte, mindestens zwei neue einhandelte. Wie bei Loriot. Erst fällt das Bild aus dem Rahmen, dann kippt der Beistelltisch um, dann der Couchtisch, das Regal, und am Ende klebt auch noch der Flokati am Fuß. [….]

(Konstantin von Hammerstein, Christian Teevs 30.07.2026, DER SPIEGEL 32/2026)

Die konservative Realsatire ist das Beste, das der Welthumor derzeit zu bieten hat.

Sagenhaft, wie sich Trump und Merz durch die Tagespolitik dilettieren. Da müssen Extra3 und Heute Show nur die Kamera draufhalten und ernten Lachsalven. Das Publikum liegt am Boden und hält sich die Bäuche.

Besonders toll sind ihre religiotischen Brüder aus der Christfluencer Szene, die sich bibeltreu durch Social Media zappen und den erstaunten wichsaffinen Teens und Twens erklären, wie enttäuscht Jesus von ihnen ist, wenn sie mit der Nudel spielen, um ihren Nucleus accumbens und den Hypothalamus mit Dopamin und Oxytocin zu spülen. Gott mag das gar nicht und passt genau auf.

Die bemuskelten NoFab-Influencer aus dem angelsächsischen Sprachraum sind Comedy-Gold! Jedes Mal wenn sich „untenrum“ etwas bei ihnen etwas zu regen droht, reißen sie sich das Shirt vom Leib, schalten die Tiktok-Kamera ein und erzählen ihren horny followern, wie sie in Versuchung geführt werden, aber nun nach sechs Monaten, acht Monaten 14 Monaten, ohne Masturbation natürlich nicht rückfällig werden möchten und daher schnell ins Gym rasten, um sich mit Sport und Bibelkunde über Earpods zu derigieren.

Ihre germanischen Kollegen gehen kopflastiger vor und finden bei der gemeinsamen Exegese den Ausweg aus der Onanie.

Jesus und seine 12 Jünger gingen nicht ins Gym; sie bacchanalisierten ihre Triebe in reinen Männerrunden. Mann trug Kleid und Jesus sorgte für steten Nachschub von Hochprozentigem.

Dieser Form der All-male-Masturbationsprävention, also den antiken Darkroom, möchten wichswidrige US-Christfluencer nun mit frauenfreien Fitnessstudios nachahmen. THE LUST-FREE GYM. In Oklahoma.


[….] Men-only gyms seek to protect Christian men from lust[….] White conservative Christian men are rising up all over the nation to take their place at the top of their families, churches and communities.

We’re witnessing their rise to power through the Rededicate 250 events where men like Mark Driscoll called on young men “to get married, to build your business, to get into politics, and also to in every way empower your church to be the tip of the spear for the fight against evil.” [….] But of course, male-only voting booths, pulpits and annual conferences are one thing. How can men survive the daily grind of being around women and become the warrior kings the Doug Wilsons and Mark Driscolls of the world want them to be?

To reach that peak, the Christian manosphere believes men need to be in top physical and spiritual shape. So one way they’re proposing to accomplish that is through “lust-free” gyms. [….] These stories typically begin with men recounting their past indulgence in pornography, adultery and other vices.

“Why are we men’s only? Who are we?” asks Jeff Hambrecht, founder of Proverbs 27:17 Fitness in Oklahoma City. “In a nutshell, one of the No. 1 places affairs and infidelity occur, cheating, is the gym. Byproduct is someone who had an affair in my previous marriage. Doesn’t work out well for you fellas.” [….]

(baptistnews, 22.07.2026)

Eine tolle Idee, mit der sie schnell viral gingen.

Men-only gyms seek to protect Christian men from having self control and treating women with respect while indulging in homo*rotic Alpha femboy stuff

— Liberaltarian™ (@spatially) July 24, 2026

A bunch of h*rny, sweaty Christian men n*ked in the showers? What could go wrong? pic.twitter.com/HcuigS8HRt

— Maximum atheist (@Maximumatheist) July 23, 2026

Yeah, OK
That’s what’s gonna happen
🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣 pic.twitter.com/pUJfe7GLgy

— @Oh Jeff Fa Fa 🤣 (@convoyparody) July 26, 2026

pic.twitter.com/5MGrjhCo6T

— Ozzdog12-Polar Destroyer creator (@Ozzdog12) July 24, 2026

Y'all should just gouge your eyes out like the Bible tells you to do. https://t.co/tONqjbIBYn

— Sarah Ironside 💙 (@SarahIronside6) July 24, 2026

Oh yeah that’ll definitely prevent any lustful outbreaks thank god https://t.co/NmxUfQJ3Kx

— JJ in NH (@JustJoshinNH) July 23, 2026

Will Grindr be blocked in the gym as well? https://t.co/gsOzZGhg8z

— Pink Pony Club Sandwich 🦄 (@AJSolis9) July 23, 2026

 

Das funktioniert sicher ähnlich gut, wie im Vatikan, wo es bekanntlich auch keine Masturbation und keine Homosexualität gibt!

[….] To join, members must sign strict covenants pledging loyalty to traditional heteronormativity. The solution to avoiding women? Building a lavish, men-only fortress where sweaty, pumped-up guys can lift together, share their deepest vulnerabilities, hit the sauna, and intensely focus on each other’s spiritual and physical growth.

From a queer perspective, it’s absolute comedy gold. In their frantic effort to banish female distraction, these gym bros accidentally engineered the ultimate, high-intensity male bonding club.

Nothing says “strictly straight” quite like carving out a sacred space where men can gather in minimal clothing, admire physical strength, and build radical interpersonal intimacy – all while insisting it’s strictly for Jesus. But hey, if the path to working on their “struggles” requires building a dedicated brotherhood sanctuary complete with post-workout sauna sessions, who are we to judge their journey?  [….]

(TheFightMag, 28.07.2026)

Samstag, 11. Juli 2026

Womit Friedrich Merz seinen Terminplan füllt.

Der Bundeskanzler ist ein vielbeschäftigter Mann. Er kann sich nicht persönlich um jeden Pipifax kümmern. Das Umschmeicheln der Überreichen, immer wieder Trumps Hintern küssen, permanent Arme, Schwache, Kranke, Minderheiten beschimpfen, dauernd zu lügen, kosten viel Zeit.

Busy, busy, busy. Da muss der Fritzekanzler Prioritäten setzten. Wenn 300 Millionen EU-Bürger massiven Ozon-Belastungen ausgesetzt werden und laut Robert-Koch-Institut 5.120 Menschen in Deutschland durch die Juni-Hitzewelle und nicht vorhandene Schutzpläne sterben, ist das eindeutig nicht relevant genug, um die kostbare Aufmerksamkeit des Regierungschef zu erregen. Für die Petitesse twittert sein Social Media-Team nicht!

[….] Nach der Hitzewelle Ende Juni, bei der etwa 4.100 Menschen gestorben sind, fordert die Grünen-Politikerin Lisa Badum einen Gedenktag für die Hitzetoten. „Es geht darum zu zeigen, dass die Klimakrise nichts Abstraktes ist oder nur weit entfernt in Pakistan und Bangladesch stattfindet, sondern bei uns zusätzliche Tote nach sich zieht“, sagte Badum der taz.

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) tötete die Hitze in diesem Jahr bereits 4.400 bis 5.800 Menschen, darunter vor allem Menschen über 85. Das sind mehr als doppelt so viele Hitzetote wie im gesamten vergangenen Jahr. Zum Vergleich: Bei der durch den Klimawandel verschärften Ahrtal-Katastrophe im Jahr 2021 starben 135 Menschen, im Straßenverkehr kam es 2025 zu etwa 2.800 Todesfällen. [….] „Hitzetote sind unsichtbar, sie sterben in ihren Wohnungen oder in Pflegeheimen“, sagt Badum. Um Menschen zu schützen, seien politische Maßnahmen bei Klimaschutz und Hitzeanpassung nötig. „Aber ein Gedenktag ist als Symbol wichtig.“ [….]

(taz, 10.07.2026)

Doofe linksgrüne Spinner. Wie kann man nur so zimperlich wegen ein paar Tausend Toten sein? Dazu kommt dem Chef der Christenpartei kein Satz des Bedauerns über die Lippen.

 


Aber dafür arbeitet die Kanzlerpartei auch intensiv daran, die Erderhitzung durch Blockade der erneuerbaren Energien und Multimilliardengeschenke an die Fossillobby zu beschleunigen. Es sollen noch viel mehr Menschen in Deutschland durch Hitzewellen sterben.


[….] Die Hitzewelle im Juni hat über 5.000 Menschen in Deutschland das Leben gekostet. Die wirtschaftlichen Schäden beliefen sich auf eine halbe Milliarde Euro pro Tag. Manchen ist das offenbar nicht genug. [….]

(@michlalbrt.bsky.social, 11.07.2026)

[….] Eigentlich soll Deutschland im Jahr 2045 klimaneutral sein. Doch führende Vertreter aus Wirtschaft, Gewerkschaften und Politik fordern nun mehr Zeit: Deutschland solle das europäische Datum 2050 übernehmen.

 

In der Diskussion um die Klimaneutralität Deutschlands werden Rufe nach einem Aufschub um fünf Jahre laut. Das derzeitige nationale Ziel der Dekarbonisierung bis 2045 sei nicht sinnvoll und sollte an das europäische Zieljahr 2050 angepasst werden, forderten unter anderem Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter in der Welt am Sonntag. [….] Nach Ansicht des Chefs der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE), Michael Vassiliadis, und des Vorstandsvorsitzenden von RWE, Markus Krebber, würde eine Verschiebung des Zieldatums eine Möglichkeit zur Entlastung der deutschen Industrie nach Jahren der Rezession und Stagnation bieten. [….] Der bisherige deutsche Sonderweg, fünf Jahre vor der Europäischen Union klimaneutral werden zu wollen, mache den Industriestandort nur teurer, ohne dem Klima zu nützen, so Krebber. [….] Auch der Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, sowie Gitta Connemann, Vorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung MIT und parlamentarische Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, sprachen sich für eine längere Zuteilung aus. [….]

(Tagesschau, 11.07.2026)

Des Kanzlers Zeitersparnis, indem er die Causa „Hitze“ aussitzt, verschafft ihm genügend Freiraum im Terminplan, damit er sich um die wirklich wichtigen Dinge kümmern kann.

Da ist zum Beispiel dieser hyperreiche junge Deutschrusse Alexander Zverev: 66 Millionen Dollar nahm er bisher durch Preisgelder ein und vermutlich noch mehr Geld durch seine Werbepartnerschaften mit Adidas, Rolex, Head oder Richard Mille. Ganz nach Merzens Geschmack, zahlt Zverev, wie es sich für einen deutschen Multimillionär gehört, gar keine Steuern! Indem er sich, wie so viele CDU-affine Megareiche in eine Steueroase abgesetzte; in seinem Fall Monaco.

Aber es gibt noch viel mehr, das den Bundeskanzler so für den Tennisspieler einnimmt: Die Frauen. Seit fünf Jahren führt er eine Partnerschaft mit der CDU-Influencerin Sophia Thomalla.

12 Jahre war Thomalla Mitglied der CDU, trat aber aus, als ihr die Weiber in der CDU zu woke wurden und es wagten, Vergewaltiger und Missbrauchstäter zu kritisieren.

[….] Während Markus Söder einst Franz Josef Strauß verehrte, fiebert so mancher junger Konservativer heute mit Sophia Thomalla mit. Statt Strauß-Poster überm Bett gibt’s heute Instagram-Likes, schließlich trat die Influencerin und Moderatorin vor rund zwölf Jahren der CDU bei. Doch schon bald könnten die Likes von Junge-Union-Mitgliedern schwinden: Die 34-Jährige hat öffentlich ihren Austritt aus der Partei bekannt gegeben.

Ausschlaggebend waren für das 34-jährige It-Girl offenbar nicht etwa der jüngste rhetorische Rechtsdrall von Parteichef Friedrich Merz. Wohl auch nicht die jüngsten Wahlergebnisse in Bayern und Hessen oder die Steuer- oder Wirtschaftspolitik der Union. Thomalla ärgerte sich stattdessen vor allem über den Umgang der CDU mit der Causa Rammstein. Eben jener Band, deren Frontman Till Lindemann sich derzeit schweren Machtmissbrauchsvorwürfen ausgesetzt sieht, diese jedoch bestreitet.

Das Fass zum Überlaufen brachte wohl ein frauenpolitischer Abend der Bundestagsfraktion von CDU und CSU. Die Christsoziale Dorothee Bär und die Christdemokratin Julia Klöckner diskutierten diese Woche über »Gewalt gegen Frauen – Das Schweigen brechen«. Dazu luden sie auch Shelby Lynn ein, die in den vergangenen Monaten besonders schwere Anschuldigungen gegen Rammstein und deren Sänger Till Lindemann erhoben hat. Lynn rechnete an dem Abend umfassend mit Machtstrukturen ab, die »weiße Cis-Männer« bevorzugten, wie unter anderem die »Berliner Zeitung « schrieb.

Thomalla schien das gar nicht zu passen. Sie, die von 2011 bis 2015 mit Lindemann liiert war, schrieb nun auf Instagram: »Den immer größer werdenden Realitätsverlust mancher Politiker möchte ich nicht weiter mittragen.«   [….]

(SPON, 12.10.2023)

Thomalla befindet sich auf der CDU-Linie von 1997, als Friedrich Merz die Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe im Bundestag ablehnte! Merz findet sie toll und macht Wahlwerbung für den Verfassungsbrecher.

"Friedrich Merz ist jemand, der endlich was macht" jubiliert Zverevs Freundin im Frühstücksfernsehen. Hauptsache „Ausländer raus“!

[…] "Er geht das Risiko ein. Die SPD macht das, was sie am besten können: absolut gar nichts, sie schauen nur zu. Ich finde es bei Friedrich Merz gut, dass er sich endlich mal was traut."

Dass die Union im Bundestag zur Durchsetzung ihrer Vorschläge zur Migrationspolitik eine Mehrheit mit der AfD in Kauf genommen hat, findet Sophia Thomalla in Ordnung. Von Scholz' SPD hält Thomalla gar nichts: "Man hat sich klar gegen die Asylwende ausgesprochen. Das dann bedeutet: Wer das Thema Migration verändern will, muss Schwarz oder Blau wählen, was eine beschissene Wahl ist, wenn man zur CDU allein die AfD zur Alternative hat, die ja alle verhindern wollen."  [….]

(AZ, 25.02.25)

Bei ihrem neuen Freund ist die Dame mit dem Merzschen Frauenbild genau richtig.

[….] Zwei Ex-Freundinnen hatten in der Vergangenheit schwere Vorwürfe gegen Zverev erhoben:

·        2020 hatte ihm Olga Scharipowa physischen und mentalen Missbrauch vorgeworfen. Zverev wies das zurück, vor Gericht landete der Fall nicht. Nach drei Jahren teilte die Spielervereinigung ATP mit, dass eine unabhängige Untersuchung keine ausreichenden Beweise für die Vorwürfe gefunden habe.

·        Brenda Patea, die Mutter seines Kindes, hatte Zverev vorgeworfen, sie im Mai 2020 nach einem Streit im Treppenhaus an die Wand gedrückt und »kräftig« gewürgt zu haben. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten verhängte einen Strafbefehl gegen Zverev. Gegen die Geldstrafe von 450.000 Euro legte Zverev Einspruch ein. Im Juni 2024 endete der Fall nach drei Prozesstagen ohne Urteil. Details zur außergerichtlichen Einigung wurden nicht bekannt gegeben. Eine Sprecherin des Gerichts sagte: »Die Wahrheit bleibt offen.« Es gilt die Unschuldsvermutung.  [….]

(SPON, 10.06.2026)

Ein Mann nach dem Geschmack des Kanzlers. Er weiß mit Frauen UND Geld umzugehen. Und jammert nicht, wenn es mal etwas zu warm wird.

[….] Alexander Zverev steht im Wimbledon-Finale – und bekommt hohen Besuch. Bundeskanzler Friedrich Merz reist nach London. [….]

schon klingelt das Telefon seines Managers.

Am anderen Ende der Leitung: Bundeskanzler Friedrich Merz. „Er hat bei meinem Manager angerufen und gesagt, er komme mit seiner Frau vorbei. Also wird er da sein, wenn nicht gerade irgendwas Außergewöhnliches passiert“, sagte Zverev nach dem Halbfinale [….]

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Merz beim Hamburger meldet. Nach Zverevs French-Open-Triumph Anfang Juni hatte der CDU-Politiker bereits zum Hörer gegriffen. Drei Tage nach dem Paris-Sieg, bei einem Termin in Herzogenaurach, meldete sich der Kanzler telefonisch. „Er hat sich sehr über den Sieg gefreut und gesagt, dass er das Match auch gesehen und mitgefiebert hat. Das finde ich toll, damit hatte ich nicht gerechnet“, sagte Zverev damals gegenüber Bild. Nun soll aus dem Telefonat ein persönliches Treffen werden – auf der größten Bühne des Tennissports. [….] Doch Zverev hat beim Treffen mit Merz noch eine ganz persönliche Angelegenheit im Sinn. Seine Großmutter Natalia Fateeva, 78 Jahre alt und beim French-Open-Triumph in Paris noch lautstark in der Box dabei, kann das Wimbledon-Finale nicht verfolgen. Ihr Visum ist abgelaufen, sie musste nach Sotschi zurückkehren. [….] „Sie hat leider einen russischen Pass. Vielleicht kann er mit einem Reisepass oder einem längeren Visum für sie helfen, und dann kann sie etwas länger bleiben, aber sie musste nach 90 Tagen zurück“, sagte Zverev laut Bild. [….]

(FR, 11.07.2026)

Merz ist nicht dafür bekannt, gegenüber Ausländern, die mit ihren Aufenthaltstiteln hadern, großzügig zu sein.

Aber mit Zverevs Geldbeutel und seiner vorbildlichen Polizeiakte….

Donnerstag, 2. Juli 2026

Das rechtsreaktionäre Spiel

Nun muss ich leider meiner Abrechnung mit dem Trumpschen Fußball-Spektakel, noch ein Kapitelchen hinzufügen.

Nein, natürlich habe ich immer noch keine einzige Minute eines Spiels gesehen und werde auch nicht in eine sportliche Beurteilung einsteigen. Es interessiert mich auch nicht, wer Bundestrainer war, ist, bleibt, oder wird. Aber selbstverständlich halte ich die überbordende Schlagzeilenfülle zu dem Thema für absurd, angesichts der Megaprobleme der menschlichen Zivilisation, die wesentlich mehr Aufmerksamkeit verdient hätten. Wenn sich Volk, Politik und Medien den „Leistungen“ einzelner Bällchentreter widmen, statt die tödlichen Auswirkungen der Klimakrise anzugehen, versteht man, wieso unsere Zivilisation dem Untergang geweiht ist.

Diese Meldung….

[….] In dem seit mehr als vier Jahren andauernden Ukrainekrieg sind einer Studie zufolge mehr als zwei Millionen Soldaten getötet, verletzt oder als vermisst gemeldet worden. »Die kombinierten russischen und ukrainischen Verluste haben zwei Millionen überschritten«, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Zentrums für Strategische und Internationale Studien (CSIS) in Washington. Den Großteil der Verluste tragen demnach die russischen Streitkräfte.

Seit Beginn des Ukrainekriegs im Februar 2022 hat die russische Armee der Studie des CSIS zufolge rund 1,4 Millionen Verluste verzeichnet. Davon seien zwischen 400.000 und 450.000 russische Soldaten getötet worden. Die ukrainischen Streitkräfte hätten im selben Zeitraum hingegen zwischen 525.000 und 625.000 Verluste erlitten, darunter zwischen 125.000 und 150.000 Tote.  Die Zahl der russischen Todesopfer in der Ukraine sei "mehr als viermal so hoch wie alle US-Todesopfer in sämtlichen Kriegen seit dem Zweiten Weltkrieg zusammen«, heißt es in der CSIS-Studie. Zudem sei das Verhältnis von russischen zu ukrainischen Verlusten in der ersten Jahreshälfte 2026 vermutlich auf etwa acht zu eins gestiegen. [….]

(SPON, 02.07.2026)

….geht heute in den News unter zwischen all den Nagelsmann-Überschriften.

Die Millionen Opfer des Ukraine-Krieges überlässt man hingegen Bohlen und Putinella.

Nur, um sich einem moralisch untragbaren milliardenschweren Funktionärs-Event zu widmen, welches homophobe und misogyne Attacken fördert.


[….] Häusliche Gewalt und Fußball: Der Spieltag als Albtraum [….] Fußball kann aber auch Todesangst bedeuten. Studien in England zeigen, dass häusliche Gewalt an Spieltagen zunimmt. "Ich hatte Angst um mein Leben - ich dachte, er bringt mich um", erinnert sich Emma Bray. Sie hat selbst erlebt, wie ihr Ex-Partner Fußball als Ausrede nutzte, um ihr gegenüber gewalttätig zu werden, körperlich und emotional. [….] Emma ist kein Einzelfall. Die Nationale Statistikbehörde im Vereinigten Königreich schätzt die Zahl der Betroffenen von häuslicher Gewalt auf über 2,1 Millionen. Dass während eines Fußballspiels die Fälle in England steigen, haben in den vergangenen Jahren verschiedene Studien nachgewiesen - etwa in Manchester.

Wissenschaftler haben dort mithilfe von Polizeidaten die Auswirkungen von fast 800 Spielen von Manchester City und Manchester United ausgewertet. Das Ergebnis: Nach einem Spiel steigt die Zahl der gemeldeten Vorfälle an - in den ersten vier Stunden um fünf Prozent, alle zwei Stunden. Der stärkste Anstieg zeigt sich nach zehn bis zwölf Stunden. 16 Stunden nach einem Spiel verschwindet der Effekt. [….]

(Renée Severin, 23.08.2024)

Die stark ansteigende psychische, sexuelle und physische Gewalt während Fußballmeisterschaften durch die Zuschauer, Fan-Brutalität gegenüber der Familie, korreliert mit der Toleranz gegenüber gewalttätiger Spieler.

Vergewaltiger und Frauenschläger werden weder von Fans, noch von ihren Vereinen oder den internationalen Funktionären adäquat sanktioniert.

[……] Vorwürfe gegen WM-Spieler: Eine Branche schweigt [……] Der Fußball hat ein Systemproblem: Etliche Spieler, denen sexuelle Übergriffe gegen Frauen vorgeworfen werden, spielen auf der größten Bühne, die ihr Sport zu bieten hat. Wo bleibt der Kulturwandel?  [….]

(FAZ, 02.07.2026)

Die moralische Niedertracht der frustrierten deutschen Fußballfans, muss von den Minderheiten und Schwachen unserer Gesellschaft ausgebadet werden. Die Fußball-WM befördert rassistische Ausschreitungen.

[….] Nach dem deutschen Ausscheiden bei der WM häufen sich hierzulande rassistische Gewalttaten. Aus Chemnitz wird von Ausschreitungen berichtet. [….] Für Jonathan Tah steht der Fehlschuss sinnbildlich für das Scheitern. Dass er Deutschland in der Verlängerung mit einem Kopfballtreffer vermeintlich zum Sieg geführt hatte, der nach Videobeweis aberkannt wurde, zählt nach dem Abpfiff kaum noch. Ebenso rückt in den Hintergrund, dass auch Kai Havertz und Nick Woltemade ihre Elfmeter nicht verwandelten. Stattdessen richtet sich der öffentliche Zorn auf Tah. Für viele steht der Schuldige schnell fest – schließlich sei er angeblich „nicht deutsch“. Unter seinem Instagram-Beitrag häuften sich rassistische Beleidigungen und Anfeindungen.

Tah wurde in Hamburg geboren, seine Mutter ist Deutsche, sein Vater stammt aus der Republik Côte d'Ivoire. Dennoch sprechen ihm einige die Zugehörigkeit zu Deutschland ab. In rechten Kreisen taucht in diesem Zusammenhang oft der Begriff „Passdeutscher“ auf. Von einer „passdeutschen Fußballnationalmannschaft“ sprach die AfD-Bundestagsabgeordnete Christina Baum bereits 2022. Solche Narrative grenzen Spieler mit Migrationsgeschichte aus und schaffen einen Resonanzraum für rassistische Anfeindungen, die sich nach dem Schlusspfiff auch auf den Straßen entladen.

WM-Veranstaltungen werden zu Orten rechtsextremer Anfeindungen. So war es schon beim Spiel gegen die Elfenbeinküste. Beim Public Viewing in Berlin-Friedrichshain skandiert ein Zuschauer rassistische Parolen. Bei einem Autokorso in Kassel wird ein Hitlergruß aus dem Auto mit rechter Symbolik gezeigt. [….] Von einer rassistischen Verfolgungsjagd nach dem deutschen WM-Aus gegen Paraguay wird aus Chemnitz berichtet. [….] Schon während der TV-Übertragung, so das Recherchekollektiv, wurden Menschen rassistisch und antisemitisch beschimpft, Sitzplätze verweigert. [….] [….] Ein Zusammenhang zwischen dem Erstarken rechter Akteure, der politischen Instrumentalisierung des Fußballs und den rassistischen Vorfällen rund um die deutsche Nationalmannschaft liegt nahe. [….]

(Taz, 02.07.2026)

Es ist ein ekelhafter Sport, von dessen abscheulichen Seiten weder Spieler, noch Politiker, noch Funktionäre, noch Fans, noch begleitende Medien freizusprechen sind.

[….] Statt über die wahren Gründe für das blamable WM-Aus zu sprechen, werden Familientage und radelnde Ehefrauen vorgeschoben. Der deutsche Fußball ist und bleibt reaktionär. [….] Die vergangenen Tage haben gezeigt, wie reaktionär der deutsche Fußball immer noch ist. Ein paar Beispiele aus dem Boulevard gefällig?

    Lothar Matthäus kritisiert die sogenannten Familientage. »Frauen, Familien, alles war dabei«, durfte der Rekordnationalspieler bei der »Bild«-Zeitung erzählen. »Ich weiß nicht, warum man schon von Anfang an die ganzen Familien dabeihaben muss.«

    In anderen Berichten wird Bundestrainer Julian Nagelsmann dafür kritisiert, mit seiner Ehefrau zum Trainingsplatz geradelt zu sein. Und das Quartier in Winston-Salem war langweilig, auch das noch.

    Den erstaunlichsten Take liefert Bob Hanning, ebenfalls in der »Bild«. Hanning, ein Handballfunktionär, kritisiert ebenfalls die Familientage, die an den Tagen nach den Spielen stattgefunden haben, wo ohnehin Rehabilitation angesetzt war. Ausgerechnet der Mann, der 1000 Euro teure Versace-Pullover trägt, verknappt seine Kritik auf »Gucci, Gucci, Cappuccino« . [….] 

Um es an dieser Stelle einmal klar zu betonen: Die Nationalmannschaft hat gegen Paraguay verloren, weil sie ideenlosen, schlecht vorbereiteten und taktisch unzulänglichen Fußball gespielt hat. [….] Die zweite Komponente in dieser Matthäus-Hanning-Erzählung ist umso unerfreulicher: Die Frauen sind schuld, na klar, wer denn auch sonst?

ARD-Expertin Almuth Schult, vierfache Mutter und für einige Wochen in den USA, wurde vor der WM wiederholt gefragt, wie sie Familie und Beruf vereinbart. »Bastian Schweinsteiger wird auch nicht gefragt, wie er seine Kinder betreut«, lautete ihre verärgerte Antwort. [….]

(Marcus Krämer, SPON, 02.07.2026)

Natürlich weiß ich, daß es glühende Fußball-Fans, wie die beiden SPD-Generalsekretäre Kevin Kühnert und Tim Klüssendorf gibt, die ganz sicher nicht in ein homophobes, misogynes, gewalttätiges Raster passen. Die in jeder Hinsicht rühmliche Gegenteile der genannten abscheulichen Fußball-Begleiterscheinungen sind. Wieso sie sich für einen solchen „Sport“ begeistern, bleibt für mich völlig rätselhaft. Ich kann mir das nur mit einer Inselverarmung erklären, die wie bei Religiotie oder Homöopathie, offenkundig auch Fußballfans ergreifen kann.

[….]  Religiotie ist eine selten diagnostizierte (wenn auch häufig auftretende) Form der geistigen Behinderung, die durch intensive Glaubensindoktrination vornehmlich im Kindesalter ausgelöst wird. Sie führt zu deutlich unterdurchschnittlichen kognitiven Leistungen sowie zu unangemessenen emotionalen Reaktionen, sobald es um glaubensrelevante Sachverhalte geht.

 Bemerkenswert ist, dass sich Religiotie nicht notwendigerweise in einem generell reduzierten IQ niederschlägt: Religioten sind zwar weltanschaulich zu stark behindert, um die offensichtlichen Absurditäten ihres Glaubens zu erkennen, auf technischem oder strategischem Gebiet können sie jedoch (siehe Osama bin Laden) hochintelligent sein. Wie es „Inselbegabungen“ gibt (geistig behinderte oder autistische Menschen mit überwältigenden mathematischen oder künstlerischen Fähigkeiten), so gibt es offensichtlich auch „Inselverarmungen“ (normal oder gar hochintelligente Menschen, die in weltanschaulicher Hinsicht völlig debil sind).

Religiotie sollte daher als „partielle Entwicklungsstörung“ verstanden werden – ein Begriff, den der Entwicklungspsychologe Franz Buggle schon vor Jahren vorgeschlagen hat, um die spezifischen Denkhemmungen religiöser Fundamentalisten zu erfassen. [….] 

(Keine Macht den Doofen, s.42f)

Montag, 29. Juni 2026

Falsch abgebogen

Man hatte ihn natürlich mit positiven Vorurteilen bedacht; also letztlich mit unfairen Stereotypen bedacht:

Volker Beck, den mittlerweile 65-Jährigen, in Stuttgart geborenen Politiker.

Ein Grüner und mutiger Vorkämpfer gegen Peter Gauweilers diskriminierende AIDS-Politik, der sich intensiv für Schwulenrechte einsetzte und 2000 eine wesentliche Rolle spielte, um die „Bundesstiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ einzurichten, die sich um die Entschädigung von 1,7 Millionen Zwangsarbeiter aus über 100 Ländern kümmerte.

(Übrigens eine der wesentlichen Großtaten, für die man Bundeskanzler Schröder ewig dankbar sein muss, auch wenn der Mann heute von allen Linksgrünversifften pauschal gehasst wird.)

Natürlich wünschte ich so einem Politiker stets Erfolg und Anerkennung. Daher war ich bereit, ihm seine religiotische Inselverarmung zu verzeihen. Seine dümmliche Ausrede von 2016, er habe 0,6 Gramm „Meth“ nicht für sich gekauft, war schwach. Er hätte gleich dazu stehen sollen. Es war eine Bagatelle.

Schlimmer war schon sein 1988 erschienener Text zur „Entkriminalisierung der Pädosexualität“. Allerdings war es damals keine exklusive Meinung von ihm, sondern wurde in den 1970ern und 1980ern von Sexualwissenschaftlern durchaus diskutiert. Es galt zeitweilig als eine notwendige Liberalisierung des Sexualstrafrechts unter vielen. Man muss Beck zu Gute halten, den Irrtum bald erkannt zu haben und sich glaubhaft von dem Text distanziert zu haben.

Man kann einem Politiker Dekaden zurück liegende unsinnige Äußerungen nicht ewig vorhalten.

Auch hier würde ich für Milde plädieren, hätte Beck nicht 19 Jahre später in einem Interview auf abgeordnetenwatch.de versucht, sich a posteriori rein zu waschen, indem er behauptete, seinen brisanten Text von 1988 nicht autorisiert zu haben. Überhaupt habe der Herausgeber seine Worte verfälscht. Das war dreist von Volker Beck! Wie aber erst 2013 vom SPIEGEL enthüllt wurde, hatte der prominente Grüne die Öffentlichkeit belogen. Der Text war nicht verfälscht worden.

Aber 2013 war Becks Renommee ohnehin schon zertrümmert, weil ausgerechnet er, der Mann mit dieser problematischen Vergangenheit bezüglich der Unversehrtheit von Kindern, 2012 zum Wortführer der Religioten wurde, als es darum ging Babys und Kleinkinder zu quälen und zu verletzen.

Auf Kritik an seiner Haltung, reagierte er wie bei der Causa Pädokriminalität von 2007, mit dreisten Lügen perfiden Angriffen.

Es dauerte noch bis 2017, aber dann war endlich auch für die Grünen das Maß voll und sie kickten Beck aus dem Bundestag:

(….) Er gehörte vor Äonen zu den ersten Grünen und sitzt bereits seit 22 Jahren ununterbrochen im Bundestag.  Einen politischen Betrieb ohne sich selbst im Zentrum kann sich der in den sozialen Medien unfair und aggressiv auftretende Beck nicht vorstellen.

 Daher will auch er 2017 erneut in den Bundestag einziehen und damit weitere fünf Jahre Abgeordneter bleiben – damit hätte er 27 Jahre voll.

Beck greift in der persönlichen Auseinandersetzung zu perfiden Methoden.

Ich habe das selbst erlebt, als er mich auf Facebook auf widerlichste Art angriff.

So ein Verhalten mir gegenüber würde ich nicht zum generellen Kriterium gegen einen Politiker machen, aber in dem Fall ging Beck anschließend vor die Presse und an das Rednerpult des Bundestags um in unerträglicher Larmoyanz zu beklagen wie gemein alle zu ihm im Netz wären, obwohl er derjenige war, der so austeilte, daß ich fassungslos um einen Shitstorm gegen ihn bitten mußte.

(Das politische Ende, 04.03.2016)

Verblüffenderweise regt sich aber in seiner eigenen Partei Widerstand.

Nicht jeder ist glücklich mit Becks erneuter Kandidatur, da er inzwischen eine Menge Skandale ansammelte. Die Pädophiliedebatte von 2013, seine Crystal Meth-Affäre, sein ostentatives Engagement für die Genitalverstümmelung führen dazu, daß er keineswegs mehr sicher auf Platz 1 der NRW-Landesliste gesetzt wird. (….)

(Loslassen, 29.11.2016)

Seit dem September 2017 sind wir Volksvertreter Beck endlich los.  Spät genug, denn der Mann driftet immer mehr in fundamentalistische antifreiheitliche Sphären ab.  Er tut das wie immer mit dem typischen Beck-Spin, indem er anderen genau den extremistischen Unsinn unterstellt, dem er selbst frönt.  Vor drei Wochen kritisierte der schwere Religiot den Säkularismus nicht nur als antifreiheitlich, sondern verglich ihn gar mit Islamismus.

[….] Volker Becks Mär vom antifreiheitlichen Säkularismus

[…..] Es gibt Politiker, die können es nicht lassen, ihr Halbwissen öffentlich zu machen. So auch Volker Beck (B90/Die Grünen), der sich einmal mehr in eine Debatte einmischte, ohne auch nur die geringste Ahnung von der Materie zu haben.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich der Kölner Grünen-Politiker Volker Beck ungefragt zu Wort meldet und Dinge verkündet, die ebenso falsch wie unangebracht sind. Man erinnere sich: Als die Diskussion um die Beschneidung von unmündigen Jungen begann und noch kaum ein Argument ausgetauscht war, wedelte Volker Beck bereits mit der Antisemitismuskeule.

Nun hat sich Volker Beck wieder einmal mehr nicht gerade mit Ruhm bekleckert.

Als der Psychologe Ahmad Mansour bei Twitter auf ein ZEIT-Interview mit ihm zur neuen Islam-Initiative hinwies, antwortete Volker Beck: "Deshalb kann ich -bei aller Sympathie für Pluralität- die "Initiative Säkularer Islam" nicht unterstützen: 'Keine Kopftücher, keine Kreuze, keine Kippas' - das ist weder säkular noch neutral, es ist religionsfreiheitsfeindlich & richtet sich gegen das Grundgesetz." Damit zeigte er, wie wenig er von der Idee eines säkularen Staates begriffen hat und wie falsch er das Grundgesetz versteht.

Nun muss man dabei bedenken, dass Volker Beck lange Zeit der religionspolitische Sprecher seiner Partei war. Drum ist es umso peinlicher, dass er noch immer nicht begriffen hat, dass Religionsfreiheit auch die Freiheit von Religion meint.

Als die Diskussion um seinen Tweet an Fahrt aufnahm, legte er nach. Für ihn sei "der Säkularismus ist so antifreiheitlich wie der Islamismus".

Und anstatt wegen der erfolgten Kritik an dieser Meinung (und es ist nicht mehr als das) einmal innezuhalten und nachzudenken … er wäre nicht Volker Beck, wenn er sich nicht verrennen und noch einmal bestätigen würde, dass er keine Ahnung davon hat, wovon er redet: "Was ist daran unsachlich: der Säkularismus ist so antifreiheitlich wie der Islamismus. Die eigene Weltanschauung zur Norm für das Leben aller machen, s. Neutralitätsgesetz." […..]

(hpd, 11.12.2018)

Es bleibt nur die Frage, ob Beck bösartig oder vollkommen verblödet, oder beides ist.  Aber daß der „Erfahrungsjurist“ skrupellos und unbelastet jeder Fachkenntnis agiert, wissen wir spätestens seit er im Bundestag mit der Bibel in der Hand aus der Genesis zitierte und daraus das Recht ableitete kleinen Jungs am Penis herumzuschneiden.

Ein Grüner, der sich strikt gegen die UN-Kinderrechtscharta wendet und das Recht auf Unversehrtheit des Individuums aufgibt.

Nur die Religion kann einen zu so einer Perfidie treiben.   In dem Zusammenhang fällt es schwer nicht auf die Geschichte zu verweisen, die Beck immer von rechts vorgeworfen wird. Er hatte bekanntlich schon in den 80er Jahren mal ein Problem mit Kinderrechten und da sollte man doch meinen, er hätte gelernt bei dem Thema vorsichtig zu sein.

(….) Meiner Ansicht nach darf jeder seinen Penis ab- oder beschneiden, ihn tätowieren, piercen, operieren wie er will – vorausgesetzt man ist über 18! Kindern darf man nur am Penis rumschneiden, wenn es aus medizinischen Gründen notwendig sein sollte.

Man darf nicht an Penissen rumschneiden, um wie einst Herr Kellogg damit die vermeidlich unmoralische Masturbation zu verhindern, man darf nicht bei den jährlich rund 40.000 in Deutschland geborenen Babys mit unklarem Geschlecht den Penis amputieren, um sie zu Mädchen zu machen, weil eine überkommene Moral ein eindeutiges Geschlecht verlangt und schon gar nicht darf man aus religiösen Gründen Vorhäute von Kindern und Säuglingen abschneiden.

Herr Beck gehört zu den intensivsten Verteidigern der Säuglingsbeschneidung, argumentiert dafür irrerweise im Bundestag, indem er aus der mörderischen Genesis vorträgt und lügt darüber hinaus auch noch in perfider Weise über die Gefährlichkeit solcher Eingriffe.

„In den USA, wo die Beschneidung übliche Praxis ist, sterben mehr Jungen an der Zirkumzision als am plötzlichen Kindstod. Ganz zu schweigen von den 1.000 schwer verletzten Jungen, die jedes Jahr in den USA ihre ganze Eichel verlieren. Beschneidung ist richtig gefährlich – auch dann, wenn sie angeblich kunstgerecht durchgeführt wird.“
(Christian Bahls)

„Bei der Abwägung muss auch die Bedeutung des Eingriffs bewertet werden. Er ist in der Tat irreversibel, aber doch vergleichsweise gering – eine gesundheitliche Schädigung ist nicht die Folge..“
(Bundestagsrede von Volker Beck, 19.07.2012)


Beschnittene Männer berichten in Psychotherapien darüber, dass sie unter dem Gefühl leiden, es sei ihnen ohne ihr Einverständnis etwas weggenommen worden. In der Tat hat die Vorhaut wichtige erotische Funktionen: Sie erleichtert die Penetration und erhält die sexuelle Erregbarkeit. […] Die Entfernung der Vorhaut von Säuglingen ist buchstäblich einschneidender als die von Erwachsenen oder älteren Kindern. Da Vorhaut und Eichel bei fast allen Neugeborenen noch fest verwachsen sind, ähnlich wie Fingernägel mit dem Nagelbett, müssen diese beiden Strukturen zunächst einmal auseinandergerissen werden. Danach wird - je nach Methode - die Vorhaut längs abgeklemmt und eingeschnitten, mit einem Beschneidungsinstrument rundum für mehrere Minuten gequetscht und schließlich mit einem Skalpell amputiert. Die gesamte Operation dauert bis zu zwanzig Minuten. Obwohl in medizinischen Studien bewiesen wurde, dass die Neugeborenen extreme Schmerzen erleiden, ist eine adäquate Betäubung auch heute noch eher die Ausnahme als die Regel.
(Prof. Wolfgang Schmidbauer)

Becks Feldzug gegen intakte Kinderpenisse ist zudem doppelt verwerflich, weil sie der UN-Kinderrechtskonvention widerspricht und gerade als Politiker, der Pädophilie-Legalisierungs-Vorwürfe an sich kleben hat, sollte sich nicht auch noch über die physischen Unversehrtheit von kleinen Jungs hinwegsetzen. (…..)

(Beck ist weg, 24.12.2018)

Volker Beck wollte sich damals mit 57 Jahren aber keineswegs aus der Öffentlichkeit zurück ziehen, sondern ging den Weg Kisslers und Matusseks nach ganz Rechts in die Religiotie. 2015 setzte er sich ausdrücklich für die Beibehaltung des „Kirchensteuersystem“ zu Gunsten der weltgrößten K!nderf!ckerveine ein.

Volker Beck wieder einmal mit aller Kraft gegen Menschenrechte und Verfassung.

[….]  Wir fordern die konsequente Trennung von Staat und Religion sowie die strikte Beachtung des Verfassungs­gebotes der welt­anschaulichen Neutralität des Staates!

Es muss endlich Schluss damit sein,

·        dass Bischofsgehälter aus dem allgemeinen Steuertopf bezahlt werden,

·        dass die Kirchen das Arbeitsrecht unterlaufen können,

·        dass katholische Missbrauchstäter der Strafverfolgung entgehen,

·        dass schwerstkranken Menschen das Recht verwehrt wird, selbstbestimmt zu sterben,

·        oder dass Frauen Zwangsberatungen über sich ergehen lassen müssen, wenn sie sich für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden!

Werden diese und andere Kirchen-Privilegien nicht abgeschafft, so lassen sich auch die politischen Bestrebungen der Islamverbände nicht stoppen, die für sich ebenfalls „religiöse Sonderrechte“ beanspruchen.

Wir erheben diese Forderungen im aktuellen Jahr ganz bewusst auch vor dem Hintergrund, dass der demokratische Rechtsstaat 2019 zwei große Verfassungs-Jubiläen feiern kann, nämlich 70 Jahre Grundgesetz sowie 100 Jahre Weimarer Verfassung. Denn hundert Jahre Verfassungsbruch sind mehr als genug: Es ist an der Zeit, die „Kirchenrepublik Deutschland“ hinter uns zu lassen und die deutsche Politik, die noch immer in einer christlichen Filterblase gefangen ist, mit allem Nachdruck dazu aufzufordern, die verfassungswidrige Diskriminierung religionsfreier Menschen zu beenden.  [….]

(IBKA, GBS, hpd, 2019)

Aus dem sehr ehrenhaften Anliegen, sich gegen Antisemitismus einzusetzen, wurde Beck 2022 schließlich zum Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft gewählt und läßt in dieser Funktion inzwischen jede Moral fallen.

Beck kennt keine Hemmungen mehr und unterstützt zum Schaden des Israelis die rechtsradikale Netanjahu-Regierung.

[…] Der Internationale Strafgerichtshof und die Kampagne gegen Israel

Bei den Haftbefehlen gegen Netanjahu und Gallant geht es um Politik und nicht um Recht […] Mit dem Haftbefehl gegen Netanjahu und Gallant hat der Internationale Strafgerichtshof dem Völkerrecht keinen Dienst erwiesen. […] Dass der Internationale Strafgerichtshof der anti-israelischen Kampagne in Teilen der Völkergemeinschaft nachgegeben hat, straft alle Argumente Lügen, mit denen wir Deutschen die Amerikaner zum Beitritt zu diesem Gremium überreden wollten. Der Gerichtshof und der Chefankläger haben sich vor allem über einen entscheidenden Mechanismus des Rom-Statuts einfach hinweggesetzt. […] Wenn der Strafgerichtshof sich so leichtfertig über die eigenen Statuten hinwegsetzt, sollten wir unser Verhältnis zum Internationalen Strafgerichtshof überdenken.   [….]

(VB, 21.11.2024)

Beck wieder einmal in Total-Opposition zu internationalem Recht!

Selbst innerhalb der proisraelischen Vereine sind Becks Mitstreiter entsetzt von ihm.

[….] Ex-DIG-Präsident Reinhold Robbe attackiert seinen Nachfolger Volker Beck und wirft ihm „fehlendes Mitgefühl für zivile Opfer im Gazastreifen“ vor.

Innerhalb der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) gibt es Streit über den Umgang mit der Gaza-Offensive von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Der frühere DIG-Präsident Reinhold Robbe (SPD) sagte dem Tagesspiegel, der amtierende DIG-Präsident Volker Beck (Grüne) sei „inzwischen zum Sprachrohr der rechtsextremistischen israelischen Regierung geworden“.   [….]

(Tagesspiegel, 30.05.2025)

Der ehemalige Bundestagsabgeordnete ist nicht der erste Fall von ehemals Linken oder Grünen, die inzwischen bis zur strammrechten AfD durchmarschiert sind und dort völkische Schwurbelei betreiben. Man denke nur an Vera Lengsfeld oder Angelika Barbe, Siegmar Faust, Oswald Metzger, Boris Palmer, Werner Molik, Michael Beleites.

Es wird aber Zeit für Banaszak und Brantner, sich über ein Parteiausschlussverfahren gegen den Grünen Beck Gedanken zu machen.

Wollen sie wirklich mit seinen extremen Positionen in Verbindung gebracht werden?

Volker Beck spricht sich auf Musks antidemokratischer Hetz-Plattform für die radikalsten AfD-Positionen aus.

[…..]  die AfD forderte, solche „radikalen Aufmärsche“ sofort zu verbieten, und der Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck, ging noch einen Schritt weiter: Man müsse „Wege prüfen, wie wir Iraner und andere Menschen aus der Region, die Anhänger der Islamischen Republik Iran sind, unabhängig von ihrem Pass ausweisen können“, schrieb er auf X.

Was seine Partei von seinen Abschiebefantasien hält, ist nicht bekannt: Die Grünen äußerten sich dazu bislang nicht. [….]

(Daniel Bax, 29.06.2026)

Natürlich gewinnt Beck auch neue Fans. Das sind allerdings Verschwörungstheoretiker und Nazis wie David Berger.

D. Berger, 29.06.2026

Liebe Grüne, den Kampf gegen AfD und den Rechtsextremismus kann man nicht glaubhaft führen, wenn man in den eigenen Reihen völkisch argumentierende Freunde eines mutmaßlichen Völkermordes freundlich beschweigt.