Zwei Tage nach den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin
rotieren die Spindoktoren auf Maximalgeschwindigkeit.
Während Schwerin ob der mangelnden rechnerischen Alternative
(Schwarz UND Gelb unter 5%) geräuschlos in eine rotrotgrüne Regierung rutscht,
stellt sich die Situation in Berlin ganz anders dar.
Denn in der Hauptstadt gibt es abseits der der AfD zwei realistische Koalitionsmöglichkeiten.
Eine sehr Knappe aus den drei Wahlverlierern; Kenia mit
82/158 Mandaten. Außerdem eine Deutliche mit der Wahlsiegerin Eralp; RRG mit 95/158
Mandaten.

[….] Der Wahlsieg der
Linken löst in bürgerlichen und rechten Kreisen eine Kernschmelze aus. Doch
hinter der Schmierkampagne steht ein gefährliches Kalkül. [….] „Das hier
macht mir wirklich Angst“, jammert Julius Böhm (Nius) in die Kamera,
eingeblendet wird, wie Jungwähler:innen in Berlin abgestimmt haben: 43
Prozent von ihnen für die Linke. Was genau ihm Angst macht? „Weil es bedeutet,
dass junge Menschen dumm sein müssen“, so seine messerscharfe Analyse. Er
spricht von „jungen, armen, traurigen Menschen“, die „keinerlei Ahnung von
ökonomischen Zusammenhängen“ haben und deshalb eine Politik wählen, die für
„Brotschlange, für Menschen, die verhungern, für Elend“ steht. [….] „Die jungen Berliner Frauen haben das Kalifat
gewählt. Burka statt bauchfrei“, erklärte Thorsten Alsleben im reinsten
AfD-Ton, Geschäftsführer des Instituts Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Und
Maral Salmassi, der die CDU einst Hunderttausende Euro für den Kampf gegen
Antisemitismus zuschob, setzte den Wahlsieg der Linken gleich mit der
Machtübernahme der Mullahs im Iran: „Was gerade in Berlin passiert, haben wir
im Iran schon erlebt.“
Und dann ist da natürlich
Ulf Poschardt, der wohl einflussreichste Mann des Axel-Springer-Verlags, der
sagte: „Alle haben Angst vor 1933. Die eigentliche Gefahr ist 1949: die
Wiederkehr der DDR – und das mit arabischen Islamofaschisten an Bord.“ In einem
weiteren Video sprach Poschardt offenbar in Bezug auf Grünen-Wähler:innen unter
anderem von „hobbylosen, ehrenlosen, gottlosen Berlin-Mitte-Spacken“, die nun
ihre Quittung erhielten: „Ihre Partei wird mit dieser Partei koalieren, dieser
Offenbarungseid dieser bürgerlichen Milieus, der fängt jetzt richtig an.“ [….]
(Timm Kühn, 21.09.2026)
Da soll natürlich unbedingt die instabilere Option herbei
geschrieben werden, denn Antisemiten gehören für Markus Söder nicht in die
Berliner Regierung, sondern in die Bayerische!
Hier hatte der Strauß-Fan das alte CSU-Motto „55%+X“ zu „37%
Söder“ modifiziert und regiert seit 2018 geräuschlos mit Hobby-H1tler Aiwanger als
seinem stellvertretenden Ministerpräsidenten zusammen.
(….) Nun ist es
passiert. Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef entscheidet sich gegen
jeden Anstand und für den Pakt mit den völkischen Demokratieverächtern.
[….] Markus Söder hat
Hubert Aiwanger die Absolution erteilt. Sein Stellvertreter habe „Reue“
gezeigt, behauptet der Ministerpräsident. [….] „Damit ist die Sache aber aus unserer Sicht abgeschlossen“,
sagte der CSU-Chef am Sonntag über den Antisemitismus-Skandal des
Freie-Wähler-Chefs Aiwanger, mit dem er nach der bayerischen Landtagswahl am 8.
Oktober weiter regieren will. [….] Abstoßend
ist Aiwangers Versuch, sich zum Opfer zu stilisieren. Er sei „entsetzt“, wie
versucht werde, „mich politisch und persönlich fertig zu machen“, schreibt der
Freie-Wähler-Politiker frech – und droht nebenbei mit rechtlichen Schritten und
dem Dienstrecht. Reue sähe anders aus. [….]
(Pitt von Bebenburg, FR, 03.09.2023)
Der deutsche Grundkonsens, man
habe die Lektionen aus der deutschen Geschichte gelernt, ist vorbei.
[….]
Mit Moral, mit einer
ausgewogenen Beurteilung des Verhaltens Aiwangers in der vergangenen Woche hat
diese Entscheidung nichts zu tun. Das zeigt sich schon an den fadenscheinigen Begründungen.
Er wolle keine Vorverurteilung vornehmen. Aber was heißt hier Vorverurteilung?
Verurteilung vor was? Diesen Satz hätte man direkt nach der ersten
Veröffentlichung der Süddeutschen Zeitung bringen können. Aber nun geht es um
das seitherige Verhalten Aiwangers. Dieses allen Ernstes als unglückliches
Krisenmanagement zu bezeichnen, bedarf schon einer Extraportion Chuzpe.
Man erinnere sich an das
Silvestervideo von Christine Lambrecht, das Energiekrisenmanagement von Robert Habeck.
Hier hätte man die Vokabel „unglücklich“ vielleicht gebrauchen können. Söder
hingegen forderte die Entlassung der beiden. Aber Moral ist bei Söder immer nur
die Moral der anderen. Jetzt dürfe nichts mehr dazukommen, hat Söder vor ein
paar Tagen noch großspurig gefordert, und er erwarte eine umfangreiche und
glaubwürdige Beantwortung seines Fragenkatalogs. Nun lässt er Aiwanger aber
etwa mit der Behauptung durchkommen, er wisse nicht, wie die Flugblätter in seine
Schultasche gekommen seien. Auch die windelweiche Pseudoentschuldigung seines
Vize lobt er als richtig und notwendig. Und dass er sich von dem Flugblatt
distanziert habe, spreche für Aiwanger. Hallo? Allein dass Söder offenbar in
Betracht zieht, es könne möglich sein, sich nicht von diesem Machwerk zu
distanzieren, lässt einen sprachlos zurück.
[….]
(Dominik
Baur, 03.09.2023)
Markus Söder springt mit
nacktem Arsch voran Jüdischen Organisationen und Antisemitismusbeauftragten ins
Gesicht.
Er macht Antisemitismus
offiziell hoffähig. Mit Zustimmung der AfD, FW und CSU. Mit schweigender
Zustimmung der CDU. Der 03.09.2023 ist
der Tag der größten Schande Deutschlands im 21. Jahrhundert. [….] [….] Für seine Macht und den Stammtisch adelt Söder
jetzt den inkarnierten Antisemitismus an seinem Kabinettstisch. (….)
(Söder gegen die Juden, 03.09.2023)
Die bibelaffinen C-Parteien verhalten sich nach der Splitter
im Auge des anderen, Balken-Metapher. Sie selbst hoben NSDAP-Mitglieder der
ersten Stunde, Kiesinger und Strauß, zu Parteichefs und in höchste
Regierungsämter, wittern aber bei Kritik an der Israelischen Regierung, sofort
ungehörigen Antisemnitismus.
[….] Tipp an die Linken:
Bei der CSU übergeht man
Antisemitismus durch sinnlose 20 Fragen. Und am Ende sagt der Beschuldigte
dann, dass es eigentlich sein Bruder gewesen sei.
Von Söder, Bayern und
Aiwanger lernen, heißt, Antisemitismus ausleben lernen. [….]
(Marc Raschke, 22.09.2026)
Aber zurück nach Berlin, auch hier gibt es einen
Bürgermeisterkandidaten, der sich demonstrativ an Antisemiten bindet. Stefan Evers von der CDU.
[….] Stühlerücken bei der
Berliner CDU: Kaum ist Stefan Evers als Nachfolger des über die Tennis-Affäre
gestolperten Kai Wegner ins Amt des Spitzenkandidaten und Landesvorsitzenden
gerutscht, stellt er schon sein Team neu auf. Der Bundestagsabgeordnete Lukas Krieger
soll künftig als Generalsekretär des Landesverbands fungieren. [….] Im
Jahr 2016 tauchte ein Video auf, das Krieger als Funktionär der Schüler-Union
bei einem Ausflug im lettischen Riga 2005 mit Parteikollegen zeigt. In dem
Video wird ein Hakenkreuz-Abzeichen gezeigt, anschließend blickt Krieger in die
Kamera und sagt: »Ich denke, dass wir uns darum kümmern müssen, dass wir in
Deutschland auch wieder als Deutsche erkennbar sind, dass Deutschland deutsch
bleibt und wir gegen den jüdischen Bolschewismus durchaus vorgehen.« [….] [….]
(Marten Brehmer 15.07.2026)
Antisemitismus in den eigenen Reihen akzeptiert die CDU
demonstrativ.
(…..) Natürlich bedient der
CDU-Bundestagskandidat Hans-Georg Maaßen immer wieder bewußt antisemitische
Klischees. Das ist in den letzten Wochen so gründlich von seriösen Recherche-Teams und Medien
wie dem SPIEGEL nachgewiesen worden, daß ich das Fass nicht erneut aufmache. Maaßen ist Antisemit. Von einem antisemitischen Kandidaten sollte
sich die CDU als größte Regierungspartei verabschieden. Aber auch
die Laschet-CDU versagt in dieser Hinsicht, genau wie auch schon die AKK-CDU zum Entsetzen des Zentralrates der Juden mit
Antisemitismus flirtete,
ohne diese zu verdammen.
Armin Laschet persönlich
verteidigt sogar den antisemitischen Rechtsaußen Maaßen. Er will keinen Antisemitismus wahrgenommen haben.
Und das in einer
Krisensituation, in der antisemitische Übergriffe zunehmen.
[….] Armin Laschet möchte nicht unterscheiden, das ist nun hinreichend klar
geworden in der vergangenen Woche. Er möchte nicht unterscheiden zwischen der
Aussage, jemand sei ein Antisemit, und der Aussage, jemand habe etwas
Antisemitisches verbreitet. Jemand ist in diesem Fall Hans-Georg
Maaßen, der ehemalige Chef des Inlandsgeheimdiensts, der für die CDU in den
Bundestag will. [….] [….] Etliche Expertinnen und Experten kamen zu
dem Schluss, Maaßen habe in der Tat wiederholt antisemitische Codes verbreitet.
Da hätte man Laschets Verteidigung noch für ein Missverständnis halten können.
Gut eine Woche später saß Armin Laschet aber wieder im Fernsehen, diesmal
befragten ihn Linda Zervakis und Louis Klamroth für ProSieben. Die Sprache kam
wieder auf Maaßen, Klamroth verwies auf jene Experten, denen zufolge Maaßen
antisemitische Codes verbreite. Laschet reagierte wie in der Woche
zuvor: »Jetzt beginnt die theoretische Debatte, ist, wenn jemand Globalist
sagt, der damit schon Antisemit. Und ich habe ihn bisher nicht als Antisemiten
wahrgenommen«. [….] Kurz darauf
sagte er über Maaßen noch: »Er ist nicht rechtsradikal und er ist auch kein
Antisemit. Wäre er es, würde er die CDU verlassen müssen.« Laschets
Argumentation geht also im Kern so: Würde Maaßen antisemitische Codes
verbreiten, wäre er Antisemit, und wäre er Antisemit, müsste er die CDU
verlassen, aber er muss die CDU nicht verlassen, also kann er kein Antisemit
sein, demnach kann er auch keine antisemitischen Codes verbreiten. So etwas
nennt man Zirkelschluss. [….]
(Jonas Schaible, DER
SPIEGEL, 18.05.2021) (….)
(Laschet-CDU auf Antisemitismus-Kurs, 18.05.2021)
Ich schließe mich der aktuellen Argumentation
ausdrücklich an: Antisemiten dürfen nicht dem Berliner Senat angehören.
Daher spricht alles für die Eralp-Regierung mit RRG. Die AfD-freundliche
CDU hat im Roten Rathaus nichts zu suchen. Der Parteichef selbst zeigt es deutlich. Selbst bei den für einen deutschen
Bundeskanzler sensibelsten Themen, kann man sich darauf verlassen, daß er mit
seiner ureigenen Mischung aus Borniertheit und Arroganz verbal versagt. Er KANN
ES EINFACH NICHT!
[….] Totalausfall von
Friedrich Merz: [….]
Der CDU-Kanzlerkandidat
Friedrich Merz hat mit gleich mehreren Äußerungen in seiner letzten
Wahlkampfrede für Empörung gesorgt. Unter anderem bezeichnete er die
israelische Fahne als „Judenfahne“ und verbreitete Lügen über die
Demonstrant:innen, die gerade im ganzen Land gegen rechts auf die Straße gehen.
Nicht nur in den sozialen Medien hagelte es Kritik.
Wörtlich stelle Merz in
seiner Rede bei der Wahlkampf-Abschlussveranstaltung in München die rhetorische
Frage, wo der „Aufstand der Anständigen“ geblieben sei, „als in diesem Land
Palästinenserflaggen geschwenkt wurden, ‚From the River to the Sea‘ gesungen
wurde, als Judenfahnen, als Fahnen des Staates Israel verbrannt wurden?“
[….]
Die Berliner
Grünen-Politikerin Bettina Jarasch kommentierte das am Wahlsonntag auf X: „‚Judenfahnen‘,
Herr @FriedrichMerz? Echt jetzt? Noch alle Tassen im Schrank?“, schrieb die
Spitzenkandidatin ihrer Partei bei der vergangenen Landtagswahl in der
Hauptstadt. Sie bezog sich damit auch auf Merz' Äußerung, dass die CDU eine
Politik für „die Mehrheit“ mache, also für jene, die noch „alle Tassen im
Schrank“ hätten.
Der Soziologe Jules
El-Khatib, ehemaliger Linken-Politiker und bei der Landtagswahl 2022
Spitzenkandidat der Partei, schrieb: „Die Gleichsetzung von Israel und Judentum
stellt Antisemitismus dar. Stellt euch vor, so etwas hätte Mohammed gesagt, es
gäbe einen Aufschrei, doch wenn Friedrich von der CDU es sagt, ist es kein
Problem.“
Laut der International
Holocaust Remembrance Alliance stellt es eine Form von Antisemitismus dar, den
Staat Israel mit dem Judentum gleichzusetzen. In rechtsextremen Kreisen ist es
weit verbreitet, die israelische Fahne als „Judenfahne“ zu bezeichnen. [….]
(Daniel Bax, 23.02.2025)
Ganz offensichtlich existiert in den C-Parteien 81 Jahre
nach dem Ende des Holocaust, 93 Jahre nachdem die Vorgänger-Parteien der CDUCSU
Hitler ins Amt hoben, ein schweres Antisemitismus-Problem. Deswegen sollte die
CDU in der Hauptstadt nicht erneut Regierungsverantwortung übernehmen.
[…] Und er hat wieder
danebengegriffen
Friedrich Merz nennt
Antisemitismus die „perfideste Form der Ausländerfeindlichkeit“. Man möchte
einfach nur den Kopf schütteln.
Friedrich Merz ist bekannt
dafür, die absolut falschen Worte zu wählen. Und
er hat es wieder getan: Antisemitismus sei die „perfideste Form der
Ausländerfeindlichkeit“, sagte der Kanzler bei einer Wahlkampfveranstaltung der Berliner CDU am
Donnerstagabend im Konrad-Adenauer-Haus. Man möchte einfach
nur den Kopf schütteln. Denn in diesem einen Satz steckt gleich so viel
Problematisches.
Wer Antisemitismus als
„Ausländerfeindlichkeit“ bezeichnet, sagt damit, ob nun absichtlich oder nicht:
Jüdinnen und Juden in Deutschland sind anders. Die sind hier „fremd“. Das muss
nicht mal abwertend gemeint sein – es zieht aber eine Grenze zwischen dem
kollektiven „wir“ und den „anderen“, den Jüdinnen und Juden. Ein Fremdmachen,
das lange bekannt ist; die Wissenschaft nennt es Othering. […..]
(Dinah Riese, 18.09.2026)
Zurecht wird in der Presse auch auf die Verbindungen zur Clan-Kriminalität
im Zusammenhang mit den Remmos verwiesen. So eine Partei will ich nicht in der
Berliner Stadt-Regierung.
[….]
Clanchef Issa Remo bei der CDU? Meine Güte, kann ja mal passieren. Issa
Remo auf der Wahlparty der Linken, wo er direkt wieder hinausgebeten wurde?
Unfassbar? Wie kann man mit denen regieren wollen!!1!https://www.tagesspiegel.de/berlin/clan-boss-im-parlament-cdu-politiker-ladt-issa-remmo-ins-abgeordnetenhaus-ein-13074775.html
[….]
(Krsto Lazarević, 22.09.2026)
Nun liegt es an SPD und Grünen, ob sie die CDU, die immer
wieder mit Antisemitismus auffällt, als Regierungspartei unterstützen, oder ob
sie lieber auf die am wenigsten antisemitische Partei Die Linke setzen.
[….] Diese Massenpsychose, die gerade die
deutsche Medienlandschaft bezüglich des Siegs der Linken in Berlin ereilt
erinnert stark an New York und den Versuch Mamdani zu verhindern. Er ist jetzt
übrigens nach ein paar Monaten der beliebteste Bürgermeister seit langem. [….]
(Natascha Strobl, 22.09.2026)