Samstag, 27. Juni 2026

Deindustrialisierung

Läuft echt super für die ökonomischen Genies Merz und Reiche mit ihrem Kampf für Verbrennerautos! Zum Glück hat niemand auf den doofen grünen Kinderbuchautor gehört, der schon vor sieben Jahren dringend den Umstieg auf E-Autos anmahnte, um auf dem Weltmarkt zu bestehen!

[….] Robert Habeck kritisiert Konservative: „Das verunsichert den Markt“

Am Mittwoch beklagte Habeck auf eine Frage nach der Situation von VW unter anderem, rund um die Europawahl sei von konservativer Seite in Frage gestellt worden, ob die Mobilität klimaneutral werden solle. Verbrennungsmotoren müssten klimaneutral werden. „Aber die Technik der Wahl ist für die allermeisten Produzenten wie Verbraucher die E-Mobilität. Das in Frage zu stellen, verunsichert den Markt. Und da ist ein schwerer, ein toxischer Schaden entstanden, der schnell aufgeräumt werden sollte.“

Aus der Opposition kam unterdessen Kritik an der Bundesregierung. „VW zeigt, dass wir ein grundsätzliches Problem mit der Wettbewerbsfähigkeit unserer Volkswirtschaft haben“, erklärte CDU-Chef Friedrich Merz. Deutschland befinde sich in der Rezession. „Die Verantwortung dafür trägt vor allem die Bundesregierung“, führte Merz aus. „Die Bedingungen werden für viele Unternehmen existenzbedrohend.“    [….] Habeck, damals noch in der Opposition, hatte Probleme bei Volkswagen allerdings bereits vorhergesagt und die Strategie des Konzerns scharf kritisiert, als die Grünen noch nicht der Bundesregierung angehörten. Die Zahl der Kunden, die sich ein Auto um 100.000 Euro leisten könnten, sei begrenzt, sagte Habeck in einem Interview im Jahr 2019.

„Wenn Sie 2025 kein E-Mobil für unter 20.000 Euro anbieten, dann werden Sie – so fürchte ich – im Markt scheitern.“ Zuvor hatte Volkswagen angekündigt, zunächst bei hochpreisigen Modellen auf E-Mobilität zu setzen.

Habecks Worte aus der Vergangenheit bekommen angesichts der Krise nun erneute Aufmerksamkeit. In den sozialen Netzwerken erinnerten zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer an die frühe Warnung des Grünen-Politikers. 2019 war Angela Merkel Bundeskanzlerin, mit Peter Altmaier war auch das Wirtschaftsministerium mit einem CDU-Politiker besetzt. [….]

(Kölnische Rundschau, 04.09.2024)

Ein halbes Jahr später wurde Bundeswirtschaftsminister Habeck, durch den Willen des deutschen Urnenpöbels, von der ultrarechten Fossillobbyisten Katherina Reiche ersetzt, die zusammen mit dem neuen Bundeskanzler endlich den ganzen Öko-Schnickschnack stoppt und wieder voll auf Gas-Heizung und Verbrennungsmotoren setzt.

[….] Europas größter Autobauer Volkswagen steht Medienberichten zufolge vor einem weiteren massiven Stellenabbau. ​In den nächsten Jahren sollen im Konzern weltweit bis zu 100.000 der ‌aktuell rund 657.000 Arbeitsplätze wegfallen, [….] Das entspräche einer Verdoppelung des bisherigen Abbauziels von 50.000 bis 2030, das in seiner Radikalität schon beispiellos gewesen war. Die »Frankfurter Allgemeine Zeitung « schreibt gar von bis zu 60.000 zusätzlichen Stellen. [….]

(SPON, 26.06.2026)

Glückwunsch an die christdemokratischen Fossil-Granaten! Das muss man erst einmal schaffen, mit 1.000 zusätzlichen geliehen Milliarden Euro, nicht nur in Zeiten des massiven Fachkräftemangels, die Massenarbeitslosigkeit zurückzubringen, sondern gleich die komplette Wirtschaft abzuwürgen.

Das ist umso bemerkenswerter, weil es andere europäische Industrienationen in vergleichbaren Situationen viel besser machen.

In erster Linie natürlich das sozialistisch regierte Spanien, das seit Jahren politischen Entscheidungen genau konträr zu Merz/Reiche/Spahn/Dobrindt trifft und damit enorme Erfolge vorweisen kann.

Erschreckenderweise funktioniert die rechte Meloni-Wirtschaftspolitik Italiens ebenfalls wesentlich besser, als der teutonische Merz-Murx:

[….] Wirtschaftswachstum - Warum Italien besser dasteht als Deutschland[….] Immerhin ist Italien weiterhin die drittgrößte Volkswirtschaft der EU und Mitglied des exklusiven G-7-Klubs der wichtigsten westlichen Industriestaaten, was Meloni gerade zu einem prestigeträchtigen Auftritt beim Jahrestreffen in Genf verholfen hat. Und Italien liefert seit Langem bessere Zahlen als der Primus Deutschland. Aus der weltweiten Corona-Krise kam das Land mit einem beeindruckenden Wachstum heraus: 3,9 Prozent seit 2019, das ist doppelt so viel wie in Frankreich, fünfmal so viel wie in Deutschland. Zwar schnurrte das Wachstum zuletzt zusammen, ins Jahr 2026 startete man nur noch verhalten optimistisch. Aber während Deutschland in der Rezession steckt, legt Italien weiter zu, jedenfalls ein wenig. Ende Mai, als die Bundesrepublik einen Rückgang der Industrieproduktion um 2,4 Prozent meldete, konnte Italien mit einem Plus von 0,5 Prozent punkten: eine Augenblickaufnahme, die aber das Ego streichelt.   Bahnfahren oder Fliegen – in Italien läuft vieles besser als in Deutschland  [….]

(Marc Beise, 21.06.2026)

Das Totalversagen des Merz ist schon nahezu einzigartig auf der Welt und befindet sich fast auf einer Stufe mit der Dummheit Trumps.

Merz und Reiche sorgen für Massenentlassungen.

Volkswagen, Deutsche Bahn, ZF Friedrichshafen, Bosch, ThyssenKrupp, SAP, Deutsche Post, Audi und Miele streichen jeweils Jobs im fünfstelligen Bereich!

[….]  Ende des ersten Quartals 2026 hat die Zahl der Beschäftigten bei deutschen Industrieunternehmen 2,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen. Das entspricht rund 127.300 Jobs weniger als im Vorjahr, wie aus einer Analyse des Prüfungs- und Beratungsunternehmens ​EY hervorgeht.

Verglichen mit den Zahlen von 2019 sind seit der Coronapandemie 341.500 ⁠Industriejobs verloren gegangen. Das entspricht einem Rückgang um gut sechs Prozent. ​Jeder 17. Industriejob ist demnach verschwunden.

Besonders stark fällt der Stellenabbau in der Automobilindustrie aus. Dort sei seit 2019 jeder siebte Arbeitsplatz verloren gegangen, meldete EY. In den vergangenen zwölf Monaten sank die Beschäftigung in der Autobranche um 32.000, seit ‌2019 insgesamt um etwa 125.800 Jobs.

Prozentual noch stärkere Einbußen verzeichnete den Angaben nach die Textilindustrie, in ​der seit 2019 rund 22 Prozent der Arbeitsplätze verloren gingen. In der Metallindustrie sank die ⁠Beschäftigung um 15 ​Prozent.  [….]

(ZEIT, 25.05.2026)

In anderen Industrienationen läuft es wesentlich besser, weil deren Regierungen, ob links, ob rechts, erkannt haben, wie man Wachstum generiert, indem man auf moderne ökologische, erneuerbare Technologien setzt. Nur die CDUCSU-Minister schaffen es, in jeder Hinsicht genau das Falsche zu tun, auf die tödlichen Untergangs-Methoden von vor hundert Jahren zu setzen und dafür genau die Branchen zu behindern, die als moderne Jobmotoren fungieren.

Vergleichen mit dem ökonomischen Mindset der Merz- und Söder-Parteien, wirken die Schildbürger wie hochrationale Genies.

[…] Öko-Jobmotor droht abgewürgt zu werden […] Die Konjunktur lahmt, und die Bundesregierung sucht händeringend nach einem Turbo für Wachstum und Jobs. Neue Zahlen zeigen hier: Die Energiewende hat sich trotz der ökonomischen Flaute zu einem wichtigen Jobmotor entwickelt. Im vorigen Jahr arbeiteten in Deutschland rund 436.000 Menschen im Bereich der erneuerbaren Energien – so viele wie noch nie.

Gegenüber 2023, dem bisherigen Spitzenjahr, entspricht das einem Zuwachs von knapp vier Prozent. Das geht aus neuen Berechnungen der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung hervor. Die Autoren warnen allerdings, dass der von der Bundesregierung eingeleitete energiepolitische Kurswechsel den Beschäftigungsaufschwung wieder abwürgen könnte.

Größter Arbeitgeber ist inzwischen die Windenergie. Die Zahl der dort Beschäftigten stieg zwischen 2023 und 2025 um rund 30 Prozent auf 172.000. Damit entfällt deutlich mehr als jeder dritte Arbeitsplatz der Branche auf Windräder an Land und auf See, also Herstellung, Zulieferung, Projektierung sowie Betrieb und Wartung. Es folgen die Bioenergie mit etwa 97.000 und die Solarenergie mit knapp 90.000 Beschäftigten. Auf Herstellung und Installation von Wärmepumpen entfallen gut 72.000 Stellen.

[…] Die Statistik zeigt, wie unmittelbar politische Rahmenbedingungen auf den Arbeitsmarkt durchschlagen. Als die Investitionen aufgrund der Förderung durch das von der rot-grünen Bundesregierung eingeführte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2010 und 2011 auf fast 28 Milliarden Euro jährlich stiegen, kletterte die Beschäftigung auf einen ersten Höchststand von rund 415.000. Nach radikalen Förderkürzungen durch die Regierung von Union und FDP sowie sinkenden Investitionen ging es stark bergab. Im Jahr 2025 erreichten die Investitionen aufgrund der Gesetzespakete der Ampel-Regierung mit 37,5 Milliarden Euro einen neuen Rekord – und parallel stieg auch die Zahl der Stellen. „Die Beschäftigung wächst dort, wo durch Planungssicherheit private Investitionen in den Ausbau der erneuerbaren Energien fließen“, sagt Bertelsmann-Arbeitsmarktexpertin Jana Fingerhut.

Besonders drastisch war der Absturz vor rund 15 Jahren in der Solarindustrie. Zwischen 2011 und 2013 halbierte sich die Beschäftigtenzahl von 156.700 auf 70.200, bis 2017 sank sie auf nur noch 39.900. Auslöser waren die Kürzung der Solarförderung, ein zeitweise einbrechender deutscher Markt und die Verlagerung der Modulproduktion nach Asien. […] Ob es künftige weitere Rekorde bei den Erneuerbaren-Jobs geben wird, ist fraglich. Denn die Bundesregierung novelliert nicht nur das Heizungsgesetz, auch das EEG wird umgebaut. Hierdurch droht der Zubau von Öko-Energien einzubrechen. Hinzu kommt ein neues Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz, mit dem Berlin Dunkelflauten bei Wind und Solar ausgleichen will. Umwelt- und Branchenverbände kritisieren, die Pläne begünstigten neue Gaskraftwerke und könnten Investitionen in Stromspeicher schwächen. […]

(Joachim Wille, 24.06.2026)

Freitag, 26. Juni 2026

Kurzer Einschub zur Israel-Lobby in den USA

Die US-Parteipolitiker haben ein Problem. Ich glaube, Israelis und Republikaner, aber auch Demokraten, unterschätzen im Moment massiv, wohin sich der Wind in den USA dreht.

Bisher war die bedingungslose politische und militärische Unterstützung aus Washington eine Lebensversicherung Israels. Dazu schaufelt die AIPAC Milliarden Dollar aus den USA nach Israel.

BISHER befanden sich alle US-Politiker komplett auf AIPAC-Linie. GOPer, wegen der Evangelikalen Endzeit-Theorien und aus Muslimhass. Die Demokraten noch aus Verantwortungsgefühl für die vielen Angehörigen derHolocaust-Opfer, die aus Europa in die USA ausgewandert sind. Deswegen sind viele mächtige US-Demokraten Juden. Bidens Außenminister Antony Blinken, der Chef der Demokraten im US-Senat Chuck Schumer, das soziale Aushängeschild Bernie Sanders, oder der prominenten Anklageführer des zweiten Amtsenthebungsverfahrens gegen Donald Trump Jamie Raskin.

Alles völlig verständlich.

[…] Die Israel-Lobby in den Vereinigten Staaten ist ein vielschichtiges und komplexes Netzwerk aus Personen, Interessengruppen, Lobbykomitees und Basisbewegungen, die darauf abzielen, die amerikanische Außenpolitik zugunsten Israels zu beeinflussen.

Obwohl das bekannteste und mächtigste Mitglied dieses Netzwerks stets das American Israel Public Affairs Committee (AIPAC) war, existieren zahlreiche weitere Akteure mit unterschiedlichen Rollen, Zielgruppen und Strategien. Im Jahr 2025 ist dieses Umfeld besonders dynamisch: Veränderungen in der öffentlichen Meinung, geopolitische Entwicklungen und neue gesetzgeberische Aktivitäten verändern das Kräfteverhältnis innerhalb der Lobbylandschaft.

[…]  AIPAC gilt als eine der zentralen Säulen der Israel-Lobby, bekannt für ihre direkte und strategische Arbeit mit Mitgliedern des US-Kongresses. Die öffentlich erklärte Mission der Organisation besteht darin, das US-israelische Bündnis als Schlüssel amerikanischer Interessen und Werte zu stärken.

AIPAC verfügt über beachtlichen Einfluss durch parteiübergreifendes Lobbying, erhebliche politische Spenden und die Organisation von Kongressreisen nach Israel. Mit jährlichen Ausgaben von über 100 Millionen Dollar verfolgt die Organisation ihre politischen Ziele in Washington konsequent. […]

Neben AIPAC zählt Christians United for Israel (CUFI) zu den populärsten und am schnellsten wachsenden Lobbygruppen, die pro-israelische Politik aus einer evangelikal-christlichen Perspektive vertreten. CUFI organisiert über 10 Millionen Mitglieder und führt Basisinitiativen durch, die Kirchen und Einzelpersonen dazu bewegen, für eine bedingungslose US-Unterstützung Israels einzutreten.  [….]

(DCTransparency 2025)

Aber der US-Staatsbürger Bibi Netanjahu vermochte es mit seinem kriegsverbrecherischen und kriminellen Gebaren, erst die Studenten in den USA, dann die Parteijugend der DEMs, sowie den progressiven Flügel so massiv zu verprellen und das Image von Israel so zu ruinieren, daß die engen Verbindung zur AIPAC zur Belastung werden.

Bis vor wenigen Jahren war es noch undenkbar, daß bei demokratischen Vorwahlen „demokratische Sozialisten“, die sich mit Palästinensern solidarisieren, durchmarschieren.

[…] Die Masse jubelt, Menschen umarmen sich, springen kollektiv in die Höhe. So ausgelassen feierten sie am Dienstagabend den Wahlsieg der 32-jährigen Darializa Avila Chevalier bei den demokratischen Vorwahlen in New York. […] Es werde nicht einfach werden für sie in Washington, D.C.: »Der Faschismus schreitet voran und Trump ist im Amt.« Neben Avila Chevalier steht der amtierende Bürgermeister der Stadt, der Demokratische Sozialist Zohran Mamdani, ein strahlendes Lächeln auf dem Gesicht.

Er hat allen Grund zur Zufriedenheit, der Erfolg der jungen Linksaktivistin ist auch seiner. Im Gegensatz zu vielen früheren Bürgermeistern hatte Mamdani sich im Wahlkampf aktiv für seine Verbündeten eingesetzt – und gilt nun als Königsmacher, der seine Macht unter Beweis gestellt hat. Auf der Siegesparty in Brooklyn sprach er von einem »neuen Kapital in der Geschichte« der Demokratischen Partei.

Monatelang hatte der 34-jährige Bürgermeister für seine Leute geworben, in den vergangenen Tagen vor der Wahl bis spätabends an Veranstaltungen teilgenommen und die Wahlen ein Referendum über die zukünftige Richtung der Partei genannt. Drei von ihm unterstützte Kandidaten gewannen daraufhin in New York die demokratischen Vorwahlen und haben nun sehr gute Aussichten, im Herbst tatsächlich in den Kongress einzuziehen. […] Die Mamdani-Kandidaten sorgten durchaus für Unmut bei den Demokraten in der Hauptstadt: Avila Chevalier gewann gegen den langjährigen Kongressabgeordneten Adriano Espaillat, der die parlamentarische Gruppe der hispanischen Abgeordneten im US-Kongress leitet. Er war vom Anführer der Demokraten im Abgeordnetenhaus, Hakeem Jeffries, unterstützt worden. […] Alle drei Mamdani-Kandidaten konzentrierten sich im Wahlkampf auf die gestiegenen Lebenshaltungskosten und forderten ein gerechteres Steuersystem. Außerdem kritisieren sie die US-Einwanderungsbehörde ICE. […] Alle drei Kandidaten verurteilten zudem deutlich den Krieg Israels im Gazastreifen und sprachen sich dafür aus, dass die Vereinigten Staaten ihre Unterstützung für Israel einstellen sollen. Damit spiegeln sie eine weitreichende Veränderung in der öffentlichen Meinung wider, sogar im jüdisch geprägten New York stehen gerade jüngere, progressive Juden Israel zunehmend kritisch gegenüber

»New York zeigt, dass es nicht nur um die Person Mamdani geht, die Unterstützung der Wählerschaft geht darüber hinaus, das beweist, dass es sich hier um eine Bewegung handelt«, sagte der progressive Aktivist Aaron Regungberg dem SPIEGEL. »Es zeigt, dass die demokratischen Wähler endlich bereit sind, die leblose, von Aipac und großen Unternehmen kontrollierte Führung abzuservieren, die uns in diese schlimme Lage gebracht hat.« […]

 (Nicola Abé, SPON, 25.06.2026)

Das Dem-Parteiestablishment wirkt irritiert und weiß nicht, wie es reagieren soll.

Bisher gehörte bedingungslose Israel-Unterstützung zur DNA der Partei und selbst die leiseste Israel-Kritik verschafft den GOPern die Gelegenheit, mit der Antisemitismus-Keule zu kommen. Die AIPAC-Millionen gehen dann als Wahlkampfunterstützung zu der GOP.

Daher haben schon Obama und Hillary Clinton, von denen durch Leaks bekannt wurde, daß sie persönlich Netanjahu absolut nicht ausstehen können und für einen notorischen Lügner halten, nie öffentlich die völlige Solidarität mit Israel in Frage gestellt.


Ein kritischer Kurs gegen Israel ist in den USA parteipolitisch hochriskant!

Deswegen gefällt es den Granden gar nicht, was Mamdani tut.

ABER das Partei-Establishment ist auch nicht doof. Die können Umfragen lesen und wissen, daß das Ansehen Israels in der US-Bevölkerung gerade kollabiert. Bei den GOPern; aber noch viel stärker bei den Dems.


Das ist eine Zwickmühle, weil es nun nicht nur Wähler gibt, die Demokraten wegen MANGELNDER Israel-Unterstützung nicht wählen, sondern auch zunehmend (gerade junge Menschen), die Dems wegen ZU VIEL Israel-Unterstützung nicht wählen.

Auch der Antisemitismus-Vorwurf verliert an Kraft, weil zB allein in New York fast zwei Millionen Juden leben, von denen viele aber sehr liberal sind und an vorderster Front der Bibi-Kritiker stehen.

Die Demokratische Kritik an Israel, soll „antisemitisch“ sein, wenn sie von Raskin, Schumer, Blinken und Sanders kommt?

Man sieht in New York sogar orthodoxe Rabbis, die an Demonstration gegen die Israelische Besatzungspolitik teilnehmen.

Wer für Israel ist, den Israelis ein friedliches Leben wünscht, wem das Existenzrecht Israels wirklich etwas bedeutet, der sollte sich mit all den liberalen und Exil-Juden solidarisieren, die sich für Palästinenser und gegen die Verbrechen der rechtsradikalen Netanjahu-Regierung engagieren.

 Wer sich, wie Wadephul, Prien, Söder, Dobrindt, Klöcker und Merz nahezu kritiklos an die Seite der gegenwärtigen Israelischen Regierung stellt, die diplomatischen EU-Maßnahmen gegen Israelische Minister blockiert und Bibi auch noch wohlwollend dazu gratuliert „unsere Drecksarbeit zu machen“, handelt nicht nur moralisch verwerflich, sondern schadet Israel massiv.

Die Bibi-Regierung mit Itamar Ben-Gvir, dem rassistischen und rechtsradikalen Minister für die Nationale Sicherheit Israels und Bezalel Joel Smotrich, dem rechtsextremen und fundamental-religiösen Finanzminister, stellt die größte Gefahr für den Staat Israel dar. Sie haben das internationale Ansehen ihres Landes endgültig ruiniert, durch ihre Kriege ein Desaster in Nahem Osten angezettelt und den Tod von  Myriaden Frauen und Kinder verursacht.

Das wurde fast überall in der Welt begriffen. Noch nicht im Berliner Merz-Kabinett und nicht in den Parteizentralen der USA.

Aber die Demokraten bemerken langsam etwas. Es ist an der Zeit, sich von der AIPAC und der CUFI zu verabschieden, Bibi entgegen zu treten und sich endlich wieder an die Seite der friedlichen Juden der USA zu stellen.


Mit Typen wie Israels Botschafter in den USA, Yechiel Leiter, der jetzt die „Friedensverhandlungen“ mit dem Libanon organisiert, kann man nicht zusammenarbeiten.

[…] Der rechtsextreme Siedler [Yechiel Leiter] und Sohn US-amerikanischer Eltern wurde 1959 in Scranton, Pennsylvania, geboren. Er schloss sich laut der israelischen Zeitung Ha’aretz früh der Jewish Defense League des Rechtsextremen und später wegen Terrorismus verurteilten Meir Kahane an. Nach Angaben des FBI war die Gruppe an der Planung und Ausführung terroristischer Anschläge in den USA beteiligt.

Mit 18 ging er nach Israel und trat der Armee bei. 1984 zog er in eine der radikaleren israelischen Siedlungen im besetzten Westjordanland in Hebron. Leiter war Mitglied der heute verbotenen Kach-Partei, die Kahane 1971 in Israel gründete und die den Aufbau eines rein jüdischen Staates unter Einsatz von Gewalt anstrebte.

Später stieg der promovierte Politikwissenschaftler und Vater von acht Kindern in der israelischen Politik auf, unter anderem als Berater des früheren Ministerpräsidenten Ariel Scharon.  [….]

(Felix Wellisch, 26.06.2026)

Donnerstag, 25. Juni 2026

Die falsche Toleranz

Die Nichthandel-Bundesregierung, die uns weder digitalisiert, noch entkarbonisiert, noch Hitzeschutzprogramme entwickelt, noch das seit vielen Jahren überfällige AfD-Verbotsverfahren prüfen lässt, versagt selbstverständlich auch bei der Prävention und Aufklärung von pädosexuellen Verbrechen.

Während es sogar in erzkatholischen Ländern, wie Irland Regierungskommissionen gab, die die unfassbaren Massenverbrechen der Kirchen an Kindern untersuchten, unternehmen CDUCSU-Politiker nichts, um die größte transnationale Kinderf|ck€rorganisation der Weltgeschichte zu stoppen.

Der Christenkanzler und Vorsitzende der Christenpartei Merz, versagt moralisch, politisch und juristisch.

Aber wir versagen natürlich alle. Medien, Juristen, Parteien, Wähler, Kirchenmitglieder.

Berichte über Geistliche, die Kinder sexuell und psychisch missbrauchen, ihnen lebenslange Schäden zufügen und wirklich perfidem Sadismus auch noch selbst die Schuld dafür einreden, stoßen kaum noch auf Interesse.

Noch schlimmer: 16 Jahre nach Canisius, scheint es in unserem Volk auf breite Toleranz zu stoßen, daß Multimilliarden Euro schwere, steuerbefreite, vom Staat jährlich mit weiteren Milliarden überschüttete Vereine, deren Amtsträger nicht nur 100.000e Kinder in Deutschland missbrauchten, sondern deren höchste Amtsträger bis heute vertuschen und die Täter vor den Opfern „schützen“, im rechtsfreien Raum schweben.

Priester, Pater, Mönche, Nonnen, Bischöfe, Erzbischöfe, Äbte, Kardinäle, die sich an Kindern vergreifen?

Offenbar juckt das niemanden mehr. Deutschland nimmt es achselzuckend hin.

[…] »Es gab klare Hinweise, dass Franz Hengsbach ein Täter war«, sagte die Forscherin Helga Dill. Bisher waren zwei mögliche Übergriffe aus den Fünfzigerjahren und Sechzigerjahren bekannt.

Der viele Jahre hoch angesehene Ruhrbischof soll in drei Fällen in den Fünfzigerjahren bis Achtzigerjahren sexualisierte Gewalt gegen junge Mädchen ausgeübt haben, ein möglicher Übergriff gegen einen Jungen gilt als »in der Schilderung konsistent«, sagten die Forscher. […] »Hengsbach war ein Sexualstraftäter – ohne Wenn und Aber«, sagte der Sprecher der Betroffenen, Johannes Norpoth. Die Kirche müsse Konsequenzen ziehen und Macht in ihren Strukturen begrenzen. […] der aktuelle Essener Bischof Franz-Josef Overbeck […]  räumte auch selbst Versäumnisse im Kontext des Falls ein: Er habe Informationen aus Paderborn über einen Missbrauch durch Hengsbach, die ihm bereits 2011 vorlagen, jahrelang nicht weitergegeben. […]

(SPON, 25.06.2026)

Sind ja „nur“ Kinder. Das Kirchenvolk liebte Hengsbach.

Und nicht vergessen: Niemand hat es so schwer, wie unser armer Bundeskanzler.

[…] Er war zu seiner Zeit eine Art katholischer Superstar: Kardinal Franz Hengsbach war nicht nur 1958 der erste Bischof des neu gegründeten Ruhrbistums Essen. Er war wegen seiner volksnahen Art auch allseits beliebt. […] […]  Kurzum: Hengsbach galt als Lichtgestalt.

Eine Lichtgestalt mit einer dunklen Seite. Denn der 1991 gestorbene Kardinal war wohl ein Missbrauchstäter. Das ist das Ergebnis einer Studie, die am Donnerstag vorgestellt wurde. Hengsbach ist damit der erste deutsche Kardinal, dem nicht nur Vertuschung, sondern selbst Missbrauch zur Last gelegt wird. Das Münchner Institut IPP, die Forschungsstelle für Zeitgeschichte Hamburg und das Berliner Institut Dissens untersuchten mehrere Tausend Seiten von Aktenbeständen aus Essen, Köln und Paderborn. Außerdem führten sie 22 Interviews mit Betroffenen und Zeitzeugen. […] Die Forscher identifizierten zwölf konkrete Missbrauchsvorwürfe gegen Hengsbach, […] Im September 2023 hatte das Bistum Essen zum ersten Mal öffentlich gemacht, dass Vorwürfe sexualisierter Gewalt gegen den Gründungsbischof erhoben werden, und angekündigt, diese untersuchen zu lassen. Schnell geriet dabei auch Essens amtierender Bischof Franz-Josef Overbeck in die Kritik: Denn Overbeck wusste seit 2011 von einem Vorwurf gegen Hengsbach, unternahm aber nichts. Mehr noch: Durch Overbecks Schweigen gingen die Fälle in keine einzige der anderen Aufarbeitungsstudien ein, die zwischenzeitlich gestartet worden waren.

In den untersuchten Beständen fanden die Forscher einen Aktenvermerk, aus dem hervorgeht, dass Overbeck im August 2011 per Fax vom Erzbistum Paderborn über Vorwürfe gegen Franz Hengsbach informiert wurde. Danach habe Overbeck dieses Fax an einem nicht dafür vorgesehenen Ort abgelegt und „vergessen“. Nur wenige Tage später ging im Bistum Essen die Anfrage des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) ein, ob etwas gegen Hengsbach vorläge. Dem LWL gegenüber hatte ein Mann angegeben, als Heimkind von Hengsbach sexualisierte Gewalt erfahren zu haben. […] Der Fall Hengsbach sei, so das Fazit der Forscher, ein „Spiegel des deutschen Katholizismus“. Nach außen trat Hengsbach als wertkonservativer Mahner für christliche Sexualmoral und Sittlichkeit ein. So beliebt er im Volk war, so autoritär herrschte er im Inneren. Zeitzeugen berichteten, wie Hengsbach Untergebene niedermachte und schikanierte. […]

(Annette Zoch, 25.06.2026)

 

[….] Bekannt geworden ist laut Studie auch, dass sich die Missbrauchvorwürfe auch auf Hengsbachs Bruder Paul beziehen - er war ebenfalls Priester. Die beiden sollen gemeinsam einem Mädchen Gewalt angetan haben. Paul Hengsbach hatte dies zu Lebzeiten immer abgestritten. [….] Zu hohe Erwartungen an die vom Bistum Essen beauftragte Forschung seien allerdings nicht angebracht: "Je prominenter die Täter, um so seltener finden wir grundsätzlich Nachweise, die dokumentiert sind", ordnet es Kirchenrechtler Professor Thomas Schüller von der Universität Münster ein. Vieles dürfte also nie bekannt werden. [….] Die Betroffenen werden wohl auch weiterhin noch auf die Aufklärung der Vorfälle warten müssen. Dem Thema Machtmissbrauch und möglicher Komplizenschaften mit anderen übergriffigen Geistlichen oder sogar Täternetzwerken werden die Forschenden des IPP erst 2027 in ihrem Abschlussbericht nachgehen. "Ich hätte gerne schneller Fakten gehabt - immerhin dürfte das älteste Opfer fast 90 Jahre alt sein", so WDR-Kirchenexperte Theodor Dierkes. [….] Einen kleinen Teilerfolg nehmen die Betroffenen aber jetzt schon aus den Zwischenergebnissen der Studie mit, der auch für die weitere Aufarbeitung wichtig ist: "Wir sprechen jetzt nicht mehr von einem Angeschuldigten, sondern einem Täter", fasst Johannes Norpoth, Betroffenen-Vertreter zusammen. [….]

(WDR, 25.06.2026)

Mittwoch, 24. Juni 2026

Die Linken, Grünen und Sozis machen mich fertig!

Was haben die AfD-Faschisten nur für ein Glück. Sie brauchen nichts zu tun, nicht ein tragfähiges Konzept erarbeiten, sich nicht einer unangenehmen Realität stellen.

Einfach nur zurücklehnen, Popcorn bereitstellen und zugucken, wie insbesondere CDU, CSU, FW und FDP täglich für sie Werbung machen, die Nazi-Thesen zur Salonfähigkeit adeln und so eifrig und stolz, die härteste Anti-Klima- und Anti-Migranten-Politik ZUM SCHADEN DEUTSCHALNDS durchsetzen, daß jeder, der sich eben noch schämte, mit den Höckerianischen NS-Sprüchen zu sympathisieren, a posteriori bestätigt bekommt „na, so falsch lag die AfD ja wohl nicht, wenn Spahn, Söder, Reiche, Dobrindt und Merz deren Forderungen jetzt umsetzen!“

Die Ergebnisse kannten wir schon lange aus allen Studien und bekommen sie nun erneut von der Realität bestätigt:

·        Bergab mit der deutschen Wirtschaft

·        Bergab mit dem deutschen Ansehen in der Welt

·        Bergab mit den CDU-Wahlergebnissen

·        Bergab mit den Merz-Zustimmungswerten

·        Bergauf nur für die AfD.

Bergauf für das Land, für die Bürger, für die Natur, für die Wirtschaft, für den Klimaschutz kann es nur mit einer Bundesregierung links von Schwarzgelb gehen.

Nach den derzeitigen Zahlen aller demoskopischen Institute erscheint das zwar nicht ganz ausgeschlossen, aber sehr unwahrscheinlich.

Die „Rechten“ (gemeint sind in diesem Fall Schwarzgelb und alles rechts davon) haben nämlich effektive Helfer. Fleißige Wahlkampfheinzelmännchen in den Reihen der Linken, Grünen und Sozis, die sich vornehmlich damit beschäftigen, sich gegenseitig zu beschädigen. Sie nehmen Linnemann und der AfD die Arbeit ab, bemühen sich tagtäglich, dem Urnenpöbel darzulegen, wieso RRG so schlecht dasteht.

Jüngstes Beispiel ist die Causa Pantisano. Der neue Linken-CoVorsitzende hatte gegen die CDU die verbale Faschismus-Keule ausgepackt und wurde daraufhin sehr schnell von den Grün-Promis Ricarda Lang und Andreas Audretsch, sowie dem taz-Redakteur Stefan Reinicke korrigiert. Mit dem Begriffe dürfe man nicht inflationär umgehen. Sie lehnten selbst beinahe alles an der CDU-Politik ab, aber faschistisch seien Merzens Mannen nicht.

Die Gleichsetzung von CDU und AfD ist inhaltlich falsch, geschichtsvergessen und mit Blick auf die Verteidigung der Demokratie gefährlich.

Ricarda Lang, 21.06.2026

Auf Bluesky brachen alle Dämme. Die linken Linken überschütteten die Grünen mit Häme, erklärten Grüne für unwählbare CDU-Büttel und die taz für unlesbar. Es sind jene linke Linke, die Sozialdemokraten unsachlich stets als „Seeheimer“ framen und längst voller Verachtung in eine Schublade mit der CDU sortiert haben.

Pantisano erkannte, einen Bock geschossen zu haben und bat die CDU um  Entschuldigung. Carsten Linnemann aber genoss viel zu sehr den RRG-Infight, um zu deeskalieren.

[….] Die Aussage des neuen Linken-Chefs Luigi Pantisano, es gebe keinen Unterschied mehr zwischen der Union und der AfD, war unglücklich und falsch. Nein, die Politik der CDU ist nicht „faschistisch“ – auch wenn ihr Migrationskurs an die Grenzen der Rechtsstaatlichkeit geht, CDU-Fraktionschef Jens Spahn an Geheimtreffen des rechtsextremen Tech-Milliardärs Peter Thiel teilnimmt und manche im Osten mit der AfD liebäugeln. Pantisano hat sich inzwischen für seinen verbalen Fehltritt entschuldigt, und damit könnte man es gut sein lassen.

Nicht aber die Union. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann lehnt die Entschuldigung des neuen Linken-Chefs ab; mehrere Unionsgranden fordern gar Pantisanos Rücktritt. Dieser Theaterdonner soll davon ablenken, dass die Union in der Tat immer weiter nach rechts rutscht. Das Entsetzen darüber, dass sie sich mit ihrer rabiaten Migrationspolitik zum „Steigbügelhalter“ der Rechtsextremen macht, wie es Heidi Reichinnek in ihrer berühmten „Brandmauer“-Rede vor der Wahl ausdrückte, hat der Linken enormen Zulauf beschert. [….]

(Daniel Bax, 13.06.2026)

Inhaltlich spricht einiges für Pantisanos These. Aber politisch ist es sagenhaft dämlich, weil er damit das gesamte Linke Lager in eine chaotischen Hühnerhaufen-Modus versetzt und den Rechten einen großen Gefallen tut.

Wieder einmal mussten die Rechten nur zusehen, wie sich die Linken gegenseitig in die Knie schossen.

So fühlt es sich für CDUCSU und AfD-Faschisten an, wenn Weihnachten, Deutschlands Sieg bei der Fußball-WM und Geburtstag auf einen Tag fallen.

[….] Linken-Chef Luigi Pantisano [….] hatte mit der Aussage, die Union betreibe „faschistische Politik“ und sei deshalb nicht mehr von der AfD zu unterscheiden, für Empörung gesorgt. Für diese Aussage hat er sich entschuldigt, sie sei „falsch“ gewesen. Doch der Union reichte das nicht, weshalb sie gemeinsam mit der SPD eine „Aktuelle Stunde“ im Bundestag beantragte, die für den Mittwochnachmittag angesetzt wurde.

Zur Eröffnung trug CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann mit gravitätischer Stimme die Namen von CDU-Politikern vor, die zum Gründerkreis seiner Partei gehört und die NS-Zeit im „Zuchthaus“ oder im Konzentrationslager überlebt hatten. „Wir sind die Partei Konrad Adenauers“, hob Linnemann hervor, und: „Wir sind auch die Partei von Walter Lübcke“, der 2019 von einem Rechtsextremisten ermordet wurde. Es sei „infam, geschichtsvergessen und niederträchtig“, der CDU Faschismus vorzuwerfen. Pantisanos Entschuldigung könne er nicht annehmen, da sie nicht aufrichtig gewesen sei.

Andere Unionspolitiker stimmten den gleichen Ton an. So bemühte die Berliner Abgeordnete Ottilie Klein den „Hufeisen“-Vorwurf, um eine Nähe der Linkspartei zur „in Teilen gesichert rechtsextremen AfD“ zu unterstellen. Die Linke stehe ebenfalls „am extremen Rand des politischen Konsens“, sei „keine normale Partei“ und es könne „keine Zusammenarbeit“ mit ihr geben. Das hatte kurz zuvor schon CDU-Chef Friedrich Merz in einer Regierungsbefragung gesagt. Die AfD hatte ihn gefragt, ob es nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im September zu einer Koalition oder anderen Formen der Zusammenarbeit seiner Partei mit der Linken geben werde.

Für die AfD war die „Aktuelle Stunde“ eine Steilvorlage, um sich selbst als verfolgte Unschuld zu gerieren und staatsmännisch zu geben.  [….]

(Daniel Bax, 24.06.2026)

Linke, Grüne und SPD - also die drei Parteien, denen ich die Daumen drücke, denen ich Zuwächse wünsche, von denen ich hoffe, daß sie eines Tages zusammen Mehrheiten gegen CDUCSUAFDP nutzen, leiden leider alle an der irren Vorstellung, die jeweils anderen beiden Parteien, müssten ihnen zu 100% gefallen und dürften niemals etwas anderes wollen, als man selbst.

Das ist natürlich grober Unfug. Es sind drei unterschiedliche Parteien und jede Partei ist selbst heterogen.

Wenn EIN Mensch einer Partei etwas richtig Dummes sagt, kann und soll man deswegen noch lange nicht eine Partei mit 350.000 Mitgliedern beerdigen.

Noch „schlimmer“ sind natürlich die Typen aus dem „linksgrünversifften“ Milieu, die selbst nicht in einer Partei sind und nur kritisieren.

Am Schlimmsten ist es, in Bausch und Bogen DIE Politiker und DIE Parteien zu verdammen, alle in einen Topf mit den Rechten zu werfen!

DAGEGEN sein ist nämlich leicht. Ich könnte 24/7 aufzählen, was ich alles destruktiv, unausgegoren und kontraproduktiv halte, worauf sie RRG lieber konzentrieren sollte, was sie besser nicht tun.

Wesentlich schwerer ist es, konstruktiv zu formulieren, woFÜR man ist.

Noch schwerer ist es, ein realitätstaugliches und gegenfinanziertes „Dafür“ zu entwickeln.

Die Königsdisziplin ist es, aufzuzeigen, in welchen Konstellationen man Mehrheiten für solche Konzepte finden will. Bzw, wie man die Kritiker überzeugt. Bzw welche Aspekte man für einen Kompromiss mit nicht so ganz Überzeugten, opfern würde.

Von außen Maximalforderungen zu stellen, die zwar hochsympathisch, sozial und zukunftsgerichtet sind, die aber sowieso keine Chance haben umgesetzt zu werden, weil wir eine Republik sind, in der CDUCSU+FDP+AfD (im Bund und 14 Bundesländern) zusammen auf 50-70% kommen, ist sinnlos.

Es wird in absehbarer Zeit keine absolute Linken-Mehrheit geben, keine absolute SPD-Mehrheit und auch keine absolute Grünen-Mehrheit.

Im Bund ist noch nicht einmal eine RGG-Mehrheit absehbar. Die ist aber wenigstens nicht völlig ausgeschlossen. Dazu wird es aber nur kommen, wenn verdammt noch mal endlich alle Grünen, alle Linken und alle Sozis aufhören, sich zur Freude der Rechten, gegenseitig zu bekämpfen.

Reißt Euch gefälligst endlich zusammen, RGG!

Ja, in den jeweils anderen beiden Parteien sitzen, je nach Perspektive, viele Spinner.

SO WHAT?
Wir haben nun mal nur uns – ROT und ROT und GRÜN!

Wir müssen alle drei endlich begreifen, daß wir, bei allen Meinungsunterschieden, die Guten sind.

Es ist nicht hilfreich, aus der Bundestagsopposition höhnisch über die SPD herzufallen, weil sie Dinge mitträgt, die gegen ihr Parteiprogramm stehen.

Die SPD steckt mit 16% in einer Koalition und zwar als Juniorpartner.

Es war der Wählerwille, der CDUCSU in der Regierung doppelt so starken Einfluss zu geben. Der Juniorpartner muss immer Kröten fressen. Unser Verhältniswahlrechtssystem lebt von Kompromissen. Es ist derzeit wahrlich kein Vergnügen unter Merz und Reiche Junior-Koalitionär zu sein, aber es geht nun mal nicht anders, weil sonst ganz schnell die Nazis an die Macht kommen.

Vor 100 Jahren haben sich „Linke“ schon einmal in KPD, USPD und SPD zerlegt und damit den Konservativen ermöglicht, die Nazis an die Macht zu bringen.

Könnten wir bitte vermeiden, den gleichen Fehler zu wiederholen?

Dienstag, 23. Juni 2026

Hitze als soziales Problem.

Wie in oft, zeigen Todesstatistiken die ganze Perfidie und Amoral der Mächtigen.

Da Sterben Armer und Dunkelhäutiger wird achselzuckend hingenommen.

5,3 Millionen Menschen sind im Jahr 2026 bereits verhungert, allein 29.000 Menschen heute.

[….] Unsichtbare Gefahr: Hitze fordert mehr Menschenleben als der Straßenverkehr

Im Jahr 2023 wurden in den 27 EU-Staaten rund 44.600 hitzebedingte Todesfälle registriert. Das sind 2,2-mal so viele wie die 20.400 Verkehrstoten im selben Zeitraum. In 16 von 27 EU-Ländern überstieg die Zahl der Hitzetoten bereits die der Verkehrstoten. In Ländern wie Griechenland, Spanien und Italien lag sie sogar vier- bis siebenmal höher. Besonders betroffen sind ältere Menschen (besonders ältere Frauen), Menschen mit chronischen Erkrankungen, sozial Benachteiligte und Stadtbewohner*innen.

Klimawandel verschärft die Gesundheitskrise

Die Zahl der Hitzetoten in der EU ist in den letzten 20 Jahren um 30 % gestiegen, während die Zahl der Verkehrstoten fast halbiert werden konnte. Die Prognosen zeigen: Ohne wirksame Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen könnten bis 2050 jährlich über 120.000 Menschen in Europa an den Folgen extremer Hitze sterben.  […..]

(KLUG, 17.07.2025)

[…..] Deutlich mehr Hitzetote in Europa im vergangenen Sommer

Mehr als 62.700 Menschen sind im Sommer 2024 laut einer Studie an den Folgen extremer Hitze gestorben. Die Zahl stieg im Vergleich zum Vorjahr um fast 25 Prozent. [….]

(DIE ZEIT, 22. September 2025)

Die reichen Industrienationen, als Verursacher dieser Todesfälle, sehen erstaunlicherweise kaum Handlungsbedarf, das Massensterben aufzuhalten. Im Gegenteil, die Mittel für Entwicklungs- und Hungerhilfe werden weltweit reduziert. Deutschland und die USA setzen voll auf fossile Energieträger, um die Aufheizung des Planeten weiter anzutreiben. Eine halbe Million Tote durch Hitze weltweit?
Macht ja nichts.

[….] Heat is an important environmental and occupational health hazard. Heat stress is a leading cause of weather-related deaths and can exacerbate underlying illnesses including cardiovascular disease, diabetes, mental health, asthma, and can increase the risk of accidents and transmission of some infectious diseases. Heatstroke is a medical emergency with a high-case fatality rate.

The number of people exposed to extreme heat is growing exponentially due to climate change in all world regions. Heat-related mortality for people over 65 years of age increased by approximately 85% between 2000–2004 and 2017–2021.

Between 2000–2019 studies show approximately 489 000 heat-related deaths occur each year, with 45% of these in Asia and 36% in Europe. In Europe alone in the summer of 2022, an estimated 61 672 heat-related excess deaths occurred. High intensity heatwave events can bring high acute mortality; in 2003, 70 000 people in Europe died as a result of the June–August event. In 2010, 56 000 excess deaths occurred during a 44–day heatwave in the Russian Federation.

Vulnerability to heat is shaped by both physiological factors, such as age and health status, and exposure factors such as occupation and socio-economic conditions. […..]

(WHO, 28.04.2026)

Daß diese Zahlen bei den selbsternannten frommen Christen Söder, Merz, Reiche, Vance und Trump auf keinerlei Interesse stoßen, hat einen simplen Grund: Ihresgleichen sind immun gegen die Klima-bedingte Todesgefahr, weil sie steinreich sind. Sie leben in klimatisierten Umgebungen, fahren Limousinen mit Klimaanlagen, fliegen Flugzeuge mit Klimaanlagen. Ihre Schlafzimmer liegen nicht in unisolierten Bruchbuden, die sich nachts aufheizen. Sie müssen nicht darben, wenn die Pflanzen auf den Feldern verbrennen.

Niemand in den Familien Merz und Trump läuft Gefahr, jemals Hunger zu leiden, an einem Hitzschlag zu sterben oder im Winter an Unterkühlung zu sterben. Sie sind sicher und haben keinen Kontakt zu den Menschen, die nicht nur leiden, sondern auch sterben.

Daher verschlampen die reichen Industrienation, die lange angemahnten Hitzeschutzmaßnahmen. Pflegeheime und Krankenhäuser werden nicht gekühlt, Städte werden nicht durch Bäume verschattet. Es wird nur weiter verdichtet und versiegelt. An vorderster Front dabei, der grünen Hamburger Verkehrssenator Tjarks, für dessen Beton-Bike-Lanes jedes Jahr Bäume gefällt werden.

[….] Ein Hitzedom lässt Westeuropa glühen. Er wird Tausende Menschen das Leben kosten. Ein Krisenstab der Bundesregierung wäre überfällig.

[….] Kennen Sie diese ausgelutschte Geschichte mit dem Frosch? Der, der im Topf mit sich langsam erhitzendem Wasser hocken bleibt, bis er gar ist, statt herauszuspringen? Die ist natürlich Blödsinn. So dumm sind Frösche nicht. Noch blöder aber ist, dass die Bundesregierung dümmer ist als jeder Frosch. Und angesichts der drohenden Klimakatastrophe einfach nichts tut. Nicht langfristig, nicht mittelfristig, nicht kurzfristig. Und damit sind wir beim Wetter, das als Folge des Klimawandels heißläuft.

Bis zu 40 Grad sagen die Meteorologen für den Süden und Westen des Landes noch im Laufe dieser Woche voraus. Das wäre – ach, man wird schon müde, es zu betonen – mal wieder ein Rekord. Nie dagewesen im Juni seit Menschengedenken. [….] [….]  Leider ist die Hitze ein gravierendes Problem, tödlich vor allem für ältere Menschen. Gefährlich für Kranke und Obdachlose. Vor gerade mal zwei Wochen warnten 150 Organisationen davor, dass die Bundesrepublik nicht angemessen auf Hitzewellen vorbereitet sei, dass ein sogenannter Hitzedom zu mehreren Zehntausend Toten binnen weniger Tage führen könne. Der dringende Rat ist, den Hitzeschutz in Krisenvorsorge, Gesundheitsversorgung und Katastrophenschutz zu integrieren. [….] Was klang wie ein fernes Katastrophenszenario, ist ruckzuck Realität geworden. In Frankreich gilt in vielen Regionen höchste Hitzewarnstufe. Atomkraftwerke werden abgeschaltet, weil Kühlwasser fehlt. Und in Deutschland? Wir haben ja keine AKW mehr. Glück gehabt. [….]  Und die Bundesregierung? Hat sie schon einen Krisenstab eingerichtet, um Aktivismus wenigstens zu simulieren? Hat sie sich überhaupt schon zum Thema geäußert?

Es ist leider auch ein Problem der Wahrnehmung. Die Zahl der Menschen, die in den kommenden Tagen infolge der hohen Temperaturen ums Leben kommen, werden durch die erst rückblickend berechenbare Übersterblichkeit bekannt werden. [….]

(Gareon Asmuth, 23.06.2026)


Diesen Sonntag, könnten im Juni (!) in Norddeutschland (Hamburg) 41°C erreicht werden.

Selbst im legendär kalten und regnerischen London werden für morgen 39°C erwartet. Und es ist noch nicht mal Hochsommer.

Deutschland versagt angesichts dieser Katastrophe auf ganzer Linie.

Wie gut, dass Gas-Kathy erkannt hat, der "Klimaschutz wurde in den letzten Jahren überbetont" und der Fritzekanzler weiß "es ist eben nicht so, daß morgen die Welt untergeht" und wir keine Windräder brauchen, "weil sie hässlich sind!"

Wie schön, dass die Bundesregierung über 65 Milliarden Euro zur Subvention von Fossilenergie ausgibt, auf Verbrenner setzt und mehr Gas/Ölheizungen will, weil Habeck ein Kinderbuchautor ist!

Was für ein Segen, daß Fritze sich arschküssend an Trump ranwanzt und mit ihm "im selben Team" sein will. Der Bundeskanzler im Team Taco, der den Klimawandel als HOAX bezeichnet, aus dem Pariser Klimaabkommen ausstieg, Braunkohle für "beautiful clean" hält und manisch Windenergie, ablehnt, weil sie Krebs erregt.

[….] Trump called climate change a 'con job' at the United Nations. [….] Some countries' leaders are watching rising seas threaten to swallow their homes. Others are watching their citizens die in floods, hurricanes and heat waves, all exacerbated by climate change.

But the world U.S. President Donald Trump described in his speech at the United Nations General Assembly on Tuesday didn't match the one many world leaders in the audience are contending with. Nor did it align with what scientists have long been observing.

"This 'climate change,' it's the greatest con job ever perpetrated on the world, in my opinion," Trump said. "All of these predictions made by the United Nations and many others, often for bad reasons, were wrong. They were made by stupid people that have cost their countries fortunes and given those same countries no chance for success. If you don't get away from this green scam, your country is going to fail."

Trump has long been a critic of climate science and polices aimed at helping the world transition to green energies like wind and solar. His speech Tuesday, however, was one of his most expansive to date. It included false statements and making connections between things that are not connected.  […]

(PBS, Sep 25, 2025)

Wie großartig, dass die mit Abstand meisten Deutschen eine Nazi-Partei wählen wollen, die grundsätzlich jeden Klimaschutz beenden will und stattdessen 100% von Putins Gas abhängig werden will.

Ich habe ein GUTES Gefühl!

Montag, 22. Juni 2026

Was ist echt?

Zehn Jahre fragten wir uns, was Putin wohl gegen Trump in der Hand haben könnte.

Gerüchte über „Pee-Tapes“ machten die Runde: IQ45-47 sollte demnach aus rassistischem Hass auf Obama, das Moskauer Hotelzimmer ausgemacht, in dem dieser einst übernachtete und russische Prostituierte darauf urinieren lassen haben.

Der KGB habe das heimlich aufgezeichnet und nun drohe Putin dem orangen Debilen permanent mit Veröffentlichung des peinlichen Materials.

Eine tolle, bei Verschwörungstheoretikern beliebte Story, für die es allerdings nicht die geringsten Belege gibt.

Menschen, die sich professionell mit Trump beschäftigen, winken ab:

Putin hätte so ein Erpressungsvideo gar nicht nötig. Der extrem ungebildete, aber auf Schmeicheleien versessene Trump, ist für einen klugen, geheimdienstlich ausgebildeten Mann, ohnehin leicht zu lenken. Dazu kommt Trumps ehrliche Bewunderung für die Machtfülle des Russen, dessen Reichtum und die goldene Pracht des Kremls, gegen die das Weiße Haus wie eine ärmliche Berghütte wirkt.

Beide teilen zudem gemeinsame Ziele: Sie verachten Klimaschutz und setzen auf Fossil-Energie, sie wollen beide die EU schwächen und aufspalten, sie hassen beide die Ukraine, lehnen beide den internationalen Gerichtshof, sowieso ganz allgemein Menschenrechte ab. Schließlich verfolgt Trump schon seit Jahrzehnten erhebliche finanzielle Interessen in Russland. Immer wieder wurde ihm mit russischen Millionen aus der Klemme geholfen.

Die beiden Männer ziehen ohnehin in so vieler Hinsicht an einem Strang; da braucht Putin gar keine Druckmittel.

Sollte sich so ein „Pee-Tape“ tatsächlich in den Händen russischer Dienste befinden, wäre es spätestens 2026 ohnehin wertlos geworden. Trumps Cronies würden es bei einer Veröffentlichung empört als „KI-Fälschung“ brandmarken und damit Erfolg haben, weil jeder inzwischen um die KI-Möglichkeiten weiß.

Bis vor ganz kurzer Zeit galten Fotos und Videos als Beweise. „Roll the tape“ hieß es triumphierend in News-Sendungen, wenn ein Gast log und man den Zuschauern das belegen wollte. Das wird immer noch gemacht, aber in naher Zukunft aufhören, weil es für jeden ein Kinderspiel sein wird, solche Videos täuschend echt zu fälschen.

Ich bin gar kein KI-Experte, achtete aber bei den ersten KI-generierten Bildern sehr genau auf die typischen plumpen Fehler (sechs Finger an einer Hand, etc). Aber die Phase ging schnell vorbei. Inzwischen kann ich als Laie oft nicht mehr sagen, was echt, und was gefälscht ist. Also muss ich im Zweifelsfall davon ausgehen, es mit computergenerierter virtueller Realität zu tun zu haben.

Vor einigen Monaten chattete ich mal über längere Zeit mit einem sehr prominenten Menschen, der einfühlsam auf einen Kommentar von mir eingegangen war. Ich konnte kaum glauben, daß DER wirklich mit MIR redet, zeigte einigen Freunden den Chatverlauf, aber alle kamen zu dem Schluss, das müsse echt sein.  Schließlich erzählte er mir, er plane in Absprache mit seinem Management ein Treffen in London mit 12 Menschen, von denen er glaube, sie verstünden ihn wirklich, um ein Brainstorming für seine zukünftigen Projekte zu machen. Dazu wolle er mich auch einladen, weil wir so eine gute Verbindung hätten. Er übernehme selbstverständlich alle Kosten, aber aus steuerrechtliche Gründen müsste ich erst mal in finanzielle Vorleistung gehen. Erst da wurde mir klar, im Begriff zu sein, einem Online-Betrug aufzusitzen.

Inzwischen bin ich ganz froh, als KI-Muffel, einmal fast in so eine Falle gelaufen zu sein, weil ich mir vorher nicht vorstellen konnte, wie „gut“ diese Chatbots sind. Obwohl ich von Anfang an skeptisch war und mich umhörte, ob das vielleicht gefälscht sein könnte, hielten es alle für echt. Erst, als ich Geld überweisen sollte, hatte ich Klarheit.

Die vielen Nigerianischen Prinzen, die mir per Email Millionen schicken wollen und all die großbusigen paarungswilligen Damen, die mir auf Facebook privat-messages schreiben, weil sie mein Profil so interessant finden, daß sie mich unbedingt mal treffen möchten, fand ich immer eher amüsant plump und fragte mich immer, wer so doof ist, darauf hereinzufallen. Aber in meinem Digital-Immigrant-Alter muss ich nun noch eine höhere Skepsis und Vorsicht an den Tag legen.

Politik ist immer noch der Bereich, in dem ich mich hauptsächlich bewege und dort werde ich täglich mit bizarren Zitaten und schockierenden Aussagen konfrontiert.

Da Trump und Reiche und Vance und Merz und Söder täglich zunehmend ungeheuerliche Dinge von sich geben, taugt das „eigene Gefühl“ leider kaum noch zur Beurteilung der Echtheit. Die Realität ist verrückter, als jede Satire.

Eine Zitat-Kachel mit einem Merz-Antlitz, unter das kursiv eine Aussage von ihm montiert wurde, taugt natürlich gar nichts mehr. Bei Trump erst Recht nicht, weil ihm alles und jedes zuzutrauen ist.

Die einzige Chance der Verifizierung ist die Quelle. Wer verbreitet das Zitat?

Ist es ein mir bekanntes seriöses Medium? Vielleicht gar eine Plattform, die sich wie „Correctiv“ oder „Volksverpetzer“ auf Faktenchecks spezialisiert hat?

Heute jubelte man mir bei Bluesky diese quellenlose Kachel unter.

Kann DAS echt sein?

Kann der Fritzekanzler tatsächlich so blöd sein, nachdem schon alle Comedians Witze darüber reißen, er habe inzwischen jeden, außer Kleinkinder beleidigt, auch noch gegen Kinder und Behinderte auszuteilen, während er immer noch eisern die Superreichen verteidigt, die nun wirklich keine Vermögenssteuer zahlen könnten, denn „die Zitrone ist ziemlich ausgequetscht“.

Mega-Reiche beschützen und stattdessen auf behinderte Kinder eindreschen?

Nein, oder? So bekloppt kann doch nicht einmal der unbeliebteste Bundeskanzler aller Zeiten sein, oder?

Doch kann er! Das Zitat ist tatsächlich echt.

[….] Kanzler Merz will Einsparungen bei Jugendhilfe, Eingliederungshilfe und Unterhaltsvorschuss prüfen lassen

Bundeskanzler Merz will zur Entlastung der Kommunen mehrere Sozialprogramme prüfen lassen. [….] Konkret benannte der CDU-Politiker die Gesetze für Unterhaltsvorschuss, Jugendhilfe und die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung. Merz sagte, es gebe in den Bereichen eine Kostenexplosion für die Kommunen. Er äußerte sich optimistisch, in den kommenden Tagen eine Einigung mit den Ländern zu erzielen.

Sozialverbände kritisieren mögliche Einsparungen in den von Merz benannten Bereichen. Sie erklärten mehrfach, dass die Kostensteigerungen nicht auf die Gesetze an sich zurückzuführen seien und warnten vor den gesellschaftlichen Folgen von Kürzungen. [….]

(Deutschlandfunk, 22.06.2026)

Nein, also die Milliardäre sind wahrlich ausgequetscht, wie Zitronen. Die können nichts mehr abgeben. Aber diese Behinderten leben doch ins Saus und Braus! Da ist laut des Christen-Kanzlers noch ordentlich was zu holen!

Sonntag, 21. Juni 2026

Konsum, Verbraucher, Nachfrage

Das gehört zu den vielen Dingen, die mir meine Mutter nicht glauben würde, wenn sie, wie Phönix aus der Asche, zum Leben erweckt würde und mich fragte, was seit ihrem Tod so in der Welt passiert sei.

Am TIMES SQUARE in Manhattan, der teuersten und schicksten Gegend der Welt, stehen New Yorker stundenlang um den Block an, um bei ALDI billige NoName-Produkte zu kaufen!


Meine Eltern glaubten noch, Discounter nach deutschem Vorbild hätten in den USA keine Chance, weil die US-Amerikaner Service-versessen sind, eine gewaltige Auswahl von Markenprodukten erwarten und alles show-artig präsentiert bekommen wollen, statt sich ihre Waren selbst aus aufgestapelten Lieferboxen zu pulen.

Das war auch über Jahrzehnte so. Aldi gibt es seit 1975 in den USA und führte dort ein Schatten-Dasein in den Provinz-Nestern.

Aber völlig unfähige republikanische Politiker, die seit Dekaden den Mindestlohn einfrieren ($7,25 = €6,32 seit 2009), Trillionen Dollar zu den Superreichen schaufeln, eine Preisexplosion verursachen, weil sie immer noch an die längst widerlegte Trickle-Down-Theorie glauben, haben es möglich gemacht: Selbst im Mutterland der Binnennachfrage, dem stärksten Konsumland der Erde, geht den Verbrauchern die Luft aus und sie müssen jeden Cent dreimal umdrehen, mehrere Jobs annehmen.

Das zwingt die mittelständische Wirtschaft in die Knie, kleine Einzelhändler gehen reihenweise pleite. Profiteure der Krise gibt es dafür am ganz untersten und ganz obersten Rand: Discounter wie Aldi und Lidl, die mit für die USA ungewohnten Konzepten, die Preise der Branchenriesen deutlich unterbieten.

Ganz oben die Superluxusbranche, die ihren Kundenstamm aus dem reichsten 1% der Gesellschaft generiert, das dank der Trumpschen Umverteilung nur so im Geld schwimmt.

Die Ausgangslage in Deutschland ist ganz anders als in den USA.

Deutsche haben eine extrem hohe Sparquote, legen Billionen Euro zurück und knausern bei den täglichen Ausgaben, während der durchschnittliche US-Bürger gar nichts auf der hohen Kante hat und alles ausgibt.

Dadurch gibt es in den USA kontinuierlich eine gewaltige Binnennachfrage, die für ausländische Anleger so attraktiv ist, daß sie unfassbare Geldberge nach Trumpistan verschieben. Daher kann sich die USA auf Dauer gewaltige Handelsdefizite leisten.

Das Gegenteil in Deutschland; hier ist die Binnennachfrage extrem schwach und wird von einer historischen Importschwäche kompensiert. Weil die Verbraucher kein Geld für Lebensmittel ausgeben mögen, wurde Deutschland zum Mutterland der Discounter. 

Aber so wie das US-System an seine Grenzen kommt und selbst die extrem konsumfreudigen Amerikaner zum Sparen zwingt, bricht auch das Angebots-orientierte, auf Exportüberschüssen basierende deutsche System zusammen:
Kein billiges Gas mehr durch russische Pipelines, Gewaltige Mehrausgaben für Verteidigung, technologischer Rückstand, Ausfall des Mega-Absatzmarktes China.

In dieser Situation muss eine Bundesregierung viele Dinge gleichzeitig anschieben. Die wichtigsten sind:

1.   Unabhängigkeit vom Import fossiler Energieträger, indem auf erneuerbare Energien gesetzt wird.

2.   Massive Bildungsinvestitionen, um international wieder den technologischen Anschluss zu finden.

3.   Willkommenskultur, um Deutschland für Zuwanderer attraktiv zu machen.

4.   Deutliche Stärkung des Binnenkonsums, indem man die Menschen mit mehr Geld ausstattet, die es auch wirklich in die Läden tragen; also die untere Hälfte der Einkommenspyramide. 

Unglücklicherweise sind Reiche, Spahn, Linnemann, Söder und Merz vollkommen verblödet und machen in jeder Hinsicht genau das Falsche. 

Die Folgen sind klar: Trotz der 1000 geliehenen Milliarden Euro, steuert Deutschland in die Rezession.

[…] Konsumstimmung in Deutschland: Die Menschen sparen, wo sie können.

Wer in diesen Tagen durch deutsche Innenstädte läuft, der könnte meinen, es sei schon Hochsommer. Sonderangebote und Rabatte weit und breit. Den gesetzlich geregelten Sommerschlussverkauf gibt es seit Jahren nicht mehr. Der Handel veranstaltet inzwischen einen freiwilligen Schlussverkauf – eigentlich erst Ende Juli. »Bei Rabatten gibt es inzwischen leider fast eine Dauerschleife. […] Viele Menschen kaufen sehr sparsam ein. Ob Kleidung, Lebensmittel oder Deko: Hauptsache günstig. Sonderangebote sind besonders begehrt.

Je nach Produktkategorie werden bis zu 74 Prozent der Kaufentscheidungen von Rabatten beeinflusst. Das zeigt eine Studie der Boston Consulting Group (BCG). […] Die Stimmung hat sich demnach weiter verschlechtert. 64 Prozent bewerten die wirtschaftliche Lage negativ. Verbraucher achten stärker auf Preise als vor einem Jahr. »Verbraucher wägen heute insgesamt stärker ab, wofür sie ihr Geld ausgeben«, sagt BCG-Konsumgüterexpertin Karin von Funck. […] Laut einer repräsentativen Kantar-Umfrage wird vor allem bei Bekleidung, Gastronomie sowie bei Kino-, Konzert- und Clubbesuchen gespart. […] Der finanzielle Druck ist groß. 81 Prozent müssen laut Umfrage vermehrt darauf achten, wie viel sie ausgeben. Zwei Drittel sorgen sich darum, mit ihrem Geld nicht mehr auszukommen. 44 Prozent konsumieren weniger als im Vorjahr. Als Gründe nennen sie meist steigende Verbraucherpreise sowie politische und wirtschaftliche Unsicherheiten.

Im »Sorgen-Ranking« des Marktforschers YouGov sind finanzielle und wirtschaftliche Probleme auf den ersten Platz vorgerückt – vor Einwanderung und Gesundheit. Kunden greifen bei Produkten des täglichen Bedarfs wie Lebensmitteln immer häufiger zu Sonderangeboten. […] 

Den Einzelhandel schmerzt die Sparsamkeit der Kunden. Die Unternehmen hadern mit der Rabattflut. Je niedriger die Preise, desto weniger verdienen sie. »Wer dauerhaft mit hohen Preisnachlässen arbeitet, riskiert eine Entwertung seiner Marke und sinkende Profitabilität«, sagt BCG-Expertin von Funck. […] IFH-Handelsexperte Kai Hudetz sieht einen »Verlust der Mitte«. Das Preiseinstiegssegment sowie Premium- und Luxusangebote gewinnen demnach, mittlere Preislagen haben zunehmend Schwierigkeiten.

Jeder sechste Einzelhändler in Deutschland fürchtet laut der Konjunkturumfrage des Ifo-Instituts inzwischen um seine Existenz, so viele wie nie zuvor. Die Zahl der Insolvenzen liegt nach Angaben des Kreditversicherers Allianz Trade auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren. […]

(SPON, 19.06.2026)

Das kommt eben davon, wenn Kanzler und Wirtschaftsministerin rein gar nichts von Marktwirtschaft verstehen und nur die widerlegten neoliberalen Trickle Down- Märchen der Milliardäre nachplappern, statt sich um Löhne, Nachfrage und Binnenkonsum zu kümmern.

Die CDU dreht Deutschland ökonomisch den Saft ab.