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Donnerstag, 12. März 2026

Schatten aus der Vergangenheit

Atheist war ich von Geburt an, weil jeder Mensch als Atheist geboren wird.

Die lokale religiöse Ideeologie wird Kindern erst durch ihre Eltern aufgezwungen.

Kinder, die zufällig im Oman oder Saudi-Arabien geboren werden, macht man zu Muslimen. Malteser oder Philippinos zu Katholiken und wer das Licht der Welt in einer israelischen Siedlung im Westjordanland erblickt, wird als orthodoxer Jude gelistet. Es handelt sich um religiöse Zwangsrekrutierungen. Diesen Mitgliedschaften entkommt man nicht so leicht. Eine Taufe ist genauso wenig rückgängig zu machen, wie eine Genitalverstümmelung.

Ich hatte das Glück, nach meiner Geburt Atheist zu bleiben, weil meine Eltern schon Atheisten waren, die mich nicht taufen ließen.

Im Laufe meines Lebens, kam es zu einigen Eskalationsstufen, die mich in radikale Opposition zu Christentum und Kirche brachten.

Skeptisch wurde ich schon als kleineres Kind, weil ich meine Oma sehr liebte, die aber eine verkrümmte linke Hand hatte, weil sie als Linkshänderin als kleines Mädchen von den Pfaffen immer wieder Stockhiebe auf die Finger erhielt. Man wollte ihr die teuflische Linkshändigkeit austreiben. Der Teufel ist links.

Etwa 14 Jahre nach der Geburt zündete die nächste Stufe, als ich den Konfirmandenunterricht besuchte, der mir von Mitschülern als perfekte Geldquelle angepriesen wurde. Ein paar Wochen Langweile nachmittags beim Pfaff und dann dicke Geld-Umschläge bei der Konfirmation. Ein auch Ungetauften zugänglicher Weg; da man bei der Konfirmation auch unmittelbar vorher noch getauft werden können – alles in einem Abwasch.

(….) Ich wollte wissen was es mit der Bibel und dem Glauben auf sich hatte, konnte mir aber kein Gehör verschaffen, weil allen anderen Konfirmanden schon ab der ersten Stunde ausschließliche diskutierten wie sie ihre zukünftigen Reichtümer, die es zur Konfirmation hageln würde, zu verprassen gedächten.

Der Lehrer war desinteressiert, die Schüler waren desinteressiert.

Der einzige, der sich tatsächlich für die Kirche und ihre Bedeutung interessierte war ich. Und ich fragte.  Das gefiel dem Gemeindehelfer gar nicht. Ich solle an Gott glauben und ihn nicht hinterfragen.

Einige Wochen später erhielt meine Mutter einen Anruf von Pfarrer M. Ihr Sohn sei für den Konfirmandenunterricht ungeeignet, weil er alles hinterfrage.

So schnell kam also das „Aus“ für meine Kirchenkarriere.

Immerhin hatte der Pastor damals eine richtige Eingebung.

Ich tauge wirklich nicht dazu blind Dogmen zu folgen. (…)

(Es soll halt nicht sein, 13.07.2016)

Wenige Jahre später; so etwa im Oberstufen-Alter traten ein halbes Dutzend hochgradig abstoßende katholische Top-Kleriker in mein Leben, die mir den politischen Aspekt der Religion nahebrachten. Ich lernte die ungeheuren Privilegien der Kirchisten kennen, ihre Finanzströme, den exklusiven Zugang zu Regierungen, die massive Einmischung auf Bildungs- und Gesundheitssysteme, ihre homophobe, misogyne Propagandamacht. Ich begann, mein Umfeld darüber aufzuklären, wieso der Staat als Inkassounternehmen die Kirchenmitgliedsbeiträge eintreibt und wir Steuerzahler Bischofsgehälter und Theologenausbildung finanzieren. Meine Kronzeugen und Posterboys waren der Kurt Krenn (1936-2014), Hans Hermann Groër (1919-2003), Johannes Dyba (1929-2000), Johannes Joachim Degenhardt (1936-2002), Joseph Höffner (1906-1987) und Walter Mixa (*1941).

Mixa

(….) Viel Aufklärung erfuhr ich in der Prä-Wendezeit, als Lea Rosh ihre legendären monothematischen „Freitagsnacht“-Talkshows zum Thema Kirche machte.

Da lernte man drei Menschen wirklich kräftig zu hassen: Den stets bis zum Bersten vollgefressenen, immer breitbeinig im Sessel rumlümmelnden Weibischof Krenn, die ZdK-Aktivistin Rita Waschbüsch (CDU) und eben jene evangelische Fundamentalistin Elisabeth Motschmann, geborene Elisabeth Charlotte Baronesse von Düsterlohe.

Die Theologin ist Mitglied des Kuratoriums der Lebensrechtsbewegung „Stiftung Ja zum Leben“ und agitiert leidenschaftlich gegen sexuelle Selbstbestimmung, Feminismus und selbstverständlich auch die Homoehe.

Wer sich schon in einem ähnlich greisen Alter wie ich befindet, wird sich vermutlich an die ersten monothematischen Talkshows erinnern, die es in den deutschen dritten Fernsehprogrammen gab.
Meiner Ansicht nach sind die besten religionskritischen Sendungen überhaupt Lea Roshs „Freitagnacht“-Ausgaben (ab 1988 auf SFB) gewesen.
Interessanterweise übernahmen den Part der Kirchen-Basher die Religiösen selbst, die in ihrem bräsigen Allmachtswahn gar nicht merkten, wie sie sich lächerlich machten.  Damals lernte ich Medienikonen wie Kurt Krenn kennen.


Für immer in Erinnerung wird mir bleiben, daß sich Jutta Dithfurth einst zurücklehnte und sinngemäß sagte:

 „Lieber Bischof, so wie sie reden fügen sie der Kirche schweren Schaden zu und vertreiben die Mitglieder. Ich möchte dazu gar nichts weiter sagen, da mir das sehr recht ist!"

 
Eine besonders oft auftauchende Gästin war eine damals phänotypisch 79-Jährige verhärmte Hardcore-Protestantin namens Elisabeth Motschmann mit Topffrisur und Sprachfehler.(….)
(Zurück in die Vergangenheit, 10.05.2015)

Die nächste Eskalationsstufen erfolgte 2002, als das, was sehr gut informierte Kirchenkritiker immer wußten (Kardinal Groërs sexuelle Attacken auf kleine Jungs waren seit 1995 publik) schließlich aus den USA auf die Titelzeilen drang.

[….] 2002 machte der „Boston Globe“ öffentlich, dass im Erzbistum Boston Tausende Kinder und Jugendliche missbraucht worden waren, allein gegen einen Priester lagen 200 Beschuldigungen vor. Die Bistumsleitung hatte die Geistlichen versetzt und versucht, Gerichtsakten unter Verschluss zu halten. Der Erzbischof von Boston trat 2002 zurück. 2009 veröffentlichte Irlands Regierung einen Bericht über sexualisierte Gewalt in katholischen Einrichtungen.  [….]

(DLF, 16.01.2020)

Die evangelischen und katholischen Bischöfe in Deutschland schwiegen und vertuschten weiterhin. Bis sie 2010 von den Canisius-Enthüllungen aufgeschreckt wurden und seither jedes deutsche Bistum als K1nders€x-El Dorado entlarvt wurde.

Anders als deutsche Bischöfe, hatte ich das Thema schon lange vor 2010 stets auf dem Schirm. Nicht durch Undercover-Recherche, sondern aus allgemein zugänglichen Quellen. Man konnte längst alles wissen, aber die Kleriker taten alles, um die K!d€rf!ck€r in ihren Reihen zu schützen, die Opfer weiter zu malträtieren.

(…..) In einem Interview hatte Bischof Bernardo Álvarez Afonso Homosexualität und Päderastie gleichgestellt und behauptet, dass Minderjährige nicht immer schuldlos an sexuellem Missbrauch seien:

"ES GIBT13-JÄHRIGE KNABEN, DIE DAS SOGAR WÜNSCHEN
WENN DU NICHT AUFPASST, PROVOZIEREN SIE DICH."

Das sind die Töne, die immer aggressiver werden und bei einer Massendemo von über 100.000 Katholiken gegen die sozialistische Regierung letzten Sonntag in Madrid zu hören waren. Schließlich sind Spaniens Katholiken fest in der Hand von ultrafundamentalistischen Theo-Cons um den einflussreichen Erzbischof von Madrid, Antonio María Rouco Varela.

Wir kennen das ja auch von deutschen Kardinälen:
Wenn Katholiken pädophil sind und kleine Kinder mißbrauchen sind nicht etwa sie selbst schuld sondern nach katholischer Lesart entweder die Opfer selbst, oder deren Mütter - wie es Kardinal Degenhardt erkannte:

„WENN JUNGE MÄNNER STÄRKER MIT DER PFLEGE VON KLEINKINDERN BETRAUT SIND UND DABEI NACKTE ENTBLÖSSTE KÖRPER STÄNDIG SEHEN; SIE BERÜHREN UND SAUBER MACHEN MÜSSEN, IST DIE GEFAHR GROSS, DASS SIE BEGIERDEN NICHT WIDERSTEHEN KÖNNEN. DER VIELE KÖRPERKONTAKT MIT DEM JUNGEN KINDE BEI DER PFLEGE WÜRDE IHNEN SICHER OFT ZUM VERHÄNGNIS WERDEN.
UND DESWEGEN STELLEN WIR FEST; DASS AUCH DIESE KONSEQUENZ; DASS VÄTER HAUSMÄNNER WERDEN, AUCH NEGATIVE ASPEKTE HAT!“  (…)

(Tammox, 07.01.2008)

(….)  Der berüchtigte Kardinal Groer konnte sich bekanntlich in seine Senilität flüchten, als er hoch in den 80ern sogar krebskranken Jungs im Krankenhaus in die Unterhosen griff.   Fällt die Option „Alzheimer“ als Entschuldigung aus, sind katholische Pädophile keineswegs genötigt Reue zu zeigen oder gar ehrlich zu sein.
Nein, dann kann immer noch bagatellisiert und verharmlost werden, wie es Bischof Krenn tat, als in seinem Priesterseminar 40.000 Pornodateien gefunden wurden und Bilder auftauchten auf denen zu sehen war, wie die angehenden Priester in prä-petting’schen Stellungen mit ihren Lehrern posierten.
Krenn bewertete dies als „Bubenstreiche“.
Bernardo Álvarez Afonso und Kardinal Degenhardt
wiesen die Schuld gleich den Opfern oder deren Müttern zu.
Verfolgt man den Blog „abusetracker“ sieht man, daß auch heute keinerlei Dreistheit gescheut wird, wenn Priester ihre Taten erklären.
Soeben erklärte der bereits fünfmal wegen pädophiler Übergriffe auf kleine Jungs angeklagte Priester Desmond Laurence Gannon in Melbourne, er habe einem 11-Jährigen nur ein paar „Anatomie-Stunden“ geben wollen, als er ihn wieder und wieder belästigte: (…)

(Tatmuster, 13.06.2009)

Wenn Katholiken pädophil sind und kleine Kinder mißbrauchen sind nicht etwa sie, die Täter, schuld, sondern nach katholischer Lesart entweder die Opfer, oder deren Mütter - wie es Kardinal Degenhardt erkannte:

[…] „Junge Frauen sind gleichberechtigt und fordern eine Beteiligung ihrer Männer an der häuslichen Tätigkeit ... Und da liegen die Gefahren für junge Männer, ... daß sie ihren Trieben nachher nicht mehr standhalten können. Wenn junge Männer stärker mit der Pflege von Kleinkindern betraut sind und dabei nackte, entblößte Körper ständig sehen, sie berühren und saubermachen müssen, ist die Gefahr groß, daß sie ihren Begierden nicht widerstehen können. Der viele Körperkontakt mit dem Kind bei der Pflege würde ihnen sicher oft zum Verhängnis werden. Und deswegen stellen wir fest, daß auch diese Konsequenz, daß viele Väter Hausmänner werden, auch negative Aspekte haben kann.“  […..]

(Kardinal Degenhardt 1994)

 Kaum ein deutscher Kleriker war so beliebt - ich zitiere Wikipedia über die Trauerfeier Degenhardts.

 Die Beisetzung im Hohen Dom zu Paderborn fand am 3. August 2002 in Anwesenheit von neun Kardinälen (Henrik Gulbinowicz (Breslau), Karl Lehmann (Mainz), Franticzek Macharski (Krakau), Joachim Meisner (Köln), Joseph Ratzinger (Rom), Leo Scheffczyk (München), Adrianus Simonis (Utrecht), Georg Sterzinsky (Berlin) und Friedrich Wetter (München)), über 60 (Erz-)bischöfen aus aller Welt und zahlreichen staatlichen Gästen statt. Allein der Einzug der zahlreichen Würdenträger in den Hohen Dom dauerte 20 Minuten.   Den größten Beisetzungsfeierlichkeiten, die Paderborn je in seiner Geschichte erlebt hat, stand als Legat von Papst Johannes Paul II. Joseph Kardinal Ratzinger, der heutige Papst Benedikt XVI., vor, kurz bevor dieser Dekan des Kardinalskollegiums wurde (27. November 2002). Eine unübersehbare Zahl von Gläubigen gab Degenhardt in dem vom Fernsehen live übertragenen Pontifikalrequiem das letzte Geleit. …

32 Jahre, nachdem ich das Degenhardt-Zitat aus dem SPIEGEL ausgeschnitten und an meine Küchenwand gepinnt hatte, holt es die RKK doch noch ein.

[….] Reinhold Harnisch, 1955 in Paderborn geboren, wurde laut eigenen Angaben über vier Jahre lang vom damaligen Leiter des Domchores, Walter Salmen, missbraucht. In der Krypta des Doms, »nahezu täglich« und »in jeder nur erdenklichen Weise«, wie er im Gespräch mit dem SPIEGEL sagt. Sein Fall fand anonymisiert Eingang in die Studie.  Die Übergriffe ereigneten sich demnach zwischen 1964 und 1967 – da war Harnisch neun, zehn, elf und zwölf Jahre alt. Seine Schilderungen, wie Sexualstraftaten im Erzbistum mutmaßlich verschwiegen und vertuscht wurden, sind erschütternd.

»Die Kirche hat meine Vorwürfe über Jahrzehnte abgestritten und verleugnet«, sagt Harnisch. Erzbischof Jaeger und sein Nachfolger Degenhardt hätten während ihrer Amtszeiten strikte Order gegeben, Missbrauchsfälle zu vertuschen. »Ich wurde von Priestern bedroht, man warnte mich, dass ich zu schweigen habe«, erinnert sich Harnisch.

»Wenn du Schweinereien gemacht hast, kommst du ins Heim«

Degenhardt selbst habe ihm in einem Gespräch gesagt, dass er »das personifizierte Böse« sei und nicht in seine Kirche gehöre. Ein Geistlicher aus dem Erzbistum habe ihm geraten, die Füße stillzuhalten: »Lassen Sie es, der Bischof würde Sie vernichten.«  [….]

(Annette Langer, 12.03.2026)

32 Jahre nach den ungeheuerlichen und öffentlichen Degenhardt-Worten zur Kinderpflege, hat nun auch sein Erzbistum, die reichste deutsche Diözese Paderborn, noch mal nachgeforscht. ÜBERRRASCHUNG, der beliebte Kardinal vergewaltigte mutmaßlich auch selbst kleine Jungs.

[…] Eine Studie deckt Missbrauchsfälle aus den Jahren 1941 bis 2002 auf. Mehr als 200 Geistliche haben sich an 489 Opfern vergangen. Der Sprecher einer Betroffenenvertretung äußerte den Vorwurf, dass ein ehemaliger Erzbischof mutmaßlich sexualisierte Gewalt einem minderjährigen Jungen angetan habe. […] Priesching bei der Pressekonferenz ein Interview mit einem Betroffenen schildert, wird es still. Sie erzählt, dass ein Betroffener ihr in einem Interview sagte, dass er anfing zu weinen und zu schreien, als ein Geistlicher vor ihm mastubierte. […] Die Zahlen der Betroffenen und Tätern ist deutlich höher als bisher angenommen. In der Zeit von 1941 bis 2002 gibt es Hinweise auf 210 Geistliche die sich an Kindern vergangen haben. 489 Missbrauchsopfer konnte die Studie ausmachen. "Das Dunkelfeld dürfte aber nochmal größer sein", sagt Priesching, weil sich wahrscheinlich nicht alle bei ihnen gemeldet haben.

Für die Studie hatten die Forschenden uneingeschränkten Zugang zu Kirchenakten und haben zahlreiche Interviews mit Betroffenen, Angehörigen und kirchlichen Mitarbeitern geführt. In der Studie wurden die Namen der Täter anonymisiert.

Dass es in den Amtszeiten von Jäger und Degenhardt oft gar nicht erst zur Strafverfolgung gekommen ist, liege laut den Wissenschaftlerinnen nicht nur an untätigen Erzbischöfen. Die Kinder hätten oft gar nicht begriffen, was mit ihnen passiert sei und ihnen wurde wohl auch oft nicht geglaubt. […]

Es habe zwar zahlreiche Meldungen an die Erzbischöfe Jäger und Degenhardt gegeben. Die Geistlichen seien allerdings nur innerkirchlich bestraft worden, zum Beispiel durch Versetzungen. Degenhardt hätte außerdem oft Druck auf Betroffene und Familien ausgeübt, um Anzeigen zu verhindern. "Diese Vertuschungsspirale sorgte dafür, dass Täter ungestraft weitermachen konnten", sagt Priesching weiter. […] Der Sprecher der Betroffenenvertretung, Reinhold Harnisch, hatte vor Veröffentlichung der Studie gegenüber dem WDR mitgeteilt, dass es laut ihm weitere Vorwürfe gegen den verstorbenen Kardinal Degenhardt gäbe. Schon mehrmals wurden Vorwürfe gegen Degenhardt erhoben. Diese wurden im Oktober 2025 von externen Sachverständigen als nicht plausibel eingeordnet.  […]

(WDR, 12.03.2026)

Mittwoch, 28. Januar 2026

25:2

Neues von den akademisch-kriminellen Mauschlern bei den Konservativen.

Es hat wieder jemanden erwischt. Wer sich bei CDUCSU oder AFDP engagiert, bringt a priori eine gewisse moralische Verkommenheit mit.

Menschen mit Anstand, die sich selbstlos der Allgemeinheit und der Solidarität verpflichtet sehen, gehen natürlich eher zu Grünen und Sozis.

Wer hingegen egoistisch denkt, seinen eigenen Vorteil sucht, sich gern über andere erhebt, wer diskriminiert und Gelegenheiten sucht, die eigenen Taschen vollzustopfen, ist bei schwarzgelbbraun richtig.

Ihre Kommilitonen, ihre Doktorväter und ihre Universitäten zu betrügen, ist für Rechte daher nur ein Kavaliersdelikt. Für Schwarze und Gelbe ist es ein NoLose-Spiel.

So ein Doktortitel macht sich gut beim Wähler und falls man doch beim Schummeln erwischt wird, kann man in CDUCSUFDP dennoch weiter Karriere machen – siehe von der Leyen, Scheuer, Huber, Djir-Sarai.

Es wird Zeit, mal wieder durchzuzählen.

(….)  Mit penetranter Ehrlichkeit macht man sich das politische Leben schwer. Honoriert wird es schon gar nicht. Die größten Lügner wie Schäuble oder von der Leyen sind die beliebtesten Minister überhaupt.  Eine echte Konservativen-Domäne ist aber das Erschleichen von Titeln. 

Dr.-Titel zu Erschummeln ist nicht selten. Als ich das letzte Mal zusammenfasste, kam ich auf 14, bzw 12 Namen:

Siegfried Haller (SPD) (?) Leiter des Leipziger Amtes für Jugend, Familie und Bildung
Uwe Brinkmann (SPD) ehemaliger Juso-Chef Hamburgs
Karl-Theodor von und zu Guttenberg (CSU) ehemaliger Polit-Gott
Veronica Saß (Parteilos?) Edmund Stoibers (CSU) Tochter
Silvana Koch-Mehrin (FDP) Europaabgeordnete
Jorgo Chatzimarkakis (FDP) Europaabgeordneter
Margarita Mathiopoulos (FDP), Westerwelle-Beraterin
Bijan Djir-Sarai (FDP) Bundestagsabgeordneter
Kai Schürholt (CDU) Bürgermeisterkandidat Landau
Matthias Pröfrock (CDU) Landtagsabgeordneter BW
Andreas Kasper (CDU), viele regionale Parteiämter in NRW

Bernd Althusmann (CDU), ehemaliger Niedersächsischer Kultusminister und Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK)
Roland Wöller (CDU) Sachsens Kultusminister
Johannes Hahn (ÖVP) EU-Kommissar für Regionalpolitik

A posteriori aus der Liste herausnehmen werde ich hiermit Siegfried Haller (kein Politiker) und Veronica Saß (kein politisches Amt; sie kann ja nichts dafür wer ihr Vater ist).
(Nicht mitgezählt sind bisher die nicht unbedingt selbstgeschriebenen Promotionen:
Für die bürgerliche Aura der größeren Kompetenz wird einiges getan. So schmücken sich ungleich mehr Konservative mit Dr.-Titeln.
Natürlich sind fast alles sogenannte „Klasse 2-Promotionen“, wie die von Ministerin Kristina Schröder (Hilfe von ihrem Bundestagsmitarbeitern) , Staatssekretär Ole Schröder (Kristinas Ehemann, promovierte an einer dubiosen Fern-Uni in Südafrika in Jura) und Guido Westerwelle (Fern-Uni Hagen, möglicherweise mit größerer Hilfe seines Vaters), bei denen zum einen nicht sicher ist wer alles daran mitgewirkt hat und bei denen zum anderen niemals auch nur in Erwägung gezogen wurde eine akademische Laufbahn damit zu begründen.)

Damit steht es nun offiziell 11:1 beim Dr.-Fälschen für Schwarzgelb. 

Rot hat lediglich einen Fall (und auch das ist ein sehr unbekanntes Parteimitglied). [……]  Bisher kapitulierte lediglich Uwe Brinkmann (der von allen Erwischen am wenigstens plagiierte) ohne Umschweife und gab den Dr.-Titel schuldbewußt ab.

(Tammox 2011)

Dazu kommen der Berliner CDU-Abgeordnete und ehemalige Bürgermeisterkandidat Frank Steffel („Bimbos, Kanaken, Mongos“).

Hinzuzufügen sind inzwischen noch der CSU-Bezirksrat Dominic Stoiber, der Sohn des berühmten Edmunds.

Der spektakulärste Fall ist sicher die plagiierte Direktpromotion der Bundesbildungsministerin Annette Schavan, die heute noch den Titel „Prof.“ führt, aber in Wahrheit als höchsten akademischen Abschluß ihr Abitur vorzuweisen hat. 

Im März 2013 gesellte sich der CSU-Landrat Jakob Kreidl* aus Miesbach zu den anderen CDU/CSU/FDP-Titelbetrügern.

Ebenfalls seinen Titel los ist der xenophobe Andreas Scheuer („Wer betrügt, der fliegt!“)

Inzwischen schaffte es Ursula von der Leyen (CDU) ihre mangelhafte Dr.-Arbeit zu retten, obwohl sie nachweislich weite Teile plagiierte, weil rein zufällig ihr Ehemann in der Kommission saß, die den Fall untersuchte. Ich zähle sie aber dennoch als 17:1.

Die Universität Gießen bescheinigte der Promotionsarbeit von Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) „ein wissenschaftliches Fehlverhalten gemäß Satzung.“ Er muss nacharbeiten, darf die Titel aber behalten. (Es bleibt bei 17:1)

CSU-Generalsekretär Martin Huber verlor seinen Doktortitel, hatte offenbar großflächig abgeschrieben. (18:1)*

Die Uni Kassel entzog dem hessischen Sozialstaatssekretär Wolfgang Dippel (CDU) endgültig den Titel; auch er hatte im großen Maßstab plagiiert.(19:1)

Der österreichische Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) brachte es auf „Seitenweise Plagiate und einen fast zur Gänze abgekupferten Theorieteil“. (20:1)

Noch einmal Österreich; auch der konservative Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann (ÖVP) schrieb seine Dissertation ab, so daß ihm der Doktortitel entzogen wurde. (21:1)

Ganz knapp davon kommt eine weitere erzkonservative Österreichische Ministerin, die es sich, wie Scheuer, mit einem „Dr.Bratislava“ leicht gemacht hatte.

[….] Ex-Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) dürfte auch ihren an der Slowakischen Technischen Universität (STU) in Bratislava erworbenen PhD-Titel behalten dürfen. Die Überprüfung der Plagiatsvorwürfe gegen ihre Dissertation läuft zwar noch, selbst bei einer Bestätigung ist aber mit einer Aberkennung des Titels nicht zu rechnen. „Plagiatsjäger“ Stefan Weber zeigte sich fassungslos.  […]

(ORF, 30.09.2021)

 (Es bleibt bei 21:1)

Der ehemalige Fraktionsvorsitzende der CDU im Berliner Abgeordnetenhaus, Florian Graf, schummelte so heftig, daß er gar nicht mehr die Prüfung abwartete und seinen Doktor-Titel freiwillig zurückgab. (22:1)

Als Bundesfamilienministerin war Franziska Giffey (SPD) wegen des drohenden Titel-Entzuges zurückgetreten; stellte sich später, ohne Titel, zur Wahl als Berliner Bürgermeisterin und gewann. (22:2)

Der aktuellste Fall trifft wieder die CDU.

[….] Uni Gießen will CDU-Europaparlamentarier Simon Doktortitel entziehen. Der Europaabgeordnete Sven Simon soll bei seiner Dissertation »in wesentlichem Umfang vorsätzlich getäuscht« haben. Das könnte den CDU-Politiker seinen Doktortitel kosten.  [….]

(SPON, 07.11.2022)

Damit steht es 23:2

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Aber da die Doktorentzugs-Zahl der Konservativen mehr als 1.000% über der, der Linken liegt, dürfte eindeutig belegt sein, welche politische Ausrichtung deutlich mehr dem akademischen Betrug zugeneigt ist.

(23:2, 07.11.2022)

Das zweite Dutzend voll, machte die Berliner Verkehrssenatorin Schreiner.

(….) Einer der schrillen Namen, den man weit über die Grenzen seiner Zuständigkeit hinaus kennt, ist Manja Schreiner, die 1978 in Wismar geborene Juristin, die nach Stationen als Arbeitgeber-Lobbyistin, vor genau einem Jahr im Senat Wegner Berliner Verkehrssenatorin wurde.  Eine echte Fanatikerin, der Verkehrspolitik im Grunde genauso egal ist, wie das Wohl Berlins.  Aber sie findet die Grünen scheiße und zerschlägt mit großer Freude alles, was ihre grüne Vorgängerin auf den Weg brachte. Fahrräder raus, Autos rein, lautet ihr einziges Motto. Sie ließ sogar fertig gestellte Radwege nachträglich übermalen, um die Flächen dem Autoverkehr zuzuschlagen.

Ihre 2007 verfasste Doktorarbeit ließ Schreiner nun stolpern. Drei von vier Seiten hatte sie abgeschrieben.

[….] Die Universität Rostock begründete den Entzug des Doktortitels nun mit dem Ausmaß an nicht ausreichend gekennzeichneten Textübernahmen in ihrer Dissertation. Die Quantität der Fehler und ihre qualitative Gewichtung ließen den Fakultätsrat zu dem Schluss kommen, dass das Werk den Ansprüchen an eine wissenschaftliche Arbeit nicht genüge, teilte das Gremium der Juristischen Fakultät am Dienstag mit: "Daher hätte Frau Schreiner der Doktorgrad nicht verliehen werden dürfen. Der Fakultätsrat hat daher einstimmig beschlossen, den Doktorgrad wieder zu entziehen."  Zuerst war der Vorwurf im Fachmagazin "Neue Juristische Wochenschrift" aufgetaucht. Der Frankfurter Rechtsprofessor Roland Schimmel hatte in einem Artikel über sogenannte "Bauernopfer" in akademischen Schriften Schreiners Arbeit als Beispiel genannt. Als "Bauernopfer" werden Textübernahmen aus anderen Arbeiten bezeichnet, bei denen die Quelle zwar genannt wird, aber beispielsweise nicht klar gekennzeichnet ist, in welchem Umfang Text übernommen wurde. Danach hatten Fachleute auf der Plattform Vroni-Plag Wiki die Doktorarbeit analysiert und nach eigenen Angaben "zahlreiche und umfängliche Plagiatsbelege" gefunden. Auf der Website heißt es, mehr als zwei Drittel der Seiten enthielten Plagiatstext, auf 13 Seiten machten die problematischen Stellen mehr als 75 Prozent des Textes aus. Hauptsächlich gehe es dabei um "Bauernopfer", teilweise aber auch um "Komplettplagiate".  […..]

(RBB, 30.04.2024)

Offenbar ein derart drastischer Fall, daß Schreiner neben ihrem akademischen Titel gleich auch noch das politische Amt abgab.

Damit steht es nun 24:2 beim Titelbetrug für die Rechten! (….)

(24:2, 30.04.2024)

Heute sind wir wieder bei den Ossis und sogar eine politische Ebene höher. Der Ministerpräsident von Thüringen steht als akademischer Betrüger da.

[…] Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) soll nach Angaben der Staatskanzlei in Erfurt seinen Doktortitel verlieren. Dies habe die Technische Universität Chemnitz Voigts Anwaltskanzlei mitgeteilt, sagte eine Regierungssprecherin und kündigte an, dass der Regierungschef gegen die Entscheidung der Philosophischen Fakultät vor dem Verwaltungsgericht klagen wolle. […] Voigt promovierte im Jahr 2008 mit der – größtenteils in den USA erarbeiteten – Doktorarbeit »Der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf. George W. Bush gegen John F. Kerry«. Doktorvater ist der Chemnitzer Politikwissenschaftler Eckhard Jesse, der für sein umstrittenes Bild des Hufeisens für Links- und Rechtsextremismus bekannt wurde. Vorwürfe, dass Voigt in seiner Doktorarbeit unsauber gearbeitet haben soll, kamen in der Zeit des Wahlkampfs vor der Landtagswahl 2024 auf. Die private Quadriga Hochschule in Berlin führt Voigt zudem als Professor. […] Damals kündigte die Technische Universität Chemnitz an, einen Plagiatsvorwurf gegen Voigt prüfen zu wollen. Damals hatte der als Plagiatsjäger bekannte österreichische Kommunikationswissenschaftler Stefan Weber die Universität via E-Mail darüber informiert, dass er in der Dissertation Voigts 46 Plagiate gefunden habe. [….]

(SPON, 28.01.2026)

Das ist das 25:2!

Die Abstumpfung gegenüber der akademischen CDU-Skandale scheint allerdings ähnlich weit fortgeschritten, wie die Toleranz der Rechten gegenüber Kindesmissbrauch. Man muss schon länger googeln, um etwas zum Voigt-Skandal zu finden. Keine Konsequenzen, kein Rücktritt, keine Kritik. Nur Achselzucken. Akademisches Betrügen ist nun einmal vollakzeptiert unter Top-CDUlern.

Samstag, 22. März 2025

Diktatoren-Liebe

Erinnert sich noch jemand an Karin Kneißl? Sie war in der rechtsextremen Kurz-Regierung auf FPÖ-Vorschlag von Dezember 2017 bis Juni 2019 Bundesministerin für Europa, Integration und Äußeres. International berühmt wurde sie mit diesem Foto, das sie auf ihrer eigenen Hochzeit 2018, entzückt tief in die Knie gegangen zeigt – vor Wladimir Putin.

Putin, der vier Jahre zuvor die Krim annektiert hatte, erschien nicht nur persönlich, sondern schenkte ihr 50.000 Euro-Saphircreolen, einen Don-Kosaken-Chor, Blumen und einen Samowar. Kneißl war hin und weg; liebte sie doch sexy Wladimir Wladimirowitsch sogar noch mehr, als ihren eben Angetrauten.

Wie wir heute wissen, geschah dieser devote Kniefall vor dem Kreml-Kriegsverbrecher nicht etwa nur aus dem flüchtigen Moment der emotionalen Aufwallung heraus; nein sie ist wirklich sein ganz großer Fan. Nach ihrem Amts-Aus, jobbte sie zunächst bei Putins Propagandasender RT, wurde 2021 in den Rosneft-Aufsichtsrat berufen und verließ Österreich schließlich im Juni 2023 ganz, um in Putins Geburtsstadt St. Petersburg zu leben und einen Putin-Fan-Thinktank zu leiten.  Kneißl meint es also wirklich ernst und plappert nicht nur unüberlegt Kreml-Propaganda nach. Kneißl geht es nicht allein so.

Viele lieben den heißen Wladimir. Wagenknechts erster Ehemann Ralph T. Niemeyer reiste 2022 als Reichsbürger und selbsternannter Vertreter einer deutschen „Exil-Regierung“, bzw als „Exil-Kanzler“ nach Russland, um Putin zu umschwärmen. Heute stellt er sich mit voller Überzeugung gegen die BRD.

[…]  "Wie echte Nazis" seien die Polizisten aufgetreten, die sein Haus gestürmt hätten, schreibt Ralph T. Niemeyer auf Telegram. Der selbsternannte Chef einer deutschen "Exilregierung" und Ex-Ehemann von Sahra Wagenknecht nennt die "Reichsbürger"-Razzia vom Mittwoch "Staatsterror". Im russischen Propagandamedium Russia Today, das Niemeyer am Mittwochabend als den angeblichen Anführer einer deutschen Oppositionsgruppe live interviewte, stellte der ehemalige Bundestagskandidat wilde Behauptungen auf, warum er ins Visier der Fahnder geraten sei: weil er an der Bundesregierung vorbei versucht habe, Verträge für die Öffnung der Gaspipeline Nord Stream 2 auszuhandeln. [….]

(SZ, 23.03.23)

Die ihm demonstrativ weiter eng freundschaftlich verbundene Sahra Wagenknecht, oder auch Putin-Propagandist Michael Kretschmer, reden womöglich zukünftig nicht nur verliebt von Putin, übernehmen dessen Propaganda, sondern sind potentiell bereit noch viel weiter für ihr Idol zu gehen.

[….] Ost-CDU Politiker #Kretschmer spricht gerade in den #Tagesthemen von der "mutwilligen Erhöhung der Energiepreise durch die vorherige Regierung".

Mutwillig? Es ist tragisch, wenn man sich so in einer Parallelrealität verliert und die politische Debatte mit Falschinfos flutet. [….]

(Dr. Ole Wintermann, 21.03.2025)

 

[…] Ein ebenso großer Putin-Troll wie die Wagenknechte; er würde seinem geliebten Tyrannen am liebsten noch heute wieder Gas abkaufen. Genau das meint er mit "mutwillige Erhöhung": dass Alternativen zu russischem Gas gesucht und gefunden wurden. Auch die Koalitionsverhandlungen führen z.T. solche Leute.  [….]

(Sascha Kersken, 22.03.2025)

Leider reicht meine küchenpsychologisches Ausbildung nicht, um wissenschaftlich zu erklären, wieso rechte Politiker, rechtsextreme Diktatoren nicht nur bewundern, sondern regelrecht in einen Teenager-artigen Verliebtheitsrausch geraten, so daß sie sich gegenüber dem Rest der Welt völlig lächerlich machen.

Trump ist natürlich das beste Beispiel dafür. Immer wieder prahlte er auf seinen zahlreichen Rallys über den Massenmörder Kim Jong Un – „and then we fell in love“!

Geradezu verschossen aber reagiert er auf Putin, den er so sehr liebt, daß er ihm ohne zu zögern und ohne Gegenleistung alle Wünsche erfüllt. Trump braucht gar kein Spray-Tan mehr, weil der Ober-Russe ihn so sehr erregt.

[…..]  Wenn zwei der mächtigsten Männer der Welt telefonisch um Krieg und Frieden ringen, geht es heftig zur Sache – so auch bei dem mit großer Spannung erwarteten Gespräch zwischen US-Präsident Donald Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Nachdem bezüglich der Ukraine innerhalb weniger Minuten Einigkeit herrschte, weil Trump ohnehin jedem Wunsch Putins nachgab, führte schließlich die Frage, wer das Gespräch zuerst beendet, zu einer knallharten Auseinandersetzung.

"Ich leg nicht auf", säuselte Donald Trump, während er das Telefonkabel verspielt um seinen Finger wickelte. "Leg DU zuerst auf!"

Doch darauf ließ sich der russische Präsident nicht ein. "Aber nicht doch, Donnilein!", so Putin. "Leg DU zuerst auf!"

Dann kicherten beide, um anschließend zu schweigen und dem jeweils anderen beim Atmen zuzuhören.

"Aber jetzt musst DU wirklich auflegen, Wladi", so Trump nach einer ganzen Weile. "Wir können doch nicht ewig so weitermachen."

"Können wir nicht?", fragte Putin. "Ich kann jedenfalls nicht zuerst auflegen. Ich würde mir ewig Vorwürfe machen."

"Och, duuu! Hihihi", kicherte Trump wieder. "Ich kann ja auch nicht. Ich würde deine Stimme ja auch einfach zu sehr vermissen."

Derzeit laufen die Gespräche noch. Wie die Verhandlungen ausgegangen sind und wer am Ende zuerst aufgelegt hat, wird wohl erst im Laufe des Abends bekannt.  [….]

(dpo, 18.03.2025)

Realität und Satire lassen sich hier schwer unterscheiden. Ex-FOX-Starmoderator Tucker Carlson erging es ebenso, als er nach Russland reiste und gar nicht mehr aufhören konnte, aus kindlicher Verliebtheit Putins Hintern zu küssen.

Trumps Golfpartner Steve Witkoff, der im Auftrag des Weißen Hauses Frieden in der Ukraine aushandeln soll, war ebenfalls sofort, wie eine 11-Jährige auf einem Boyband-Konzert, schockverliebt in den Kreml-Herrscher.

[….] Für Trump sollte Witkoff dafür sorgen, dass Russlands Machthaber Wladimir Putin eine Waffenruhe in der Ukraine unterstützt. [….] Offenbar liefen die Gespräche jedoch anders, als man es normalerweise erwarten würde. Denn nach seiner Rückkehr gab Witkoff nun ein Interview, in dem er regelrecht vernarrt in den Kremlherrscher zu sein scheint. Geführt wurde es von Tucker Carlson. Der frühere Fox-News-Moderator sorgte in der Vergangenheit bereits selbst für Aufsehen, als er bei einem Russlandbesuch begeistert durch einen Supermarkt lief und Putin in einem Interview  unkritische Stichwörter lieferte.

Auch der Regierungsgesandte scheint nun dem Charme seines Gesprächspartners erlegen zu sein. Witkoff schwärmt in dem Interview etwa davon, dass der Kremlherrscher ihm erzählte, wie er nach dem Anschlagsversuch im Wahlkampf für Trump gebetet habe. Getan habe er dies gemeinsam mit seinem Priester in der »örtlichen Kirche«, so Witkoff mit sichtlich bewegter Stimme: »Nicht weil Trump Präsident der Vereinigten Staaten werden könnte, sondern weil er mit ihm befreundet war und für seinen Freund betete.«

Bei frommen Wünschen im Stillen beließ es Putin dabei jedoch offenbar nicht. Wie Witkoff weiter berichtet, habe er im Kreml auch ein »wunderschönes« Geschenk erhalten. Dabei handele es sich um ein Porträtgemälde von Donald Trump. Dieses habe er dem US-Präsidenten bereits übergeben, so Witkoff weiter. »Er war davon sichtlich berührt.« [….] [….]

(SPON, 22.03.2025)