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Sonntag, 16. Februar 2020

Der Neue?

Zugegeben, der Rücktritt von Kardinal Marx hat mich überrascht, weil ich ihn seit beinahe zwei Jahrzehnten als extrem ehrgeizig wahrnehme. Stets trachtete er danach mehr Titel und mehr Funktionen, mehr Macht an sich reißen.
Mit gerade mal 53 Jahren wollte er im Jahr 2008 unbedingt Chef aller deutschen Bischöfe werden und litt schwer an der Wahlniederlage gegen Erzbischof Zollitsch. 2014, inzwischen zum Kardinal aufgestiegen, ließ er sich das Amt nicht mehr nehmen und übernahm stetig neue wichtige Posten in der Kurie, so daß man sich schon vorstellte, er könne wie zuvor die Bayern Ratzinger und Müller in die erste Garde des Vatikans aufrücken.
Aber nun, mit für katholische Verhältnisse jugendlichen 66 Jahren (Ratzi war 79 als er Papst wurde) hat er plötzlich keinen Bock mehr auf eine weitere Amtszeit und wirft mitten im synodalen Reformprozess den Bettel hin. Soll doch ein anderer im März 2020 für sechs Jahre den Vorsitz der deutschen Bischofskonferenz übernehmen.
Ausgerechnet der machtbewußte Hoppla-jetzt komm‘ ich-Kirchenfürst soll so zartbesaitet sein, daß er die Zickereien seiner Brüder im Amte nicht vertrug?

[….] Es ist aber kein Ge­heim­nis, dass Marx als Vor­sit­zen­der der Bi­schofs­kon­fe­renz un­ter sei­nen Mit­brü­dern um­strit­ten ist. Bei den Voll­ver­samm­lun­gen nervt er im­mer wie­der mit her­ri­schem Auf­tre­ten. Er rei­ße al­les an sich, heißt es, kön­ne nicht de­le­gie­ren, sei gleich­zei­tig aber un­or­ga­ni­siert und schlecht vor­be­rei­tet. Öffent­lich pre­sche er mit­un­ter ohne Ab­spra­che vor. One-Man-Show statt Mann­schaft. Mit die­sem Füh­rungs­ver­ständ­nis kommt er selbst in der an­ti­quier­ten ka­tho­li­schen Kir­che nicht mehr an. [….]
(Felix Bohr, SPIEGEL, 15.02.2020)

Die wenigen nicht extrem erzkonservativen deutschen Katholischen Bischöfe sind nun enttäuscht, da sie mit dem inhaltlich flexiblen Marx einen vermeidlichen Fürsprecher verlieren, der das Ohr des Papstes hat.
Marx ist sehr wendig.
So verlangte er nach der Wahl Bergoglios zum neuen Ratzi Bescheidenheit für die katholischen Bischöfe.
Außer natürlich für sich. Er blieb in seinem gigantischen Rokoko-Palais, kaufte sich in Rom für 10 Millionen Euro einen persönlichen Prunkpalast, den „Palazzo Marx“.
So verlangte er nach dem Aufkochen der Missbrauchsskandale unbedingte Offenheit der Bischöfe, volle Transparenz gegenüber den Opfern. Nur eben nicht in seinem eigenen Bereich.

[….] Wäh­rend er die 2018 ver­öf­fent­lich­te Miss­brauchs­stu­die der Bi­schö­fe we­sent­lich mit vor­an­trieb, hält er ei­nen 2010 er­stell­ten Be­richt zu se­xu­el­len Überg­rif­fen in sei­nem Erz­bis­tum für die Öffent­lich­keit un­ter Ver­schluss. [….]
(Felix Bohr, SPIEGEL, 15.02.2020)

Wie es in der gesamten deutschen Presse üblich ist, sorgen sich nun alle, um das Ansehen der katholischen Kirche in Deutschland. Alle stimmen schließlich darin überein der Kirche zu helfen nicht noch mehr Mitglieder zu verlieren, wollen unbedingt ihre Macht erhalten.
Nun eint sie die Furcht vor einem Durchmarsch der Konservativen um Overbeck und Woelki, die bestens mit dem vatikanischen Dunkelkatholiken Gänswein, TVE, Ratzinger und Müller vernetzt sind. Keine Handbreit den Reformern könnte das neue Motto lauten, nachdem auch Franzi mit einem gewaltigen Knall die Tür vor der Frauenordinierung und der Lockerung des Zölibats zuschlug.
Besonders gefürchtet wird die minderbezahnte Perücke aus Köln.
Wie eine mächtige Spinne hockt der Metropolit des Erzbistums Köln mit seinen  Suffraganbistümern Aachen, Essen, Limburg, Münster und Trier in der nach Rom reichsten Kirchenprovinz der Welt und zieht seine Fäden. Sollte Rainer Maria Kardinal Woelki neuer Vorsitzender der DBK werden, schwant den vielen Kirchenfreunden in den Redaktionen Böses: Mehr Austritte, mehr Nähe zur AfD, mehr Homophobie.
Da ich auch glaube ein Chef wie Woelki würde der RKK sehr schaden, hoffe ich natürlich, daß er sich durchsetzt.

Der SPIEGEL aber hebt schnell den angeblich liberalsten katholischen Bischof Deutschlands auf den Schild: Der neue Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer.
Der sei so bescheiden, spräche ein halbes Dutzend Sprachen – mindestens. Habe sich schon im Alter von 19 Jahren der Arbeit im Orden der Herz-Jesu-Pries­ter verschrieben und würde womöglich sogar ernsthaftes Interesse daran zeigen die Kinderfickereien seiner Priester offenzulegen.
Ein netter Bischofskonferenz-Vorsitzender?
Zunächst einmal ist das nicht so abwegig. Die nationalen Episkopate geben sich gern ein wenig moderner und liberaler als das sittenstrenge Rom.
Lehmann und Zollitsch galten durchaus als Widersacher der jeweiligen Päpste.
Aber das gehört auch zur Inszenierung, um ein möglichst breites Spektrum abzudecken.
Die RKK ist eine zentralistische und absolute Diktatur. Die nationalen Konferenz-Chefs können so viele Papiere aufsetzen wie sie wollen; keine der Teilkirchen hat auch nur das kleinste Fünkchen Macht.
Selbst wenn alle 17 deutschen Diözesen einstimmig das Frauenpriestertum fordern, wäre das völlig irrelevant, weil Rom entscheidet.

Die Liberalität Wilmers liest der Spiegel aus einer einzigen Äußerung ab, in der er die Binsenweisheit aussprach, der Missbrauch liege in der DNA der Kirchenstrukturen und seinem Werdegang, aus dem so viel Bescheidenheit und Weltkundigkeit spreche.

    geboren am 9. April 1961 in Schapen (Emsland)
    August 1980 Eintritt in die Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Priester
    1980-1982 Noviziat in Freiburg i.Br.
    1985 Ablegung der Ewigen Profess
    31. Mai 1987 Priesterweihe in Freiburg
    1987-1993: Studium in Rom und Freiburg
    1993-1995 Referendar am Windthorst-Gymnasium in Meppen
    1995-1997 Lehrer für Religion, Geschichte und Politik und sowie Schulseelsorger an der Liebfrauenschule in Vechta
    1997-1998 Lehrer für Deutsch und Geschichte an der Fordham Preparatory School (Jesuit High School) in New York (Bronx)
    1998-2007 Schulleiter des Gymnasium Leoninum Handrup
    2007-2015 Provinzial der Deutschen Ordensprovinz der Herz-Jesu-Priester in Bonn
    2015-2018 Generaloberer der Herz-Jesu-Priester in Rom
    6.4.2018 Ernennung zum 71. Bischof von Hildesheim
    1.9.2018 Weihe zum Bischof und Amtseinführung im Bistum Hildesheim

Ein bißchen wenig für einen angeblichen großen Reformer, der sich nach seinem DNA-Spruch beeilte zu versichern, wie wunderbar er sich mit Kardinal Woelki verstehe und alles gleich viel tiefer hängte:
Ich sehe mich nicht als Revoluzzer, betonte er eilfertig beim erzkonservativen Domradio in Köln.

Selbst wenn Wilmer DBK-Vorsitzender werden sollte und tatsächlich liberaler als andere Bischöfe sein sollte, hätte er keine Macht etwas zu verändern.

Aber es wäre aus meiner Sicht natürlich bedauerlich ein sympathisches Gesicht an der Spitze der deutschen Kirchenfürsten zu haben.
Möge sich also lieber Woelki durchsetzen.

Donnerstag, 16. Januar 2020

Predigende Musiker


Wenn man den Bandnamen „Coldplay“ erwähnt, bekommen eingefleischte Musikliebhaber, die durch die Alternative-Szene mäandern, in der Regel Ausschlag.
Mehr Mainstream als Chris Martins Jungs geht nicht.
Natürlich sind die Briten liebe, gute Jungs, die sich politisch engagieren und ein gewaltiges Publikum erreichen.
2018 wurden sie nur knapp von U2 als bestverdienende Musiker der Welt geschlagen und spielten knapp 120 Millionen Dollar ein.
Wer wie ich die  Band schon kannte, bevor sie Megastars wurde, ist natürlich etwas pikiert nun zu so einem durchschnittlichen Geschmack zu gehören.
Inzwischen sind sie ein Synonym für kommerziellen Erfolg.
Ich erinnere mich an nette Indie-Bands wie Keane oder Aqualung, die nach einigen sperrigen Alben und wenig Erfolg „hörbarer“ wurden, ein größeres Publikum erreichten und dann von nörgelnden Kritikern im „Rolling Stone“ attestiert bekamen nun allerdings so gefällig wie Coldplay zu klingen.
Es stimmt aber, dem netten Matt Hales von Aqualung stand ich bei Konzerten im winzigen INDRA-Club 2002 und 2003 genau gegenüber als er vor den anwesenden 30 Leuten musizierte. Es war grandios. 2007 erschien dann „Memory Man“ mit reinen Popsongs. Der Coldplay-Effekt.
Es fragt sich, ob kommerziell erfolgreich auch schlecht sein muss.
Zu den Topverdienern der Branche zu gehören, bedeutet definitiv nicht, daß man auch zu den besten Musikern gehört.
Lady Gaga, Katy Perry, Justin Bieber und Taylor Swift, die sich ebenfalls in den Top Ten der Bestverdiener tummeln, sind eher durchschnittliche Musiker mit keinen weltbewegenden Stimmen. So sympathisch ich Madonna finde, aber natürlich ist sie durch ihren genialen Geschäftssinn so erfolgreich. Eine große Sängerin ist sie nicht und seit vielen Jahren gab es kein Album mehr von ihr, das man gern gehört hätte. Man kauft die CD, weil es eben „die neue Madonna-CD ist“, hört sie einmal, denkt sich nur „das ist wieder nichts“ und stopft sie zum Vertauben ist CD-Regal. Bei Depeche Mode ist es genauso.
Die international supermegaerfolgreiche Adele hat allerdings wirklich eine Jahrhundertstimme und ist eine begnadete Songwriterin. Auch wer mit dieser Art der Musik gar nichts anfangen kann, wird nicht bestreiten, daß sie ein echtes Goldkehlchen ist.
Auch Top Verdiener Elton John ist zweifellos extrem talentiert, kann komponieren und Piano spielen wie kaum einer.

Coldplay und U2 verdienen weltweit so gut, weil sie begnadete Stadionspieler sind. Sie haben einen charismatischen Sänger, dessen Stimme Wiedererkennungswert hat, verfügen über so gutes Songwriting und so perfekte Produzenten, daß sie es verstehen 50.000 Menschen mit Hymnen-artigen Songs in einen gemeinsamen Rausch des Mitsingens und Mitgrölens zu versetzen.

Alternde Musik-Redakteure schimpfen natürlich wie die Rohrspatzen. Nichts hassen sie so sehr wie Erfolg.

[…..] Man muss es so hart sagen: Coldplay haben in den vergangenen Jahren eine furchtbare Entwicklung genommen. Der Weg in die Stadion-Liga wurde gepflastert mit einem  hyperaktiven Konzeptalbum („Mylo Xyloto“), einer unsäglichen Trennungschmerzplatte („Ghost Stories“) und zuletzt mit Songs, die ein amerikanischer Kritikerkollege polemisch mit tröpfelndem Elefantensmegma verglich. […..]

Aber grundsätzlich ist Stadiontauglichkeit kein Verbrechen. Das verschafft große Erlebnisse für die Fans.
Jim Kerr von den Simple Minds kann das auch, ebenso wie David Gahan (Depeche Mode).
Begnadete Hymnen-Performer sind aber auch Gerard Way (My Cemical Romance), Jared Leto (Thirty Seconds To Mars) oder Brandon Flowers (Killers).
Man sollte die Fähigkeit Hymnen zu performen nie unterschätzen, wenn es um kommerziellen Erfolg geht. In der Disziplin sind Coldplay maßstabbildend.


Ich halte nichts von der Arroganz der Indie- und Alternative-Liebhaber, die Bands wegen ihres Erfolgs verachten.
Coldplay-Live-Konzerte sind beeindruckende Erlebnisse – auch wenn man damit leider zu einer Masse von vielen Millionen gehört, die das genauso empfinden.
Insofern rate ich auch durchaus dazu das aktuelle Album „Everyday Life“ zu kaufen.
Da gibt es prima Songs.
Voraussetzung, um die neuesten Coldplay-Werke zu genießen, ist allerdings daß man kein Wort Englisch versteht.
In jedem zweiten Satz geht es nämlich um Gebete, Kirchen, Kathedralen und den Herrgott. Wie konnte das denn passieren? Hatte Martin vielleicht Sex mit Xavier Naidoo und sich dabei mit Religion angesteckt?
Das Album ist sehr abwechslungsreich, aber alles ist hochspirituell. Es gibt Gospel, Klosterchöre und viel Halleluja.
Ich mag Weltmusikeinflüsse, auch wenn es nicht ganz so genial wie bei Peter Gabriel klingt.
Viele Instrumente und Straßenmusikattitüde wie Arcade Fire begrüße ich ebenfalls, aber muss es so dermaßen religiös sein?

[……] In „Church“, einem Klagegesang, der sich dann doch noch zu einer hochtrabenden, wenn auch melancholisch gebrochenen Euphorie steigert. Doch dieser so typische Coldplay-Song wird zum Abschluss mit arabischem Gesang aufgemotzt. [….]

Für mich ist das zunächst einmal ein sehr gelungener Popsong mit einer hellen und klaren Martin-Stimme.


Ich kann aber nicht verstehen, wie politisch so engagierte Menschen wie Coldplay, die nun sogar auf dreistellige Millioneneinnahmen verzichten, weil sie aus Sorge um den Klimawandel nicht mehr so viel fliegen wollen, die sich gegen Waffengewalt und für Flüchtlinge einsetzen, so sehr der Kirche an den Hals werfen.
Spiritualität klingt euphemistisch, aber Martin singt in Wahrheit viel profaner von der Kirche. Also der Institution, die all die korrupten rechten Umweltzerstörer und Kriegstreiber – Bolsonaro, Trump, Orban, Assad – unterstützt.
Leider verstehe ich genügend englisch, um die Textzeilen in Songs wie „Church“ nicht zu überhören. 

[…..] What can't I get through?
And for everyone everywhere
You're answering every prayer
[…..]
'Cause when I'm hurt
Then I go to your church
'Cause when I'm hurt
Then I go to your church
[…..] أبي يا الله يا قادر، لماذا تركتني؟
ابي يا الله ياقادر
حرية يا الله
محبة يا
محبة يا الله
I worship you in church, baby
Always
I worship you in church
All the seven days
I praise and praise

Samstag, 6. Juli 2019

Zugreifen, wenn die Gelegenheit günstig ist!


Wie wir schon lange gesehen haben, ist die linke Seite des politischen Spektrums fast nicht in der Lage Talking-Points zu setzen und ergibt sich lieber devot des Agendasettings der Gegenseite.
Das ist sympathisch und spricht für eine gewisse Scheu davor zu manipulieren, andererseits wirkt es jämmerlich und schwach, wenn Demokraten/Sozialdemokraten offensichtlich stets von der Sorge getrieben sind als zu kirchenfern oder zu wirtschaftsfern angesehen zu werden, zu weiche Positionen bei innerer Sicherheit und Militär zu haben.

Würde nicht in Deutschland die Kriminalität explodieren, wenn statt des eisenharten Stahlhelm-Hessens Manfred Kanther ein rotgrüner Chaot Grenzer und Bundespolizei befehligt, fragte man sich besorgt im Jahr 1998.
Daher benannte Gerhard Schröder mit Otto Schily einen „roten Scheriff“ in das Amt, der keinerlei Zweifel daran ließ ein ganz harter Hund zu sein.

Würden nicht Deutschlands Unternehmer kollektiv flüchten wenn die Kommunisten regieren, sorgte man sich 1998.
Daher benannte Gerhard Schröder den Energie- und Kohle-Toppmanager Werner Müller zum Wirtschafts-, sowie den bulligen niedersächsischen Bauern Karl-Heinz Funke zum Landwirtschaftsminister.
(Möglicherweise ein kluger Schachzug. Vielleicht wäre es ohne diese frühen Personalien nie zu einem rotgrünen Kabinett gekommen.)

Barack Obama erlebte im Wahlkampf 2008 wie seine Kirchentreue angezweifelt wurde und zeigte sich daraufhin bald im Gottesdienst als frommer Christ.

[….] Drittens wird ihm ewig sein Satz über Religion und Pistolen aus dem Vorwahlkampf gegen Hillary Clinton nachhängen. Das hätte ihn um ein Haar die Präsidentschaft gekostet-.

Obama was caught in an uncharacteristic moment of loose language. Referring to working-class voters in old industrial towns decimated by job losses, the presidential hopeful said: "They get bitter, they cling to guns or religion or antipathy to people who aren't like them or anti-immigrant sentiment or anti-trade sentiment as a way to explain their frustrations."

Der Guardian drückt es sehr bezeichnend aus; Obama habe völlig untypisch kurz die Kontrolle über seine Worte verloren.
Ihm ist also etwas rausgerutscht, das er eigentlich nie so sagen wollte.

Er brach ein klassisches Wahlkampftabu, indem er etwas Wahres aussprach, das aber viele Wählerstimmen kostet und daher tunlichst von einem, der noch gewinnen will, verschwiegen werden sollte.

Warum reagierten die Amis damals derartig gereizt auf den Obama-Satz?
Einem frommen Christen, der wirklich zweifelsfrei an Gott glaubt und aus voller Überzeugung der biblischen Lehre folgt, kann es völlig egal sein, was jemand anders über seine Glaubensmotive sagt.
Daß sich Amerikas Strenggläubige bis heute über Obama aufregen, ihn wahlweise als Antichristen, Muslim und Atheisten schmähen, liegt vermutlich daran, daß sie zumindest unterbewußt wissen wie Recht Obama hat.

Die ewig zu kurz Gekommenen, die Elenden, die Doofen hängen an Religion. [….]

Hillary Clinton bekam ein ähnliches Problem, da eine andere Frau an ihrem Mann Fellatio verübte und sie ihm verzieh.
Gute Christen gehen natürlich nicht fremd, das sieht man ja am treuen und ehrlichen Donald Trump, dem Helden der Evangelikalen.
Clinton hingegen musste im Vorwahlkampf 2008 das Gerücht ausräumen, sie wäre womöglich nicht streng christlich und legte einen bemerkenswerten tränenreichen TV-Auftritt hin, in dem sie von Emotionen zerwühlt bekannte wie wichtig ihr Glaube für sie wäre. 2016 musste sie diese Bekenntnisse wiederholen.

Vermutlich sind Clinton und Obama beide Agnostiker oder Atheisten; sie sind beide zu intelligent für Frömmigkeit. Ihre Intelligenz ließ sie aber auch erkennen, daß 2008 eine US-Präsidentschaft für einen Nichtgläubigen ausgeschlossen war.
Es gab nicht die Möglichkeit die in den USA extrem negative Konnotation zum Atheismus durch bessere Talkingpoints zu ersetzen.
Die USA wandeln sich aber. 2016 wurde eine Frau Präsidentschaftskandidatin einer der beiden großen Parteien. 2020 könnte ein offen Schwuler Präsidentschaftskandidat werden (Pete Buttigieg ist aber sehr fromm); wer weiß, vielleicht kommt 2024 die Zeit für einen Atheisten.

Die Grünen waren 1998 zu früh dran als sie ehrlich waren und etwas Richtiges forderten. „5 Mark der Liter Benzin“. Das kostete die spätere rotgrüne Bundesregierung fast das Leben.

[….] Im Bundestagswahlkampf '98 kämpfen die Grünen gegen jede Stimme. 5 Mark für Benzin, autofreier Sonntag, teurere Urlaubsflüge. Was heute zum Teil Realität ist, erschien damals als alternativer Selbstmord-Trip.
Die Ökopartei macht im März 1998 mit der ökologisch-sozialen Steuerreform von sich Reden. Die Forderungen empfinden viele als drastisch: europaweite Besteuerung von Flugbenzin, autofreier Sonntag, 3-Liter-Auto oder 5 Mark für den Liter Benzin. Auch wenn an manch grüner Idee vieles richtig ist, wird sie so vorgebracht, dass sie beim Wähler nur noch Horror auslöst - oder Kopfschütteln. [….]

Die Rechten frohlockten und hofften mit dieser Grünen Ehrlichkeit Helmut Kohl zu weiteren vier Jahren Kanzlerschaft zu verhelfen – ohne diesen ganzen Öko-Murks.

ROT-GRÜNEigentor vor dem Endspiel
[….] Mitten im Stimmungshoch gefährden die Bündnisgrünen mit linken Positionen eine Regierungskoalition mit der SPD. [….] Aus heiterem Himmel kommt oft das Unheil: [….] in der Politik die grüne Parteitagsstimme. Mit weltfremden Beschlüssen zu Spritpreis und Außenpolitik torpedierten die Grünen auf ihrem Magdeburger Parteitag die Aussichten auf ein rot-grünes Bündnis in Bonn.
Fraktionschef Fischer steht ramponiert da, Parteisprecher Jürgen Trittin ist angeschlagen und der Altlinke Hans-Christian Ströbele wiederauferstanden. Der 59jährige Jurist gehört zur Gründergeneration der Grünen Ende der siebziger Jahre. Schlagzeilen machte er bis dahin als Wahlverteidiger von RAF-Terrorist Andreas Baader, 1982 verurteilte ihn ein Gericht wegen Unterstützung einer kriminellen Vereinigung. [….] Das Medienecho auf den Parteitag war verheerend. „Droht das grüne Chaos?“ titelte die Hamburger „Woche“. Die „Bild“-Zeitung druckte: „Benzin 5 DM, Tempo 100, Hasch frei, NATO auflösen“ seien ein „Grüner Alptraum“.
Wer hat Angst vor Rot-Grün? [….]

Die Kohl-Fans bei Springer und Burda behielten fast Recht.
Die Grünen verloren bei der Bundestagswahl von 1998 gegenüber des Ergebnisses von 1994 und kamen mit mageren 6,7% ins Ziel.
Jürgen Trittin und Joschka Fischer wurden dennoch Minister, weil die Schröder-SPD ein sensationelles Ergebnis einfuhr, nach den Gewinnen von 1994 (3%Punkte) noch einmal fast fünf Prozentpunkte zulegten und auf heute unfassbare 41% kamen. Schröders Strategie war goldrichtig.

Die Grünen des Jahres 2019 sind ganz anders als die von 1998. Alle „Querulanten“ sind ausgeschaltet.
Niemals würden Annalena Baerbock oder Robert Habeck, die beide auch gern mit der CDU koalieren ähnlich radikale Forderungen stellen.
Nun sind die Grünen eine Wohlfühlpartei, die keinen SUV-Fahrer mit Horror-Spritpreisen erschreckt oder ihrer wohlhabenden Wählerschaft das Fliegen verbieten will.
Paradox, obwohl das Klimathema noch weit dramatischer ist als 1998, präsentieren sich die Grünen zahmer.
Da die Wähler im Allgemeinen aber doof sind, zahlt sich die weiche Strategie aus. Statt der 6-Komma von 1998 schicken sich Habeck und Co an, stärkste Partei zu werden, würden leicht das vier-fache Stimmenergebnis von vor 20 Jahren holen.

Auch wenn Linke, Grüne und Sozis beim Agendasetting versagen, kann für Großpolitiker und Möchtegern-Kanzlerkandidaten wie Armin Laschet das „Klimathema völlig überraschend“ über sie hineinbrechen.
Greta Thunberg und Rezo sei Dank.
Grüne und Sozis knickten beide in erbärmlicher Weise vor den Abschiebe-Hardlinern à la Seehofer ein, votierten für allerlei Grausamkeiten.
Es waren mutige Flüchtlingsretter wie Carola Rackete, die das Thema in die Öffentlichkeit holten.

Konnte Bundesumweltministerin Svenja Schulze vor einem Jahr mit Klimathemen noch gar nicht durchdringen, weil sie es nicht vermochte das Thema zu besetzen und die scheuen SPD-Wähler immer verschreckter wurden, wirken ihre Vorstellungen im Sommer 2019 auf einmal aktuell und gar nicht mehr radikal.

[…..] Bundesumweltministerin Svenja Schulze lässt nicht locker. Zwar stieß die SPD-Politikerin beim Koalitionspartner, aber auch in den eigenen Reihen auf heftigen Widerstand, als sie vor einigen Monaten für die Einführung eines CO2-Preises plädierte. Dennoch treibt Schulze das Vorhaben unverdrossen voran.
Damit Deutschland seine Klimaziele für das Jahr 2030 erreicht, brauche es jetzt eine „Trendumkehr“ hin zu klimaschonendem Autofahren und Heizen, sagte Schulze am Freitag in Berlin. „Ich bin davon überzeugt, dass Preissignale helfen würden“, betonte die Ministerin und stellte drei Gutachten für einen CO2-Preis vor. Frei nach dem Motto: Wer wenig verbraucht, bekommt Geld zurück.
[…..] Eine „Klimaprämie“ soll klimafreundliches Verhalten belohnen und zugleich Gering- und Normalverdiener nicht belasten. […..] In der Unionsfraktion reagierte man verhalten auf Schulzes neuerlichen Vorstoß. […..]

Eine Chance für die SPD nun gegenüber den übervorsichtigen Grünen Boden gut zu machen.
Die Zeit ist gekommen; mehr und mehr Wähler goutieren jetzt kraftvolle Aktionen gegen Klimagase und Plastikmüll.

Samstag, 13. April 2019

Wenn konservative Geistliche nicht konservativ genug sind.


Klerikale Hierarchien und göttliche Autorität sind eine prima Sache für obrigkeitshörige Konservative.
Faschistoide Regime wie Francos Spanien, Hitlers Deutschland, Tisos Slowakei oder Mussolinis Italien haben daher immer gern den Segen der katholischen Kirche in Anspruch genommen, sich zusammen mit dem höchsten Klerus gezeigt, um ihre höhere Rechtfertigung zu demonstrieren.


Heute lassen sich Top-Klerikale immer noch genauso gern für menschenfeindliche Autokraten einspannen.
Der russische Patriarch Kyrill ist der wichtigste Unterstützer Putins, die amerikanischen Evangelikalen stehen fest zu ihrem rassistischen Trump.
Die Katholische Kirche ist die eifrigste Unterstützerin der antisemitischen, xenophoben Orban-Regierung und des Assad-Killer-Regimes.
Robert Mugabe, Massenmörder, Terrorherrscher und von 1987 bis 2017 Präsident von Simbabwe, ist so ein übler Verbrecher, daß er aus dem Commonwealth ausgeschlossen wurde und in ganze Europa mit Einreiseverbot belegt wurde.

(….) Mugabe, Hitler, Franco, Mussolini, Eichmann, Kaltenbrunner, Pater Murphy, Pater Macial – diesen an sich guten Menschen war das päpstliche Wohlwollen stets sicher. Ihnen half die RKK auch der irdischen Justiz zu entkommen.

Beauftragt von Pius XII organisierte Giovanni Batista Montini (später Papst Paul VI) die Flucht von Nazi-Schlächtern nach Argentinien.
Eichmann schlüpfte unter dem Schutzmantel des Vatikans nach Südamerika.

Als der Organisator des Holocaust 1960 von Israelis aus Buenos Aires entführt wurde, protestierte der argentinische Kardinal und Leiter der Katholischen Aktion, Antonio Caggiano:

"Es ist unsere Christenpflicht, ihm zu verzeihen, was er getan hat."

6 Millionen Menschen umbringen ist also aus katholischer Sicht nicht nur theoretisch verzeihbar, sondern es ist sogar ChristenPFLICHT so eine Petitesse zu verzeihen.

Anders als Hitler und die Nazis, verdammte Pius XII Hitlers Gegner mehr als deutlich. Beispielsweise in der Enzyklika „Divini Redemptoris“ (am 19. März 1937 veröffentlicht).

Die "acta apostolicae sedis", die Gesetzessammlung des Heiligen Stuhls vom Juni 1949 machte die Exkommunikation der Kommunisten und ihrer Anhänger aktenkundig und offiziell.

Die Weisung des Vatikans lautet: Kein Katholik kann Mitglied einer kommunistischen Partei sein oder sie begünstigen. Kein Katholik darf Bücher, Zeitungen oder Zeitschriften veröffentlichen, lesen oder verbreiten, in denen die kommunistische Doktrin verkündet wird. Jeder Katholik, der die materialistische und antichristliche Lehre des Kommunismus verkündet, sie verteidigt oder gar verbreitet, verfällt als Abtrünniger des katholischen Glaubens der Exkommunikation.
(DER SPIEGEL)

Der unfehlbare Papst definiert „kommunistische Erzsünder“ als Intellektuelle und KP-Propagandisten, die automatisch exkommuniziert sind.

Mitglieder der katholischen Kirche blieben hingegen Adolf Hitler, Heinrich Himmler, Reinhard Heydrich, Rudolf Hoess, Julius Streicher, Fritz Thyssen, Klaus Barbie, Leon Degrelle, Emil Hacha, Ante Pavelic, Konrad Henlein, Pierre Laval, Franco, Mussolini, oder Josef Tiso.

Das ist die Realität der Heiligen Römisch-katholischen Kirche.
Die Befreier von Ausschwitz, die Rote Armee, wurden verdammt und exkommuniziert, aber der Lagerkommandant Rudolf Hoess, sowie der Megasadist Josef Mengele blieben Mitglieder der RKK.

Nach 1945 half der Vatikan den Massenmördern des Jüdischen Volkes der Justiz zu entkommen.

Adolf Eichmann, Alois Brunner, Dr. Josef Mengele, Franz Stangl (Kommandant der Vernichtungslager Sobibór und Treblinka), Gustav Wagner (Stangls Assistent), Klaus Barbie, Edward Roschmann („Der Schlächter von Riga“) und Aribert Heim (KZ Mauthausen) sind einige der Männer, die auf Veranlassung des Papstes durch Bischof Hudal mit Vatikanischen Papieren ausgestattet vor der alliierten Justiz nach Südamerika flüchteten.

Die überlebenden Juden, die sich nach Israel retten konnten, schätzte der Vatikan weit weniger.

Es dauerte bis 1993 - fast ein halbes Jahrhundert - bis sich der Vatikan dazu herab ließ auch nur diplomatische Beziehungen zu Jerusalem aufzunehmen. (….)

Sich mit dem Segen der Stellvertreter Gottes zu schmücken sichert die Herrschaft eines Diktators optimal ab.
Falls irgendeinem Untertanen Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Herrschers kommen sollten, wenn dieser zu brutal vorgeht, beweist ihm der grinsend daneben stehende Papst oder Bischof, daß alles seine Ordnung hat.

Schließlich kann sich niemand gegen die Kirche und ihre höchsten Würdenträger positionieren. Damit würde man Gott selbst das Misstrauen ausdrücken. Päpste sind schließlich unfehlbar. Und so trommelt der xenophobe Hassblogger Berger auch immer wieder für seine „Catholica“.
Er sieht sich als idealen Katholiken und leitet daher auch Unterstützung für sein extremistisches Weltbild vom Göttlichen ab.
Ich habe immer wieder erlebt, wie arglose Menschen, die David Berger nicht kennen, Teile seiner Aussagen teilen und verbreiten und Kritik an ihm mit dem Hinweis abwehren, er sei schließlich Theologe, war gar Professor im Vatikan. So einer könne ja kein Nazi sein.

Lustig wird es, wenn ranghohe und höchste Geistliche mal etwas propagieren, das den Rechtskonservativen nicht passt.
110%ige radikale ultrakonservative Katholiken wie Rick Santorum, Steve Bannon oder Newt Gingrich, die jede Diskussion mit Verweis auf ihre christliche Überzeugung abblocken, sind ideologisch auf einmal sehr flexibel, wenn Franziskus für Flüchtlinge oder gegen die Todesstrafe predigt.

Berger und sein amoralischer Klon Matussek vollziehen die gleiche Wende an ihrem geliebten Katholizismus, dessen Kernmerkmal das Papsttum und der Primat des Vatikans sind.

Der NPD-Freund Matussek spricht dem Papst das Papstsein ab:

  […..] „Franziskus spricht von Auflösung von Nationen und Ethnien als habe er sich in ein Redemanuskript von Claudia Roth verirrt“ und schließt daraus:
„Wenn der Pontifex Maximus sein Amt mit dem des Weltenlenkers verwechselt, ist er fehl auf dem Posten. Kennt er nicht die Antwort Jesu vor Pilatus: ‚Mein Reich ist nicht von dieser Welt.’“ […..]

Da mag der Urinduscher selbst natürlich nicht zurückstehen und attestiert dem Pontifex Maximus sogar „Unzurechnungsfähigkeit.

[….] Fußkuss vor südsudanesischen Warlords: Wie zurechnungsfähig ist Papst Franziskus noch?
Was Papst Franziskus zu dem Kniefall vor südsudanesischen Politikern angetrieben hat, weiß keiner so genau. Er vermutlich auch nicht, außer dass er das vielleicht einmal in irgendeinem lustigen Film („Ein Papst zum Knutschen“ oder so ähnlich) so gesehen hat – oder einfach ähnliche (nur eben etwas masochistischere) Gefühle entwickelte wie dereinst Macron bei seinem Besuch in St. Martin. [….]

Wenn es nicht so erbärmlich geheuchelt und verlogen wäre, könnte man herzlich lachen: Radikale Vorkämpfer für den Katholizismus, der sich durch seine Papsttreue definiert, werden dem Papst untreu.

Ähnlich ergeht es der Papstfreundin Liane Bednarz, ebenfalls aus dem erzkonservativen Lager – wenn auch nicht so extremistisch wie Berger.

Wer wie Liane Bednarz ins Visier des rechtsradikalen Pipi-Bloggers aus Schöneberg gerät, kann einem leidtun. Aber nur ein bißchen, denn sobald ein hoher katholischer Kleriker etwas äußert, das nicht in ihr stramm rechtes Weltbild passt, wendet auch sie sich empört ab.

Der Berliner Bischof Heiner Koch lobte gestern die von Bednarz leidenschaftlich verachtete Grete Thunberg.

 […..] Sie ist für viele junge Menschen ein neues Vorbild: Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg. Jetzt geht der katholische Erzbischof Heiner Koch aus Berlin noch weiter - er vergleicht sie mit Jesus.
Der Bischof erklärte in einem Radiointerview mit RBB, dass ihn die Freitagsdemos ein wenig an die Szene aus dem Neuen Testament erinnert, die den Einzug von Jesus in Jerusalem schildert.
Doch er will Greta Thunberg nicht als neuen weiblichen Messias feiern, sondern sieht sie als neues Vorbild für unsere Gesellschaft. „Ich möchte jedoch daran erinnern, dass unsere Gesellschaft und auch unsere Kirche von Zeit zu Zeit echte Propheten braucht, die auf Missstände und Fehlentwicklungen hinweisen und Lösungswege vorschlagen.“ [….]

Die erzkonservative Kolumnistin vergisst sofort ihre sonst so hochgehaltenen Prinzipien von der überlegenen christlichen Moral. Wo sie sonst Gehorsam verlangt, wird sie selbst garstig und ungehorsam. Ein Bischof, der sich positiv über eine dieser linksgrünversifften Ökos äußert?
Das verträgt sie nicht, tut es Matussek und Berger gleich, vollzieht eine 180°-Argumentationswende und ist nun gegen den RKK-Fürsten.

[…..] Darunter geht es offenbar nicht. Schade. Und pure Zivilreligion. Zur Erinnerung: Im Christentum geht es um Sünde, Tod und Erlösung. Das […..], was Koch hier aus der nicht einmal als Christin auftretenden Greta macht, grenzt, pardon, an Häresie. Greta als „Prophetin“. Langsam wird es sektenhaft.
 „Jesu Einzug in Jerusalem sei für viele „eine Art Triumphzug für einen Volkshelden“ gewesen. Manche hätten in ihm einen „Propheten, einen nationalen Retter“ gesehen. Ihm gehe es nicht darum, Greta Thunberg mit dem Vergleich zu einem weiblichen Messias zu machen, sagte Koch und ergänzte: „Ich möchte jedoch daran erinnern, dass unsere Gesellschaft und auch unsere Kirche von Zeit zu Zeit echte Propheten braucht, die auf Missstände und Fehlentwicklungen hinweisen und Lösungswege vorschlagen.“ [….]