Mittwoch, 1. April 2026

Impudenz des Monats März 2026

Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.

Ist es Bosheit, ist es Strategie, ist es generelle Unfähigkeit, ist es Dummheit oder ist es alles zusammen?
Genau weiß man es immer noch nicht.

Aber es gibt inzwischen auch einige Gewissheiten über unseren Bundeskanzler Friedrich Merz:

·        Er steuert die deutsche Ökonomie zielgerichtet in den Abgrund.

·        Er stärkt kontinuierlich die AfD.

·        Er lügt sehr gern.

·        Er ist absolut erkenntnisresistent, lernt nicht dazu.

·        Er bringt keinen internationalen Auftritt unfallfrei über die Bühne.

·        Er hat sein Mundwerk nicht unter Kontrolle.

Daher, auch wenn er schon ein mehrfacher Preisträger ist, erhält Merz auch diesmal die Auszeichnung als Impudenz des Monats.

Es ist schlimmer als bei Helmut Kohl oder Heinrich Lübke. Jedes Mal, wenn Merz vor ein Mikrophon tritt, zittert man mit, was er diesmal wohl Peinliches sagen wird. Jedes Mal wieder scheitert er rhetorisch. Jedes Mal wieder müssen seine Helferlinge Tage und Wochen damit zubringen, der Öffentlichkeit zu erklären, was er eigentlich gemeint haben könnte.

 Jedes Mal wieder steht er noch blamierter da. Jedes Mal wieder schämt man sich für den Tölpel, der so offensichtlich in jeder Hinsicht hoffnungslos von seinem Amt überfordert ist. Jedes Mal wieder ärgert man sich über die Wähler, die diesen Blackrock-Trottel Olaf Scholz oder Robert Habeck vorzogen. Jedes Mal wieder staunt man, daß der Sauerländer Geront in der Lage ist, die schlimmsten Erwartungen zu übertreffen.

Da lädt sich Merz einen ehemaligen Al Kaida-Kommandanten ins Kanzleramt und schafft es, neben Ahmed al-Sharaa als der deutlich unseriösere Mann zu enden. Ich habe es so satt! Keine Woche, in der Merz nicht erneut mit Anlauf in einen Fettnapf springt!

Man kommt gar nicht mehr hinterher mit den Kanzler-Kommunikations-Debakeln.

Man fasst es nicht, wieso das CDU-Präsidium ihn gewähren lässt.

Man staunt, wie ein alter Mann über so wenig Schamgefühl verfügen kann und sich offenbar immer noch selbst für fabelhaft hält, während er ein Desaster nach dem nächsten anrichtet.

Es ist Dunning-Kruger im Endstadium.

[….] Die rhetorischen Schnitzer des Friedrich Merz [….] Doch immer wieder sorgt Merz’ Spontaneität auch für Verwirrung. Weil er vorprescht, zuspitzt oder unüberlegt formuliert – und damit selbst Partner oder andere Regierungschefs vor den Kopf stößt.

So war es auch mit den Sätzen, die Merz in dieser Woche in der Pressekonferenz mit dem syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Sharaa in Berlin sagte. »In der längeren Perspektive der nächsten drei Jahre, das sind auch, ist der Wunsch von Präsident Scharaa gewesen, sollen rund 80 Prozent der in Deutschland jetzt sich aufhaltenden Syrerinnen und Syrer zurück in ihr Heimatland kehren.«

Will Merz, dass 80 Prozent der Syrer in ihre Heimat zurückkehren? Will es Sharaa? Der jedenfalls widersprach: Die Zahl 80 Prozent stamme gar nicht von ihm. Die Verwirrung war wieder einmal groß. [….]

Der Kanzler hat sich im ersten Jahr seiner Amtszeit eine ganze Reihe verbaler Schnitzer geleistet, die zum Teil diplomatische Folgen hatten. Ein Überblick.

Der Brasilien-Ärger

Im November reiste Merz zur Uno-Klimakonferenz ins brasilianische Belém . Als er später an anderer Stelle über diesen Aufenthalt erzählte, sagte der Kanzler, keiner der mitgereisten Journalisten habe dort länger bleiben wollen als nötig: »Die waren alle froh, dass wir vor allen Dingen von diesem Ort, an dem wir da waren, … wieder nach Deutschland zurückgekehrt sind.« [….]

Der Brot-Nachleger

Kurz darauf verkündete Merz bei einem Besuch einer Brotmanufaktur in Hamburg, er habe bei einem Aufenthalt im afrikanischen Land Angola beim Gipfel der Afrikanischen und Europäischen Union »ein ordentliches Stück Brot« vermisst. »Was man am deutschen Brot hat, merkt man immer wieder, wenn man im Ausland ist. Gestern Morgen in Luanda am Frühstücksbuffet hab’ ich gesucht, wo ist ein ordentliches Stück Brot – und keins gefunden.« [….] Der Stadtbild-Shitstorm [….]

Die Mercosur-Irritation

Im Oktober irritierte Merz auf dem EU-Gipfel. Der Kanzler verkündete einen Durchbruch, eine Einigung der 27 Mitgliedstaaten beim wichtigen Mercosur-Handelsabkommen mit mehreren südamerikanischen Staaten. »Es gibt aus den Mitgliedstaaten jetzt keine Vorbehalte mehr. Es ist erledigt. Es ist durch.« Der Weg für das Abkommen sei frei, so Merz zur großen Verwunderung anderer europäischer Staats- und Regierungschefs, die ihm prompt widersprachen. [….]

Die »Drecksarbeit«-Debatte

Im Juni kommentierte Merz den völkerrechtlich umstrittenen Angriff Israels auf Militäreinrichtungen in Iran mit dem Satz: »Das ist die Drecksarbeit, die  Israel macht, für uns alle.« Dass Zivilisten gestorben waren und dass nicht klar war, inwieweit Israel sein Ziel erreichen würde, darüber sprach der Kanzler nicht. [….]

Die Partner-Panne

Im Dezember kommentierte Merz die neue amerikanische Sicherheitsstrategie der US-Regierung um Präsident Trump. »Manches darin ist für uns aus der europäischen Sicht inakzeptabel«, sagte der Kanzler. [….] Seine Botschaft an die USA sei vielmehr: »Ihr braucht auf der Welt auch Partner, und einer der Partner kann Europa sein. Und wenn ihr mit Europa nichts anfangen könnt, dann macht wenigstens Deutschland zu eurem Partner«, sagte Merz. [….]

Der Spanien-Eklat

Als der deutsche Kanzler jüngst zu Besuch im Weißen Haus in Washington war, zürnte Trump in Merz’ Beisein: Spanien sei ein »schrecklicher« Verbündeter. Man werde den Handel einstellen, vielleicht sogar ein Embargo verhängen. [….] Und Merz? Verteidigte nicht etwa den Partner Spanien, sondern pflichtete Trump auf Nachfrage bei.  [….]

(Anna Reimann, 01.04.2026)

Das sinnfreie Plappern des Sauerländer Münchhausens wäre schon an sich schlimm genug, weil er sich nicht um Fakten schert. Aber zu allem Übel entspringt seine wirres Gerede fast immer einem xenophoben, perfiden Impuls, der gegen Schwächere oder Minderheiten gerichtet ist.

[…] Den Satz muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Friedrich #Merz plant mit einem Terroristen eine Massendeportation von über 700.000 Menschen. - Nichts anderes ist es, was der Sauerland-Trump da jetzt mit dem syrischen Machthaber in Berlin ausgehandelt hat. Bzw. ausgehandelt haben will, denn besagter #Machthaber sagt nun, dass die Idee von Merz kam, nicht von ihm. Merz gerät in Erklärungsnot, blamiert Deutschland.

Was für ein fatales Signal. Noch vor wenigen Monaten zeigte sich Außenminister #Wadephul (immerhin auch CDU) erschrocken über die Lage in #Syrien. Sein Fazit: In dieses zerstörte Land könne man keine Menschen zurückschicken. Und nun die wundersame Kehrtwende? Typisch CDU: Ohne Werte, ohne Rückgrat einfach den CDU-typischen #Rassismus ausleben und gut integrierte Menschen aus einem Arbeitsmarkt reißen, der dauerhaft händeringend Fachkräfte sucht.

Das ist so clever, wie aus einem #Schiff mit löchrigem Rumpf jene Stöpsel zu ziehen, mit denen man die Löcher notdürftig geflickt hatte, um den Untergang zu verhindern. Und man zieht sie nur, weil einem die #Herkunft dieser Stöpsel nicht gefallen. - So blind kann nur sein, wer ideologisch komplett vernagelt ist.

Nun tritt die CDU/CSU Männer, #Frauen und Kinder in ein kaputtes Land zurück, das immer noch von Anschlägen geprägt und von einem #Regime geführt wird, das bis vor kurzem auf internationalen Terrorlisten stand. Das passt aber in die CDU/CSU-Linie, die kein Problem damit hat, z.B. auch mit Taliban zu paktieren.

Allein diese Ereignisse zeigen, wie getrieben Merz von seinem Rassismus ist; wohlwissend, dass damit kein Problem in #Deutschland gelöst wird. Nicht mal das mit der A*D, der er mit solchen Vorstößen nur einmal mehr den Hof macht. Ganz ehrlich: Friedrich Merz ist die Abrissbirne unserer #Gesellschaft. Und eine reale Gefahr für unser Land. [….]

(Marc Raschke, 01.04.2026)

Man kreist geistig noch um die unfassbar dumme xenophobe und misogyne Einlassung des Kanzlers zum Fall Fernandes./.Ulmen, da zertrümmert er schon das nächste Porzellan. Wird uns nicht irgendwann einmal wenigstens eine Woche gegönnt, in der man sich nicht für Friedrich Merz in Grund und Boden schämen muss?

[….] Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) möchte, dass ein Großteil der Syrerinnen und Syrer in Deutschland wieder in ihr Heimatland zurückkehrt. Das sagte Merz am Montag im Zuge des Besuchs des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa in Berlin. Dazu planen die beiden Länder, eine gemeinsame „Taskforce“ einzurichten. Etwa 950.000 Syrerinnen und Syrer leben in Deutschland [….] „In der längeren Perspektive der nächsten drei Jahre, das ist auch der Wunsch von Präsident Scharaa gewesen, sollen rund 80 Prozent der in Deutschland jetzt sich aufhaltenden Syrerinnen und Syrer zurück in ihr Heimatland kehren“, so der Bundeskanzler. Doch was machen diese Menschen in Deutschland überhaupt?

[….] Im Dezember 2024 (letzter beobachteter Stichtag) waren 111.000 der syrischen Geflüchteten in Arbeit. 34.000 waren arbeitslos, 22.000 nicht-arbeitslose erwerbsfähige Personen. [….] Von den 111.000 Beschäftigten Ende 2024 arbeiteten 98 Prozent sozialversicherungspflichtig, zahlten also Beiträge. Auf der anderen Seite sind von den 2017 noch über 200.000 Menschen, die staatliche Leistungen bezogen, Ende 2024 nur noch 70.000 erwerbsfähige Leistungsberechtigte übrig. [….] [….] Insgesamt sind laut Arbeitsagentur knapp 300.000 Syrerinnen und Syrer in Arbeit (Stand April 2025). Knapp 250.000 waren als arbeitssuchend gemeldet. [….]  Das Durchschnittsalter der Syrerinnen und Syrer in Deutschland beträgt laut Institut der Deutschen Wirtschaft 27 Jahre, ein großer Teil der 950.000 Syrerinnen und Syrer in Deutschland sind Kinder. Und etwa die Hälfte der Beschäftigten ist auf Fachkraftniveau, gut zehn Prozent auf Spezialistenniveau.  […..]

(FR, Moritz Maier, 01.04.2026)

Mit ihrem al-Sharaa-Move verbindet die Impudenz des Monats März 2026 gleich drei ihrer Kern-Charakterzüge: Lügen, ausländerfeindlich hetzen und der Wirtschaft schaden.

[…]  Es scheint allerdings unwahrscheinlich, dass eine bedeutende Zahl der Syrer*innen tatsächlich freiwillig geht. Sie haben sich über die vergangenen zehn Jahre in Deutschland eingelebt, haben Freund*innen gefunden, Jobs angetreten und Familien gegründet – warum sollten sie freiwillig in ein Land zurückgehen, dass vom Krieg verwüstet und ihnen weitgehend fremd geworden ist? 2025 gingen nur 6.500 Syrer*innen freiwillig zurück.

Tatsächlich ist ein bedeutender Teil der Syrer*innen, die in der großen Fluchtbewegung 2015 kamen, schon lange eingebürgert und hat damit ein unbegrenztes Aufenthaltsrecht, dass ihnen auch nicht mehr genommen werden kann. Zwischen 2014 und 2024 haben rund 250.000 Personen den deutschen Pass erhalten, seitdem dürften noch einmal einige Zehntausend dazugekommen sein. [….] Es ist aber erklärtes Ziel von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), die Abschiebungen auszuweiten, sodass bald Linienflüge statt Charter-Flieger dafür genutzt werden.

Einen Großteil der Syrer*innen aus dem Land zu werfen, wäre nicht nur ein menschliches Desaster, es wäre auch ein harter Schlag für die deutsche Wirtschaft. Rund 300.000 Syrer*innen arbeiten in deutschen Unternehmen, etwa ein Drittel in sogenannten Engpassberufen, in denen Fachkräftemangel herrscht. So sind etwa 11 Prozent der arbeitenden syrischen Männer im Gesundheitswesen beschäftigt und 14 Prozent in der Gastronomie. Es wäre also nicht nur ein brutales, sondern auch ein selbstzerstörerisches Vorhaben, wenn Merz umsetzen wollte, was er am Montag angekündigt hat. [….]

(Frederik Eikmans, 31.03.2026)

Warum hat der Urnenpöbel bloß Friedrich Merz zum Kanzler gewählt? Lothar Matthäus hätte doch auch Zeit gehabt.

Dienstag, 31. März 2026

Ein Regime im Glück.

Tangerine Turd bekam heute mal wieder einen seiner Wutanfälle gegen die Europäer, die er wie die Pest hasst.

Damit trieb er den Ölpreis auf ein neues Maximum.

[…] Nach dem Wut-Post von US-Präsident Donald Trump sind die Preise an mehreren internationalen Rohölbörsen nochmals deutlich gestiegen. Die Nordsee-Referenzsorte Brent verteuerte sich binnen weniger Stunden von 112 auf zeitweise über 119 Dollar je Barrel (159 Liter). Gegen 19.20 Uhr MEZ lag der Preis bei etwa 118,50 Dollar. Damit war er fast auf dem höchsten Stand seit der Energiekrise 2022 infolge von Russlands Überfall auf die Ukraine. Das besonders bei asiatischen Abnehmern gefragte Murban Crude aus Abu Dhabi kostete zeitweise sogar mehr als 120 Dollar je Fass.

Trump hatte in einem Post auf seiner Plattform Truth Social andere westliche Länder attackiert und Großbritannien aufgefordert, selbst die von Iran faktisch blockierte Straße von Hormus einzunehmen. Die USA würden dabei nicht mehr helfen. […]  Trump forderte in seinem Truth-Social-Post: »Kauft von den USA, wir haben massig.« 

Allerdings ist die US-Ölproduktion in den vergangenen Wochen kaum gestiegen. Die Förderkosten in den Vereinigten Staaten sind vielerorts außerordentlich hoch. Mehr Nachfrage aus dem Ausland würde den Preis für WTI und andere US-Rohölsorten daher wohl noch weiter in die Höhe treiben. Und damit auch die Spritpreise an US-Tankstellen. […] Trump: »Holt euch euer eigenes Öl!«

Donald Trump hat Verbündeten, die unter Versorgungsengpässen beim Kerosin leiden, geraten, Treibstoff in den USA zu kaufen. Alternativ sollten sie die Straße von Hormus mit eigenen Streitkräften sichern. »Ihr müsst lernen, für euch selbst zu kämpfen«, schreibt der US-Präsident auf seiner Plattform Truth Social. […]

(SPON, 31.03.2026)

Aber so wenig, wie Trump auch nur die einfachsten Zusammenhänge der Nahost-Politik begreift, so wenig er versteht, in was für ein Wespennest er mit seinem Krieg gegen den Iran sticht, so wenig begreift er die Weltwirtschaft, die er bereits mit seinem Zollwahn abwürgen wollte. Der Mann ist durch und durch verblödet. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird er den totalen ökonomischen Niedergang der USA einläuten.

Die Zeit des Petrodollars könnte vorbei sein; das Geschäftsmodell USA für immer ruiniert sein. In der Demokratie-Theorie war keine Kakistokratie vorgesehen. Der Souverän sollte also eigentlich nicht, ausgerechnet den Dümmsten von allen zum Regierungschef wählen. Eine Demokratie mit „Checks and Balances“ sollte in der Lage sein, einen „Mad King“, der dem System und den Bürgern massiv schadet, loszuwerden. Aber das gesamte System USA funktioniert nicht mehr. Die Medien sind im Besitz rechtsradikaler Oligarchen, die Regierungspartei wurde zu einer Führer-Sekte transformiert, die Justiz von Trump-Cronies besetzt, weite Teile des Volkes sind massiv verblödet und desinformiert.


Es gibt natürlich Profiteure, wenn der größte Player der Welt zunehmend ausfällt.

China schwingt sich zum Weltmarktführer bei den ökologischen Zukunftstechnologien auf, produziert die günstigen kleinen E-Autos, die die Welt braucht, schafft enorme Kapazitäten bei erneuerbaren Energien, setzt auf Sonne und Wind, während Merz und Trump ihre Länder immer tiefer in die fatale Öl- und Gas-Abhängigkeit treiben.

Russland frohlockt, weil Trump die Ukraine nicht unterstützen will, die Ölpreise in astronomische Höhen treibt und die Export-Sanktionen gegen den Kreml aufhebt.

Geradezu ideal verhält sich Trump auch aus Perspektive des ultrafanatischen Mullah-Regimes in Teheran, welches nun fester im Sattel sitzt, weil die Opposition demotiviert und demoralisiert von Bomben über ihren Köpfen, nur noch mit dem Überleben beschäftigt ist.

[….] Wie der Krieg die Hoffnung auf Freiheit in Iran zerstört

Die Menschen im Land meiner Familie fühlen sich verloren. Sie hatten auf Unterstützung des Westens gehofft. Doch nun könnten die Revolutionswächter triumphieren.  [….] Aber von Tag zu Tag wird deutlicher, dass die Angriffe der USA und Israel allem dienen, aber nicht der Befreiung Irans. Unter meinen Freunden und Verwandten – sie alle sind gegen das Regime und viele von ihnen seit Jahren im Widerstand – macht sich eine Resignation breit, wie ich sie in Iran noch nie erlebt habe. [….][….] [….] Selbst im Globalen Süden fieberten große Teile der Öffentlichkeit mit den Iranerinnen, die ihr Kopftuch ins Feuer warfen und auf den Straßen tanzten. Es war der Moment, an dem der Westen eine breite globale Allianz gegen die Islamische Republik hätte bilden können, vergleichbar dem Kampf gegen die Apartheid. Doch 2022 folgten die Regierungen von Berlin bis Washington dem Mantra der Stabilität und verkannten, dass nichts für mehr Unruhe sorgen würde als die Fort­dauer der Islamischen Republik.

Das Regime reagierte auf die Proteste, wie es immer reagiert hatte: Milizen schwärmten aus, Menschen wurden niedergeknüppelt, Zehntausende verhaftet und Dutzende durch Folter gezwungen, im Fernsehen ihre Beteiligung an einer ausländischen Verschwörung zu gestehen. Als die Justiz begann, Demonstranten hinzurichten, wagte sich niemand mehr auf die Straße. Westliche Regierungen, die der Freiheitsbewegung kaum mehr als warme Worte geschenkt hatten, fühlten sich bestätigt, mit dem Regime im Gespräch zu bleiben, das sie für unverrückbar hielten. [….]

Überhaupt schien es zunehmend unrealistischer, dass das Regime noch einen Nachfolger für den greisen Revolutionsführer Ali Khamenei durchsetzen könnte. Eher warf der nahe Tod Khameneis die Frage auf, ob eine Diktatur der Revolutionswächter folgen würde oder die ersehnte säkulare Demokratie. Die Namen, die in Teheran kursierten – Hassan Rohani, Mohammad Khatami oder Hassan Khomeini, der Enkel des Staatsgründers –, wollten zwar die Islamische Republik durch Reformen retten, wären aber angesichts des überwältigenden Wunsches nach einem Systemwechsel eher Übergangsfiguren geworden. Sicher, die beharrenden Kräfte waren stark. Aber die Hoffnung auch. [….] Es war der Zwölftagekrieg im Sommer, der die Zukunft Irans zugunsten der Revolutionswächter entschied. [….]  Ab dem zweiten Tag fielen die Bomben jedoch auf die Städte und sogar auf das Evin-Gefängnis, wo auch die politischen Häftlinge einsaßen. [….] Wir trauten unseren Augen nicht, wie schnell das Massaker vergessen und die Verantwortlichen rehabilitiert waren. Umso mehr freuten sich viele Iraner, als die Verhandlungen scheiterten und der Krieg ausbrach. Andere hingegen glaubten bei aller Genugtuung über den Tod des Revolutionsführers nicht, dass ein Regimewechsel ohne den Einsatz von Bodentruppen gelingen kann oder von den Amerikanern überhaupt angestrebt wird. Und tatsächlich, bereits in den ersten Kriegstagen sprach Donald Trump aus, dass es ihm weiterhin um einen Deal gehe, nicht um einen Systemwechsel oder gar Demokratie. Venezuela sei »das perfekte Szenario«.[….] Inzwischen ist klar, dass der US-Präsident sich verkalkuliert hat. Statt nach der Tötung Khameneis und weiterer Führer die amerikanischen Bedingungen zu akzeptieren oder gar in sich zusammenzubrechen, behauptet sich die Islamische Republik und radikalisiert sich immer weiter. Mit Modj­taba Khamenei ist ausgerechnet der Kandidat der Revolutionswächter zum neuen Führer ernannt worden, mit dem niemand mehr gerechnet hatte. Auch die anderen Generäle und Politiker, die jetzt das Sagen haben, sind durchweg noch radikaler als ihre getöteten Vorgänger – das Gegenteil des venezolanischen Modells. Was nun? [….] im Falle einer immer weiteren Eskalation – droht die Zerstörung oder der Zerfall des Landes und die Ausweitung des Flächenbrandes, der niemanden überraschen konnte außer Donald Trump. Wenn Europa eine Aufgabe hat, dann all sein Bemühen darauf zu richten, dass der Krieg rasch aufhört, ohne dass der Frieden die Herrschaft der Revolutionswächter zementiert. Nur wie? Wieder und wieder rächt sich die Schwäche und Uneinigkeit Europas, die selbst verschuldet ist. [….]

(Navid Kermani, 28.03.2026)

Die Chamenei-Opposition liegt am Boden. Dank Trump.

Der globale Süden entwickelt täglich mehr Sympathien für den Iran, weil er sich als vermeidlicher Underdog gegen die großen Unsympathen Israel und USA wehrt.

Vor allem aber füllt Trump dem notorischen klammen Mullah-Regime die Kassen:

[….] Es klingt angesichts der täglichen Zerstörungen durch Luftschläge und Bomberangriffen paradox: Aber Iran ist bisher der große Kriegsgewinnler im nun schon die fünfte Woche andauernden dritten Golfkrieg. Das Mullahregime in Teheran verkauft seit dem Kriegsbeginn am 28. Februar so viel Rohöl und Treibstoff wie seit Jahren nicht mehr. Hinzu kommt eine vollkommen neue Einnahmequelle: Transitgebühren für eine freie Passage durch die Straße von Hormus.  Etwa 2,5 Millionen Barrel Rohöl und Ölprodukte soll Teheran inzwischen täglich außer Landes verkaufen, sagt ein Ölexperte, der lange in Iran gelebt hat, nun aber außer Landes ist und seinen Namen nicht in der Zeitung sehen möchte. Der britische Economist berichtet sogar von Exporten in Höhe von bis zu 2,8 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag. 1,5 bis 1,8 Millionen Barrel davon seien Rohöl, der Rest Benzin, Diesel, Kerosin und andere raffinierte Ölprodukte.

Das wäre mengenmäßig und auch an den Preisen gemessen eine Verdoppelung der iranischen Ölexporte. Diese waren in den letzten Jahren aufgrund der von US-Präsident Donald Trump in seiner ersten Amtszeit verhängten Sanktionen stark geschrumpft. „Das Regime gewinnt den Energiekrieg“, bilanziert der Economist als Zwischenergebnis der Militäroperation „Epische Wut“. [….]

(Mathias Brüggmann, 31.03.2026)

Die Dummheit in Washington und Mar A Lago ist groß.

Montag, 30. März 2026

Amoral, Rassismus, Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Die Todesstrafe ist der tiefste moralische Abgrund, den eine Staatsform erreichen kann. Kein politisches Konstrukt darf einzelne Menschen töten.

Andere Individuen umzubringen ist die schlimmste Barbarei, die nur in abscheulichen Ideologien, wie den abrahamitischen Religionen propagiert wird. Aber selbst die abrahamitisch geprägten Staaten erkennen in der Regel irgendwann, wie zutiefst verwerflich es ist, anderen Menschen das Leben zu nehmen und wenden sich von diesem zutiefst verbrecherischen Brauch ab.

Es spricht Bände, daß sogar Russland sich von der Todesstrafe befreite, während die USA, das einstige demokratische Mutterland der Demokratie auch unter Obama und Biden weiter mordete.

[….] Die Russische Föderation ist der einzige Mitgliedsstaat des Europarats, der das 6. Zusatzprotokoll zur Europäischen Menschenrechtskonvention zur Abschaffung der Todesstrafe nicht ratifiziert hat. Seit 1996 besteht allerdings ein von Präsident Boris Jelzin verfügtes Moratorium. Außerdem verbietet ein Urteil des Russischen Verfassungsgerichts vom 2. Februar 1999 die Verhängung der Todesstrafe, bis in allen Subjekten der Russischen Föderation die in der Verfassung der Russischen Föderation vorgesehenen Geschworenengerichte eingeführt sind.  [….]

(Nußberger, A., & Marenkov, D. (2006). Todesstrafe in Russland. Russland-Analysen, 110, 2-6.)

Die vier großen Killernationen – China, USA, Iran, Saudi-Arabien – stehen völlig zu Recht am Pranger der Menschenrechtsorganisationen.

Welcher Art die kriegsverbrecherische rechtsradikale Netanjahu-Regierung ist, zeigen die internationalen Haftbefehle und strafrechtlichen Ermittlungen. Zeigen die Hunderttausenden toten Palästinenser. Zeigen die Myriaden ermordeten Kinder. Zeigt das vollkommen zerstörte Gaza. Nun setzt Bibi noch einen drauf.

[….] Ein geplantes Gesetz in Israel bringt die Todesstrafe zurück auf die politische Agenda und wirft so Grundfragen zu Recht, Gleichheit und jüdischen Werten auf – kommende Woche soll es in der Knesset verhandelt werden.

Nächste Woche wird im Schatten des Krieges über ein Gesetz zur Einführung der Todesstrafe in das israelische Zivil- und Militärstrafrecht in der Knesset abgestimmt. Das von der Netanyahu-Regierung erarbeitete Gesetz sieht im Wesentlichen die Einführung der Todesstrafe als die gewöhnliche Strafmaßnahme für palästinensische Täter vor, die Israelis aus terroristischen Motiven getötet haben. Umgekehrt gilt dies aber nicht: Ist der Täter Israeli und das Opfer Palästinenser, wird die Todesstrafe nicht angeordnet. «Ein Terrorist, der wegen Mordes aus rassistischen Motiven oder aus Feindseligkeit gegenüber der Öffentlichkeit verurteilt wird, und zwar unter Umständen, in denen die Tat mit dem Ziel begangen wurde, dem Staat Israel und dem jüdischen Volk in seinem Land zu schaden, wird zwingend zum Tode verurteilt», lautet es im Vernehmlassungsverfahren. Das Gesetz befindet sich am Endspurt des Gesetzgebungsverfahrens. Die rechtsextreme Regierungspartei Otzma Jehudit versucht, das Gesetz vor dem Ende der Wintersession der Knesset zur Abstimmung zu bringen, auch wenn sich Israel in einem Krieg befindet.

Debbie Gild-Hayo ist eine Rechtsanwältin bei der Vereinigung für Bürgerrechte in Israel. Sie zeigt sich zutiefst besorgt: «Die Todesstrafe gilt als Verletzung der grundlegendsten Menschenrechte. Aus strafrechtlicher Sicht ist diese Strafe höchst problematisch, da sie unwiderruflich ist und Probleme im Strafverfahren mit sich bringt. Weltweit, insbesondere in den USA, sieht man, wie viele zum Tode verurteilte Beschuldigte tatsächlich unschuldig sind. Unser Widerstand als Menschenrechtsorganisationen ist daher von grundsätzlicher Natur.»  […..]

(Uri Binnun, tachles, 27.03.2026)

Inzwischen ist es tatsächlich geschehen. Unter Netanjahu sinkt Israel auf die unterste moralische Stufe: Barbarei und Rassismus.

[….] Menschenrechtler hatten bis zuletzt gewarnt, auch Deutschland appellierte noch an Israel: Nun hat die Knesset einen Gesetzentwurf verabschiedet, der die Todesstrafe für Terroristen vorsieht. De facto betrifft er nur Palästinenser.

Das israelische Parlament hat einen Gesetzentwurf zur Einführung der Todesstrafe für Terroristen gebilligt. 62 der 120 Abgeordneten der Knesset stimmten für den höchst umstrittenen Vorstoß der Partei Otzma Jehudit des rechtsextremen Ministers für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir.

48 Abgeordnete stimmten gegen das Gesetz, der Rest war abwesend oder enthielt sich. Auch der rechtskonservative Premierminister Benjamin Netanjahu gab seine Stimme für den Vorstoß ab.

Kritiker sehen das Gesetz als rassistisch an, weil es de facto nur Palästinenser betrifft. Denn Palästinensern, die vor Militärgerichten in den besetzten Gebieten wegen eines terroristisch motivierten Mordes verurteilt werden, droht nun die Todesstrafe, weil die Richter diese in einem solchen Fall verhängen müssen.  [….]

(Tagesschau, 30.03.2026)

Es handelt sich also nicht mehr „nur“ um extremistische Auswüchse einer faschistischen Regierung im Krieg, sondern um eine Mehrheitsentscheidung der Knesset.

[….] In der israelischen Geschichte kam es deshalb bisher nur zweimal zum Vollzug einer Todesstrafe. 1948 wurde der Soldat Meir Tobianski in Kriegszeit vor einem Militärgericht zum Tode verurteilt und erschossen, angeblich wegen Übergabe von Informationen an das jordanische Militär. Ein Jahr nach seinem Tod wurde allerdings seine Unschuld bewiesen und er wurde symbolisch freigesprochen. 1962 wurde der Nazi-Funktionär Adolf Eichmann wegen seiner Verbrechen in einem historisch wichtigen Prozess zum Tode verurteilt und hingerichtet[….]  Die Europäische Menschenrechtskonvention, die in der Schweiz als zwingendes Völkerrecht gilt, verbietet ebenfalls die Todesstrafe. Damit bildet das Verbot der Todesstrafe den Kerngehalt des Grundrechts auf Leben, in den unter keinen Umständen eingegriffen werden darf. Nach Markus Schefer, Professor für Staats- und Verfassungsrecht an der Universität Basel, hat sich im europäischen Kontext die Einsicht entwickelt, dass die Tötung eines Menschen nie das Ziel staatlichen Handelns sein darf. «Es gibt jenseits des Menschen keinen Grund, der die Existenz des Staates rechtfertigt. Die Todesstrafe ist deshalb mit diesem Zweck des Staates nicht vereinbar. Es ist jenseits dessen, was der Staat tun darf.»
Gegen die Todesstrafe sprechen laut Schefer auch strafprozessuale Gründe. «Man kann die Todesstrafe nicht rückgängig machen im Fall einer zu Unrecht erfolgten Verurteilung.»
[….] Völkerrechtlich ist die Todesstrafe nach der heutigen Fassung der Europäischen Menschenrechtskonvention verboten, welche die Schweiz unterzeichnet und ratifiziert hat. Für Staaten, die keine Vertragsparteien sind, gilt hingegen kein Verbot der Todesstrafe. «Es gibt etliche Staaten weltweit, die die Todesstrafe anwenden, wie die USA, China, Russland und die Golfstaaten», erklärt Ronen Steinke, Jurist und Autor der «Süddeutschen Zeitung». Dennoch ist die Todesstrafe problematisch: «Die Todesstrafe ist Barbarei. Der Staat beantwortet damit Mord mit Mord. Sie kann nicht rückgängig gemacht werden. In einer liberalen Gesellschaft verabschiedet man sich deshalb von der Todesstrafe. Die Staaten, die die Todesstrafe anwenden, sind Diktaturen. Israel muss sich nun überlegen, ob es Teil dieser Gesellschaft sein will.»

Yakir Renbaum arbeitet heute bei der Organisation Rabbis for Human Rights, die sich für Menschenrechte im Bild der jüdischen Tradition einsetzt. Renbaum ist in einer Siedlung in der Westbank aufgewachsen und kommt aus einer religiösen Familie. Für ihn und seine Organisation ist die Todesstrafe mit der jüdischen Tradition und jüdischen Werten schlicht nicht vereinbar.
«Allgemein gilt im Judentum die Auffassung, dass der Mensch nach dem Ebenbild Gottes geschaffen wurde. Die Befugnis, einen Menschen zu töten, liegt somit nicht beim Menschen, sondern bei Gott.
[….]

(Uri Binnun, tachles, 27.03.2026)

 

Hätte Deutschland eine Regierung, die sich Moral und Anstand verpflichtet sieht, müssten sich nun auch Merz, Wadephul und Prien deutlich von ihrem Freund Netanjahu distanzieren.

[….] Das israelische Parlament hat am Montag die Wiedereinführung der – jahrzehntelang ausgesetzten – Todesstrafe debattiert, aber nur für Palästinenser. Proteste aus dem Ausland, von israelischen Juristen, Menschenrechtsorganisationen und Politikern werden vom Initiator, dem rechtsextremen Minister Itamar Ben-Gvir, ignoriert. Er versucht in einem Akt politischer Ruchlosigkeit, woran ähnliche Gesetzesvorhaben gescheitert waren. Dass die Änderung des Strafgesetzes eine abgemilderte Variante früherer Entwürfe war, dass ursprünglich nur der Mord an Juden mit der Todesstrafe geahndet werden sollte, was den offen rassistischen Charakter auf die Spitze getrieben hätte – das nimmt seinem Gesetz nichts von seiner verheerenden Wirkung. Diejenigen, die Israel als Apartheid- und Unrechtsstaat betrachten, werden sich bestätigt sehen. Die Apologeten der rechtsgerichteten israelischen Regierung werden sich erneut hinter Antisemitismusvorwürfen verschanzen. [….]  Ben-Gvirs Vorstoß mag als populistischer Trick vor den Wahlen gedacht sein – seine Umsetzung würde den Staat Israel im Kern seines Wesens verändern. [….]

(Sonja Zekri, 30.03.2026)

Sonntag, 29. März 2026

NATO ohne USA

An der totalen Unfähigkeit der C-Minister im Merz-Kabinett kann kein Zweifel mehr bestehen.

Die vage Hoffnung auf Restvernunft – nach der die konservativen Damen und Herren zwar absolut nicht das tun, das ich für richtig halte, aber doch irgendeine Form der Strategie verfolgen und nicht aktiv Deutschland schaden wollen – hat sich bedauerlicherweise mittlerweile völlig zerschlagen. Die C-Truppe tölpelt schildbürgerartig durch die Politik.

Es ist tatsächlich eher Doofheit als Bosheit, die unsere Bundesregierung auszeichnet.

Selbst Joe Wadephul, der anfangs noch als halbwegs zurechnungsfähiger Pol im Gegensatz zu den Vollzeit-Lunatics (Spahn, Dobrindt, Klöckner) galt, zeigt immer deutlicher, wie verwirrt und abgekoppelt von jeder Realität er agiert.

Vorgestern verpuffte sein Restverstand coram publico, als er nach dem Treffen mit dem kleinfüßigen, in XXL-Galoschen watschelnden, interventionistischen Orbán-Unterstützer Rubio feststellte, man ziehe nun wieder mit der USA an einem Strang.

[….] Spannungen mit den USA "konnten ausgeräumt werden"

Zuletzt war das deutsch-amerikanische Verhältnis angespannt. Nach dem G7-Treffen sei das nun erledigt, sagte Außenminister Wadephul in den tagesthemen. Auch über die Kriegsziele der USA herrsche jetzt mehr Klarheit.

US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt wiederholt die deutsche Regierung wegen ihrer Haltung im Iran-Krieg kritisiert. Nach seinem Treffen mit Amtskollege Marco Rubio beschrieb Außenminister Johann Wadephul in den tagesthemen die Stimmung dennoch als positiv. Man sei sich beim Treffen der G7-Außenminister bei Paris "freundschaftlich" begegnet.

Und die Beschwerden von Trump? "Das konnte ausgeräumt werden", so Wadephul. Deutschland habe ein großes Interesse an einem guten Verhältnis zu den USA und einer gemeinsamen Gestaltung von Außen- und Sicherheitspolitik.  [….]

(Tagesschau, 27.03.2026)

Man kann nur rätseln, aus welcher Parallelwelt der deutsche Außenminister diese hanebüchenen Erkenntnisse nimmt. Der arme Mann ist ganz offensichtlich schwer verwirrt. „Spannungen ausgeräumt“ und „freundschaftlich“ bedeutet in der echten Realität:

[….] Trumps Wutausbrüche treffen die Nato ins Herz [….] Die Mitgliedsstaaten des Bündnisses wurden vor dem Krieg am Golf nicht einmal gefragt, jetzt sollen sie helfen. Ihre Weigerung verstärkt einen gefährlichen Zug des US-Präsidenten. [….] Seit Trump seinen Krieg gegen Iran begonnen hat, ist er wütend auf die europäischen Nato-Verbündeten, auch auf Kanzler Friedrich Merz. [….] Vor allem aber verstärkt Europas Weigerung, den USA am Golf militärisch – oder auf irgendeine andere Art – beizustehen, zwei Vorurteile bei Trump, die ohnehin tief sitzen und die für das transatlantische Verhältnis brandgefährlich sind. Erstens: Wenn Iran nicht Europas Krieg ist, dann ist die Ukraine auch nicht Amerikas Krieg. Zweitens: Wenn die europäischen Nato-Länder den USA nicht helfen, dann müssen die USA auch den Europäern nicht helfen. [….] Die Tatsache, dass Trump diese beiden Sätze in Variationen seit Tagen immer wieder von sich gibt, mal in Reden, mal auf seiner Plattform Truth Social – Stichwort: „Feiglinge“ –, zeigt, wie fest sie sich in seinem Kopf eingenistet haben. Rationale Argumente helfen da gar nichts. Dass die Ukraine das Opfer eines Überfalls wurde, dass die USA und Europa dem Land mithin bei der Verteidigung gegen Russland helfen, während Trump sich ohne Rücksprache mit den Verbündeten zum Angriff auf Iran entschlossen hat – geschenkt. Dass es dem Moskauer Machthaber Wladimir Putin nicht um den Donbass geht, sondern um die Zerstörung der amerikanischen Weltordnung – ebenfalls geschenkt. Dass die Nato ein defensives Bündnis ist, das seine Mitglieder schützen, nicht die Meerenge von Hormus freikämpfen soll – nun, siehe oben. [….]

(Hubert Wetzel, 29.03.2026)

Anders als Wadephuls Phantastereien suggerieren, ist Trumpmerica eben nicht unser Freund, sondern ein gefährlicher Player, der machtvoll die rechtsextremen EU-Feinde unterstützt, Kriege anzettelt, die Weltwirtschaft ruiniert, Putin massiv hilft und die NATO de facto schon fast KO geschlagen hat.

Trump kann zwar nicht eigenmächtig aus der NATO austreten; dafür bräuchte es einen Kongressbeschluss oder zumindest einen 2/3-Mehrheit im US-Senat.

Aber als Oberbefehlshaber der US-Army kann er das Verteidigungsbündnis von innen zerstörten, indem er den Artikel 5 schleift. Das ist keine Theorie mehr, sondern längst im Kreml angekommen: Du kannst Dir das Baltikum holen, Polen oder die Türkei bombardieren. Mich stört es nicht.

 

[….] Trump gegen Europa – der Nato droht der Todesstoß

Warum die unverhohlenen Drohungen des US-Präsidenten gefährlicher sind, als viele glauben.  Donald Trump spricht über die Nato inzwischen nicht mehr wie über eine Ehe, in der es knirscht. Sondern wie über eine Beziehung, aus der er innerlich längst ausgezogen ist.

Weil die europäischen Verbündeten sich (völlig zu Recht) weigern, an der Seite der USA und Israels militärisch in den seit vier Wochen tobenden Irankrieg einzusteigen [….], steigert sich der zunehmend dünnhäutiger werdende Präsident in eine Wut-Sprache hinein, die nicht mehr bloß beleidigt, sondern vorbereitet: „Wir müssen nicht für die Nato da sein.“

Zuvor hatte er die Mitgliedstaaten „Feiglinge“ geschimpft und das Bündnis ohne Amerika als „Papiertiger“ verhöhnt. In nächtlichen Tiraden auf seinem Online-Pranger „Truth Social“, da, wo sich täglich der wahre, ungefilterte Trump präsentiert, stellte er in Großbuchstaben fest: „Die USA brauchen nichts von der Nato. Aber vergesst niemals diesen sehr wichtigen Moment.“ Ein Mafiapate, der sich von einer anderen „crime family“ betrogen fühlt, klingt nicht anders.

Seine Forderung, bei der Sicherung von Hormus mitzuhelfen (einem Unternehmen, das dem Pentagon zur Stunde viel zu gefährlich ist), sei ein Test gewesen. Das ausgestellte Zeugnis – nicht bestanden – verband der Präsident mit einer diffusen Drohung: „Ich glaube, das wird sie teuer zu stehen kommen.“ Sie, die Europäer. Angesichts des „großen, fetten, schönen Ozeans“, der laut Trump zwischen Amerika und Europa liegt, müssen in Brüssel die Alarmglocken schrillen, wenn Trump mit Sätzen wie diesen nachlegt: „Warum sollten wir für sie da sein, wenn sie nicht für uns da sind?“ Das ist die Umkehrung des Bündnisgedankens in eine Schutzgeldlogik. Hilfe wie ein Termingeschäft – nur noch gegen sofortige Gegenleistung. Damit rührt Trump an den Kern von Artikel 5, also das Versprechen kollektiver Verteidigung, auf dem das Bündnis seit 1949 ruht. [….] Wie Trump wegen Iran das ganze Bündnis zur Disposition stellt, hat eine bedrückende Dynamik. EU-Diplomaten in Washington sagen hinter vorgehaltener Hand, Trump habe die Nato mit dem Iran-Konflikt „in der Praxis bereits funktionsunfähig gemacht“. [….]

(Dirk Hautkapp, Abendblatt, 30.03.2026)

Deutschland darf sich nicht von seinem offenkundig irrlichternden Außenministerin eine Scheinsicherheit führen lassen. Der große Bruder USA ist Geschichte. So wie die EU neue Handelspartner sucht (Mercosur, Australien), muss sich die Rest-NATO um die verbleibenden Freunde in der Welt bemühen (Neuseeland, Japan, Südkorea, Australien, Island, Grönland) und Trumpamerica die Milchzähnchen zeigen. Natürlich sind wir militärisch vergleichsweise schwach. Aber auch Mäusebisse können der Riesenkatze USA wehtun, indem wir beispielsweise die US-Basen in Europa schließen. Auch der Alpha-Alkoholiker Hegseth braucht die US-Basis Ramstein mit ihrem riesigen Militärkrankenhaus. Und dieser fanatische rechtsextreme Verschwörungstheoretiker ist ganz sicher nicht unser Freund; da kann Joe Wadephul noch so abstruse Idiotien von sich geben.

Samstag, 28. März 2026

Die Chaos-Agenten

Wenn man Deutschland sehr feindlich gesonnen wäre und das bevölkerungsreichste, wirtschaftlich dominierende EU-Land irgendwie niederringen wollte, ohne militärische Gewalt anzuwenden, macht man das am besten wie in so einem Hollywood-Alien-Verschwörungsfilm. Man tauscht einfach die wichtigsten politischen Entscheidungsträger durch fiese Formwandler/Echsenmenschen/Parasiten aus.

Diese agieren fürderhin unauffällig aus dem Inneren des Systems. Täuschen Business As Usual vor, treffen aber in Wahrheit jede Entscheidung strikt nach dem Kriterium, den größtmöglichen Schaden anzurichten. So löst sich das ganze System scheinbar von selbst auf, ohne daß es eines äußeren Aggressors bedarf.

Das mag verschwörungstheoretisch klingen, wird aber längst professionell eingesetzt. So konnte ich einen atheistischen Top-Agenten unter dem ALIAS „Woelki“ als Kölner Metropolit einschleusen und sehe nun begeistert zu, wie er Jahr für Jahr Myriaden Kirchensteuer-Pflichtige aus der Kirche treibt. Er ist der wertvollste Säkularisierungsagent, den meine atheistische Weltverschwörung, tief im Herzen des Katholizismus einschleusen konnte und der bis heute sein systematisches Kirchenzerstörungswerk fortsetzt: Die Kölner Doppel-Null Rainer-Maria W.

(….) Eine solcher Leuchtturm ist der Kölner Held mit dem kleinen Hut, der es als atheistischer Top-Agent vermag, im Alleingang Myriaden zahlenden Kirchenmitglieder aus der RKK zu vertreiben.

(….) Unser wertvollster Agent, ein schwerer Zerstörer der TVE-Mixa-Klasse, bleibt nach der der Beförderung Ratzingers am 31.12.2022 weiterhin der Kölner Metropolit.

(….) Umso erfreulicher, daß Papst Franziskus mit Rainer Maria Kardinal Woelki, 66, am 11. Juli 2014 einen so wirkungsmächtigen Säkularisierungsbeschleuniger zum wichtigsten und reichsten deutschen Metropoliten machte. Als Kölner Erzbischof vermochte es Woelki, erst in Köln und dann bundesweit, die Terminvergabe für Kirchenaustrittsgesuche kollabieren zu lassen! Dank seiner Leistung unterschritten protestantische und katholische Kirche zusammen bereits 2022 die 50% Grenze und stellen nun erstmals seit vielen Jahrhunderten eine Minderheit in Deutschland.

Woelki ist mein Held und ich werde ihm für seinen Einfallsreichtum immer dankbar sein.

Langsam steigen in mir aber Sorgen um meinen Helden auf. Könnte mir nach Dyba, Mixa, TVE und Meisner etwa auch Woelki vorzeitig genommen werden?

Es spricht eigentlich wenig dafür, denn der Stellvertreter Gottes setzte ihn mit seiner unfehlbaren Weisheit nach einer kurzen Zeit des hochbezahlten Chillens (mit B11 auf Steuerzahlerkosten) am Aschermittwoch, dem 2. März 2022, wieder in seine Amtsgeschäfte ein. Ein Unfehlbarer kann nicht irren und daher wäre es schwierig für Matteo Bruni, den Direktor der Pressestelle des Heiligen Stuhls, wenige Wochen später zu erklären, Bergoglio habe da wohl Mist gebaut und nun müsse Woelki doch gehen.

Aber die braven Kölner Katholiken sind in derartiger Aufruhr gegen ihren verhassten Kardinal, daß selbst die treuesten der Treuen, Geistliche, wie Laien; jede Zusammenarbeit mit dem Kardinal verweigern.

Ein Oberhirte, der so verachtet wird, daß noch nicht mal Katholische Priester mit ihm zusammen gesehen werden wollen, ist für mich persönlich zwar äußerst amüsant, aber ich mache mir ernsthafte Sorgen, der Vatikan könnte doch noch einknicken und den Mann absägen. [….] [….] Welch ein Dilemma für den Vatikan. Köln ist nach dem Bistum Rom die zweitreichste Diözese dieses Planeten. Geldströme sind wichtig und so kann Bergoglio nicht zusehen, wie dieser Säkular-Agent die Gläubigen verjagt. Er muss Woelki abberufen, wenn er nicht ganz Deutschland dem Atheismus vorwerfen will.

Der Papst hat aber andererseits bereits entschieden, Woelki im Amt zu lassen. Würde er sich auf Druck des Fußvolkes umentscheiden, wäre das ein ungeheuerlicher Präzedenzfall, der seine umfassende Allmacht unwiederbringlich ramponierte. Wenn das Schule macht, könnten überall auf der Welt, Gläubige ihren Bischof boykottieren, bis sie einen anderen bekommen. Also kann Bergoglio Woelki gar nicht abberufen.  (…..)

(Sorge um Köln, 07.09.2022)

Zum Glück ist der Kardinal der Herzen, Eminenz Woelki weiterhin aktiv uns einfallsreich. Mit diabolischer Perfidie setzt er den Opfern und Zeugen des sexuellen Missbrauchs durch seine Priester zu.

Ein ähnlicher Erfolg gelang den Linksgrünversifften mit ihrem CDU-Doppellnuller Kai Wegner, der höchst effektiv mit einer Kaskade aus Peinlichkeiten und immer mehr aufgeflogenen Lügen, die Wahlchancen der Berliner CDU ruiniert.

Die Doppelnullagenten Woelki und Wegner dienen offenkundig einem edlen Zweck und verdienen unser aller Dankbarkeit.

Aber wer hat eigentlich die Sabotage-Bots Dobrindt, Söder, Spahn, Weimer, Reiche und Merz eingeschleust?
Und wieso werden sie nicht enttarnt? Agieren die nicht viel zu auffällig? Müsste man nicht auch in der CDUCSU längst misstrauisch geworden sein? Ist es nicht viel zu offensichtlich und plump, wie jeder in seinem Bereich daran arbeitet, das für Deutschland allerschlimmste Ergebnis zu erreichen?
Wie Weimer geradezu handstreichartig, die gesamte deutsche Kulturszene plattmachen will?
Wie Dobrindt auf die dringend benötigte Zuwanderung von mindestens 400.000 Menschen pro Jahr blockiert, indem er Deutschland immer unattraktiver macht und die Fachkräfte vergrault?

Wie Reiche geradezu manisch auf Öl und Gas umsteuert, während Deutschland aus geopolitischen, klimatischen und ökonomischen Gründen genau das Gegenteil tun müsste? Wie sie aktiv die parasitären Fossilkonzerne fördert? Auf mehr Benzinverbrauch und mehr CO2-Emissionen dringt?


[….] Bundesministerin gegen Übergewinnsteuer

Katherina Reiche dringt auf Erhöhung der Pendlerpauschale

Mit den Worten „Die Ökonomie kennt keine Übergewinnsteuer, und die Ökonomie kennt auch keine Übergewinne“ lehnt Reiche eine Belastung der Ölkonzerne ab. Sie stellt sich damit gegen Finanzminister Klingbeil. [….]

(Taz, 28.03.2026)

Wie Merz in atemberaubender Frequenz den Zusammenhalt der Bevölkerung zerschlägt?

(….) Er ist für alle Bürger zuständig und sollte nicht mehr, wie ein garstiger Parteiführer, alle anderen niedermachen soll. Stadtbild. Leute zu faul. Kein deutsches Brot in Tansania. Keiner will in Belém sein. Zahnarzttermine nur für Syrer. Homosexualität ("Solange sich das im Rahmen der Gesetze bewegt und solange es nicht Kinder betrifft – an der Stelle ist für mich allerdings eine absolute Grenze erreicht –, ist das kein Thema für die öffentliche Diskussion."). Vergewaltigung in der Ehe soll straffrei sein. Frauen müssen für Abtreibungen bestraft werden; Männer nicht. (…)

(Der Kanzler sinkt jeden Tag tiefer, 25.03.2026)

Wie Merz 1.000 geliehene Milliarden Euro kontraproduktiv dafür umleitet, mehr klimazerstörende Gase zu produzieren? (Flugbenzinsteuerbefreiung, Agrardieselsteuer, Dienstwagenprivileg, Pendlerpauschale, Ölheizung,..)

 

Wieso fällt keinem auf, daß der Bundeskanzler offenbar von einem feindlichen Wechselbalg ersetzt wurde, der nun mit der diebischen Freude eines Deutschland-hassenden Metamorphs die Axt an unsere Zukunft anlegt?

[….] Die Grünen im Bundestag haben Erwägungen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kritisiert, Kohlekraftwerke womöglich länger am Netz zu lassen. „Kanzler Merz sollte sich nicht an den alten Möhren festklammern, sondern besser seine Energieministerin zum Arbeiten bringen“, sagte der energiepolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Michael Kellner, am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. „Was Deutschland braucht, sind neue gesicherte Stromleistungen über wasserstofffähige Gas-Kraftwerke und Batteriespeicher“.

Merz hatte am Freitag den Fahrplan für den gesetzlich festgelegten Kohleausstieg bis spätestens 2038 infrage gestellt. „Wir werden möglicherweise laufende Kohlekraftwerke länger am Netz lassen müssen“, sagte er bei einer Veranstaltung der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.  [….]

(Tagesspiegel, 28.03.2026)

So dreist wurde ein Amtseid nie konterkariert.

Freitag, 27. März 2026

Trumpfantino

Fußball ist ganz schlimm; aber Fußball-Weltmeisterschaften ersparen viel Zeit; dazu wurde hier schon alles gesagt.

Da Christoph Schwennicke im April 2013 Fußball so wunderbar charakterisiert hat, muß ich das in einzelnen nicht selbst formulieren, sondern schließe mich dem an und lese seine Suada noch einmal genüsslich.

 […] Ich finde Fußball doof. Nein, ich finde Fußball grässlich – und ungemein langweilig. Ein Reigen alter Männer steht am Rand und schreit herum, viele mehr oder weniger junge Männer rennen auf einer Wiese herum, erst alle nach links, dann Ballverlust, dann wieder nach rechts, Ballverlust, wieder nach links.

[…] Fußballgucken finde ich, ist Ödnis in Vollendung, die überflüssigste Sache der Welt. Dann doch lieber Minigolfspielen, oder Monopoly, und das ist schon ganz schön schlimm öde.

Wer meine, wie ich finde, einzig vertretbare Grundeinstellung zum Fußball hat, bekommt ganz viel Lebenszeit geschenkt. Ganze Wochenenden verplempern Fußballbegeisterte an diese ungemein primitive Sportart. Dekaden an sinnlos verbrachter Lebenszeit kommen da zusammen.

[…] Dieses Spiel ist unästhetisch und ordinär. Schon der Klang, wenn der Ball getreten wird, macht mich übellaunig. Es ist ein zutiefst ordinäres Geräusch, es klingt so ähnlich wie die Schläge von Bud Spencer in den alten Prügelfilmen mit Terence Hill. Die Spieler haben keine Manieren, tun sich absichtlich weh, sind nicht nur furchtbar verschwitzt, sondern oft auch noch sehr verdreckt und vom Regen pitschenass und rotzen dauernd auf die Wiese. Manchmal sogar ins Nackenhaar eines Gegners. Das ist so unappetitlich. […]

(Christoph Schwennicke, 28. April 2013)

Eigentlich unnötig zu erwähnen, aber es soll hier niemanden etwas vorgeschrieben werden. So wie ich das Recht habe, auf Fußball zu verzichten, darf natürlich jeder andere so viel Fußball spielen, so viel Fußball angucken, wie er möchte.

Es wäre allerdings fairer, diejenigen, die sich nicht dafür interessieren, rennenden Multimillionären hinterher zu glotzen, auch nicht zur Finanzierung heranzuziehen.

Für die Übertragungsrechte der letzten Fußball-WM in Katar, zahlten öffentlich-rechtliche Sender von unseren Gebühren einen üppigen dreistelligen Millionenbetrag an die hochkorrupte Infantino-FIFA.

Über 200 Millionen Euro für eine Männer-WM; an der mehr als 85% der Deutschen kein oder wenig Interesse zeigten.

Die Fußballweltmeisterschaft 2026 ist aber nicht nur wegen der absurden Finanzierung zu Lasten einer nicht interessierten Mehrheit zu kritisieren.

Inzwischen wandelte sich die US-Veranstaltung zu einer antidemokratischen, menschenfeindlichen Propagandabekundung. Gianni Infantino, Boss der FIFA, die von der UEFA getragen wird, die vom DFB getragen wird, der von alle deutschen Fußballvereinen getragen wird, stellt sich demonstrativ unterstützend hinter den Kriegstreiber, Vergewaltiger, Kinderquäler, Rassisten, Lügner, Sadisten, Verbrecher und Kriminellen Donald Trump.

[….] Eine britische Menschenrechtsorganisation wirft dem FIFA-Präsidenten Infantino wegen dessen Verhältnis zu US-Präsident Trump Verstöße gegen den Ethikkodex des Fußball-Weltverbands vor. Die Organisation FairSquare schickte nach der vielfach kritisierten Verleihung des neuen FIFA-Friedenspreises an Trump bei der Auslosung für die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr einen Beschwerdebrief an die Ethikkommission der FIFA. Konkret wirft die Organisation, die sich unter anderem mit Sportpolitik und Rechten von Arbeitern befasst, dem Schweizer Infantino eine Verletzung der politischen Neutralität vor. Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur bestätigte FairSquare die eingereichte Beschwerde und sprach von vier Brüchen der FIFA-Regeln durch Infantino in den vergangenen Monaten.

Unter anderem bezieht sich FairSquare auf einen Instagram-Beitrag von Infantino am 9. Oktober, in dem der 55-Jährige im Zuge des Israel-Konflikts schrieb, dass Trump „für sein entschlossenes Handeln zweifellos den Friedensnobelpreis“ verdiene. Die Organisation beruft sich auf den vierten Artikel der FIFA-Statuten, in denen es heißt, dass der Weltverband politisch neutral bleiben müsse.  […..]

(Deutschlandfunk, 09.12.2025)

Der FIFA-Mann kennt keinerlei Schamgefühl und trat sogar mit roter Trump-Eselskappe in seinem berüchtigten Despoten-Rat auf.

[….] Die FIFA geht eine Partnerschaft mit dem von US-Präsident Donald Trump gelenkten "Friedensrat" ein. [….] Der erste Aufschlag gehörte dem Präsidenten der FIFA. Bei Instagram verkündete Gianni Infantino am frühen Donnerstagabend deutscher Zeit (19.02.2026), dass der von ihm geführte Verband und das vom US-Präsidenten diktatorisch geführte "Board of Peace" eine "wegweisende" Partnerschaft unterzeichnet hätten. [….] Ein paar Stunden später meldete die FIFA dann offiziell die "Strategische Partnerschaft".   [….]

(Sportschau, 21.02.2026)

Trump und die FIFA tun gar nicht erst so, als ob sportliche Fairness irgendeine Rolle spielte. Es soll einen Veranstaltung für Reiche und Weiße werden. Tickets kosten bis zu 14.000 Euro und die FIFA will rund eine Milliarde Euro allein mit Tickets einnehmen. Durch Lizenzen, Werbung, Merchandising und Übertragungsrechte, raffen Infantino und die FIFA ein Vielfaches an sich.

Der Klima-, Demokratie-, Kultur- und Weltwirtschaftskiller Trump sorgt unterdessen dafür, daß die People Of Color draußen bleiben.

[….] Fans from several countries participating in this summer’s World Cup must deposit up to $15,000 in bond payments to be granted a tourist visa to enter the United States, [….] The “Visa Bond Pilot Program” relates to 50 countries, five of which have qualified for the World Cup. The policy has impacted nationals from Algeria, Cape Verde, Senegal and the Ivory Coast since January 21 this year. Last week, World Cup participants Tunisia were among the countries added to the list, which comes into effect from April 2. Cape Verde — an archipelago of only 525,000 people — has qualified for the men’s World Cup for the first time in its history.

A U.S. State Department spokesperson told The Athletic that all applicants, regardless of age, are subject to the same legal standards and must demonstrate they qualify for and intend to comply with the terms of a visa. They added that those who depart the U.S. in a timely fashion before their visa expires will recover their money, while they also said the visa bond requirement is not retroactive and does not apply to holders of existing valid visas. [….] FIFA president Gianni Infantino has repeatedly claimed this summer’s men’s World Cup in the U.S., Canada and Mexico will be the “most inclusive” in the competition’s history. [….]

(The Athletic, 25.03.2026)

Wer Trump und Infantino, also die FIFA und die GOP unterstützt, indem er an der WM teilnimmt, Fanartikel kauft, den Übertragungen Einschaltquoten beschert, Tickets kauft, oder in die USA reist, macht sich mitschuldig.