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Donnerstag, 17. September 2026

Meine alte evangelische Nemesis

Seit Beginn dieses Blogs vor fast 20 Jahren war Margot Käßmann, 68, immer wieder ein Thema, weil sie mich mit ihrer ostentativen Anti-Intellektualität so sehr triggert.

Es gibt kaum eine prominentere Stimme für selbstzufriedene Oberflächlichkeiten, die so wenig in Frage gestellt wird.

Wer ihre Aussagen inhaltlich hinterfragt, wie es beispielsweise Denis Scheck bei der Besprechung ihrer Bücher tut, verzweifelt an Käßmanns geistiger Flachheit.

Der arme Denis Scheck, der all die Käßmann-Bücher tatsächlich gelesen hat, findet aber angemessene Worte.

 Margot Kässmann "In der Mitte des Lebens"
Changierend zwischen Predigtentwürfen und autobiographischen Notizen, geschrieben in jenem anbiedernden theologischen Kauderwelsch, das zum Niedergang der protestantischen Predigt beigetragen hat, ist dieses in seiner Konzeption nicht nachvollziehbare, in seinen Gedankengängen sprunghafte Büchlein eher eine Art Promigucken als wirklich etwas zum Lesen.
Margot Kässmann: "Sehnsucht nach Leben "
In zwölf besinnungsaufsatzähnlichen Texten denkt die Ex-Vorsitzende der EKD über Leben und Liebe, Kraft, Heimat, Stille und ja, auch über Gott nach. Dabei schreibt sie Sätze wie: "Ein Nein ohne jedes Ja – das wurde auf lila Tüchern beim Kirchentag 1983 in Hannover gegen den Willen von Kirchentagsleitung und Evangelischer Kirche in Deutschland zum Symbol." "Ein Nein ohne jedes Ja", auf diesen wirren Nenner könnte man auch meine Meinung zu diesem Mischmasch von einem Buch bringen.

Margot Kässmann: Mehr als Ja und Amen

Gibt es Jämmerlicheres, als wenn Erwachsene beim Besuch im Kindergarten oder in der Grundschule so tun, als wären sie selbst Kindergartenkinder oder Grundschüler? Dieses literarische Leben auf Kredit, diese geborgte Naivität, dieses Sich-blöd-stellen mit großen Stauneaugen ist der basso continuo von Margot Kässmanns publizistischem Oevre. "Für dieses Buch habe ich über viele Monate Zeitungsauschnitte gesammelt und war am Ende fast erschlagen von der Vielfalt der Probleme, der Stimmen, der Ansätze", schreibt sie. Ein unnötiges Buch, von der Konzeption her Kraut und Rüben, in der Ausführung lieblos hingerotzt, ein Buch, dessen Leser sich wie zu Unrecht ans Kreuz geschlagen fühlen müssen.

(Denis Scheck 06.05.13)

Margot Käßmann: "Sehnsucht nach Leben"

Zwölf Aufsätzlein der Ex-EKD-Vorsitzenden zu Themen wie Mut, Trost, Liebe und Geborgenheit versammelt dieses leider illustrierte Büchlein. "Ich denke, jeder Mensch muss für sich selbst herausfinden, wo die eigenen Kraftquellen liegen", schreibt Margot Käßmann darin. Aus dem Mund einer FDP-Vorsitzenden klänge das akzeptabel, für eine protestantische Theologin aber ist das bis zur Selbstaufgabe lasch und opportunistisch: ein Offenbarungseid.

(Denis Scheck 25.09.11)

Margot Kässmann: "In der Mitte des Lebens"

Aus groupiehafter Sehnsucht nach der medialen Wiederaufstehung einer wegen Trunkenheit am Steuer zurückgetretenen Landesbischöfin und Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland ein grauenhaftes Mischmasch aus Sermon, Erbauungsliteratur und moralisierenden Textautomatenbausteinen über Monate an die Spitze der deutschen Bestsellerlisten zu jubeln – für solch merkwürdige Heiligenverehrung kennt man meines Wissens im Norddeutschen das schöne Wort "katholisch!"

(Denis Scheck, 30.01.11)

(Tammox 29.04.12)

Sie ist schon so lange als Liebling der Yellow Press und der Plapper-Talkshowhosts prominent in den Medien vertreten, daß man schon vergessen hat, wieso sie eigentlich bekannt wurde:

Pfarrerin seit 1985, Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages ab 1994, Bischöfin von Hannover ab 1999, manischer Aufmerksamkeitsjunkie, die mit jeder noch so privaten Sache (Eheprobleme, Krebserkrankung, Scheidung) sofort zur BILD-Zeitung rennt, um das publizistisch auszuschlachten. 2009 EKD-Ratsvorsitzende, 2010 Rücktritt weil sie betrunken am Steuer erwischt wurde, Herausgeberin des evangelischen Monatsmagazins Chrismon, von Sigmar Gabriel als Bundespräsidentinkandidatin vorgeschlagen, Botschafterin des Hasspredigers und eines der größten Antisemiten der Menschheitsgeschichte Martin Luther, neun Jahre Kolumnistin für das rechtsradikale Lügenblatt BILD am Sonntag, Mehrfachopfer des Streisandeffektes, Präsidentin der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft (EAK) zur Betreuung der Kriegsdienstverweigerer in Deutschland, Schirmherrin der bundesweiten Kampagne gegen Rüstungsexporte „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“, 2013 neben AfD-Chrupalla Erstunterzeichnerin des von Hardcore TERF Schwarzer und Putinella Wagenknecht initiierten „Manifests für Frieden“.

Ihre manische Kamerasucht verleitet sie immer wieder mit entwaffnender Doofheit, sagenhaft dämliche und nicht durchdachte Dinge von sich zu geben. Sie vertritt eine absolut perverse Form des Pazifismus, indem sie sogar die Befreiung Europas von Hitler, den Krieg zur Beendigung des Holocausts, als „ungerecht“ verdammt.

[…] Entgegen der Auffassung US-Präsident Barack Obamas gebe es für evangelische Christen keinen gerechten Krieg, sondern nur einen gerechten Frieden. Sie selbst könne allenfalls bejahen, dass die Uno mit Polizeikräften ausgestattet werde, um internationale Verbrechen zu verfolgen. Krieg sei jedoch für sie „nicht legitimiert, weil durch ihn am Ende immer die Zivilbevölkerung leidet.“ Auch hinsichtlich des Zweiten Weltkriegs frage sie sich, warum die Alliierten die innerdeutsche Opposition gegen die Nationalsozialisten vor 1939 nicht gestärkt und im Kriegsverlauf die Bahngleise nach Auschwitz nicht bombardiert hätten. [….]

(Wikipedia)

Die Waffenlieferungen an die Ukraine lehnt sie ebenso entschieden ab, wie den Afghanistan-Einsatz.

[…] „Nichts ist gut in Afghanistan. All diese Strategien, sie haben uns lange darüber hinweggetäuscht, dass Soldaten nun einmal Waffen benutzen und eben auch Zivilisten getötet werden. […] Aber Waffen schaffen offensichtlich auch keinen Frieden in Afghanistan. Wir brauchen mehr Fantasie für den Frieden, für ganz andere Formen, Konflikte zu bewältigen.“ [.…]

(Käßmann, Bischöfliche Weihnachtspredigt 2009)

Wie es ohne Krieg in Afghanistan, also ganz nach Käßmanns Idealvorstellung läuft, erleben 22 Millionen Frauen gerade: Völlige Entrechtung, Prügel, Schulverbot, Folter, Mord.

Man kann noch so pazifistisch sein, aber es gibt immer wieder Situationen, in denen es ohne militärische Gewalt nicht geht. Nur so konnte man Hitler stoppen, nur so den Völkermord in Bosnien-Herzegowina beenden, nur so die vom IS als Sexsklavinnen verschleppten Jesidinnen befreien.

Frappiernd an Käßmann ist ihre geradezu FriedrichMerzsche Erkenntnisresistenz. Natürlich wird sie seit 20 Jahren immer wieder gefragt, wie man denn ohne Kriegswaffen Genozide und blutige Diktatoren stoppen soll. Darauf hat sie, außer ärgerlichen Floskeln – „zunächst einmal würde ich mit den Taliban beten!“- bis heute keine Antworten. Diese grausame Taubheit gegenüber den Schreien der Opfer in Kombination mit ihrem hehren Anspruch als Friedens-Frau, macht Käßmann so unerträglich. Da spricht eine überprivilegierte, reiche weiße Christin, der man fast wünschen würde, doch mal mit ihrer modischen Kurzhaarfrisur, Hosen und der Bibel in der Hand durch Kandahar zu gehen, um da mit den Taliban zu beten. Ihr wird dort sicher nichts passieren, denn wie die überprivilegierte und untergebildete Dame ebenfalls immer betont, kann man nie tiefer Fallen, als in Gottes Arme. Daher fühle sie sich immer geborgen.

Zum Glück taucht Käßmann nach ihrer offiziellen Pensionierung etwas weniger in den Medien auf. Da fällt es leichter, sie zu ignorieren.

Gestern saß sie allerdings bei Maischberger, die zwar teilweise die richtigen Fragen stellte, aber nicht ein einziges mal nachhakte, obwohl die grenzdebile Bischöfin keine der Fragen beantwortete, sondern sich mit wolkigen Klagen herauswand.

Die „Altparteien“ könne sie nicht mehr wählen, weil die allesamt Waffenlieferungen in die Ukraine befürworteten, erklärte Käßmann. Maischberger entgegnete korrekt, nur AfD und BSW ergriffen Partei gegen die Ukraine, indem sie alle Waffenexporte nach Kiew verbieten wollten. Falls Käßmann nicht Wagenknecht oder Weidel wähle, wenn denn sonst?

Käßmann beantwortete dies nicht, Maischberger fragte nicht nach.

Teilweise geriet Käßmann regelrecht auf eine grenzdebile Bahn, ohne von der maximal desinteressierten Interviewerin angezählt zu werden.

So wurde ein Auszug aus einem Käßmann-Auftritt der Maischberger-Sendung vom 01.09.2015 gezeigt, um ihre damalige Position zu den nach Deutschland kommenden Flüchtlingen zu verifizieren.

[….] Käßmann: Wir haben immer gesagt, die DDR ist ein Unrechtsstaat, weil es keine Reisefreiheit gab. Vor 16 Jahren haben wir uns gefreut, dass Ungarn die Grenzen aufgemacht hat, weil wir gesagt haben, Freiheit, Reisefreiheit gehört dazu.  [……]

(Maischberger, 2015, ab Minute 12:50)

Natürlich war damals die Öffnung der ungarischen Grenze nicht 16, sondern 26 Jahre her! Nun könnte man sagen, gut, da hat sie sich um zehn Jahre vertan; für Theologen ist das ja kein Zeitraum.

Aber es ist ein Muster, wenn Käßmann sich politisch oder historisch äußert: Sie hat nicht die geringste Ahnung von der Materie, über die sie spricht.

Selbst Martin Luther, für den sie sich als langjährige „Luther-Botschafterin“ als Expertin ansieht, kennt sie offenkundig gar nicht, sondern reitet nur auf ihrem naiven Zerrbild des wahren Luthers herum. Historiker, die Luther erforschen, raufen sich die Haare angesichts des Unsinns, den Käßmann plappert.

[….] Der Göttinger Historiker Hartmut Lehmann übt Kritik an der evangelischen Theologin Margot Käßmann. In ihrer Eigenschaft als Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für das Reformationsjubiläum 2017 zeichne Käßmann ein falsches Bild von Reformator Martin Luther, schreibt Lehmann in einem Gastbeitrag für die "Zeit"-Beilage "Christ & Welt" (Donnerstag).

Diese Darstellung könne sich auch negativ auf das Verhältnis zur katholischen Kirche auswirken. Der Direktor am Max-Planck-Institut für Geschichte in Göttingen nennt als Beispiel die Spezialausgabe des Magazins "chrismon" vom 31. Oktober.

Das Titelbild zeigt in Anlehnung an den historisch nicht verbürgten Thesenanschlag von 1517 die Umrisse Luthers, der einen Hammer schwingt, darunter die Textzeile: "Er kann nicht anders: Martin Luther. Vielen Dank für ein Stück Freiheit." Käßmanns Editorial beginnt mit dem Luther zugeschriebenen Zitat "Hier stehe ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir. Amen."

"Einem Historiker wie mir fällt auf, dass beide Episoden, der Thesenanschlag wie der angebliche Satz auf dem Wormser Reichstag, aus dem Arsenal der Lutherlegenden stammen", so Lehmann. Wer 2012 die Darstellung des Thesenanschlag undifferenziert übernehme, "vergibt die Chance, das Gespräch mit der katholischen Kirche über eine weitere Annäherung zu intensivieren."   [….]

(Katholisch, 2013)

Was erwartet die Maischberger-Redaktion von einer Märchentante, die zum Ukraine-Krieg derartig hanebüchene Zahlen von sich gibt?

[….] Käßmann: Also, wir müssen doch irgendwie zu einem Waffenstillstand kommen, weil das, wenn gesagt wird, wir sind naiv als Pazifistin und Pazifisten nach mehr als viereinhalb Jahren Krieg und geschätzt mehr als 500 Millionen Toten muss doch da irgendwie ein Ende in Sicht kommen. Und ich bin keine Journalistin, ich bin keine Politikerin, ich bin Theologin und sehe die Menschen, die da ermordet werden und für die Ukraine wird es ja auch nicht besser.

Maischberger: 500 Millionen weiß ich nicht,….

Käßmann: Das sind schon vorsichtige Schätzungen!  [……]

(Maischberger, 17.09.2026, ab Minute 4)

Käßmann passt wirklich gut zu BSW-Putinella und den Russland-Fans in Ossi-Schwurbelstan.

Dienstag, 8. September 2026

Lethargie in Berlin

Man wünscht sich weniger Populismus und Aktionismus von „der Politik“.

Man hätte lieber Politiker, die mit kühlem Kopf entscheiden, die erst einmal nachdenken, bevor sie irgendwelche vorschnellen martialischen Ansagen in die Welt hinausmerzen.

Noch erstaunlicher sind aber jahrelange Ignoranz und Untätigkeit in Berlin. Der vorgestrige, wieder sehr sehenswerte Presseclub zum Thema „Drohnen, Sprengstoff, Sabotage: Wie reagieren auf Russlands Angriffe?“ wies erstaunt daraufhin, wie seit sechs Jahren, spätestens ab dem Februar 2022 landauf, landab gefordert wird, Deutschland müsse eine Drohnenabwehr aufbauen. Fähig werden, Drohnen nicht nur zu erkennen, sondern auch zu stoppen. Das Zuständigkeitschaos müsse dringend beendet werden.

Geschehen ist aber so gut wie nichts. Nach anderthalb Jahren im Amt hat der zuständige Innenminister nur eine markige Ansage, aber keine Taten vorzuweisen.

„Laut einer Analyse, die dem WDR, NDR und der SZ vorliegt, haben die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern allein im laufenden Jahr 165 Sabotageverdachtsfälle registriert.“ Die Bundesregierung reagiert darauf mit einem knackigen Schulterzucken. Ihr gelang es nicht, auch nur eine einzige dieser Drohnen abzufangen. Nur ein couragierter Busfahrer, der zufällig am Leipziger Flughafen spazierte, konnte bisher eine der hunderten russischen Drohnen mit einen geschickten Fußkick abfangen.

[….] Am Flughafen Leipzig/Halle stoppte kein Abwehrsystem die Sprengstoff-Drohne, sondern ein Mann im Nachtdienst. Jetzt ermittelt die Bundesanwaltschaft.

Ein Mitarbeiter des Flughafens Leipzig/Halle hat eine mit Sprengstoff bestückte Drohne mit einem Fußtritt aus der Luft geholt. Nach Angaben des sächsischen Landeskriminalamts bemerkte er das Fluggerät in der Nacht zum Mittwoch auf der Start- und Landebahn "Südpiste". Es befand sich demnach nahe einer ukrainischen Transportmaschine vom Typ Antonow AN-124 Condor. Die Bundespolizei untersuchte den Gegenstand anschließend mit einem Sprengstoffroboter und entfernte den Zünder.  [….]

(T-online.de, 06.08.2026)

Ein ähnliches Bild beim Klimaschutz und der gleichzeitig notwendigen Klimaanpassung. Zu den 15.000 Hitzetote dieses Sommers in Deutschland schweigt der Kanzler. Offenbar sieht niemand im Kanzleramt Handlungsbedarf. Keine Notwendigkeit Kindergärten, Schulen, Altersheime, Pflegeeinrichtungen, Kurkliniken und Krankenhäuser mit Klimaanlagen auszustatten. Wo andere Länder, wie Frankreich, längst gehandelt haben, herrscht in Deutschland einfach nur Lethargie.

Die Großstädte Paris, London, Kopenhagen werden massiv transformiert.

Sogar Warschau wurde in den letzten Jahren großflächig entsiegelt und mit Bäumen bepflanzt, um die Bewohner vor Hitze zu schützen und die Lebensqualität zu verbessern.

[….]  Bäume. Auf einmal ist die Innenstadt voll davon. Links und rechts der Marszałkowska wechseln sich Laubbäume mit Blumenbeeten und Büschen ab. In der Mitte wurde eine weitere Allee aus Ulmen und Linden angelegt, sie begleitet die Straßenbahn. Neben dem breiten Fußweg verläuft nun auch ein großzügiger Radweg. Die Autofahrer mussten Platz abgeben, jeweils zweispurig in jede Richtung dürfen sie trotzdem noch fahren.

Und es gibt Sitzbänke. Alle paar Meter. Ganz klassische, manchmal einzelne Stühle, dann wieder ganze Sitzlandschaften. Alle besetzt. Als hätten knapp zwei Millionen Hauptstadtbewohner nur darauf gewartet, sich endlich mal im trubeligen Zentrum gegenüber vom Warschauer Kulturpalast in den Schatten neuer Bäume setzen zu können. Die neu gepflanzten Bäume sind bis zu zehn Meter hoch und können schon allein stehen, ohne Stützen.

Gefühlt begegnet man täglich einer neuen Pflanze [….]

(Viktoria Großmann, 30.08.2026)

Nur in Merzland passiert rein gar nichts. Wie auch bei Wärmepumpen, E-Mobilität und Digitalisierung, reagiert Berlin mit maximaler Schläfrigkeit auf die sich rasant verändernde Welt.

Friedrich, der Lethargische tut nichts. Jedenfalls nicht, das Notwendige.

Da passt es perfekt ins Bild, wie Deutschlands Schüler im internationalen Vergleich weiter massiv verblöden, weil die notwendigen Investitionen ins Bildungssystem ausbleiben.

[….] Das Smartphone, speziell: Social Media ruiniert die Lesekompetenz, die Schere zwischen stärkeren und schwächeren Schüler*innen vergrößert sich – und was dabei alles andere als hilfreich ist: ein früh aussortierendes Schulsystem. Das sind vielleicht die bemerkenswertesten Ergebnisse der neuen Pisa-Studie der Gesellschaft für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, OECD. Deutschland schneidet in den drei getesteten Feldern Mathematik, Naturwissenschaften und Lesekompetenz, wie auch schon bei der letzten Pisa-Erhebung 2022, in etwa beim Durchschnittswert der rund 90 teilnehmenden Länder ab – am schlechtesten mit Platz 26 in Mathematik.

Allerdings sind die Ergebnisse so schlecht wie noch nie: Rund 20 Prozent der 15-Jährigen erreicht in allen drei getesteten Kompetenzen nicht mal mehr ein Basisniveau – also etwa das Verstehen einfacher Texte. In den Naturwissenschaften liegt man erstmals seit 2006 knapp unter dem OECD-Durchschnitt.

„So schlecht wie noch nie“, fasste Studienleiter Samuel Greiff von der Technischen Universität München die Ergebnisse am Dienstag zusammen. In Mathematik bedeuteten fehlende Basiskompetenzen etwa, dass „Jugendliche keine einfache Prozentrechnung mehr durchführen können, zum Beispiel, um herauszufinden, ob sich ein Rabatt im Supermarkt lohnt“.

„Ohne Zweifel besorgniserregend“ nannte auch Bildungsministerin Karin Prien (CDU) die Ergebnisse. Aus deutscher Sicht sei insbesondere beunruhigend, dass es einen anhaltend stabilen „Trend nach unten“ gebe und „die soziale Schere weiter aufgehe“. [….] Am größten sind die Leistungsunterschiede – sprich: am ungerechtesten sind die Schulsysteme – in Luxemburg und den USA. Aber auch Deutschland kommt nicht gut weg: [….] Als Gegenbeispiel nennen die Bildungsforscher*innen Finnland oder Island, wo die Schulwahl fast überhaupt keinen Einfluss auf das Abschneiden der Jugendlichen hat. In beiden Ländern lernen Kinder, im Gegensatz zum deutschen Schulsystem, lange gemeinsam.

Ein bisschen Licht im langen Pisa-Schatten 2025 wollte die Bildungsministerin dann aber doch noch erkennen: Anders als vor 25 Jahren sei man „nicht mehr überrascht“ von den schlechten Ergebnissen und wisse, was zu tun sei. [….] 

(Anna Klöpper, 08.09.2026)

Super. Immerhin keine Überraschung. Wir wissen seit 25 Jahren, wie dysfunktional das deutsche Bildungssystem ist. Da können wir also beruhigt weiterhin untätig die Hände in den Schoß legen.


Noch ein Thema, das beim Kanzler der Milliardäre und Fossillobbyisten keine Priorität genießt. Dieser Kanzler kann es einfach nicht.

Mit sicherem Griff ins Klo sucht er die falschen Themen und vernachlässigt das wirklich Wichtige.

[….] Bildung muss endlich Priorität haben[….] Deutsche Schülerinnen und Schüler schneiden im Lesen und Rechnen schlechter ab denn je. Für Bund und Länder gibt es keine Ausreden mehr. Denn im Ausland läuft es besser. [….] Das ist bedenklich. Denn es bedeutet, dass es eine historisch hohe Zahl an Kindern im Land gibt, die im Alltag oder im späteren Berufsleben erhebliche Probleme haben dürften. Und dass im Bildungssystem in seiner jetzigen Form zu viele Talente verloren gehen, auf die Deutschland aber nicht verzichten kann. Die Wirtschaft im demografischen Wandel braucht gut gebildeten Nachwuchs, klar. Aber vor allem benötigt unsere Gesellschaft aufgeklärte junge Menschen, die die Demokratie mit Leben füllen.

Die Ergebnisse der neuen Pisa-Studie sind besonders deshalb erschreckend, weil sie alles andere als überraschend kommen, sie schreiben einen klaren Trend fort: Zieht man Linien zwischen den deutschen Testwerten von 2012 bis 2025, dann fallen diese seither konstant ab. Die entscheidende Frage ist also: Warum haben die zuständigen Politiker es so lange nicht geschafft, dieses einfache Liniendiagramm richtig zu interpretieren und entsprechend zu handeln? [….]

(Vinzent-Vitus Leitgeb, 08.09.2026)

Samstag, 29. August 2026

Konkrete Politik

Meine Verachtung gegenüber Friedrich Merz scheint eben nicht maximal zu sein, da sie erstaunlicherweise täglich immer noch anwächst. Ich fürchte, den justiziablen Bereich zu betreten, wenn meine Gefühle und Wünsche für ihn tatsächlich in Worte fasse.

Nun ist aber „Wut gegen die da Oben“ und pauschale Ablehnung das Geschäft der Populisten. Dagegensein ist leicht. Dagegensein ist leicht, wenn man nur ein diffuses „mir soll es besser gehen“ in die Waagschale legt und die Ziele (Gerechtigkeit, Wohlstand) allgemein bleiben. Schwer ist es, konkrete Ziele zu benennen und einen realistische Weg aufzuzeigen, wie das gelingen soll.

Das beste Beispiel ist der heiße Krieg in der Ukraine: AfD, BSW und teilweise bedauerlicherweise auch die Linke, sind gegen den Krieg, stören sich an den gewaltigen Ausgaben für Waffen.

Putinella Wagenknechts Epigonen gehen soweit, die ganz große antisemitische Keule rauszuholen, um sich als Friedensfreunde zu inszenieren.

Das sind perfide Methoden, denn wer, außer der Rüstungsindustrie und ihren Profiteuren, wünscht sich keinen Frieden in der Ukraine? 

Aber was passiert, wenn wir keine Waffen mehr liefern? Was kommt danach, wenn der schreckliche Zustand des Schießens endet? Kapitulierte die Ukraine aufgrund ihrer Auszehrung und Waffenknappheit, spricht leider alles für eine  Verschlechterung der Lage. Die Falken des Kremls könnten sich bestätigt fühlen und den naheliegenden Schluß ziehen, nun weitere Länder an ihrer Westseite anzugreifen. Außerdem wären Rache-Massaker an der Ukrainischen Zivilbevölkerung wahrscheinlich. Deswegen kann man sich ein Ende der Kämpfe nur wünschen, wenn belastbare Sicherheitsgarantien für die Ukraine implementiert werden. Sicherheitsgarantien, von denen bisher niemand weiß, wie die aussehen könnten.

Solange aber keiner der selbsternannten Friedensengel von Alice Schwarzer über das BSW bis zu Alice Weidel, eine Million schwer bewaffnete UN-Blauhelme aus dem Hut zaubern kann, die sich kostenlos und dauerhaft in der Ost-Ukraine stationieren lassen, wird es nichts mit dem schnellen Frieden.

Leider verhält es sich mit dem Bundeskanzler Merz ganz ähnlich. So sehr ich mir wünsche, er möge irgendwie verschwinden, als Politiker scheitern, zurücktreten, weggemobbt, ersetzt, abgewählt werden, so wenig taugt das Szenario, wenn man etwas weiter, als bis zur Nasenspitze denkt.

Die schwarzrote Sitzmehrheit im Bundestag beträgt 328 von 630.

Es sind also nur 12 Stimmen mehr als die Kanzlermehrheit, die Merz bekanntlich beim ersten Anlauf verfehlte. Damals verfügte er aber über eine frische Legitimation, da er als Spitzenkandidat bei der Bundestagswahl die meisten Stimmen bekommen hatte. Die Sozialdemokraten achten das Votum des Souveräns, auch wenn sie den Sauerländer Simpel persönlich nicht ausstehen können. 

Merz bleibt aber laut unserer Verfassung so lange im Amt bis ein anderer Kandidat eine Kanzlermehrheit von mindestens 316 Stimmen erreicht. Aber ohne Neuwahlen wäre das nahezu ausweglos, da derjenige sich nie dem Votum des Volkes stellte – „er/sie stand „nicht auf dem Wahlzettel“. Zudem gab es in der SPD-Fraktion nach dem Mai 2025 schwere Verletzungen durch die CDU (Frauke Brosius-Gersdorf!), die nicht dazu beitragen dürften, erneut einen C-Kanzler zu wählen. Für noch gravierender halte ich die Frustrationen innerhalb der C-Fraktion. Die „Junge Gruppe“ der CDUCSU, bestehend aus 18 Abgeordneten, grollt der eigenen Parteiführung. Eine weitere Gruppe will grundsätzlich nicht mehr mit der SPD koalieren und streckt lieber die Fühler zu den Nazis aus. Hinzu kommen Spahn und seine Getreuen, deren Sinn nach Rache steht.

Ja, es wäre schön, wenn Merz einfach „weg“ wäre. Aber die SPD kann die Koalition nicht aufkündigen, weil es in diesem Bundestag keine andere mögliche Kanzlermehrheit ohne die Nazis gibt.

Bleiben also Neuwahlen, die aber erst Recht keine Option sind, weil alle Umfragen jetzt schon ganz eindeutig die Nazis weit vorn sehen.

Fänden Wahlen auch noch im Zuge einer zweiten frühzeitig gescheiterten Regierungskoalition satt; erst Ampel, dann Kleiko; hätten die Nazis noch viel mehr Munition, um gegen „die Altparteien“ zu hetzen. Sie kämen locker auf über 30%.

Kein vernünftiger Mensch kann sich das wünschen.

Daher bleibt einem Linksgrünversifften wie mir nur eine realistische Option: Ich muss mit geballten Fäusten in der Tasche Merz und seiner Regierung Erfolg wünschen. Eine höchst unangenehme Position, weil ebenso offensichtlich ist, wie grundfalsch die Weichenstellungen von Reiche, Prien und Dobrindt sind.

Nun kann die SPD aber die schwersten CDUCSU-Fehler abwenden und auch einen Teil der Regierungsarbeit gestalten. Hubig und Schneider und Pistorius machen einiges richtig. Zudem wird extrem viel Geld ausgegeben.

Mit viel Phantasie ist als ein kleines Wirtschaftswachstum und eine allgemeine Stimmungsaufhellung vorstellbar.

Der Kanzler selbst bleibt aber ein großer Unsicherheitsfaktor, wie Ulrike Herrmann oder Melanie Aman nicht müde werden, zu betonen.

Selbst wenn die Bundesregierung lernt, sich besser abstimmt, eingroovt, Erfolge vorweisen kann, besteht immer die Möglichkeit, daß der Kanzler (wie bei der Kabinettsumbildung) ganz allein durch seine sagenhafte Unfähigkeit alles wieder zerstört. Er kann es einfach nicht und dadurch wird jeder einzelne Auftritt zu einem enormen Risiko. Die vier besten Wochen hatte die Koalition, als er im Urlaub war.

Nun tritt er bedauerlicherweise wieder öffentlich auf und steuert zielsicher die größten Fettnäpfe an, in die er mit Wonne bauchklatschert.


Einfach schauerlich, wie er bei RTL auf eine Kinderärztin losging.

[…] Merz ist dünnhäutig, herablassend und belehrend. Sein Auftritt bei RTL war an #Fremdscham kaum zu überbieten. Man fragt sich nur noch, wann die CDU ihn stürzt. Bzw. wann die CDU stürzt, da eben nicht nur der Chef dieser Partei das Problem ist. Merz behandelt Bürger am Tisch, als seien sie kleine Kinder, denen er mal ordentlich die Leviten lesen müsse. Seine #Körpersprache: zunächst verschränkte Arme, wenn er trotzig wird. Dann im nächsten Moment den Kopf kiebig nach vorne gelehnt - und los geht die Tirade aus Meckerei und Mimimi.

Merz vollzieht z.B. sehr virtuos das Kunststück, sich in einem Satz zu widersprechen. Er habe angeblich bei der Stadtbilddebatte nicht Migrant:innen gemeint, sondern die „#Verwahrlosung der Innenstädte“. Warum sollen wir dann die Töchter fragen? Weil die Angst vor Müllpapier in der Ecke haben?

Merz habe die #Stadtbild-Debatte nie „an der Hautfarbe festgemacht“, das hätten ihm die #Medien so in den Mund gelegt. Im gleichen Atemzug spricht er dann von einem „erheblichen überdurchschnittlichen Ausländeranteil“ bei der Kriminalität. Halten wir fest: Merz würde seinen #Rassismus nicht mal erkennen, wenn er hupend und blinkend mit Feuerwerk vor ihm stehen würde.

Noch nie gab es das, dass man sich einen #Regierungschef zurück in den Urlaub wünscht. Bei Merz ist das anders. Wie er eine Kinderärztin anblafft, die sich wirklich seit Wochen gegen den Wahnsinn stemmt, den seine #CDU im #Gesundheitswesen anstellt. Wie er dann eine andere Frau am Tisch im RTL-Studio „mansplained“, dass sie quasi keine Ahnung von Kriminalitätszahlen habe.

Merz ist dermaßen abgehoben - er fliegt gefühlt 24/7 sein Privatflugzeug. Aber wie heißt es in der #Fliegerwelt so schön? Runter kommen sie alle mal. […]

(Marc Raschke, 28.08.2026)

 

Und Merz wäre nicht Merz, wenn er es nicht schaffte, seine Grube anschließend noch tiefer auszuheben. 

[….] Der Streit zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und der Kinderärztin Bea Merscher endete offenbar nicht vor den Kameras. Schon während der RTL-Sendung "Am Tisch mit Friedrich Merz" waren beide heftig aneinandergeraten. Nach der Aufzeichnung kam es nach Darstellung Merschers zu einer weiteren Konfrontation.  Beim anschließenden Fototermin habe Merz ihr vorgeworfen, ihre Aussagen in der Sendung seien "straffällig" gewesen, erzählte die 39-Jährige der "Bild"-Zeitung. Merscher schlug dem Kanzler demnach dennoch ein weiteres Treffen vor. Seine Reaktion beschreibt sie so: "Er lachte mich aus!"

Merscher ließ nach eigenen Angaben nicht locker. Sie habe Merz darauf hingewiesen, dass sie bald ohnehin in Berlin sei – bei einer von ihr angemeldeten Demonstration in der Nähe des Kanzleramts. Doch auch darauf habe Merz ablehnend reagiert. "Ganz sicher nicht!", soll der Kanzler gesagt haben.

Merschers Darstellung wird von Oliver Bernt gestützt, der ebenfalls an der RTL-Diskussion teilgenommen und Merz dort kritisiert hatte. In einem Instagram-Video bestätigt Bernt die Schilderungen der Ärztin. [….] Merscher nimmt ihre Aussagen nicht zurück. "Zu den Aussagen stehe ich immer noch", sagte sie der "Bild". Merz’ Haltung sei "realitätsfern". Der Kanzler könne ihrer Ansicht nach nicht verstehen, "wie es ist, auf 25 Euro angewiesen zu sein". Ihr Fazit nach dem Aufeinandertreffen fällt entsprechend aus: "Man erwartet nichts und wird trotzdem enttäuscht!"  […]

(T-Online, 29.08.2026)

Was ist Merz nur für ein charakterlicher Totalausfall!

Aber vor allem:  Wie kann er nur nach anderthalb Jahren im Amt und homöopathischen Beliebtheitswerten immer noch nicht kapieren, wie unmöglich er sich öffentlich macht, wenn er auf Schwächere eindrischt und seine Larmoyanz inszeniert? Natürlich FÜHLT er so, aber jeder Politiker, mit einem höheren IQ als Zimmertemperatur, würde sich zusammenreißen und das nicht mehr laut aussprechen! Aber Merz ist nach Lage der Dinge, das Beste, das wir realistischerweise als Kanzler haben können. 

Freitag, 21. August 2026

26:2

Neues von den akademisch-kriminellen Mauschlern bei den Konservativen.

Es hat wieder jemanden erwischt. Wer sich bei CDUCSU oder AFDP engagiert, bringt a priori eine gewisse moralische Verkommenheit mit.

Menschen mit Anstand, die sich selbstlos der Allgemeinheit und der Solidarität verpflichtet sehen, gehen natürlich eher zu Grünen und Sozis.

Wer hingegen egoistisch denkt, seinen eigenen Vorteil sucht, sich gern über andere erhebt, wer diskriminiert und Gelegenheiten sucht, die eigenen Taschen vollzustopfen, ist bei schwarzgelbbraun richtig.

Ihre Kommilitonen, ihre Doktorväter und ihre Universitäten zu betrügen, ist für Rechte daher nur ein Kavaliersdelikt. Für Schwarze und Gelbe ist es ein NoLose-Spiel.

So ein Doktortitel macht sich gut beim Wähler und falls man doch beim Schummeln erwischt wird, kann man in CDUCSUFDP dennoch weiter Karriere machen – siehe von der Leyen, Scheuer, Huber, Djir-Sarai.

Es wird Zeit, mal wieder durchzuzählen:

Mit penetranter Ehrlichkeit macht man sich das politische Leben schwer. Honoriert wird es schon gar nicht. Die größten Lügner wie Schäuble oder von der Leyen sind die beliebtesten Minister überhaupt.  Eine echte Konservativen-Domäne ist aber das Erschleichen von Titeln.

Siegfried Haller (SPD) (?) Leiter des Leipziger Amtes für Jugend, Familie und Bildung

Uwe Brinkmann (SPD) ehemaliger Juso-Chef Hamburgs

Karl-Theodor von und zu Guttenberg (CSU) ehemaliger Polit-Gott

Veronica Saß (Parteilos?) Edmund Stoibers (CSU) Tochter

Silvana Koch-Mehrin (FDP) Europaabgeordnete

Jorgo Chatzimarkakis (FDP) Europaabgeordneter

Margarita Mathiopoulos (FDP), Westerwelle-Beraterin

Bijan Djir-Sarai (FDP) Bundestagsabgeordneter

Kai Schürholt (CDU) Bürgermeisterkandidat Landau

Matthias Pröfrock (CDU) Landtagsabgeordneter BW

Andreas Kasper (CDU), viele regionale Parteiämter in NRW

Bernd Althusmann (CDU), ehemaliger Niedersächsischer Kultusminister und Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK)

Roland Wöller (CDU) Sachsens Kultusminister

Johannes Hahn (ÖVP) EU-Kommissar für Regionalpolitik

A posteriori aus der Liste herausnehmen werde ich hiermit Siegfried Haller (kein Politiker) und Veronica Saß (kein politisches Amt; sie kann ja nichts dafür wer ihr Vater ist).

Frank Steffel (CDU, „Bimbos, Kanaken, Mongos“)

CSU-Bezirksrat Dominic Stoiber

Annette Schavan (CDU)

CSU-Landrat Jakob Kreidl

Andreas Scheuer (CSU, „Wer betrügt, der fliegt!“)

CSU-Generalsekretär Martin Huber

Sozialstaatssekretär Wolfgang Dippel (CDU)

Der österreichische Innenminister Gerhard Karner (ÖVP)

Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann (ÖVP)

Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP)

Fraktionsvorsitzende der CDU im Berliner Abgeordnetenhaus, Florian Graf

Franziska Giffey (SPD)

CDU-Europaparlamentarier Sven Simon

Berliner Verkehrssenatorin Schreiner (CDU)

 Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU)

Das ist das 25:2!

Die Hintergründe/Links gibt es hier.

Die Abstumpfung gegenüber der akademischen CDU-Skandale scheint allerdings ähnlich weit fortgeschritten, wie die Toleranz der Rechten gegenüber Kindesmissbrauch. Man muss schon länger googeln, um etwas zum Voigt-Skandal zu finden. Keine Konsequenzen, kein Rücktritt, keine Kritik. Nur Achselzucken. Akademisches Betrügen ist nun einmal vollakzeptiert unter Top-CDUlern.

Mittlerweile manövrierte sich der Thüringische MP Voigt noch tiefer in den Sumpf. Der Mann agiert bar jeden Schamgefühls; nicht nur plagiierte er bei seiner Doktorarbeit; auch seine Reden stammen nicht etwa von ihm (oder seinem Team), sondern von der KI. Mit kaum zu überbietender Dreistheit schrieb er einen Gastbeitrag für die FAZ, den er in wesentlichen Teilen nicht selbst verfasste.

[….]  Mario Voigt schreibt gern Gastbeiträge in Zeitungen. In einem erläutert der Ministerpräsident im April in der Thüringer Landeszeitung, wie Thüringen wettbewerbsfähig bleiben soll. "Es muss in allen Bereichen gezielt in Digitalisierung und Künstliche Intelligenz investiert werden", schreibt Voigt. Letztere hat er offenbar selbst intensiv genutzt. Voigt ließ Gastbeiträge und Reden mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) schreiben. Selbst beim Gedenkakt für die Opfer des Nationalsozialismus soll KI geholfen haben. Das fand das Online-Portal "FragDenStaat" heraus. Voigt selbst findet das völlig normal.

Tatsächlich lassen viele Politiker mittlerweile ihre Reden mithilfe von KI aufpimpen, doch Voigt ist dabei offenbar ein entscheidender Fehler unterlaufen. In einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung zitierte Voigt drei Experten wörtlich. Ihre Zitate aber lassen sich, auch nach unseren Recherchen, nirgends finden. Die FAZ hat den Text von Mario Voigt nach den Ergebnissen von "FragDenStaat" nun von ihrer Webseite gelöscht und im Archiv gesperrt. Nach ihren Angaben verstößt die Verwendung von KI-generierten Formulierungen gegen ihre Grundsätze. Die Thüringer Staatskanzlei hatte dazu erklärt, dass "Künstliche Intelligenz im Jahr 2026 zum Arbeitsalltag moderner Organisationen gehört".  [….]

(ZDF, 11.06.2026)

Die moralische Verkommenheit der Ost-CDUler erreicht immer neue Tiefen. Nicht nur gab er Sätze der KI als seine eigenen aus, er ließ sie noch nicht einmal auf Fakten prüfen.

[…] Thüringens CDU-Ministerpräsident Mario Voigt lässt sich seine Reden wohl mit KI schreiben. Das ist peinlich und ein gefundenes Fressen für die extreme Rechte. […] Mario Voigt ist ein Freund der Technik. „Digitalisierung und Staatsmodernisierung“, ließ der Ministerpräsident von Thüringen vor wenigen Tagen mitteilen, „gehören für uns zum Kern einer handlungsfähigen Politik und eines Staates, der im Alltag besser funktioniert“. Ein Satz zum gepflegten Wegdämmern und Sofortvergessen. Tröstlich immerhin, dass der etwas dröge CDU-Politiker für das Ausdenken von derlei Drögheiten nicht allzu viel Zeit seines eigenen Politikeralltags verloren haben dürfte.

Das Texterkennungsprogramm Pangram kommt jedenfalls zu dem Schluss, dass der Satz mit 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) erstellt wurde. Wie wohl viele andere Beiträge von Mario Voigt auch. Das Portal „Frag den Staat“ hat jetzt mal zahlreiche Reden und Texte durch Pangram gejagt. Das Ergebnis: Bei neun von elf Reden kommt das leicht zu bedienende Analysetool auf einen KI-Anteil von weit über 50 Prozent. Drei Reden scheinen vollständig KI-generiert zu sein.

Zu Letzteren gehört demnach ausgerechnet eine Ansprache zum Holocaust-Gedenktag vom 29. Januar 2025. Über die Überlebenden der Verbrechen der Deutschen sagte Voigt dann Sätze wie: „Ihre Augen waren leer und zugleich unendlich tief – Zeugnisse von Verlust, Schmerz und einer Frage, die bis heute auch unsere sein muss: Wie konnte das geschehen?“ […] Dass ein Ministerpräsident für eine Morgen eh schon wieder vergessene Pressemitteilung auf KI-generierte Satzbausteine zurückgreift – geschenkt. Dass er sich aber nicht einmal die Mühe zu machen scheint, einer Rede zum Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz und dem Gedenken an sechs Millionen ermordete Jüd:innen eigene Gedanken beizugeben, ist dagegen erbärmlich. […] Thüringens Regierungschef gehört da augenscheinlich aber nicht dazu. Der Landesvater vertraut seinen Mitarbeiter:innen blind, die wiederum der KI blind vertrauen.  Dabei stellt ein im Sommer 2025 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung unter Voigts Namen erschienener Gastbeitrag unter Beweis, dass das nicht immer die allerbeste Idee ist: Laut Frag den Staat waren die hier eingestreuten Zitate von drei Wissenschaftlern „frei erfunden“. Die KI hatte sie wohl einfach halluziniert. Der Beitrag beschäftigte sich übrigens mit den Gefahren von Smartphones und Internet für Kinder. […]

(Rainer Rutz, 10.06.2026)

Sein Einspruch gegen den Entzug des von ihm erschummelten Doktortitels wurde inzwischen abgewiesen. Aber statt peinlich gedemütigt mit gesenktem Haupt zurückzutreten, klagt der CDUler nun kackfrech gegen seine Universität am Verwaltungsgericht.

[….] Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) hat gegen die Aberkennung seines Doktortitels durch die Technische Universität Chemnitz Klage eingereicht. Nach Angaben des Verwaltungsgerichts Chemnitz ist die Klageschrift eingegangen. Die TU Chemnitz werde nun zunächst zu einer Stellungnahme aufgefordert. Ein Termin für eine Verhandlung steht noch nicht fest. Dieser sei in den nächsten zwei Monaten auch nicht zu erwarten.

Die TU Chemnitz hatte im Januar nach einer langwierigen Prüfung beschlossen, dem CDU-Politiker den Doktorgrad zu entziehen. Sie wirft ihm vor, in seiner Dissertation aus dem Jahr 2008 mit dem Titel "Der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf: George W. Bush gegen John F. Kerry" unsauber gearbeitet zu haben. Ein Widerspruch Voigts gegen die Aberkennung wurde im Juli zurückgewiesen. Damit blieb ihm nur noch der Gang vor das Verwaltungsgericht.  […..]

(MDR, 14.08.2026)

Auch der 26. konservative akademische Betrugsfall stammt aus dem ostdeutschen CDU-Sumpf.

[…] Der als „Plagiatsjäger“ bezeichnete Kommunikationswissenschaftler Stefan Weber aus Österreich hat nach eigenen Angaben mehr als 80 Plagiate in der Doktorarbeit von Berlins Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) gefunden und wenige Wochen vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin ein Gutachten dazu veröffentlicht. Konkret spricht Weber von „83 Plagiatsfragmenten“. Badenberg lässt die Vorwürfe nach Medienberichten nun untersuchen.  Badenberg sagte der Berliner Zeitung und dem Tagesspiegel, dass ihre Arbeit „nach bestem Wissen und Gewissen angefertigt“ worden sei. „Ich habe die Universität zu Köln gebeten, meine Dissertation unabhängig und umfassend zu prüfen. Die wissenschaftliche Bewertung einzelner Fundstellen ist Gegenstand dieses Verfahrens.“ Ihre Dissertation hat Badenberg demnach im Jahr 2005 an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Köln abgelegt. Inhaltlich nahm sie keine Stellung zu den Vorwürfen.  Badenberg tritt bei der Abgeordnetenwahl als Spitzenkandidatin in Charlottenburg-Wilmersdorf an[…] Die CDU in Berlin stellte sich hinter Badenberg. Sie sei „eine herausragende Justizsenatorin, die für Berlin viel bewegt“, teilte Finanzsenator Stefan Evers mit, der bei der Abgeordnetenhauswahl als Spitzenkandidat der CDU antritt. […]

(SZ, 20.08.2026)

Die Berliner CDU, insbesondere die Gewächse des Wegner-Senats, besteht fast ausschließlich aus windigen Gestalten. Allerdings gehören Lug und Betrug zur DNA der Hauptstadt-Christdemokraten. Landowski! Diepgen! Da fällt Wegner gar nicht besonders auf. Während aber CDU-Frank Steffel seine Berlin-Wahl schon verloren hat, während Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson ihren Job schon los ist und wegen Untreue in einem besonders schweren Fall“ mit einem Bein im Gefängnis steht, während CDU-Kultursenator Joe Chialo längst zurücktreten musste und während CDU-Kulturstaatssekretär Oliver Friederici bereits geschasstwurde, befindet sich Wegner noch in Amt und Unwürden. Der aktuelle Spitzenkandidat Evers zeigte bereits eindeutig wes Geistes Kind er ist: Den richtigen Generalsekretär haben die Berliner Unionisten für ihren neuen starken Evers auch gefunden.

[….] Stühlerücken bei der Berliner CDU: Kaum ist Stefan Evers als Nachfolger des über die Tennis-Affäre gestolperten Kai Wegner ins Amt des Spitzenkandidaten und Landesvorsitzenden gerutscht, stellt er schon sein Team neu auf. Der Bundestagsabgeordnete Lukas Krieger soll künftig als Generalsekretär des Landesverbands fungieren. [….] Krieger soll nun vor allem nach innen wirken, um die Partei für den Wahlkampf zu mobilisieren, wie die »Berliner Morgenpost« berichtet. [….]  

Ein Großteil der innerparteilichen Kontakte Kriegers geht noch auf seine Zeit in der Jungen Union zurück. In dieser Zeit liegt aber auch ein Skandal, der fast das Ende der politischen Karriere Kriegers bedeutet hätte. Im Jahr 2016 tauchte ein Video auf, das Krieger als Funktionär der Schüler-Union bei einem Ausflug im lettischen Riga 2005 mit Parteikollegen zeigt. In dem Video wird ein Hakenkreuz-Abzeichen gezeigt, anschließend blickt Krieger in die Kamera und sagt: »Ich denke, dass wir uns darum kümmern müssen, dass wir in Deutschland auch wieder als Deutsche erkennbar sind, dass Deutschland deutsch bleibt und wir gegen den jüdischen Bolschewismus durchaus vorgehen.« [….] Das Video, das schon vor seiner Veröffentlichung in CDU-Kreisen kursierte, zwang Krieger zum zeitweiligen Parteiaustritt. Nach vierjähriger Pause konnte er seine Parteilaufbahn jedoch fortsetzen. [….]

(Marten Brehmer 15.07.2026)

Mit der Betrügerin Badenberg, steht es bei den Schummel-Titeln 26:2 für die Rechten.  

Verkehrssenatorin Schreiner, Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson, Kultursenator Joe Chialo, Justizsenatorin Badenberg, davor der Bürgermeisterkandidat Steffel – für den Senat setzt die Berliner CDU konsequent auch Lügner und Betrüger. Auf extra primitive Kampagnen für extra verblödete Wähler.

Dienstag, 18. August 2026

Angst vor den bösen Bildern

Die Gründe, weswegen Merz und Reiche, Linnemann und Söder, Frei und Bär, ihre längst von der Realität eingeholten Fossillobby-Märchen nicht räumen, liegen auf der Hand:

§  Die enorme Finanzkraft der Öl/Gas-Konzerne

§  Die ideologische Verbohrtheit.

§  Die Unfähigkeit, Fehler einzugestehen

§  Der Unwille, eine Lebenslüge aufzugeben

§  Intellektuelle Unzulänglichkeit, Verwechslung von „Wetter“ und „Klima“

§  Die Missgunst gegenüber RRG, die nicht Recht haben sollen

Dr. Wiebke Winter, 30, CDU, 2025 Fraktionsvorsitzende und Oppositionsführerin in der Bremischen Bürgerschaft, CDU-Spitzenkandidatin für die Bürgerschaftswahl 2027 und Mitglied des Präsidiums der CDU Deutschlands, bringt es auf den Punkt:
Ja, die CDU könnte sich gegen den Klimawandel engagieren, aber mit der Übernahme dieser „Grünen Themen“ helfe man letztendlich den Grünen.

Honi soit qui mal y pense ; offenkundig versteht die CDU doch, wen sie mit der Übernahme der AfD-Forderungen groß macht.

Merz wird eben nicht die Fukushima-Erkenntnis erfahren, weil er sich nur erinnert, wie anschließend die CDU-Hochburg Baden Württemberg den verhassten Grünen zu viel.

Dann lieber ein paar Myriaden Hitzetote mehr im Monat, als Felix Banaszak, Lisa Badum und Andreas Audretsch einen Punkt mehr Zustimmung bei der Sonntagsfrage zu gönnen.

[…] Ein verantwortungsbewusster Kanzler würde jetzt sagen:

„Was wir gerade erleben – Tausende Hitzetote, verdorrende Felder, Schäden für die Wirtschaft –, sind die Folgen unseres bisherigen Versagens beim Klimaschutz. Und zur bitteren Wahrheit gehört, dass wir auf unabsehbare Zeit nur noch dafür sorgen können, dass es nicht noch viel, viel schlimmer wird und dieser Sommer nicht in zehn oder zwanzig Jahren als kühler Sommer gilt. Deshalb braucht es jetzt einen nationalen und europäischen Kraftakt für den Klimaschutz und den Schutz vor dem neuen Klima.“

Der zweite nötige Schritt ist die Kurskorrektur in der Energiepolitik. Das ist mit Katherina Reiche als verantwortlicher Ministerin nicht zu machen, sie ist das Symbol der Rolle rückwärts hin zu fossiler Energie. An die Spitze dieses Ministeriums gehört jemand, der weiß, dass Klimaschutz und Wirtschaftspolitik schon lange keine Gegensätze mehr sind, sondern ein und dieselbe Sache – und eine ökonomische Chance für das Exportland Deutschland mit seiner trotz Gegenwind starken und wachsenden Green-Tech-Branche. Wie das Niedrigwasser in den Flüssen nun auf die Wirtschaftsleistung drückt, sollte dem Letzten klar machen, wie absurd es ist, Ökonomie gegen Ökologie auszuspielen.  [….]

(Chr. Schwägerl, Riffreporter, 08.08.2026)

Der Fritzekanzler ist tatsächlich so borniert, immer noch zu glauben, Klimaschutz schade der Wirtschaft; Ökologie und Ökonomie wären Gegensätze. Zahlreiche Merz-Aussagen belegen das.

Viele scheuen sich, ihn „dumm“ zu nennen. Ein dummer Mensch könne nicht so weit kommen.

Aber „dumm“ ist ein relativer Begriff. Der Mann kommt aus bürgerlichem Haus, absolvierte ein Jurastudium, spricht englisch, beherrscht Rechtschreibung und vermochte es offenkundig, sich in seiner Partei bis ganz nach oben zu beißen.

Damit ist er nach gängiger Ansicht nicht so „dumm“, wie der gemeine AfD-Pöbler bei den Ossis, der keinen einzigen Satz grammatikalisch korrekt rausbringt und noch nie ein Buch gelesen hat.

Aber Merz war ein schlechter Schüler, erwarb keinerlei juristische Meriten, überraschte seine Blackrock-Chefs mit seiner wirtschaftlichen Ignoranz und schaffte es erst mit fast 70 ganz nach oben. Reüssieren konnte er auch nur in der CDU, deren Mitglieder sich mit plakativen Sprüchen und zackigen Attacken auf Schwächere blenden lassen.

Friedrich Merz trägt nicht nur die Last mit sich, daß er sich in ökonomischen Fragen meistens irrt und groteske Fehlprognosen in die Welt setzt, daß er ein erstaunliches Talent an den Tag legt, alle Fettnäpfchen zu treffen und innerparteilich als Serienverlierer dasteht, sondern immer mehr als ewig-gestriger AfD-Opa gegen Schwule und Gendersternchen wettert.

Auch die Merz-typischen grotesken Fehlprognosen vermögen es nicht, seiner angeblichen Wirtschaftskompetenz zu schaden. Merz mag ökonomisch ein bißchen dämlich sein, aber das ist kein Hindernis für einen Spitzenpolitiker, um Wirtschaftslobbyist zu werden.

 In der SPD hätte das nie funktioniert, weil er gefragt worden wäre, wie das funktionieren könnte, wie man seine Voodoo-economics bezahlt. Merz hat nie im Leben eine politisch praktikable Version entwickelt, niemals ein praxistaugliches Konzept präsentiert, nie seine Partei mit eigenen Gedanken inspiriert.

Nur einmal, beim West-LB-Verkauf für die Soffin, hatte Merz Gelegenheit, seine Fähigkeiten in der Praxis umzusetzen. Es lief, wie zu erwarten: Er machte sich selbst die Taschen voll und steuerte den Verkauf gegen die Wand, bis die Bank 2012 abgewickelt werden musste.

Er kann eben NICHTS aus eigener Kraft und überlebt in der schwarzgelben Fossil-Welt, indem er alte Lobby-Parolen mit Verve nachplappert, ohne sie jemals zu hinterfragen. Er lernt nicht dazu, er hört nicht zu. Es ist die klassische From echter Borniertheit. Er kompensiert seine fachlich Leichtgewichtigkeit mit umso niederträchtigen Attacken auf Schwächere.

Verglichen mit einem grölenden Pegida-Demonstranten, der zwischen modrigen Zähnen mit Alkoholfahne primitive Hassattacken in falschem Deutsch rauslässt, ist Merz natürlich nicht dumm. Sondern gebildet.

Verglichen mit den intellektuellen Fähigkeiten der bisherigen Kanzler, ist Merz allerdings durchaus dumm.

Es gibt andere Berufe, die für ihn geeignet sind. Spitzenpositionen in der Regierung der drittgrößten Volkswirtschaft der Erde, überfordern ihn allerdings erheblich.

Seine Bauernschläue reicht aber wohl, zu erkennen, wie es ihm bei seinen Fossilfreunden schaden könnte, wenn er nun „umfiele“.

[….] Es brennt in Deutschland. Doch statt entschlossenem Handeln gegen die Klimakrise sieht ARD-Korrespondentin Sabine Henkel bei der Bundesregierung vor allem eines: Abwarten und Beobachten.
„Es brennt in Deutschland. Und der Kanzler beobachtet die Wetterlage – das hat er vor seinem Urlaub angekündigt. Handlungsbedarf sieht er offensichtlich nicht. Klimaschutz spielt für diese Regierung keine Rolle. Wo immer Merz gerade das Wetter beobachtet: Es brennt auch im Sauerland vor seiner Haustür. Vielleicht öffnet ihm das endlich die Augen“, kommentiert ARD-Korrespondentin Sabine Henkel.
Weiter kritisiert sie den klimapolitischen Kurs der Regierung Merz: günstigere Flüge, Festhalten am Verbrennungsmotor, Rückschritte beim Heizungsgesetz und eine Politik, die angesichts von Hitze, Dürre und Waldbränden auf Regen zu hoffen scheine.
[…]

(ARD, 14.08.2026)

Seine eigene Karriere ist ihm selbstverständlich viel wichtiger als das Wohlergehen Deutschlands oder der vermeidbare Tod zehntausender Bürger, die zu arm sind, um sich bei Hitze chillend in runtergekühlten Räumen aufzuhalten.

In seiner konservativen Welt reicht das.

Dort hat er immer noch Fans, die glauben, man müsse das Hitzethema nur aussitzen. Sobald es jahreszeitlich bedingt abkühle, wäre es vorbei mit dem „grünen Wahn.“

Ja, konservatives Funke-Abendblatt, das seit Jahr und Tag gegen die Grünen und Roten wettert, dafür aber umso liebesdienerischer für Merz, Reiche und die CDU wirbt; das immer Lindner und Kubicki den Roten Teppich auslegt; das gegen den Hamburger Zukunftsentscheid polemisierte; WORAN KÖNNTE DAS BLOSS LIEGEN? Es ist mir auch ein echtes Rätsel.