Samstag, 18. Juli 2026

Politische Hygiene

Noch vor ein paar Tagen war ich von Spahns Aussitzvermögen überzeugt und dachte, er würde auch das Genörgel über die US-Leihmutter überstehen. Schließlich überstand er schon erheblich größere Skandale mühelos.

Ein Quereinsteiger oder ein junger Minister aus einem kleineren Landesverband wäre längst geflogen.

Aber in 24 Jahren Bundestag bastelte sich der obsessive Netzwerker Spahn den womöglich größten Giftschrank der CDU zusammen. Er kennt jeden wunden Punkt von Jedem.

Spahn wird persönlich von den wenigsten seiner Kollegen gemocht.

Darauf hatte es der Ultraehrgeizige auch nie abgesehen, der durch seine ständige Merkel-Piesackerei schon vor einer guten Dekade als Rechtsaußen-Springteufel der CDU bekannt wurde.

[….] "Bekannt bin ich jetzt, beliebt muss ich noch werden" [….]

Jens Spahn, 38 Jahre alt, CDU-Minister, sitzt am Montag in einem Raum voller Journalisten und eigentlich gibt es nur eine Frage an ihn: "Warum sind Sie der richtige Mann für eine Kanzlerschaft?", [….] 

Spahn sagt: "Wenn man, wie ich, nicht nur reden, sondern was verändern will, dann braucht es das Vermögen, etwas zu ändern."

Dass an diesem Vormittag die halbe Hauptstadtpresse über die aktuellen Karrierepläne des Jens Spahn rätselt, liegt an einer Biografie, die der Chefredakteur der Rheinischen Post, Michael Bröcker, geschrieben hat und mit ihm gemeinsam vorstellt.

Auf dem Einband loben der CSU-Altvordere Edmund Stoiber und Österreichs Kanzler Sebastian Kurz den jungen Konservativen, und Bröcker orakelt, dass Spahn "die Bundesrepublik maßgeblich prägen wird".

Auf knapp 280 Seiten führt er dann aus, warum: Spahn, ein Provokateur und Strippenzieher, habe sich schon seit seiner Jugend im Münsterland nicht auf seinem Weg nach ganz oben beirren lassen. [….] Nun, in der Dämmerung Angela Merkels, sei möglicherweise Spahns Zeit gekommen, schreibt Bröcker. Überschrift: "Kanzler, was sonst?" [….]

(SZ, 17.09.2018)

Spahn ließ nie einen Zweifel an seinem Kanzler-Ehrgeiz aufkommen und spann dafür im Hintergrund emsig sein Netz. Den Kollegen missfiel dieses Verhalten, aber sie erkannten es als Machtfaktor an. Der Mann kann Mehrheiten organisieren und man tritt ihm besser nicht auf die Füße, weil er skrupellos ist. Spahns Arm reicht weit genug, um fast jedem Unions-Abgeordneten die Aufstellung für die nächste Bundestagswahl zu verderben. Mit ihm stellt man sich möglichst gut, wenn man weiter kommen will.

So überstand er jeden Skandal; so wurde er trotz Desaster-Performance am 05.05.2026 mit 86,5% als Fraktionschef wiedergewählt, obwohl der Kanzler und CDU-Vorsitzende ihn hasst, wie die Pest.

Einzelne Hyänen, die um ihn herumstrichen, hatten zu große Beißhemmungen; mußten befürchten, von Spahns mächtigen Pranken niedergestreckt zu werden.

Aber in den letzten drei Tagen wurde das Hyänen-Rudel der Spahn-Kritiker immer größer. Selbst Merz wurde immer bissiger.

In den letzten 24 Stunden schlossen sich immer mehr CDU-Landesverbände dem in der demoskopischen Einstelligkeit hockenden MeckPommern an, die mit dem Wahlmühlstein Spahn um den Hals befürchten müssen, am 20.09.2026 gen 5%-Hürde zu krachen.

Moralische Erwägungen, Anstand, Ehrlichkeit spielten dabei, wie in der Union üblich, gar keine Rolle. Es geht ganz allein um die Machtoptionen und damit verbundene Pfründe.

Unpopuläre Spitzenleute zu feuern, kann eine demoskopische Befreiung sein. Dafür gab es gerade in den letzten Tagen zwei Beispiele.

Im eher liberalen US-Bundestaat Maine kämpft die konservative Trumpanzee-Senatorin Collins um ihre Wiederwahl im November. Gegen sie tritt der „unkonventionelle linke“ Graham Platner an, der zum Entsetzen der Demokraten in Umfragen stets noch hinter ohnehin unbeliebten GOPerin Collins rangierte. Nun warf Platner überraschend, nach Vorwürfen sexueller Übergriffigkeit, hin. So spät im Wahlkampf den Spitzenkandidaten zu verlieren, ist eigentlich ein Alptraum für die jeweilige Partei. Aber nicht so in Maine: Nun stehen die Demokraten ohne Kandidaten da und haben deutliches bessere Chancen als mit Kandidaten!

Ein ähnliches Bild in Berlin nach dem unrühmlichen Aus des Bürgermeisters und CDU-Spitzenkandidaten Wegner. Kaum ist Lügen-Kai weg, schießt seine CDU vom blamablen Platz Vier in den Umfragen auf Zwei, überholt Grüne und AfD!

Den beim Volk extrem unbeliebten Spahn loszuwerden, verbindet die CDU daher mit einiger Hoffnung auf bessere Umfragewerte und bessere Wahlchancen in den drei September-Landtagswahlen Sachsen-Anhalt, MeckPomm und Berlin.

Ein schöner Nebeneffekt: Der einzige noch unbeliebtere CDU-Politiker, nämlich Merz, kann sich als derjenige inszenieren, der fähig ist, harte Entscheidungen zu treffen.

Lustigerweise merkt der Fritzekanzler wieder einmal gar nicht, wie lächerlich er sich macht, wenn ausgerechnet er, der notorische Lügner und Wortbrecher, sich zur Ikone der Glaubwürdigkeit stilisiert. Zu halten war Spahn ohnehin nicht mehr. Die Rezeption seines Verhaltens war so verheerend, daß er die CDU in den endgültigen Abgrund gezogen hätte.

[….] Dieser Rücktritt musste sein [….] Der Rücktritt von Jens Spahn wird der Union wenig nutzen. Aber sein Verbleib im Amt des Fraktionsvorsitzenden hätte ihr schwer geschadet.

Er konnte diese Debatte nicht gewinnen. Wenn es in der Politik um die sogenannten „Inhalte“ geht, ums Schließen von Krankenhäusern, um die Erbschaftsteuer oder die Wehrpflicht, kostet es einigermaßen Mühe, sich eine eigene Meinung zu bilden. Man muss Abwägungen treffen und sich zu einer Haltung womöglich durchringen.

Zu Jens Spahn und der Leihmutterschaft hingegen hat praktisch jeder sofort eine Meinung. Das hat erstens damit zu tun, dass das Verbot der Leihmutterschaft in Deutschland nie Gegenstand großer Debatten war; anders als der Schwangerschaftsabbruch oder die Ehe für alle. [….]

Zweitens konnte Jens Spahn die Debatte auch deshalb nicht gewinnen, weil es mit seinem öffentlichen Ansehen ohnehin seit Langem nicht zum Besten stand. [….] 

Das zusammengenommen war der Hintergrund, vor dem sich Jens Spahn drittens einem Vorwurf ausgesetzt hat, der nur sehr schwer zu überstehen ist: dem der Doppelstandards. Wenn er wenigstens mal dafür gekämpft hätte, die Leihmutterschaft auch in Deutschland zu ermöglichen. Wenn er Argumente dafür gesammelt und um sie geworben hätte. Doch Jens Spahn trug die CDU-Beschlüsse zum Verbot der Leihmutterschaft mit. 2020 sprach sich das Bundesgesundheitsministerium, dem er damals vorstand, gegen die Leihmutterschaft aus, indem es auf die unvermeidlichen Schwierigkeiten bei der Selbstfindung eines Kindes hinwies. Und dann umgeht er das Verbot, indem er sich eine Leihmutter in den USA sucht - weil er und sein Mann es sich finanziell leisten können; anders als ein schwules Paar, in dem der eine ein Busfahrer und der andere ein Bäcker ist. [….] Zu den Klischees über Politiker gehört, dass sie Wasser predigten und Wein tränken. Meistens ist dieser Vorwurf ungerecht (ausgenommen unter anderem jene AfD-Politiker, die Verwandten gut bezahlte Jobs in ihren Abgeordnetenbüros verschafft haben). Hier trifft er zu. [….]

(Detlef Esslinger, 18.07.2026)

Diejenigen innerhalb und außerhalb der Union, die über Spahns politisches Ende jubilieren, freuen sich zu früh. Er behält einen Bundestagssitz, seine Position im CDU-Präsidium und all seine Kontakte.

Er hat Döpfner, Ronzheimer, Thiel, Gotthardt, Kurz, Grenell, Reichelt im Rücken. Er ist die Inkarnation des Ehrgeizes. Und er hasst Merz.

Aus sozialdemokratischer parteipolitischer Sicht bedaure ich natürlich Spahns Abgang. Genau wie ich mich als Atheist über Kardinal Woelki freue, der mit jedem Tag im Amt, mehr Leute zum Kirchenaustritt treibt, erkenne ich Spahns Leistung an, Wähler davon abzuhalten, ihr Kreuz bei der CDU zu machen.

Aus demokratischer Perspektive sieht es aber anders aus, weil die Nazis in allen bundesweiten Umfragen klar stärkste Partei sind; in Ossistan absolute Sitzmehrheiten holen können.
Für die Autokratie- und Diktaturbefürworter, für die Putin-Fans, für die rechtsradikalen Gefährder ist ein Spahn, der ohne persönliche Konsequenzen immer im Amt bleibt, die perfekte Metapher, um gegen „die da oben“ zu hetzen. Zu pauschalisieren: „Alle Politiker sind korrupt, die verdienen einen Denkzettel, die AfD muss aufräumen!“

Jens Spahn ruiniert das ohnehin schon viel zu geringe Vertrauen in Staat, freie Wahlen, Parlamentarismus und Demokratie immer mehr.

Daher muss ich froh über seinen Rücktritt sein.

Freitag, 17. Juli 2026

Gibt es einen schwulen Andenpakt?

Am dritten Tag der „Leihmutter-Affäre Spahn“ haben sich so ziemlich alle öffentlichen Figuren zur der Causa geäußert.

99% der Artikel und Reels beginnen mit der pronatalen Feststellung, man gönne ihm persönlich sein Glück, gefolgt von einer Lobeshymne über Kinderwunsch, Kinderkriegen, Kinder im Allgemeinen. Nichts wird in Deutschland so hartnäckig positiv geframt, wie die Vermehrung.

Als ob nicht die Überbevölkerung des größte plantare Problem überhaut wäre. Als ob nicht die Familie auch Hort von Missbrauch und Gewalt wäre.

Anschließend wird das Thema Homosexualität abgefrühstückt: Natürlich habe man nichts gegen Schwule und Homosexuelle könnten genauso gute Eltern, wie Heterosexuelle sein.

(Das sehe ich anders! Ich glaube, Schwule und Lesben sind im Durchschnitt bessere Eltern, als Heterosexuelle, weil alle ihre Kinder Wunschkinder sind, die nur geborenen werden, wenn sie wirklich gewollt sind und die Eltern ihnen volle Aufmerksamkeit widmen. Heterosexuelle werden hingegen dauernd auch ungewollt schwanger oder reproduzieren sich lediglich, weil es die gesellschaftlichen Normen von ihnen erwarten. Kinder „passieren“ ihnen durch Unfälle, Suff oder Launen. Auch wenn sie eigentlich gar keine Lust haben, Eltern zu werden. Gleichgeschlechtliche Paare hingegen müssen einen viel höheren Aufwand betreiben, um schwanger zu werden.)

Der dritte immer wieder mitfühlend angesprochene Aspekt, ist das Schicksal der ungewollten Kinderlosigkeit. Gern mit dem Hinweis darauf, es treffe Heteros genauso, wie Homos. Auch Frau/Mann-Konstellationen wären manchmal auf Leihmütter angewiesen.

Alle drei Themen NERVEN MICH, weil sie für den Fall Spahn irrelevant sind. Sie spielen keine Rolle bei der moralischen und politischen Bewertung seines Handelns.

Es geht hingegen um Glaubwürdigkeit, die Heuchelei, daß ausgerechnet ein Politiker, der persönlich, aber auch dessen Partei intensiv dafür streitet, Leihmutterschaft zu kriminalisieren, selbst eine Leihmutter in Anspruch nimmt. Weil er reich und mächtig ist und die Regeln nicht für ihn gelten sollen.

Die Öffentlichkeit wird gerade bei Spahn so getriggert, weil er ein Wiederholungstäter ist, der immer wieder für sich Freiheiten und Sonderrechte herausnahm, die er anderen niemals gönnt. Nun plötzlich reiben sich die Konservativen verwundert die Augen:

Das ist natürlich jetzt blöd, schließlich ist Jens Spahn bekannt für seine absolute Glaubwürdigkeit!  Er ist die Inkarnation der Ehrlichkeit.
Sympathisch und altruistisch. Deswegen ist er ja auch so ungeheuer populär beim Volk.  Man muss ihn einfach lieben!

Inhaltlich ist der Fall klar: Indem die CDU an Spahn festhält, ihn demonstrativ auf dem zweitwichtigsten Posten belässt, betreibt sie wieder einmal massive Wahlkampfhilfe für die AfD und alle demokratieverachtenden Populisten, die sowieso alle Politiker für korrupt und verlogen halten.

Interessanterweise sind die Reihen innerhalb von CDU und CSU nicht sehr geschlossen. Üblicherweise wagt sich niemand mit Kritik an Spahn nach vorn, weil er seit 24 Jahren im Bundestag sitzt und als begnadeter Netzwerker über jeden irgendwelche despektierlichen Informationen im Giftschrank hat. Weil so viele ihm einen Gefallen schulden. Mit ihm will man sich nicht anlegen.

Aber nun könnte eine Welle des Unmuts losbrechen.

[….] Es hatte alles so nett angefangen für ihn. "Ein Baby für Jens Spahn" lautete die Titelzeile der "Bild"-Zeitung vom Donnerstag. "Es ist eine Nachricht voller Liebe, Glück und einer großen Veränderung", beginnt die exklusive Homestory im Blatt. Fast eine Seite ist sie lang, große Fotos der lachenden Papas Jens Spahn und Daniel Funke, sein Ehemann.

Einen Tag später ist aus der frohen Botschaft für Jens Spahn ein großes politisches Problem geworden. Denn die beiden haben ihr Kind von einer Leihmutter in den USA austragen lassen. In Deutschland ist Leihmutterschaft verboten. Und die Union, deren Fraktionschef Spahn im Bundestag ist, will unbedingt, dass das so bleibt.

Zu sagen, dass es in CDU und CSU seit der Nachricht rumort, wäre heillos untertrieben. Unverständnis, Entsetzen, auch Wut – das trifft es eher. Es gibt erste Unionspolitiker, die Spahns Rücktritt fordern. Trotz der Sommerpause, in der sich die Koalition eigentlich Ruhe verordnet hat, wird es brenzlig für Spahn. Ein erfahrener Politiker, der sich nicht namentlich zitieren lassen möchte, sagt t-online: "In der CSU herrscht schiere Fassungslosigkeit."  […]

(Johannes Bebermaier, 17.07.2026)

Interessant ist, wer in diesem Shitstorm nach vorn springt, um für Spahn zu kämpfen.

Der sehr rechte Döpfner-Journalist Paul Ronzheimer macht einen Leihmutterpodcast mit Spahn, der mit enormen Aufwand über alle Springer-Kanäle verbreitet wird.

Der sehr rechte AfD-Anwalt Ralf Höcker springt beim rechtsradikalen „Kontrafunk“ für Spahn in die Bresche.

Natürlich gibt es unter Rechten und Rechtsextremen prozentual genauso viele Schwule, wie überall sonst in der Gesellschaft. Aber es ist schon auffällig, daß sich nun die schwulen ganz Rechten als erstes vor Spahn stellen.

Gibt es womöglich einen schwarzbraunen Homo-Andenpakt, in dem sich erzkonservative Strippenzieher versprochen haben, sich stets öffentlich zu verteidigen und nie um dasselbe Amt zu kämpfen?

Ich will ungern verschwörungstheoretisieren, aber das sind schon erstaunlich viele schwule Rechte/Rechtsextreme, die zusammen klüngeln: Jens Spahn (CDU), Peter Thiel (GOP), Richard Grenell (GOP), sein Ehemann Matt Lashey (GOP), Dave Rubin (rechter Podcaster), Michael Mronz, Daniel Funke, Peter Kurth (CDU/AfD), Stefan Evers (CDU), Hendrick Streeck (CDU), Sepp Müller (CSU), David Berger (AfD), Ralf Höcker (AfD), Paul Ronzheimer (BILD),…

Ronzheimers Springer-Verlag überhäuft jetzt demonstrativ den Rechtsextremen Thiel mit Ehrungen, nachdem dessen geheime Klüngelei mit Jens Spahn ans Licht kam.

[….] Jens Spahn bestätigt Teilnahme an Veranstaltungen von Peter Thiel

Der heutige Unions-Fraktionschef Spahn hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren fünfmal an Veranstaltungen der „Dialog“-Organisation des US-Tech-Milliardärs Peter Thiel teilgenommen. [….]

(Deutschlandfunk, 19.06.2026)

Oder es ist reiner Zufall, daß alle die rechten Skandaloniker ins Spahns Umfeld schwul sind.

Donnerstag, 16. Juli 2026

Politikerverdrossenheitsgenerator Spahn

„Quod licet Iovi, non licet bovi”

 (Was Jupiter erlaubt ist, ist dem Ochsen nicht erlaubt)

Besser als Jens Spahn kann man Politiker- und Demokratieverdrossenheit nicht fördern: Immer wieder fordert und fördert der Mann strenge Regeln mit drastischen Konsequenzen für die Betroffenen. Regeln für andere, die für ihn aber nicht gelten sollen.

Kein amtierender deutscher Politiker hat sich ungestraft selbst so die Taschen vollgestopft, wie Jens Spahn. Keine Konsequenzen für ihn.

Kein amtierender deutscher Politiker hat ungestraft so viele Steuermilliarden verplempert, wie Jens Spahn. Keine Konsequenzen für ihn.

Kein amtierender deutscher Politiker zeigt so ungeniert seine Heuchelei, wie Jens Spahn bei seiner Familienplanung. Keine Konsequenzen für ihn.

Der Mann, der sich als konservativer Christ, als Gesundheitsminister und CDU-Vertreter strikt gegen Leihmutterschaft einsetzt, bekommt ein Kind von einer Leihmutter. Weil er reich ist. Weil er über dem Gesetz steht. Weil er mit jeder miesen Nummer durchkommt.

[…] Spahn gegen Leihmütter

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Forderung der FDP nach einer zumindest teilweisen Legalisierung der Leihmutterschaft zurückgewiesen. Durch das im Embryonenschutzgesetz festgelegte Verbot habe der Gesetzgeber im Interesse des Kindeswohls die Eindeutigkeit der Mutterschaft gewährleisten wollen, heißt es in der Antwort von Spahns Ministerium  [….]

(SZ, 06.04.20)

Immerhin sind diesmal alle sauer – von ganz links bis ganz rechts. Die Konservativen in der CDU, die Kirchenvertreter, die Linksgrünversifften:

[….]  Der evangelische Theologe und ehemalige Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Peter Dabrock, nannte es „bedenklich, wenn einer der mächtigsten Menschen der Republik sich in diese rechtliche Grauzone begibt“. Öffentliche Personen wie Spahn hätten auch eine öffentliche Verantwortung: „Es bleibt ein Gefühl der Betrübnis, dass sich jemand da etwas herausnimmt, weil er das Geld, die Position, die Möglichkeit dazu hat“, sagte der Erlanger Theologie-Professor dem Evangelischen Pressedienst. „Ich tue mich schwer mit der hier offenkundigen Diskrepanz zwischen dem Politiker, der Regeln für andere mitgestaltet, und der Privatperson, die das überhaupt nicht schert.“ [….]

(SZ, 16.07.2026)

Da es sich um einen der ihren, einer der Superreichen handelt, gratulieren die erzkonservative Bundestagspräsidentin Klöckner und der erzkonservative Bundeskanzler Merz. Sie treten nur nach unten.

[….]  Grünen-Bundestagsabgeordnete und Ärztin Paula Piechotta (39) ist sauer und sagt in BILD: „Spahn als Politiker verbietet Millionen Deutschen in ihrem Privatleben, was er sich selbst gönnt. Das ist klassische Doppelmoral und einer von vielen Gründen, warum ganz Deutschland Jens Spahn hasst. Man duldet ja auch keinen SPDler in der Bundesregierung, der zu Hause Zimmermädchen unter Mindestlohn beschäftigt.“ […]

Erst vor vier Monaten, als die von Spahn bezahlte Leihmutter längst schwanger war, applaudierte er auf dem CDU-Bundesparteitag der Feststellung: „Angesichts ethischer, rechtlicher und praktischer Bedenken gegenüber Leihmutterschaft bekräftigt die CDU Deutschlands ihre Forderung, Leihmutterschaft – auch in altruistischen Modellen – in Deutschland weiterhin zu verbieten, um Missbrauch, Ausbeutung und gesundheitliche Risiken zu verhindern.“

 Ein strenge Regel für den Plebs mit Kinderwunsch, über die sich Spahn ganz selbstverständlich hinwegsetzt, wenn es ihn persönlich betrifft.

[….] „Nach dem Bundesbeauftragen für Sucht und Drogen, Prof. Dr. Hendrik Streeck, ist nun der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn, über eine Leihmutterschaft Vater geworden. Beide sind nicht nur prominente Vertreter der CDU, sondern haben darüber hinaus auch wichtige politische Funktionen inne. Deshalb geht ihre private Entscheidung über ihre persönliche Lebenssituation weit hinaus. Noch vor wenigen Jahren hat Jens Spahn sich gegen die Legalisierung der Leihmutterschaft ausgesprochen. Wäre es da nicht nur konsequent, bei sich dieselben Maßstäbe anzulegen, die man auch für die Bürger anlegt? Beide Politiker haben durch ihr Verhalten – wenn auch ungewollt – dem Ansehen unserer Rechtsordnung einen erheblichen Vertrauensverlust zugefügt, da sie den Eindruck erwecken, dass für unsere politischen Entscheidungsträger offenbar andere Maßstäbe gelten als für den Bürger.“ […]

(Susanne Wenzel, Christdemokraten für das Leben)

Die besonders Konservativen und besonders Christlichen in der CDU sind genervt von Spahn, weil er sonst immer auf ihrer Seite steht.

[….] Hubert Hüppe hat sich schon als Bundestagsabgeordneter intensiv mit dem Thema beschäftigt. Heute ist er Chef der Senioren-Union. »Wir haben als CDU den klaren Beschluss des Bundesparteitages, dass wir Leihmutterschaft ablehnen«, sagte Hüppe dem SPIEGEL. »Die CDU war die Partei, von der man sagte, dass sie bei dem Thema am deutlichsten ist.«

Er sei »persönlich geschockt« gewesen von der Nachricht über Spahns Elternschaft, so Hüppe. »Ich hatte gehofft, das würde nicht stimmen. Natürlich kann ich verstehen, dass jeder Mensch den Wunsch auf ein Kind hat, auch homosexuelle Paare, aber es geht darum, ob man Frauen instrumentalisiert.«  [……]

(SPON, 16.07.2026)

Es ist wie bei Trump, wie bei Merz und eben auch bei Spahn: Ich wundere mich schon lange nicht mehr darüber, daß sie sind, wie sie sind. Daß sie täglich neue Ungeheuerlichkeiten produzieren. Aber ich staune immer noch, wie ungehindert sie damit durchkommen. Daß sie niemand stoppt, die Bürger sie nicht abwählen, ihre Parteien sich nicht gegen sie wenden.

[….] Dass Jens Spahn und sein Ehemann jetzt ein Kind haben, ist grundsätzlich eine schöne Nachricht für die beiden. Das gilt unabhängig davon, wie dieses Kind auf die Welt gekommen ist. [….] Wie sie jedoch zu ihrem Glück gekommen sind, ist politisch und moralisch verwerflich. Heuchlerisch wird es, wenn Spahn dies als private Angelegenheit abtut, obwohl er politisch jahrelang gegen die Möglichkeit der Leihmutterschaft stand. Ein Kind »auf Bestellung« ist in Deutschland verboten. Spahn und sein Mann haben ihren Sohn von einer Leihmutter in den USA austragen lassen, was dort rechtlich möglich ist. Auch der biologisch nicht verwandte Elternteil des Babys kann in Deutschland dann als Vater anerkannt werden.

»Homosexuelle sind keine schlechteren Eltern als Heterosexuelle«, sagt das Paar der »Bild«-Zeitung – was richtig ist, aber nichts mit der Leihmutterschaft zu tun hat. Auch heterosexuelle Paare nutzen diese Option. Es gibt zahlreiche andere Modelle, wie gleichgeschlechtliche Paare ein Kind bekommen können. Denkbar wäre eine Adoption oder eine Co-Parentschaft — für schwule Männer etwa mit einem lesbischen Pärchen. [….] Spahn selbst und seine CDU stemmen sich deswegen seit Jahrzehnten gegen eine Legalisierung. »Als schwuler Mann und Christ kann ich mich persönlich nur sehr schwer mit der Idee eines gemieteten Mutterbauchs anfreunden. Zu akzeptieren, dass ich nicht auf natürlichem Weg Vater werde, verlangt ein großes Maß an Demut. Ob ich das aufbringen kann, weiß ich nicht«, schrieb Spahn 2015 im »GQ«-Magazin, als der italienische Designer Domenico Dolce mit Elton John über die Frage in einen öffentlichen Streit geriet. [….] Zumal es nicht das erste Mal ist, dass Spahn den Eindruck vermittelt, für ihn gälten andere Regeln als für andere. Man denke nur zurück an das Jahr 2020, als der damalige Gesundheitsminister öffentlich wegen der Pandemie vor geselligen Treffen warnte, zugleich aber an einem privaten Spendendinner in Leipzig teilnahm. [….]

(Tim Lehmann, Spon, 16.04.2026

Lehmann spricht einen weiteren besonders verwerflichen Spahn-Move an: Die falsche Instrumentalisierung von Homophobie.

Es gibt einen besonderen Platz in der Hölle für Jussie Smollett, Gil Ofarim, Nikolas Puschmann, Frauen, die Vergewaltigungsvorwürfe erfinden und eben auch Jens Spahn.

(….) Aber es ist keine Petitesse, die Ofarim in Leipzig unterlief, sondern eins der größten moralischen Tabus überhaupt, welches weltweit für Aufmerksamkeit sorgte. Um Aufmerksamkeit für sich zu generieren, andere Menschen fälschlich der Vergewaltigung, Homophobie, des Antisemitismus zu bezichtigen, verdient einen besonderen Platz in der Hölle, Nicolas Puschmann!

(….) Gestern kam es zum Prozess und es kam erheblich schlimmer als erwartet. Puschmann begab sich offenbar auf Ofarim-Smollett-Pfade!

Er war volltrunken, aggressiv und unangenehm. Den gesamten homophoben Aspekt dachte er sich aus. Als er einen Platzverweis kassierte, rastete er komplett aus, pochte auf seine Prominenz und schrie:  Das lasse ich mir von einer fetten Sau, die noch nie im Leben gefickt hat, nicht bieten!

[….] Christian Lange ist der Verteidiger des Security-Chefs und sagt aus, dass sein Mandant am 03. Dezember 2021 zum Weihnachtsmarkt gerufen wurde, weil zwei Personen einen Wasserschlauch abgerissen hätten: Puschmann und sein Begleiter wurden dann dort angetroffen und passten auf die Beschreibung. Daraufhin habe er einen Platzverweis ausgesprochen. Es kam zum Streit und sein Mandant habe in Notwehr gehandelt: „Er hat ihn nicht mit der Faust geschlagen, sondern hat ihn lediglich mit der Hand von sich gestoßen und das in Notwehr, nachdem seitens des Anzeigenden nach ihm geschlagen worden ist.“ [….] Renata Behneke hat einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt und wird hautnah Zeugin der Auseinandersetzung zwischen Nicolas Puschmann und dem Sicherheitsbeauftragten. Im RTL-Interview erinnert sie sich: „Der Herr Puschmann hat sich daneben benommen. Er war stark alkoholisiert und wollte den Platz nicht verlassen und hat den Security-Mann aufs übelste beleidigt.“

Außerdem erzählt Renata Behneke: „Herr Puschmann sagte immer wieder. ‘Du weißt nicht, wer ich bin’ und hat ihn als fette Wanze betitelt“. Der Angeklagte soll dabei sehr ruhig geblieben sein: „Der Security-Mann hat immer gesagt, mir egal wer du bist - wer sich nicht benimmt, verlässt den Platz“. Dann soll Nicolas Puschmann den Sicherheitsbeauftragten angegriffen haben. „Herr Puschmann hat seine letzte Kraft genommen und ist auf den Security los, der sich dann letztendlich gewehrt hat. Und Herr Puschmann ist dann gestürzt.“  [….]

(RTL, 24.01.2023)

Der Security-Mitarbeiter wurde selbstverständlich freigesprochen und erwägt zivilrechtliche Schritte, weil er als vermeidlich Homophober keine Job mehr in Hamburg bekam.

Ich hoffe, es gibt einen besonderen Platz in der Trash-TV-Hölle für Puschmann. Er hat es allen echten Opfern von homophober Gewalt schwerer gemacht, weil nun alle homophoben Blogs, Kirchen, AfD-Politiker den Fall Puschmann als Argumentations-Ass zu ziehen werden, damit man den Opfern nicht glaubt.

Schande über Puschmann! Pfui!

(…..)   Einen ähnlichen Bärendienst leistete Gil Ofarim, der sich in Leipzig gekränkt fühlte, weil er am CheckIn des Westin Luxushotels nicht sofort als Superpromi erkannt wurde, darauf anfing rumzupöbeln, die Lobby verlies, draußen seinen David-Stern hervorkramte und über seine Social-Media-Kanäle jammerte, er sei antisemitisch beleidigt worden.

[….]  Doch der Musiker lässt sich nicht beruhigen, im Gegenteil. Folgt man der Darstellung der beiden Hotelangestellten, wird er nun ausfallend und redet sich in Rage. Ein Zeuge in der Lobby beschreibt Ofarim später gegenüber der Polizei als »frech«. Der Künstler sei an diesem Abend der einzige Gast gewesen, der sich über den langsamen Check-in beschwert habe. Videoaufnahmen zeigen, wie Ofarim im Streit mit den Armen gestikuliert und sich beidhändig auf dem Schalter aufstützt. Laut Sophie G. spricht er von einer »Frechheit«. Schließlich droht Ofarim, den Vorgang online zu thematisieren, das werde dann viral gehen – so schildern es sowohl Markus W., als auch seine beiden Kolleginnen sowie zwei Gäste direkt hinter dem Musiker. Vermutlich ist es jener von den Kameras festgehaltener Moment, in dem Ofarim die Hände mit schwungvollen Bewegungen ineinanderklatscht, wohl begleitet von den Worten: »Dann geht das auf Facebook und Instagram, bamm, bamm, bamm.«  [….]

(DER SPIEGEL, 31.03.2022)

Was für einen Bärendienst erweist Ofarim damit den Juden, die tatsächlich unter antisemitischen Anfeindungen leiden. Ihnen wird nun aber etwas weniger geglaubt werden.

[….] Als Gil Ofarim erklärte, er sei antisemitisch angegangen worden, glaubte auch ich ihm. Heute weiß ich es besser. Das bedeutet aber nicht, dass Menschen, die Diskriminierung beklagen, nicht geglaubt werden sollte – im Gegenteil.  [….]

(Samira El Ouassil, 07.04.2022)

Ähnlich katastrophal verhielt sich der schwule, schwarze Schauspieler Jussie Smollett, der eine schwulenfeindliche Attacke auf sich inszenierte, um als Opfer Ruhm und Schlagzeilen zu bekommen.

[….]  Schauspieler Jussie Smollett zu 150 Tagen Gefängnis verurteilt. Er soll eine homophobe Attacke auf sich selbst vorgetäuscht haben: Nun muss Schauspieler Jussie Smollett für knapp fünf Monate in Haft – und eine hohe Geldsumme zahlen. [….]

(SPON, 11.03.2022)

Erbärmlich! Was für einen Bärendienst erweist Smollett Myriaden Schwulen in den USA, die wirklich homophob angefeindet werden und deren Berichten man nun skeptischer gegenüberstehen wird.

Im Sexualstrafrecht ist die „Falschbeschuldigung als Vergewaltiger“ regelrecht zum Mythos geworden, auf den sich tatsächliche Vergewaltiger nur allzu gern beziehen. (…)

(Bärendienste, 12.04.2022) (….)

Die „Schwulenkarte“ zu ziehen, um die Kritiker seiner Heuchelei in eine homophobe Ecke zu drängen, ist hochgradig verwerflich. Da herrscht Einigkeit von BILD bis SZ, von CSU bis Linke, von FAZ bis taz.

Da herrscht Einigkeit vom PP-Verschwörungstheoretiker bis EMMA. Das erlebt man auch nicht alle Tage.

[….] Nachdem Hendrik Streeck (CDU) ein Baby von einer Leihmutter gekauft hat, hat nun auch Jens Spahn in den USA geshoppt. Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten. Die CDU hatte sich den Kampf dagegen auf die Fahnen geschrieben. Und nun? [….]

„Uns ist bewusst, dass beim Thema Leihmutterschaft oft Unsicherheit herrscht und auch manches Vorurteil besteht. Aber wie sagte der große Franz Beckenbauer: ‚Der liebe Gott freut sich über jedes Kind.‘“ – Das sagte Daniel Funke, der Ehemann von Jens Spahn, der BILD-Zeitung.

[….] Es geht nicht um Elternschaft! Es geht um Menschenhandel, Herr Spahn!

Leihmutterschaft ist in Deutschland gesetzlich verboten – aber das scheint Jens Spahn nicht zu stören. Könnte er sich eigentlich auch eine Niere im Iran kaufen? Dort ist Organhandel auch nicht verboten. Mal konkret: Darf ein deutscher Politiker die deutsche Rechtslage ohne Probleme und mit Rückendeckung seiner Partei, ja vom deutschen Bundeskanzler unterlaufen? Scheinbar ja. Noch dazu darf er sich von der Bild-Zeitung bejubeln lassen. „Gott freut sich über jedes Kind.“ Der Zynismus kennt keine Grenzen!

Da kauft also der Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ein Kind. Ausgerechnet ein Mitglied von den Parteien, die sich den Kampf gegen Leihmutterschaft im Koalitionsvertrag ausdrücklich auf die Fahnen geschrieben haben und dafür eintreten, dass Leihmutterschaft in Deutschland verboten bleibt – weil es Menschenhandel ist. [….] Laut UN nimmt Leihmutterschaft weltweit zu. Der globale Markt wurde 2023 auf fast 15 Milliarden Dollar geschätzt und soll bis 2033 die 100 Milliarden erreichen. Leihmütter erhalten davon in der Regel zwischen zehn und 25 Prozent der Gesamtzahlung. Die kann in der Ukraine bei 30.000 Euro liegen oder in den USA bei 120.000 Dollar. Der größte Teil des Geldes geht an Agenturen und Anwälte. [….] Spahn und sein Mann ziehen nun die „Homosexuellen-Karte“. „Homosexuelle sind keine schlechteren Eltern als Heterosexuelle“, sagen sie der BILD.

Doch darum geht es nicht. Es geht nicht um schwule Eltern. Es gibt auch Heterosexuelle, die Kinder bei Leihmüttern kaufen.

Es geht nicht um Elternschaft! Es geht darum, dass Frauen und Kinder zur Ware gemacht werden, Herr Spahn! Es geht um Menschen, die bestellt und verkauft werden. [….]

(Annika Ross, EMMA, 15.07.2026)

Beim Thema Leihmutterschaft, die meiner Ansicht nach legalisiert gehört, aber von Emma-Feministinnen und rechtskonservativen Christen gleichermaßen abgelehnt wird, geht es keineswegs um Homosexualität oder Heterosexualität. Spahn könnte mit einer Frau verheiratet sein und handelte gleichermaßen moralisch verkommen, wenn er sich über die Regeln für andere hinwegsetzt.

Sein Schwulsein ermöglicht ihm allerdings, mit seinen falschen Anschuldigungen, noch tiefer zu sinken.

Ich verachte und verabscheue Jens Spahn. Ich wünsche ihm kein persönliches Glück. Ich halte sein politisches Wirken für fatal und demokratieschädigend. Er schadet dem Volk, er schadet Deutschland mit fast allem, das er tut. Mir fällt nur ein Aspekt von Spahns Persönlichkeit ein, gegen den ich wirklich gar nichts habe: Daß er rein zufällig schwul ist.

Mittwoch, 15. Juli 2026

Relikte aus grauer Vorzeit

Der walisische „Professor des Raps“ Ren Gill, womöglich der begabteste Musiker der Gegenwart, vermag es, fundamentale Zusammenhänge poetisch zu verbalisieren. Der religiös geprägte Bibelkenner sagt in seinem Song „Seven Sins“, wie Menschen aus ihren Schmerzen, Ängsten und Ungewissheiten Religionen ersannen.

[….]  Empires tumble - rubbles and dust

The universe shrinks and the planets combust (Bla)

In God we trust

God tied a noose to his neck and he walked to the edge and he jumped

Angels wept

I bear witness watching the whole thing unfold from my bed

A bed where I never deep rest

A bed where I'm always depressed

A bed with a human oppressed

A bed for the tomb where I slept

A bed in this room that's a womb for this mess

Sick boi, bitten by a tick boy*, tell me how it feels to be buried while you breathe (Bla)

Stones and sticks, boy, pain is a gift, boy, hard to make a stand when you crawl on your knees and I kneel

I kneel at the altar of my own disease and I beg

I begged the sky for mercy, mercy never came, life did me dirty

Thirty-three and hurting, cursing

Jesus died at thirty-three and still, my sins are lurking

Gears are turning, future stays uncertain

Surgeon incision, murder ambition

(Fear of the unknown preserves a religion

Denounce the gods where my body went missing) [….]

(Seven Sins by Ren)

*(Mit 19 Jahren erkrankte Ren durch einen Zeckenbiss schwer an Lyme-Borreliose, die 13 Jahre nicht erkannt und fehldiagnostiziert wurde, ihn barbarisch leidend mit extrem hohen Dosen Psychopharmaka fütterte und Autoimmunkrankheiten auslöste.


Wie die 3.000 bis 5.000 Religionen der Menschheit aus der Not geboren wurden, weil man von unerklärlichen Leiden und Unglücken heimgesucht wurde, erscheint psychologisch nachvollziehbar.

Mit dem Siegeszug der Wissenschaft, der sich stets erweiternden Erkenntnis, der allgemeinen Bildung, verschwanden die meisten Religionen von diesem Planeten.

Wissen ist der Feind des Glaubens, je dümmer, desto religiöser.

Die weltweit erfolgreichste Religion, das Christentum, vermochte sich insbesondere deswegen so stark in der menschlichen Kultur festzusetzen, weil sie 1.000 Jahre „finsteres Mittelalter“ prägte, in dem Klugheit bestraft und Erkenntnis getötet wurde. Aufklärer, Heliozentristen, Wissenschaftler wurden von der herrschenden religiotischen Klasse getötet, verbrannt, verbannt.

Wären die Kirchen nicht global so erfolgreich damit gewesen, die Klügsten zu töten, die besten Denker zu massakrieren, andere Kulturen auszurotten, hätten wir womöglich schon um 900 n. Chr. den Buchdruck gehabt, 1.000 n. Chr. Mädchen in Schulen, Frauen in Universitäten geholt, 1.200 n. Chr die Industrialisierung erlebt und wären 1.500 n. Chr. zum Mond geflogen.

Vielleicht wären im Jahr 2.000 globale Probleme, wie Überbevölkerung, Klimaerhitzung, Krieg und Krankheit längst überwunden worden.

Nicht alle Religionen wirken gleichermaßen toxisch auf des Volk. Es liegt in der Natur der Sache, daß polytheistische Systeme toleranter sind.

Der Tiefschlag für die menschliche Entwicklung dürfte der Monotheismus sein, der rund 1.400 Jahre vor der Geburt Jesu, von Pharao Echnaton und seiner noch berühmteres Frau Nofretete erfunden, aber anschließend auch wieder zerschlagen wurde.

Endgültig durchsetzen konnte sich der Monotheismus mit den Abrahamitischen Ideologien, von denen drei bis heute als „Weltreligionen“ angesehen werden.

In ihnen befindet sich eine derartig starke Intoleranz durch den „Wir sind besser als ihr“-Gedanken, daß viele Jahrhunderte Krieg, Massenmord und Genozid ermöglicht wurden. Die Zugehörigkeit zu einer der abrahamitischen Religionen erfordert Despektierlichkeit gegenüber Anders- oder Nichtgläubigen. Die kann sich bestenfalls in Desinteresse äußern, erscheint aber auch in Form von Intoleranz und kann bis zum massenhaften Mord-Zwang eskalieren. Auch hier erwiesen sich die christlichen Kirchen als Brutalste unter Brutalen: Auto-Dafés, Hexenverbrennung, Inquisition, Missionierung, Kolonialisierung, weltweiter Sklavenhandel, Kreuzzüge, Genozide, Holocaust – stets im Namen des Herren.

Und wir sind nicht damit fertig; auch heute bringen Christliche Strukturen Kriegstreiber und Killer, wie Trump, Hegseth, Graham oder Putin hervor: Gewaltherrscher, die ihre Machtbasis im Christentum haben.

[….]  Ab dem Alter von 30 Jahren sollen in den USA künftig die Testosteronwerte von Soldaten getestet werden. Dies werde im Rahmen einer bereits bestehenden jährlichen Gesundheitsuntersuchung stattfinden, kündigte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth in einem Video auf der Plattform X an.

[….]  Hegseth begründete die Maßnahme damit, dass der „einzelne Kämpfer“ immer der wichtigste taktische Vorteil der USA sein werde. Er sprach von einer „heiligen Pflicht“, diesen Vorteil zu bewahren. Deshalb müsse man ständig nach neuen Wegen suchen, um die Leistungsfähigkeit und langfristige Gesundheit der Soldaten zu optimieren, folgerte Hegseth.  […..]

(HH MoPo, 15.07.2026)

Das Judentum ist mit rund 15 Millionen Anhängern eine Zwerg-Religion in der apokalyptischen Triade des Abrahamismus. Muslime (1,9 Milliarden) und Christen (2,3 Milliarden) spielen in einer ganz anderen Liga, weil Juden eine höchst sympathische Besonderheit aufweisen: Sie missionieren nicht, zwingen keine Un- oder Andersgläubigen auch jüdisch zu werden. Sie kolonisierten nie, führten nie Angriffskriege, um durch Zwang zu bekehren.

Wer von sich aus zum Judentum konvertieren möchte, wird der Tradition entsprechend, zunächst mehrfach abgewiesen.

Ich rechne es dem Judentum ohne jeden Sarkasmus hoch an, daß es mich in keiner Weise je dazu zwang, mich ebenfalls jüdischen Religionsregeln zu unterwerfen.

Im atheistischen, weit überwiegend konfessionsfreien Hamburg, darf ich am Karfreitag nicht tanzen oder bestimmte Kinofilme sehen, weil die Christen in Deutschland immer noch so mächtig sind, ihre abstrusen Bräuche auch der Mehrheit der Ungläubigen aufzuzwingen. Widerlich.

Juden sind für mich ganz klar die Nettesten unter den drei monotheistischen Groß-Ideologien von heute.

Das heißt aber selbstverständlich nicht, daß gläubige Juden unter sich, besonders die Orthodoxen und erst recht die Ultraorthodoxen, nicht auch völlig gaga agieren. Der Pleonasmus „Ultraorthodox“ beinhaltet schon den Wahnsinn, der bedauerlicherweise politisch im Netanjahu-Kabinett prominent vertreten ist.

[….] Das israelische Parlament hat gestern Abend in dritter und letzter Lesung ein Gesetz verabschiedet, das das Studium religiöser Texte zu einem „Grundwert des jüdischen Volkes und des Staates Israel“ erklärt und ihm damit eine Art Verfassungsrang einräumt. In der Praxis wird das Gesetz dazu dienen, ultraorthodoxen Juden mehr Möglichkeiten zu geben, den Militärdienst zu verweigern.  In den letzten beiden Lesungen stimmten 63 Knesset-Abgeordnete für den entsprechenden Gesetzentwurf, 52 waren dagegen.   [….]

(ORF, 13.07.2026)

Der Hightech-Staat Israel, weltweit führend bei Software-Entwicklung und biogenetischen Techniken, liefert sich dem antiwissenschaftlichen Mittelalter aus.

[….] „Schande!“ rufen Oppositionsmitglieder am Dienstag in der Knesset im Chor dem israelischen Premier Benjamin Netanjahu entgegen. Bei der Abstimmung selber ist dieser dann nicht anwesend. Und am Dienstagabend verabschiedet seine rechtsreligiöse Regierung dann ohne ihn das umstrittene Gesetz.

Es geht, wie so oft in diesen Tagen in Israel, um die Wehrpflicht für Ultraorthodoxe. Dem verabschiedeten Gesetz zufolge können Strenggläubige nun nicht mehr festgenommen werden, wenn sie sich dem Wehrdienst entziehen. [….] Das Gesetz ist Teil einer ganzen Reihe von Vorhaben, die die Regierung noch vor der Sommerpause der Knesset und vor den Parlamentswahlen Ende Oktober durchbringen will. Viele davon sind Zugeständnisse an die ultraorthodoxen Koalitionspartner Netanjahus. Einen Tag vor dem Gesetz zur Einberufung wurde etwa das sogenannte Thora-Gesetz beschlossen, das das Studium religiöser Texte offiziell zu einem „Grundwert des jüdischen Volkes und des Staates Israel“ erklärte. [….] Die Auseinandersetzung um die Wehrpflicht für Ultraorthodoxe sorgt schon seit Jahren für Wirbel. In den letzten Monaten hat sich die Situation zugespitzt. Immer wieder blockierten die Strenggläubigen in ihrer klassischen Kluft – schwarze Anzüge und Hüte, weiße Fäden an ihren Hosenbeinen – wichtige Straßen und lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei.

Unter liberalen und säkularen Israelis stoßen die Proteste auf großen Unmut, genauso wie die in den letzten Tagen verabschiedeten Gesetze. In ihren Augen trügen sie, die Liberalen und Säkularen, die selber oder deren Kinder als Sol­da­t*in­nen dienen, die Kosten für die zahlreichen Kriege, während die Regierung ihre schützende Hand über die Ultraorthodoxen halte.

Auch das israelische Militär kritisiert das Gesetz scharf. Es stehe „eindeutig in Widerspruch“ zu dem, was die israelische Armee benötige, sagte Militärchef Eyal Zamir. Derzeit gelten schätzungsweise 72.000 ultraorthodoxe Männer im Alter von 18 bis 24 Jahren als wehrpflichtig. Die Armee hat in den letzten Monaten wiederholt betont, dass sie angesichts der anhaltenden Kriege an mehreren Fronten dringend 12.000 neue Rekruten benötige.  [….]

(Judith Poppe, 15.07.2026)

Der Religiotenkampf zwischen Liberalen, Rechtsextremen, Militärs und Ultraorthodoxen in Israel dürfte weitergehen.

[…] Erst gestern hatte Israels Parlament ein Gesetz verabschiedet, das Ultraorthodoxe faktisch von der Wehrpflicht befreit - jetzt stoppt der Oberste Gerichtshof es vorerst. Ultraorthodoxe Politiker sind empört.

Es ist ein Paukenschlag, der Israel in eine tiefe Verfassungskrise stürzt: Nur wenige Stunden, nachdem das israelische Parlament ein umstrittenes Schutzgesetz für ultraorthodoxe Wehrdienstverweigerer verabschiedet hatte, kassierte der Oberste Gerichtshof die Regelung per einstweiliger Verfügung wieder.  [….]

(Tagesschau, 15.07.2026

 

Dienstag, 14. Juli 2026

Kriminelle in Hamburg

Was passiert eigentlich in dem einzigen Bundesland, das seit 16 Jahren kontinuierlich stabile linke, also rote, bzw rotgrüne Mehrheiten ausweist, mit der Kriminalität?
Immerhin gibt es in diesem, seit 2011 links der CDU regierten Bundesland, erhebliche soziale Brennpunkte, eine der höchsten Migrantenquoten, eine sichtbare Drogenszene und gewaltige Einkommensunterschiede.

Immerhin wird in diesem Stadtstaat die Tagesspresse fast ausschließlich von rechten Medien betrieben. Es gibt keine liberale oder linke regionale Tageszeitung. Die hiesige rechte Presse versteht es seit Jahrzehnten meisterlich, die Angst vor Kriminalität zu schüren, Misstrauen zu säen und Aggressionen auszulösen. Das Springersche Meisterstück gelang 2001, als der rechtsradikale Erpresser und Kokser Roand Schill mit einer unverantwortlichen Hetzkampagne zum Bürgermeister hochgeschrieben wurde.

Immerhin handelt es sich um das Bundesland, welches kontinuierlich wächst und seine Bevölkerungszahl in 40 Jahren von gut 1,5 Millionen Einwohnern (1985: 1.579.884; 1986: 1.571.267) auf gegenwärtig fast zwei Millionen (2024: 1.920.236) erhöhte.

[…] Damit ist Hamburg eines der drei einzigen Bundesländer mit steigenden Zahlen. Die beiden anderen sind Berlin und Bremen. Mit Ausnahme des Jahres 2022 steigen die Zahlen seit vielen Jahren in Hamburg kontinuierlich, während sie bundesweit sinkt. [….]

(NDR, 16.06.2026)

Immerhin beanspruchen die Hamburger von heute erheblich mehr Wohnfläche pro Person, als früher.

[….] Nach Ende des Zweiten Weltkrieges verfügten Hamburgerinnen und Hamburger im Durch­schnitt über 8,3 Quadratmeter Wohnfläche je Person. Ende 2023 standen der Hamburger Bevölkerung dagegen durchschnittlich 38,8 Quadratmeter pro Person zur Verfügung. Die Wohnfläche pro Person stiegt damit in diesem Zeitraum um mehr als 30 Quadratmeter, so das Statistikamt Nord anlässlich des achtzigsten Jahrestages des Kriegsendes.

Rechnerisch teilten sich bei Kriegsende 5,2 Menschen eine Wohnung. Bis Ende 2023 sank der Wert auf durchschnittlich 1,9 Menschen pro Wohnung. Aktuell lebt in rund jeder zweiten Wohnung nur eine Person.

Die Gesamtzahl der Wohnungen sank während des Krieges stark: Für das Jahr 1939 werden 552 500 Wohnungen in der Statistik ausgewiesen. Ende 1945 gab es noch 267 500 Wohnungen. Die Hansestadt verlor also während des Zweiten Weltkrieges über die Hälfte ihres Wohnungsbestandes; allein im Juli 1943 wurden 274 300 Wohnungen zerstört.

Ende 2023 gab es rund 998 400 Wohnungen in Hamburg. Somit gibt es in der Hansestadt aktuell rund 730 900 Wohnungen mehr als Ende 1945 (plus 273 Prozent).

Die Bevölkerungszahl Hamburgs stieg zwischen 1946 und 2023 von 1,4 Mio. auf fast 1,9 Mio. Menschen. Der Zuwachs beträgt 31,9 Prozent. [….]

(Statistik Nord, 77/2025)

Immerhin handelt es sich um eine Stadt, die nicht unendlich viele zu urbanisierende Wiesen und Felder zur Verfügung hat. Wir müssen mit dem Platz auskommen, der da ist. Auf derselben Fläche wurden also seit Kriegsende nicht nur 730.000 zusätzliche Wohnungen gebaut, sondern die Menschen verbrauchen auch noch mehr Wohnfläche pro Kopf. Und es sind 600.000 Menschen mehr, die auch noch zu allem Übel, inzwischen immer mehr und immer größere Autos besitzen.

Nach einem Höchststand von 818.000 PKWs (2021) liegen wir gegenwärtig bei etwa 804.000 Privat-Autos in Hamburg. Insgesamt sind in Hamburg 950.000 Fahrzeuge zugelassen. Es ist eine gewaltige Zunahme. 1970: ca. 241.500 Pkw, 1980: ca. 463.000 Pkw, 1990: ca. 678.800 Pkw, 2010: ca. 767.000 Pkw.

Immerhin drängen sich in diesem Bundesland Menschen und Autos so dicht zusammen, wie nie.

[…] Hamburg ist und bleibt eine wachsende Stadt. Auch im vergangenen Jahr ist die Zahl der Einwohner weiter gestiegen. Das teilte das Statistikamt Nord am Donnerstag mit. Ende Dezember 2025 haben demnach genau 1.869.473 Menschen in Hamburg gelebt. Das sind 6908 Personen oder 0,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Damit setzt sich der Wachstumstrend seit mehr als 20 Jahren weiter fort.

Bevölkerungszuwachs, obwohl Sterbefälle Geburten übertreffen

Grund für den Bevölkerungsanstieg ist ein Überschuss an Zuzügen. Mehr als 91.300 Menschen zogen 2025 nach Hamburg, während nur rund 82.800 die Stadt verließen. Damit überstieg das Plus durch Zuwanderung mit etwa 8500 Personen klar das Minus durch Abwanderung.  [….]

(Abla, 09.07.2026)

Müssten sich nicht so viele Menschen auf begrenztem Raum immer mehr an die Kehle gehen? Und dann fehlt auch noch die „harte Hand“ eines CDU-Bürgermeisters oder CDU-Innensenators.

Seit 2011 regieren hier doch die „Linksgrünversifften“, die Luschen, die nicht so „Tough on crime“ sind. Das bejammert die schwarze und braune Opposition in der Bürgerschaft stets in großer Einigkeit.

Wenn da bloß nicht die Fakten wären, die die CDU-Erzählung so stören!

Seit 2011, als Olaf Scholz die rote absolute Mehrheit in Hamburg holte, geht die Kriminalität kontinuierlich zurück und befindet sich gegenwärtig auf den niedrigsten Stand seit 1980.

[….] Gewalt, Raub, Diebstahl – Zahl der Straftaten in Hamburg sinkt weiter.

Halbjahreszahlen der Polizei liegen dem Abendblatt vor. 5,9 Prozent weniger [….] Die Zahl der angezeigten Straftaten ist in Hamburg im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erneut deutlich zurückgegangen. Sie sank stadtweit um 6500 auf 103.300. Das sind immer noch rund 570 Straftaten pro Tag, entspricht aber einem Rückgang um 5,9 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025.

Erfreulich ist auch die Entwicklung in den sieben Bezirken, besonders in Hamburg-Mitte mit den Kriminalitätshochburgen St. Pauli und St. Georg. In dem Bezirk mit Drogenelend am Hauptbahnhof und dem Kiez lag das Minus immerhin bei 3,2 Prozent. Das geht aus den Halbjahreszahlen der Polizei hervor, die in die Kriminalstatistik (PKS) für 2026 einfließen und dem Abendblatt vorliegen. Demnach ist die Gewaltkriminalität um 269 Fälle oder 6,4 Prozent gesunken. [….] Die Zahl der 2026 hamburgweit erfassten Raube sank um mehr als 13 Prozent auf 913, die der Diebstähle um rund 3000 auf 40.000. [….]

(Abendblatt. 13.07.2026)

RotGrün kann es eben.

[…..] Weniger Einbrüche, weniger aufgebrochene und gestohlene Autos, weniger geklaute Fahrräder: Polizeipräsident Ralf Martin Meyer und Innensenator Andy Grote sind ziemlich zufrieden mit der Arbeit der Hamburger Polizei im vergangenen Jahr. Das Risiko, in Hamburg Opfer einer Straftat zu werden, ist so gering wie zuletzt 1980. Die Zahl der erfassten Straftaten sinkt, die Aufklärungsquote steigt.   [….]

(Die ZEIT, 07.02.2019)

Hamburg schaffte seit 2015 insgesamt 52.000 Unterbringungsplätze für Flüchtlinge.

Gegenwärtig leben 44.000 anerkannte Flüchtlinge in der Stadt.

Mit diesen Zehntausenden Menschen aus anderen Kulturen, sank die Kriminalität in Hamburg weiterhin deutlich.

[…] "Das Risiko, von einer Straftat betroffen zu sein, liegt damit auf einem historisch niedrigen Niveau", so Innensenator Andy Grote (SPD). Besonders hob der Innensenator den Rückgang bei der Zahl der Gewaltdelikte um rund fünf Prozent auf 8.514 Fälle vor. Ein Drittel davon wurde demnach allein auf St. Pauli und St. Georg begangen. Dort kommt es auch zu den meisten Raubtaten. Immer öfter spielen gerade auf St. Pauli Alkohol und Drogen eine Rolle. [….] Laut der Statistik wurden 2025 bei registrierten Straftaten weniger Messer und Schusswaffen eingesetzt als im Vorjahr. Bei 261 Straftaten wurde ein Messer eingesetzt - das entspricht einem Rückgang um knapp 35 Prozent. Bei 262 wurde eine Schusswaffe eingesetzt - das bedeutet einen Rückgang um etwa 12 Prozent.  […]

(NDR, 12.02.2026)