Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.
Diesmal ist es einfach, die größte Peinlichkeit der vergangenen vier Wochen zu küren; es kann nur der kollektive Anti-Eralp-Wahn sein, der durch fast alle Medien rollt.
Jung, Frau, Migrantin, links – das ist einfach zu viel für die Poschardts, Reichelts, Söders und Aiwangers der Republik, die es unglücklicherweise vermochten, mit ihrer inszenierten Empörung fast alle anderen öffentlichen Meinungsmacher zu infizieren.
Mit der Berliner Linken zöge der Antisemitismus in die Hauptstadt ein, tönt es nun wahrheitswidrig durch die meisten Redaktionen.
(…) Instrumentalisierte, geheuchelte Sorge um die Juden in Deutschland, um finanzielle und parteipolitische Interessen durchzudrücken, ist zutiefst amoralisch.
Das geschieht gerade auf ganz breiter Front durch Top-CDUCSU-Politiker, die sich auf die Linken in Berlin einschießen, um damit eine unterdurchschnittlich antisemitische RRG-Regierung zu verhindern, die im Bundesrat die nötige Mehrheit brächte, um ein AfD-Verbotsverfahren anzustoßen, welches die überdurchschnittliche antisemitische CDUCSU mit allen Mitteln verhindern will. Ausgerechnet die CDUCSU! (….)
(Solidarität mit den Juden, 29.09.2026)
Noch mehr als die drohende juristische Prüfung eines AfD-Verbotsverfahren, triggert die Schwarzen und Gelben und Braunen allerdings ein Wort: „Vergesellschaftung“.
Um die Interessen ihrer superreichen Parteispender zu wahren, feuern sie aus allen Rohren und ventilieren die abstrusesten Legenden.
Jede Stunde wird von den Linken betont, daß es bei Vergesellschaftungen nur um Personen, bzw Konzerne geht, die MEHR ALS DREITAUSEND WOHNUNGEN besitzen.
Aber Hobby-Hitler-Hubsi kennt beim Hetzen und Lügen keinerlei Scham.
Enteignungen einzelner zum Wohle aller sind übrigens vom Grundgesetz ausdrücklich vorgesehen und werden von CDU, CSU und FDP mit Verve befürwortet, wenn es beispielsweise darum geht, Menschen in kleinen Dörfern ihre Häuschen wegzunehmen, um dort im großen Stil Kohle abzubauen. Stichwort GarzweilerII.
Der Unterschied ist nur, daß in dem Fall HabeNICHTSen ihre Vier Wände genommen werden, in denen sie selbst wohnen. Das stört die Christdemokraten gar nicht. Geht es um HabeVIELE mit über 3.000 Wohnungen, die vermietet sind, drehen die Christen am Rad.
[…] Den Mietanstieg bremsen, Wohnraum in Großstädten wieder bezahlbar machen: Volkspartei ist eine Partei, die das schafft – und […] Die CDU ist bei ihrer FDPisierung weit vorangekommen; das wirtschaftsliberale Profil ihres Vorsitzenden Friedrich Merz hat auf die gesamte Partei abgefärbt: Die CDU steht inzwischen für den sehr freien Wettbewerb; sie propagiert die Begrenzung staatlicher Eingriffe in die Wirtschaft, sie wirbt für kapitalmarkorientierte Lösungsansätze gesellschaftlicher Probleme, zum Beispiel bei der Altersvorsorge. Perspektiven und Kompetenzen, wie sie einst den Freidemokraten zugeschrieben wurden, verbindet man heute mit der Merz-CDU. Die CDU hat die FDP überflüssig gemacht – und bewegt sich da und dort schon auf die niedrigen Wahlprozente zu, wie früher die Freidemokraten sie hatten. Volkspartei-Prozente sind das keine mehr. […] Wenn die so etikettierte Politik keine Überzeugungs- und Problemlösungskraft mehr hat, muss die CDU dabei zuschauen, wie andere Kräfte – in Berlin zuletzt die Partei Die Linke – an ihr vorbeiziehen.
Der Linken gelang das mit ihrer plakativen Forderung nach Enteignung der Wohnungsbestände großer Wohnungsunternehmen, […] Das Wort „Enteignung“ war für eine Kampagne geeigneter als das Wort „Vergesellschaftung“, das die Sache freilich viel besser und richtig beschreibt: Es geht um die Überführung von sehr großen Wohnungsbeständen in Gemeineigentum – um so der Preistreiberei auf dem Mietmarkt entgegenzusteuern. Union und SPD haben darauf feindselig reagiert – mit der Ankündigung eines Gesetzes auf Bundesebene, das eine solche Vergesellschaftung untersagt; das soll dem Investitionsschutz dienen – demonstriert aber vor allem sozial- und gesellschaftspolitische Fantasielosigkeit. […] So ein Vergesellschaftungs-Veto-Gesetz wäre töricht – weil bloßes Neinsagen keine gestaltende Antwort ist und die Mietmärkte nicht domestiziert. Letztlich ist das geplante Veto-Gesetz eine Werbung für die Linke und ihre Enteignungsforderung. Schon Ovid prophezeite ja: „Wir streben immer nach dem Verbotenen und begehren das Versagte.“ Dabei ist die Vergesellschaftung gar nicht verboten; im Gegenteil: Sie ist vom Grundgesetz in Artikel 15 ausdrücklich vorgesehen: „Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel können zum Zwecke der Vergesellschaftung durch ein Gesetz, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt, in Gemeineigentum überführt werden.“ […] Zur Volkspartei wird die CDU nicht wieder, indem sie im Bund Verbotsgesetze gegen eine Landespolitik erlässt, die gegen die Mietenexplosion antreten will. […]
Die Idee, Wohnungskonzern-Riesen zu vergesellschaften, ist kein abstruses Minderheitenprojekt der Linken, sondern spiegelt den Willen der Mehrheit der Berliner wider.
Der Volksentscheid Deutsche Wohnen & Co enteignen fand vor fast genau fünf Jahren statt.
[…] Von den knapp 2,5 Millionen Stimmberechtigten beteiligten sich fast 1,8 Millionen (73,5 %) am Volksentscheid. Eine klare Mehrheit von 1.035.950 Stimmberechtigten (59,1 %) befürworteten das Volksbegehren. Dies entsprach 42,3 % der Stimmberechtigten, womit das in Berlin geltende 25-%-Zustimmungsquorum deutlich übersprungen wurde, das Volksbegehren galt damit als angenommen. […] In zehn von zwölf Berliner Bezirken erhielt das Volksbegehren mehr Ja- als Nein-Stimmen. Das Zustimmungsquorum wurde in allen zehn befürwortenden Bezirken übersprungen. Die größte Unterstützung erfuhr das Volksbegehren in den Bezirken Friedrichshain-Kreuzberg (75,3 %), Mitte (66,6 %) und Neukölln (64,3 %). […]
Ich bin übrigens kein Fan, befürchte langjährige hochkomplizierte juristische Auseinandersetzungen, frage mich, wie man sich jemals auf eine Entschädigungssumme einigen soll, woher Berlin das Geld nehmen kann und ob man mit dem Geld nicht lieber neue Wohnungen bauen sollte.
Aber indem so ein klares Bürgervotum einfach ignoriert wird, schaffen die anderen Parteien natürlich enormen Frust in einer Phase, in der sowieso die Nazis massiv auf dem Vormarsch sind.
Der Frust der Wohnungssuche wird meines Erachtens von allen Regierungsparteien immer noch massiv unterschätzt. Der Mietmarkt ist weitgehen zum Erliegen gekommen, weil Menschen wie zum Beispiel ich, die seit Jahrzehnten in derselben Wohnung leben, de facto nicht umziehen können, auch wenn die Wohnung inzwischen nicht mehr zu den Ansprüchen passt. Aber diese alten Mietverträge sind im Vergleich zu den bei Neuvermietungen geforderten Preisen so günstig, daß man sie niemals aufgibt. Das Problem der fehlenden günstigen Wohnungen verschärft sich seit Jahren kontinuierlich. Firmen finden auch deswegen keine Mitarbeiter in Metropolen, weil sie dort kein Obdach bekommen.
Das CDUCSU-Gegenkonzept zum Volksentscheid Deutsche Wohnen & Co enteignen lautet bekanntlich „bauen bauen bauen“ und ist gescheitert. Es wird eben seit Jahren nicht ausreichend gebaut. Neubauten sind klimapolitische Katastrophen. Neue Häuser sind aberwitzig teuer. Darin zu wohnen, kann sich kein Normalverdiener leisten.
Beispiel aus der Hamburger Tagespresse von heute. In Walking Distance von mir, am Poßmoorweg, stand in einer Kurve ein kleiner Nachkriegs-Flachbau, der einen Croque-Laden beherbergte. Als der Mietvertrag auslief und die Inhaberin verschwunden war, riss man das schmucklose alte Dinge ab, um in die Baulücke ein kleines Haus zu setzen, welches sich ins vierstöckige Straßenbild einfügt und Wohnraum schafft. Eine gute Idee. Es ist eine recht beliebte, zentrale, aber keineswegs ausgesprochen gute Gegend. An der Straße herrscht viel Verkehr, es gibt keine Bäume, es ist eng bebaut. Gegenüber steht ein besonders häßlicher moderner Glasfassaden-Bürobau. Es handelt sich also nicht etwa um eine Villengegend, wir sind nicht in den Elbvororten, weit entfernt vom Alsterblick.
[….] 549.000 Euro für 42 Quadratmeter: […] Das Neubauprojekt am Poßmoorweg 11 – nahe der angesagten Ausgehmeile Mühlenkamp – soll laut der Projektentwickler „eine der letzten verbliebenen Stadtbildnarben Winterhudes“ schließen. Geplant sind dort 18 neue Mini-Eigentumswohnungen, die zwischen 20 und 42 Quadratmeter groß sind. Doch die sogenannten Mikroapartments werden später fertig als ursprünglich geplant. […] Nach Angaben der Hamburger Concept Immobilien Gruppe werden die Wohnungen in dem vierstöckigen Neubau erst zum 1. Juli 2027 bezugsfertig sein. Vergangenes Jahr hieß es noch, dass das Gebäude im Dezember 2026 fertig sein soll. […] Laut Uniq Squared sind bereits sechs der 18 Mikroapartments verkauft. Die Preise liegen – wie bei dem vorherigen Vermarkter BCB Real Estate – zwischen 253.000 und 549.000 Euro. [….]
Mikroapartments in mittelguten Gegenden für eine gute halbe Million Euro sind aber keine Entlastung für die verzweifelt nach günstigen Wohnraum suchenden Menschen, Herr Merz und liebe gegen die Linke in Berlin hetzende Presse.
Seien wir froh, daß sich mit der Linken eine zweifellos demokratische Partei dieses Themas annimmt!






































