Heute war ja nicht alles schlecht.
Im Herzen Bayerns, in München, wo Söders Staatskanzlei steht, wurde heute gewählt und der CSU-Mann schaffte es noch nicht einmal in die Stichwahl. Platz 1 ging an die Roten, Platz 2 an die Grünen.
In der drittgrößten bayerischen Stadt Fürth, holte der SPD-Bürgermeister Thomas Jung rund 72% der Stimmen.
[….] Überraschung in Bamberg – Ex-Ministerin Huml verpasst die Stichwahl!
Prognosen zum Ausgang der Oberbürgermeisterwahl in Bamberg galten als äußerst schwierig. Dass Ex-Gesundheitsministerin Melanie Huml für die CSU aber in die Stichwahl einziehen würde, davon waren viele Beobachter überzeugt – und täuschten sich. Die 50-Jährige kam bei der Abstimmung in der oberfränkischen Stadt mit 28,2 Prozent hinter Grünen-Kandidat Jonas Glüsenkamp (30,3 Prozent) und dem SPD-Bewerber Sebastian Niedermaier (29 Prozent) nur auf Platz drei. Ein bitteres Ergebnis für die CSU, war Huml doch Wunschkandidatin von Ministerpräsident Markus Söder. [….]
Florian Hartmann (SPD) wird mit 56,8% Oberbürgermeister von Dachau. Andreas Hügerich (SPD) wird mir 52,4% Erster Bürgermeister von Lichtenfels. Ulrich Proske (SPD) regiert künftig durch seinen 77,9%-Wahlsieg als Erster Bürgermeister Ebersberg. Läuft doch für die Sozis!
Ich erinnere mich gerade an Günter Kunerts Parabel „Das Bild der Schlacht am Isonzo“ von 1968, die viele von uns im Deutschunterricht der achten oder neunten Klasse gelesen haben werden. In meinem Fall war es eine Interpretation als Klassenarbeit. Man kann sich natürlich den einen kleinen Teil einer Geschichte herausschneiden, der einem gut gefällt. Aber das Gesamtbild ist leider anders.
Das Gesamtbild wird für einen Sozi heute maßgeblich vom Totaldesaster in Baden Württemberg bestimmt. Bärbel Bas und Lars Klingbeil wirken so kläglich, wie es die Stuttgarter Zahlen vorgaben. 5,5% in einem großen Flächenland mit 11,2 Millionen Einwohnern. Spitzenkandidat, Landespartei- und Fraktionschef Andreas Stoch, der bundesweit damit bekannt wurde, nach dem Besuch einer Tafel, seinen Fahrer rüber nach Frankreich zu schicken, um ihm Entenpastete zu besorgen, war erfreulich klar. Er werde den personellen Neuanfang in Partei und Fraktion konstruktiv unterstützen. Natürlich hat er selbst keine Zukunft mehr in der Politik.
Mit der Ankündigung Lars Klingbeils als nächstem Interviewgast, schlich sich urplötzlich dieses Gefühl bei mir ein: Das ist ein Desaster, wie die SPD unter seiner Führung in sich zusammensackt, bei den Mitglieder Agonie auslöst. Er wird jetzt, wie einst Oskar Lafontaine den Rücktritt von allen Ämtern erklären. Oder er geht auf totale Konfrontation zur CDUCSU, verlangt ultimativ einen Kurswechsel in der Energie- und Sozialpolitik unter Androhung. Das kann doch nicht so weitergehen, bis die SPD ganz verschwindet. Aber das war eben mein Gefühl. Ein Vizekanzler darf sich selbstverständlich nicht von Frust und Gefühlen leiten lassen, sondern muss Realist sein; er muss alle Aspekte, das größere Bild, im Auge behalten. Und da bleibt die es leider dabei: Die SPD muss in der verhassten Merz-Koalition mit den katastrophal wirtschaftsfeindlichen Lügnern Spahn und Reiche bleiben. Wir müssen mitmachen, auch wenn Merz uns geradewegs in den Abgrund führt. Es ist zwar fürchterlich, rückständig, falsch und kaum erträglich, aber tatsächlich immer noch besser, als alle realistischen Alternativen.
Die Erklärungen für das 5%-Desaster, die Tim Klüssendorf und seine Sozi-Freunde bemühten, sind zutreffend: Die SPD kam mit prognostizierten 8-10% unter die Räder, weil sie ohnehin nicht die geringste Machtoption hatte. Aber bei der enormen Polarisierung des Özdemir-Hagel-Wahlkampfs, des Kopf-an-Kopf-Rennens um den Ministerpräsidentenposten einer ohnehin oliven Koalition, konnten die (wenigen) SPD-Wähler eben doch das Ergebnis maßgeblich beeinflussen. Selbst Vollblut-Sozis und Özdemir/Palmer-Verächter wie ich, hätten unter den speziellen Umständen Grün gewählt, um Hagel zu verhindern.
Das schrumpfte die SPD auf den letzten Metern von ~9% auf ungefähr 5%, das raubte den Linken drei Prozentpunkte.
Auf der anderen Seite drückte es auch die Grünen-hassenden FDP-Fans in ihrem Stammland auf 4,x%. Ihre Leihstimmen gingen an den sexistischen rechtskonservativen Religioten Hagel, weil sie unter allen Umständen einen migrantischen Grünen verhindern wollten.
Den Effekt sehen wir immer, wenn der Wahlkampf auf zwei Parteien, Kopf an Kopf, hinausläuft. Dann wird unserer Verhältniswahlrecht zu einem gefühlten Mehrheitswahlrecht. Tim Klüssendorf hat auch Recht mit seinem Hinweis auf den Wahlkampf zwischen SPD-Ministerpräsident Alexander Schweitzer und CDU-Bundesverkehrsministerbruder Gordon Schneider.
[….] Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: CDU und SPD im Endspurt fast gleichauf
Die Wahl in Rheinland-Pfalz am 22. März wird aller Voraussicht nach zu einer neuen Regierung führen, da die FDP schwächelt. Eine Neuauflage der Ampel ist unwahrscheinlich. SPD und CDU streiten darum, wer den nächsten Ministerpräsidenten stellen darf. [….] Kurz vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am 22. März 2026 holt die Regierungspartei SPD laut Umfragen weiter auf. Der ohnehin kleine Vorsprung der CDU ist zuletzt noch einmal leicht geschrumpft. Doch weil die FDP in der jüngsten Umfrage im Auftrag des SWR nur noch unter „Sonstige“ geführt wird und die Grünen bei neun Prozent gesehen werden, ist eine weitere Runde für die amtierende Ampel-Koalition von Ministerpräsident Alexander Schweitzer wohl vom Tisch. [….]
SPD-Andreas Stoch zu wählen, ist taktisch nahezu sinnlos. Daher wählten Linke und Sozis vielfach grün. SPD-Alexander Schweitzer zu wählen, ist taktisch hingegen absolut sinnvoll, so daß durchaus Leihstimmen von Linken und Grünen zu erwarten sind, um einen Ministerpräsidenten Schnieder zu verhindern.
Politisch nicht seriös, aber psychologisch hilfreich, ist es, sich die eigenen Wunden zu lecken, indem man den Schaden der Gegner ins Auge nimmt.
Ja, die CDU hat gut fünf Prozentpunkte hinzugewonnen, die SPD hat gut fünf Prozentpunkte verloren, die Grünen haben gut zwei Prozentpunkte verloren – im Vergleich zum Kretschman-Rekordergebnis von 2021. Aber wenn man durch die BW-Umfragen der letzten zwei Jahre scrollt, lag die Hagel-CDU stets mit riesigem Abstand vor den Grünen: Mindestens zehn Punkte, manchmal uneinholbar scheinende 16 Punkte. Daher hatte das Konrad Adenauer-Haus von den angepeilten fünf Landtagswahlsiegen 2026, den Urnengang von BW als den einfachsten und sichersten betrachtet. Ein Ministerpräsident Hagel im tiefschwarzen Schwabenland nach dem Abgang des überpopulären Kretschmanns, gegen einen Migranten, war fest eingeplant. Und schon damit scheiterten Linnemann und Merz spektakulär. Bei den nächsten Landtagswahlen – Rheinland-Pfalz am 22.03., Sachsen-Anhalt am 06.09. 26, Berlin und MeckPomm am 20.09.26 – wird es viel schwerer für die CDU, zumal dann mit recht hoher Wahrscheinlichkeit durch extrem steigende Öl- und Gaspreise, sowie die internationalen Groß-Kriege, in Kombination mit der katastrophal falschen ökonomischen und energiepolitischen Weichenstellung des Merz-Kabinettes, die deutsche Wirtschaft abschmieren dürfte.
Mit der Einschätzung liegt der Urnenpöbel ja richtig: Die CDU kann es nicht.
Und es gibt ein weiteres positives Ergebnis dieser Landtagswahl: Nicole Büttner, CEO des KI-Beratungsunternehmens Merantix Momentum und DAX-Konzern-Beraterin, muss sich eine Glatze rasieren.
Dabei galt auch hier BW als absolute FDP-Hochburg als kleinste Hürde. In den Umfragen der folgenden Landtagswahlen liegen sie zwischen 2% und „unter der Nachweisgrenze“.
Es geschieht der hepatitisgelben Pest, die uns mit ihrer perfiden Ampel-Sabotage erst die toxischen Reiche-Merz-Regierung einbrockte, nur Recht, wenn sie endgültig aus dem deutschen Parteiensystem getilgt wird.




































