Samstag, 17. Januar 2026

Ausweg aus dem Trumpismus

Immerhin haben wir zu Beginn des Jahres 2026 Gewissheit: Friedrich Merz ist nicht nur in jeder Hinsicht vollkommen unfähig, sondern darüber hinaus auch noch borniert. Er will nicht dazulernen, ist nicht kritikfähig und vollständig beratungsresistent. Es ist durchaus faszinierend, mit welch hoher Schlagzahl er auch im achten Amtsmonat, seine Verblödung demonstriert. Arbeitsmoral, Atomkraft, Krankschreibungen, Steuerpolitik, Bahnsanierung – ein breites Themenspektrum, zu dem der Fritzekanzler in nur einer Woche seine katastrophalen Fehleinschätzungen demonstrierte.

Es fällt schwer, seinen bisher größten Fehler zu nennen, weil er so flächendeckend versagt. Aber die Eselei gegenüber Trump steht ganz oben auf der Liste.

[….] "Wir kämen schon klar", hatte Friedrich Merz mal über Donald Trump gesagt. Statt jetzt über den Untergang der Demokratie zu klagen, setzt der CDU-Chef auf Pragmatismus.  […]

(DIE ZEIT, 07.11.2024)

Er latschte mit Opa Friedrichs Geburtsurkunde ins Weiße Haus und dachte, mit dem wenig subtilen Hinweis auf Trumps deutsche Wurzeln, hätte er den Orangen in der Tasche. So simpel stellt sich Klein Fritzchen offenbar tatsächlich die Weltpolitik vor.

[….] Bundeskanzler Merz wirbt nach seinem Besuch bei US-Präsident Trump für einen anderen Umgang mit dem US-Präsidenten. Er sagte in Berlin, man müsse aufhören, mit erhobenem Zeigefinger und gerümpfter Nase über Trump zu sprechen. [….]

(Deutschlandfunk, 06.06.2025)

Fehleinschätzungen, die fassungslos machen. Wie auch Ursula von der Leyen, setzt der Bundeskanzler auf Appeasement und glaubt, den wütenden Oval-Office-Orang mit Abkommen einhegen zu können. So misshandelte die EU-Kommissionschefin einen für Europa extrem nachteiligen Vertrag mit der USA aus – aber die beiden CDU-Tölpel hielten Trump damit erneut für erfolgreich eingehegt. 

Keine neuen Zolldrohungen aus dem Weißen Haus, freuten sich Berlin und Brüssel.  Dabei gehört zu den wenigen Gewissheiten im Umgang mit dieser Administration, daß Trump täglich lügt und notorisch Verträge bricht.

Selbstverständlich ließ die vollständige Blamage des Merz/Leyenschen Appeasementkurses nicht lange auf sich warten.

[….]  Wegen Streit um Grönland: Trump kündigt Zölle gegen Deutschland und weitere Länder an: Solange die USA Grönland nicht kaufen könnten, sollen Deutschland und weitere Länder Strafzölle in Höhe von zehn Prozent zahlen. Ab Juni sollen sie weiter steigen.

US-Präsident Donald Trump hat wegen des Streits um Grönland Strafzölle gegen Deutschland und andere europäische Länder angekündigt. Solange die USA die zu Dänemark gehörende Insel nicht kaufen könnten, sollten Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und Finnland ab dem 1. Februar zusätzliche Zölle von zehn Prozent auf alle Einfuhren in die USA zahlen, erklärte Trump am Samstag. Ab dem 1. Juni würden diese Zölle auf 25 Prozent erhöht. [….]

(Taz/afp, 17.01.2026)

Während Merz und sein erbärmlich kriecherische Epigone Wadephul Verständnis für Trumps Grönlandobsession zeigen und damit das Falscheste tun, das überhaupt möglich ist, obliegt es offenbar wieder einmal amerikanischen Latenightern, Trump entgegenzutreten.

Es gelang nicht mit Hitler, es gelang nicht mit Putin und es gelingt auch nicht Trump: Man kann solche Leute nicht mit Schmeicheleien und Verträgen davon abhalten, internationale Verbrechen zu begehen und ihr eigenes Volk zu matern.

[…] Die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, neue Strafzölle gegen Deutschland und sieben weitere europäische Länder zu verhängen, stellt die angespannten Handelsbeziehungen zwischen der EU und den USA auf eine neue Probe. »Für mich steht außer Frage, dass das wieder ein neuer Schritt ist, mit dem die US-Seite den Deal mit der EU nicht einhält«, sagte Bernd Lange (SPD), Vorsitzender des Handelsausschusses im Europaparlament, dem SPIEGEL.

Die EU-Kommission hatte vorigen Sommer eigentlich eine umfassende Vereinbarung mit den USA geschlossen. Demnach wird auf die meisten Importe aus der EU in die USA ein Zollsatz von 15 Prozent fällig; Trump hatte zuvor mit 20 Prozent gedroht. Im Gegenzug will die EU den Zollsatz auf viele Einfuhren aus den USA auf null herabsetzen.

»Wenn auf der anderen Seite des Atlantiks überhaupt keine Verlässlichkeit ist, dass der Deal eingehalten wird, dann können wir nicht vermitteln, dass wir US-Produkte auf null Prozent Zoll setzen«, forderte Lange. »Angesichts dieser Drohung kann ich mir nicht vorstellen, dass wir mit Business as usual weitermachen.«

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärte die von US-Präsident Donald Trump wegen Grönlands angedrohten Zölle für inakzeptabel. »Weder in der Ukraine noch in Grönland oder anderswo auf der Welt lassen wir uns in solchen Situationen durch Einschüchterungen oder Drohungen beeinflussen«, schrieb Macron auf der Social-Media-Plattform X.

Dort reagierte auch der schwedische Regierungschef Ulf Kristersson: »Wir lassen uns nicht erpressen. Nur Dänemark und Grönland entscheiden über Angelegenheiten, die Dänemark und Grönland betreffen. Dies ist eine EU-Angelegenheit, die weit mehr Länder betrifft als die, die derzeit herausgegriffen werden«. [….]

(SPON, 17.01.2026)

Fast unnötig zu erwähnen; Dummerle Merz schweigt, lässt erneut die Europäischen Partner im Stich. Wir kennen das von ihm; es ist seine Signature-Fähigkeit: Die letzten eigenen Trümpfe selbst zu zertrampeln.

[…] Weiter betonte der Kanzler, dass "America First" zwar akzeptabel sei, "aber America alone kann nicht in eurem Interesse sein".

Europa könne ein Partner der USA sein, "und wenn Ihr mit Europa nix anfangen könnt, dann macht wenigstens Deutschland zu eurem Partner".

Diese Aussage von Merz stößt nun auf heftige Kritik: die Bundesvorsitzende der Grünen, Franziska Brandner, schrieb in einem Beitrag auf X, dass "Merz mit einem Satz die komplette Errungenschaft seiner Partei für Europa über Bord wirft. Dabei bräuchten wir jetzt einen Kanzler, der wie kein anderer für ein starkes Europa kämpft. Denn nur zusammen können wir mit China oder den USA mithalten. Merz hätte einen echten Adenauer-Moment haben können - er hat ihn nicht nur verpasst, er hat ihn abgelehnt."

Auch im EU-Parlament wurde das Angebot des Kanzlers kritisiert. EU-Abgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann beschuldigte Merz in einem Beitrag auf X, "mal wieder ein verheerend unklugen Satz" getätigt zu haben "in Zeiten, in denen ein geeintes Europa so wichtig ist wie nie zuvor." "Merz wollte in Europa führen und schert jetzt aus, wenn’s eng wird. Das ist verantwortungslos. Trump lacht sich ins Fäustchen", so Strack-Zimmermann.  [….]

(Euronews, 10.12.2025)

Dabei kann die einzige Strategie gegen Trumps imperial-kriminelle Politik nur sein, ihr geschlossen entgegen zu treten. Es ist richtig, europäische Soldaten in Grönland zu stationieren. Damit würde die US-Army gezwungen, verbündete NATO-Kräfte direkt anzugreifen. Trump hätte aktiv die NATO zerstört, das Pentagon müsste den Verlust all seiner Europäischen Basen, die strategisch extrem wichtige Brückenköpfe sind, verkraften.

Ja, wir wissen alle; militärisch ist die NATO ohne die USA ein Zwerg, der jederzeit umgerannt werden kann. Aber ökonomisch haben wir noch einiges im Köcher und müssen nun alles nutzen, was in unserem Giftschrank steht, um Trumpmerika weh zu tun. Wir brauchen eine ökonomische Koalition der Willigen – EU, Kanada, Mercosur, GB, Japan, Süd-Korea – gegen die USA.

[….] Einem ersten Statement aus Berlin zufolge wird die Bundesregierung nun gemeinsam mit ihren europäischen Partnern über eine „geeignete Reaktion“ auf die jüngste Zollankündigung Donald Trumps beraten. Gegenstand der Debatte ist nichts anderes als ein schamloser Erpressungsversuch. Trump will unter anderem Deutschland, Dänemark, Frankreich und Großbritannien mit wachsenden Strafzöllen überziehen, solange diese Länder sich einem Grönland-Deal in den Weg stellen. Darauf aber kann es eigentlich nur eine geeignete Reaktion geben: sich der Konfrontation zu stellen. [….]  All die beschwichtigenden Worte, gequälten Nettigkeiten und unterwürfigen Gesten haben nicht dazu geführt, Trump auch nur ansatzweise als verlässlichen Partner oder zumindest transatlantischen Halbverbündeten zu gewinnen. Es stimmt, er hat die Ukraine bislang nicht komplett an Putin ausgeliefert, aber niemand kann sicher sein, dass er es nicht morgen auf Truth Social tut. 

Die Erfahrung zeigt eher: Wer sich von Donald Trump erpressen lässt, bekommt nicht, was er will, sondern muss immer mehr geben. Ein Fingerchen, noch ein Fingerchen, eine Rolex-Uhr, die Nobelpreisplakette, die ganze Hand.  Auf diese Weise hat sich unter anderem die vormals stolze Partei der Republikaner von der Maga-Bewegung verknechten lassen. Gleichzeitig ist festzustellen, dass jene, die dem Erpresser Trump mit erhobenem Haupt und ohne Furcht entgegentreten, in der Regel recht gut fahren. Am erfolgreichsten haben das bislang die Harvard Universität und die brasilianische Regierung praktiziert. [….] Im Übrigen könnte der Zeitpunkt kaum günstiger sein, um sich von Trumps Willen zu emanzipieren. Die Umfragen deuten darauf hin, dass der US-Präsident in der Wählergunst immer weiter absackt. Die Aura der Unangreifbarkeit aus dem ersten Halbjahr ist jedenfalls verflogen. Zwei Dinge kommen besonders schlecht an: dass die Lebensmittelpreise nicht wie versprochen sinken und der Griff nach Grönland. Beides zusammen ergibt eine relativ günstige Verhandlungsposition für die Europäer. [….] Es ist Zeit, Donald Trump zu sagen: Nicht mit uns, wir spielen dein Spiel nicht mehr mit!  [….]

(Boris Herrmann, 17.01.2026)

Wir sind Zwerge und die USA scheinen übermächtig. Aber nicht nur Brasilien und Harvard, auch China haben gezeigt, wie man mit Gegendruck Trump bezwingt. Amerika ist nicht so stark wie alle Zwerge zusammen. Wir müssen endlich skrupellose Zwerge sein, die Trumperika als das sehen, was es ist: Ein Schurkenstaat.

USA raus aus der Nato, US-Tech-Konzerne raus aus dem EU-Wirtschaftsraum. Trump begreift immer noch nicht, wer seine Zölle zahlt. Nicht Deutschland, sondern die amerikanischen Konsumenten. Ja, es schadet den deutschen Exporteuren massiv, weil deren Preise steigen. Aber in dieser Weltlage ist es heilsam, wenn Deutschland seine Exporte in die USA verringert, gezwungen ist, sich mehr auf andere Absatzmärkte zu konzentrieren. Je weniger wir abhängig von dem Drecksland (ich darf das sagen, weil ich selbst einen US-Pass habe) sind, umso besser! 

VIELLEICHT käme es dann in den USA zu so großer Unzufriedenheit mit Trump, daß doch ein paar Republikaner bereit wären ein Impeachment mitzumachen.

Dann käme zwar Vance, der noch gefährlicher ist. Aber der würde immerhin mit dem Signal aus dem Kongress starten, als US-Präsident doch nicht allmächtig zu sein.

Ein Szenario mit vielen vagen Annahmen, das einen entschlossen Taktgeber aus dem stärksten EU-Land benötigt. Schon daran wird es scheitern, denn wir haben schließlich nur Merz und die CDU-Trottellummen. Sowie einen Urnenpöbel, der bei einem Scheitern der Merz-Regierung, den Musk-Fanclub AfD zur mit Abstand stärksten Partei machen wird. Eine braun-idiologische ökonomische Selbstmörder-Bewegung, die ganz im Sinne Trumps den Austritt Deutschlands aus der EU betreibt.