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Freitag, 27. März 2026

Trumpfantino

Fußball ist ganz schlimm; aber Fußball-Weltmeisterschaften ersparen viel Zeit; dazu wurde hier schon alles gesagt.

Da Christoph Schwennicke im April 2013 Fußball so wunderbar charakterisiert hat, muß ich das in einzelnen nicht selbst formulieren, sondern schließe mich dem an und lese seine Suada noch einmal genüsslich.

 […] Ich finde Fußball doof. Nein, ich finde Fußball grässlich – und ungemein langweilig. Ein Reigen alter Männer steht am Rand und schreit herum, viele mehr oder weniger junge Männer rennen auf einer Wiese herum, erst alle nach links, dann Ballverlust, dann wieder nach rechts, Ballverlust, wieder nach links.

[…] Fußballgucken finde ich, ist Ödnis in Vollendung, die überflüssigste Sache der Welt. Dann doch lieber Minigolfspielen, oder Monopoly, und das ist schon ganz schön schlimm öde.

Wer meine, wie ich finde, einzig vertretbare Grundeinstellung zum Fußball hat, bekommt ganz viel Lebenszeit geschenkt. Ganze Wochenenden verplempern Fußballbegeisterte an diese ungemein primitive Sportart. Dekaden an sinnlos verbrachter Lebenszeit kommen da zusammen.

[…] Dieses Spiel ist unästhetisch und ordinär. Schon der Klang, wenn der Ball getreten wird, macht mich übellaunig. Es ist ein zutiefst ordinäres Geräusch, es klingt so ähnlich wie die Schläge von Bud Spencer in den alten Prügelfilmen mit Terence Hill. Die Spieler haben keine Manieren, tun sich absichtlich weh, sind nicht nur furchtbar verschwitzt, sondern oft auch noch sehr verdreckt und vom Regen pitschenass und rotzen dauernd auf die Wiese. Manchmal sogar ins Nackenhaar eines Gegners. Das ist so unappetitlich. […]

(Christoph Schwennicke, 28. April 2013)

Eigentlich unnötig zu erwähnen, aber es soll hier niemanden etwas vorgeschrieben werden. So wie ich das Recht habe, auf Fußball zu verzichten, darf natürlich jeder andere so viel Fußball spielen, so viel Fußball angucken, wie er möchte.

Es wäre allerdings fairer, diejenigen, die sich nicht dafür interessieren, rennenden Multimillionären hinterher zu glotzen, auch nicht zur Finanzierung heranzuziehen.

Für die Übertragungsrechte der letzten Fußball-WM in Katar, zahlten öffentlich-rechtliche Sender von unseren Gebühren einen üppigen dreistelligen Millionenbetrag an die hochkorrupte Infantino-FIFA.

Über 200 Millionen Euro für eine Männer-WM; an der mehr als 85% der Deutschen kein oder wenig Interesse zeigten.

Die Fußballweltmeisterschaft 2026 ist aber nicht nur wegen der absurden Finanzierung zu Lasten einer nicht interessierten Mehrheit zu kritisieren.

Inzwischen wandelte sich die US-Veranstaltung zu einer antidemokratischen, menschenfeindlichen Propagandabekundung. Gianni Infantino, Boss der FIFA, die von der UEFA getragen wird, die vom DFB getragen wird, der von alle deutschen Fußballvereinen getragen wird, stellt sich demonstrativ unterstützend hinter den Kriegstreiber, Vergewaltiger, Kinderquäler, Rassisten, Lügner, Sadisten, Verbrecher und Kriminellen Donald Trump.

[….] Eine britische Menschenrechtsorganisation wirft dem FIFA-Präsidenten Infantino wegen dessen Verhältnis zu US-Präsident Trump Verstöße gegen den Ethikkodex des Fußball-Weltverbands vor. Die Organisation FairSquare schickte nach der vielfach kritisierten Verleihung des neuen FIFA-Friedenspreises an Trump bei der Auslosung für die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr einen Beschwerdebrief an die Ethikkommission der FIFA. Konkret wirft die Organisation, die sich unter anderem mit Sportpolitik und Rechten von Arbeitern befasst, dem Schweizer Infantino eine Verletzung der politischen Neutralität vor. Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur bestätigte FairSquare die eingereichte Beschwerde und sprach von vier Brüchen der FIFA-Regeln durch Infantino in den vergangenen Monaten.

Unter anderem bezieht sich FairSquare auf einen Instagram-Beitrag von Infantino am 9. Oktober, in dem der 55-Jährige im Zuge des Israel-Konflikts schrieb, dass Trump „für sein entschlossenes Handeln zweifellos den Friedensnobelpreis“ verdiene. Die Organisation beruft sich auf den vierten Artikel der FIFA-Statuten, in denen es heißt, dass der Weltverband politisch neutral bleiben müsse.  […..]

(Deutschlandfunk, 09.12.2025)

Der FIFA-Mann kennt keinerlei Schamgefühl und trat sogar mit roter Trump-Eselskappe in seinem berüchtigten Despoten-Rat auf.

[….] Die FIFA geht eine Partnerschaft mit dem von US-Präsident Donald Trump gelenkten "Friedensrat" ein. [….] Der erste Aufschlag gehörte dem Präsidenten der FIFA. Bei Instagram verkündete Gianni Infantino am frühen Donnerstagabend deutscher Zeit (19.02.2026), dass der von ihm geführte Verband und das vom US-Präsidenten diktatorisch geführte "Board of Peace" eine "wegweisende" Partnerschaft unterzeichnet hätten. [….] Ein paar Stunden später meldete die FIFA dann offiziell die "Strategische Partnerschaft".   [….]

(Sportschau, 21.02.2026)

Trump und die FIFA tun gar nicht erst so, als ob sportliche Fairness irgendeine Rolle spielte. Es soll einen Veranstaltung für Reiche und Weiße werden. Tickets kosten bis zu 14.000 Euro und die FIFA will rund eine Milliarde Euro allein mit Tickets einnehmen. Durch Lizenzen, Werbung, Merchandising und Übertragungsrechte, raffen Infantino und die FIFA ein Vielfaches an sich.

Der Klima-, Demokratie-, Kultur- und Weltwirtschaftskiller Trump sorgt unterdessen dafür, daß die People Of Color draußen bleiben.

[….] Fans from several countries participating in this summer’s World Cup must deposit up to $15,000 in bond payments to be granted a tourist visa to enter the United States, [….] The “Visa Bond Pilot Program” relates to 50 countries, five of which have qualified for the World Cup. The policy has impacted nationals from Algeria, Cape Verde, Senegal and the Ivory Coast since January 21 this year. Last week, World Cup participants Tunisia were among the countries added to the list, which comes into effect from April 2. Cape Verde — an archipelago of only 525,000 people — has qualified for the men’s World Cup for the first time in its history.

A U.S. State Department spokesperson told The Athletic that all applicants, regardless of age, are subject to the same legal standards and must demonstrate they qualify for and intend to comply with the terms of a visa. They added that those who depart the U.S. in a timely fashion before their visa expires will recover their money, while they also said the visa bond requirement is not retroactive and does not apply to holders of existing valid visas. [….] FIFA president Gianni Infantino has repeatedly claimed this summer’s men’s World Cup in the U.S., Canada and Mexico will be the “most inclusive” in the competition’s history. [….]

(The Athletic, 25.03.2026)

Wer Trump und Infantino, also die FIFA und die GOP unterstützt, indem er an der WM teilnimmt, Fanartikel kauft, den Übertragungen Einschaltquoten beschert, Tickets kauft, oder in die USA reist, macht sich mitschuldig.

Freitag, 13. März 2026

Meine politische Sehnsucht.

Als Polit-Nerd, der sich klar einer Seite des politischen Spektrums zuordnet, gönnt man dem politischen Gegner nicht gern Erfolge, weil man dadurch meist automatisch schlechter dasteht.

Idealerweise decken sich die Interessen der eigenen Karriere, der Partei und des Landes: Logischerweise, weil man persönlich für die Partei antritt, um das Land zu verbessern.

Dieser Dreiklang kann in der Praxis allerdings weit auseinander gespreizt werden, da es weitere mächtige Player gibt: Lobbyismus, Abhängigkeiten, Koalitionen, Ideologie, Desinformation, Wahlkampf, private Animositäten, globale Faktoren. Dadurch kann eine Interessen-Triage notwendig werden.

Wir, vom linken Spektrum, haben eine klare Reihenfolge: Land vor Partei, Partei vor Person. Politiker rechts der Mitte, machen es genau umgekehrt: Privates Interesse vor Partei, Partei vor Land.

Deswegen sind Grüne und Sozis eher von Altruismus geprägt und müssen mit dem Vorwurf ihrer Basis leben, sich zu verbiegen. Ihre grundsätzliche Anständigkeit bringt sie immer wieder dazu, gegen ihr privates und gegen ihr Partei-Interesse für das große Ganze zu stimmen. Auch bekannt als „staatspolitische Verantwortung“ unter der SPD-Minister derzeit besonders leiden, weil sie so extrem undankbar ist und an den Wahlurnen abgestraft wird. Aber auch Grüne (Schuldenbremse mit der alten Bundestagsmehrheit, um Merz zu helfen) und Linke (Geschäftsordnungsänderung für zweiten Kanzlerwahlgang, um Merz zu helfen) fügen sich auf diese Weise Wunden zu. Sie sind zwar Merz in herzlicher Abneigung verbunden, wägen aber ab, daß eine Verweigerung dem Land noch mehr schaden würde und der AfD Auftrieb gäbe.

Konservative hingegen leiden nie unter dieser Form des Altruismus und sind stets bereit, im Zweifelsfall dem Land schwer zu schaden, bevor sie selbst einmal in den sauren Apfel beißen (Brosius-Gersdorf, Hetze der BaWü-CDU gegen den Wahlsieger Özdemir). Daher sind es auch stets weit überwiegend (Dr.-Titelbetrug) oder gar ausschließlich (Maskenprofite in die eigene Tasche) Konservative, die mit unsauberen amoralischen Taten auffallen.

Konservative können sich Affären, Bestechlichkeit und permanentes Lügen wesentlich besser leisten, als Progressive leisten, weil ihre Wähler ihnen achselzuckend Skandale durchgehen lassen, für die grüne oder rote Parteibasen ihre Vertreter längst in die Wüste geschickt hätten – siehe Andreas Stoch und die Pastete.

[….] Wer verbreitet am meisten falsche Fakten? Markus Söder in peinlichem Ranking dabei

Eine Rangliste zeigt, wer besonders viele Falschnachrichten im Internet verbreitet. Neben Verschwörungsideologen und Extremisten taucht auch Bayerns CSU-Chef Markus Söder darin auf. [….]

(Münchner Abendzeitung, 15. März 2024)

Für den konservativen Christen Markus Söder bleibt es ohne Konsequenzen, einer der größten Lügner in der Politik zu sein. Einen Linken, Grünen oder Sozi-Parteichef mit derartig amoralischer Bilanz, hätte die Parteibasis längst aus dem Amt gefegt.

[….] Seehofer und Söder liefern sich seit Jahren ein fast Comic-haftes Duell, sie umschleichen sich, und in schöner Regelmäßigkeit kommt es zum Zusammenstoß. So wie 2012 bei einer nicht sehr besinnlichen CSU-Weihnachtsfeier. Seehofer attestierte dem abwesenden Finanzminister "charakterliche Schwächen" und einen Hang zu "Schmutzeleien". Söder, sagte er, sei von "Ehrgeiz zerfressen". Sie mögen sich überhaupt nicht, so viel ist klar.  [….]

(SZ, 23.11.2017)

Als Linker muss man mit dem permanenten Nachteil der eigenen Anständigkeit leben. US-Demokraten, GB-Labourpolitiker, SPDler und Grünen schlagen niemals so hart zurück, wie sie von den wesentlich skrupelloseren GOPern, Tories, CDUCSUlern getroffen werden. Deswegen sind die aberwitzigen, grotesken Schmutzkampagne-Vorwürfe der CDU gegen die BaWü-Grünen auch so frustrierend: Als Basis-Mitglied wünscht man sich leider oft, die eigene grüne/linke/Sozi-Partei wäre fähig zu solchen Schmutzkampagnen, die ihnen die CDUler andichten. Aber Schmutzkampagnen sind eindeutig die Kernkompetenz der Konservativen.

Es ist sehr frustrierend, einer 16%-Bundestagspartei anzugehören, die bei der letzten Landtagswahl in BaWü 5,5% der Stimmen gewann.

In absehbarer Zukunft wird es aber keine Änderung der deutschen Rechtsdrift mit breiten absoluten schwarzbraunen Mehrheiten geben. Daher wäre ich als Linksgrünversiffter schon glücklich, wenn ich mich wenigstens inhaltlich mit der konservativen Politik auseinandersetzen könnte:

 Faktenbasiert die konservative Reiche-Wirtschaftspolitik, die Konservative Kanzler-Politik, die konservative Weimer-Kulturpolitik, die konservative Wadephul-Außenpolitik kritisieren und erklären, wieso eine linkere Politik besser wäre. Aber noch nicht einmal das wird mir vergönnt, weil offenbar die gesamte C-Regierungsmannschaft zu verblödet ist, um wenigstens konservative Politik zu machen. Stattdessen fallen sie laufend mit peinlichsten Wissenslücken, Widersprüchen und äußerst plumper Lobbyhörigkeit auf:

-      WAAAAAS? Trump macht Alleingänge und hält sich nicht an Absprachen?

DAS ist neu! Damit konnte der Fritzekanzler wirklich nicht rechnen.  Klar, daß er völlig überrascht ist!

[….] Kanzler überrascht von Trumps Ölsanktionswende

Friedrich Merz hat seine Kritik am Entschluss der USA bekräftigt, die Ölsanktionen gegen Russland zu lockern. Merz berichtete, dass es am Mittwoch eine Videokonferenz der G7-Staaten gegeben habe. »Und sechs von sieben Staaten waren der Meinung, dass wir die Sanktionen nicht lockern sollten«, sagte er.

Offenbar hatten die Staats- und Regierungschefs von Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada und Japan versucht, Donald Trump davon abzuhalten, die Sanktionen zu lockern. Offensichtlich ohne Erfolg. Der Kanzler kündigte an, am Wochenende mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron über die Ölsanktionswende der USA sprechen zu wollen.

Merz zeigte sich irritiert über den Alleingang der USA. »Wir waren heute Morgen ein wenig überrascht«, sagte er über die US-Entscheidung, Ölsanktionen gegen Russland befristet auszusetzen. »Russland profitiert davon«, sagte Merz. »Wir sollten mehr Druck auf Russland ausüben.« [….]

(SPON, 13.03.2026)

-      Reiche ist verblüfft von Öl- und Gaspreisanstiegen, die Deutschland dank ihrer Fehlpolitik voll treffen. Daher merzt sie nun den Sachverstand im eigenen Ministerium aus.

[…..] Nach einem SPIEGEL-Bericht über die Durchsuchung von E-Mail-Konten im Bundeswirtschaftsministerium  wächst die Kritik an Amtsinhaberin Katherina Reiche (CDU). »Die Durchsuchungen von Mailpostfächern im BMWE sind Ausdruck eines desaströsen Klimas im Reiche-Ministerium«, sagte Linkenfraktionsvize Janine Wissler dem SPIEGEL. »Das zur Schau gestellte Misstrauen gegenüber den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern reiht sich in eine ganze Serie entsprechender Berichte  ein – und zeichnet ein schlimmes Bild des Arbeitsklimas unter Reiche«, so Wissler weiter.

Sachverstand werde im Reiche-Ministerium offenbar eher als Bedrohung gesehen, wenn es um die Durchsetzung von Lobbyinteressen gehe, kritisierte die Linkenpolitikerin. »Statt die eigenen Leute zu bespitzeln, wären gute Gesetzentwürfe nötig«, sagte sie. Die Ministerin müsse sich etwa zum Ausbau erneuerbarer Energien bekennen sowie eine tragfähige industriepolitische Strategie im Kampf gegen die Krise vorlegen. »Bislang allerdings werden lediglich die fossilen Ideen des Neoliberalismus wieder aufgewärmt – zum Nachteil der Mehrheit der Bevölkerung und, wie es scheint, auch gegen das eigene Personal«, so Wissler. […..]

(SPON, 13.03.2026)

-      Kulturstaatssekretär Weimer hat es sich in Rekordzeit mit der gesamten Kulturszene so verdorben, daß er sich bei kulturellen Ereignissen gar nicht mehr blicken lässt.

[…] Chronik eines Desasters

Ein Kulturstaatsminister, der zur Buchmesse die Buchbranche geschlossen gegen sich aufbringt, hat ein Problem. Und ist selbst eines. Wie es dazu kam. […] Ein Kulturstaatsminister, der auf einer Buchmesse nur pflichtschuldig empfangen wird – das ist in der Vergangenheit schon mal vorgekommen. Doch ein Kulturstaatsminister, der auf dieser Kulturveranstaltung mit solch massiven Protesten rechnen muss, dass er lieber gleich Veranstaltungen absagt und sogar streichen lässt, so wie das Wolfram Weimer bei der Vergabe des Buchhandlungspreises praktiziert – das gab es bislang noch nie.

Es ist ein kulturpolitisches Desaster. Weimer hat es sich voll und ganz selbst zuzuschreiben.  […]

(Dirk Knipphals, 13.03.2026)

-      Ministerin Warken weiß auch 70 Jahre nach der „Suez-Krise“ immer noch nicht, wo dieser politisch bedeutendste Kanal der Erde liegt und glaubt, China wäre durch die Straße von Hormus zu erreichen. In Warkens Kopf liegt China also irgendwo auf irakischem Festland.

[….] Bei Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) klang das so, als sie vom Krieg in Iran sprach: „Wir behalten die Situation im Persischen Golf genau im Blick.“ Es wäre wohl gut gewesen, wenn Warken auch eine Karte in den Blick genommen hätte.  Die Gesundheitsministerin redete in einem Interview darüber, ob trotz des Krieges noch genügend Medikamente nach Europa geliefert werden. „Durch die Straße von Hormus fahren normalerweise auch Schiffe mit Ladungen aus Indien und China, die für die Arzneimittelversorgung und -produktion unverzichtbar sind“, sagte Warken dem Nachrichtenportal Politico. „Durch eine längere Blockade würden sich die Wege um Afrika herum deutlich verlängern, was durchaus zu Verzögerungen und gewissen Preisanhebungen führen kann.“

Das sind kuriose Äußerungen der Ministerin, die in der Gesundheitsbranche mit Verwunderung gelesen wurden. Denn die Handelsroute von Indien und China nach Europa führt gar nicht durch die Straße von Hormus. Die ist gewissermaßen ein Sackbahnhof der Seeschifffahrt. Wer dort hineinfährt, muss auch wieder herausfahren [….]

(Bastian Brinkmann, 11.03.2026)

-      Wadephul verwechselt Kenia und Äthiopien.

[….] Auweia, Herr Wadephul!

Im Rahmen Ihrer Afrikareise posteten Sie online Fakten über Äthiopien und wählten als Hintergrund die zwar sehr schöne, aber halt in Kenia liegende Skyline Nairobis.

Zuerst dachten wir uns nichts bei diesem Lapsus, bis uns einfiel, was noch mal genau Ihr Job ist. Passen Sie also bloß auf, dass Ihnen solche Fehler in Zukunft nicht in heikleren Situationen unterlaufen: Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn der deutsche Außenminister Nordmazedonien und Griechenland verwechselt! Oder die Himmelsrichtungen durcheinanderbringt und Kim Jong-un zur Wiederwahl als südkoreanischer Ministerpräsident gratuliert. Oder welche politischen Verwerfungen Sie auslösen könnten, indem Sie in einem unbedachten

Moment aus Versehen Franken und Bayern durcheinanderbringen!

Glaubt, dass das Ihr politisches Aus bedeuten würde: [….]

(Titanic 3/2026)

-Wadephul kennt nicht die Reisewarnungen seines eigenen Ministeriums.

[….] Minister Ahnungslos. Zehntausende Deutsche sind wegen des Irankriegs gestrandet, sie hoffen auf Hilfe der Bundesregierung. Doch Außenminister Johann Wadephul kennt nicht einmal die Empfehlungen der eigenen Beamten.

Johann Wadephul ist das Gesicht der Bundesregierung in den Medien, wenn es um Aufklärung über den USA-Israel-Iran-Krieg geht. Und er weiß eigentlich, was von einem Außenminister in Zeiten wie diesen erwartet wird: Orientierung in der Krise, Verlässlichkeit im Wort, Schutz der eigenen Bürger im Ausland.

Seit Beginn der Angriffe der USA und Israels auf Iran aber erlebt das Land einen Minister, der die falschen Signale sendet: Ungeduld statt Souveränität, Rechthaberei statt Ausgleich.

Als klar wurde, dass mehr als 30.000 Deutsche in der Region rund um Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate festsitzen – in Hotels, an Flughäfen, teils auch auf Kreuzfahrtschiffen –, füllten sich die sozialen Medien mit Videos von Menschen, die plötzlich mit einer neuen Wirklichkeit konfrontiert waren: explodierende Drohnen am Urlaubshimmel, gestrichene Verbindungen.

Wadephul hätte die Botschaft aussenden müssen: Wir kümmern uns um euch. Stattdessen wirkte er genervt.

Sein Signal war ein anderes: Wer trotz »formeller Reisewarnung« des Auswärtigen Amts in ein Land reist, muss die Konsequenzen selbst tragen. Der deutsche Staat kann da nicht helfen, die Tourismusunternehmen sind gefragt. Urlauber können dann etwa bereits gebuchte Reisen stornieren.

[….] Das Problem an Wadephuls Botschaft, von der er auch auf hartnäckige Fragen der »heute-journal«-Moderatorin Marietta Slomka nicht abwich: Es gab die formelle Reisewarnung gar nicht. Jedenfalls nicht zu dem Zeitpunkt, als die Urlauber sich auf den Weg machten. Es gibt sie erst seit dem Tag des Angriffs der Amerikaner und Israelis auf Iran, also seit dem 28. Februar 2026 auch für die Vereinigten Arabischen Emirate, zu denen Dubai gehört.

Die Deutschen in Dubai haben also das Recht, sich an ihre Regierung zu wenden und um Hilfe zu bitten, niemand hat unverantwortlich gehandelt. Nicht die Anbieter von Pauschalreisen, nicht die Individualtouristen.

Nur das Auswärtige Amt. Wadephul musste sich auf X entschuldigen: »Ich bedaure den Irrtum im ›heute-journal‹ gestern.« [….]

(Swantje Karich, 03.03.2026)

Dabei wissen wir es doch längst: Das Merz-Kabinett bildet die mit Abstand schlechteste Bundesregierung aller Zeiten. Es gibt wirklich keinen Grund, das täglich von allen C-Ministern auf’s Neue untermauern zu müssen!

Wie soll man sich inhaltlich mit den Konservativen auseinandersetzen, wenn diese intellektuell derartig überfordert sind, daß sie gar nicht erst dazu kommen, konservative Politik zu machen?

Montag, 16. Februar 2026

Die Kunst am richtigen Ort von den richtigen Eltern geboren zu werden.

Es gibt mehr als genug Kinder auf der Welt. Ganz offenkundig mehr, als wir zu schützen und zu ernähren bereits sind. Auch wenn es der globalen Gesellschaft ein  Leichtes wäre. Aber durch die Wahlentscheidungen in Europa und den USA verschieben wir lieber Billionen Dollar zu ein paar Tausend Milliardären. Aber durch die Wahlentscheidungen in Europa und den USA, knallen wir hungernden Kindern lieber die Tür vor der Nase zu, streichen Entwicklungshilfe, USAID und beharren auf Wirtschaftsmodelle, die Afrika gnadenlos ausbeuten. Aber durch die Wahlentscheidungen in Europa und den USA, beliefern wir die milliardenschweren Kriegsherren am Golf mit Waffen, um die jemenitische und palästinensische Bevölkerung in die Steinzeit zu bomben, Myriaden Kinder zu töten, verhungern zu lassen.

[…] A child under five could die every forty seconds by 2030 due to U.S. aid cuts, Oxfam analysis finds

One year since Trump administration’s slashing of U.S. lifesaving aid, deadly impacts continue to grow

The series of cruel and illegal cuts to U.S. lifesaving humanitarian and development aid the Trump administration initiated on day one has already cost lives and undermined the entire global aid system. Oxfam analysis of aid cut impact predictions finds that that these actions have led to the risk that a child under 5 could die every 40 seconds by 2030. Already, conservative estimates projected that 200,000 children under five would die in 2025 due to these cuts, leading to the first rise in under-five child mortality this century.

President Trump’s freeze on lifesaving aid and subsequent closure of USAID left millions of people living through crisis without lifesaving food, water, healthcare and other basic support. Chaotic and cruel bureaucratic processes and additional rollbacks came in the months to follow, and billions of dollars already approved by Congress were slashed from the U.S. humanitarian assistance budget, leaving vital programs in limbo or forced to close.  […]

(OXFAM, 15.01.2026)

200.000 Kinder getötet durch einen Federstrichs Trumps. So gefällt es den selbst ernannten PRO-LIVE-Lebensschützer-Christen, die sich für Trump begeistern.

(….) Ja, Trump isoliert die USA in der Welt, schafft die Demokratie ab, installiert eine auf ihn zugeschnittene dystopische Autokratie ohne Gewaltenteilung. Ja, er umgibt sich mit Sexualstraftätern, Rassisten und sonstigen Verbrechern, die alles daran setzen ihre eigenen Taschen zu füllen. Ja, er arbeitet daran, der Menschheit ihre Lebensgrundlagen zu entziehen. Ja, er hetzt Todesschwadronen auf die eigene Bevölkerung. Aber er kann sich immer noch auf die Christen verlassen, die Trumps Hass nicht nur teilen, sondern zelebrieren und hartnäckig einfordern.

[…] Weiße bibeltreue Christen bleiben bei Trump

US-Präsident Donald Trump findet seine größte Unterstützung weiterhin bei weißen evangelikalen Christen und Christinnen. Doch der Rückhalt schwindet wie bei fast allen religiösen Gruppen.

Das geht aus einer am Mittwoch verbreiteten Umfrage des Pew Research Center in Washington hervor. Laut der Umfrage sehen 69 Prozent der weißen Evangelikalen Trumps Amtsführung insgesamt positiv. In der Gesamtbevölkerung teilen 37 Prozent diese Sicht. Evangelikale zeichnen sich durch ein wörtliches Bibelverständnis, konservative Ansichten und eine missionarische Haltung aus.

Die zweithöchsten Zustimmungswerte erzielt der Präsident unter weißen Katholiken und Katholikinnen (52 Prozent), gefolgt von weißen Protestanten und Protestantinnen (46 Prozent).   [….]

(ORF, 12.02.2026) (….)

(Strafe muss sein, 12.02.2026)

Nur eine planetare Gefahr ist noch dramatischer als der Klimawandel: Die Überbevölkerung. Wir sind einfach zu viele Menschen auf dieser kleinen Kugel des Irrsinns. Über acht Milliarden Individuen mit Energiehunger, auf der Jagd nach Ressourcen, überfordern Fauna und Flora.

Ich bin Antinatalist und sehe in der menschlichen Vermehrung das größte Unglück des Planeten.

(….) Siebeneinhalb Milliarden Individuen sind einfach zu viel, wenn man so einen gewaltigen Ressourcen-Verschleiß aufzuweisen hat.

Wir roden die letzten Wälder, treiben den Meeresspiegel hoch, lassen die Gletscher schmelzen, verseuchen die Böden, trocknen Seen aus, verdrängen so effektiv andere Tierarten, daß täglich mehrere aussterben.

Wir erodieren, planieren und asphaltieren Gebirge, buddeln Kohle aus, pumpen Gas und Öl aus der Tiefe, generieren Ozonloch und CO2-Hüllen.

Homo Sapiens lebt auf Kosten der anderen Spezies.

Homo Sapiens vermehrt sich inzwischen nahezu ungehindert.

Pro Jahr werden es 83.686.000 Menschen mehr, das sind 229.277 Menschen pro Tag; 159 Menschen pro Minute und 2,7 Menschen pro Sekunde.

Ein paar von denen kann man aushalten, aber ein Zehntel würde locker ausreichen. 750 - 800 Millionen betrug die Gesamtweltbevölkerung Ende des 18. Jahrhunderts. Die Eine Milliarde-Menschen-Marke wurde 1804 geknackt. Reicht das nicht?

Schon damals konnten wir Ebenbilder Gottes bekanntlich Kriege, Genozide und Ausbeutung ganzer Kontinente vollbringen, weil es genug Soldatennachschub gab, weil die Frauen im Durchschnitt so viele Söhne hatten, daß sie es hinnahmen, daß ab und zu einer davon „auf dem Feld der Ehre“ zerhackt oder zerfetzt wurde.

Der enorme Bevölkerungsdruck, die Verzehnfachung der Menschen in 200 Jahren führte aber zu noch viel mehr Konflikten, Kampf um Ressourcen, Massenmigrationen, Fluchtwellen.  In den Teilen der Welt, die ein sehr geringes Bevölkerungswachstum ausweisen, oder gar wie Deutschland, Japan, Südkorea und die baltischen Länder (Fertilitätsrate bis 1,3) schrumpfen, ist die Kriegsmüdigkeit hingegen recht ausgeprägt.   Verständlich, denn wenn man/frau bloß ein Kind hat, geht es ihm einerseits ökonomisch besser, so daß es weniger wahrscheinlich auf die Idee kommt Soldat zu werden und andererseits sind die Eltern auch protektiver, lassen ihre Kindern weniger gern in den Krieg ziehen.

Länder mit den höchsten Fertilitätsraten – Gaza 4,9 Jemen 5,0 Ruanda 5,3 Kongo 5,8 Uganda 6,1 Somalia 6,3 Ost-Timor 6,3 Afghanistan 6,4 – sind offenbar auch besonders unfriedlich, weil die enorme Kinderzahl die Ressourcen erschöpft, Konkurrenz entsteht und Eltern auch eher mal den Tod eines ihrer Blagen verkraften.  Wir brauchen also weniger Menschen und daher weniger Nachwuchs.

Es ist wohl auch kein Zufall, daß die Länder mit der höchsten Bevölkerungsdichte auch die mit den geringsten Geburtenraten sind. (…..)

(Menschenmassen, 14.10.16)

Man sollte gar nicht erst geboren werden.

Antinatalisten verweigern sich nicht der Vermehrung, weil sie keine Kinder mögen, sondern ganz im Gegenteil, weil sie damit den bereits geborenen Kindern dienen wollen.

Mit abrahamitischen religiösen Vorstellungen, die auf möglichst zahlreiche Vermehrung und Ausbeutung der Ressourcen („Macht euch die Erde untertan!“) ausgerichtet sind und damit im doppelten Sinne eine destruktive Ideologie verfolgen, kann man so eine kinderfreundliche Politik, die sich erst einmal um die Versorgung und das Wohl aller geborenen Menschen kümmert, statt ständig Neue zu produzieren, nicht umsetzen.

Rassistische Pronatalisten wie Xu Bo, Elon Musk und Pavel Durow, die angeblich jeweils schon weit über 100 genetische Kinder haben, wollen ihre eigenen Gene, die sie den Genen anderer Ethnien für weit überlegen halten, verbreiten. Pronatalismus ist die Pest dieses Jahrhunderts.

[…] Sie arbeiten daran, die biologischen Grenzen des Menschen mithilfe der Technik zu überwinden, wie beispielsweise das Altern und den Tod. Sie investieren viel Geld in die Langlebigkeitsforschung und in künstliche Befruchtungstechnologien. Ihre eigene DNA halten sie natürlich für die überlegenste. So soll Elon Musk gemäß Schätzungen des Atlantic bereits über 100 Kinder haben, genauso wie der russische Tech-Milliardär und Gründer von Telegram, Pavel Durov. Auch der chinesische Tech-Milliardär Zhu Bo hat über 100 Kinder, will diese mit Musks Kindern paaren und eine Dynastie gründen. Epstein soll auf seiner Zorro Farm in New Mexico ein Massenfortpflanzungsprogramm seiner eigenen Nachkommen zumindest geplant haben.  [….]

(Merkur, 11.02.2026)

Wenn schwarze, muslimische, afghanische, nordkoreanische Kinder verhungern, ist ihnen das bestenfalls herzlich egal.

Keinen Cent ihrer astronomischen Vermögen geben sie dafür aus, „das Leben“ zu retten, wenn es in der falschen Hautfarbe steckt. Der Souverän wählt so, daß die Überreichen nicht nur überreich bleiben, sondern stündlich reicher werden. Parteien mit Vermögenssteuern und Erbschaftssteuerreformen im Angebot, verschmäht der Urnenpöbel.

(…) Das Sterben dort ist zu weit weg und betrifft „nur“ schwarze und arme Menschen. Dafür empfindet der westlich-industrielle Christ keine Empathie.

Im ostafrikanischen Hunger-Land Sudan bekriegen sich seit zwei Jahren die Rapid Support Forces (RSF) und die Armee des Militärherrscher al-Burhan. Es gibt mutmaßlich an die HUNDERTTAUSEND Tote bisher, mehr als 21 Millionen Menschen sind laut UN-Angaben von akutem Hunger betroffen. Kinder sterben wie die Fliegen.

Dem Fritzekanzler und Joe Wadephul ist es Wurscht. Die frommen CDU-Männer interessieren keine schwarzen Kinder.  Noch nicht einmal beim G20-Gipfel in Südafrika spielte das Thema Sudan eine Rolle.

Seit 2015 greifen unsere geschätzten Energielieferanten und Handelspartner Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und weitere Golf-Monarchien den Jemen an. Das Martyrium der verhungernden Bevölkerung lässt sich kaum in Worte fassen. Alle 13 Minuten stirbt ein jemenitisches Kind. Mutmaßlich gab es bisher rund 500.000 Tote im Jemen. Das Elend ist apokalyptisch.

[….] Seit Beginn des Krieges hat sich die humanitäre Lage im Jemen weiter dramatisch verschlechtert. Laut Angaben der Vereinten Nationen gibt es derzeit 4,5 Millionen Binnenflüchtlinge. Über 18 Millionen von insgesamt ca. 30,5 Millionen Menschen benötigen humanitäre Unterstützung. Circa 17,6 Millionen Menschen haben keinen sicheren Zugang zu Nahrung. Fast die Hälfte aller Kinder unter fünf Jahren leiden an moderater bis schwerer akuter Unterernährung. [….]

(Welthungerhilfe)

Auch die Lage im Jemen interessiert den Sauerländer Popelfresser nicht im Geringsten. 

Das Ausmaß der Kriegsverheerungen, die Zahl der Toten, das Leiden des Bevölkerung lässt sich üblicherweise nur grob schätzen. Es gibt kaum verlässliche Quellen, weil der Horror und Zahlen gepresst, immer auch ein Teil der Kriegspropaganda ist.  (…)

(Zahlen und Moral, mangelnde, 02.12.2025

In Japan, Südkorea und Westeuropa werden die Grenzen für Migranten hermetisch geschlossen, während die eigene Bevölkerung massiv überaltert und dringend auf Zuwanderung angewiesen ist. Eine offensichtliche Absurdität, der nationalistische pseudo-eugenische Politiker mit der dringenden Aufforderung zum Geschlechtsverkehr an die eigene Bevölkerung begegnen. 

[….] In Frankreich hat die Regierung angekündigt, jedem Menschen, der 29 Jahre alt wird, einen Brief zu schicken, in dem einem nahegelegt wird, langsam mal ans Kinderkriegen zu denken. Es geht der Regierung in Paris darum, die Geburtenrate zu erhöhen, und das Mittel, das dafür gewählt wird, besteht darin, erst einmal den sozialen Druck zu erhöhen. Die Entscheidung sei jedem selbst überlassen, bien sûr. Aber: Die biologische Uhr tickt! Meilleures salutations.

Das ist ein Brief, von dem man sich ausrechnen kann, dass kein einziger Mensch sich darüber freuen wird. Vielleicht ist man mit 29 Jahren unglücklich darüber, dass man noch keine Kinder hat, weil Probleme der Partnerschaft, Lebenssituation oder auch Medizin im Weg stehen; dann ist man danach noch genervter. Oder man ist ganz froh, dass man keine Kinder hat; dann ist man auch genervt über so eine ungefragte Einmischung ins Private, als sei das eine Sache, die die Gemeinschaft überhaupt etwas angehen würde.

In den 1970er- und 1980er-Jahren wurde ein solches, übergriffiges Politikverständnis endlich zurückgedrängt

Es ist aber auch auf einer grundlegenden Ebene – und das betrifft nicht nur Frankreich – ein Ausdruck davon, wie sich westliche Demokratien gerade wieder stärker anmaßen, sich in solche persönlichen Entscheidungen einzumischen, zumindest durch sogenanntes Nudging, also zwangloses Anstupsen. Wieder – denn in den 1950er-Jahren ging die Familienpolitik genau damit los. Als Konrad Adenauer erstmals einen Minister für das Thema berief, den CDU-Politiker Franz-Josef Wuermeling im Jahr 1953, da erklärte der seine Daseinsberechtigung mit der „Sicherung gegen die kinderreichen Völker des Ostens“.

Die Konsequenz hieraus hatte der Kanzler schon zuvor klar benannt. In einer Regierungserklärung 1952 forderte Adenauer eine „konstante Zunahme der Geburten“ sowie eine „Stärkung des Willens zum Kind“. Es hat erst starker gesellschaftlicher Auseinandersetzungen bedurft, bis in den 1970er- und 1980er-Jahren ein solches übergriffiges Politikverständnis endlich zurückgedrängt und ihm ein liberalerer, im besten Sinne bürgerlicher Gedanke effektiv entgegengestellt werden konnte: Der Staat hat die Menschen so zu nehmen, wie sie sind. Auch mit ihren Lebensentscheidungen.[….]

(Ronen Steinke, 16.02.2026

„Kinder statt Inder“ nannte es einst die rassistische Rüttgers-CDU in NRW, „ficken für’s Vaterland“ fordert der völkische Faschist und achtfache Vater Maximilian Krah von seinen Ossis. Der Erfolg lässt allerdings zu wünschen übrig, weil die AfD-Fans in Ossistan einerseits die Frauen in den Westen vertrieben haben und andererseits Leihmutterschaft und Homosexualität ablehnen. Dumm gelaufen.

Dienstag, 30. Dezember 2025

Glückliche Trumpanzees

Irgendwie ist es ganz süß, wie nach zehn Jahren Verzweiflung, zum Jahreswechsel wieder einmal Kolumnisten Artikel schreiben, in denen sie Trumps Ende heraufziehen sehen. Zum myriadsten Male.

Ein offensichtlich lächerliches Vorhaben, da dieser Mann aus politischem Teflon besteht. Ein Prozent der Trump-Skandale hätten jeden anderen US-Präsidenten aus dem Amt gefegt. Für ihn aber sind die Maßstäbe nicht nur verrutscht, sondern ganz abgeschafft. Moralische, politische, juristische Grenzen gibt es nicht mehr.

Wieso sollte man also dennoch darauf hoffen, ihm könnte irgendein neuer Skandal das Genick brechen?

-      Weil er es fertig bringt, kontinuierlich zu eskalieren.

Trump ist nicht gleichbleibend katastrophal, sondern wird täglich schlimmer.

Daher packt es einen, wider besseres Wissen, immer wieder: Jetzt muss es doch mal zu viel sein. Selbst seine sklavisch hörigen Jünger können das doch nicht mehr gut finden.

So hoffe ich beispielsweise auf die zum Jahreswechsel einkickenden drastischen Erhöhungen der Krankenkassenbeiträge. Man kann es schlecht bei FOX und Breitbart kaschieren, wenn sich die Prognosen der verhassten Demokraten, so realistisch im eigenen Portemonnaie manifestieren.

Immer mehr Betroffene melden sich zu Wort, wie zum Beispiel eine 61-Jährige Amerikanerin, deren Krankenkassenbeitrag von derzeit 314,40 Dollar im Januar auf 1.296,00 Dollar steigt. Ein kleiner Unterschied, den viele Durchschnittsverdiener nur mit der Kündigung ihrer Versicherung bewältigen können.

Vielen Dank, Trump. Vielen Dank, Republikaner im Kapitol. Muss nicht irgendwann doch die Stimmung gewaltig kippen?

[…] Nach knapp zwölf Monaten im Amt allerdings sieht Trump bemerkenswert geschrumpft aus. Die Koalition, die ihm zum Wahlsieg verholfen hat, bröckelt. Je mehr präsidentielle Macht er an sich reißt, desto schneller scheint er zugleich die Kontrolle zu verlieren: über sein Außenbild, die Politik, sich selbst.

Schneller als viele Amtsinhaber vor ihm wirkt er plötzlich wie ein »lame duck«-Präsident, also einer in Restlaufzeit. Das dürfte auch daran liegen, dass er so zwanghaft an seinem Vermächtnis arbeitet – und dabei immer offensichtlicher wird: Es ging ihm nie um America First, sondern immer um Trump First. […] Politisch will Trump nicht viel gelingen, von der Zerstörung bestehender Normen und Institutionen abgesehen. Seine Umfragewerte sind im Dezember so schlecht wie die Zahlen zum Arbeitsmarkt. Was die Wirtschaft betrifft, wächst diese zwar, doch eine Mehrheit der Wähler traut dem erratisch agierenden Präsidenten ökonomisch nicht mehr viel zu. Sein Wahlkampfversprechen, die Preise zu senken, hat Trump nicht gehalten. Stattdessen hat er sich und seine Familie auf schamlose Weise bereichert. Die Republikaner blicken mit Sorge auf die Midtermwahlen im nächsten Jahr, schon im November mussten sie in Virginia, New Jersey und New York herbe Niederlagen einstecken. Zudem schwebt der Epstein-Skandal wie ein Damoklesschwert über dem Weißen Haus. […] Als wäre das nicht genug, scheint Trump weder seinen innersten Zirkel noch sich selbst richtig im Griff zu haben. Rund ein Dutzend Mal wurde der Präsident seit Amtsantritt öffentlich beim Einschlafen erwischt, unter anderem während einer Militärparade und bei der Beerdigung des Papstes. […] Trotzdem wäre es viel zu verfrüht, Trump jetzt als Scheinriesen abzutun. Wenn jemand bewiesen hat, dass er zu großen Comebacks fähig ist, dann er. Und drei Jahre sind eine Menge Zeit, um die Architektur der Welt einzureißen – vor allem, wenn man nicht viel zu verlieren hat.  [….]

(Nicola Abé, 30.12.2025)

Müssten nicht irgendwann selbst die 77 Millionen Trump-Wähler begreifen, wie sie für dumm verkauft und geschröpft werden?

Wer kann so doof sein?

Es stellt sich immer wieder die Frage, wie man journalistisch damit umgehen soll.

Man dürfte dem Irrsinn nicht mit Belohnung durch Aufmerksamkeit begegnen.

Man kann aber auch nicht, nicht darüber berichten, weil er der mächtigste Mensch der Welt ist.

Man darf aber schon gar keine Gewöhnung an den Irrsinn zulassen.

[…] Nachdem Donald J. Trump, der unerklärlicherweise ein zweites Mal zum US-Präsidenten gewählt wurde und immer noch als solcher geduldet ist, am 17. Dezember eine 20-minütige „Rede an die Nation“ gehalten hatte, konnte man am Tag danach bei factcheck.org wie üblich nachlesen, welche seiner Behauptungen korrekt (wenige) und welche erfunden waren (die allermeisten). Die Seite wird vom Annenberg Public Policy Center betreut, man nimmt dort seine Sache genau. Aber nicht nur auf factcheck.org schreibt man jedes Mal (unter vielem anderen) gewissenhaft auf, dass es mathematisch unmöglich ist, Preise um 400, 500, 600 Prozent zu senken, da schon 100 Prozent bedeuten würde, dass die betreffende Ware kostenlos sein müsste. […] Aber alle Scherze über Trump, selbst die äußerst geistreichen, werden zunehmend schal. Und kein noch so gut gemeintes, penibles Faktchecking scheint etwas zu nützen. Schon in seiner ersten Amtszeit, von Tag eins an, wurde der US-Präsident dergestalt begleitet. Am Ende stand am Tag vor der nächsten Wahl, 2020, die faktenbasierte (Lügen-)Zahl 30573. Am Ende stand das Gefühl, dass zwar Teile der Presse die, die man seriös nennt und es weiterhin einigermaßen sind sich bemüht haben, aber dass sie es auch hätten lassen können. Oder hätte dann Trump bereits damals die Wahl erneut gewonnen? […] Und sie sind ein anderes Spiel gewöhnt, die Presseleute. Es geht ungefähr so: Politiker oder Politikerin wird bei einer Lüge ertappt, Politiker oder Politikerin versucht sich herauszuwinden, beruft sich auf einen Fehler, entschuldigt sich im besten Fall und verspricht, die falsche Behauptung nicht mehr aufzustellen.

Bei Donald Trump aber läuft es nicht so. Er verwischt alle Grenzen zwischen Fakt und Erfindung und man weiß nicht einmal, welche seiner Lügen er glaubt – ob die Chose mit den 600 Prozent also seiner zweifellos beginnenden Demenz geschuldet und darum von seinem defekten Gehirn aus gesehen gar keine Lüge ist. Unsere Theorie: Er denkt nicht darüber nach, sein Mund redet quasi von selbst. Es ist ihm völlig egal, was rauskommt. Denn er wurde ja nie zur Rechenschaft gezogen. Im Gegenteil. […] Donald Trump hat sich unverwundbar gemacht – indem er keinen Anstand besitzt, nicht einen Funken, und sich nicht schämt, für gar nichts. Ja, er versucht, die Late Night Talker zu canceln, zuletzt wollte er, dass Stephen Colbert „eingeschläfert“ wird. Doch das ist kein Beleg dafür, dass er angesichts ihrer Witze gegen ihn so etwas wie Scham empfindet. Es ist pure Bösartigkeit, mit der er Unerhörtheit auf Unerhörtheit und Unverschämtheit auf Unverschämtheit häuft. Es schert ihn nicht.

Die meisten Amerikaner und Amerikanerinnen scheinen aufgegeben zu haben, ob sie nun Presseleute sind oder nur Wählende. Es wird schlimmer und die Reaktion ist überwiegend ein Achselzucken. […] Trump hat ein Paralleluniversum errichtet. Wir sind ihm hineingefolgt und haben die Gefahr nicht erkannt. Denn unterm Arm tragen wir immer noch bloß die Regeln, die in einer Welt ohne Trump galten.   […]

(Sylvia Staude, 29.12.2025)

Wieso wenden sich seine Fans nicht endlich von ihm ab?

Man kann das nur verstehen, wenn man sich endlich von der Illusion verabschiedet, daß der Mensch generell gut sei. Das ist er nicht. Der christliche Mensch schon gar nicht.

Trumps christliche Jünger sind nicht nur Rassisten, sondern auch Sadisten.

Sie lieben die Grausamkeit ihres orangen Messias.

[…] Über die Festtage hat das US-Militär Ziele in Nigeria beschossen. Loyale Anhänger von Präsident Donald Trump feiern die Attacken […]

Trump selbst wurde noch deutlicher: »Heute Nacht haben die Vereinigten Staaten auf meine Anweisung als Oberbefehlshaber hin einen mächtigen und tödlichen Schlag gegen den IS-Terroristenabschaum im Nordwesten Nigerias ausgeführt«, schrieb er in seinem Onlinesprachrohr Truth Social. […] In der Heimat kommt dies bei vielen Hardlinern unter den Trump-Anhängern offenbar gut an, wie unter anderem der »Guardian« berichtet . Die hartrechte, islamfeindliche Aktivistin Laura Loomer, der eine große Nähe zum US-Präsidenten nachgesagt wird, schrieb bei X: »Ich kann mir kein besseres Weihnachtsfest vorstellen, als den Tod von Christen durch die gerechtfertigte, massenhafte Tötung von islamistischen Terroristen zu rächen.« Ihr sei von höchster Stelle versichert worden, so Loomer, dass es sich bei dem Angriff um eine Vergeltungsaktion für die Tötung von Christen in Nigeria gehandelt habe.  Ähnlich äußerte sich der ebenfalls weit rechts einsortierte Senator Tom Cotton (Arkansas). Er sprach von »blutrünstigen Wilden, die nicht nur Christen verfolgen, sondern auch viele Amerikaner getötet haben«.[…]

(SPON, 28.12.2025)

Andere Menschen zu quälen, zu verfolgen, zu töten, ist einfach geil für die Trumpanzees. Das feiern sie und ihr Held liefert.

Samstag, 6. Dezember 2025

Schöne Menschen, wo Du auch immer hinsiehst

Die Geschmäcker der Publikümmer sind verschieden. Jeder hat andere Schönheitsideale. Daher sollte das optische Erscheinungsbild eines Politikers keine Rolle bei seiner Karriere spielen. In der Tat gibt es daher ausgesprochen häßliche Menschen in politischen Spitzenpositionen; insbesondere in CDU und CSU. Und das ist auch gut so. Dennoch zeigen Studien immer wieder, daß attraktive Menschen leichter Karriere machen, weil man ihnen fälschlicherweise eher Kompetenz zutraut, sie sympathischer findet.

[…] Je größer eine Person ist, desto mehr Geld bekommt sie. Im Schnitt ist der Verdienst um zehn Prozent höher pro zehn Zentimeter mehr Körpergröße, sagt Verhaltensökonom Matthias Sutter. Er ist der Direktor des Max-Planck-Instituts zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern und forscht dort zur experimentellen Wirtschaftsforschung und Verhaltensökonomik.

"Wenn Sie größer sind, verdienen sie im Schnitt mehr Geld."

Matthias Sutter, Verhaltensökonom, Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern

Tatsächlich sei der Zusammenhang zwischen der Körpergröße und dem Gehalt in den Wirtschaftswissenschaften schon länger ganz gut untersucht. Besonders bei Männern zeigten die Daten diesen Effekt von der Körpergröße auf den Verdienst. Der Ursprung dafür liegt in der Jugend der späteren Arbeitnehmer, so der Verhaltensökonom.

Demnach haben Jugendliche, die größer sind, auch größere soziale Netzwerke. Sie sind etwa häufiger Mitglied in einem Verein, engagieren sich öfter bei der Freiwilligen Feuerwehr oder als Schulsprecher. Dabei erlernen sie wichtige Soft Skills wie zum Beispiel das Übernehmen von Verantwortung, Kompromissbereitschaft, Zuverlässigkeit – und damit Eigenschaften, die später im Berufsalltag wichtig sind.  [….]

(Deutschlandfunk, 14.10.2024)

Ein schönes Gesicht, das Geschlecht, die ethnische Zugehörig sollten keine Rolle spielen. Sie tun es aber, weil diese Äußerlichkeiten von jedem wahrgenommen werden und unterbewußt Wirkung entfalten.

[….] Seit 1896 war kein US-Präsident kleiner als der Durchschnitt – dieser liegt Regierungsangaben nach für Männer aktuell bei 1,75 Metern. Auch bei den Kongresswahlen haben größere Menschen bessere Chancen. Statistische Analysen bestätigen immer wieder die weit verbreitete Annahme: Wer klein ist, hat im Job oft das Nachsehen.

Laut dem Wirtschaftspsychologen Florian Becker von der Technischen Hochschule Rosenheim ist der positive Effekt der Körpergröße auf den beruflichen Erfolg schon lange bekannt: „Auch in Unternehmen lässt sich in den allermeisten Fällen feststellen, dass die durchschnittliche Körpergröße mit der Hierarchieebene zunimmt“.  [….]

(Wirtschaftswoche, 17.10.2024)

Konservative sind anfälliger für Äußerlichkeiten. Es tummeln sich auffallend viele Riesen in ihrer Führung: Kohl 1,93m. Söder 1,94m. Seehofer 1,93m. Merz 1,98m. Spahn 1,91m.

(Was habe ich nur für Karrierechancen in den C-Parteien liegen lassen! Ich bin weiß, Mann, alt, volles Haar und fast 2m groß!)

Wer ein bißchen humanen Anstand  hat, versucht derartige Äußerlichkeiten zu ignorieren. Selbstverständlich kann ein schütterer schielender adipöser Pykniker, ein viel besserer Politiker, als ein 1,95m-Beau mit Traumfigur und Zahnpasta-Lächeln sein.

Aber ich befürchte, wir machen uns alle etwas vor, wenn wir glauben, solche Äußerlichkeiten bei Wahlentscheidungen wirklich zu 100% ausblenden zu können. Ich bin jedenfalls froh, daß der Politiker, den ich am meisten verachte, Donald Trump natürlich, zufällig auch der häßlichste Präsident aller Zeiten ist. Daß die schlimmsten GOPer (Graham, Miller, Cruz, MTG, uvam.) allesamt Quasimodos sind, während die demokratischen Alternativen – Harris, AOC, Jasmine Crockett oder Obama zum Beispiel – ungewöhnlich attraktiv sind.

Vielleicht ist es sogar leichter, Politiker ganz selbstverständlich voll zu akzeptieren und zu schätzen, obwohl man sie zufällig äußerlich als abstoßend empfindet, als im umgekehrten Fall.

Rep. Ilhan Omar
  

Ich habe beispielsweise eine latenten Fetisch für Somalier. Es fällt mir schwer, sie nicht zu mögen. Das soll wirklich keine Wertung sein, aber für mein ganz persönliches Empfinden, kommen aus der Ecke die schönsten Menschen der Welt

David Bowies Frau Iman Abdulmajid zum Beispiel.

Die Models Ubah Hassan, Rahma Mohamed und Jawahir Ahmed sind zu nennen, die Kalifornierin Florence Griffith-Joyner war auch so ein Typ.

Ilhan Omar, 1982 in Mogadischu geboren, wurde 2019 für den fünften Distrikt Minnesotas in den US-Kongress gewählt und passt äußerlich nur zu gut in die Schublade der hyperattraktiven Somalierinnen.

Iman

Sie kam 12-Jährig in die USA, erhielt mit 19 Jahren die US-Staatsbürgerschaft, studierte Politik an der North Dakota State University und arbeitete vor ihrem Aufstieg in den Kongress, als Direktorin für Policy & Initiatives des Women Organizing Women Network.

Als linksliberale Frau und Muslimin wird sie von den Republikanern gehasst und von höchster Stelle bekriegt. Als Trump am 05.11.2024 erneut zum Präsidenten gewählt wurde, gewann Omar ihren Wahlkreis gegen die republikanische Kandidatin mit 75,2 %.

Der fürchterlich häßliche Donald Trump verachtet Omar wegen ihrer Hautfarbe und überzieht sie mit abscheulichsten rassistischen Attacken, weil er sich selbst als WEISSEN Mann für viel attraktiver hält. Der Rassismus der regierenden Republikaner kommt völlig offen und offensiv daher. Menschen werden aufgrund ihrer Hautfarbe deportiert, Asyl gibt es nur noch für weiße Südafrikaner. Schwarze Südafrikaner akzeptiert das WEISSE Haus nicht in den USA.

Für Trump ist Somalia ein „Shithole Country”. Die Kongressabgeordnete Omar nennt er “Müll“.

[…] Es ist ihm schon wieder passiert. Langsam fallen Donald Trump die Augenlider zu. Sein Kopf sinkt nach vorn. Dann richtet er sich wieder auf. Hat der US-Präsident Mühe, wach zu bleiben, wie schon mehrfach in den vergangenen Wochen? […] Richtig munter wird Trump dagegen, als Migration zum Thema wird. Somalia »stinkt«, sagt er in seiner live übertragenen Kabinettssitzung. Menschen aus Somalia seien »Müll«. Sie kämen »aus der Hölle« und hätten nichts Besseres zu tun, als zu »meckern«. Es sei falsch, »weiter Müll in unser Land zu lassen«, so Trump: »Wir wollen sie nicht in unserem Land.«

Die rassistischen, menschenverachtenden Aussagen, mit denen er auf Journalistenfragen einging, könnten in anderen Zeiten einen Skandal provozieren. Doch im Weißen Haus bekommt der Präsident selbst dafür Lob. Es sei eine »wunderbare Antwort« gewesen, sagte Regierungssprecherin Karoline Leavitt über diesen »epischen Moment« in der Kabinettssitzung.

Es schien kaum noch möglich, aber die migrationsfeindliche Rhetorik im Trump-Lager hat in diesen Tagen neue Tiefpunkte erreicht. […][…] In diesem Zusammenhang beschimpfte er, nicht zum ersten Mal, Ilhan Omar, eine in Somalia geborene Abgeordnete des US-Repräsentantenhauses. Auch bei ihr handele es sich um »Müll«. 

Ilhan Omar, für Trump "Garbage"

Sie finde es »unheimlich«, wie besessen der US-Präsident von ihr sei, schrieb daraufhin die vor 25 Jahren eingebürgerte, demokratische Parlamentarierin in sozialen Medien. »Ich hoffe, er bekommt die Hilfe, die er dringend braucht.« […]

(Frank Horning, 04.12.2025)

Es ist eine der vielen Gelegenheiten, bei denen man denkt, Trump könne wirklich nicht tiefer sinken.

Ilhan Omar ist selbstverständlich klug genug, um zu wissen, was der orange Faschist zu erreichen versucht: Mit rassistischen Attacken seine Basis zu elektrisieren, um von seiner katastrophalen Regierungsbilanz abzulenken.

[…] The president’s dehumanizing and dangerous attacks on minority immigrant communities are nothing new. When he first ran for president a decade ago, he launched his campaign with claims that he was going to pause Muslim immigration to this country. He has since falsely accused Haitian migrants of eating pets and referred to Haiti and African nations as “shithole” countries. He has accused Mexico of sending rapists and drug peddlers across our border. It is unconscionable that he fails to acknowledge how this country was built on the backs of immigrants and mocks their ongoing contributions.

While the president wastes his time attacking my community, my state, my governor and me, the promises of economic prosperity he made in his run for president last year have not come to fruition. Prices have not come down; in many cases, they have risen. His implementation of tariffs has hurt farmers and small business owners. His policies have only worsened the affordability crisis for Americans. And now, with Affordable Care Act tax credits set to expire, health care costs for American households are primed to skyrocket, and millions of people risk losing their coverage under his signature domestic policy bill.

The president knows he is failing, and so he is reverting to what he knows best: trying to divert attention by stoking bigotry.

When I was sworn into Congress in 2019, my father turned to me and expressed bewilderment that the leader of the free world was picking on a freshman member of Congress, one out of 535 members of the legislative body. The president’s goal may have been to try to tear me down, but my community and my constituents rallied behind me then, just as they are now. [….]

(Ilhan Omar, 04.12.2025)

Diese ultradrastische Form gruppenbezogenen Menschenhasses kann man sich in Deutschland kaum vorstellen.

Hier könnte doch niemand, der kein krimineller Rassist ist, derartig tief sinken.

Dachte ich.

[…] Selbst die amerikanische Presse hat die jüngsten verbalen Ausfälle von Donald Trump gegenüber Menschen aus Somalia am Dienstag dieser Woche als ungewöhnlich ausfallend gewertet. Am Ende einer Kabinettssitzung in Washington hatte der US-Präsident das ostafrikanische Land als „miserabel“ und dessen Bürgerinnen und Bürger als „Müll“ bezeichnet. Markus Koppenleitner, Vorsitzender Richter am Landgericht München I, soll nun erklärt haben, er könne Trumps Aussage „nachvollziehen“, behauptet der Münchner Strafverteidiger Adam Ahmed. […] In der Verhandlung am Mittwoch dieser Woche habe Koppenleitner nach Ahmeds Darstellung bei der Vernehmung eines somalischen Zeugen und im Beisein eines somalischen Dolmetschers gesagt: „Ich kann die Aussage von Trump langsam echt nachvollziehen.“ Weder er und sein Kollege Sahinci noch der angeklagte Rafal P. hätten zunächst gewusst, worauf der Richter anspielt, erklärt Ahmed in dem Befangenheitsantrag. Denn Trumps Tirade sei ihnen zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt gewesen.

Wenn ein deutscher Strafrichter in einer öffentlichen Hauptverhandlung erklärt, er könne Trumps Aussage „nachvollziehen“, so die Verteidiger, entstehe „bei jedem verständigen Angeklagten zwangsläufig der Eindruck“, der Vorsitzende und seine Kolleginnen, teilten „jedenfalls in Ansätzen“ die „herabwürdigenden Zuschreibungen“ des US-Präsidenten gegenüber Menschen ausländischer Herkunft. Damit mache sich das Gericht „die rassistische Äußerung von Trump (…) ausdrücklich zu eigen“. Dies, so Ahmed, sei „inakzeptabel“. Ein ausländischer Angeklagter müsse es nicht hinnehmen, dass ein Vorsitzender, eine rassistische Äußerung gegenüber Migranten gutheißt. […]

(Andreas Salch, 05.12.2025)