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Donnerstag, 29. April 2021

Weinen mit dem Stadtdechant

Ohne ehrerbietende Titel machen es die Amtsträger der Kirche der Armen (Bergoglio), deren Gott einst in der Inkarnation seines eigenen Sohnes das Zinswesen verdammte und die Geldverleiher davonprügelte, schon mal gar nicht.

Jesu‘ Zinsverbot ist aber sowas von out; nun betreiben die Kirchen gleich selbst Banken und werden mit Börsenspekulationen immer reicher.

Zottelige lange Haare, Sandalen und Lendenschurz sind ebenfalls seit vielen hundert Jahren vergessen. Nun trägt man Hermelinstolas, edelsteinbesetzte Purpurkleider, kassiert 15.000 Euro monatlich und residiert in römischen 700m2 Palazzi oder Münchens schönstem Rokoko-Palais wie Kardinal Marx.

In so einer Organisation ist der Chef der Priesterschaft eines Ortes natürlich auch nicht einfach „Oberpriester“, sondern Stadtdechant (von lateinisch decanus von decem ‚zehn‘). Er ist dem Bischof unterstellt, herrscht aber über die einfachen Pfaffen.

Aufgaben: Leitung der Kirchengemeinde, Gottesdienste, Sakramente, Kirchenvorstand, Pfarreirat, Personalführung, Büchereien, Caritas, Kommunionhelfer- / Lektorendienst, Spiritualität

Der „Chef von Zehn“ aus Münster heißt Jörg Hagemann, ist seit Februar 2012 als @hagemannjoerg auf Twitter aktiv und konnte in diesen gut neun Jahren bereits erstaunliche 48 Follower hinter sich bringen.

Daher erkennt der Dechant glasklar aktuelle Trends: Das Image seiner römisch-katholischen Kirche ist suboptimal und zu Masseneintritten wird es wohl erst mal nicht kommen. Jörg Hagemann ist daher sehr betroffen und gibt traurige Interviews.

[….] Auch engagierte Gemeindemitglieder treten vermehrt aus der Kirche aus: Das schmerzt den Münsteraner Stadtdechanten Jörg Hagemann. Viele nähmen die Kirchen als "Täter-Organisation" wahr – und er erwische sich manchmal bei Gedanken an seine Rente.  Der Stadtdechant von Münster, Jörg Hagemann, hat sein tiefes Bedauern über die gegenwärtige Welle von Kirchenaustritten zum Ausdruck gebracht. Dass inzwischen selbst engagierte Gläubige aus der Mitte der Gemeinde der Kirche den Rücken kehrten, mache ihn fassungslos und traurig, sagte der leitende Geistliche am Dienstag im Interview mit dem Internetportal "Kirche+Leben". Es sei für ihn "kaum aushaltbar, dass so viele nicht mehr bei uns bleiben können oder wollen", so Hagemann.   Allein in den ersten drei Monaten des Jahres sind laut Information des WDR mehr als 3.500 Menschen aus dem Münsterland, eine der drei Regionen des Bistums Münster, aus der Kirche ausgetreten. [….] Der Exodus ehemals kirchlich Beheimateter ist für Hagemann "theologisch und praktisch eine Katastrophe", denn er bedeute, dass die Kirche ihrem "Auftrag, den Menschen ein Zeugnis von Gott zu geben, nicht gerecht" werde. [….]

(Katholisch, 27.04.2021)

Wieso wollen die Leute wohl nicht zahlende Mitglieder der RKK sein?

Es ist ein absolutes Mysterium. Ein Rätsel, für das mir auch keine Erklärung einfällt.

Daher argumentiere ich auch gar nicht erst, sondern beschränke mich ganz primitiv-politisch auf Whataboutism.

Da die RKK-Vertreter lieber hochtrabende Fremdworte verwenden: Das ist sowas ähnliches wie Tu Quoque.

Da mögen Sie mir verzeihen, Herr Stadtdechant, daß sich mein Mitleid in Grenzen hält.

Sie sprechen von einer nicht auszuhaltenden „Katastrophe“, von einem „Exodus“, von Ihrer „Fassungslosigkeit“ und Ihrer „Traurigkeit“, weil die Kirche weniger wird.

Und what about die 200 Millionen Menschen indigener Abstammung, die durch die Christianisierung in Nord- und Südamerika massakriert wurden?

What about die sechs Millionen in deutschen KZs von den nahezu 100% christlichen Nazisoldaten mit ihren DES LO VULT-Koppelschlössern? Gott will es!

What about die 850.000 Tutsi, die 1994 in Ruanda von christlichen Hutu bestialisch gekillt wurden?

What about die Millionen Schwulen, Andersgläubigen, Linkshänder, Atheisten, heliozentrischen Forscher, Intellektuelle, die von der christlichen Kirche ermordet wurden?

What about die Millarden Frauen, die im Laufe der letzten 2000 Jahre von der Kirche erfuhren, wie minderwertig sie sind, daß ihre Männer das Recht hätten sie zu schlagen und vergewaltigen?

What about die 300.000 Babys, die während der Franco-Diktatur von christlichen Nonnen ihren Eltern weggenommen und verkauft wurden?

What about den Myriaden deutschen Kindern, denen es wie Ben Königs ging, der in den 1960er Jahren in christlicher Obhut von Priestern bei regelrechten „Vergewaltigungsorgien fast totgevögelt wurde“, beginnend als er fünf Jahre alt war?

What about die Hunderttausenden Kinder, die im 20. Jahrhundert von katholischen Geistlichen gefoltert und sexuell schwer missbraucht wurden, aber bis heute nur mit erbärmlichen Ausreden abgespeist werden?

What about die Tauenden Kinder, die in christlichen Heimen bis 1975 in Mengele-Tradition für Medikamententests verkauft wurden?

What about die Opfer der Naziherrschaft, für die die RKK keinen Finger rührte, aber anschließend extrem aktiv wurde, um die Nazi-Täter zu schützen?

Adolf Eichmann, Alois Brunner, Dr. Josef Mengele, Franz Stangl (Kommandant der Vernichtungslager Sobibór und Treblinka), Gustav Wagner (Stangls Assistent), Klaus Barbie, Edward Roschmann („Der Schlächter von Riga“), und Aribert Heim (KZ Mauthausen) sind einige der Männer, die auf Veranlassung des Papstes durch Bischof Hudal mit Vatikanischen Papieren ausgestattet vor der alliierten Justiz nach Südamerika flüchteten.

What about ganzer Völker wie den Katharer oder den Templern, die christlichen Genoziden zum Opfer fielen?
What about der Millionen Opfer, die bei katholischen Kreuzzügen, Inquisition, Hexenverbrennungen und Auto Dafés auf Befehl der Kirche massakriert wurden?

Herr Stadtdechant, waren da nicht vielleicht ein paar Leute, die mehr Grund hätten „traurig“ zu sein?

Wären diesen Abermillionen Opfern nicht  Trauer, Entsetzen und Exodus erspart geblieben, wenn Ihre elende römisch-katholische Kirche schon vor 1.700 Jahren die Austrittswelle von heute erlebt hätte?

Haben da nicht andere durch die Verbrechen der Kirche mehr „Schmerz“ erlitten?

Sollten Sie sich nicht schämen als Topvertreter der Täterorganisation in Selbstmitleid zu baden und in der Presse auszubreiten, Sie empfänden Trauer und Schmerz?

Hätte nicht ein Fünfjähriger, der von Priestern immer wieder blutig vergewaltigt wurde eher Grund von „nicht aushaltbar“ zu sprechen?

Mittwoch, 9. September 2020

Linkes Störfeuer.


Raus aus der NATO, keine Waffenexporte mehr, keine Kriegseinsätze, Distanz zur Trump-Administration – das sind zunächst einmal sympathische Forderungen, die im linken Lager breiten Anklang finden.
Je lauter man darauf pocht, desto zufriedener die Parteibasis.

In der Praxis, der „Realpolitik“ also wird es dazu aber nicht kommen, weil es für die kurzfristige Umsetzung eine absolute Mehrheit der Linken bräuchte, die auch nicht entfernt in Sicht ist.
Wer wie Grüne oder SPD schon in der Bundesregierung Verantwortung trägt oder trug, weiß daß der Austritt aus der NATO einerseits ein sehr langer, umständlicher und teurer Prozess wäre und daß man zudem auch noch jeden Einfluss auf die westliche Verteidigungspolitik verlöre.

Selbst Pazifisten in einer pazifistischen Partei wie den Grünen wissen nach den Genozid-Versuchen und Massakern an den 10.000 Bosniaken in Srebrenica 1995 und den rund 5000 Jesiden in Sindschar 2014, daß man in solchen Extrem-Situationen mit friedlichen Mitteln keine Leben retten kann.
Der IS vertrieb zwar 400.000 Menschen in einem „ethnic cleansing“ aus dem Sindschar-Gebirge, aber die schwer bewaffneten und kampferprobten Soldaten der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) konnten im August 2014 mindestens 10.000 vom Daesh eingekesselten Jesiden das Leben zu retten, indem sie einen Korridor freischossen und hielten.
Gelingen konnte das unter anderem auch durch die deutschen Waffenlieferungen an die YPG.
Natürlich ist der laxe Waffenexport wie ihn Merkel an alle Kriegsparteien gleichzeitig und insbesondere an menschenrechtsantagonistische Regime praktiziert ein moralisches Verbrechen.
Aber so kaputt und bestialisch wie die Welt nun einmal ist, kann es auch keine Option für reiche Nationen sein einfach wegzugucken, wenn die Rohingya in Myanmar, die Tutsi in Ruanda oder die Kurden in Syrien abgeschlachtet werden.

NATO-Austritt und totaler Waffenexportstopp sind also nicht nur ohnehin in keiner Koalition durchsetzbar, sondern auch nicht sinnvoll.
Sicher ist nur, daß eine Partei wie die Linke aus der Opposition gar keinen Einfluss auf die Waffenexportpolitik und militärische Auslandseinsätze nehmen kann.

Eine pazifistischere Politik lässt sich nur wirklich durchsetzen, wenn erstens das Kanzleramt nicht mehr von einem CDU/CSU-Amtsinhaber besetzt wird und wenn zweitens pazifistische Minister dem Bundessicherheitsrat angehören.

Unglücklicherweise arbeitet derzeit nur die SPD für einen RRG-Koalition.
Die Grünen setzten eindeutig auf einen CDU- oder CSU-Kanzler und die Linke macht eine Links-der-Mitte-Mehrheit mit Putin/Maduro-Freundlichkeit unwahrscheinlich.
Das Querfront-Ehepaar Lafontaine-Wagenknecht ist ein großes Problem. Nach ihrem Mann warf auch sie ihr ganzes Gewicht in die Waagschale, um  für Nord-Stream-II zu werden. Wieder einmal ziehen die beiden Linken lieber mit der AfD an einem argumentativen Strang, statt auch nur einen Zentimeter auf die SPD zuzugehen.

 [….] Die frühere Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht erklärte gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung", wer mit Verweis auf Nawalny ein Aus für die Erdgas-Pipeline Nord Stream 2 fordere, müsse alle anderen Rohstofflieferanten Deutschlands nach den gleichen Kriterien bewerten und auch da Konsequenzen verlangen. "Alles andere ist Heuchelei."
Wagenknecht betonte, einen Oppositionspolitiker mit dem Nervengift Nowitschok zu vergiften, sei ein abscheuliches Verbrechen. "Aber selbst wenn der Kreml dafür verantwortlich sein sollte (wofür es bisher keine Belege gibt), ist es auch nicht abscheulicher, als Oppositionelle zu köpfen oder zu Tode zu peitschen, wie es in Saudi-Arabien, von dem wir Öl beziehen, gängige Praxis ist. Es ist auch nicht abscheulicher, als unschuldige Zivilisten mit Drohnen zu zerfetzen, wie es die Vereinigten Staaten, die uns ihr Fracking-Gas liefern, in weit mehr als tausend Fällen getan haben." […..]

Lafo und Wagenknecht sind intelligent genug, um zu wissen, was nach diesen Äußerungen unweigerlich folgt:
Ihrer Partei wird wegen der außenpolitischen Ideologie die Regierungsfähigkeit abgesprochen. Wieso legen sie es immer wieder so darauf an das herauszustreichen?

Der ewige parteiinterne Widersacher und einzig noch prominentere Linke Gregor Gysi macht es leider nicht besser, indem auch er darauf herumreitet was seine Partei von Grünen und SPD trennt, welche unüberwindbaren Hindernisse es für RRG gäbe, statt seine Attacken auf CDU, CSU, FDP und AfD zu richten.

[…..] In den vergangenen Tagen […..] gelang Gregor Gysi das Kunststück, eine rot-rot-grüne Koalition nach der Bundestagswahl 2021 sowohl wahrscheinlicher als auch unwahrscheinlicher zu machen. Unwahrscheinlicher, weil er mit seinen Verschwörungsspekulationen all jenen eine Steilvorlage lieferte, die die Linke immer noch für eine unverbesserliche Partei der Putinfreunde und Autokratenversteher halten.
Gysi hatte nämlich behauptet, der russische Präsident Wladimir Putin könne überhaupt kein Interesse an einer Vergiftung des Oppositionspolitikers Alexej Nawalny haben, stattdessen spekulierte er laut und deutlich über eine Verschwörung von Pipelinegegnern. Diese Haltung entspricht nicht der Linie der Führungsgremien in Partei und Fraktion, und einige Mitglieder haben sich auch schnell davon distanziert. Der kommunikative Schaden für das rot-rot-grüne Projekt war trotzdem immens. Zumal Gysi ja nicht mehr nur Gysi ist, sondern neuerdings auch außenpolitischer Sprecher. […..]  Eine deutsche Gerechtigkeitspartei für die moderne Arbeitswelt - das wäre eine Marktlücke, in der sich vielleicht auch Wahlen gewinnen ließen.
Solch eine Linke hätte Deutschland dringend nötig. Eine Partei, die aus falsch verstandener Solidarität Despoten unterstützt, braucht dagegen kein Mensch. […..]

So wie Oskar Lafontaine schon 1999-2005 als bezahlter Knecht der braunschwarzen perfiden, xenophoben, lügenden BILD mit aller Kraft gegen RotGrün kämpfte, um der CDU wieder an die Macht zu helfen, sind es heute Größen der LINKEn, die als Helfer der Konservativen die Chancen für RRG niedermachen, statt lieber Gemeinsamkeiten zu suchen.

Dienstag, 11. August 2020

Der große Historiker


Niemand weiß so viel über die Weltgeschichte wie Donald Trump.
IQ45 ist eben in jeder Hinsicht ein außergewöhnlich stabiles Genie.
Ich beschäftige mich seit 40 Jahren intensiv mit dem „dritten Reich“ und dem Zweiten Weltkrieg. Ein ungeheuer komplexes Thema, zu dem es auch 80 Jahre später immer wieder neue Erkenntnisse durch bisher unzugängliche Quellen gibt.
Als allgemein akzeptierte These gilt die „Schlacht von Stalingrad“ vom 23. August 1942 bis 2. Februar 1943 als Wendepunkt des deutschen „Kriegsglücks“.
Die vollständige Vernichtung der damals so glorreichen sechsten Armee unter Generalfeldmarschall Friedrich Paulus ist Gegenstand unzähliger Dokumentationen, Bücher, Verfilmungen und privater Erzählungen.
Dieser Großverband des Heeres, Armeeoberkommando 6 (AOK 6) hatte sich an unzähligen Kriegsverbrechen schuldig gemacht, bevor die verbliebenen 300.000 Mann 1942 in Stalingrad eingekesselt wurden.
100.000 Soldaten wurden bis Februar 1943 getötet. Weitere knapp 100.000 ergaben sich anschließend der Roten Armee. Sie waren aber durch Hunger und Seuchen in so jämmerlichen Zustand, daß nur noch ein Drittel von ihnen lebend ein sowjetisches Arbeitslager erreichte. Insgesamt überlebten etwa 6.000 Deutsche die Gefangenschaft. Von den verbliebenen Angehörigen der 6. Armee wurde ein Teil ausgeflogen, ein Teil floh, ein Teil kämpfte noch Monate im Untergrund weiter. Die Spuren verlieren sich.
Hitler und Goebbels verklärten die epische Niederlage zu einem Heldenepos und waren damit so erfolgreich, daß die meisten Deutschen bis Anfang 1945 noch an „den Endsieg“ glaubten und die wenigstens kapitulierten.
Die Gebildeteren und die Offiziere hingegen wußten seit Stalingrad sicher, daß Hitler den Krieg verlieren würde. Das gab dem Widerstand Auftrieb und so konnte der Kreisauer Kreis Verbündete für den schließlich am 20.07.1944 von Graf Stauffenberg durchgeführten Attentatsversuch gewinnen.
Die Tragik des Scheiterns bestand darin, daß Hitler nur durch eine Kette von Zufällen überlebte und nur durch seinen Tod der Krieg hätte vorzeitig beendet werden können.
In den folgenden zehn Monaten bis zum Ende des Krieges in Europa starben mehr Zivilisten und mehr Soldaten als in den fünf Jahren (September 1939 bis Juli 1944) zuvor.
Dieser pervertierte Durchhaltewillen führte nicht nur zu dem Millionenfachen Tod der Deutschen, sondern auch zur Zerstörung aller großen deutschen Städte und natürlich der Durchführung des Holocausts.
Es ist also nicht nur Militärgeschichte, die wir da betrachten, sondern außerordentlich interessant die psychologischen, sozialen und propagandistischen Aspekte der Jahre 1943-45 zu erforschen. Ungebildete Menschen voller Vorurteile und Propaganda im Kopf folgen einem „Führer“, der enorme militärische Erfolge erringt und einen ökonomischen Aufstieg erreicht. Anfang 1941 soll die Zustimmung zu Hitler das Maximum erreicht haben. Über 90% der Bevölkerung verehrten ihn. Ganz Europa war erobert und die Entbehrungen der Soldatenfamilien wurden durch großzügig erscheinende Sozialleistungen kompensiert. Freilich wurde nicht öffentlich darüber gesprochen, daß diese sozialen Wohltaten durch einen europaweiten Genozid und Massen-Raubmord finanziert wurden.
Aber warum kämpften die Deutschen eigentlich das ganze Jahr 1943, 1944 und noch bis Mai 1945 weiter? Als die Alliierten nicht nur alles zurück erobert hatten, sondern auf deutschen Boden standen, als Millionen Häuser zerstört waren und jede Familie Tote zu beklagen hatte?
Kommen wir an dieser Stelle auf das historische Genie im Weißen Haus zurück.
Donald Trump weiß nämlich wieso der Zweite Weltkrieg endete: Es war die Spanische Grippe 1917 (der Rest der Welt denkt, die wütete 1918, aber Trump kennt die Wahrheit). Dadurch wären so viele deutsche Soldaten krank geworden, daß sie nicht mehr weiterkämpfen konnten.

[….] Trump rewrites history with claim 1917 Spanish flu (it was 1918) probably ended WWII (it didn't)
The US president suggests the pandemic, which began in 1918, brought an end to the conflict that lasted from 1939 to 1945. [….]


Trump, der sich im Juni 2020 schon ganz bescheiden unter dem Applaus der FOX-Fans als „the most perfect person“ bezeichnete, ist daher völlig im Recht wenn er bei der republikanischen Gouverneurin Kristi Noem von South Dakota anfragen lässt, wie er neben George Washington, Thomas Jefferson, Abraham Lincoln und Theodore Roosevelt am Mount Rushmore verewigt werden kann.

  [….] Laut eines Berichts der New York Times ist das Weiße Haus im vergangenen Jahr auf die republikanische Gouverneurin von South Dakota, Kristi Noem, mit einer ungewöhnlichen Frage zugekommen. Dem Bericht zufolge ging es um den Prozess, einen weiteren Präsidenten zu Mount Rushmore hinzuzufügen. Offenbar hat US-Präsident Donald Trump den Traum, sein Konterfei an dem Felsen im US-Bundesstaat South Dakota zu sehen. [….] Anschließend soll Trump noch zu Noem gesagt haben, es sei sein Traum, sein Gesicht am Mount Rushmore zu sehen. Bei seinem diesjährigen Besuch am Mount Rushmore in South Dakota zum Independence Day (4. Juli, Nationalfeiertag der USA) soll Noem Donald Trump deshalb auch laut eines Insiders eine kleine Nachbildung der Skulpturen geschenkt haben, bei der das Gesicht des US-Präsidenten hinzugefügt wurde. [….]

Trump ist ein wahres Universalgenie. 


Verständlich, daß bei so viel Genialität seine oberste Beraterin und Wahlkampfmanagerin Kellyanne Conway gefragt nach Trumps Haupteigenschaft seine Bescheidenheit nennt: President Trump Exemplifies Humility!


In den bisherigen dreieinhalb Jahren seiner Amtszeit kam aber bei all der Genialität Trumps fundiertes Wissen als Historiker zu kurz. 
Es blitzte nur gelegentlich auf, wie man am Beispiel seiner These zur Beendigung des Zweiten Weltkrieges sehen konnte.

Es wird Zeit ihn als das zu würdigen was er ist: Den allergrößten und allerbesten Präsidenten aller Zeiten, aller Länder und aller Galaxien!

[….] Donald Trump glaubt, Abraham Lincoln sei sein einzig ebenbürtiger Vorgänger: Niemand habe so viel getan für Amerika wie Lincoln und er. [….] Lincoln ist der einzige Vorgänger, dem Trump gelegentlich etwas Anerkennung zollt, wenn er sich in Reden oder Interviews selbst lobt. Seit Lincoln habe niemand mehr für Amerika getan und sei trotzdem gemeiner behandelt worden, behauptet Trump gerne. Abraham Lincoln, das muss man vielleicht dazusagen, wurde 1865 von einem weißen Rassisten ermordet.
Am Montag stalkte Trump den armen toten Lincoln - der in Wahrheit all das nicht war, was Trump ist, der sich aber nicht mehr wehren kann - wieder einmal. Er erwäge, seine Rede, in der er in der letzten Augustwoche die Nominierung als republikanischer Präsidentschaftskandidat annehmen wird, auf dem Schlachtfeld in Gettysburg zu halten, twitterte Trump. Auf den Feldern rund um die Kleinstadt in Pennsylvania fand im Juli 1863 eine der blutigsten Schlachten des amerikanischen Bürgerkriegs statt. 100 000 Soldaten des Nordens traten gegen 70 000 Soldaten des Südens an, nach drei Tagen Gemetzel waren um die 50 000 Männer tot oder verwundet. Der Kommandeur der Südstaaten-Armee, Robert E. Lee, musste sich geschlagen zurückziehen.
Einige Monate später hielt Präsident Lincoln bei der Einweihung eines Soldatenfriedhofs auf dem Schlachtfeld seine berühmte "Gettysburg Address" eine der wohl wichtigsten und besten politischen Reden, die je gehalten wurden. Die Gefallenen hätten ihr Leben gegeben, "damit die Regierung des Volkes, durch das Volk und für das Volk nicht von der Erde verschwindet", sagte Lincoln damals - ein Satz der bis heute nachhallt. Das, so mag Trump sich denken, sollte er doch auch hinbekommen. [….]

Mittwoch, 5. August 2020

Schlimmeres verhindern?


Pius XI, bürgerlich Dr. jur., Dr. theol. und Dr. phil. Achille Ratti, geboren 31.05.1857, hatte nur ein halbes Jahr nach Hitlers Machtübernahme durch das Reichskonkordat mit dem Deutschen Reich vom 10. September 1933 den Nazis die höchste diplomatisch Ehre zuerkannt und damit das antisemitische Verbreicherreich geadelt.

Damit war Hitler völkerrechtlich für alle anderen Staaten der Erde reingewaschen.

Ratti wußte durch Edith Stein früh Bescheid über die Massenmorde und geplanten Genozide Nazi-Deutschlands, verurteilte den Nationalsozialismus aber nie öffentlich. Der Katholik Hitler war sein Verbündeter gegen den „Bolschewismus“, bis heute wurde Adolf Hitler nicht exkommuniziert.

Man kann abendfüllen spekulieren was der Welt erspart geblieben wäre, wenn der damals ungeheuer mächtige Vatikan der Nazi-Regierung mit Exkommunikation gedroht, die deutschen Bischöfe zum Widerstand gedrängt und alle kriegerischen und antisemitischen Pläne scharf verurteil hätte.

Gut möglich, daß Hitler gegen den Widerstand der Katholiken nicht mächtig genug geworden wäre, um das Saargebiet 1935 zu schlucken, Österreich wegzufusionieren, das Sudetenland, 1938 das Protektorat Böhmen und Mähren zu errichten, dabei die Tschechoslowakei zu zerschlagen und dafür beim Münchner Abkommen von 1938 den Segen all der anderen christlichen Regierungen Europas zu bekommen.

Also wenn das kein schlechter Papst war!

Rattis Fans verteidigen ihn bis heute energisch und weisen auf die zwei Jahre vor seinem Tod am 10.02.1939 erschiene berühmt-berüchtigte Enzyklika Mit brennender Sorge (lat. Ardente cura), in der es heißt:

[…..] Wer die Rasse, oder das Volk, oder den Staat, oder die Staatsform, die Träger der Staatsgewalt oder andere Grundwerte menschlicher Gemeinschaftsgestaltung […..] aus dieser ihrer irdischen Wertskala herauslöst, sie zur höchsten Norm aller, auch der religiösen Werte macht und sie mit Götzenkult vergöttert, der verkehrt und fälscht die gottgeschaffene und gottbefohlene Ordnung der Dinge. […..]

Allerdings wagte es Ratti nicht das Werk zu veröffentlichen, ließ nur heimlich daraus lesen.

Darüber hinaus ließ der Vorgänger des Hitler-Freundes Pius XII noch kurz vor seinem Tod an einer angeblich noch Nazi-kritischeren Enzyklika Humani generis unitas („Die Einheit des Menschengeschlechts“) arbeiten, aber sie verschwand in einer Ablage und wurde von Nachfolger Eugenio Pacelli weitgehend eingestampft.

Bis heute ist dieses Maximalversagen den Kurialen gar nicht peinlich. Man habe ja nur Schlimmeres verhindert, indem man Hitler und die Deutschen nicht zusätzlich reizen wollte.

Die Begründung für ihre schweigende Zustimmung zum Genozid an den Juden hörte man bald noch einmal aus dem holländischen Episkopat.

Der Benelux-Staat wurde im Mai 1940 überrannt. Der von Hitler eingesetzte Reichskommissar für die Niederlande wurde Arthur Seyß-Inquart setzte bald alles daran die Juden des Landes zu töten.

Das allein hätte die römisch-katholische Kirche nicht weiter gestört, aber sie haderten mit der Deportation zum Katholizismus konvertierter ehemaliger Juden. Das waren nun gewissermaßen ihre Schäfchen und so protestierten sie tatsächlich.

[….] Am 11. Juli, also kurz vor Beginn der geplanten Maßnahmen, protestieren Vertreter mehrerer Kirchen energisch bei Seyß-Inquart und drohten damit, einen Hirtenbrief zu verfassen, der sich scharf gegen die Maßnahmen der Nazis richten würde. Der Reichskommissar bot daraufhin an, die vor dem 1. Januar 1941 getauften Juden zu verschonen, wenn man von einem Protest von der Kanzel herab absah. Am 15. Juli 1942 fuhren die ersten Züge ab und brachten die Juden in das Sammellager Westerbork. Dennoch entschlossen sich die katholischen Bischöfe zu protestieren, während viele ihrer evangelischen Kollegen schwiegen. Seyß-Inquart sah seine Vereinbarung gebrochen, und am 2. August begann er damit, die katholisch getauften Juden des Landes ebenfalls zu deportieren. [….]

(IBKA)

Die Deutschen ermordeten 40.000 niederländische Juden; darunter die berühmte Edith Stein. Als Papst Pius XII. davon erfuhr soll er laut der Erinnerungen seiner Haushälterin Pasqualina Lehnert ganz traurig gewesen sein und die legendären Sätze „Aber wenn der Brief der holländischen Bischöfe 40.000 Menschenleben kostete, so würde mein Protest vielleicht 200.000 kosten. Das darf und kann ich nicht verantworten. So ist es besser, in der Öffentlichkeit zu schweigen“ gesprochen haben.

Niemand weiß, ob sich Frau Lehnert das nur ausdachte, aber tatsächlich verkniff sich Pacelli jedes kritische Wort über Hitler.

So entwickelte sich die vatikanische General-Entschuldigung: Es hätte ja noch schlimmer kommen können, wenn man gegen den Holokaust argumentiert hätte.

Das ist an amoralischem Zynismus kaum zu überbieten.

Mehr als 75 % der niederländischen Juden, ein so hoher Prozentsatz wie sonst nirgends in Westeuropa wurde von den deutschen getötet. Insgesamt killten die deutschen Christen sechs Millionen europäische Juden und die höchste moralische Autorität der damaligen Welt sagt dazu: ES HÄTTE SCHLIMMER KOMMEN KÖNNEN!

Also sind sechs Millionen Ermordete aus katholischer Sicht „nicht so schlimm“?

Das erinnert sehr an Trumps katastrophales AXIOS-Interview mit Jonathan Swan bei dem er völlig Empathie-frei zu den 155.000 amerikanischen Corona-Toten bemerkte „well, it is was it is“.

Diese Aussagen Trumps und Pacellis sind moralisch hochgradig verdorben, aber auch sachlich falsch.

[…..] Doch diese Einschätzung ist falsch. Hitler plante die völlige Vernichtung aller Juden und dies in kürzest möglicher Zeit. Zuerst waren es Massenerschießungen mit anschließender Verscharrung der Leichen. Doch da dies nicht schnell genug ging und viele Soldaten über ihre Arbeit klagten, experimentierte man einige Zeit lang mit Gaswagen. Aber auch dieses System erwies sich immer noch nicht als effizient genug. Erst die Kombination aus Gaskammern und Krematorien stellte die Nazis zufrieden. Doch selbst Auschwitzkonnte nicht beliebig viele Menschenleben vernichten. Und nicht nur die Vergasungen konnten mit begrenzter Geschwindigkeit ablaufen, ebendies galt auch für die Deportationen. Ein Zug voll Juden mehr bedeutete immer auch einen Zug voll wichtiger Güter für die Rüstungsindustrie weniger. Ein weiterer Flaschenhals auf dem Weg in die Vernichtungslager war das Sammellager Westerbork an der niederländischen Grenze. Es war nicht groß genug, alle 140.000 niederländischen Juden aufzunehmen. Hinzu kommt, dass die Nazis die Juden nicht einfach auf der Straße en masse einsammeln konnten, denn viele hielten sich versteckt und mussten erst gefunden werden. Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass der bischöfliche Protest vom 26. Juli nichtdazu führte, dass die Deportationen anschließend schneller abliefen. […..][…..] Erst als sich die Kirchenvertreter an Seyß-Inquart wandten, nahm dieser die katholischen Nicht-Arier von seiner Liste. Hätten sich die Bischöfe gar nicht erst zum Protest entschlossen, wären die getauften Juden auch in Auschwitz verschwunden. Für die Nazis war nämlich nicht der Glaube, sondern die Rasse das Kriterium zur Bestimmung des jüdischen Untermenschen, der vernichtet werden mussten. Und was geschah auf protestantischer Seite? Obwohl die Kirchen eingeschüchtert wurden und viele ihrer Vertreter nicht gegen die Deportationen protestierten, erging am 10.11.1943 der Befehl, auch die evangelischen Juden zu deportieren. Es erwies sich als nicht klug, mit den Nazis Geschäfte zu machen. Dieser Tauschhandel war nichts weiter als eine Lüge. Man schob die Ermordung der Tauschobjekte lediglich so lange auf, bis ein kirchlicher Protest kaum noch Juden das Leben gerettet hätte. [….]

(IBKA)

Die Schutzbehauptung „es hätte noch schlimmer kommen können“, oder „ich wollte Schlimmeres verhindern“ wurde immer wieder gebraucht.

Ein bekannter Fall ist Trixi Storchs Opa, der schon vor der Kanzlerschaft Hitlers Reichsfinanzminister war, von Hitler in sein Kabinett übernommen wurde bis Kriegsende im Amt blieb, um die deutsche Kriegsmaschinerie zu finanzieren.

(…..) Heinrich Brüning, konservativer Katholik, ehemaliger Reichskanzler, kooperierte immer mal mit der NSdAP, stimmte am 23. März 1933 sogar dem sogenannten Ermächtigungsgesetz zu.

Schon vorher dachte er, Adolf Hitler und die NSdAP würden schon vernünftig werden, wenn sie erst mal in einer Koalition mit der Zentrumspartei Verantwortung übernehmen müssten.

Ähnlich dachten die anderen konservativen Parteien, wie die Deutschnationale Volkspartei (DNVP).

Als am 30. Januar 1933 Adolf Hitler Reichskanzler wird, gibt es im Kabinett mit Wilhelm Frick und Hermann Göring nur zwei weitere Nationalsozialisten. Eingehegt von die vielen anderen vernünftigen Ministern werde der Reichskanzler sich schon mäßigen, das erfordere das Amt.

Trixi Storchs Großpapi Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk, vom 2. Juni 1932 bis zum 23. Mai 1945 Reichsminister der Finanzen, behauptete bis in die 1970er Jahre, er habe Schlimmeres verhindert.

Um „Schlimmeres zu verhindern“ hatte ja auch Papst Pius XII zu Judenverfolgung geschwiegen.

Im Umkehrschluss waren also sechs Millionen ermordete Juden, 60 Millionen Tote in Europa, 25 Millionen getötete Russen, der totale Zerstörung Europas oder die Ermordung von 20% der polnischen Bevölkerung gar nicht so schlimm. Hätte schlimmer kommen können.

Der Trugschluss ist offensichtlich. (….)

(Rechte Ränder, 29.09.2017)

Als Trump, der rassistische Schwachkopf Präsident wurde, hieß es auch; er werde sich im Amt schon mäßigen.

„Um Schlimmeres zu verhindern“ gingen Leute wie Außenminister Rex Tillerson und die drei Generäle John Francis Kelly als Stabschef des Weißen Hauses, James Norman Mattis als US-Verteidigungsminister und „H. R.“ McMaster als Nationaler Sicherheitsberater in seine Regierung. Aber es wurde Schlimmer, viel schlimmer.

Nachdem die drei ihn einhegenden Generäle aus Verzweiflung alle geflohen sind und nur noch eine Hobby-Handtaschendesignerin und ein gescheiterter New Yorker Jung-Immobilieninvestor als Berater übrig geblieben sind, gibt es niemand mehr, der dem Präsidenten erklärt in welchem Jahrzehnt und welchem Jahrhundert wir leben.

Mein Verständnis für Dr. Anthony Fauci und Dr. Deborah Birx als White House Coronavirus Response Coordinator ist ebenso aufgebraucht.

Sie dürfen nicht als Feigenblätter für einen wahnsinnigen Killerpräsidenten dienen, der empfiehlt Desinfektionslösung und Glühbirnen anal einzuführen, um Viren zu bekämpfen.


Man kann nicht mit Trump zusammenarbeiten, „um Schlimmeres zu verhindern“.

Schlimmer als Trump, schlimmer als Trumps Corona-Handling geht nicht.

Fauci und Birx würden mehr für die amerikanische Gesundheit erreichen, wenn sie sich mit einem ganz großen Wumms von Trump trennen, jede Zusammenarbeit verweigern und alle Trump-Maßnahmen scharf verurteilten.

Sie haben ohnehin nichts zu verlieren. Denn Trump fällt jedem Mitarbeiter irgendwann in den Rücken.

Eifersüchtig auf Dr. Faucis Zustimmungswerte tut er schon seit Wochen alles, um ihn zu diskreditieren.

Dr. Birx, die bis zur Selbstaufgabe versucht Trump nicht zu missfallen, erwischte vor wenigen Tagen ebenfalls eine Breitseite des Präsidenten.

[….] US-Präsident Donald Trump hat jetzt auch die Koordinatorin des Coronavirus-Krisenstabs des Weißen Hauses, Deborah Birx, offen attackiert. Trump bezeichnete Birx im Kurzbotschaftendienst Twitter als "erbärmlich", nachdem die Virenexpertin vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus gewarnt hatte. Der Präsident warf der Medizinerin vor, sie habe sich von Oppositionsführerin Nancy Pelosi zu ihren Aussagen verleiten lassen. [….]

(STERN, 04.08.2020)

Dienstag, 30. Juni 2020

Das größte Verbrechen der Christen


Wieso haben so viele kalifornische Metropolen eigentlich spanische Namen wie San Francisco, San Diego, Los Angeles, Santa Barbara?
Ganz einfach, sie gehen alle auf Missionsgründungen des spanischen Franziskaners Bruder Junípero Serra (*1713 in Petra, Mallorca; † 1784 in Kalifornien) zurück.
Der Mallorquiner machte sich des größten Übels schuldig, für das die katholische Kirche steht: Die Missionierung, also den brutalen Kulturraub an hunderten Millionen Menschen auf allen Kontinenten.
Die Mission war ein gewaltiger globaler Genozid an hunderten Völkern, der bis heute anhält.
In Südamerika handelte es sich überwiegend um die Conquista, also die Schwertmission, bei der im päpstlichen Auftrag jeder vor die Wahl „Taufe oder Tod“ gestellt wurde.
Wer seiner Kultur, seinem Glauben, seiner Philosophie, seinen Gewohnheiten, seinen Sitten treu bleiben wollte, wurde sofort getötet.
Nicht nur wurden durch Conquistadores  70 bis 100 Millionen Menschen in Süd- und Mittelamerika  - das entspricht über 90% der indigenen Bevölkerung -  getötet, nein die Kirche raubte dabei beide Teilkontinente vollständig aus, raffte alles an sich was ihr wertvoll erschien.

Der spanische Dominikanermönch Bartolomé de Las Casas berichtete 1552 wie seine christlichen Brüder vorgingen:

[….] Sie wetteten miteinander, wer von ihnen einen Menschen auf einen Schwertstreich mitten von einander hauen, ihm mit einer Pike den Kopf spalten, oder das Eingeweide aus dem Leib reißen könne. Neugeborene Geschöpfe rissen sie bei den Füßen von den Brüsten ihrer Mütter und schleuderten sie mit den Köpfen wider die Felsen. (…) Große und Edle brachten sie gewöhnlich folgendergestalt um: sie machten Roste von Stäben, die sie auf Gabeln legten, darauf banden sie die Unglücklichen fest, und machten ein gelindes Feuer darunter, bis sie nach und nach ein jämmerliches Geschrei erhoben, und unter unsäglichen Schmerzen den Geist aufgaben.  [….]
Nachdem nun alle diese ungerechten und satanischen Kriege nebst den dabei verübten Mordtaten vorüber waren, verbreitete [der katholische spanische Gouverneur Nuno des Guzman], wie gewöhnlich, die unerträglichste und abscheulichste Sklaverei über das ganze Land. Denn alle christlichen Barbaren, die sich in Indien befinden, behaupten, dies Recht über die dortigen Völker zu haben und es ausüben zu dürfen. Bei dieser Gelegenheit erlaubte er seinem eigenen Hofmeistern, so wie allen übrigen, den Indianern die schrecklichsten Qualen und Martern antun zu dürfen, damit sie Gold und Tribut von ihnen erpressten. Einer von seinen Haushofmeistern ließ eine Menge Indianer hängen, lebendig verbrennen, den Hunden vorwerfen, ihnen die Köpfe, Hände und Füße abhauen oder die Zungen ausreißen, da doch die guten Leute in Frieden lebten und er keine andere Ursache angeben konnte, als dass er sie in Schrecken setzen und sie zwingen wollte, sich ihm zu unterwerfen und Gold und Tribut zu bezahlen. [….]

Der unfehlbare und heiliggesprochene Papst Woytila sprach über 400 Jahre später von einer „glücklichen Schuld“ seiner Kirche.
Nun ja, man habe zwar 100 Millionen Menschen massakriert, aber dafür könnten die Überlebenden das Glück genießen nun Christen zu sein.

[….]  Der Anlass für die Konferenz war die 500-Jahr-Feier der "Evangelisierung" Lateinamerikas. Johannes Paul II. gab in seiner Eröffnungsansprache die diesbezügliche Sprachregelung vor: Die Christianisierung Lateinamerikas durch die spanischen Eroberer weise zwar gewaltsame Züge auf und sei insofern zu verurteilen. Weil aber die "bewundernswerte Evangelisierung" zu einer "Ausweitung der Heilsgeschichte" beigetragen habe, handle es sich letztlich um "glückliche Schuld".
Während die brasilianischen Bischöfe in ihren "Richtlinien für Santo Domingo" vorsahen, die Kirche müsse für die Teilnahme an der Conquista Indianer und Afroamerikaner um Vergebung bitten, enthielt das Schlussdokument der Konferenz kein Wort kirchlicher Selbstkritik. [….]

JP-II und Ratzinger luden in den gut drei Dekaden ihrer brutalen Herrschaft schwere Schuld auf sich, indem sie die südamerikanische Befreiungstheologie niederschlugen, die „Kirche der Armen“ erfolgreich verhinderten und ihre RKK weiterhin fest an der Seite der rechtsradikalen und faschistischen Diktaturen des Subkontinents aufstellten.

Junípero Serra war 20 Jahre Chefmissionar in Mexico-Stadt bevor er aus dem damaligen Vizekönigreich Neuspanien nach der Vertreibung der Jesuiten (die beim spanischen König in UNgande gefallen waren) im Jahr 1768 nach Südkalifornien geschickt wurde, um dort den Oberbefehl über alle Missionsstationen zu übernehmen.

Der Städtegründer Junípero Serra wurde 1988 von Woytila seliggesprochen und schließlich im Jahr 2015 von Franz heiliggesprochen.

 [….] Mit einer Petition will man den Papst zum Umdenken drängen. Mehr als 10.000 Menschen haben die Onlinepetition gegen die geplante Heiligsprechung des spanischen Missionars am 23. September bereits unterschrieben. Auch in den Sozialen Netzwerken wird die Heiligsprechung sehr heftig kritisiert: Auf Facebook wird der Missionar mit blutigem Kreuz dargestellt und als Monster bezeichnet.
 [….] Von der indigenen Bevölkerung wird Serra aber äußert kritisch gesehen. Denn sobald die Europäer in ihre Region kamen, wurde die Lebensgrundlage der ansässigen Bevölkerung zerstört, durch eingeschleppte Krankheiten starben Tausende. Als etwa spanische Soldaten und Siedler Frauen vergewaltigten, seien ihnen spanische Priester nicht zu Hilfe gekommen, kritisieren die Initiatoren der Petition gegen die Heiligsprechung von Serra. Nahrung und Schutz in den Missionen bekamen die Menschen nur, wenn sie sich taufen ließen. Wer einmal getauft war, durfte die Mission meist nicht mehr verlassen.
Indigene werfen Serra auch vor, dass Frauen und Männer in den Missionen voneinander getrennt und Familien auseinandergerissen wurden. Wenn sich die Menschen den ihnen auferlegten Regeln widersetzten, wurde körperliche Gewalt angewendet. Die Indigenen seien nicht als Menschen anerkannt und als solche behandelt worden. [….] In einer Predigt im Mai 2015 verteidigte Papst Franziskus den vor 230 Jahren verstorbenen Missionar. Serra habe wie viele Missionare der indigenen Bevölkerung Nordamerikas das Christentum gebracht [….]

Serra, der schon in Mexico 90.000 amerikanische Ureinwohner zwangsmissioniert und gefangen hielt heilig zu sprechen, kann nur der weißen katholischen Kirche einfallen. Auch in Kalifornien beschäftigte er sich damit Indianerstämme auszurotten.

[….] Serra’s mission system was responsible for the destruction of several tribes, often through the introduction of foreign diseases. Tribes that did survive, such as the Chumash, still suffered greatly and were often forced into building the missions.
The mission system not only pressured indigenous peoples into becoming Catholic, but pressured them to assimilate and, therefore, lose their cultural ways. [….]

[….] “I had high hopes for this pope, who has been making some very pro-social-justice statements,” said Deborah A. Miranda, an Ohlone Costanoan Esselen Indian and an American literature professor at Washington and Lee University in Lexington, Va.
“Serra did not just bring us Christianity. He imposed it, giving us no choice in the matter. He did incalculable damage to a whole culture,” Ms. Miranda, the author of “Bad Indians,” said of her ancestors and what she called “the mission mythology.”
“If he is elevated to sainthood,” said Nicole Lim, the executive director of the California Indian Museum and Cultural Center in Santa Rosa, “then he should be held responsible for the brutal and deadly treatment of native people.” [….] The Indians were forced to shed their languages, dress, religion, food and marriage customs. Thousands died from exposure to European diseases to which they had no immunity. Of the approximately 310,000 Indians in 1769 in what is now California, only one-sixth remained a hundred years later, according to a University of California historian.
Native Americans have complained about not only the cultural sabotage but also what they call the romanticization of the missions’ true history by schools, churches and the news media. [….] Archbishop Salvatore J. Cordileone of San Francisco, who credited Father Serra with bringing “Christianity to this part of the world,” said he understood why Indians were upset, acknowledging the whippings and coercive environment. But missionaries also taught school and farming, he said. [….]

Im Juni 2020, endlich, nahmen sich amerikanische Bürgerrechtler ein Herz und stürzten die Statue des Serra vom Sockel – buchstäblich rissen sie sein Standbild im Golden Gate Park von San Francisco um.

Europäische Dunkelkatholiken sind entsetzt.

[….] Im Internet haben #blacklivesmatter-Aktivisten zum Sturz einer weitere Statue des Heiligen Junipero Serra aufgerufen. Doch katholische Jugendliche stellten sich vor die Statue und gegen den Mob von 200 Anarchisten und konnten dies verhindern. […..]

Ein gefundenes Fressen ist der Vorgang natürlich für den rechtsextremen Verschwörungstheoretiker, AfD-Fanboy, Katholiban und exzessiven Hetzer wider alle Nicht-Weißen und Nicht-Katholiken David Berger. Er stellte sich mit seinem Pipi-Blog hinter den Erzbischof von San Francisco, der allen Ernstes mit einer Teufelsaustreibung reagierte.


[….] Mit dem Gebet des Rosenkranzes, einem Sühneakt und einem Exorzismusgebet hat der Erzbischof von San Francisco, Salvatore Cordileone, auf den Sturz der Statue von St. Junípero Serra durch linksradikale Gewalttäter reagiert.
Wie auch PP berichtete, wurde die Statue des von Papst Franziskus heiliggesprochenen Junípero Serra, der sich in der Kolonialisierung mutig für die Rechte der Eingeborenen eingesetzt hatte, am 19. Juni im Golden Gate Park von einer aufgeheizten Menge etwa 100 linksextremer Terroristen niedergerissen.
„Das Böse hat sich hier eingestellt. Wir haben uns also versammelt, um zu Gott zu beten, um die Heiligen um ihre Fürsprache zu bitten, vor allem unsere Gottesmutter, in einem Akt der Sühne, in dem wir Gott um seine Gnade für uns und die ganze Stadt bitten, damit wir unsere Herzen ihm zuwenden“,    so Salvatore Cordileone, der Erzbischof von San Franzisco am 27. Juni.
Hier seien nicht nur Vandalismus und Hass am Werk gewesen, sondern hier sei ein Sakrileg verübt worden, ein Akt des abgrundtief Bösen, des Teufels.
Daher habe man das von Papst Leo XIII. 1884 eingeführte Exorzismusgebet zum heiligen Erzengel Michael gebetet, das sich von den Exorzismusgebeten, die man bei der Besessenheit einer einzelnen Person anwendet, unterscheide:
Heiliger Erzengel Michael,
verteidige uns im Kampfe, gegen die Bosheit und die Nachstellungen des Teufels sei unser Schutz. Gott gebiete ihm, so bitten wir flehentlich. Du aber, Fürst der himmlischen Heerscharen, stoße den Satan und die anderen bösen Geister, die in der Welt umhergehen, um die Seelen zu verderben, durch die Kraft Gottes in die Hölle.
Amen.
Im Anschluss an das Gebet besprengte der Erzbischof den Sockel. auf dem die Statue stand, mit Weihwasser. [….]

Auch hunderte Jahre nach den brutalen Genoziden und Massenmorden an allen nichtkatholischen Völkern, steckt offenbar noch dasselbe Denken in den Köpfen der Christen des Jahres 2020.