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Mittwoch, 26. August 2026

Unverheirateter Mann im Kleid wider die Queerness

 Wie rechtsradikal Stefan Oster, der 1965 in Amberg geborene Ordenspriester der Salesianer Don Boscos ist, bemerkte ich als Rudolf Gehring-Fan bereits kurz nachdem er 2014 Bischof von Passau wurde. Der religiöse Fanatiker Gehrig, mittlerweile beim ultraorthodoxen Religioten-Sender EWTN untergekommen, wurde zum kleinen jugendlichen Liebling des bayerischen Kirchenfürsten, traf sich immer wieder mit ihm, stellte 2017 für seinen EWTN-Knaller „Rudolf will’s wissen“ gleich fünf Interviewsendungen auf die Beine.

Es „matchte“ offenbar sofort. Der Jugendbischof und sein 28 Jahre jüngerer lediger Freund, begannen sogar an einem gemeinsamen Buch zu arbeiten, welches 2021 erschien.

Das in homöopathischer Stückzahl erschienene „Den ersten Schritt macht Gott: Über Erfüllung, Berufung und den Sinn des Lebens“ kam natürlich nie über die erste Auflage hinaus und schaffte es auf den Amazon Bestseller-Rang: Nr. 652.071.

Aber den auszölibatärten Stefan und seinen strammen Bewunderer Rudi kümmern gesellschaftliche Relevanz und finanzielle Erfolge genauso wenig, wie wissenschaftliche Fakten. Sie haben ja sich und befruchten sich gegenseitig. 

Das reicht ihnen. Den schwer reiche US-amerikanische EWTN-Mutterkonzern und die RKK, als größte Immobilienbesitzerin der Erde, im Rücken zu haben, hilft aber auch.

Und ihre gemeinsame Liebe zu Gott, die brüderliche Liebe unter Christen, schweißt sie zusammen. Natürlich nur rein platonisch. Alternde katholische Kirchenfürsten sind schließlich gar nicht dafür bekannt, erotisches Interesse an Jungs, bzw jungen Männern zu zeigen. Und Oster schon mal gar nicht. Der mag keine Homos.

[….] Der Bischof von Passau hat offenbar kein Problem damit, Homosexuelle in die Nähe von Kriminellen zu stellen. "Sogar zwischen den Mitgliedern einer Gangsterbande", schrieb Stefan Oster im Mai auf Facebook, "werden nicht selten 'Werte' wie Verlässlichkeit, gegenseitige Fürsorge oder Loyalität hoch geschätzt." Daher reiche der Hinweis auf solche Werte keinesfalls aus, um homosexuelle Partnerschaften zu akzeptieren.

Der 50-Jährige gibt sich als moderner Bischof, mit Smartphone und Internetauftritt, doch seine Karriere basiert auf Dogmatismus. "Die Kirche glaubt nämlich aufgrund der ihr geschenkten Offenbarung", schreibt Oster, "dass ausgelebte sexuelle Praxis ihren genuinen und letztlich einzig legitimen Ort in einer Ehe zwischen genau einem Mann und einer Frau hat, die beide offen sind für die Weitergabe des Lebens und die bis zum Tod eines der Partner einen unauflöslichen Bund geschlossen haben."  [….]

(Der Spiegel, 16.08.2015)

So wird man Bischof. So wird man zum EWTN-Liebling. So erwirbt man sich die Bewunderung des damals 21-Jährigen Rudis.

Er fühlt sich zwar generell unter Männern in bunten Kleidern, die nichts mit Frauen zu tun haben wollen, am wohlsten, aber nicht, wenn diese ihre bunten Kostüme beim CSD präsentieren.

[…] Entsetzen über Predigt in katholischer Kirche: Christopher Street Days laut Bischof Gefahr für die Demokratie[…] Stefan Oster hat in einer Predigt in Altötting queere Vielfalt attackiert. Er behauptet, sie entspreche nicht dem biblischen Menschenbild und fördere den Wunsch nach einer Diktatur.

Der Passauer Bischof Stefan Oster hat in einer Predigt in Altötting anlässlich Mariä Himmelfahrt über CSD-Teilnehmende gesprochen. Oster beschrieb die Entfernung der deutschen Gesellschaft vom biblischen Menschenbild als Gefahr für die Demokratie: Der Geistliche behauptete, „… dass andere Menschenbilder als unseres, noch dazu in aller möglichen Vielfalt, beinahe automatisch dazu tendieren, dass das Auseinander und Gegeneinander der verschiedensten Interessen zunimmt. Und damit zugleich der Ruf zunimmt nach der einfachen und schnellen Lösung durch eine starke Autorität an der Spitze, die sich durchsetzt und den Laden noch zusammenhält.“

Der 61-Jährige sagte, dass die beim CSD „offen zur Schau gestellten Lebensweisen, sexuellen Präferenzen und angeeigneten Identitäten“ zwar ein „Ausdruck der Freiheit der Menschen“ seien, den die Demokratie ermögliche. Der gemeine Christ müsse das achten, aber nicht „gut heißen“. Er glaube, „dass die geglaubte Nichtexistenz Gottes den Spielraum dessen, was im Kontext rund um Geschlecht und Gender möglich ist, massiv erweitert hat. Und dass das meiste davon gerade nicht dem biblischen Menschenbild entspricht“. […]

(Merkur, 25.08.2028)

Um es noch einmal klar zu stellen: Ich schätze Bischöfe und katholische Journalisten, die wie Steffi und Rudi, ihre Menschenverachtung klar ausdrücken.

Es hilft dabei, mehr Menschen zum Kirchenaustritt zu bewegen und mehrt die Hoffnung, diesem Kind€rf!ckerverein endlich die Gemeinnützigkeit und die finanzielle Förderung zu entziehen.

Nicht hilfreich sind hingegen Queere, die wie HUK oder das LSBT+Komitee, die radikal schwulenfeindlichen Positionen auch noch stärken, indem sie den Verein durch ihre Mitgliedschaft und ihre finanziellen Beiträge unterstützen.

[….] Der Passauer Bischof Stefan Oster hatte bei einer Predigt zu Mariä Himmelfahrt den Atheismus für CSDs verantwortlich gemacht und queere Menschen praktisch beschuldigt, durch ihre Existenz die Demokratie zu gefährden (queer.de berichtete). Das Katholische LSBT+ Komitee, ein Netzwerk für queere Gläubige, sowie der Passauer Bundestagsabgeordnete Luke Hoß (Linke) haben diese Äußerungen inzwischen scharf kritisiert. Hoß legte dem Bischof sogar den Rücktritt nahe.  Das Katholische LSBT+ Komitee bezeichnete die Äußerungen Osters als "abwegig" und kritisierte, dass Oster gerade jetzt sexuelle und geschlechtliche Minderheiten attackiert: "Queere Menschen werden in unserer Gesellschaft zunehmend angegriffen. Der Christopher-Street-Day stellt sich dem entgegen und steht für Sichtbarkeit, gesellschaftliche Akzeptanz, Freiheit und gleiche Rechte. Umso erschütternder ist, dass Bischof Oster kein Wort über den Anschlag auf den Berliner CSD verliert", heißt es in einer Stellungnahme des Verbandes. "Dieser Angriff hätte eine klare Verurteilung und unmissverständliche Solidarität mit den Betroffenen erfordert. Wo Menschen aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität oder sexuellen Orientierung abgewertet, angegriffen oder ihrer Rechte beraubt werden, ist seine Stimme nicht zu hören." […..]

(Queer.de, 25.08.2026)

Jeder, der in der Gehrig-Oster-Kirche Mitglied bleibt, ist Teil des homophoben Problems. Es sollte keine Gemeinsamkeiten mit der RKK geben. Nur Widerstand.

[….]  Luke Hoß: „Queer sein ist normal. Leute, die das nicht einsehen wollen, wie Bischof Oster, sind die wahre Gefahr für Demokratie und friedliches Zusammenleben. Sie zahlen ein auf eine gesellschaftliche Stimmung, in der CSDs zunehmend angegriffen werden. Ein Rücktritt Osters ist, nach unzähligen Entgleisungen, mehr als überfällig.“

Hoß ruft weiter dazu auf, sich an CSDs, wie am Sonntag in Regen, zu beteiligen. Man sehe an diesem erschreckenden Beispiel, wie bitter notwendig der Kampf um gleiche Rechte und Würde sei.

Bereits in der Vergangenheit fiel Oster unangenehm auf: So kolportierte er unter anderem, dass das Ausleben von Homosexualität eine Sünde sei und befürworte deshalb die Enthaltsamkeit von homosexuell lebenden Menschen. Er sprach in diesem Kontext außerdem von "Heilung". 2015 nannte er ausgelebte Sexualität ausschließlich in der Ehe zwischen Mann und Frau als legitim und bezeichnete andere sexuellen Beziehungen als "Unzucht". […]

(Jakob Hagenberg, 24.08.2026)

Donnerstag, 11. Juni 2026

Dreist, dreister, CDUCSU

Es ist das eine ganz große Alleinstellungsmerkmal der Konservativen: Akademische Unehrlichkeit! Sie lügen und betrügen völlig ungeniert bei Doktor-Titeln.

Was einst noch latent peinlich war und sogar zum Amtsverlust führen konnte (Guttenberg, Schavan), ist inzwischen in der C-Partei-Welt breit akzeptiert, ja, bei CSU-Generalsekretären sogar Pflicht.

Es sind zehnmal so viele konservative Politiker, die bei ihren akademischen Graden betrügen, als Sozis/Grüne.

Für CSU-Generalsekretäre scheint es geradezu ein Muss zu sein, sich durch Schummelei einen Dr.-Titel ergaunert zu haben.

Gleich drei mussten den Doktortitel abgeben: Karl-Theodor zu Guttenberg 30.10.2008 – 09.02.2009, Andreas Scheuer 15.12.2013 – 14.03.2018, Martin Huber, seit 06.05.2022. Vor Huber amtierte noch drei Monate lang der nicht promovierte Rechtsanwalt Stephan Mayer als CSU-Generalsekretär. Er konnte also keinen Titel verlieren, war aber derartig korrupt und affärengeplagt, daß ihn Söder ganz schnell zurückziehen musste.

Der CSU-Vorsitzende, der selbst lügt, wie gedruckt und Herr über diesen Korruptionsverein ist, gilt als Inkarnation des Entitlements – er zieht vom hohen moralischen Ross aus, über alle anderen her.

Ein überführter Universitätsbetrüger zu sein, wird einfach ausgesessen.

In einer sicher unvollständigen Aufstellung, hatte ich zuletzt 25 konservative Dr.-Titel-Betrüger aufgelistet:

(…) Heute sind wir wieder bei den Ossis und sogar eine politische Ebene höher. Der Ministerpräsident von Thüringen steht als akademischer Betrüger da.

[…] Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) soll nach Angaben der Staatskanzlei in Erfurt seinen Doktortitel verlieren. Dies habe die Technische Universität Chemnitz Voigts Anwaltskanzlei mitgeteilt, sagte eine Regierungssprecherin und kündigte an, dass der Regierungschef gegen die Entscheidung der Philosophischen Fakultät vor dem Verwaltungsgericht klagen wolle. […] Voigt promovierte im Jahr 2008 [….] […] Damals kündigte die Technische Universität Chemnitz an, einen Plagiatsvorwurf gegen Voigt prüfen zu wollen. Damals hatte der als Plagiatsjäger bekannte österreichische Kommunikationswissenschaftler Stefan Weber die Universität via E-Mail darüber informiert, dass er in der Dissertation Voigts 46 Plagiate gefunden habe. [….]

(SPON, 28.01.2026)

Das ist das 25:2!

Die Abstumpfung gegenüber der akademischen CDU-Skandale scheint allerdings ähnlich weit fortgeschritten, wie die Toleranz der Rechten gegenüber Kindesmissbrauch. Man muss schon länger googeln, um etwas zum Voigt-Skandal zu finden. Keine Konsequenzen, kein Rücktritt, keine Kritik. Nur Achselzucken. Akademisches Betrügen ist nun einmal vollakzeptiert unter Top-CDUlern. (…)

(25:2, 28.01.2026)

Voigt, geb. 1977, kennt keinerlei Scham. Er nutzt seine Partei und Titel gnadenlos aus. Er studierte als Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung und wurde 2017

auf die Professur für Digitale Transformation und Politik an der privaten Quadriga Hochschule Berlin berufen, die von erzkonservativen CDU- und Arbeitgeber-affinen Journalisten betrieben wird. Der Ost-MP sitzt Professor Voigt im Kuratorium der Landeszentrale für Politische Bildung Thüringen und im Bundesvorstand des Rings Christlich-Demokratischer Akademiker, weil er sich als wahres akademisches Vorbild für seine Partei sieht.

Nach dem Verlust seines Dr.-Titels, sorgfältiger mit Zitaten umzugehen und nicht fremde Texte als seine eigenen auszugeben, kam dem CDU-Mann bis heute nie in den Sinn. Nicht nur lässt er seine Reden von der KI erstellen; er schickt sogar Meinungsbeiträge an konservative Zeitungen, die mit ausgedachten Zitaten durchsetzt sind. Selbst die konservativsten Blätter reagieren pikiert.

[…] Am 13. August des vergangenen Jahres erschien an dieser Stelle unter der Überschrift „Smartphone 14, Social Media 16“ ein Gastbeitrag des thüringischen Ministerpräsidenten Mario Voigt (CDU). […] Zu diesem Artikel befand das Portal „fragdenstaat“ nun, dass er mit KI generiert worden sei. Das Erkennungsprogramm Pangram habe einen KI-Anteil von 100 Prozent ermittelt, und drei wörtliche Zitate von Experten – des Psychologen Jonathan Haidt, des Neurobiologen Gerald Hüther und des Neurowissenschaftlers Manfred Spitzer – seien nicht zu verifizieren. […]

Für die F.A.Z. gelten im Umgang mit Künstlicher Intelligenz folgende Grundsätze: „Wir veröffentlichen heute und auch künftig keine Originalbeiträge mit von KI generiertem Text. Es sei denn, die Tatsache, dass der Text von KI generiert wurde, ist der eigentliche Sinn des Beitrags. In solchen Fällen legen wir die Verwendung offen und weisen auf Fehler hin. Dies gilt auch für redaktionelle Texte auf anderen Plattformen, zum Beispiel in E-Mail-Newslettern.“ […] Diese Grundsätze gelten für alle in der F.A.Z. erscheinenden Texte. Bei  Gastbeiträgen verlassen wir uns darauf, dass sie menschengemacht sind und indirekte und direkte Zitate stimmen. Daher haben wir an die thüringische Staatskanzlei die Anfrage gerichtet, ob der Gastbeitrag von Mario Voigt von KI generiert wurde und ob die dort eingefügten wörtlichen Zitate zutreffen.

Zur Antwort bekamen wir leider nur folgende allgemeine Hinweise: „Zunächst ist festzuhalten, dass der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Jahr 2026 zum Arbeitsalltag moderner Organisationen gehört und eben auch zur öffentlichen Verwaltung. […]  Eine generelle Kennzeichnungspflicht für Texte, die unter Nutzung von KI-Systemen erstellt oder unterstützt wurden, besteht nicht. […]  Bei der Erstellung von Reden und Texten nutzt die Thüringer Staatskanzlei eine große Basis von verschiedenen deutschen und englischsprachigen Quellen, wie Podcasts, Radio- und Fernsehinterviews, Soziale Medien, Parlamentsdrucksachen und wissenschaftliche Publikationen.“

Diese Einlassung genügt uns als Antwort nicht. Wir haben den Gastbeitrag von Mario Voigt bei FAZ.NET depubliziert und im F.A.Z.-Archiv gesperrt. [….]

(FAZ, 10.06.2026)

Ebenso schmückte sich Voigt bei der noch konservativeren WELT („weld“ – Musk) mit einem KI-generierten Gast-Artikel, samt halluzinierter Zitate, empfindet aber bis heute keinerlei Scham, sieht keinen Grund, sich zu entschuldigen, oder gar zurück zu treten. Na und, machen doch alle so, scheint das Motto des Bundesvorstands des Rings Christlich-Demokratischer Akademiker Voigt zu sein.

[…] Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) steht wegen des möglichen Einsatzes von künstlicher Intelligenz bei der Erstellung von Reden und Texten in der Kritik. Wie die Plattform „Frag den Staat“ berichtete, sollen mehrere Veröffentlichungen und Redebeiträge des Regierungschefs zumindest teilweise mithilfe von KI entstanden sein.

Demnach soll unter anderem eine Rede anlässlich des Holocaust-Gedenktags maßgeblich durch KI generiert worden sein. Auch bei weiteren Texten Voigts gebe es entsprechende Hinweise, darunter ein Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sowie eine Rede während des Trauerakts für seinen verstorbenen Amtsvorgänger Bernhard Vogel. […] „Frag den Staat“ stützt sich dabei auf Analysen verschiedener KI-Erkennungstools. Diese kommen demnach zu dem Ergebnis, dass Voigts Rede während einer Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus im Thüringer Landtag Ende Januar vollständig KI-generiert gewesen sei. Die Rede enthalte typische KI-Merkmale wie wiederholte Verneinungen und generische Sprachbilder, so das Portal. Von elf analysierten Reden habe es nur bei einem einzigen Text keine Hinweise auf KI-Nutzung gegeben.

Voigt selbst widerspricht den Vorwürfen nicht. Wie er gegenüber dem Tagesspiegel erklärte, würde er niemandem „den Kopf abreißen“, sollten tatsächlich einzelne Passagen mithilfe von KI erstellt worden sein. Grundsätzlich halte er ohnehin fast alle seine Reden frei, sagte der 49-Jährige. […] Die Thüringer Linke wirft Voigt hingegen vor, mit seinen mutmaßlich KI-generierten Reden und Texten gegen eine Dienstanweisung seines Digitalministeriums zu verstoßen. […] Der Thüringer Regierungschef werde damit zu einem Beispiel dafür, „wie man KI nicht nutzt“, sagte Landesvorsitzende Katja Maurer. […] […]

Bereits zuvor war bekannt geworden, dass ein gemeinsamer Gastbeitrag Voigts und seines Amtskollegen in Sachsen-Anhalt, Sven Schulze (CDU), über den Anteil deutschsprachiger Musik im Radio in der Tageszeitung Die Welt zumindest teilweise mithilfe von KI erstellt worden sein soll. […]

(Sebastian Strauß, 10.06.2026)

Die politische und ethische Kultur der CDU, insbesondere in Ostdeutschland, zeigt sich als ein einziger Sumpf.

Kein Wunder, daß dort die AfD-Nazis gedeihen. Den CDU-Bundesvorsitzenden stören diese Betrügereien seiner Parteimitglieder ohnehin nicht. Auch Merz kennt keinerlei Anstand und sicherlich versteht er die Bedeutung von künstlicher Intelligenz ohnehin nicht.

[….] KI-Reden von Mario Voigt: Erbärmliche Denkfaulheit […] Thüringens CDU-Ministerpräsident Mario Voigt lässt sich seine Reden wohl mit KI schreiben. Das ist peinlich und ein gefundenes Fressen für die extreme Rechte. […] Mario Voigt ist ein Freund der Technik. „Digitalisierung und Staatsmodernisierung“, ließ der Ministerpräsident von Thüringen vor wenigen Tagen mitteilen, „gehören für uns zum Kern einer handlungsfähigen Politik und eines Staates, der im Alltag besser funktioniert“. Ein Satz zum gepflegten Wegdämmern und Sofortvergessen. Tröstlich immerhin, dass der etwas dröge CDU-Politiker für das Ausdenken von derlei Drögheiten nicht allzu viel Zeit seines eigenen Politikeralltags verloren haben dürfte.

Das Texterkennungsprogramm Pangram kommt jedenfalls zu dem Schluss, dass der Satz mit 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) erstellt wurde. Wie wohl viele andere Beiträge von Mario Voigt auch. Das Portal „Frag den Staat“ hat jetzt mal zahlreiche Reden und Texte durch Pangram gejagt. Das Ergebnis: Bei neun von elf Reden kommt das leicht zu bedienende Analysetool auf einen KI-Anteil von weit über 50 Prozent. Drei Reden scheinen vollständig KI-generiert zu sein.

Zu Letzteren gehört demnach ausgerechnet eine Ansprache zum Holocaust-Gedenktag vom 29. Januar 2025. Über die Überlebenden der Verbrechen der Deutschen sagte Voigt dann Sätze wie: „Ihre Augen waren leer und zugleich unendlich tief – Zeugnisse von Verlust, Schmerz und einer Frage, die bis heute auch unsere sein muss: Wie konnte das geschehen?“

Dass ein Ministerpräsident für eine morgen eh schon wieder vergessene Pressemitteilung auf KI-generierte Satzbausteine zurückgreift – geschenkt. Dass er sich aber nicht einmal die Mühe zu machen scheint, einer Rede zum Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz und dem Gedenken an sechs Millionen ermordete Jü­d:in­nen eigene Gedanken beizugeben, ist dagegen erbärmlich.

In dem Fall ist Voigts mutmaßliche Denkfaulheit zudem ein gefundenes Fressen für rechtsextreme Demokratieverächter. Thüringens AfD-Chef Björn Höcke stand mit Blick auf die Rede zum Holocaust-Gedenktag dann auch sofort Gewehr bei Fuß, um seine Meute via Telegram anzuheizen. Die Rede ist von „Politikdarstellern wie Voigt“ und davon, dass „die KI-Revolution uns vor Augen“ führe, „wie überflüssig diese Art von Politikern ist“. Höckes AfD steht in Thüringen in Umfragen bei 40 Prozent – mehr als die drei in Erfurt regierenden Parteien CDU, BSW und SPD zusammen hätten. […]

(Rainer Rutz, 10.06.2026)

Freitag, 24. April 2026

Attacke auf die deutsche Wirtschaft.

Die Braunen fachen die Hass gegen Migranten an, aber die Schwarzen regieren und können ihre xenophobe Weltsicht in praktische Politik umsetzen.
Abschieben, Härte, Einschüchterung, Abwehr.
Für Dobrindt, Merz und Söder zählt Quantität. Sie wollen möglichst viele Ausländer aus dem Land schaffen, um mit diesen „Erfolgen“ zu prahlen.

Das hat einen ICEesken Effekt. Denn die Braven, die feste Jobs haben, Ausbildungen machen, gut integriert sind, erwischt man leicht. Sie werden überproportional aus dem Land geflogen. Die „bösen Buben“ hingegen, die man angeblich abschieben will, sind für die Behörden nicht so leicht zu greifen. Die werden verschont.

Im Endeffekt schmeißen Bund und Länder genau die Menschen raus; die von der hiesigen Wirtschaft dringend gebraucht werden.

Die Ausländerbehörden und Alexander Dobrindt geben alles, um die Unternehmer in Deutschland zu ruinieren.

[…] Deutschlands Abschiebeoffensive: Unternehmen als Leidtragende

Die Bundesregierung hat ihre Asylpolitik in den letzten Monaten weiter verschärft. Doch während Innenminister Dobrindt stolz steigende Abschiebezahlen verkündet, verlieren Unternehmen wichtige Mitarbeiter. Fachleute schlagen Alarm: Gefährdet die Abschiebeoffensive den Aufschwung? […]

Georg Restle: "Wenn man sich anschauen will, wie gefährlich die Politik der AfD auch für den Wirtschaftsstandort Deutschland ist, muss man nur auf das Thema Zuwanderung schauen: Geht es nach der AfD, sollten Millionen Zugewanderte ohne deutschen Pass dieses Land so schnell wie möglich wieder verlassen. Selbst solche, die hier einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz haben. […] Alle raus und kaum noch jemand rein. Dabei ist es keine ganz neue Erkenntnis, dass wir auf Zuwanderung dringend angewiesen sind - trotz steigender Arbeitslosenzahlen. Laut Berechnungen von Wirtschaftsinstituten brauchen wir jährlich 400.000 Menschen, auch um den Bedarf da zu decken, wo Arbeitgeber längst keine deutschen Arbeitskräfte mehr finden. Aber jetzt soll praktisch jeder abgeschoben werden, den man irgendwie erwischen kann. Abschiebe-Offensive heißt das bei der CSU - und da klingt das dann so:

Markus Söder (CSU), Bayerischer Ministerpräsident, 18.02.2026: "Daher braucht es Rückführungen, Abschiebungen für alle ohne Duldung, ohne Arbeit. Bei Straftätern ganz besonders und natürlich auch nach Syrien, Afghanistan."

Was Markus Söder nicht sagt, von dieser Abschiebeoffensive sind immer mehr Menschen betroffen, die hier einen regulären Arbeitsplatz haben - und immer mehr Arbeitgeber fragen sich jetzt, wo ihre Mitarbeiter eigentlich geblieben sind - und wer da künftig den Job machen soll? […]

(MONITOR, 26.03.2026)

Keine Frage, die Abschiebepolitik der Schwarzen ist in erster Linie aus humanitären und moralischen Gründen zutiefst verachtenswert.

Aber sie ist eben auch wirtschaftsfeindlich.

In den ostdeutschen Bundesländern, wo an die 40% der Menschen Nazis wählen und die CDU ähnlich rechtspopulistisch agiert, tritt bereits die nächste Phase ein. Es gibt dort viel weniger Migranten, weil dort niemand gern hinzieht.

Die Unternehmen müssen nicht nur um migrantische Mitarbeiter, die gern bei ihnen arbeiten möchten, mit den Behörden streiten. Sie müssten überhaupt erst einmal jemanden finden, der generell bereit wäre in solch ein abschreckendes Bundesland zu ziehen.

[…] Die AfD schadet dem Standort Deutschland

Geahnt hat man es schon immer. Jetzt belegen neue Zahlen des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln diese Befürchtung: Zugewanderte Fachkräfte im erwerbsfähigen Alter wollen nicht in Ostdeutschland leben und arbeiten. Grüße gehen raus an die AfD.

[…] Denn die sogenannte Alternative für Deutschland erreicht mit ihrem rechten Gedankengut genau das, was sie anstrebt: Zugewanderte wollen nicht in den Bundesländern leben, in denen sie maßgeblichen Einfluss auf die politische Meinungsbildung hat. Kein Wunder: Wer will sich schon dort ein neues Zuhause aufbauen, wo einem entgegengebrüllt wird, dass man nicht willkommen ist?

Schlimm genug, dass die AfD mit ihrer ausländerfeindlichen Einstellung Weltoffenheit, Toleranz und ein friedliches Miteinander verhindern will. Sie gefährdet zudem auch den Wirtschaftsstandort Deutschland. Denn der ist auf zugewanderte Fachkräfte angewiesen. Findet keine Zuwanderung statt, gibt es schon bald schlichtweg nicht mehr genügend arbeitende Menschen. Mit einer Negativspirale, die mit einer Veralterung und dem Wohlstandsverlust Deutschlands endet. […]

(Nina Noire Kugler, FUNKE, 23.04.2026)

Reiche, Dobrindt und Merz legen mit ihrer erratischen Fossillobby-Politik und der Migranten-feindlichen Abschieberei jetzt schon die deutsche Wirtschaft fast lahm.

Wenn aber die AfD erst in die Regierung kommt, setzt der Urnenpöbel damit zum Todesstoß auf die Unternehmer an.

Samstag, 11. April 2026

Größenwahn

Natürlich unterstütze ich meine Partei, die SPD, immer gern. Insbesondere in Hamburg, dem stabilsten Bundesverband. Unter den 16 Länderregierungschefs ist Peter Tschentscher mit Sicherheit der beste und die im Vergleich mit anderen Stadtstaaten und Flächenländern überragenden Wirtschaftsdaten, zeigen es seit 2011 eindeutig. Rot kann es.

Zudem sind wir Hamburger eins der letzten Fleckchen der Bundesrepublik Deutschland, in der es keine breiten schwarzbraunen Mehrheiten gibt. Wir mögen Merz nicht, wir mögen die AfD nicht, wir mögen Ploß nicht.

Damit es auch so bleibt, gönne ich Tschentscher jeden Erfolg.

Mir gefällt, wie sich Hamburg in der Welt positioniert. Wir sind die zweitgrößte deutsche Stadt, kratzen an der Zwei-Millionen-Bewohner-Marke, haben eine starke Sogkraft, liberales politisches Klima, sind die klar internationalste deutsche Metropole. Wir haben die meisten Konsulate, die intensivsten Kontakte mit dem Ausland, waren durch den Hafen schon immer mehr mit der großen weiten Welt verbunden. Hier ist Multikulti ein enormer ökonomischer Booster. Man gibt sich weltläufig, aber protzt nicht. Wir sind eine sehr schöne Stadt, weil es zwei riesige Seen in der Mitte gibt, wir haben viel mehr Brücken als Venedig und stechen die anderen Millionen-Citys mit dem vielen Grün aus, das Touristen und Rückkehrer beim Landeanflug auf den Flughafen Fuhlsbüttel erstaunt.

Wir haben eine rein bürgerliche Tradition als Handelsplatz, waren nie Fürstensitz oder Hauptstadt. Hamburg entstand nicht zentralistisch zum Lobe eines Monarchen.

Wir sind keine Weltstadt mit Triumphbögen oder riesigen breiten Parade-Alleen.

Die CDU macht sich natürlich verächtlich darüber; den Sozis fehle der Weltstadtanspruch, sie planten zu kleinlich.

Aber, willkommen in der Wirklichkeit: Wir spielen nicht in der Liga der Giganten, stehen nicht in Konkurrenz zu Weltmetropolen, wie Rom, Paris, London, New York, Tokio. Wir sind kein Molloch, wie Moskau oder Peking.

Hamburg steht nach Bevölkerungszahl derzeit ungefähr auf Rang 206 der Millionenstädte.

Die letzten Olympischen Sommerspiele fanden/finden statt in:

 2008 Peking (22 Mio Einwohner)

2012 London (9 Mio Einwohner)

2016 Rio (6 Mio Einwohner)

2020/1 Tokyo (14 Mio Einwohner)

2024 Paris (13 Mio Einwohner)

2028 Los Angeles (13 Mio Einwohner)

In diese Liste der Großen, gehört Hamburg offenkundig nicht.

Umso bedauerlicher also, daß auch Peter Tschentscher nicht der Eitelkeit widerstehen kann, seinen Namen mit der Durchführung Olympischer Spiele zu verbinden.

Für die Stadtherren ist das immer attraktiv, weil der mögliche Zuschlag des IOC eine endlose Kette von Presse-Wohlfühlterminen, bei denen man sich international sonnen kann, mit sich bringt.

Wenn dereinst die katastrophal aus dem Ruder gelaufenen Kosten bilanziert werden, sind diejenigen, die sich um die Spiele bemühten, nicht mehr im Amt.

Für den erfolgsverwöhnten Hamburger Senat ergibt sich aber leider außer dem extrem korrupten und maximal amoralischen IOC, welches die Vergabe zu entscheiden hat, ein weiteres Problem: Sein Volk will nicht! Es hat jetzt schon genug vom Größenwahn und dem Leben auf einer gefühlten Dauerbaustelle. Stichwort Hafencity!

Als ich in den 1980ern als Teenager begann, Hamburg auf eigene Faust kennenzulernen, hatten wir nur gut 1,5 Millionen Einwohner. Hamburg wächst sehr stark, weil es im Gegensatz zu den AfD-geprägten Ost-Bundesländern höchst attraktiv ist. Wir mussten seither mehr als 400.000 zusätzliche Einwohner auf derselben Fläche unterbringen, während auch noch die Wohnfläche pro Einwohner größer wurde und in der fatalen CDU- und CDU/Grünen-Regierungszeit (2001-2011) der Wohnungsbau komplett eingestellt wurde und das städtische Immobilien-Tafelsilber privatisiert wurde. Natürlich steigen daher die Mieten, wenn auch deutlich weniger stark, als in Berlin, weil Bürgermeister Olaf Scholz ab 2011 „den Bau-Turbo zündete“. Hamburg macht Wohnungspolitik besser als andere Bundesländer, ist aber durch seine eigene Attraktivität und den Zuzug prinzipiell stärker unter Druck. Es liegt nahe, angesichts eines Mangel an Wohnraumes, mehr verfügbaren Wohnraum zu schaffen. In der Praxis ergeben sich dadurch aber auch enorme Nachteile:

·        Bauen ist eine ökologische Katastrophe und verursacht gewaltige Mengen CO2.

·        Bauen verschandelt die Stadt, weil es immer mehr Berton und weniger Grün wird.

·        Bauen erhitzt die Stadt.

·        Bauen ist extrem teuer.

·        Bauen schafft inzwischen nur noch die falschen Wohnungen; nämlich für die Masse Unerschwingliche.

·        Bauen macht unpopulär. Es gibt keinen einzigen Hamburger, der nicht durch die vielen Baustellen überall genervt ist.

Wir geraten als beim Bauen von simplen Wohnungen wirklich an unsere Grenzen. Dabei sind das architektonische Vorhaben, die wir eigentlich beherrschen. Großprojekte hingegen kann Deutschland ohnehin nicht. Die sind immer von enormen Verzögerungen und Vervielfachung der Kosten geprägt. Stuttgart21, BER lassen grüßen. Nur die Sanierung, nicht etwa der Neubau des Amtssitzes des Bundespräsidenten, kostet EINE MILLIARDE EURO! Eintausend Millionen, damit Schloß Bellevue wieder bewohnbar wird. Und das auch nur, weil es so eine bescheidene Variante wird.

[….] "Das soll hier keine Luxussanierung werden"

Insgesamt könnten also Kosten von rund einer Milliarde Euro entstehen. Man bereite sich auf Debatten zu diesen Zahlen vor, heißt es aus dem Bundespräsidialamt. "Das soll hier keine Luxussanierung werden", verteidigt Dörte Dinger, Chefin des Bundespräsidialamtes, die Pläne. "Es wird das Notwendige gemacht. Auf vieles haben wir verzichtet, zum Beispiel im Bereich der Büroausstattung oder auf ein eigenes Pressezentrum."  [….]

(Tagesschau, 25.02.2026)

Aber leider bildet da auch Hamburg keine Ausnahme, wie die Elbphilharmonie zeigt.

Der spektakuläre „Elbtower“, steht als Ruine namens „kurzer Olaf“ traurig an den Elbbrücken, weil niemand weiterbauen will. Seit vielen Jahren wird über die dringend benötigte Erneuerung des 1974 fertiggestellten Wahrzeichens Köhlbrandbrücke diskutiert.

Offenkundig ist die 50 Jahre alte Hafenquerung aber unrettbar rott.

Gern hätten wir stattdessen einen Tunnel, der aber 7-8 Milliarden Euro kosten würde. Daher entschied sich der Senat für die vergleichsweise billige Variante eines Brückenneubaus. Das soll nur um die fünf Milliarden Euro verschlingen und bereits in 16 Jahren, also 2042 fertig sein.

Sofern Deutschland noch so lange existieren sollte, weiß ich schon, wie sich die GenAlpha über die Schätzung – 2042/5Mrd – amüsieren wird, wenn die neue Brücke endlich 2060 fertig wird und 100 Milliarden gekostet hat.

Wir können das nun einmal nicht und sollten, nicht unbedingt notwendige, Großbauprojekte unterlassen. Wenn wir einst als chinesisches Protektorat die Planung und Durchführung direkt aus Peking erhalten, kriegen wir auch wieder Großbauten.

Bürgermeister Tschentscher steht selbstverständlich nicht allein mit seinem Olympische-Spiele-Wahn. Die gesamte Hamburger Presse will das unbedingt, die Sportvereine machen Druck und außer der Linken sind auch alle Parteien eindeutig dafür. Wie überall. Auch der junge grüne Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause ist ein glühender Befürworter des Spiele in München, nachdem die Stadt 1972 schon einmal mit einem terroristischen antisemitischen Anschlag für immer als Negativbeispiel der Olympia-Geschichte eingeschrieben wurde.

Aber die Münchner sind begeistert und stimmten mit über 66% für die Bewerbung.

In Hamburg zeichnet sich das Gegenteil ab.

Schon einmal, im Jahr 2015, wurde in Hamburg eine Bewerbung von 51,6% durch Volksabstimmung abgelehnt. Elf Jahre später, am 31.05.2026, versucht es der Senat erneut mit einer Volksabstimmung über die Bewerbung für die Olympischen Spiele.

Aber die Zahlen sehen schlecht aus für die Befürworter.

Der Hamburger Abendblatt-Vizechef Matthias Iken kann es gar nicht fassen. Er geht ganz selbstverständlich davon aus, daß jeder FÜR die Spiele sein muss.

Wenn die Zahlen etwas anderes sagen, sind die Bürger seiner Ansicht nach fehlgeleitet und/oder schlecht informiert. Man muss sie nur endlich zur Raison bringen. Daß er selbst von seinen treuen konservativen Abendblattlesern ablehnende Zuschriften bekommt, kann er nicht fassen.

Aber auch der arme Peter Tschentscher müht sich noch verzweifelt den Trend zu drehen.

[…] Zuletzt sprachen sich knapp zwei Drittel der 16- bis 29-Jährigen für eine Hamburger Bewerbung aus. Aber die bloße Sympathie genügt nicht. Am 31. Mai muss diese Alterskohorte, die das in der Regel deutlich seltener als die Älteren macht, schon noch zur Wahlurne gehen. Beim Referendum entscheidet sich, ob Hamburg wirklich in den erst bundesweiten und dann vielleicht internationalen Wettbewerb um die Ausrichtung der Spiele 2036, 2040 oder 2044 einsteigt.

Das erklärt wohl, warum Tschentscher in den ersten Minuten seines rund 75-minütigen Olympia-Vortrags dafür wirbt, überhaupt an der Wahl teilzunehmen. Dem überwiegend älteren Publikum braucht er das eigentlich nicht zu erklären, es geht schließlich deutlich häufiger zu Wahlen. Das ist ja hier und will sich vor dem Referendum vom Bürgermeister anhören, wie er sich das mit Olympia vorstellt. Aber die Älteren sind, den Umfragen zufolge, deutlich skeptischer: Bei den über 60-Jährigen liegt die Zustimmung zu einer Bewerbung nur bei 34 Prozent.

Für die Skeptiker:innen hat der Bürgermeister nur Rosiges im Gepäck: Anders als bei früheren Austragungen würde bei den „moderneren“ Spielen nicht mehr eine ganze Stadt umgekrempelt werden; „nichts neu und extra für Olympia“ würde in Hamburg gebaut werden, wenn die Spiele hier stattfänden. […] Durch alle sieben Hamburger Bezirke tourt der Bürgermeister derzeit – eine Einladung an die Hamburger:innen, „sich von der Idee Olympischer und Paralympischer Spiele in Hamburg überzeugen zu lassen“. […] Es sei sogar ein „Muss“, dass sich Hamburg bewerbe, sagte er kürzlich. Denn sonst kämen viele städtische Projekte wohl gar nicht, da doch die Stadt von Fördermitteln abhängig sei – da stehe man hintenan, falls München, Berlin oder die Region Rhein-Ruhr den Olympia-Zuschlag erhalte. Ob man das schon als eine Art sanfte Erpressung verstehen mag – wer nicht für Olympia ist, ist auch gegen andere sinnvolle Entwicklungsprojekte -, sei dahingestellt. […]

(André Zuschlag, 09.04.2026)

Dabei geht es nicht nur um das Bauen und die Kosten.

Viele Menschen interessieren sich nicht für Sport-Megaveranstaltungen, die hauptsächlich als Pharma-Leistungsshow dienen und Funktionäre der übelsten Art reich machen. Außer der FIFA und Trumps Peace-Board gibt es kein unsympathischeres Gremium als das IOC. Ich will nicht, daß Hamburger Steuergelder in deren Taschen fließen!

[….] Hamburg hat etwas Besseres verdient.

NOlympia ist ein breites Bündnis von Menschen aller Lebensbereiche. Uns vereint die Überzeugung, dass Olympische & Paralympische Spiele für Hamburg mehr Probleme schaffen als Zukunftschancen eröffnen.

Moin Hamburg,

der Senat wirbt mit emotionalen Momenten und hautnahem Erleben der Wettkämpfe wie in Paris. Doch die Kehrseite und das Kleingedruckte werden ausgeblendet.

Wenn der Elefant Olympia in die Haushaltsbadewanne steigt, bleibt kein Wasser übrig: Jeder Euro, der in das 30-Tage-Megaevent fließt, fehlt zum Beispiel bei Bildung, Mobilität, Wohnungsbau und sozialen Einrichtungen

Im Durchschnitt lagen Olympiakosten mehr als doppelt so hoch wie vorher propagiert. Paris 2024 hinterließ Ausgaben für die öffentliche Hand von rund 6,7 Milliarden Euro. Selbst wenn es vor dem Referendum eine konkrete Finanzierungszusage des Bundes geben sollte, bliebe eine erhebliche Summe, die von der Stadt zu Lasten anderer Vorhaben finanziert werden müsste.

Mit der Bewerbung übergeben wir den Schlüssel der Stadt einem Eventveranstalter für Profisport. Dessen Priorität ist nicht Hamburgs Lebensqualität, sondern eine reibungslose TV-Show und die Steigerung seiner Einnahmen. Die 4,3 Milliarden Euro Einnahmen von Paris versteuerte das IOC nicht. Auch Hamburg müsste dem IOC Steuerfreiheit garantieren – zu Lasten Deutschlands und unserer Stadt.

Auf folgenden Absätzen zeigen wir nachvollziehbar, warum wir zu dem Schluss kommen:

Hamburg sollte NEIN zu Olympia sagen.  [….]

(NOlympia)

Donnerstag, 26. März 2026

Das ideale Missbrauchs-Umfeld

Wer pädosexuell veranlagt ist, wer ephebophil, bzw hepephil veranlagt ist, hat zunächst einmal Pech. 

[….] Pädophilie ist eine sexuelle Präferenz und bedeutet, dass man sich sexuell zu Kindern mit einem vorpubertären Körperschema hingezogen fühlt. Körperlichen Merkmale sind beispielsweise fehlende Scham- und/ oder Achselbehaarung, kleine Genitalien, was meist auf Kinder bis ca. 11 Jahren zutrifft. Menschen mit einer hebephilen Neigung empfinden das jugendliche (pubertäre) Körperschema als sexuell ansprechend. In diesem Alter sind die Geschlechtsteile beispielsweise schon leicht entwickelt und Brustansätze erkennbar.

Wie bei jeder Präferenz ist auch bei der Pädo- und Hebephilie der Wunsch nach sexueller Lustbefriedigung nur ein Teil der Sexualität, denn auch der Beziehungsaspekt spielt eine zentrale Rolle. Für viele Betroffene ergibt sich ein Leidensdruck dadurch, dass die gewünschte Sexualität nicht ausgelebt werden kann. [….]

(BMJ, kein Täter werden)

Ich verfüge über nicht genügend Expertise, um zu beurteilen, ob solche Triebe angeboren sind, oder ob sie durch zugefügtes Leid erst ausgelöst werden können. Haben Missbrauchsopfer eine höhere Tendenz, als Erwachsene selbst zu Tätern zu werden? Gibt es einen statistisch relevanten Zusammenhang, oder ist das nur Halbwissen aus US-Krimiserien: Sexualstraftäter, die als Kind selbst vergewaltigt wurden? Erschwerend kommt hinzu, daß die Grenzen sehr schwimmend sind. Auch Menschen, deren sexuelle Präferenz weitgehend auf Erwachsene ausgerichtet sind, können offenbar zu Kindervergewaltigern werden.

[….] Pädophilie und Hebephilie sind keinesfalls mit sexuellem Kindesmissbrauch gleichzusetzen. Dennoch muss beachtet werden, dass eine solche Neigung einem Missbrauch vorausgehen kann und deswegen eine gute Verhaltenskontrolle unerlässlich ist.

Die Mehrheit des sexuellen Kindesmissbrauchs geht von Menschen aus, die eigentlich sexuell auf erwachsene Sexualpartner ausgerichtet sind. Nur die Minderheit der Taten gehen auf eine pädophile Motivation zurück.

Schätzungen zufolge sind 12% der Taten sexuellen Kindesmissbrauchs der Justiz bekannt und somit im juristischen Hellfeld. [….]

(BMJ, kein Täter werden)

Wie hoch ist eigentlich die Anzahl derjenigen Menschen, die ausschließlich oder zusätzlich zu Erwachsenen auch von Kindern und Jugendlichen sexuell so erregt werden, daß sie fähig wären ihnen Gewalt anzutun? Die Schätzungen reichen von 0,8 über 3 bis 9% der Männer.

[….] Sexuelle Präferenz

Die sexuelle Präferenz sind die individuellen sexuellen Vorlieben eines Menschen. Sie setzt sich zusammen aus:

    Dem Geschlecht des gewünschten Sexualpartners (weiblich, männlich, *)

    Dem Körperlicher Entwicklungsstadium des gewünschten Sexualpartners (kindlich, jugendlich, erwachsen)

    Der Art des gewünschten sexuellen Kontaktes (sexuelle Praktiken)

Die Präferenz lässt sich am besten durch die Fantasien erschließen, die ein Mensch kurz vor seinem Orgasmus hat. Sie sagt daher auch nur bedingt etwas über das Verhalten des Menschen aus – die Fantasien müssen sich nicht in die Tat umsetzen. Sexuelle Präferenzen können unterschiedlich exklusiv ausgebildet sein. Das bedeutet, dass nicht bei allen Menschen nur genau ein Schema erregend wirken kann, sondern mehrere Präferenzen nebeneinander existieren können.

Vermutlich entwickelt sich die sexuelle Präferenz in der Pubertät anhand verschiedener Faktoren, wie Geschlechtshormone und andere biopsychosoziale Einflüsse. Wissenschaftlich ist die Entwicklung der Präferenz jedoch noch nicht geklärt.

Sexuelle Präferenz ist Schicksal und nicht Wahl. Niemand entscheidet sich aktiv für oder gegen seine Neigung. [….]

(BMJ, kein Täter werden)

Es gibt enorm viele Opfer; aber die meisten werden offenbar nie bekannt.

[….] In Deutschland wurden im Jahr 2024 16.354 Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch angezeigt. Das Dunkelfeld ist aber um ein Vielfaches größer. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass bis zu eine Million Kinder und Jugendliche in Deutschland bereits sexuelle Gewalt durch Erwachsene erfahren mussten oder erfahren. Das sind rund ein bis zwei Kinder in jeder Schulklasse. Viele dieser Fälle gehen nicht in die Kriminalstatistik ein, weil sie nie zur Anzeige gebracht werden, und bilden sich auch ansonsten nicht im polizeilichen Hellfeld ab.  [….]

(Missbrauchsbeauftragte des Bundesregierung)

Da die entsprechende Veranlagung für Täter weit verbreitet ist, kommen die Täter aus allen Schichten. Aber mit der entsprechenden Prävalenz werden die meisten Menschen nicht zu Tätern, sondern sind offenbar fähig, ihre Triebe zu kontrollieren, Trigger zu meiden; sind sich also bewußt darüber, ihre Neigung nicht ausleben zu dürfen.

[….] Sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen wird überwiegend von Männern und männlichen Jugendlichen begangen. Sie stammen aus allen sozialen Schichten, können hetero-, bi- oder homosexuell sein und unterscheiden sich äußerlich nicht von anderen Männern.

Missbrauch durch Frauen wird seltener erkannt oder benannt – unter anderem, weil ihn viele für unwahrscheinlicher halten oder bagatellisieren. Entsprechend wurde über Täterinnen in Deutschland bislang nur wenig geforscht. Eine aktuelle repräsentative Umfrage in Deutschland zeigt, dass ca. 10 % der Betroffenen von sexualisierter Gewalt durch eine erwachsene Frau missbraucht wurden. Eine qualitative Studie, die Berichte von Betroffenen und von Zeug*innen ausgewertet hat, zeigt: Frauen missbrauchen nicht nur gemeinsam mit einem männlichen Partner, sondern auch als Einzeltäterinnen. Sowohl Täter als auch Täterinnen missbrauchen Kinder aller Geschlechter, jedoch missbrauchen Frauen eher Jungen, während Männer eher Mädchen missbrauchen.

Es gibt kein einheitliches Täterprofil und keine typische Täterpersönlichkeit. Die Motive sind vielfältig. Studien zur Täterarbeit zeigen: Strukturelle Macht – etwa durch Hierarchien, Abhängigkeiten oder Altersunterschiede – ist häufig Voraussetzung für die Tat, aber nicht zwingend deren Motiv. Täter und Täterinnen suchen nicht immer bewusst Dominanz, sondern handeln oft aus dem Wunsch nach Nähe, Anerkennung, Vertrautheit oder Selbstwirksamkeit. Die Vermeidung eigener Ohnmachtsgefühle kann ebenfalls eine Rolle spielen. Aus Sicht der Betroffenen jedoch ist sexualisierte Gewalt immer eine Erfahrung von Machtlosigkeit – sie erleben die Tat als massiven Übergriff, als Ausdruck von Gewalt und Dominanz Bei Täter und Täterinnen, die Missbrauchsdarstellungen konsumieren, stehen wiederum andere Motive im Vordergrund: Hier zeigen sich Muster wie Suchtverhalten, das Sammeln solcher Darstellungen oder die Suche nach einem ‚Kick‘. Bei einigen Tätern und wenigen Täterinnen kommt eine sexuelle Fixierung auf Kinder hinzu (Pädosexualität).

Internationale Zahlen und Fakten

2024 wurden weltweit über 20,5 Millionen Meldungen zu Verdachtsfällen von digitaler sexualisierter Gewalt an  Kindern und Jugendlichen bei NCMEC registriert. 29,2 Millionen Meldungen zu sexueller Ausbeutung im Netz wurden 2024 weltweit verzeichnet, mit besonders starkem Anstieg von Fällen des Handels mit Minderjährigen zur sexuellen Ausbeutung (+55 % im Vergleich zu 2023).

Die Studie des Childlight Global Institute35 aus 2025 liefert neue Erkenntnisse über das Ausmaß von sexualisierter Gewalt offline und online. Für den Bericht „Into the Light Index on Global Child Sexual Exploitation and Abuse“-wurden unter anderem 48 Studien aus 19 Ländern in Westeuropa ausgewertet. Demnach wurden 7 % aller Kinder in Westeuropa (rund fünf Millionen) vor ihrem 18. Lebensjahr vergewaltigt oder sexuell missbraucht; 1 von 7 Kindern in Westeuropa berichten über ungewollte sexuelle Interaktionen sowie Grooming im Internet. 1 von 5 Kindern in Westeuropa wurde sexuellen Inhalten gegen ihren Willen ausgesetzt. [….]

(Missbrauchsbeauftragte des Bundesregierung)

Offenkundig werden Männer (und weniger Frauen) zu Tätern, wenn sie in den entsprechenden Machtstrukturen, die Gelegenheit haben.

Das Paradebeispiel dafür ist die Trump/Epstein-Blase aus superreichen weißen Männern, die sich auch noch „beruflich“ damit beschäftigen, junge Frauen und Mädchen sexuell zu bewerten. Eine besonders abscheuliche Rolle spielen dabei die in den USA weit verbreiteten Kinder-Schönheitsmeisterschaften, in denen schon Dreijährige grotesk sexualisiert präsentiert werden. Diese „Beauty-contests“ scheinen ein nationales Pädosex-Triggerprogramm zu sein, in dem völlig skrupellose Eltern ihre eigenen Kleinkinder dazu drillen, Opfer sexueller Gewalt zu werden.

Am Ende stehen erwachsenen Menschen, denen jedes Unrechtsbewusstsein fehlt; die sich wie Pädo-INCELS berufen fühlen, Kinder zu missbrauchen.

[….] I moved on her, and I failed. I'll admit it. I did try and fuck her. She was married. And I moved on her very heavily. In fact, I took her out furniture shopping. She wanted to get some furniture. I said, "I'll show you where they have some nice furniture." I took her out furniture—I moved on her like a bitch. But I couldn't get there. And she was married. Then all of a sudden I see her, she's now got the big phony tits and everything. She's totally changed her look. [….]    I better use some Tic Tacs just in case I start kissing her. You know I'm automatically attracted to beautiful—I just start kissing them. It's like a magnet. Just kiss. I don't even wait. And when you're a star, they let you do it. You can do anything. Grab 'em by the pussy. You can do anything.  [….]

(45. und 47. US-Präsident Donald Trump Access Hollywood)

Trump hat in diesem Fall tatsächlich Recht. Wenn man ein Star ist, lassen sie einen das tun. Das beweisen seine beiden gewonnenen Wahlen zum mächtigsten Mann der Welt – nachdem diese Aussagen bekannt waren.

Wer nicht Multimillionär und/oder US-Präsident ist, findet andere Gelegenheiten, pädo-, bzw hepephile Triebe in die Tat umzusetzen. Das beste Biotop dazu bieten Religionsgemeinschaften, in denen die Geistlichen Autorität über Kinder ausüben und von den Erwachsenen nicht in Frage gestellt werden.

[…] Susanne Heinrich trägt vor, wie der 58-Jährige das Vertrauen zweier Buben, deren Väter gerade verstorben waren, als Pfarrer ausgenutzt und sie mehrfach sexuell missbraucht haben soll. Einmal soll der Seelsorger sogar mit den Jugendlichen nach München gefahren sein und sie auf dem Oktoberfest mit Bier abgefüllt haben, um sich später im Hotelzimmer an den nahezu bewusstlosen jungen Männer zu vergreifen. Vor dem Landgericht München I will R. nun „Verantwortung übernehmen“, wie er sagt.

Die Taten, die dem Angehörigen des katholischen Ordens „Deutsche Provinz der Pauliner“ vorgeworfen werden und die er zum Prozessauftakt auch einräumt, liegen mehr als 20 Jahre zurück. Es ist zu vermuten, dass die beiden jungen Männer das Geschehene lange Zeit verdrängt hatten – bis sich einer von ihnen wieder erinnerte, jahrelang mit sich kämpfte und schließlich Anzeige bei der Polizei erstattete.

Zu besagter Tatzeit, etwa 2004 bis 2005, war Michal R. als Seelsorger in eine kleine Gemeinde im Breisgau bei Freiburg entsandt. Im Dachgeschoss des Pfarrheims hatte er einen Raum eingerichtet, in dem er sich mit männlichen Jugendlichen seines Pfarrverbandes traf. Dazu besorgte der Pfarrer Alkohol, man schaute Videos, feierte, rauchte – bei heruntergelassenen Rollos. Bei den mehrmals wöchentlich stattfinden Treffen soll sich der Angeklagte „den angetrunkenen oder betrunkenen Jugendlichen auch körperlich“ genähert haben, so die Anklageschrift.

Unter diesen Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren befanden sich auch die später geschädigten Robert L. und Peter V. (Namen geändert). Der Vater von Robert L. war gerade gestorben, als der Pfarrer gezielt Kontakt zu L. suchte und fragte, ob er nicht Ministrant in seiner Kirche werden wolle. Er lud den 14-Jährigen ins Dachzimmer ein, machte ihm teure Geschenke wie einen Computer oder eine Snowboardausrüstung und inszenierte sich laut Staatsanwaltschaft als Vaterersatz. „Sie haben behauptet, sie hätten mit dem Opfer eine Beziehung geführt“, hält eine Gutachterin im Prozess dem Angeklagten vor. Dazu schweigt er.

Auch Peter V. hatte seinen Vater verloren. Und Michal R. tauchte bei der evangelischen Trauerfeier uneingeladen auf. Er lud den Heranwachsenden zu den Saufgelagen im Dachzimmer ein. Wenn die Jugendlichen jeweils alleine mit dem Pfarrer und betrunken waren, soll  er sich an ihnen vergriffen, Nacktfotos angefertigt und sie begrapscht haben. Einem erklärte er laut Anklage, dass Sexualkontakte zwischen Männern zum Erwachsenwerden dazu gehören würden. […]

(Susi Wimmer, 26.03.2026)

Für Pfaffen gilt immer noch: Es ist wie ein Magnet. Einfach abküssen, ich warte gar nicht ab. Und wenn du ein Priester bist, lassen sie dich es tun. Als Priester kannst du alles tun. Ihren Schniedel grabschen. Du kannst alles tun.

Sonntag, 15. März 2026

Pauschalverurteilungen.

Vor vier Wochen verursachte ein Bayern-Kritisches Meme von Marius Sixtus, das ich auf Facebook repostet hatte, einen Shitstorm auf meiner Seite. Über 1.000 Hass-Kommentare konservativer Bayern erschienen darunter. Sie wünschten mir alles erdenkliche Schlechte und zeigten eine erstaunliche destruktive Kreativität.

 Ich amüsierte mich natürlich prächtig, weil die weitgehend grenzdebilen Attacken unfreiwillig die Bayern-Pauschalkritik bestätigten und mir andererseits sehr viel online-Aufmerksamkeit verschafften, die mir die wütenden Südländer so gar nicht gönnen wollten. Wäre mein meta-Content monetarisiert, hätte sich das Posting richtig gelohnt. Üblicherweise erreiche ich die rechten Bubbles gar nicht; aber in diesem Fall muss mein Posting irgendwie in eine reichweitenstarken Braunblase geraten sein und dort tausende Menschen getriggert haben. Die meisten schimpften. Die zweitmeisten wiesen auf die enorme Wirtschaftskraft Bayerns hin und lästerten; ich im rotgrünen Norden hinge an ihrem Tropf und solle dankbar sein. Es war naiv von mir, inhaltlich darauf einzugehen. Zu belegen, daß lediglich zwei bis drei Prozent der Haushalte aus dem Länderfinanzausgleich stammten, daß Bayern zwar reich, aber das rotgrünversiffte Hamburg noch deutlich reicher ist und ein viel höheres Prokopfeinkommen aufweist.

Eine dritte Kommentargruppe bewegte sich soweit außerhalb der Nettikette, ragte ins Strafbare hinein, so daß ich rund 100 von ihnen löschen musste.

Dennoch endete es für mich mit einer temporären Kontoeinschränkung und Identitätsüberprüfung. Offenkundig war ich massenhaft gemeldet worden.

Immer wieder erstaunt mich in solchen Fällen, wie sehr sich Bayern und insbesondere Ostdeutsche persönlich auf den Schlips getreten fühlen, wenn man ein pauschales Vorurteil aufgreift.

(….)  Die Ossis mochte ich; so kommt es mir a posteriori vor, noch nie.

Natürlich wollte ich ihnen 1989 unbedingt positiv begegnen und hatte vollstes Verständnis für Ossi-Eigenarten. Denn die völlig entgegengesetzte Sozialisation von 1945 bis 1989 war offenkundig. Meine relativ schnell entstandenen Vorurteile, schob ich auf einige rein zufällig negative persönliche Begegnungen und versuchte, diese nicht zu verallgemeinern.

Lange Zeit schleppte ich nur ein latentes Unbehagen mit mir herum, das ich ab Pegida 2014 auch verbalisierte. Aber da traute ich mich noch nicht, es einfach mal klar auszusprechen: „Ich mag die Ossis nicht!“
Aber wieso sollte man das eigentlich nicht sagen? Ein „Vorurteil“ ist ja eben kein fundiertes Urteil.
Pauschalurteile kann man schließlich nie ganz ernst nehmen; das liegt in der Natur einer „Pauschalisierung“. Ich mag auch die Bayern nicht. Die Amis auch nicht. Und die Inder finde ich besonders doof. So eine reduzierte Aussage über Millionen, Hunderte Millionen, oder im Fall der Inder, über 1,4 Milliarden Individuen zu fällen, impliziert automatisch, daß nicht jeder einzelne gemeint sein kann.

Selbstverständlich gibt es ganz tolle Amis und Bayern.

Entsprechendes gilt für positive Diskriminierung. Ich mag Hamburger, Holländer und Iraner sehr gern. Dennoch gibt es unter den drei Volksgruppen natürlich miese Typen. (….)

(Die Apotheose des Ossi-Unsympathen, 09.08.2024)

Daß DIE Ossis und DIE Bayern irgendetwas überkompensieren, erscheint mir ob der enormen Bereitschaft, sofort beleidigt zu sein und der atemberaubenden Bayern-Prahlerei Söders nur zu offensichtlich. Schwer vorstellbar, daß im Understatement-verliebten Hamburg jemand zum Bürgermeister gewählt würde, der auch nur ansatzweise so obsessiv von Hamburg prahlt, wie Söder von Bayern.

Pauschalurteile sind immer falsch, ungerecht und perfide.

Es gehört zwar zum allgemeinen Sprachgebrauch zu pauschalisieren, indem man „die Schwaben“ als geizig oder „die Bayern“ als doof oder „die Amerikaner“ als ungebildete waffenfanatische Trumpisten bezeichnet. In geschriebener und offiziellerer Form sollte das nicht vorkommen, denn selbstverständlich sind weder alle Schwaben, noch alle Bayern oder alle Amis gleich. Bei Millionen Individuen ist ein breites Charakterspektrum so selbstverständlich, daß man von meiner US-amerikanischen Staatsbürgerschaft natürlich nicht darauf schließen kann, Trump-Fan zu sein.

Eine solche Unterstellung wäre bösartig und dumm. Nein, nur weil ich Amerikaner bin, verpflichtet es mich nicht extra dazu, mich von Trump zu distanzieren. Es ist sachlich angemessen, DIE Amerikaner dafür zu verachten, daß sie 2024 noch einmal Trump wählten, DIE Deutschen dafür zu verachten, daß sie Fritze Merz, nachdem er der AfD am Holocaustgedenktag 2025 die Hand reichte, zum Kanzler wählten, DIE Hamburger dafür zu verachten, daß sie mit 19,1% Roland Schill zum Zweiten Bürgermeister wählten. Deswegen fühle ich mich, als Amerikaner, als Deutscher und als Hamburger doch noch lange nicht persönlich beleidigt.  Ich habe in keinem Fall so gewählt, aber kann doch die entsprechenden Mehrheit, die es in der Bevölkerung gab, nicht abstreiten.

(….) Das Spannende an negativen Stereotypen ist natürlich der wahre Kern in ihnen.  Sie sind üblicherweise nicht total aus der Luft gegriffen und es lässt sich trefflich streiten wie viel tatsächlich zutrifft.

Psychologie spielt insofern eine Rolle, weil man Erlebnisse, welche die eigenen Vorurteile bestätigen viel bewußter und deutlicher in Erinnerung behält. (….)

(Die Ossis, 26.08.2019)

Sich mit dem Wahrheitsgehalt, den Wurzeln und der Veränderlichkeit von Vorurteilen zu beschäftigen, ist durchaus interessant. Als ich vor sieben Jahren (sic!) das Folgende schrieb, ahnte ich natürlich nicht, es mit einem völlig in der Vergangenheit verhafteten Bundeskanzler zu tun zu bekommen, der Stereotype geradezu lebt.

(….)  Die wirklich negativen Vorurteile aus der zweiten Hälfte des 19. und ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – Militarismus, Humorlosigkeit – wurden von den Deutschen weitgehend verdrängt.

Die noch sehr viel übleren Stereotype, die ab 1933 und erst recht ab 1939 um die Welt gingen, verblassen ebenso.

Kurioserweise wurden dafür Vorurteile aus dem Ende des 18. Jahrhunderts wieder populär. Deutschland, das Volk der Dichter und Denker.

Die deutsche Rechte sucht sich die Stereotype der eigenen Vergangenheit sehr selektiv. Jeder fühlt sich verantwortlich für Beethoven, Schiller und Goethe, niemand für Hugenberg, Breker oder Harlan.

Weniger Fanatische denken weniger in bellizistischen Schablonen, sind sich aber sicher im Rest der Welt für Pünktlichkeit, Fleiß, Ordnungsliebe und Pazifismus bewundert und vielleicht auch ein bißchen auf den Arm genommen zu werden.

Als Griechenland in die Finanzkrise schlitterte war es die Bundeskanzlerin höchst selbst, die verkündete, es ginge nicht an am meisten Hilfe zu bekommen, aber am wenigstens zu arbeiten.

Angeblich soll sich sich anschließend bei ihren Beratern beklagt haben so schlecht gebrieft worden zu sein, als überall die europäischen Statistiken zitiert wurden, nach denen Griechen sehr viel mehr Stunden pro Jahr arbeiten als Deutsche.

Das ist typisch für Vorurteile; auch wenn sie auch einem wahren Kern beruhen, überdauernd sie Jahrzehnte. Deutschen halten sich selbst ganz selbstverständlich noch für die fleißigste Nation aller Europäer, obwohl sie längst mehr Urlaub als alle anderen haben, früher in Rente gehen und am wenigsten Wochenarbeitszeit haben.

Dabei ändern sich die Zeiten.

[…..]  “You know the world is going crazy when the best rapper is a white guy, the best golfer is a black guy, the tallest guy in the NBA is Chinese, the Swiss hold the America's Cup, France is accusing the U.S. of arrogance, Germany doesn't want to go to war, and the three most powerful men in America are named "Bush", "Dick", and "Colin." Need I say more?” [….]

(Chris Rock)

So ganz langsam dämmert es den Deutschen, die sich zwei Dekaden als Mülltrennungs-Vorreiter für die umweltbewußteste Nation hielten und den Klimaschutz nur wegen der Bremser in China und den USA nicht weltweit durchsetzen konnten, daß inzwischen wir die Bremser sind, die alle Klimaziele reißen, Selbstverpflichtungen ignorieren, während in China längst Windkraft und Photovoltaik im gigantischen Maßstab aufgezogen werden. Alle nordeuropäischen Nationen bauen Offshore-Windkraftanlagen; nur Deutschland hat das Knowhow verloren, besitzt kein einziges Errichterschiff mehr, das ein Windrad in der Nordsee aufstellen könnte.

Die Deutschen halten sich immer noch für das Land der Ingenieurskunst, bilden sich etwas auf „made in Germany“ ein. Dabei ist das Deutschland im 14. Regierungsjahr Merkel nicht in der Lage ein Smartphone, Tablet oder Notebook zusammen zu schrauben, kann keine emissionsarmen Autos bauen und hat das langsamste Internet Europas. Nigeria und Rumänien haben bessere Mobilfunknetze.

Noch amüsieren wir uns über unser eigenes Totalversagen bei Großprojekten wie Toll Collect, Magnetschwebebahn, Schneller Brüter, BER, Stuttgart 21 oder Elphi.

Aber so langsam entwickeln sich in der Sicht auf Deutschland neue Vorurteile. Die Deutschen als Volk der Technik-Trottel, Elektronik-Esel und Mechanik-Muffel.

Vorurteile, die ähnlich wenig begeistern wie die von den Russen, die alle saufen, den Polen, die alle klauen oder den Italienern mit den Minipimmeln.

Alle Vorurteile sind ungerechte Verallgemeinerungen, aber man leidet doch lieber unter positiven Vorurteilen, wie den Japanern, die alle so höflich sind, den Franzosen, den weltbesten Liebhabern oder Kanadiern, die alle freundlich sind. (…)

(Die Deutschen, 04.09.2019)

Viele Amerikaner sind durchaus zu einem selbstironischen Humor fähig. MAGAs natürlich nicht. Interessanterweise sind alle Mitglieder der Trump-Familie völlig humorlos. Aber es ist durchaus wohltuend, wie Sarkastisch und selbstkritisch so viele Oppositionelle in den USA auf ihr eigenes Land, ihr politisches System, die Bildungseinrichtungen losgehen. Ich empfinde es auch als wohltuend, wie sehr sich die Hamburger Mentalität von der sprungbereiten Empörungs-Kultur der Bayern und Ossis unterscheidet.

Nun gibt es da aber diese Tiktoker, dessen Namen ich seit vorgestern kenne: Levi Penell (levihallo). (An dieser Stelle denke man sich bitte alle B00mer-Voruteile* über GenZ-Tiktoker selbstständig hinzu.)

* Interessant finde ich, wie negativ „Boomer“ konnotiert wird. Gern in der Schreibweise „B00mer“, mit der Doppel-Null, um an ein Klo zu erinnern. Mich amüsiert der triumphale Tonfall, mit dem ich als Boomer abgekanzelt werde.

Erstens ist das eine völlig willkürliche Kategorisierung, zweitens bin ich gar kein Boomer und drittens fühle ich mich ohnehin grundsätzlich nicht durch Pauschalurteile beleidigt. Das impliziert schließlich schon das Wort „pauschal“, daß man eben nicht den konkreten Einzelnen meint.

Deswegen schimpfe ich auch über „die Amerikaner“, oder „die Ossis“, oder „die Bayern“ oder „die Christen“, weil man damit ganz pauschale Eigenschaften bei einer Gruppe verorten kann, ohne jedes Individuum persönlich zu meinen.

Natürlich können einzelne Ossis oder Bayern ganz wunderbare Menschen sein.

Also nur zu, ich lade herzlich dazu ein, über Hamburger, Amerikaner, Boomer oder GenXer herzuziehen – daran ist sicher vieles richtig, aber ich fühle mich garantiert nicht persönlich beleidigt!

Jener Penell hatte im Januar etwas über Hamburg gepostet.

Die Mopo griff das in offenkundiger Clickbait-Absicht knappe zwei Monate später noch einmal auf und verhalf dem angeblich geschmähten Berliner zu erheblich mehr Aufmerksamkeit, weil er damit in die Sphäre alter weißer Hamburg-Männer gehoben wurde, die nicht wissen, was auf TikTok passiert.

Als jemand, der seine Stadt Hamburg sehr mag, sich als Lokalpatriot versteht und seine rotgrüne Stadt stets vor konservativen Angriffen in Schutz nimmt, habe ich Penell folgendes zu sagen: Er soll sagen, was er möchte. Ich verstehe natürlich die dahinter stehende Aufmerksamkeits-Ökonomie. Die Hamburger in Rage zu versetzen, verhilft ihm und der Mopo zu Klicks. Die Aussage an sich, halte ich streng genommen für relativ unproblematisch. Hamburg gilt allgemein als schön, weil es im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten sehr viel Grün und sehr viel Wasser bietet. Das sind aber letztlich persönliche Vorlieben, die man nicht mögen muss. Wenn ich als Hamburger „die schönste Stadt der Welt“ sage, greife ich damit ironisch einen alten Werbeslogan auf. Selbstverständlich kann man die Schönheit von Städten nicht objektiv vergleichen. Ich war auch schon in andere Städten, die ich sofort als „schönste Stadt“ bezeichnen würde. Penells Ausführung „Wenn man sich nicht nur die Speicherstadt, sondern die Wohngebiete anschaut, ist Hamburg nicht schöner als Berlin“ triggert natürlich die bekannte Hamburg-Berlin-Rivalität und es juckt mich sehr, für Hamburg Partei zu ergreifen. Aber natürlich ist Hamburg nicht überall schön. Natürlich gibt es trostlose, üble Siedlungen, aber auch viele Neubauten, für die man sich eher schämt, als mit ihnen prahlt. Auch wenn ich das einem Berliner gegenüber nie zugeben könnte. Aber etwas macht mich doch wütend:

[….] TikToker aus Berlin lästert über Hamburg

Ein gewagtes Statement, das bei den hanseatischen Lokalpatrioten gar nicht gut ankommt: „Der hat ab heute Hamburg-Verbot“, schreibt ein Nutzer. „Teeren und federn und aus der Stadt jagen“, kommentiert ein anderer. „Er ist wahrscheinlich nur traurig, weil er hier keine Wohnung bekommen hat“, wird gemutmaßt.

Neben diversen Medien verteidigen auch Hamburger Prominente ihre Stadt. „Fake News!“, schreibt der SPD-Abgeordnete Danial Ilkhanipour. Der Tierschutz-Influencer Malte Zierden kommentiert ironisch: „Mutig, Hamburg hässlich zu nennen. Wenn du das nächste Mal hier bist, bekommst du ’ne Ohrfeige … von GZUZ. Genau wie der Schwan.“  [….]

(HH Mopo, 13.03.2026)

Von Ilkhanipour bin ich Unsinn gewöhnt, aber dennoch, liebe Penell-Kritiker: Solche Ausfälle will ich aus Hamburg nicht hören. Das ist genau der Mist, den ich eigentlich aus Bayern und Ossistan erwarte. Was für ein aggressives, erbärmliches Niveau des Widerspruchs! Man kann Penell ignorieren, man kann sachlich damit umgehen, man kann  - das wäre meine Empfehlung – humorvoll, satirisch, ironisch damit umgehen.

Aber „Hamburg-Verbot“ oder „teeren und federn“ sind indiskutabel schlecht. Unhamburgisch!