Wir hatten schon so viele FDP-Bundeswirtschaftsminister, die reine Platzhalter waren, die man gar nicht bemerkte und die den Stellenwert des Ministeriums systematisch gen Null fuhren.
(….) Ingrid Matthäus-Maier, *1945, Verwaltungsrichterin, eine der klügsten Personen, die ich kenne, spielt als wichtigste Atheistin Deutschlands als Beiratsmitglied der Giordano-Bruno-Stiftung immer noch eine große Rolle. Seit 1966 setzt sie sich in der Humanistischen Union für die Trennung von Staat und Kirche ein. Im Bundestag brillierte sie als Finanzexpertin, die anders als alle anderen Finanzpolitiker die Gabe besaß Zahlen anschaulich, verständlich und einprägsam darzustellen.
„Wissen Sie, was eine Milliarde ist? Sie haben eine Milliarde, wenn Sie achtzehn Jahre lang Woche für Woche eine Million im Lotto gewinnen.“
(IMM)
Sie war aber auch eine begnadete Parteipolitikerin. Ich erinnere mich noch an eine Generalaussprache, als sie auf die Vorstellung des Haushalts von Bundeswirtschaftsminister Günter Rexrodt Mitte der 1990er klagte:
„Wir hatten einen Bangemann, wir hatten einen Haussmann, wir hatten einen
Möllemann – wann bekommen wir endlich einen Fachmann?“ (IMM)
Erhört wurde ihre Klage freilich nie. Fünf Bundeswirtschaftsminister von der FDP in Folge hatten das Amt abgewirtschaftet. Rexrodt war nicht nur wie seine Vorgänger überfordert, sondern wurde gar nicht mehr ernst genommen. Die Presse beschrieb ihn als peinlichen „Grüßaugust“, den noch nicht mal Industrielobbyisten beeinflussen mochten, weil zu offensichtlich war wie desinteressiert und machtlos er war.
Längst war die Gestaltungsmacht des einstigen Kernministeriums – Erhardt, Schiller und Schmidt prägten als Wirtschaftsminister die Republik – aufgebraucht. Die Musik spielte nun im Kanzleramt und Finanzministerium.
Das war keineswegs ein zwingender Prozess, sondern der Tatsache geschuldet, daß die faktische vakante Ministeriumsspitze von 1982 bis 1998 unter den FDP-Grüßaugusten das Eingreifen anderer Minister erforderte.
Spätere Bundeswirtschaftsminister wie Clement und Gabriel hatten verstanden welch geschrumpftes irrelevantes Haus sie übernahmen und ließen sich daher Superministerien zuschneiden. Clement war in Personalunion auch Arbeitsminister, Gabriel übernahm den Bereich Energiepolitik.
Aber es gab bedauerlicherweise auch unter Merkel Wirtschaftsminister von CDU und FDP, die entweder wie Brüderle, Guttenberg und Rösler völlig überfordert und verwirrt waren, oder noch schlimmer, wie Glos und Altmaier mit demonstrativen Unwillen das Sinnlosministerium einfach nur aussitzen wollte, weil sie nicht nur keine Ahnung hatten, sondern auch keine Lust. (….)
(Der Abstieg der Wirtschaftsminister, 31.01.2019)
Altmaier, der phänotypische Wiedergänger von Martin Bangemann, ging dazu über, aktiv den Wirtschaftsstandort Deutschland und die Zukunftsfähigkeit zu ruinieren. Mit seiner doppelten Altmaier-Delle zerstörte er ab 2012 die Photovoltaik- und Windenergie-Branche in Deutschland.
Gas-Kathy, von 2009 bis 2013 Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, half begeistert dabei mit, Umwelt und Naturschutz zu Gunsten der fossilen Klimapest zu schleifen.
Als Bundeswirtschaftsministerin hob sich Reiche ab 2025 aber stets von ihren schläfrigen Vorgängern Bangemann, Haussmann, Möllemann, Rexrodt, Glos ab und zeigte von Anfang an, wie hellwach sie war: Von einem unbändigen Willen angetrieben, den Wirtschaftsstandort Deutschland ebenso nachhaltig zu zerstören, wie das Klima.
Mit perfider Boshaftigkeit schwingt sie sich zur schlechtesten Wirtschaftsministerin aller Zeiten auf.
[….] Sorry, dass ich so
schnell spreche, aber so viele Skandale in 9 Monaten ist auch ne Leistung.
Ist Katherina Reiche die schlechteste Wirtschaftsministerin ever?
Ergebnis:
• Gas statt Zukunft
• Netzpaket bremst Wind & Solar
• Investoren ziehen sich zurück
• Energiepreise bleiben hoch
• 81 Mrd. € fossile Importe – jedes Jahr
Gerichte fordern mehr Klimaschutz.
Das Ministerium liefert Ausbaustopp.
Inkompetenz – oder klare Strategie? […]
Reiche hasst Deutschland offenbar, wie die Pest und wirft es ihren Gas-Nazgûl zum Fraß vor.
[….] Überlastete Stromnetze: Die Kapitulationserklärung der Katherina Reiche
[….] In der Systemtheorie gibt es das Konzept der »abrutschenden Ziele«: Man schafft es nicht, etwas zu erreichen, das man sich vorgenommen hat. Doch statt sich mehr anzustrengen, schraubt man das eigene Ziel herunter. [….] Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) lässt gerade ein Gesetz erarbeiten, das den Bau neuer Ökostromanlagen massiv erschweren würde. Ihr Hauptargument dafür ist, dass es im überlasteten Stromnetz kaum noch Anschlüsse für neue Anlagen gibt. [….] Man könnte sich auch bemühen, den Bau neuer Leitungen anzukurbeln, auch dann gäbe es mehr Anschlüsse. Oder man könnte die Anreize für kluge Kombi-Lösungen an bestehenden Anschlusspunkten erhöhen. Wind- und Solaranlagen erzeugen teils zu unterschiedlichen Zeiten Strom und könnten sich existierende Anschlüsse öfter teilen.
Doch Reiche geht einen anderen Weg. Sie will den Bau neuer Wind- und Solaranlagen verkomplizieren. Das ist absurd. Es schadet der Wirtschaft, es ist schlecht für das Klima und es sorgt dafür, dass Deutschland in Energiefragen unnötig lang erpressbar bleibt. [….] Reiches Haus bemüht sich gerade nicht, den quälend langsamen Ausbau der Netze zu beschleunigen. Es will den Ausbau der erneuerbaren Energien bremsen. [….]
Natürlich wünsche ich mir auch eine andere Wirtschaftsministerin.
Die Uckerwalder Nemesis der deutschen Zukunft darf ihre Destruktivität nicht weiter ausleben.
Das Problem ist allerdings der Kanzler und CDU Vorsitzende. Bei einer Demission Reiches obliegt es ihm, den oder die Nachfolger/in zu bestimmen. Besserung ist also nicht zu erwarten bei dem rechtsradikal-bornierten Sauerländer Sabbelkopp. Das wissen inzwischen sogar seine Fans in der CDU-Fraktion.
[….] Spricht man in diesen Wochen mit Fraktionsmitgliedern über die Regierung, dann klingt das Urteil häufig vernichtend. Das Kanzleramt, so eine verbreitete Klage, funktioniere nicht, Kanzleramtschef Thorsten Frei sei am falschen Platz. Die Zusammenarbeit mit der Fraktion funktioniere ebenfalls nicht, Fraktionschef Jens Spahn sei nicht zu trauen. Generalsekretär Linnemann bleibe blass. Das Kabinett, das Merz nicht mit Charismatikern besetzt hat, sondern mit Arbeitern, sei kaum wahrnehmbar und arbeite nicht gut. Das alles, wohlgemerkt, kommt aus der CDU selbst.
Und selbst wenn es der Parteispitze gelingen sollte, den Parteitag in Stuttgart doch noch einigermaßen harmonisch zu orchestrieren, heftige Debatten und radikale Beschlüsse zu vermeiden: In der Partei dürfte es auch danach unruhig bleiben. Womöglich sogar unruhiger werden.
In der Mittelstandsunion gibt es Menschen, die den Sozialstaat gern noch härter schleifen würden, als in ihrem Antrag gefordert. Es gibt maßgebliche Menschen in der Union, die ihre Partei durchaus zur internationalen Speerspitze der Anti-Klimaschutz-Allianz machen würden, auch nachdem die Parteiführung den Antrag zum Ende der Klimaneutralität abgewehrt hat. Und es gibt einige, die mehr oder weniger offen fragen, wie man die Stärke der AfD nutzen könnte, um die reine Lehre der CDU besser umzusetzen. [….]
(SPON, 05.02.2026, aus DER SPIEGEL 7/2026)
So wie sich Reiche in einer Rekordzeit zur schlechtesten Wirtschaftsministerin aller Zeiten gemausert hat, steht Fritze Merz schon jetzt eindeutig als schlechtester Kanzler seit 1949 fest.










