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Samstag, 5. September 2026

Schöne Männer wollen Liebe

Geschenkt, daß sich Looksmaxxing-Männer mit Hämmern selbst ins Gesicht ballern, empfinde ich als ausgleichende Schmerz-Gerechtigkeit. Schließlich waren es zuvor überwiegend Frauen, die sich plastic-surgery-Prozeduren unterzogen. Von einigen männlichen honorable mentions, wie Michael Jackson, Mickey Rourke, Pete Burns abgesehen.

Nun aber kommt das Looksmaxxing auf breiter Front. Mann quält sich nicht nur im Gym und beim manischen Proteinpulver-Fressen, sondern will nun auch noch ein markant-optimiertes Gesicht dazu.

[….] Man würde zum Beispiel gern über die halb berufsjugendliche, halb kraftmeierische Kunstsprache lachen können, in der Teile der Trump-Regierung inzwischen Grenzpolitik und militärische Gewalt wie eine besonders testosteronlastige Lifestyle-Entscheidung klingen lassen. Der »Guardian«  analysierte dazu vor einigen Tagen einen Post des US-Verteidigungsministeriums. Auf X schrieb das Ministerium über den Stand des Irankriegs: »Low cortisol. Locked in. Lethalitymaxxing.«

Übersetzt in normales Deutsch heißt das ungefähr: ruhig bleiben, fokussiert sein, die eigene Tödlichkeit maximal hochfahren. Auch andere offizielle US-Regierungsaccounts »maxxen« inzwischen Dinge – die gute, amerikanische Lebensart zum Beispiel (»lifestylemaxxing«). [….] Die quatschig klingenden Vokabeln haben einen brutalen Hintergrund. Hinter ihnen steckt eine misogyne, hypermännliche Weltsicht, die das Leben als ständigen Kampf begreift – und die ihren Ursprung in der Szene der sogenannten Looksmaxxer hat. Was auf den ersten Blick wie eine Community allzu emsiger Beauty-Influencer klingen mag, ist eine männlich dominierte Onlinekultur, die in den vergangenen Monaten durch immer extremere Selbstzurichtungen, Widerwärtigkeit und eine aggressiv memefizierte Kunstsprache auffällig wurde. [….] Die Kernannahme der Looksmaxxer: Aussehen ist die einzige relevante Währung, wenn es um Status, Erfolg und letztlich den Wert eines Menschen geht. Deshalb muss der eigene Körper, sehr oft speziell das Gesicht, in Richtung Perfektion bearbeitet werden: Kieferlinie, Wangenknochen, Körperfettanteil, Haaransatz, Augenpartie – alles wird vermessen, bewertet, gerankt und zum Gegenstand eines endlosen Optimierungsprojekts erklärt.

»Softmaxxing« beschreibt dabei vermeintlich sanftere Maßnahmen, etwa eine bestimmte Zungenhaltung, um langfristig den Kiefer zu formen, oder exzessives Kaugummikauen, um das Gesicht markanter zu modellieren. »Hardmaxxing« bezeichnet dagegen drastischere Eingriffe: Kieferoperationen, Implantate, Steroide, extreme Appetitkontrolle. Die bizarrste Prozedur dürfte das sogenannte »Bone smashing« sein, bei dem sich Looksmaxxer mit einem Hämmerchen wiederholte Schläge auf Kiefer- oder Wangenknochen zufügen, um die Knochensubstanz leicht anzutrümmern und markanter nachwachsen zu lassen – eine überdrehte Idee von Männlichkeit soll nicht nur gelebt, sondern buchstäblich in den eigenen Schädel hineingehämmert werden. [….]

Looksmaxxing ist deshalb eng mit der Incel-Szene und jenem rechten Online-Männlichkeitsmilieu verbunden, das als Manosphere bekannt ist. Eine Gemeinsamkeit ist etwa die Art, mit der über Frauen gesprochen wird: Sie werden oft als »foids« bezeichnet, eine Form sprachlicher Entmenschlichung. Der Begriff ist die Kurzform von »female humanoids«, der Frauen als »menschenähnliche« Fremdwesen einsortiert. Andere Bezeichnungen wie »slayables« (»Erlegbare«) treiben diese Logik weiter. Frauen werden zur Beutefantasie in Slangform, sie sind keine Menschen mehr, sondern »etwas«, das man sich holen und bezwingen kann. [….] 

 

Looksmaxxer-Jargon ist für autoritäre Politik attraktiv. Er übersetzt politische Grundsätze in eine Frage körperlicher oder biologischer Wertigkeit. Nicht Argumente zählen, sondern Auftreten, Härte, Dominanz. Wer stark aussieht, muss auch stark agieren. Wer zögert, gilt schon als verdächtig weich. Mit ihren Begrifflichkeiten verwandeln die Looksmaxxer soziale Komplexität in Statuskampf. Statt pluraler Realität bietet diese Sprache eine simple Sortierung an: Sieger oder Loser. [….]

(Anja Rützel, 09.03.2026)

Looksmaxxer kommen also üblicherweise mit viel Schwurbel, Fascho und Misogynie daher.

Sie entstammen der gleichen braunen Brühe, wie die INCELS, involuntarily celibates, jene bumsaffine Jungmänner, die in den Kellern ihrer Mütter wohnen, charmant wie Jabba the hutt, auftreten und sich einbilden, aufgrund ihres XY-Chromosomensatz ein Recht auf sexuelle Verfügbarkeit der Frauenwelt hätten.

Nun ist der Wunsch nach Kopulationen bei hormongesteuerten Teen- und Twen-Jungs kein völlig neues Phänomen. Den gab es in meiner Jugend in den 1980ern, genauso wie in der meines Vaters, in den frühen 1950ern und mutmaßlich auch bei seinem Vater. Ich spreche nicht für alle Männer, nicht für alle sozialen Gruppen, nicht für alle sexuellen Vorlieben. Aber bisher reagierte die sich subjektiv untervögelt fühlende Männerwelt mehrheitlich, indem sie versuchte in irgendeiner Form für sich zu werben.

Daraus entstand eine ganze Kulturgattung von Minnesang über Flirt bis zu Date-Einladungen.

Neu im Zeitalter des Internets sind involuntarily untervögelte Männer, die sich nicht Frauen zuwenden, sondern lieber kriminellen Gurus, wie Andrew Tate, die den involuntarily celibates predigen, involuntarily Sex zu haben. Statt um Frauen zu werben, nun also Sex gegen den Willen der Frau, weil der eigene Sexwunsch moralisch dem Selbstbestimmungswunsche der Frauen übergeordnet wird. So einfach ist das.

Ihr vergewaltigendes Idol, das einst predigte, mit 500 Liegestützen erreiche man die mentale Stärke, um Frauen seinen Willen aufzuzwingen, hockt allerdings gegenwärtig im Knast von Miami. Also versammeln sich seine untervögelten und unterbelichteten Jünger nun vor dem Gefängnistor, um ihrem Idol mit männlichen Liegestütz-Wellen beizustehen.

Wer nicht ganz so muskulös ist, geht nun zum pheromone-maxxing über: Nicht mehr duschen, kein Deo, nie mehr die Klamotten in die Wäsche stecken, nie die Bettwäsche wechseln und Urin-Trinken!

Denn je mehr man stinkt, desto mehr kämen die männlichen Pheromone durch und machten die Stinker sexuell unwiderstehlich. Das sei die Alpha-Männlichkeit, nach der sich die Frauenwelt sehne.

Stolz präsentieren sich TikTioker, die sich seit Jahren nicht geduscht haben. Der Trend greift so weit um sich, daß Lehrer an US-Hochschulen vor ihren Vorlesungen bereits an die männlichen Studenten appellieren, doch bitte endlich wieder zu duschen, weil sich ihre Kommilitoninnen über die olfaktorischen Attacken beschweren.

Mir erschließt sich immer noch nicht ganz wieso Männer, die mehr (sexuellen) Kontakt mit Frauen möchten, nicht lieber auf Frauen hören, sich nach deren Wünschen richten, statt auf abstoßende Männer zu hören, die ihnen einreden, Sex gegen den Willen der Frauen, sei „die Lösung“. Aber ich wähle auch nicht Trump oder die AfD.

Freitag, 28. August 2026

Wie sich der Blick auf Trump veränderte.

Das gehört zu den Dingen, die man sich heute gar nicht mehr vorstellen kann: Vor elf Jahren, als sich Donald Trump um die GOP-Präsidentschaftskandidatur bewarb, hielt man dieses Ansinnen für einen PR-Stunt. 

Der notorische Pleitier und Frauenheld suchte offenbar nach medialer Aufmerksamkeit, um seine Marke „Trump“ noch bekannter zu machen. Er würde aber schnell die Lust verlieren und ohnehin, ob der offensichtlichen Chancenlosigkeit, bald aus dem Vorwahlprozess ausscheiden. Was hatte der pöbelnde Rüpel bar jedes politischen Wissens, schon einem Vollprofi wie Jeb Bush, aus der Doppelpräsidenten-Dynastie, entgegenzusetzen?

Nahezu täglich produzierte er so ungeheuerliche Lügen, Vulgaritäten und Attacken weit unter der Gürtellinie, daß er nun aber wirklich aus dem Rennen ausscheiden müsse. Andere, wie zB John Edwards, hatten schon für viel kleinere Affären ihre Karriere endgültig beenden müssen.

Aber es gab auf der politischen Bühne auch noch nie einen Menschen, der dermaßen selbstverliebt und gleichzeitig so völlig schamlos war. Er blieb einfach und faszinierte durch dieses ostentative Ignorieren aller politischen Gepflogenheiten, immer mehr primitive US-Amerikaner. Nachdem der Favorit Jeb Bush aus dem Rennen ausgeschieden war, erschien seine offizielle Nominierung erstmals möglich. 

  

Ich diskutierte damals mit meine US-amerikanischen Verwandten/Freunden, ob wir Trump oder Cruz mehr hassen, wer beim Wahlvolk unbeliebter wäre und ob der Texaner oder der New Yorker als Präsident gefährlicher wäre.

Damals fürchtete ich mich mehr vor Ted Cruz, hielt ihn für gemeiner, weil er intelligenter als Trump ist.

Potus Trump würde, ähnlich wie GWB, gar nicht so recht verstehen, was vor sich geht, viel urlauben und golfen und als Kasper zu PR-Terminen erscheinen, während die USA eigentlich von den Routiniers des republikanischen Establishments regiert werden würde. Und das müsse gar nicht schlecht sein, betonten konservative Analysten.

Und dann kam der Tag, als der unwahrscheinliche Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl von 2016 satte 2,5 Millionen Stimmen weniger als Hillary Clinton bekam und damit die Wahl gewann.

Trump trat sein Amt genauso unvorbereitet an, wie wir alle es erwartet hatten.

Trump benahm sich genauso schlecht, wie wir alle es erwartet hatten.

Trump war genauso dumm, wie wir alle es erwartet hatten.

Unerwartet war aber das Ausmaß seiner Gefährlichkeit.

Unerwartet war die Instabilität der politischen Institutionen der USA.

Unerwartet war, wie es Trump trotz einer unendliche Kette politischer Peinlichkeiten gelang, auch die selbstbewußtesten Alphamänner der Partei auf Linie zu bringen. 

Die US-Senatoren Rubio, Vance, Graham, Cruz, die sich alle selbst für Präsidentenmaterial halten/hielten und Trump extrem scharf attackiert hatten, krochen schließlich alle in seiner toxischen Flatulenz-Wolke umher und können gar nicht mehr damit aufhören seinen Hintern zu küssen.

Und genauso verbalisiert es Trump hochzufrieden auch öffentlich: They all kiss my ass.

In den folgenden zehn Jahren arbeitete ich mich täglich an Trump ab, überzog ihn mit allen Verwünschungen und Beschimpfungen, die mir verbal zur Verfügung stehen. Unterdessen wurde der gewindelte Geront kontinuierlich immer gefährlicher, vermochte es sogar, in den vier Jahren nach seiner verlorenen Wahl 2020 immer toxischer zu werden, der US-Demokratie immer mehr Schaden zuzufügen.

Spätestens nach dem 20.Januar 2025 dürfte klar sein, daß wir mit Donald Trump den toxischsten Parasiten der menschlichen Zivilisation erleben. Er zerstört alles: Demokratie, Frieden, die Weltgesundheit, das Klima, die Nato, die internationalen Institutionen, das Verhältnis zu den US-Alliierten, das Bildungssystem, die US-Army, ja sogar die Gebäude, Denkmäler, Naturschutzparks bis hin zum Weißen Haus, dessen gesamter Ostflügel niedergerissen wurde.

Mit vier Aspekten kann man Trumps destruktives Verhalten erklären:
Dummheit, Bösartigkeit, Psychose, Senilität.

Auf ihn trifft alles zu; in den letzten zehn Jahren stellte sich nur die Frage, wie stark was davon jeweils sein Handeln bestimmt. Und natürlich, wie man ihn stoppen und zur Rechenschaft ziehen könnte. Man hatte Hoffnungen auf die Demokraten, das Parlament, die Presse, die Impeachments, die Justiz und schließlich die Wähler gesetzt. Alle versagten, alle prallten an dem Teflon-Kriminellen ab.

Nach so langer Zeit, möchte ich heute das ewige Analysieren der Trumpschen Bösartigkeit beenden. Es hat keinen Sinn. Seine fanatischen Jünger mögen seine Borniertheit, seinen Egoismus, seine Lügen nicht erkennen. Aber für jeden Menschen bei Verstand, ist es vollkommen offensichtlich, daß Trump mental nicht geeignet ist, US-Präsident zu sein. Er ist nicht nur eine theoretische Gefahr für die USA und die Welt, nein er setzt sein Zerstörungswerk schon lange in der Praxis um. Darüber kann es keine zwei Meinungen mehr geben.

Ich wäre inzwischen sogar möglicherweise bereit, ihm Strafunmündigkeit einzuräumen, weil er geistig einfach zu sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde. Statt Prozessen und Knast, tut es auch eine Gummizelle in einem Pflegeheim.

Das ganz große Drama Amerikas und der Welt, ist für mich nicht mehr die Tatsache, daß Trump amtiert, sondern die Schande der Republikanischen Partei, die ihn über ein Impeachment oder Artikel 25 absetzen könnte und es nicht tut, sondern lieber sehenden Auges, die Nation in die Hölle stürzen lässt.

Donnerstag, 20. August 2026

Umgangsfragen.

Es ist zugegebenermaßen eine echte Herausforderung mit einem senilen garstigen Mann umzugehen, der über die emotionale Reife eines Dreijährigen verfügt, mit einer nur Sekunden währenden Aufmerksamkeitsspanne geschlagen ist, ständig seine Meinung ändert und als sein großes Vermächtnis, das öffentliche „Sleepfarting“ auf die Weltbühne brachte: Bei weltpolitischen Statements, Kabinettssitzungen oder Pressekonferenzen aus seinem Oval Office nickt er sofort ein, wenn er nicht selbst spricht und wird erst wieder von seinen eigenen toxischen Fast-Food-Farts geweckt.

Der selbstbewußte Sauerländer Simpel sah keine Probleme kommen mit dem alten neuen US-Präsidenten. So von Multimillionär zu Multimilliardär.

Mit Ruttescher Unterwürfigkeit, rechten Parolen und Schmeichelei könne er sich schon unter den beiden Groß-Geronten ins rechte Licht setzen.

Aber die olfaktorisch höchst bedenklichen Flatulenzattacken des mächtigsten Mannes der Welt sind das kleinste Problem. Schlimmer ist, daß man ihn zwar begöschen und einhegen kann, ihm die eigenen Standpunkte nahebringen kann, ja sogar Zusagen und Unterschriften abringen kann, aber es hält nicht an, weil er chronisch inkonsequent ist.

Beim nächsten Sleepfart hat Diaper Donny schon wieder alles vergessen und tut das Gegenteil des eben Verabredeten.

Wirklich lenken können Trump nur die wenigen Männer auf der Welt, die er wirklich bewundert, weil sie absolute Autokraten sind, die bis zu ihrem Lebensende allein herrschen, Oppositionelle töten, die sich nicht vor Wahlen oder der Justiz fürchten müssen und das Staatsvermögen als ihr privates Vermögen betrachten.

 Sehr viele so „starke“ Männer gibt es aber nicht auf der Welt: Kim Jong Un, Xi, Putin, Salman.

Aber Merz, Rutte, Stubb, Meloni können mit Schmeicheleien nie so weit kommen, weil sie erstens Europäer sind (Trump hasst die EU) und zweitens nicht nur demokratisch gewählt wurden, sondern auch wieder abgewählt werden können.

Solche Leute betrachtet der Hamburger-inhalierende Gewindelte grundsätzlich als unter seiner Würde.

Für Demokraten aus rechtsstaatlichen Nationen gibt es hingegen nur einen Weg mit Trump umzugehen: Ignorieren. Man lasse Trump toben. Was kann schon passieren? Durch seine mikroskopische Aufmerksamkeitsspanne besteht eine hohe Chance, daß er morgen wieder von einem abgelassen hat.

Das betrifft insbesondere die der gesamten Welt inzwischen wohlbekannten martialischen Drohungen, die Taco McFart täglich in die Welt bläst: Der Mann ist viel zu inkonsequent, um sie in die Tat umzusetzen.

[….] Donald TrumpMan muss sich wehren, so wie jetzt Kanada [….] Der US-Präsident setzt im letzten Moment neue Zölle gegen sein Nachbarland aus. Er zeigt mal wieder, dass er seinen Spitznamen Taco mit Recht trägt.

Es gibt in US-mexikanischen Restaurants die Tradition des „Taco Tuesday“, da sind die Tacos billiger. Donald Trump wird auch Taco genannt, aber nicht wegen der Teigfladen, sondern wegen seiner geschmacklosen und häufig leeren Drohungen, die ihm dieses Akronym verschafft haben: Trump always chickens out, Trump knickt immer ein. Nun wollte er also mal wieder Kanada mit absurden Zöllen in Höhe von 50 Prozent überziehen – ja, Kanada, das große, freundliche Land nebenan, mit den USA verbunden durch eine sehr lange Grenze und auch durch einen Freihandelsvertrag.

Aber dann kam eben der Dienstag, und auch diesmal verschob der US-Präsident wieder eine Frist, zunächst um drei Tage. Alle Länder, denen er Bomben oder Zölle ankündigt, kennen sein System, auch Iran. Den großen Dealmaker, den dieser Mann gerne vorgibt, gab es sowieso noch nie.

Seine Art der Erpressung funktioniert nicht wirklich, aber sie richtet enormen Schaden an. Übrigens, nicht zuletzt für die USA selbst. Kanada, man glaubt es kaum: Trump schwadroniert davon, diesen Nachbarn, eines der größten Länder der Welt, den Vereinigten Staaten einzuverleiben. [….]

(Peter Burghardt, 19.08.2026)

Die Witzfigur im güldenen Office ist im Grunde erledigt: Seine demoskopischen Werte sind im tiefsten Keller, die USA sind pleite, die Matrosen sind lebensmüde, die Raketenarsenale leergeschossen, seine Demenz weit fortgeschritten, der rapide physische Verfall für jeden sichtbar.

Erstaunlich, ausgerechnet die scheinbar so weltfremden, isolierten Mullahs in Teheran sehen es am klarsten: Trump pfeift aus dem letzten Loch. Er hat nichts mehr im Köcher.

[….] Der US-Präsident bellt, weil er nicht beißen kann

Donald Trump droht seinem treuen Verbündeten Oman, es „in Grund und Boden zu bomben“. Warum nur? Weil ihn das iranische Regime so gekonnt auflaufen lässt.

Dass Donald Trump ein schlechter Verlierer ist, haben die Machthaber in Teheran früh verstanden – und den US-Präsidenten in sechs Monaten Krieg militärisch und politisch Schritt für Schritt gekonnt auflaufen lassen. Nun muss Trump die wenigen Karten, die er noch auf der Hand hat, neu bewerten. Findet er noch ein Ass oder einen Joker? Der Überwältigungssieg aus der Luft ist ausgeblieben; der politische Deal zur Öffnung der Straße von Hormus erweist sich als Non-Starter; die Islamische Republik wirtschaftlich zu erdrosseln, wird dauern, und ein Erfolg ist keineswegs garantiert. Was also tun?  Erst einmal Radau machen. „Wenn Oman sich uns in den Weg stellen sollte, werden wir es in Grund und Boden bomben“, bellt der Präsident in Richtung seines zuverlässigen arabischen Verbündeten. Trump will seinen Wählern daheim das Gefühl vermitteln, dass die in der Straße von Hormus auf Grund gelaufene US-Militärmacht weiter tun kann, was sie will. Kann sie aber nicht. [….] Hinter der Drohgebärde gegen Oman steht eine bittere Einsicht. Teheran hat mit der Straße von Hormus das Druckmittel in der Hand. [….] Am Ende dieses Kriegs, so hofft Teheran, könnte ein kollektives Sicherheitssystem am Golf entstehen. Die USA als Schutzmacht der Araber wären raus. [….] Iran wäre die Vormacht am Golf. Deshalb bellt Trump so laut.  [….]

(Thomas Avenarius, 18.08.2026)

Donnerstag, 23. Juli 2026

Kompetenz irrelevant

Thorsten Frei versagte. Ließ seine Partei weit hinter die Nazis abrutschten und brummte dem Kanzler die schlechtesten persönlichen Zustimmungswerte seit 1949 auf. Er versagte hat als Koordinator der Merz-Politik im Umgang mit den Koalitionspartnern und den Ländern, sowieso als Stratege, der rechtzeitig Probleme aus dem Weg räumt. Daher bekommt er nun den Job als zweitmächtigster CDUler Deutschlands: Fraktionsvorsitzender; also das Amt, in dem während einer Koalitionsregierung, insbesondere einer mit äußerst knappen Mehrheiten, genau die Talente gefragt sind, die er nachweislich nicht hat.

Nicht alle Ministerien verlangen gleichermaßen ein spezifisches Studium. Es gibt Generalisten-taugliche Häuser. Regierungserfahrung zählt viel. Außerdem kann man sich ganz unabhängig von seiner ursprünglichen Ausbildung, als Bundestagsabgeordneter in bestimmte Fachgebiete einarbeiten und dort zu ausgesprochenen Experten werden, weil man ein offenkundiges Interesse am Thema hat.

(….) Ich erinnere mich noch an eine Generalaussprache, als [Ingrid Matthäus-Maier] auf die Vorstellung des Haushalts von Bundeswirtschaftsminister Günter Rexrodt Mitte der 1990er klagte:

„Wir hatten einen Bangemann, wir hatten einen Haussmann, wir hatten einen Möllemann – wann bekommen wir endlich einen Fachmann?“

Erhört wurde ihre Klage freilich nie.  Fünf Bundeswirtschaftsminister von der FDP in Folge hatten das Amt abgewirtschaftet.

Rexrodt war nicht nur wie seine Vorgänger überfordert, sondern wurde gar nicht mehr ernst genommen. Die Presse beschrieb ihn als peinlichen „Grüßaugust“, den noch nicht mal Industrielobbyisten beeinflussen mochten, weil zu offensichtlich war wie desinteressiert und machtlos er war. (….)

(Abstieg der Wirtschaftsminister, 31.01.2019)

Es gibt aber auch Kabinettsposten, für die man entsprechend gebildet sein sollte. Ein Jura-Studium wäre schon ganz schön für einen Justizminister, ein Verteidigungsminister sollte vorher schon mal Berührungspunkte mit der Bundeswehr gehabt haben und im kompliziertesten, Lobby-verseuchtesten Bereich, der Gesundheit, gilt das erst Recht.

Gerda Hasselfeld, die ältere Schwester von Landwirtschaftsminister Alois Rainer, war mal Berufsberaterin im Arbeitsamt Deggendorf. Ihr Nachfolger als Bundesgesundheitsminister, ein gewisser Horst Seehofer, hat noch nicht mal Abitur und schloss eine Lehre zum Verwaltungsfachwirt ab. Immerhin. Ihm folgten Andrea Fischer (Volkswirtschaftlerin) und Ulla Schmidt, die drei Studiengänge abschloss, die durchaus mit ihrem späteren Job zu tun hatten: Psychologie, Lehramt und Lehramt zur Rehabilitation lernbehinderter und erziehungsschwieriger Schülerinnen und Schüler. Philipp Rösler ist Arzt, sein Nachfolger Daniel Bahr Bankkaufmann und VWLer. Ihm folgten der Rechtsanwalt Hermann Gröhe und Spahn (Bankkaufmann und Politikwissenschaft Fernuniversität Hagen).

Der Medizinprofessor Karl Lauterbach gilt bundesweit als einer der besten Kenner des Gesundheitssystems. Rechtsanwältin Nina Warken hatte sich vor ihrem Amtsantritt nie mit Gesundheitspolitik beschäftigt.

Und nun also Linnemann, das in VWL promovierte Lobbyzäpfchen der Superreichen.

[…] In so einer heiklen Phase, die Gesundheitsministerin auszutauschen – darin liegt eines der großen Risiken dieser Rochade. Wenn der Plan schiefgeht, dann müssen es die Patientinnen und Patienten in Deutschland ausbaden.

Zwar hat Carsten Linnemann ein Faible für Sozialthemen, er wäre im vergangenen Jahr gern Arbeits- und Sozialminister geworden. Seine Unterstützer argumentieren, dass Gesundheitsreformen im Kern auch Sozialreformen sind. Dennoch ist Linnemann bislang nicht durch Expertise im Gesundheitsbereich aufgefallen. Kürzlich forderte er, die Zahl der Krankenkassen in Deutschland von 93 auf zehn bis 20 zu reduzieren. Dafür gab es viel Kritik.

Linnemann wird sich also einarbeiten müssen. Mitten in der Legislaturperiode, mitten im Reformprozess. Es ist eine Operation am offenen Herzen.  [….]

(Maria Fiedler, SPON, 23.07.2026)

Schon bizarr, dass die CDU immer noch denkt, man brauche ausgerechnet für das hochkomplexe Gesundheitsministerium keine Fachkenntnisse und sich irgendjemand, der sich nie damit beschäftigt hat, schon irgendwie einlesen werde.
Aber die haben andererseits auch einen Kanzler und Parteichef, der General-Laie ist und gar nichts checkt.

[….] Wie blank das Personal-Tableau bei der CDU ist? Erkennen wir an der heutigen Entscheidung von CDU-Chef Merz. Nachdem die Versagerin Warken das #Gesundheitssystem per Reform und ohne Sachkenntnis malträtiert hat, kommt sie nun ins politische Abkling-Becken, also raus aus der öffentlichen Wahrnehmung rein ins Kanzleramt. Das ist eine einigermaßen gesichtswahrende #Bankrott-Erklärung, die nur leider einen Verlierer hat: unser Gesundheitssystem.

Jetzt kommt es aber doppelt dick. Ausgerechnet der Buchhändler und VWLer Carsten Linnemann soll sich politisch um eben dieses Gesundheitssystem kümmern. Dass so jemand tatsächlich #Minister in der #CDU wird, ist bereits lachhaft. Dass aber offenkundig so gar nichts mehr nötig ist, um eines der komplexesten Systeme des Landes zu verantworten, macht doch fassungslos. Wie sehr kann man einem Gesundheitssystem zeigen, dass es einem egal ist? Genau so.

Warken und Linnemann zeigen, dass die CDU ein #Grundproblem hat. Der Partei ist sämtliches Format abhanden gekommen. Sie muss sich aus einem Personaltableau bedienen, das vor 20-30 Jahren nicht mal als Hinterbänkler eine Chance gehabt hätte. Das letzte Aufgebot an politischem CDU-#Personal treibt nun dieses Land weiter auf #Kollisionskurs in Richtung Rechtsextremismus. Denn natürlich dürfen wir davon ausgehen, dass ein Linnemann unter Sozial-/Gesundheitspolitik nur eines versteht: kürzen, kürzen, kürzen.

Und mit jedem Tag im Amt lässt er die Umfragedaten der A*D in die Höhe schnellen. Denn schon jetzt sehen viele, dass sie bei Arztterminen, #Arzneikosten, Kassenbeiträgen etc. den Kürzeren ziehen. Wenn es um das eigene Leben geht, werden die Menschen zurecht emotional. Und genau diese #Emotionen sind Triebmittel für die A*D.  [….]

(Marc Raschke, 23.07.2026)

Dienstag, 21. April 2026

Was tun mit ihm?

Wie sehr wir alle am freien Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus hängen, wurde außer im Weißen Haus, von jedem verstanden. Dort regiert der expandierende Wahnsinn. Trump zettelt Kriege an und setzt die Welt in Flammen. Männer, die die Welt verbrennen.

[….] Die USA hatten vergangene Woche damit begonnen, Schiffen die Durchfahrt durch die Meerenge zu versperren, die einen iranischen Hafen als Start oder Ziel haben. Iran sieht darin einen Verstoß gegen die Waffenruhe. Die übertriebenen Forderungen der USA, deren ständige Kurswechsel und die fortgesetzte Seeblockade iranischer Häfen böten »keine aussichtsreiche Perspektive für seriöse Verhandlungen«, hieß es bereits am Wochenende aus Teheran. Trump machte unterdessen deutlich, dass er an der Maßnahme festhalten wolle.

Eine Aufhebung der Blockade werde es nicht geben, »bis ein Deal unterzeichnet ist«, zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg den US-Präsidenten aus einem Telefoninterview. [….] Am Samstag hieß es schließlich von einem iranischen Militärsprecher, man kehre wegen Trumps fortgesetzter Blockade zur »vorherigen Regelung« zurück: Kein Schiff passiere die Straße von Hormus, es sei denn, es habe die Genehmigung der Islamischen Republik. [….]

(Anna-Sophie Schneider, SPIEGEL, 20.04.2026)

Die Teheraner Mörder-Mullahs sind maximal unsympathisch.  Aber das was sie hier sagen, ist wenig Propaganda und sehr nah an den Fakten: Die USA machen wirklich alles falsch mit Trumps irrem Zickzack-Kurs. Und jeder auf der Welt weiß  inzwischen, daß Trumps Versprechen und Zusagen völlig wertlos sind, weil er eine Stunde später im McDonald-Delirium das Gegenteil behaupten kann. Der Wahnsinnige macht munter so weiter: Vernichtungs-Drohungen, wüste Beschimpfungen, Ultimaten, Aufhebung von Ultimaten, neue Ultimaten, Wutanfälle, Selbstlobeshymnen.

[….] STATEMENT OF PRESIDENT DONALD J. TRUMP:

[….]I have therefore directed our Military to continue the Blockade and, in all other respects, remain ready and able, and will therefore extend the Ceasefire until such time as their proposal is submitted, and discussions are concluded, one way or the other.   [….]

President DONALD J. TRUMP Apr 21, 2026, 10:09 PM

 

[…] Operation Midnight Hammer was a complete and total obliteration of the Nuclear Dust sites in Iran. Therefore, digging it out will be a long and difficult process. Fake News CNN, and other corrupt Media Networks and Platforms, fail to give our great aviators the credit they deserve - Always trying to demean and belittle - LOSERS!!!  […..]

Trump, 21.04.2026

[…] I’m winning a War, BY A LOT, things are going very well, our Military has been amazing and, if you read the Fake News, like The Failing New York Times, the absolutely horrendous and disgusting Wall Street Journal, or the now almost defunct, fortunately, Washington Post, you would actually think we are losing the War. [….]

Trump 20.04.2026

[….] The DEAL that we are making with Iran will be FAR BETTER than the JCPOA, commonly referred to as “The Iran Nuclear Deal,” penned by Barack Hussein Obama and Sleepy Joe Biden, one of the Worst Deals ever made having to do with the Security of our Country.   [….]

Trump 20.04.2026

[…] The Failing New York Times, FAKE NEWS CNN, and others, just don’t know what to do. They are desperately looking for a reason to criticize President Donald J. Trump on the Iran situation, but just can’t find it. Why don’t they just say, at the right time, JOB WELL DONE, MR. PRESIDENT, and start to gain back their credibility???

Iran has agreed to never close the Strait of Hormuz again. It will no longer be used as a weapon against the World! President DONALD J. TRUMP [….]

Trump 18.04.2026

Der Iran hält inzwischen die Trümpfe in seiner Hand. Für die USA gibt es nur noch sehr schlechte und katastrophale Szenarien.

Schuld ist einzig und allein Donald Trump.

Jede Regierungspartei, die auch nur halbwegs zurechnungsfähig ist, würde alles daran setzen, den gefährlichsten Mad King der US-Geschichte los zu werden, bevor er alles zerstört: Impeachment und/oder Artikel 25.

Bedauerlicherweise gibt es aber keine Regierungspartei mehr, sondern nur noch eine fanatische Todes-Sekte.

Bedauerlicherweise gibt es keinen Restverstand bei der GOP, sondern nur noch blinden Gehorsam zum orangen Messias.

Aber die Republikaner sind nicht untätig. Sie blicken auf ihren grell geschminkten Gott und handeln mit acht Maßnahmen:

[…] Here’s a concise bullet-point summary of the proposed House GOP measures pending to “honor” Donald Trump:

·        Carve Trump’s likeness into Mount Rushmore

·        Rename Palm Beach airport after Trump

·        Rename Washington Dulles International Airport after Trump

·        Require the State Department to award a “Trump Peace Prize”

·        Declare Trump’s birthday a federal holiday

·        Award Trump a Congressional Gold Medal

·        Create a $250 bill featuring Trump’s image

·        Pass resolutions urging Trump be awarded the Nobel Prize

·        Direct the NIH to study “Trump Derangement Syndrome”  [….]

(Aaron Parnas, 21.04.2026)