Leider wird das Sane-Washing von fast alles seriösen Medien betrieben. Sie berichten über Donald Trumps Äußerungen, als ob er ein normaler Präsident wäre. Seine Aussagen werden in gebräuchliche Worte transliteriert und dabei höchstens mit dem Hinweis versehen, er verwende vulgäre Ausdrücke. Sein Lieblingssender FOX kann die „Truths“ seines Messias‘ nicht zitieren, ohne ganze Passagen wegzupiepen.
Die rechten US-Sender kritisieren seinen Iran-Krieg gar nicht. In deutschen TV-Sendern drückt man sich um eine klare Bewertung bei der Zustandsbeschreibung.
Gibt es einen Waffenstillstand? Verhandlungen? Soll ein Deal, ein Abkommen erzielt werden? Sucht Trump einen Ausweg; hat er seine Ziele noch nicht erreicht, möchte die USA ihr Gesicht wahren? Ist Trump etwa ratlos?
Das Ringen um die richtigen Worte, wird durch die kontinuierlichen Wechsel der Begründung für den Angriff und die Kriegsziele erschwert.
Immerhin das ist Konsens in der deutschen Presse: Was auch immer Trump eigentlich wollte….
· Netanjahu gefallen
· Friedensnobelpreis
· Von Epstein ablenken
· Innenpolitisch punkten
· Regime-Change
· Verbesserungen für das Iranische Volk
· Stopp der Uran-Anreicherung
· Auslieferung des hochangereicherten Irans in die USA
· Vernichtung des Iranischen Raketenprogramms
· Obamas „Iran-Deal“ übertreffen
· Israel und die Golf-Monarchien vor dem Iran schützen
… wurde nicht erreicht, weil die Trump-Administration ohne Plan und Kenntnis des Nahen Ostens losschlug. Es gab schlicht und ergreifend keine Strategie.
Im letzten Presseclub zum Thema „Gefährliche Mission: Was bringt ein Bundeswehr-Einsatz am Golf?“, einer wieder einmal sehr lehrreichen Runde, hörte ich von ZEIT-Korrespondent Michael Thumann kurioserweise das erste mal, eine korrekte Beschreibung: Die USA haben den Krieg verloren.
Alle vier Experten waren sich einig; das Iranische Regime ist nach acht Wochen sogar gestärkt, die Opposition demoralisiert und zu allem Übel hat Trump die Mullahs zu Schleusenwärtern von Hormus aufgewertet; ihnen damit ein Instrument in die Hand gegeben, die Welt zu erpressen. Die Lage ist so komplex, daß es viele Jahre komplizierter Verhandlungen braucht. Das bestmögliche Ergebnis wurde bereits mit dem „Iran-Deal“ von 2015 erzielt, welches aber Trump, in seiner ihm eigenen Idiotie, zerschlug und nun der Hybris erliegt, drei US-Greenhorns könnten es in 21 Stunden in Islamabad besser machen.
Trump, Vance, Kushner, Witkoff, Rubio und Lindsey Graham sind geistesgestört. Sie haben sich in einen unlösbaren Clusterfuck verrannt. Auch Atom-Supermächte können heute regionale Kriege verlieren und krachend daran scheitern, ihre Ziele durchzusetzen.
[….] Die Mullahs feiern schon den Sieg [ ….] US-Präsident Trump verlängert die Waffenruhe, noch dazu ohne Frist – und das iranische Regime reagiert selbstbewusst wie lange nicht. Es stoppt in der Straße von Hormus mehrere Handelsschiffe. [….] In der Nacht zu Mittwoch jedenfalls feierte das iranische Regime Trumps Verlängerung wie einen Sieg.
Der US-Präsident, so die erwähnte Agentur Tasnim, glaube nicht mehr daran, „dass er mit Krieg etwas erreichen kann“. Daher suche Trump „einen Ausweg“. In Teheran wirken sie begeistert davon, dass die US-Regierung von sich aus eine weitere Phase der Waffenruhe ankündigt, und dies nur, damit die iranische Seite überhaupt zu Gesprächen erscheint. [….] Iran hat bisher, was das Atomprogramm betrifft, kaum ein Zugeständnis gemacht. Es hat sich von Trumps Seeblockade gegen die iranischen Häfen nicht dazu drängen lassen, nach Islamabad zu kommen und zu unterschreiben, was die Amerikaner verlangen. Etwa, dass Irans auf 60 Prozent angereichertes Uran außer Landes gebracht wird und dass das Regime auf mindestens 20 Jahre jedes Anreichern einstellt.
Am Mittwoch hieß es aus Teheran, dass man sich an Trumps Waffenruhe nicht gebunden fühle, da die US-amerikanische Blockade ein kriegerischer Akt sei. Wie zur Bestätigung beschoss die Revolutionsgarde ein Containerschiff nordöstlich von Oman und zerstörte wohl dessen Brücke. [….]
Die USA haben diesen Krieg verloren. Dank Trump. Als Bestätigung lese
man diese Aussage des chronischen Lügners:
[…] I’m winning a War, BY A LOT, things are going very well, our Military has been amazing and, if you read the Fake News, like The Failing New York Times, the absolutely horrendous and disgusting Wall Street Journal, or the now almost defunct, fortunately, Washington Post, you would actually think we are losing the War. [….]
Trump 20.04.2026
Das Hauptproblem der USA lautet Donald Trump.
Wie beim Kaiser ohne Kleider, sind fast alle Freunde der USA zu feige, die einfache Wahrheit auszusprechen und Trump zu sagen „Du hast verloren“.
Im Gegenteil, heimlich hoffte man, er werde doch irgendwie ein Regimechange in Teheran erreichen, die Nukleargefahr ein für alle Mal ausräumen, mogelte sich um eine völkerrechtliche Bewertung des Offensichtlichen herum. Neben Rutte fungiert Merz als peinlichste internationale Figur, indem er sich immer noch, seiner guten Beziehungen zu Trump rühmt.
[…] Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht sich als einer der wenigen Politiker, die einen guten Zugang zu US-Präsident Donald Trump haben. Merz sagte beim Jahresempfang des Bundesverbands deutscher Banken in Berlin, er versuche trotz aller Kritik, zum amerikanischen Präsidenten ein vernünftiges persönliches Verhältnis zu haben, solange es eben möglich sei. […]
Der Sauerländer Simpel begreift es immer noch nicht und glaubt, er könne mit Schmeichelei Trump einhegen, ihm verlässlichen Zusagen abringen.
Es geht nicht MIT Trump. Es geht nur GEGEN Trump. Den Kriegsverlierer Trump, der gerade die US-Wirtschaft crasht und in den Umfragen abstürzt.
Niemand bestreitet, wie wichtig die USA militärisch und ökonomisch für die EU sind. Daher verstehe ich die Versuche, irgendwie mit Trump auszukommen. Aber nach 14 Monaten seiner zweiten Amtszeit ist das Experiment gescheitert.
Die EU muss nun auf die Methode Sanchez umschalten und der gesamten US-amerikanischen Öffentlichkeit zeigen, was man von ihrer Regierung hält; nämlich nichts! Schluß mit dem Appeasement. Her mit dem Klartext: Trump hat verloren!
[…] Trump kapituliert vor den Mullahs
Irans Regime sperrt sich gegen Verhandlungen. Donald Trump hat trotzdem eine unbefristete Waffenruhe ausgerufen. Der US-Präsident will raus aus Nahost, weiß aber nicht, wie. Er ist ein Opfer von vielen: Am Mittwochmorgen soll in Iran nach Medienberichten erneut ein Mann gehängt worden sein, die Behörden beschuldigen ihn, für den israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad gearbeitet zu haben. Bereits am Montag hatte die Führung in Teheran zwei Männer wegen angeblicher Spionagevorwürfe hinrichten lassen.
Die Exekutionen lassen erahnen, was den Menschen in Iran in den kommenden Monaten bevorstehen dürfte: blanker Terror durch ein Regime, das durch den Konflikt mit den USA und Israel radikalisiert und ermutigt zugleich ist.
Als US-Präsident Donald Trump den Krieg gegen Iran vor bald zwei Monaten begann, da sollte es auch um die Iranerinnen und Iraner gehen. »Hilfe ist auf dem Weg« hatte Trump bereits im Januar versprochen, nachdem das Regime Massenproteste brutal niedergeschlagen hatte.
Von den Menschen in Iran ist in Washington längst keine Rede mehr. Stattdessen bewegt sich Trump jetzt auf die Mullahs zu. [….]
(SPIEGEL-Leitartikel von Maximilian Popp, 22.04.2026)
Trump wird es ohnehin nie begreifen und erst Recht nicht zugeben. Umso wichtiger ist es, den US-Medien aus allen europäischen Hauptstädten unmissverständlich zu erklären: IHR HABT VERLOREN!
Wadephul und Merz müssen sich irgendwoher ein Rückgrat ausleihen und ihren bisherigen Irrweg verlassen. Die Iranforscherin Diba Mirzaei am GIGA-Institut für Nahoststudien in Hamburg erklärt:
[….] SPIEGEL: US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, den Waffenstillstand mit Iran »auf unbestimmte Zeit« zu verlängern. Wie verkauft das iranische Regime diesen Schritt?
Mirzaei: Ganz klar als Sieg. Das Regime behauptet, die USA und auch Israel seien nicht in der Lage gewesen, ihre militärischen Ziele zu erreichen – deshalb hätten sie sich an den Verhandlungstisch setzen müssen. Zugleich betont die Führung in Teheran: Wir kontrollieren jetzt die Straße von Hormus und halten damit die Weltwirtschaft in der Hand. Der größte Triumph aus Sicht des Regimes ist aber, dass es überhaupt noch existiert. Viele hatten erwartet, dass gezielte Tötungen in der politischen und militärischen Führung das Ende der Islamischen Republik einleiten würden. Stattdessen sehen wir, dass sofort eine Nachfolge organisiert wurde und sich auch die neue Führung inzwischen relativ gefestigt präsentiert. [….] Interessant ist, dass Donald Trump angekündigt hat, die Waffenruhe zu verlängern – ohne ein Enddatum zu nennen. Das lässt viel Spielraum und könnte bewusst so vage gehalten sein, damit er einen Ausweg aus diesem Krieg findet. In Teheran wird das eindeutig als einseitige Erklärung wahrgenommen. Im Staatsfernsehen heißt es: Die Amerikaner sind bereit, die Waffenruhe zu verlängern – wir nicht. Und wenn wir in der Straße von Hormus bedrängt werden oder Israel im Süden des Libanon weiter vorgeht, dann haben wir die Mittel, zurückzuschlagen. [….] In der Region sehen wir eine Machtverschiebung zugunsten Irans. Dieser Krieg und die Tatsache, dass Iran so lange durchgehalten hat, haben gezeigt, dass Teheran die massiven Verteidigungsstrukturen der USA im Golf durchdringen und die Golfstaaten ernsthaft beschädigen kann. Iran kann die gesamte Region unter Druck setzen. Für die Golfstaaten bedeutet das, dass sie sich langfristig andere Verbündete suchen werden. Erste Tendenzen sehen wir in der Annäherung an Länder wie Pakistan oder die Türkei. Washington konnte sie nicht schützen und hat sich an die Seite Israels gestellt. Das werden die Golfstaaten nicht vergessen. [….]