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Donnerstag, 10. September 2026

Polen ist verloren

Italien, Polen, Irland, Malta sind die katholischsten Länder Europas. Mein polnisch-stämmiger Vater sagte immer ‚alle Polen sind Katholiken, auch die Ungläubigen‘.

In einem, in der Tat so kulturkatholisch geprägten Land, wie Polen, ist es gar nicht so leicht festzustellen, wie hoch der Katholikenanteil tatsächlich noch ist und wie viele von ihnen den Glauben auch praktizieren.

Sicher sagen kann man aber, daß Polen seit 1978 und der spektakulären Wahl Karol Józef Wojtyłas zum Papst, als 99,9% der Polen vor Stolz platzten, enorm viel passiert ist.

Polens Wirtschaft wächst seit zwei Jahrzehnten stärker als die Deutsche. Die Polen sind all das, was Deutsche nicht sind: Jung, gut gebildet, optimistisch und digital. Polen boomt.

Für Andrzej Domański (*1981), Tusks Superminister für Finanzen und Wirtschaft,  sind das goldene Zeiten. Für die Katholische Kirche gilt das Gegenteil. Gebildete, selbstbewußte, optimistische Menschen sind Gift für Religionen, die muffige patriarchalische Vorschriften einer primitiven Hirtenkultur verkaufen.

Von nahezu 100%, sank der Katholikenanteil auf gegenwärtig rund zwei Drittel. Die Polen gucken genauer hin, was ihre Pfaffen treiben, sind weniger eingeschüchtert, lassen sich nicht mehr für dumm verkaufen. Schlechte Zeiten für barocke Kleriker, die Wasser predigen, während sie bei Wein, Mann und Gesang bacchanalisieren. 

Da es in Polen besonders viele Pfarreien und besonders viele Geistliche gibt, sind auch die pädosexuellen Übergriffe auf Messdiener und schwulen Sexpartys unter Priestern häufig Thema in den Medien.

[….] Für die katholische Kirche ist die Angelegenheit maximal peinlich. Eigentlich sollen ihre Priester enthaltsam leben und sich ganz auf Gott konzentrieren, deshalb verbietet das sogenannte Zölibat katholischen Geistlichen die Ehe. Nicht weniger rigoros verhält sich der Vatikan zur gleichgeschlechtlichen Liebe: Homosexualität widerspreche dem Willen Gottes, so die Linie Roms, auch wenn es ein offenes Geheimnis ist, dass auch Männer der Kirche Sex miteinander haben. Doch in Polen wird ein Fall jetzt zum Aufreger – und das nur wenige Wochen vor der Parlamentswahl.

Anlass für die öffentliche Debatte ist eine Sexparty unter katholischen Priestern, die mit einem medizinischen Notfall endete. Das berichtet die Zeitung "Gazeta Wyborcza" unter Berufung auf einen der Partygäste. Demnach feierten die Geistlichen ihre Orgie in Dąbrowa Górnicza im Süden des Landes in einer kirchlichen Dienstwohnung. Auch ein Sexarbeiter sei angeheuert worden. "Die ganze Veranstaltung war rein sexueller Natur, die Teilnehmer nahmen alle Potenzmittel", zitiert die Zeitung ihre anonyme Quelle. "Dann geriet alles außer Kontrolle und der Sexarbeiter verlor das Bewusstsein." [….]. Fest steht nur, dass ein herbeigerufenes Rettungsteam zunächst nicht zu ihm durchkam: Wohl aus Furcht vor dem Skandal ließen die Priester die Sanitäter nicht ins Gebäude. Diese mussten erst die Polizei rufen, die den Helfern den Weg frei machte zu dem ohnmächtigen Sexarbeiter. [….]

Er bete dafür, dass Pfarrer Tomasz Z. von seiner sexuellen Orientierung geheilt werde, schreibt Bischof Kaszak weiter. Allein dieser Satz zeigt das extrem konservative Weltbild der katholischen Kirche in Polen. In Deutschland sind sogenannte Konversionstherapien zur "Behandlung" von Homosexualität seit 2020 verboten. Heikel ist die außer Kontrolle geratene Priesterorgie aber nicht nur für die polnische Kirche, die sich nach außen gerne als Hüterin einer strengen Sexualmoral darstellt. [….]

(T-online, 25.09.2023)

Das Suffraganbistum Sosnowiec wurde erst 1992 von Wojtyła gegründet, der es aus Teilen Erzbistümer Częstochowa und Krakau sowie des Bistums Kielce zusammenschusterte und es neben dem Bistum Radom dem Metropoliten von Tschenstochau unterstellte.

[….] Schwulenclubs und Leichenfunde

Es ist nicht der erste Skandal, der Sosnowiec, eine mittelgrosse Diözese im Südwesten des Landes, erschüttert. Im Jahr 2010 war der Interimsrektor des Priesterseminars von Sosnowiec in eine Auseinandersetzung in einem Schwulenclub verwickelt, blieb jedoch über ein Jahr lang in seinem Amt, auch nachdem der Fall in den polnischen Medien bekannt wurde.

Im März 2023 wurde die Leiche eines 26-jährigen Diakons mit Wunden entdeckt, die ein Verbrechen implizierten. Laut der örtlichen Staatsanwaltschaft soll ein 40-jähriger Priester für den Mord an dem Diakon verantwortlich gewesen sein – der Mann nahm sich daraufhin das Leben. Laut der Staatsanwaltschaft hätten die beiden seit einiger Zeit eine turbulente Beziehung geführt, wobei der Priester dem Diakon Drohbotschaften geschickt habe.  […]

(20 Minuten, 26.10.2023)

Wacław Tomasz Depo, der gegenwärtige Erzbischof von Częstochowa, empfand aber wenig Freude an den Skandalnudeln seiner schwul-fidelen Suffragandiözese Diecezja sosnowiecka, deren Bischof Kaszak seine Karriere Ende 2023 unrühmlich gegen die Wand steuerte.

[….] Mit nur 59 Jahren ist Bischof Grzegorz Kaszak zurückgetreten – zuvor sorgte eine angebliche Sexparty für Schlagzeilen. Ein Priester berichtet nun von einem moralischen Verfall der Diözese "seit vielen Jahren".

Das südpolnische Bistum Sosnowiec (Sosnowitz) steckt laut dem Warschauer Philosophieprofessor und katholischen Priester Andrzej Kobylinski in einer schweren Krise. [….] Papst Franziskus hatte am Dienstag den Amtsverzicht Kaszaks akzeptiert. [….] "Der moralische Verfall der Diözese dauere seit vielen Jahren an", so Kobylinski. "Man kann nur Mitleid mit den Gläubigen in Sosnowiec haben, dass sie in den vergangenen Jahren mit solch ungeheuren Sittenskandalen des Klerus im Bistum zu kämpfen hatten." Es müsse geklärt werden, warum sich Kaszak so lange im Amt habe halten können, so der Professor der Warschauer Kardinal-Wyszynski-Universität. [….]

(Katholisch, 25.10.2023)

Die ersten 30 Jahre der Diözese mochte das Prälaten-Rudelbumsen, Priesterseminaristen-Vergewaltigen und K1nderf1ck€n noch ungestört möglich gewesen sein für die südpolnische Geistlichkeit. Aber im Social Media-Zeitalter mit einer immer selbstbewußteren Bevölkerung, konnten Kaszak und Co ihren gut 600.000 Schäfchen (Katholikenanteil 94%) immer weniger Begeisterung entlocken.

2024 ernannte Bergoglio Artur Ważny zum neuen Bischof von Sosnowiec.

Als langjähriger bischöflich beauftragter Exorzist hätte Ważny eigentlich subtilere Methoden wählen können, um den Pädosexsumpf seiner 162 Pfarreien auszutrocknen. Stattdessen setzte er aber sehr profan eine Kommission ein. 

[….] Der neue Bischof des kriselnden polnischen Bistums Sosnowiec, Artur Wazny, hat noch vor seinem Amtsantritt am vergangenen Wochenende eine unabhängige diözesane Kommission eingerichtet, die den Missbrauch durch Kleriker in dem südpolnischen Bistum untersuchen soll. Laut einem Bericht des Internetportals ucanews.com von Dienstag soll es sich um die erste derartige Untersuchungskommission in der katholischen Kirche Polens handeln. Zur Begründung für seinen Schritt erklärte Wazny, dass es ihm "um die Wahrheit" gehe. Ohne Wahrheit seien die Liebe und die Mission der Kirche nicht möglich. Ziel müsse es sein, die Wahrheit zu erlangen, "auch wenn es sehr schmerzhaft ist, denn wir werden mit der Tatsache konfrontiert, dass bestimmte Dinge geklärt, bereinigt, gesühnt, bereut und neu begonnen werden müssen".

Laut dem Bericht ernannte Wazny eine pensionierte Staatsanwältin aus Kattowitz zur Vorsitzenden der Untersuchungskommission, auch dies sei für die Kirche in Polen eine Premiere. Zudem sollten dem Gremium auch Experten für weltliches und kirchliches Recht, für Geschichte und Archivwissenschaften, für Psychologie und Psychotherapie sowie für Kommunikation angehören.  [….]

(Katholisch, 27.06.2024)

Das hatte aber schon seine Gründe, die priesterlichen Perversionen lieber zu verschweigen, zu vertuschen und zu verleugnen. Findet zumindest ein heute 64-Jähriger Priester aus Sosnowitz, der nun die nächsten 14 Jahre im Knast sitzen wird.

Dabei hatte er „Glück“, denn die Staatsanwaltschaft hätte ihn gern für länger weggesperrt.

[….] Wegen sexuellen Missbrauchs von sieben Minderjährigen und Besitzes von Kinderpornografie ist ein Priester in Polen zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. Die am Mittwoch vom Bezirksgericht im südpolnischen Sosnowiec verhängte Strafe ist nach Angaben der örtlichen Staatsanwaltschaft eine der härtesten, die in dem Land je in Sexualstrafverfahren gegen einen Geistlichen erging. Das Gericht sah insgesamt neun Übergriffe zwischen 2008 und 2024 als erwiesen an, berichtet die Nachrichtenagentur KNA.

Der Richter untersagte dem Priester zudem lebenslang jede berufliche oder sonstige Tätigkeit, bei der er mit Kindern zu tun hätte. Der 64-jährige Verurteilte muss den Opfern laut dem noch nicht rechtskräftigen Urteil insgesamt rund 90.000 Euro Entschädigung zahlen. Er hatte als Gemeindepfarrer gearbeitet und an Schulen Religion unterrichtet. [….] Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Prozess nach eigenen Angaben eine noch härtere Strafe gefordert. Einzelheiten nannte sie aber nicht, weil das Gericht die Öffentlichkeit vom gesamten Verfahren ausschloss.  [….]

(Kathpress, 10.09.2026)

Freitag, 4. September 2026

Technologie aus der Hölle

Die Tages des Otto-Motors sind vorbei. Jener Technik, bei der man unter dem Sitz eines fahrbaren Untersatzes, eine 50 bis 70 Liter fassende Feuerbombe aus einer explosiven und hochentzündlichen Flüssigkeit platziert. Eine Substanz, die hauptsächlich aus autokratischen Kriegsnationen stammt, deren Usurpatoren man reich macht und beim Verbrennen erst die Umgebung in nicht mehr atembaren Smog verwandelt und schließlich das Erdklima so aufheizt, daß es schon jetzt ein Massensterben gibt. Ein Gaga-Konzept, bei dem man auf sehr niedrigen Wirkungsrad setzt, stattdessen die Umgebung aufheizt und ein Netz von über 14.000 Tankstellen in Deutschland betreiben muss.

Die völlig falsche Weichenstellung in den Management-Etagen der riesigen deutschen Automobilkonzerne geschah nicht durch Einfältigkeit, oder Doofheit. Nein, es war schlimmer. Die Spatzen pfiffen längst vom Dach, wie in Asien und den USA moderne Auto gebaut werden; nämlich elektrisch.

Auch Klimawandelleugner oder bizarre Gestalten, wie die parlamentarische Staatssekretärin und  Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion der CDU/CSU (MIT), wissen Bescheid.

 Gitta Connemann, die zuweilen einen kleinen Benzinkanister mit sich schleppt: "Nicht, dass ich noch anfange zu schnüffeln, ich mag den Geruch".

No Kink-Shaming; wenn sie so auf den „Duft“ verschiedener langkettiger Alkane und Benzol-Verbindungen abfährt, so sei ihr das gegönnt. Aber auch die größten olfaktorischen Benzin-Fans und Klimawandelleugner müssen einräumen, daß die fossilen Brennstoffe dieses Planeten endlich sind. Noch in diesem Jahrhundert wird der Zeitpunkt kommen, an dem die schwarze Schmiere aus dem Erdreich schlicht und ergreifend alle ist. Fanatiker, wie Connemann oder Lindner wollen dann auf „EFuels“ umsteigen. Dabei wird mit gewaltiger elektrischer Energie aus Kohlendioxid, Ammoniak und Wasserstoff mit uralten Techniken (Fischer-Tropsch-Synthese, Haber-Bosch-Verfahren, etc) synthetisches Benzin gewonnen.

Jeder Chemie-Student im Ersten Semester schlägt sich an dieser Stelle wegen des energetischen Wahnsinns an den Kopf. Wenn man schon so viele elektrische Energie einsetzt, wäre es vielfach effektiver, damit gleich Elektromotoren anzutreiben, statt erst unter enormen Energieverlusten Efuels herzustellen und aus diesen wiederrum bei sehr niedrigen Wirkungsgraden, also unter Verschwendung des größten Teils der Energie, wieder Strom und mechanische Energie zu gewinnen UND dann auch noch zu allem Übel wieder klimaschädigendes Kohlendioxid und giftige Stickoxide auszustoßen, die beim E-Motor nicht anfallen. Die Schildbürger wären für so einen Unsinn viel zu rational. Aber man darf eben nie die Schwachsinnigkeit schwarzer, gelber und brauner Spitzenpolitiker unterschätzen.

Während also chinesische, französische, italienische, koreanische, japanische und US-Amerikanische Automobilkonzerne schon lange nicht mehr das tote Pferd reiten, können Merz, Söder und die VW-Bosse gar nicht davon lassen.

Um das Sterben am Weltmarkt aufzuhalten, setzen sie auf gewaltig übermotorisierte PlugIn/Hybride – also Straßenpanzer, die elektrisch und mit Benzin angetrieben werden können.

In der Praxis greifen dadurch sehr reichen Menschen auf Kosten des Steuerzahlers hohe EAuto-Förderprämien ab, fahren aber weiterhin zu 100% mit Benzin und übergeben bei einem Weiterverkauf das Ladekabel noch originalverschweißt, weil es nie benutzt wurde.

Die Karren sind sozialer und ökologischer Betrug; gewissermaßen also ganz passend für den Schummelkonzern VW. Die Wolfsburger Marketingabteilung war entzückt; wußten sie doch, daß deutsche Batterien und E-Antriebe international als minderwertig gelten. Aber durch den mit angebotenen VW-Verbrennermotor sollte diese Scharte ausgewetzt werden. Die Merz-Regierung war begeistert und unterstützt deutsche PlugIn-Hybride in Brüssel mit viel Druck.

Das Ergebnis ist, wie soll man es auch anders erwarten; ein Desaster. Die chinesischen Konkurrenzmodelle bieten die viel besseren E-Motoren, Verbrenner mit maximalen Wirkungsgrad zu niedrigeren Preisen.

[….]  Von »China Speed« ist häufig die Rede, wenn es um die deutlich kürzeren Entwicklungszeiten chinesischer Automodelle im Vergleich zu deutschen Fabrikaten geht. Schnell sind Fahrzeughersteller aus China aber auch in einer anderen Disziplin: der Anpassung an veränderte Marktbedingungen. Jüngstes Beispiel ist der Siegeszug chinesischer Plug-in-Hybridfahrzeuge in Deutschland. [….]  Seit Monaten führt das chinesische Modell BYD Seal U DM-i die Neuzulassungsstatistik dieser Kategorie in Deutschland an. Allein im Juli wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt 1821 Exemplare des SUV erstmals zugelassen. Vom Spitzenplatz dieser Statistik verdrängt findet sich der Wolfsburger Hoffnungsträger VW Tiguan  mit 1379 Fahrzeugen auf Platz zwei, gefolgt vom Audi A5  mit 1220. Europaweit kommt BYD im bisherigen Jahresverlauf sogar auf einen Marktanteil von 60 Prozent, mit weitem Abstand vor den deutschen Marken.

Damit erweist sich die Überzeugung gerade der deutschen Hersteller, bei dieser Antriebsart werde ihnen aufgrund ihrer Kompetenz im klassischen Motorenbau so schnell keiner in die Quere kommen, als kolossaler Irrtum. »Plug-in-Hybride«, heißt es in einem Papier des Verbands der Automobilindustrie (VDA) aus dem vergangenen Jahr, seien ein »essenzieller Bestandteil einer breiten Elektrifizierungsstrategie« und ein wesentliches Argument für die Technologieoffenheit.

Auch deshalb drängte die deutsche Regierung auf die Aufweichung des EU-Nullemissionsziels für Neuwagen, damit Plug-in-Hybridfahrzeuge auch über 2035 hinaus zugelassen werden dürfen. Auch deshalb kommen Plug-in-Hybridfahrzeuge in den Genuss der aktuellen staatlichen Förderung von Elektrofahrzeugen. Die Selbstgewissheit bei diesem Thema war sogar so groß, dass die im Herbst 2024 beschlossenen Zusatzzölle für Elektroautos aus chinesischer Produktion ausdrücklich nicht für Modelle mit Plug-in-Hybridantrieb gelten.

All das erweist sich jetzt als Bumerang. Was auch daran liegt, dass der BYD Seal U DM-i zu einem Listenpreis ab 39.990 Euro angeboten wird. Im besten Fall ist der Wagen sogar ab 28.990 Euro erhältlich, sofern der von BYD aktuell gewährte E-Bonus in Höhe von 6500 Euro eingerechnet wird und die maximale staatliche Förderprämie von 4500 Euro in Anspruch genommen werden kann. Zum Vergleich: Der VW Tiguan mit Plug-in-Hybridantrieb kostet mindestens 46.250 Euro, der Audi A5 e-hybrid mindestens 65.100 Euro (jeweils ohne Prämie und Rabatt). [….]  Wer jedoch daraus folgert, dass der chinesische Hersteller die elektrische Dominanz deshalb so betont, weil es an Verbrennerkompetenz fehle, liegt falsch. Der im Seal U DM-i eingesetzte »Xiaoyun«-Vierzylinder-Benziner gehört zu den Ottomotoren mit dem besten thermischen Wirkungsgrad überhaupt. Dieser liegt laut BYD in der günstigen »Boost«-Version bei 43 Prozent. Der Wirkungsgrad ist die Messgröße für den Anteil der eingesetzten Energie, die tatsächlich in Vortrieb umgewandelt wird. Bei herkömmlichen Benzinmotoren liegt dieser Wert zwischen 25 und 38 Prozent [….]  Aktuell scheint der chinesische Hersteller Geely den Rekord zu halten – mit einem Wirkungsgrad von 48,4 Prozent. [….] 

 (Jürgen Pander, SPON, 04.09.2026)

Nach diesem Jahrelangen Totalversagen des VW-Managements und der Verbrenner-fanatischen C-Toppolitiker, überlegten die sehr viel dümmeren Cousins der Schildbürger, wie sie das tote Pferd, das zudem auch noch im tiefsten Brunnen liegt, weiterreiten könnten und kamen auf die glorreiche Idee, den Schweif der modrigen Leiche zu heben, um 60 Milliarden Euro ins Rektum der toten Technologie zu schieben.

[…] Volkswagen investiert auch in Zukunft massiv in die Verbrenner-Technologie. Bis zum Jahr 2028 sollen 60 Mrd. € in die Weiterentwicklung von entsprechenden Fahrzeugen fließen, berichtet das Fachmagazin „Auto Motor und Sport“.  […..]

(VDI, 2024)

VW sitzt allein bei den deutschen Fabriken derzeit auf 500.000 Autos Überproduktion, die niemand in der Welt mehr kaufen will, weil sie so katastrophal an den Kundenwünschen vorbei gebaut werden.

50.000 Arbeitsplätze verschwinden und vermutlich vier Stadtorte werden abgewickelt: Die VW-Werke Emden, Zwickau, Hannover und das Audi-Werk in Neckarsulm. 50.000 Familien, die ihre Existenz verlieren aufgrund der Dummerhaftigkeit ihrer Chefs? Da sind die Aktionäre, die traditionell allein durch HABEN und niemals durch TUN, immer reicher werden, entzückt.

[….] Der VW-Konzern soll insgesamt auf eine Jahresproduktion von neun Millionen Fahrzeugen jährlich getrimmt werden - rund eine Million weniger als derzeit und drei Millionen weniger als noch vor der Corona-Pandemie. Bis 2030 soll eine operative Umsatzrendite von neun Prozent erreicht werden. Zum Halbjahr lag der Anteil des Gewinns am Umsatz bei 3,8 Prozent.   [….]

(Tagesschau, 04.09.2026)

Dienstag, 1. September 2026

Impudenz des Monats August 2026

Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.

Habituell bin ich sehr konservativ (lat. conservare = bewahren, erhalten); ich sieze, mag klassische Musik, bin im Alltag ausgesprochen höflich, trage immer lange Hosen und Sakko, gehe lieber in Läden, als online zu bestellen, koche mit saisonalen frischen Zutaten, lese vorzugsweise Bücher, gewöhne mich schwer an neue Techniken. Mein erstes Klugtelefon schaffte ich mir 2018 an und erinnere mich fast täglich mit Grauen an den Tag im Jahr 2019, als meine VHS-Videorekorder plötzlich nicht mehr aufzeichnen konnten, weil das analoge Kabelsignal abgeschaltet war. Über die Jahrzehnte hatte ich eine perfekte Routine entwickelt, wie ich mit einer begrenzten Anzahl wiederbespielbarer VHS-Cassetten die Flut der +300 TV-Sender bewältige, sorgsam ausgesucht die für mich relevanten Sendungen aufzeichnete und mich gleichzeitig zwang, all die Reportagen und Dokus anzugucken, indem ich chronologisch Aufnahmekapazitäten schaffen musste.

An dem bedauerlichen Tag wurde ich aber gezwungen, einen digitalen Festplattenrekorder zu kaufen, den ich bis heute einmal wöchentlich programmiere, um alles aufzuzeichnen, das mich interessiert. Live kann ich nicht gucken, da ich daran gewöhnt bin, die Abspielgeschwindigkeit zu erhöhen und „vorzuspulen“. Aber die Festplatte ist viel zu groß; sie zwingt mich natürlich nicht hinreichend, neue Aufnahmen zu reduzieren. Und, viel schlimmer: Da es sich um kein analoges Band handelt, picke ich mir zunächst die Rosinen raus und wichtige informative Dokus bleiben liegen. All das raubt übrigens so viel Zeit, daß ich die aufgezeichneten Sendungen nie alle schaffe. Daher habe ich auch noch nie gestreamt. Offizielle tue ich das nicht, um Trump-affine US-amerikanische Anbieter zu boykottieren und um das Klima zu schonen, indem ich nicht zum Stromverbrauch der Server beitrage. Tatsächlich könnte ich aber keine einzige zusätzliche Serie in meine siebenmal 24 Stunden die Woche pressen. Ich wünschte, es würde alles für immer so bleiben, wie es war. Ich mag mich nicht verändern.

Glücklicherweise bin ich ein alter kinderloser Single-Mann, der sich solche Spleens leisten kann. Mein Privatleben kann ich gestalten, wie ich will, wenn ich damit niemanden störe.

Als politische Persönlichkeit ticke ich selbstverständlich ganz anders. Politischer Konservatismus ist ein Grundübel, das ich ablehne. Insbesondere in Deutschland warben die Konservativen mit ihrem Phlegma und ihren Beharrungskräften. Die bekanntesten CDU-Bundestagswahlslogans lauten „keine Experimente“, „die Karawane zieht weiter“ oder „Sie kennen mich“! Unglücklicherweise war das erfolgreich, weil sich der deutsche Michl vor allen Veränderungen fürchtet und diejenigen wählt, die ihnen versprechen, sie von allen Unsicherheiten und Zumutungen zu verschonen.

Ich kann sehr gut Streamingdienste und Klugtelefone aus meinem Schlafzimmer fernhalten. Wenn aber ein Regierungschef Neues aus Deutschland fernhält, führt das unmittelbar in eine Katastrophe, weil wird nicht als Single-Land auf diesem Planeten chillen, sondern von allen erdenklichen globalen Faktoren abhängig sind. Klima, Kriege, Handel, Tourismus, Kultur, Technik, Gesundheit und vieles andere mehr.

Daher ist die deutsche Veränderungsresistenz die Impudenz des Montags August 2026.

Es ist inzwischen eine legendäre Episode verfehlter deutscher Zukunftsgestaltung: 1981 (sic!) plante das sozialdemokratische Schmidt-Kabinett die Verlegung von Glasfaserkabeln in Deutschland. Aber die Deutschen wollten lieber den bräsigen Pfälzer Kohl als Kanzler, der die Pläne einstampfte und auf Kupferkabel setzte. Deutschland hat also durchaus innovative Phasen, in denen es technisch international vorn mitspielt. Zum Beispiel während der Schröder/Fischer-Regierung in der Windkraft und Solar-Branche.

Aber das geschieht immer nur unter SPD-Kanzlerschaften, die eher selten sind und vom Urnenpöbel gern durch bräsige Technik- und Zukunftsfeindlichkeit mit CDU-Kanzlern ersetzt wird.

Es ist pathologisch, wie CDU/FDP-Politiker mit der Wahl-Zustimmung der Bürger, immer wieder zum Schaden Deutschlands in die Vergangenheit steuern.

(….) Aus ideologischer Verblendung und/oder kurzfristiger Raffgier wollen Merz, Spahn und Reiche uns in den Hitzetod treiben. Nach dem Ende der ersten und einzigen rotgrünen Bundesregierung 2005, sorgte Merkels Lieblingsminister Altmaier in der Westerwelle-Merkel-Horrorregierung ab 2009 dafür, 60.000 Topjobs in der Windenergiebranche und 100.000 Jobs in der Solarbranche zu vernichten, um wieder auf billiges klimaschädliches russisches Gas zu setzen und sich in die Abhängigkeit von Putin zu begeben. Das passiert, wenn man Schwarz und Gelb wählt, Urnenpöbel.

[….] Die Reaktion insbesondere unionsgeführter Regierungen der vergangenen Jahrzehnte war verlässlich die gleiche: erst mal bremsen (egal, ob die anderen das auch tun). Deutschland setzte auf Kupferkabel statt Glasfaser, das mobile Internet galt lange als etwas alberne Spielerei, das Smartphone auch. Die Digitalisierung der Verwaltung steht als Ziel in jedem Koalitionsvertrag. Immer wieder.

Beim Thema künstliche Intelligenz war es das Gleiche: spätestens mit dem Sieg von AlphaGo gegen den Go-Meister Lee Sedol im Jahr 2016 hätte eigentlich klar sein müssen, dass gerade eine neue Ära der Technikgeschichte begonnen hat. Exemplarisch für die Bräsigkeit deutscher Regierungen im Umgang mit Transformationsprozessen war ein Satz des damaligen Wirtschaftsministers Peter Altmaier, gesprochen im Jahr 2018 bei einem der zahllosen, stets folgenlosen »Digitalgipfel«: Er freue sich auf eine Zukunft, scherzte Altmaier damals, in der ihm ein in Deutschland hergestellter Digitalbutler das Bier aus dem Kühlschrank hole. So stellen Unionsminister oft die Zukunft dar: wie die Vergangenheit, nur noch ein bisschen bequemer.

[….] Unionsgeführte Regierungen reden immer viel von Strategie und Veränderungswillen und tun gleichzeitig möglichst viel dafür, den armen Deutschen die Veränderung möglichst lang vom Leib zu halten. Verbrenner retten! Gasheizung erhalten! Man versucht jetzt, das absolut unausweichliche Ende des Verbrennungsprozesses als zentraler Energiequelle zu ignorieren, zu vertagen, zu bremsen, zu verschieben. Das wird sich ebenso rächen wie bei den Themen Digitalisierung, Internet, künstliche Intelligenz. Denn die anderen warten nicht. [….] Huch, Elektroautos! Huch, Batteriespeicher! Huch, Wärmepumpen! Huch, billiger Strom aus Sonne und Wind! Huch, China! Huch, exponentielles Wachstum!

Man kann gerade live beobachten, wie eine unionsgeführte Regierung erneut versucht, die Fehler der Vergangenheit sehenden Auges zu wiederholen. Die Parallelen sind verblüffend. Aber die geopolitischen Gefahren womöglich noch größer. [….]

(Prof. Christian Stöcker, 17.08.2025) (….)

(Zukunft brauchen wir nicht, 07.09.2026)

Die Schwarzen reagieren mit geradezu nekrophiler Todessehnsucht auf die Herausforderungen der Zukunft und verweigern stoisch moderne Lösungen.

[….] "5G ist nicht an jeder Milchkanne notwendig", sagte Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) vor anderthalb Jahren. Mit dieser Aussage löste sie einen Sturm der Entrüstung aus. Doch, gerade an der Milchkanne – zum Beispiel in der Hightech-Landwirtschaft – müsse der neue Mobilfunkstandard der fünften Generation verfügbar sein, sagen ihre Kritiker. Oder in der Industrie, für smarte Städte oder für die Telemedizin. Also dort, wo der schnelle Austausch großer Datenmengen neue Technologien und Geschäftsmodelle ermögliche – künftig also eigentlich überall. […..]

(Heise 22.06.2020)

Stattdessen klammern sie manisch an 100 Jahre alten, gescheiterten Konzepten (Atomkraft, Otto-Motor) fest. Durch CDUCSU wurde Deutschland technisch international abgehängt. Aus US- oder asiatischer Sicht sind wir nur noch Lachnummern.

[…] Diese populistische Dummschwätzerei des bayerischen CSU-Ministerpräsidenten Markus Söder ist verantwortungslos. Denn sie schadet der deutschen Wirtschaft, vornehmlich der Autoindustrie. Und die hat schon genug Probleme.

Kurz vor dem Start der Internationalen Automesse in München tat sich Söder mit einem 10-Punkte-Plan hervor. Mit dem will er die für Deutschland so wichtige Autoindustrie retten, dürfte aber bei Realisierung genau das Gegenteil bewirken. Mit den meisten dieser zehn Punkte will Söder zurück in die Vergangenheit und das Verbrenner-Auto retten. Damit, das dürfte das Kalkül des Populisten Söder sein, möchte er den Geschmack der meisten deutschen Autofahrer treffen. […] „Stopp des Verbrennerverbots“, „CO₂-Zahlungen aussetzen“, „’Unrealistische‘ CO₂-Ziele neu formulieren“, „Keine Fahrverbote für Verbrennerautos“, „Kein Zwang zu Elektroautos“ – Fünf dieser zehn Punkte enthalten eigentlich dasselbe. […] Experten sind sich einig, dass Deutschland die Entwicklung hin zur E-Mobilität lange Zeit verschlafen hat und jetzt mit großer Verspätung zur Aufholjagd ansetzt. Der Grund dafür lag vor allem darin, dass die Politik hierzulande keinen eindeutigen Kurs vorgegeben hat. Immer wieder wurde – zu Zeiten der Ampel von der FDP – gebremst. Keinesfalls wollte man eindeutig auf die Entwicklung von Elektro-Fahrzeugen setzen. Der Verbrenner sollte unbedingt bleiben. […]

(Christoph Lütgert, 07.09.2025)

Leider betrifft der deutsche Beharrungswahn nicht nur Unions- und AfD-Politiker.

Wenn eine Kohlemine geschlossen werden soll, oder einer der großen Auto-Konzerne darüber nachdenkt, ein Werk stillzulegen, rasen Kommunal- und Landespolitiker jeder Couleur zu Hilfe, um das zu verhindern. Was einmal da war, soll unbedingt für immer bleiben. Auch wenn es sich um radikal klimaschädliche Methoden handelt oder überteuerte Verbrenner-Modelle gefertigt werden, die langfristig auf dem Weltmarkt keine Chance haben.

Das ist Gift für die Wirtschaft, aber auch langfristig für die Beschäftigten und das Klima. Natürlich sollen Arbeitsplatzverluste sozial abgefedert werden, aber statt auf stures „es soll alles so bleiben wie immer!“ zu setzen, sollte man sich überlegen, was man sinnvollerweise stattdessen an den Produktionsstandorten bauen könnte.

Klimatechnik, Wärmepumpen, Batteriespeicher, Maschinenbau für moderne grüne Wirtschaft, E-Mobilität, Drohnen – es gäbe so viele sinnvolle Richtungen, in die Industriepolitik weisen könnte.

Man mag den Wegfall geliebter deutscher Industrieprodukte bedauern. Aber mit der Herstellung von Videorekordern, kabelgebundenen Tastentelefonen, Faxgeräten, analogen Fotoapparaten, gedruckten Stadtplänen gibt es ebenso wenig eine ökonomische Zukunft, wie mit Braunkohlekraftwerken oder Ottomotoren.

CDU, CSU, BSW und AfD suggerieren aber genau das und bekommen dafür viel Wählerzuspruch. Es führt geradewegs ins Verderben. Wir sind nicht allein auf der Welt und haben somit nicht die Wahl, wie in meinen privaten vier Wänden auf Museums-Methoden zu setzen.

[….] Ich war von 2012 an acht Jahre Chinakorrespondent, bin jetzt nach Peking zurückgekehrt – […] Was Autos angeht, kamen mir die Menschen in China immer vor wie Amerikaner. Je größer, je auffälliger und bunter, desto besser. Wer es in den Jahren des Aufstiegs zu etwas gebracht hatte, kaufte sich das Beste, was das Budget hergab. Am liebsten einen Mercedes, einen Ferrari oder einen teuren Geländewagen – den Mercedes gern in Pink, den Ferrari in Giftgrün, den SUV mit einem Auspuff wie ein Ofenrohr.

Und wenn dann eines dieser Autos in Shanghai oder Shenzhen einen Kavalierstart hinlegte oder, vor möglichst vielen Bewunderern, genussvoll eingeparkt wurde – keine Spur von Naserümpfen wie im etablierten Europa. Begeisterte Anerkennung: »Hen ku, hen haokan!« – »Sehr cool, sieht super aus!«

So habe ich, bis vor sechs Jahren, das Verhältnis der Chinesen zu ihren Autos erlebt. Vor ein paar Wochen bin ich zurückgekehrt. »Das alte Peking«, hatte mich ein Freund gewarnt, »gibt es nicht mehr.« Das war eine Übertreibung, in vieler Hinsicht. Aber was Chinas Autokultur betrifft, stimmt es.

Sie fahren immer noch herum, die Mercedes, Ferraris und getunten SUV aus dem Westen. Sie fallen sogar auf – aber nicht mehr so sehr als Statussymbole einer zu Wohlstand gekommenen oberen Mittelschicht, sondern wie Dinosaurier aus einem zu Ende gehenden Autozeitalter.

Das Straßenbild in China hat sich völlig verändert. Man hört es, bevor man es sieht: Die Innenstädte sind messbar  leiser geworden – zum Teil, weil wegen der Immobilienflaute weniger gebaut wird, zum Teil, weil die öffentlichen Verkehrsnetze mittlerweile so dicht sind, dass weniger Leute selbst mit dem Auto fahren. Vor allem aber, weil die Zahl der Elektroautos so sprunghaft angestiegen ist.

Wenn man in Peking heute einen Zebrastreifen überquert, geht man oft an Kolonnen von E-Autos mit ihren grün-weißen Nummernschildern vorbei. Sie stehen lautlos vor der Ampel, und genauso lautlos bleibt es, wenn es grün wird und sie losfahren. Die alten Brummer mit den blauen Verbrennerkennzeichen werden immer weniger. Nach den einst dominanten westlichen Premiumautos muss man regelrecht suchen.

Stattdessen beherrschen so viele Marken und Modelle das Straßenbild, dass man selbst als Autofan den Überblick verliert. Nio, Arcfox, Aito, Maextro, Xiaomi, Yangwang und Dutzende andere – kleine, große, hässliche und schöne Autos, die außer ihrem Elektroantrieb vor allem eines verbindet: Es sind – bis auf wenige Ausnahmen – chinesische Fabrikate, und ihre Fahrer sehen sehr zufrieden aus. [….]

(Bernhard Zand, SPON-Peking, 01.09.2026)

Ein 1,4-Milliardenmenschen-Volk kann sich so schnell und so richtig wandeln. Die 0,08 Milliarden Deutschen verharren beleidigt in der Vergangenheit. Die Chinesen werden aber zu ihrem Glück auch nicht von den Fossil-Dinosauriern Reiche und Merz regiert.

[…]  Die Energiewende in China schreitet voran: Wie die Energiebehörde des Landes mitteilte, lagen Photovoltaikanlagen Stand Ende Juli mit 1.286 Gigawatt installierter Leistung erstmals vor Kohlekraftwerken. Deren installierte Leistung lag demnach - minimal geringer - bei 1.285 Gigawatt.

Nach Angaben des chinesischen Staatsfernsehens entfiel auf Solaranlagen damit ein Anteil von 31,5 Prozent an der gesamten installierten Stromerzeugungskapazität. China treibt den Ausbau von Stromgewinnung aus Sonnenenergie seit Jahren voran. Besonders im Westen und Nordwesten des Landes säumen Solarzellen ganze Landstriche. […]

(Tagesschau, 01.09.2026)

Dienstag, 25. August 2026

Der alte orange Feigling

Sein berühmtes „You are fired!” stieß er bei NBC in seiner "The Apprentice"-Show nur unter kontrollierten Kamera-Bedingungen aus. Als realer Firmenboss und Politiker traut sich Trump nicht einmal das „You are fired!” den Gefeuerten direkt ins Gesicht zu sagen, sondern läßt ihm treu Untergebene die Kündigung überbringen.

Trump ist ein Feigling. Das war bei GI Bone Spurs, dem five Times Draft Dodger schon sein ganzes Leben so. Ihm gefällt es, sich selbst als harter, mutiger Mann zu inszenieren, der rücksichtslos durchgreift und so wurde er für ständige Rüpeligkeiten bekannt. Aber diese Attacken kommen entweder aus der Sicherheit seines nächtlichen Telefons in Form von Tweeds und „Truths“, oder aber aus einer absoluten Position der Stärke. Er, umgeben von Bodyguards und loyalen Cronies, poltert gegen Schwächere, die sich nicht wehren können: Frauen, Minderheiten, Arme, Queere. Seine Feigheit zeigt sich darin, wie er sich seine Mitarbeiter aussucht: Sie müssen alle extrem devot sein, dürfen ihm niemals widersprechen oder mit unangenehmen Wahrheiten konfrontieren, die sein zartes Ego verletzen können.

Er legt sich nicht mit mächtigen weißen Männern an, die es wagen, ihm direkt zu widersprechen.

Er spricht mit Wolodymyr Selenskyj nicht unter vier Augen Klartext, staucht ihn nicht zusammen, wenn er mit ihm allein ist, sondern nur im Oval Office, wenn er alle seine treuen Kabinettscronis als Unterstützung dabei hat, wenn JD Vance und Rubio auch auf Selenskyj eindreschen und treu ergebene FOX-Reporter den Ukrainer wegen seiner Kleidung angiften. Wenn sie mit Heimvorteil eine „viele gegen einen“-Situation schaffen.

Als es in seiner Amtszeit einmal eine größere Demonstration gegen Trump gab, verkroch sich der Feigling sofort in den Bunker unter dem Weißen Haus.

[….] As protesters gathered outside the White House Friday night in Washington, DC, President Donald Trump was briefly taken to the underground bunker for a period of time, according to a White House official and a law enforcement source.

The President was there for a little under an hour before being brought upstairs.

A law enforcement source and another source familiar with the matter tell CNN that first lady Melania Trump and their son, Barron, were also taken to the bunker.

The law enforcement source familiar with protocol said that if authorities moved Trump, they would move all protectees, meaning Melania and Barron.

The second source told CNN that “if the condition at the White House is elevated to RED and the President is moved” to the Emergency Operations Center “Melania Trump, Barron Trump and any other first family members would be moved as well.”  [….]

(CNN, 01.06.2020)

Als es rund um den NATO-Gipfel in der Türkei Drohungen aus dem nahen Iran gab, flüchtete Trump mit seiner Windel-Fachkraft Natalie Harp heimlich im Supplytruck und ließ Marco Rubio mit der restlichen Regierungsmannschaft und den Journalisten als Köder für iranische Raketen im Regierungs-Jumbo zurück.

[…] Als Trump im Juli den Nato-Gipfel in der Türkei verließ, schmuggelte ihn der Secret Service wegen angeblicher Mordpläne Irans mit einem riskanten Täuschungsmanöver außer Landes. Zugleich wurde seine ahnungslose Reisedelegation zur Zielscheibe.  [….]

(Marc Pitzke, 14.08.2026)

Regierungschefs, die nicht ganz so verblödet wie Friedrich Merz sind, verstehen längst, wie Trump tickt. Er reißt das Maul auf, um andere aus der Position US-amerikanischer Stärke einzuschüchtern, droht wüste Konsequenzen an, bis alle einknicken und das tun, was er will, egal wie dumm und schädlich es ist.

Wer sich aber nicht von dem Gebell der orangenen Töle verjagen lässt und standhaft bleibt, erlebt ziemlich sicher, wie sich der mächtigste Mann der Welt einnässt. Er wird nicht ohne Grund „der Gewindelte“ oder TACO genannt: Trump always chickens out.

Die Mullahs in Teheran wissen es, die kanadische Regierung offensichtlich auch.

[….] Die Kunst der Diplomatie gehört bekanntlich nicht zu den Stärken von Trump und seinen Leuten. Das kann man gerade erst wieder im Zollstreit mit Kanada sehen. Dort spult Donald Trump sein übliches Programm ab: Er droht, er eskaliert und überzieht die Nachbarn mit Schimpftiraden. Doch der Erfolg dieser Politik ist überschaubar, der kanadische Premierminister Mark Carney hält dagegen. Trumps Drohgebärden haben sich abgenutzt. Jeder weiß, dass er wahrscheinlich bald doch wieder einen Rückzieher macht.

Bis dahin richten Trumps Rambo-Methoden viel Schaden an, vor allem im eigenen Land. Die Zölle gegen Kanada stürzen die ohnehin angeschlagene US-Wirtschaft in noch größere Turbulenzen. Damit beschädigt Trump nicht zuletzt mutwillig die Erfolgschancen seiner Partei bei den bevorstehenden Zwischenwahlen im November.  [……]

(Ann-Kathrin Nezik, 25.08.2026)

Der liberale Mark Carney und der Doug Ford, der konservative Premierminister Ontarios, kuschen aber nicht vor Trump, sondern widersprechen ihm furchtlos.

Damit kann der gewindelte Geront absolut nicht umgehen.


Trumps Feigheit bleibt auch ein Problem bei seinen martialischen, von Superlativen strotzenden Drohungen gegen den Iran.

Er will die totalen Wirtschaftssanktionen, Teheran jede Lebensader abschneiden. Aber dem Oman und Syrien zu drohen ist das eine. Wirklich brutal und existenzbedrohend für die Mullahs, wären die Sanktionen nur wenn Trump auch alle mit dem Iran geschäftlich verbundenen Banken und den Hauptabnehmer Iranischen Öls sanktionierte.

Aber das sind finanziell mächtige Gegner, sowohl die Banken, als auch China. Staatspräsident Xi zeigte schon zuvor, daß er nicht einknickt und so weicht Trump auch diesmal feige vor dieser angekündigten Maßnahme zurück.

[…] Der von den USA angedrohte wirtschaftliche D-Day ist nur heiße Luft. Sanktionen gegen Banken wären ernstzunehmender. Doch die finden nicht statt. […] Sie sollten ein „ökonomischer D-Day“ sein, die neuen US-Sanktionen gegen die Islamische Republik Iran. Alle noch bestehenden finanziellen Rettungsleinen sollten dem Regime in Teheran gekappt werden, unter dem vollmundigen Namen „Operation Economic Outcast“, also „wirtschaftlicher Ausgestoßener“. Dutzende Individuen und Firmen sind betroffen, darunter Transportunternehmen und Zwischenhändler vor allem in China und Hongkong. Ihre Kosten dafür, weiter mit Iran Handel zu treiben, sollten dadurch deutlich erhöht werden.

Doch das Paket ist kein D-Day, sondern eine kalkulierte Mini-Offensive. Viele betroffene Firmen arbeiten eher regional in China und Hongkong, wie exponiert sie den US-Sanktionen sind, ist unklar. Außerdem können sie schnell durch ähnliche, bislang nicht designierte Firmen ersetzt werden. Wirklich haarig – und damit auch effektiv – wäre es geworden, wenn auch große, mit Iran arbeitende Banken in China sanktioniert worden wären.

Doch an die trauen sich die USA nicht heran, denn das würde einen offeneren Konflikt mit Beijing heraufbeschwören. Und davor scheinen die USA – trotz aller kampfeslustiger Rhetorik – doch zurückzuscheuen. […]

(Lisa Schneider, 25.08.2026)

Trump ist eben nur ein Hosenscheißer; im übertragenen und wörtlichen Sinne. Wer ihm die Stirn bietet, hat gute Chancen, zwar sein Gebell ertragen zu müssen, aber ohne die wirklich harten Konsequenzen davon zu kommen. Einen ökonomischen Frontalangriff auf Irans größten Ölabnehmer China traut sich das mit 40 Trillionen Dollar verschuldete Washington nicht, wenn die Midterms bevorstehen und die Wähler über die jetzt schon viel zu hohen Preise stöhnen.

[….] Es sollte ein „D-Day“ werden, eine Operation wie die Landung der Alliierten an den Stränden der Normandie, die 1944 das Ende des Zweiten Weltkriegs einleitete. So hatten es US-Präsident Donald Trump und sein Finanzminister Scott Bessent vollmundig angekündigt. [….] Doch das, was Bessent dann am Montag bekannt gab, war kein „D-Day“. [….]  Der Trump-Minister fuhr zwar rhetorisch scharfe Geschütze auf. Er versprach, alle noch verbliebenen „Lebensadern“ des iranischen Regimes zu kappen und erst nachzulassen, wenn Teheran vollkommen allein dastehe. [….]  Aber eine Bazooka, um es in den Worten von Ex-Kanzler Olaf Scholz zu sagen, waren die Ankündigungen nicht. [….]

(Ann-Kathrin Nezik, 25.08.2026)