Samstag, 18. Januar 2020

Böses Omen Hamburg.


Die neuneinhalb Jahre Beust-Regierung in der Freien und Hansestadt Hamburg haben den Irrglauben erweckt, es handele sich um einen erfolgreichen liberalen CDU-Landesverband.
Nichts könnte falscher sein. Ole von Beust war nicht liberal, sondern bloß zufällig schwul und darüber hinaus ein ostentativ fauler Bürgermeister, der oftmals nur von Dienstag bis Donnerstag in der Stadt war, weil er sehr lange Wochenenden auf Sylt verbrachte.
Er kümmerte sich nicht persönlich um Projekte, so daß man nahezu alles in ihn hereininterpretieren konnte.
Daß er 2001 mit gerade mal 26% (Die SPD kam auf 36%) überhaupt Bürgermeister wurde war nur Glück. Die geifernde Springerpresse hatte den rechtsradikalen Kokser Schill auf 19% hochgeschrieben und Beust hatte keinerlei Hemmungen den grotesken Wüterich zwei Jahre als seinen Stellvertreter wüten zu lassen bis dieser ihn mit einem Outing erpresste.
In der Folge kam es zu einem Solidaritäts-Wahlsieg der Beust-CDU und schließlich zu einer weiteren Amtszeitverlängerung durch die CDU-affinen Hamburger Grünen. Als Beust keine Lust mehr hatte und wieder ein üblich stramm rechter CDUler – Ahlhaus – übernahm, vollbrachte die CDU bei der Landtagswahl von 2011 ein 21-Prozentpunkte-Minus und die Scholz-SPD errang mit 48,4% die absolute Mehrheit der Sitze.

Tatsächlich ist das aber der Normalzustand der CDU in Hamburg. Rechtslastig, zerstritten, erfolglos.
Meine Generation erinnert sich noch schaudernd an die stramm konservativen CDU-Bürgermeisterkandidaten Jürgen Echternach, Walter Leister Kiep und Hartmut Perschau.

Auch zu den Beust-Zeiten dominierten noch die tiefschwarzen Typen mit Hang zum Braunen: Roger Kusch, Christoph Ahlhaus, Andreas Wankum, Wolfgang Peiner – allesamt Spitzen-CDUler in ständigem Konflikt mit Staatsanwaltschaften.

Der windige Pleitier Andreas Wankum!
Wankum, mit dem kein Mensch ein zweites mal geschäftlich zu tun haben wollte - davon können insbesondere die geprellten Käufer von Wohnungen seiner Firma Deuteron ein Lied singen.
Der Mann mit den Freunden in der Hamburger CDU.
So schob er immer wieder Großprojekte wie den Bau der HSH Nordbank Arena und der Color Line Arena an. Natürlich ging auch dabei nicht alles mit rechten Dingen zu - Wankum betrog, manipulierte und mauschelte soviel es ging.
Unbezahlte Handwerker-Rechnungen in Höhe von mehr als 10 Millionen DM und erhebliche Baumängel führten zu Verzögerungen beim Bau und zu Mehrkosten.
Im Streit mit den schäumenden Abnehmern ging Wankum auch privat pleite.
Im Dezember 2000 hatte Andreas C. Wankum für seine Firma, die Wankum- Deuteron-Gruppe, Insolvenz angemeldet. Ein Gläubiger wollte Geld sehen - regelrecht genötigt gefühlt habe er sich, so Wankum. Der Mann erstattete Anzeige, als Wankum der Forderung nicht nachkam. Die Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelte in zwei Fällen gegen Wankum.
Die Verfahren wurden im Jahr 2007 gemäß §170 II StPO (mangels hinreichenden Tatverdachts) endgültig eingestellt.

Obwohl der stellvertretender Ortsvorsitzender des CDU-Ortsverbands Winterhude, inzwischen schon so viele Prozesse und halbseidene Finanzaffären hinter sich hat, daß man als Wähler glatt den Überblick verliert, ist Wankum nach 2004 im Jahr 2008 erneut in die Hamburger Bürgerschaft gewählt worden.
An dem Teflon-Mann bleibt einfach nichts kleben. Die CDU und Beust halten verbissen an Wankum fest; dabei dürfte nicht gerade unerheblich die Tatsache helfen, daß er seit 1992 Schatzmeister der CDU-Nord ist und in den Jahren 1999 bis 2000 parallel Landesschatzmeister der Hamburger Christdemokraten war.

CDU-Finanzen sind bekanntlich immer ein heikles Thema und daß die Hanse-CDU sich für diesen Zweck einen in unzählige Finanzaffären verstrickten Pleitier sucht, spricht Bände.

Andere Stimmen munkeln, daß der halbseidene CDU-Mann nicht nur wegen seines Insiderwissens über die Beust-Partei sakrosankt ist, sondern auch durch sein Engagement in der jüdischen Gemeinde Beißhemmungen auslöst.

Wenn die schwarzen Kassen der CDU getarnt werden, hat man schon vorher mit dem Hinweis auf "Gelder aus jüdischen Vermächtnissen" versucht Staatsanwälten den Eifer zu nehmen.

Von Juni 2003 bis August 2007 war Andreas C. Wankum Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Hamburg KdöR sowie Mitglied im Direktorium des Zentralrates der Juden in Deutschland.

Die anderen Juden seiner Gemeinde waren es schließlich, die ihn als Chef absetzten, weil er auch in der Funktion großzügig die ihm anvertrauten Gelder in die eigene Tasche wirtschaftete und sich alle weigerten noch einmal mit ihm zusammen zu arbeiten, die ihn kennen gelernt haben.


Wankums Nachfolger wurde der ebenfalls dem ultrarechten Rand der CDU angehörende Christoph Ploß.
Wankums Homunculus Ploß zeigt sich aber auch gern mit CDU-Ganz-rechts-außen Nikolaus Haufler.

Bei der morialogischen BI „Unsere Uhlenhorst“ ist Ploß besonders aktiv und bepöbelt den SPD-Senat dafür, daß Hamburgs berühmte „XXL-Busse“ frühzeitig zusammenbrechen und ausgetauscht werden müssen.

Er vergisst allerdings zu sagen, daß seine heißgeliebte CDU regierte, als die offenbar nicht besonders haltbaren Doppelgelenkbusse angeschafft wurden und somit das Steuergeld der Hamburger aus dem Fenster geworfen wurde.

Ploß ist inkompetent und bemüht sich einzig und allein darum, ein Aufregerthema zu seinen Zwecken zu nutzen.

Ploß, der es mittlerweile zum Bundestagsabgeordneten gebracht hat, werkelt auch in Berlin daran seine Partei noch weiter nach rechts zu rücken, weg von Koalitionen à la Merkel, die auch mit SPD und Grünen arbeiten kann.

Ploß ist einer der Merz-Claqueure.

[….] Bei mir im Wahlkreis sind 80% für Merz [….]

Merz, der seine unsägliche Rolle auch in den zehn Jahren als Vorsitzender der in Hamburg gegründeten Atlantik-Brücke spielte und nun als der größte politische Feigling Deutschlands gilt, weil er immer nur aus sicherer Deckung und großer Entfernung gegen die CDU-Frontfrauen wettert, sich aber im direkten Aufeinandertreffen mit von der Leyen, Merkel oder Kramp-Karrenbauer sofort einnässt und in ein schnurrendes Kätzchen verwandelt.

Ploß umgarnt auch nachdem AKK Parteivorsitzende wurde, den feigen Bierdeckelmann.

Zur gegenwärtig in Hamburg stattfindenden CDU-Außenpolitik- und Strategie-Klausur meldet er sich auch lieber nur aus dem sicheren Bayern.

[…..] Es ist eine gezielte Botschaft aus den bayerischen Bergen in den hanseatischen Norden.
«Wir müssen mit der bestmöglichen Formation in die nächste Bundestagswahl gehen. Das ist nicht nur eine Person an der Spitze, das ist eine Mannschaft, und ich möchte auch in einer Mannschaft dabei sein», spricht Friedrich Merz auf einer Wirtschaftskonferenz am Tegernsee ins Mikrofon. […..]
(dpa, 17.01.2020)

Der junge Ploß mauschelt derweil im Hintergrund beim neuen LKK Berlin, der neuen antigrünen C-Gang. Wieder einmal ein rechter „Berliner Kreis“ der CDU.

[…..] In Berlin hat sich der "Liberal-konservative Kreis" (LKK) gegründet. Als Sprecher fungieren die Bundestagsabgeordneten Axel E. Fischer (CDU), Torsten Herbst (FDP) und Silke Launert (CSU). Ihm gehören neben Ramsauer auch Unionsfraktionsvize Arnold Vaatz sowie die CDU-Bundestagsabgeordneten Olav Gutting, Klaus-Peter Willsch und Christoph Ploß an. Etwa ein Dutzend weiterer Abgeordneter aus Union und FDP soll bereits Interesse an einer Mitarbeit signalisiert haben.
Am Dienstag hat der Kreis nun - mit Ramsauers Hilfe - zum ersten Mal seine Positionen vorgestellt. "10-Punkte-Plan für Deutschland" steht über dem Papier. Und wer den Plan liest, merkt schnell, dass die Abgeordneten vor allem von der Sorge getragen sind, dass die Politik in Deutschland zu stark von den Grünen getrieben werden könnte. Eine schwarz-grüne Regierung wäre "der maximale politische GAU", sagt Ramsauer. Man wolle "einen ganz klaren Gegenpol" gegen "schwarz-grüne Fantasien" bilden. [….]

Wohin der schwarzbraune Ploß-Kurs der Hamburger CDU, der Fraktion vom ultrarechten Ploß-Freund André Trepoll geleitet wird, führt zeigen die Wahlumfragen: 13-15% nachdem Beust noch vor 15 Jahren die absolute Mehrheit geholt hatte.

Hamburg ist einfach kein gutes Pflaster für die Christenunion.

[…..]  CDU-Vorstandsklausur Hamburg, keine Perle
 […..] Anfang 2019 schien ihr – erst wenige Wochen zuvor auf dem Hamburger Bundesparteitag zur Vorsitzenden gewählt - die Zukunft der CDU zu gehören. Doch von der Aufbruchstimmung und ihrer Strahlkraft ist zwölf Monate später nicht mehr viel übrig. Kramp-Karrenbauer machte Fehler, sie unterschätzte aber vor allem die ungewohnte Konstellation als Parteichefin, die nicht gleichzeitig Kanzlerin ist. Während die Ex-Vorsitzende Angela Merkel als Nur-noch-Regierungschefin wieder zu alter Beliebtheit aufstieg, sanken die Werte Kramp-Karrenbauers. Und die CDU liegt in Umfragen ziemlich genau da, wo sie stand, als Merkel im Herbst 2018 - auch unter dem Druck der Partei - den Rückzug vom Vorsitz bekannt gab. […..] Aber "Hamburg, meine Perle", wie der Sänger Lotto King Karl seine Heimatstadt viele Jahre lang vor den HSV-Fans im Stadion besang, entpuppt sich für Kramp-Karrenbauer an diesem Wochenende eher als das Gegenteil.
Die Hansestadt hat sich die CDU ja vor allem als Ort ihrer Klausur ausgesucht, um die dortige Partei mit Blick auf die Bürgerschaftswahl in einem Monat zu unterstützen. Zum Abschluss verabschiedet der Vorstand sogar einen Wahlaufruf für die Parteifreunde. Aber Spitzenkandidat Marcus Weinberg und seine Hamburger CDU sind abgeschlagen in den Umfragen, das historisch schlechteste Ergebnis von 15,9 Prozent von 2015 könnte noch mal unterboten werden. […..]

Freitag, 17. Januar 2020

Doof, doofer, FDP, Sachsen-FDP!


Lars Seefeldt und Bernd Benthin, die Jungs vom ZDF hatten offenbar einen ganz guten Riecher mit ihrer Dokumentation „Die Müllers und das Hohe Haus. Zwei Jahre im Deutschen Bundestag“.
Das war nicht nur für Politjunkies wie mich interessant, weil nur Landzeitdokumentationen wirklich Einblick in Entwicklungen brachten.
Zu Beginn konnten sie natürlich noch nicht wissen, wie sich die Karrieren der sechs beobachteten Bundestags-Müllers aus allen Parteien entwickeln würden.
Die sechs Müllers aus "Die Müllers und das Hohe Haus" sind Sepp Müller (CDU), Stefan Müller (CSU) Detlef Müller (SPD), Hansjörg Müller (AfD), Beate Müller-Gemmecke (Grüne) und Frank Müller-Rosentritt (FDP) dabei - zudem als Ausnahme Amira Mohamed Ali (Linke).
Wer konnte schon ahnen, daß die Hamburgerin Mohamed Ali nach Fertigstellung der Doku im November 2019 neue Fraktionsvorsitzende der Linken sein würde?
Wer konnte wissen, daß Sepp und Stefan genau entsprechend des Parteienklischees langweilige Hinterbänkler bleiben sollten, daß der SPD-Müller zu der nahezu ausgestorbenen Spezies der echten Arbeiter gehörte, daß die Grüne natürlich eine Doppelnamenfrau wie aus dem Buche ist, daß AfD-Hansjörg nicht nur mit weitem Abstand der Unsympathischste ist, sondern auch wie alle Rechtsextremen, die frisch ins Parlament einziehen, sehr bald mit ostentativer Faulheit auffällt. Die Ausschusssitzungen sind ihm viel zu lang. Statt das aber zu bedauern, schaltet er wie ein kleines bockiges Kind in den „Ich bin beleidigt“-Modus und erklärt dummdreist, er lasse sich das nicht bieten und gehe immer früh nach Hause zu seiner Familie, wenn die Kollegen der anderen Fraktionen sich noch stundenlang die Kopfe zerbrechen.
Mehr Rechtsaußen-Klischee geht wirklich nicht.

Der Lustigste ist aber der Rosentritt-Müller von der FDP.
Pyknischer Glatzkopf, geboren in Sachsen, in Sachsen lebend, Baujahr 1982, dreifacher Familienvater.
Stationen seines jungen Lebens:
Soldat, Trompeter im Heeresmusikkorps, Diplom-Betriebswirt, Mitarbeiter der Deutschen, Geschäftsführender Gesellschafter der Chemnitzer Grundbesitzgesellschaft und der Kamenica Immobilien GmbH.
Mitglied in der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Trompeter bei den Heidelbachtal-Musikanten (Blaskapelle aus dem Erzgebirge),Mitglied im Industrieclub Sachsen, Mitglied des Lions Club Chemnitz.
In welcher Partei sollte so einer sonst sein?
Während die Bundesregierung erklärt von Trump erpresst zu werden, der 15.000-fache Lügner impeached wird, weil er in jedem erdenklichen Maße die Demokratie und Verfassung der USA bekämpft und täglich massive neue Belege für seine Schuld auftauchen; während Trump kurz davor ist eine dritten Weltkrieg anzuzetteln und selbst konservative US-Generäle schreiend weglaufen.  

[…..] Präsident Trump soll US-Generäle als "Trottel und Babys" beschimpft haben. […..] Trump soll vor hohen Militärs komplett ausgerastet sein. […..]  Am meisten habe den Präsidenten aber das US-Engagement in Afghanistan umgetrieben. Er verlangte demnach von seinen Mitarbeitern eine Erklärung dafür, warum die USA dort noch nicht gewonnen hätten. "Ihr seid alle Verlierer", rief er demnach. "Ihr wisst nicht mehr, wie man gewinnt." […..]

Während all diese geschieht, wendet sich Müller-Rosentritt an eine ausländische Zeitung, um von dort aus in einem Gastkommentar über die Amerikafeindlichkeit Deutschlands zu lamentieren.

 [….]  Deutschlands blühender Antiamerikanismus ist eine Schande
Nur noch vier von zehn Bundesbürgern haben eine positive Meinung von den USA. Dabei handelt es sich um Deutschlands wichtigsten Partner in der Welt. Wie konnte das passieren? […..][…..]  Dabei geht es um unsere Partnerschaft zu den Vereinigten Staaten: Immer mehr Deutsche stehen ihr ablehnend gegenüber. Eine der Ursachen ist die Politik der grossen Koalition. [Ach was, Rosentritt?! Heiko Maas ist schuld am schlechten USA-Bild. Gut zu wissen; ich Depp dachte, das hätte womöglich etwas mit Donald Trump und seiner GOP zu tun. –T.] Union und SPD müssen sich die Frage gefallen lassen, welche Werte es eigentlich sind, die ihre angeblich «wertegeleitete» Aussenpolitik führen. […..]
[Es ist] kaum nachvollziehbar, warum der Präsident eines liberalen, demokratischen Rechtsstaats für 41 Prozent der befragten Bundesbürger eine grössere Gefahr für den Weltfrieden darstellen soll als Antidemokraten wie Kim Jong Un [Ist Kim etwa auch Leader oft he free world und unser Nato-Partner? Verfügt Nordkorea über ähnliche ökonomische Macht i nder Welt die die USA?- T.] […..]
Haben wir schon vergessen, wie sich ein Leben in Unfreiheit in einem Unrechtsstaat anfühlt? Betrachtet man das Bild, das die Deutschen von den USA haben – und in welchem sie durch wichtige Leitmedien regelmässig bestätigt werden –, dann könnte man diesen Eindruck durchaus gewinnen. Dabei sind und bleiben die USA als eine der ältesten Demokratien der Welt unser wichtigster Wertepartner. [Werte wie Vertragsbruch, 15.000 Lügen, Bildungsfeindlichkeit, Rassismus und Grab Em By The Pussy? –T.]  […..]
Während anderswo eher die politische Linke antiamerikanisch und das rechte Milieu eher amerikafreundlich eingestellt ist, zieht sich die Ablehnung in Deutschland durch alle sozialen und politischen Gruppen. […..]
Die Vereinigten Staaten sind ein Symbol für Freiheit und Wohlstand. […..]
Aussenpolitik ist dann gut, wenn sie aus einem integren und klaren Standpunkt heraus gestaltet wird. Für Deutschland lässt er sich ganz einfach beschreiben: Demokratie, Freiheit, Menschenrechte, Freihandel, Rechtsstaatlichkeit, [Genau diese fünf Punkte bekämpft die US-Regierung mit aller Macht!]  eine starke transatlantische Partnerschaft sowie eine tiefe Solidarität mit Israel. Wer sich stattdessen an Mullahs und Autokraten anschmiegt [Deutschland und die EU haben sich sehr kritisch über Soleimani geäußert. Wer sich wirklich extrem an Autokraten anschmiegt, ist die US-Regierung.-T.] und im gleichen Atemzug von einer Emanzipation Europas spricht, der hat sich verirrt. […..]

Als Amerikaner, der zu der großen Mehrheit der Amerikaner gehört, die Trump nicht wählten – er bekam 62 Millionen Stimmen von 330 Bürgern – kann ich nur staunen, wie ein FDP-Parlamentariern denjenigen in den Rücken fällt, die Demokratie und Rechtsstaat erhalten wollen.
Wer wie Müller-Rosentritt aus finanziellen Erwägungen dafür plädiert vor Natanjahu und Trump zu kuschen, schadet nicht nur dem außenpolitischen Standing Deutschlands, sondern letztlich auch Israel und den USA, weil dadurch die so toxisch für das eigene Land agierenden Regierungen gestärkt werden.
Nein, umgekehrt wird ein Schuh draus. Deutschland muss sich endlich davon lösen aus Angst vor finanziellen Nachteilen vor Antidemokraten zu kriechen.
Gerade Trumpmerica muss merken, daß die USA unter IQ45 eben nicht stärker werden und die Handelspartner nach Belieben dominieren kann.

Donnerstag, 16. Januar 2020

Predigende Musiker


Wenn man den Bandnamen „Coldplay“ erwähnt, bekommen eingefleischte Musikliebhaber, die durch die Alternative-Szene mäandern, in der Regel Ausschlag.
Mehr Mainstream als Chris Martins Jungs geht nicht.
Natürlich sind die Briten liebe, gute Jungs, die sich politisch engagieren und ein gewaltiges Publikum erreichen.
2018 wurden sie nur knapp von U2 als bestverdienende Musiker der Welt geschlagen und spielten mal eben knapp 120 Millionen Dollar ein.
Wer wie ich die  Band schon kannte, bevor sie Megastars wurde, ist natürlich etwas pikiert nun zu so einem durchschnittlichen Geschmack zu gehören.
Inzwischen sind sie ein Synonym für kommerziellen Erfolg.
Ich erinnere mich an nette Indie-Bands wie Keane oder Aqualung, die nach einigen sperrigen Alben und wenig Erfolg „hörbarer“ wurden, ein größeres Publikum erreichen und dann von nörgelnden Kritikern im „Rolling Stone“ attestiert bekamen nun allerdings so gefällig wie Coldplay zu klingen.
Es stimmt aber, dem netten Matt Hales von Aqualung stand ich bei Konzerten im winzigen INDRA-Club 2002 und 2003 genau gegenüber als er vor den anwesenden 30 Leuten musizierte. Es war grandios. 2007 erschien dann „Memory Man“ mit reinen Popsongs. Der Coldplay-Effekt.
Es fragt sich, ob kommerziell erfolgreich auch schlecht sein muss.
Zu den Topverdienern der Brache zu gehören, bedeutet definitiv nicht, daß man auch zu den besten Musikern gehört.
Lady Gaga, Katy Perry, Justin Bieber und Taylor Swift, die sich ebenfalls in den Top Ten der Bestverdiener tummeln, sind eher durchschnittliche Musiker mit keinen weltbewegenden Stimmen. So sympathisch ich Madonna finde, aber natürlich ist sie durch ihren genialen Geschäftssinn so erfolgreich. Eine große Sängerin ist sie nicht und seit vielen Jahren gab es kein Album mehr von ihr, das man gern gehört hätte. Man kauft die CD, weil es eben „die neue Madonna-CD ist“, hört sie einmal, denkt sich nur „das ist wieder nichts“ und stopft sie zum Vertauben ist CD-Regal. Bei Depeche Mode ist es genauso.
Die international supermegaerfolgreiche Adele hat allerdings wirklich eine Jahrhundertstimme und ist eine begnadete Songwriterin. Auch wer mit dieser Art der Musik gar nichts anfangen kann, wird nicht bestreiten, daß sie ein echtes Goldkehlchen ist.
Auch Top Verdiener Elton John ist zweifellos extrem talentiert, kann komponieren und Piano spielen wie kaum einer.

Coldplay und U2 verdienen weltweit so gut, weil sie begnadete Stadionspieler sind. Sie haben einen charismatischen Sänger, dessen Stimme Wiedererkennungswert hat, verfügen über so gutes Songwriting und so perfekte Produzenten, daß sie es verstehen 50.000 Menschen mit Hymnen-artigen Songs in einen gemeinsamen Rausch des Mitsingens und Mitgrölens zu versetzen.

Alternde Musik-Redakteure schimpfen natürlich wie die Rohrspatzen. Nichts hassen sie so sehr wie Erfolg.

[…..] Man muss es so hart sagen: Coldplay haben in den vergangenen Jahren eine furchtbare Entwicklung genommen. Der Weg in die Stadion-Liga wurde gepflastert mit einem  hyperaktiven Konzeptalbum („Mylo Xyloto“), einer unsäglichen Trennungschmerzplatte („Ghost Stories“) und zuletzt mit Songs, die ein amerikanischer Kritikerkollege polemisch mit tröpfelndem Elefantensmegma verglich. […..]

Aber grundsätzlich ist Stadiontauglichkeit kein Verbrechen. Das verschafft große Erlebnisse für die Fans.
Jim Kerr von den Simple Minds kann das auch, ebenso wie David Gahan (Depeche Mode).
Begnadete Hymnen-Performer sind aber auch Gerard Way (My Cemical Romance), Jared Leto (Thirty Seconds To Mars) oder Brandon Flowers (Killers).
Man sollte die Fähigkeit Hymnen zu performen nie unterschätzen, wenn es um kommerziellen Erfolg geht. In der Disziplin sind Coldplay maßstabbildend.


Ich halte nichts von der Arroganz der Indie- und Alternative-Liebhaber, die Bands wegen ihres Erfolgs verachten.
Coldplay-Live-Konzerte sind beeindruckende Erlebnisse – auch wenn man damit leider zu einer Masse von vielen Millionen gehört, die das genauso empfinden.
Insofern rate ich auch durchaus dazu das aktuelle Album „Everyday Life“ zu kaufen.
Da gibt es prima Songs.
Voraussetzung, um die neuesten Coldplay-Werke zu genießen, ist allerdings daß man kein Wort Englisch versteht.
In jedem zweiten Satz geht es nämlich um Gebete, Kirchen, Kathedralen und den Herrgott. Wie konnte das denn passieren? Hatte Martin vielleicht Sex mit Xavier Naidoo und sich dabei mit Religion angesteckt?
Das Album ist sehr abwechslungsreich, aber alles ist hochspirituell. Es gibt Gospel, Klosterchöre und viel Halleluja.
Ich mag Weltmusikeinflüsse, auch wenn es nicht ganz so genial wie bei Peter Gabriel klingt.
Viele Instrumente und Straßenmusikattitüde wie Arcade Fire begrüße ich ebenfalls, aber muss es so dermaßen religiös sein?

[……] In „Church“, einem Klagegesang, der sich dann doch noch zu einer hochtrabenden, wenn auch melancholisch gebrochenen Euphorie steigert. Doch dieser so typische Coldplay-Song wird zum Abschluss mit arabischem Gesang aufgemotzt. [….]

Für mich ist das zunächst einmal ein sehr gelungener Popsong mit einer hellen und klaren Martin-Stimme.


Ich kann aber nicht verstehen, wie politisch so engagierte Menschen wie Coldplay, die nun sogar auf dreistellige Millioneneinnahmen verzichten, weil sie aus Sorge um den Klimawandel nicht mehr so viel fliegen wollen, die sich gegen Waffengewalt und für Flüchtlinge einsetzen, so sehr der Kirche an den Hals werfen.
Spiritualität klingt euphemistisch, aber Martin singt in Wahrheit viel profaner von der Kirche. Also der Institution, die all die korrupten rechten Umweltzerstörer und Kriegstreiber – Bolsonaro, Trump, Orban, Assad – unterstützt.
Leider verstehe ich genügend englisch, um die Textzeilen in Songs wie „Church“ nicht zu überhören. 

[…..] What can't I get through?
And for everyone everywhere
You're answering every prayer
[…..]
'Cause when I'm hurt
Then I go to your church
'Cause when I'm hurt
Then I go to your church
[…..] أبي يا الله يا قادر، لماذا تركتني؟
ابي يا الله ياقادر
حرية يا الله
محبة يا
محبة يا الله
I worship you in church, baby
Always
I worship you in church
All the seven days
I praise and praise

Mittwoch, 15. Januar 2020

Kausalkette


Wenn etwas „kausal“ genannt wird, geht es immer um den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung.
Kausalität ist dementsprechend die Abfolge von Ereignissen, die einander bedingen.  So eine Abfolge könnte beispielsweise der Verzehr von zwei Kilo Rosenkohl mit Zwiebeln und den späteren Flatulenzen sein.
Kausalität gibt es in monokausaler und multikausaler Ausführung.
Monokausal ist logischerweise eine Abfolge von Ereignissen, in der eins klar das nächste bedingt.
Wenn also beispielsweise Boris Becker in einer Londoner Besenkammer in ein schwarzes Zimmermädchen ejakuliert ist das die Ursache und die daraus resultierende Wirkung ist seine bizarre rothaarige kugelköpfige Tochter – monokausal.
Die Ursache Volksverdummung hat als Wirkung die Präsidentschaft Trumps.
Der Wahlsieg des senilen Psycho war aber durchaus multikausal, da Idioten als Wähler dafür nicht ausgereicht hätten. Es brauchte außerdem noch ein anachronistisches, die GOP extrem bevorzugendes Wahlsystem, russische Bots, haufenweise Lügen in den social media, tief in der Gesellschaft verankerten Rassismus, eine unbeliebte Gegenkandidatin, einen speichelleckenden FOX-Sender, das Totalversagen der klassischen Medien und eine besondere demographische Situation, in der bestimmte blue-collar-Arbeiter unter Zukunftsängsten leiden. Das nennt man „multikausal“, bzw „da kam so einiges zusammen!“
Kausalität verknüpft aber nicht immer nur zwei Ereignisse – Ursache und Wirkung. Oft ist die Wirkung ihrerseits auch Ursache für eine weitere Wirkung und diese wiederrum löst eine weitere Wirkung aus.
Diesen Fall nennt man dann Kausalkette. Klingt kompliziert, daher möchte ich ein Beispiel nennen.

Ursache:
Joseph Ratzinger, geboren Anfang 1927 in einem kleinen konservativen bayerischen Kaff, ab 1941 Hitlerjunge, konnte mit Mädchen nicht viel anfangen und fühlte sich verloren, als 1945 das so schön geordnete „dritte Reich“ endete.

Wirkung: Theologiestudium, Priesterweihe 1951, Homophobie, Papst
= Ursache für die Wirkung, daß überdurchschnittlich viele ungeoutete Schwule, sexuell unterentwickelte, dauergeile, verklemmte Männer, die nicht wissen wie sie mit ihrer Sexualität umgehen sollen, Priester werden.
= Ursache für die Wirkung, daß so viele katholische Geistliche kleines Jungs sexuell missbrauchen.

[…..] In einem Prozess um Kindesmissbrauch durch einen früheren katholischen Priester in Frankreich hat der Angeklagte mit seinem Geständnis schockiert. Er habe als Leiter von Ferienlagern zeitweise „vier bis fünf Kinder pro Woche“ missbraucht, sagte der bekannte Ex-Priester Bernard Preynat am Dienstag zum Auftakt seines Verfahrens in Lyon. Er gab sexuelle Übergriffe auf Jungen über einen Zeitraum von 20 Jahren zu.
„Für mich stellte es sich damals nicht als sexuelle Gewalt dar, sondern als Zärtlichkeit und Liebkosung“, sagte der heute 74-Jährige. „Ich habe mich getäuscht. Erst durch die Anklagen der Opfer habe ich verstanden", sagte er über die Jungen im Alter von damals sieben bis 15 Jahren.
Der Mann ist angeklagt, zwischen 1971 und 1991 als Leiter von Pfadfinder-Gruppen dutzende Jungen sexuell missbraucht zu haben. Nach seiner Aussage liegt die Dunkelziffer aber offenbar deutlich höher. […..] Der Fall ist zu einer Art Sinnbild des sexuellen Missbrauchs in der französischen Kirche geworden. Obwohl viele in der Kirche von den Vorwürfen gewusst haben sollen, war Preynat einfach immer wieder nur versetzt worden. […..] (Tagesspiegel, 14.01.2020)

Die Wirkung „Massenmessdienermissbrauch“ ist Ursache für Folgendes:

[…..]  Katholische Kirche verschiebt in den USA Vermögen, um es vor Missbrauchsentschädigungen zu schützen.
Nachdem die Vertuschung nicht mehr funktioniert, hat die katholische Kirche in den USA, wo einige Bistümer vor ruinösen Schadenersatzforderungen von Missbrauchsopfern stehen, eine neue Taktik gefunden ihr Vermögen zu schützen:
Mehr als zwei Milliarden US-Dollar an Vermögenswerten sollen in den letzten Jahren übertragen oder umklassifiziert worden sein, damit diese nicht dem Topf aus dem Entschädigungen für den Missbrauch durch Kleriker bezahlt wird zur Verfügung stehen. Durch das Abschirmen des Geldes von der Insolvenz habe die katholische Kirche wie ein Unternehmen gehandelt und sich nicht „wie eine Religion verhalten, die nach den Regeln lebt, die sie vertritt“, so der Präsident einer Opferorganisation. […..]

Die Wirkungen Missbrauch und Milliardenverschiebungen sind ihrerseits Ursache für die Wirkung des Massenaustritts.

   […..] Die Zahl der Kirchenaustritte ist in diesem Jahr in Köln erneut deutlich gestiegen. Bis zum Ende des dritten Quartals wurden 7457 Austritte gezählt, hochgerechnet auf das ganze Jahr werden es 9943 sein. Das hat das Kölner Amtsgericht am Donnerstag beim Jahrespressegespräch mitgeteilt. [….]

[…..] Die Zahl der Austritte aus der katholischen Kirche in Deutschland ist dramatisch angestiegen. Im Jahr 2018 haben 216.078 Gläubige vor den staatlichen Behörden ihren Austritt erklärt, teilte die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) am Freitag in Bonn mit. Gegenüber zum Vorjahr (2017: 167.504) stiegen die Kirchenaustritte um nahezu 29 Prozent an. [….]

[…..] Die Zahl der Kirchenaustritte in Deutschland wird sich 2019 nochmals dramatisch erhöhen. Umfragen in der bisher stets repräsentativen 300.000-Einwohnerstadt Augsburg und einigen kleineren Kommunen der Umgebung ergaben, dass bereits Mitte Oktober der Vorjahresstand erreicht wurde. Am Jahresende ist demnach mit einer Zunahme um 15 bis 20 Prozent zu rechnen. Dies hat auch Auswirkungen auf den Mitgliederschwund in den beiden großen Kirchen.
Zwischen 1990 und 2013 hatten katholische und evangelische Kirche zusammen jährlich ziemlich konstant eine halbe Million verloren. Seit 2014 nahm der Schwund aber immer größere Ausmaße an und erreichte schon 2017 und 2018 jeweils neue Rekordmarken (663.000 bzw. 704.000). Für 2019 müssen die Kirchen nun mit einem Gesamtverlust von rund 800.000 Mitgliedern rechnen. […..]

Die Geburt des kleinen homophoben Hitlerjungen Joseph Ratzinger (und seines sadistischen älteren Prügelbruders Georg) sind selbstverständlich keine monokausale Ursache für den Millionenfachen Exodus aus der RKK neun Dekaden später. Aber man kann eine Kausalkette aus vielen multikausalen Zusammenhängen erstellen.