Samstag, 14. Februar 2026

Der Gott-Faktor

Als meine Mutter im Sterben lag, überlegten wir auf der Intensivstation, eine riskante Operation zu wagen. Die Chirurgen hatten alles ausreichend erklärt und nun besprachen wir uns zu zweit. Sie war zwar an diverse Schläuche angeschlossen, aber mental vollkommen auf der Höhe. Die Dramatik der Situation hatte sie noch rationaler, als ohnehin schon gemacht. Glücklicherweise, aber wenig überraschend, waren wir uns völlig einig: Nein zu weiteren Behandlungen und risikoreichen chirurgischen Aktionen, nur um zu überleben. Der große Eingriff sollte nur gewagt werden, wenn es eine gute Chance auf ein Gelingen gäbe. Dem Ärzteteam brachte sie es später auf eine einfache Formel: Ich erwarte nicht, jemals wieder wie ein junger Mensch rumlaufen zu können, aber ich möchte in meiner Wohnung autark sein; mir allein in der Küche einen Tee machen und selbstständig ins Badezimmer können. Wenn das Szenario nicht wahrscheinlich ist, keine OP.

In jenen Jahren verbrachte ich sehr viel Zeit in der Wartezone vor der Intensivstation, da sich auch mein Vater und meine Tante aus dem Diesseits verabschiedeten. So langsam kannte ich alle Leute und konnte frisch eingetroffenen, psychisch aufgelösten Angehörigen die Abläufe erklären; spielte den Wegweiser. Eine Oberärztin, der ich nachts begegnete, sagte einmal zu mir „so langsam können wir Ihnen hier auch ein Büro einrichten.“ Es ist keine angenehme Situation, aber auf einer Meta-Ebene stellte ich psychosoziale Feldstudien an. Viele Angehörige werden emotional überwältigt, wenn sie vom behandelnden Arzt final schlechte Nachrichten bekommen. Ich habe sie schreien und heulen gesehen. Immer wieder wurde ausgedrückt, wie ungerecht und überraschend das sei. Es erinnerte mich an die dramatischen „WARUM?“-Schilder, die trauernde Bürger an Tatorten oder Unfallszenerien aufstellen.

Im Moment der tiefsten Trauer möchte man Menschen trösten und unterstützen, aber die richtige Frage wäre natürlich „Warum nicht?“. Es ist das eiserne und nie gebrochene Gesetz des Lebens, das mit dem Moment unserer Geburt feststeht: Wir werden sterben. Jeder. Ganz sicher. Trump, Merz, dein Nachbar, dein Sohn, deine Eltern, die Person, die gerade zufällig neben dir steht, jeder, den du liebst und selbstverständlich auch du und ich. Gerade weil unsere Lebensspanne nicht nur endlich, sondern im historischen, oder gar kosmischen Kontext, mikroskopisch kurz ist, gilt es, sich des Todes und des Lebens bewußt zu sein.

Mit Hysterie und Metaphysik lässt sich der Tod nicht beeinflussen, sondern nur kostbare Lebenszeit vergeuden.

Ich würde mich selbst niemals als besonders mutig bezeichnen, wäre sicher als Soldat genauso unnütz, wie als Beschützer gegenüber wilden Tieren. Ich bin nicht Konfrontations-affin, vermeide gern Konflikte. Man darf mich feige nennen. Ich mache auch keine Bungee-Sprünge.  Aber wenn es richtig ernst wird, werde ich auch ernst, kann meine Emotionen vollkommen ausblenden.

 Ich glaube, ich bin der Ideal-Angehörige für Intensivmediziner, weil ich ruhig, rational bleibe und aufmerksam alle Informationen registriere. Von mir geht nicht die Gefahr aus, heulend den Ärzten um den Hals zu fallen, zu schimpfen oder zu zetern.

Ich bin noch unsicher, ob das genetisch oder umweltbedingt so ist. Diese Eigenschaft teilte ich mit vielen Familienmitgliedern, aber keineswegs mit allen. Zum Glück war meine Mutter auch so und daher führten wir ein ruhiges Gespräch auf der Intensivstation, als plötzlich eine aufdringliche Mitt-60erin mit Kurzhaarfrisur hereinplatzte. Ich war von dem einzigen Stuhl aufgesprungen, auf den sie sich sofort setzte: „Ich bin die Krankenhausseelsorgerin und möchte mit ihnen darüber sprechen, was sie erwartet!“ Ohne Punkt und Komma, begann sie, ihre „Angebote“ durch zu deklinieren: Gemeinsames Gebet, ich sei willkommen im überkonfessionellen „stillen Raum“, es wäre auch möglich, andere Geistliche zu holen. Ich war so perplex, daß mir tatsächlich die Worte fehlten. Meiner Mutter gelang es als erste, gegen den Wortschwall anzukommen und sie stellte sehr höflich klar: „Danke, aber nein danke, wir sind wirklich nicht religiös!“

Das war der Zeugen-Jehovas-Moment der Religioten-Fachkraft. Da grätschte sie sofort mit leicht triumphierenden Ton hinein, „jaaaa, sie mögen im Leben Atheistin gewesen sein, aber in dieser Situation überdenken sie ihre Haltung…“ Nun wurde es meiner Mutter doch zu bunt, sie nahm ihre Kraft zusammen und stellte klar: „Würden sie bitte jetzt das Zimmer verlassen, ich möchte meine vielleicht letzte Zeit mit meinem Sohn verbringen!“

Endlich zog sie ab. Ich machte große Augen und scherzte „Du bist wirst also nicht auf den letzten Metern plötzlich gläubig? Da bin ich ja erleichtert!“ Und meine Mutter konnte noch einmal richtig lachen.

Die Krankenhausseelsorgerin befindet sich in Hamburg, einer Stadt, in der 99% der Bewohner nicht regelmäßig in Gottesdienste gehen, in der Christen eine deutliche Minderheit sind und kaum noch Beerdigungen mit kirchlichem Brimborium stattfinden. Wenn man als Religiot seinen Laden am Laufen halten möchte, kann man sich vermutlich keine Pietät leisten und stürzt sich aufdringlich auf Sterbende. Die Kirche attackiert, wenn man verwundbar ist. Kleine Kinder oder Todkranke.

Ich hatte Glück, inzwischen sind alle meine engen Angehörigen abgereist und verbaten sich allesamt religiöse Bekundungen auf der Beerdigung.

Atheisten sind reflektierter, gebildeter und intelligenter als Religiöse. Deswegen überrascht sie die eigene Endlichkeit weniger und sie geraten nicht so leicht in existentielle Verzweiflung.

Im Gegenteil, totale existentielle Not kann Gläubige zu Atheisten machen, wenn sie allzu deutlich sehen, daß da eben kein Gott ist, der ihnen hilft. „Gut“ UND „allmächtig“ schließen sich gegenseitig aus. Gott kann nicht existieren.

(….) Fall A) Ein allmächtiger Gott existiert nicht.

Fall B) Ein allmächtiger Gott existiert. Dann zeigen aber Auschwitz und die weiteren bekannten Genozide, daß er ein Arschloch sein muß und das ist per Definition eben nicht göttlich. Also existiert eben doch kein (lieber) Gott.

Was ich hier wieder einmal skizziere, ist das alte Theodizee-Problem.

Der Begriff wurde durch Gottfried Wilhelm Leibniz, dem letzten Universalgelehrten der Geschichte in seiner Abhandlung  „Essai de Théodicée“ (1710) geprägt.

Damit griff er aber einen Jahrtausende alten Gedankengang auf.

Die große Theodizee-Frage („Rechtfertigung Gottes“) wird immer wieder gestellt - seit Jahrtausenden, seit Epicur.
Sextus Empiricus, der Arzt und Philosoph des 2. Jahrhunderts, formulierte das Dilemma folgendermaßen: 

Entweder will Gott die Übel beseitigen und kann es nicht:
Dann ist Gott schwach, was auf ihn nicht zutrifft,
Oder er kann es und will es nicht:
Dann ist Gott missgünstig, was ihm fremd ist,
Oder er will es nicht und kann es nicht:
ist er schwach und missgünstig zugleich, also nicht Gott,
Oder er will es und kann es, was allein für Gott ziemt:
Woher kommen dann die Übel und warum nimmt er sie nicht hinweg?

 
Ich persönlich halte mich da an die Antwort des Ausschwitzüberlebenden Yehuda Bauers- die ich logisch einfach bestechend finde.

 
„In letzter Zeit war die Leistungsbilanz Gottes, was die Juden anbelangt nicht gerade überwältigend." Er könne nicht zugleich allmächtig und gerecht sein - denn wäre er es, hätte er Ausschwitz nicht zugelassen. Doch offensichtlich konnte er es nicht verhindern.
Und was ist wenn es einen Gott gibt, der Ausschwitz verhindern wollte, aber nicht konnte?
Auch dazu hat Bauer eine einfache Antwort: „Ein armer Kerl, der Unterstützung braucht, der sich seine Stärke von uns holen muß - einen solchen Gott brauche ich nicht!
Interessanter als die große Theodizee-Frage an sich finde ich die Tatsache, daß professionelle Priester, Ordensleute und klerikaler Hochadel nach 2000 Jahren Kopfzerbrechen immer noch keine Alibi-Antwort gefunden haben. (….)

(Die Christen des Tages – Teil XIII und Teil XIV – 07.01.2010)

Die schlichteren Geister gehen allerdings ohne grundlegende Erkenntnis über ihre Existenz durchs Leben, sind dann völlig überrascht, wenn es zu Ende geht und brauchen ein Ventil, um ihre Begriffsstutzigkeit zu kanalisieren. Hier greift die Kirche ab und saugt ihren Nektar aus dem Leid der Menschen. Vor wenigen Tagen starb James van der Beek mit 48 Jahren an Darmkrebs. An ihm hätte die erwähnte Krankenhausseelsorgerin ihre wahre Freude gehabt. Christliche Medien schlachten den Fall entzückt aus:

[…] Schauspieler James van der Beek gestorben: „Der Liebe Gottes würdig“

Der amerikanische Schauspieler James van der Beek ist am Mittwoch im Alter von 48 Jahren an Darmkrebs gestorben. Und das offenbar im Frieden mit Gott. So heißt es auf seinem Instagram-Profil und dem seiner Frau, er sei friedlich verstorben. Seinen letzten Tagen sei er mit „Mut, Glaube und Würde“ begegnet. […] Durch die Krebsdiagnose veränderte sich Van der Beeks Beziehung zu Gott, sagte er in einem Interview. „Vor dem Krebs war Gott etwas, was ich versuchte, so gut wie möglich in mein Leben einzupassen“, zitiert die Website Premier Christian News den Schauspieler. Nach der Diagnose habe er anders auf die Liebe Gottes geschaut und eine stärkere Verbindung zu ihm gehabt. […] mit der Krebsdiagnose habe er seiner eigenen Sterblichkeit und dem Tod ins Auge gesehen. „All diese Definitionen, die so wesentlich für mich waren, hatten keinen Bestand mehr“, sagt Van der Beek. Durch seine Krankheit sei er nicht mehr in der Lage gewesen sei, sie auszufüllen. Das habe ihn zu der Frage gebracht: Was macht mich aus, wenn ich all das nicht mehr bin? Und er kommt zu dem Schluss: „Ich bin der Liebe Gottes würdig, einfach weil ich existiere.“ Das gelte für jeden Menschen. […] 

(christliche Medieninitiative PRO, 12.02.2026)

Die Tragik des Falls van der Beek erklärt Matt Bernstein; obwohl es der Familie finanziell recht gut ging, wurde sie durch das US-Krankheitssystem in den Bankrott getrieben. Van der Beek musste alles verkaufen was er hatte. Der Familie droht das Haus zu verlieren. Nur durch seine Prominenz kam nach seinem Tod eine Gofundme-Kampagne zustanden, die eine Million Dollar generierte, um der hinterbliebenen Ehefrau und den sechs Kindern ihr Obdach zu bewahren.

Die US-Kirchen hingegen sind steinreich und von der Steuer befreit. Die Christen unterstützen mit überwältigender Mehrheit Trump, den Mann, der US-Amerikaner mit Krebs in den finanziellen Ruin treibt.

Freitag, 13. Februar 2026

Löppt in Hamburg

Nach meiner heftigen Schelte wider die grüne Hamburger Senatorin Anna Gallina, möchte ich klar stellen, daß der Stadtstaat Hamburg gegenwärtig die beste Regierung aller Bundesländer hat – mal ganz abgesehen, von der unterirdischen Merz-Shitshow.

Hamburg generiert klar die meisten Steuereinnahmen je Einwohner und erwirtschaftet pro Kopf mit Abstand das höchste Bruttoinlandsprodukt.

Die Freie und Hansestadt Hamburg ist dank der vergangenen 15 Jahre durchgängig roten Regierung ökonomisch so attraktiv, daß sie mehr binnendeutschen Zuzug als alle anderen Bundesländer erlebt. Die Menschen wollen weg von den schwarz regierten Ossi-Ländern und hin zum rotgrünen Hamburg.

(….) Hamburg funktioniert politisch viel besser, hat ein viel höheres Prokopfeinkommen, als Berlin.  Aber seit den 1980ern, als Hamburgs Bevölkerung auf 1,5 bis 1,6 Millionen Menschen gesunken war, haben wird eine halbe Million mehr Menschen gewonnen und kratzen an der 2-Millionenmarke. Wenn man auf derselben Fläche die Einwohner um ein Drittel vermehrt, muss man die Stadt massiv verändern. Daher fühlt es sich so an, als ob man auf einer Baustelle lebt. Es ist immer Stau und wenn man in eine eigentlich vertraute Gegend möchte, die man aber nicht jeden Tag sieht, erkennt man nichts wieder, weil überall neue Gebäude stehen und sich die Straßen veränderten.

Aber noch scheint die Attraktivität Hamburgs nicht gekippt zu sein; es wächst weiterhin, hat weiter Zuzugsdruck und ein stark überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum.

Ebenfalls stabil ist der Trend in Ossistan. In den dunkeldeutschen Problembundesländern wurde enorm viel investiert, die Infrastruktur ist sehr gut, die niedrigen Lebensunterhaltskosten sind ein Standortvorteil; die ausgedünnte Bevölkerung führt zu Leerstand bei den Vermietern. Das Mieter-Schlaraffenland. Wer sich um eine Wohnung bewirbt, wird mit Kusshand genommen und bekommt sie das erste Vierteljahr als Bonus mietfrei. Finanziell betrachtet, spricht also sehr viel dafür, nach Thüringen oder Sachsen-Anhalt zu ziehen.

Leider überkompensieren die Nachteile die finanziellen Argumente. Es wimmelt dort nämlich von unangenehmen Klischee-Jammerossis, die AfD wählen, keinerlei Sinn für bürgerliches Engagement entwickelt haben, sich mit Vorliebe rechtsextremen Schwurbelideen verschreiben und ihre chronische Untervögelung kurieren, indem sie irgendjemanden verprügeln.   (….)

(Gebärstreik, 17.09.2025)

Hamburg hatte unter der peinlichen und ökonomisch verheerenden CDU-Herrschaft (von Beust 2001-2011) den Wohnungsbau komplett eingestellt. Mit dem Regierungsantritt Scholz, rissen die Sozis das Ruder rum und taten alles dafür, um 10.000 neue Wohnungen jährlich fertig zu stellen. Bei dem enormen Bevölkerungszuwachs und dazu nun auch noch den vielen Flüchtlingen, reicht das natürlich immer noch nicht. Aber die Mieten sind dank der klugen rotgrünen Politik immerhin nicht ganz so explodiert, wie in anderen Metropolregionen.

Besser als in anderen Bundesländern, funktioniert im Rotgrünen Hamburg auch die Kriminalitätsbekämpfung. Auf die Polizeistatistiken kann der Senat stolz sein.

[…] Hamburgs Innensenator Andy Grote, Polizeipräsident Falk Schnabel und der Leiter des Landeskriminalamtes Jan Hieber haben am heutigen Donnerstag (12. Februar) die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2025 vorgestellt.

Wesentliche Ergebnisse:

·        Zahl der Straftaten in Hamburg sinkt um insgesamt 5 Prozent

·        Rückgang der Straftaten in allen Hamburger Bezirken

·        Aufklärungsquote auf höchstem Niveau seit 28 Jahren

·        Gewaltkriminalität sinkt spürbar, auch deutlich weniger Straftaten mit Messern und Schusswaffen

·        Mehr Vergewaltigungen angezeigt – Täter stammen häufig aus dem sozialen bzw. familiären Umfeld

Nach einem Anstieg der von der Polizei erfassten Straftaten im Jahr 2023, ist die Kriminalität in Hamburg nach dem Rückgang im Vorjahr (-4 Prozent) auch im Jahr 2025 um weitere -5 Prozent gesunken. In der Langzeitbetrachtung der letzten 25 Jahre liegt die Zahl der erfassten Straftaten mit 213.596 (-11.317 Fälle) damit fast auf dem Niveau des Vor-Pandemie-Jahres 2019 und unter dem aller Vorjahre bis einschließlich 2018. Die Aufklärungsquote lag im vergangenen Jahr bei 49,1 Prozent.

Damit wurden in den letzten drei Jahren die höchsten Gesamtaufklärungsquoten seit 1997 erreicht.

Gleichzeitig setzt sich der Trend der vergangenen Jahre auch im Langzeitvergleich fort: Demnach war die Kriminalitätsbelastung im Verhältnis zur Bevölkerung und damit das Risiko, von einer Straftat betroffen zu sein, in jedem Jahr vor 2019 höher als aktuell. Die sog. Häufigkeitszahl setzt dabei die Zahl der Straftaten in Beziehung zur Bevölkerungszahl (pro 100.000 Einwohner).

Demnach ergibt sich gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um -5,6 Prozent. Ein exakter Vergleich mit den weiteren Vorjahren ist jedoch aufgrund der neuberechneten Bevölkerungszahl nach dem neusten Zensus nicht sinnvoll. Dennoch: Ohne die Zensuskorrektur wäre der Rückgang noch deutlicher.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund 64.500 Tatverdächtigen der PKS erfasst.

Der Rückgang der Tatverdächtigen um knapp -4 Prozent gegenüber dem Vorjahr geht insbesondere auf einen spürbaren Rückgang der Tatverdächtigen unter 21 Jahren zurück  (-7,8 Prozent).

Dabei ist sowohl die Zahl der deutschen Tatverdächtigen (-5,6 Prozent), als auch die der nichtdeutschen Tatverdächtigen (ohne ausländerrechtliche Verstöße) gesunken (-8,9 Prozent).

Betrachtet man nur die Tatverdächtigen, die auch tatsächlich in Hamburg gemeldet sind, fallen die Zahlen der deutschen und insbesondere der nichtdeutschen Tatverdächtigen noch niedriger aus.

Rückgang der Straftaten in allen Hamburger Bezirken

Der Rückgang der Kriminalität bildet sich in allen sieben Hamburger Bezirken ab, insbesondere in Harburg (-9,3 Prozent), Mitte (-6,6 Prozent) und Altona (-6,5 Prozent).  [….]

(Polizei Hamburg)

Das sind natürlich keine guten Nachrichten für die garstig parteiische CDU und das notorisch CDU-affine rechte „Hamburger Abendblatt“, die nur zu gern den Erfolg ihrer Angstkampagne von 2001 wiederholen möchten. Damals gelang es ihnen, der Bevölkerung wider die Realität, eine so enorme gefühlte Kriminalität einzureden, daß sie den rechtsextremen nymphomanen Kokser Schill zum zweiten Bürgermeister wählten.

Die Zahlen der aktuelle Kriminalitätsstatistik sind allerdings zu eindeutig. Da haben selbst die rechten FUNKE-Kommentatoren kaum eine Chance, der SPD einen Strick draus zu drehen.


[…] Beschleicht Sie auch ein ungutes Gefühl, wenn Sie morgens aus dem Hauptbahnhof treten und auf Heroinsüchtige, Alkoholabhängige oder Dealer stoßen, die sich in St. Georg konzentrieren? […]  Fährt Angst mit, wenn Sie abends allein in der Bahn sitzen? Irritiert es Sie, anschließend auf einem menschenleeren Gehweg unterwegs zu sein?

Das sind die Momente, die auf ein ungutes Sicherheitsgefühl einzahlen.  […] Viele Menschen fühlen sich nicht wohl in ihrer Stadt. […] Dass dieses subjektive Gefühl trotz solcher Fälle nicht mit der tatsächlichen, objektiven Sicherheitslage korreliert, zeigt die aktuelle Kriminalstatistik der Hamburger Polizei. Danach ist die Gesamtzahl der Straftaten genauso zurückgegangen wie die der Gewaltdelikte. Die Zahl der Diebstähle ist gesunken, die der Einbrüche ist es auch.

[…] Dabei leistet die Polizei in Hamburg hervorragende Arbeit. Die Gesamtkriminalität sinkt, die Aufklärungsquote steigt, die Prävention wirkt. Hamburg ist, selbst, wenn das Gefühl ein anderes sein mag, eine sichere Stadt. Dank der Polizei. […]

(Kommentar von Stephan Steinlein, Stv. Chefredakteur, 12.02.2026)

Donnerstag, 12. Februar 2026

Strafe muss sein.

Der Auftritt von Bad Bunny bei der Superbowl-Halbzeitshow zeigte es wieder: Trump kann noch so absurd, beleidigend und verblödet agieren; es gibt doch eine erkleckliche Masse von US-Amerikanern, die seinen Rassismus und Hass auf Minderheiten teilen. Die MAGAs auf FOX gerieten völlig außer Fassung, wollen die FCC auf Bad Bunny hetzen und eine parlamentarische Untersuchung starten. Denn der Mann sprach kein Englisch, ist nicht blauäugig und auch nicht blond.

Das hat Trump tatsächlich höchst erfolgreich etabliert: In ihm kanalisiert sich alles Schlechte in den Menschen. Frauenhasser, K!inderf!ck€r, Rassisten, Islamophobe, Schwulenhasser, Antisemiten litten Jahrzehnte darunter, ihre tiefsitzende Bösartigkeit, in der Öffentlichkeit zügeln zu müssen und nur hinter vorgehaltener Hand gegen alle Latinos und Afroamerikaner zu hetzten.

Nun sind sie befreit, weil ihr Held, der mächtigste Mann der Welt, nicht nur moralisch ebenso verkommen ist, sondern das auch lautstark öffentlich zelebriert.

Ja, Trump isoliert die USA in der Welt, schafft die Demokratie ab, installiert eine auf ihn zugeschnittene dystopische Autokratie ohne Gewaltenteilung. Ja, er umgibt sich mit Sexualstraftätern, Rassisten und sonstigen Verbrechern, die alles daran setzen ihre eigenen Taschen zu füllen. Ja, er arbeitet daran, der Menschheit ihre Lebensgrundlagen zu entziehen. Ja, er hetzt Todesschwadronen auf die eigene Bevölkerung. Aber er kann sich immer noch auf die Christen verlassen, die

Trumps Hass nicht nur teilen, sondern zelebrieren und hartnäckig einfordern.

[…] Weiße bibeltreue Christen bleiben bei Trump

US-Präsident Donald Trump findet seine größte Unterstützung weiterhin bei weißen evangelikalen Christen und Christinnen. Doch der Rückhalt schwindet wie bei fast allen religiösen Gruppen.

Das geht aus einer am Mittwoch verbreiteten Umfrage des Pew Research Center in Washington hervor. Laut der Umfrage sehen 69 Prozent der weißen Evangelikalen Trumps Amtsführung insgesamt positiv. In der Gesamtbevölkerung teilen 37 Prozent diese Sicht. Evangelikale zeichnen sich durch ein wörtliches Bibelverständnis, konservative Ansichten und eine missionarische Haltung aus.

Die zweithöchsten Zustimmungswerte erzielt der Präsident unter weißen Katholiken und Katholikinnen (52 Prozent), gefolgt von weißen Protestanten und Protestantinnen (46 Prozent).   [….]

(ORF, 12.02.2026)

Die Gattung Homo Sapiens wird in Kombination mit Religion zu einer selbstzerstörerischen höchst bösartigen Masse. Egoismus, Raffgier, Neid sind nur äußerst schwer, (vermutlich sogar gar nicht), durch Aufklärung, Säkularismus und Bildung zu stoppen.

Mit einiger Wahrscheinlichkeit wird diese Generation der religiösen rechten Mittsiebziger – Merz, Putin, Trump, Netanjahu, Putin – das menschliche Leben auf diesem Planeten final zerstören. Wir überschreiten gegenwärtig die Kipppunkte.

Es wird entweder zur ganz großen Extinction des Homo Demens kommen, oder die demokratischen Strukturen werden final abgewickelt. In dem Fall werden wir Europäer zu einer entrechteten Kolonie unter KI-Herrschaft. Vermutlich aus Peking gesteuert.

Eine mikroskopische Chance besteht vielleicht noch. Sie basiert auf Trumps Dummheit. Anders als Putin oder Xi oder Netanjahu, ist er intellektuell und mental so unterbelichtet, daß er übertreibt und nicht versteht, womit er seine treuesten Fans verärgert.

Besonders dumm und besonders christlich sind überall in der Welt die Landwirte. Auch in den USA wählten die Farmer daher zu fast 80% Trump.

Ausgerechnet diejenigen also, die auf Freihandel angewiesen sind, weil sie ihre Sojabohnen und den Weizen in die Welt verkaufen. Ausgerechnet diejenigen, die am besten wissen sollten, wie dringend sie Farmarbeiter aus Lateinamerika angewiesen sind. Aber die frommen Bauern sind unfassbar dämlich und ließen sich daher von Trumps Hass auf Queere, Schwarze, Transsexuelle, Schwule, Frauen, Ausländer „überzeugen“, statt ihren ökonomischen Interessen zu folgen.

Sie erhalten jetzt die Quittung.

[…] Kollaps unter US-Landwirten: Wie Trump die US-Landwirtschaft zugrunde richtet[…] John Harris hat derzeit selten gute Laune. „Es ist keine gute Zeit, um Bauer in Missouri zu sein“, sagt er mit betretener Stimme. „Ich kenne hier niemanden mehr, der nicht im Laufe dieses Jahres darüber nachdenken muss, aufzugeben.“

Harris heißt eigentlich anders, will aber anonym bleiben. Er ist in der fünften Generation Bauer im Columbia County, einem von der Landwirtschaft geprägten Bezirk im Herzen des US-Bundesstaates Missouri. Nach Texas ist das der zweitgrößte Agrarstaat des Landes. Das Gros der Höfe hier und in den gesamten USA sind Familienbetriebe wie der von Harris. Dieser Tage ist die Branche existenziell bedroht.

So schrieb in der vergangenen Woche eine Gruppe hochrangiger Repräsentanten der Landwirtschaft aus beiden Parteien einen alarmierenden Brief an den US-amerikanischen Kongress. Unter den Autoren sind etwa die Anführer von Branchenvereinigungen und ehemalige Vorstände der nationalen Landwirtschaftsbehörde USDA.

In dem Schriftstück warnen sie vor einem „flächendeckenden Kollaps“ der US-amerikanischen Landwirtschaft: „Die Zahl der Bankrotte amerikanischer Bauernhöfe hat sich im vergangenen Jahr verdoppelt. Von den übrigen arbeiten weniger als die Hälfte noch profitabel. Die US-Landwirtschaft hat ein historisches Außenhandelsdefizit.“ Ein scharfer Kontrast zum Zustand der Branche vor noch wenigen Jahren, als die US-Landwirtschaft Rekordexporte erzielte und die Bauern solide Gewinne einfuhren. […]

Die Sojaproduktion etwa ist in Brasilien in den vergangenen fünf Jahren um ein Fünftel gestiegen, während die Produktion in den USA um die Hälfte gesunken ist.

Die Produktionspreise sind gleichzeitig ins Astronomische gestiegen. So berichtet das Fachportal Farm News, dass die Kosten von Saatgut in fünf Jahren um 18 Prozent, von Düngemitteln um 37 Prozent, von Pestiziden um 25 Prozent und von Maschinen um 23 Prozent gestiegen sind. […]  Wirtschaftswissenschaftler der North Dakota State University sagen voraus, dass Bauern in diesem Jahr zwischen 35 und 45 Milliarden US-Dollar verlieren. […]

(Sebastian Moll, 12.02.2026)

Sollte es noch zu den Midterm-Wahlen kommen, was man angesichts der Umfragen immer mehr bezweifeln muss, erinnern sich hoffentlich einige ruinierte Farmer daran, was ihr THREE-TIMES-TRUMP-voting ihnen einbrachte.

Mittwoch, 11. Februar 2026

Rekord-Regierung.

Wir hatten schon so viele FDP-Bundeswirtschaftsminister, die reine Platzhalter waren, die man gar nicht bemerkte und die den Stellenwert des Ministeriums systematisch gen Null fuhren.

(….) Ingrid Matthäus-Maier, *1945, Verwaltungsrichterin, eine der klügsten Personen, die ich kenne, spielt als wichtigste Atheistin Deutschlands  als Beiratsmitglied der Giordano-Bruno-Stiftung immer noch eine große Rolle. Seit 1966 setzt sie sich in der Humanistischen Union für die Trennung von Staat und Kirche ein.  Im Bundestag brillierte sie als Finanzexpertin, die anders als alle anderen Finanzpolitiker die Gabe besaß Zahlen anschaulich, verständlich und einprägsam darzustellen.

„Wissen Sie, was eine Milliarde ist? Sie haben eine Milliarde, wenn Sie achtzehn Jahre lang Woche für Woche eine Million im Lotto gewinnen.“

(IMM)

Sie war aber auch eine begnadete Parteipolitikerin.  Ich erinnere mich noch an eine Generalaussprache, als sie auf die Vorstellung des Haushalts von Bundeswirtschaftsminister Günter Rexrodt Mitte der 1990er klagte:


„Wir hatten einen Bangemann, wir hatten einen Haussmann, wir hatten einen Möllemann – wann bekommen wir endlich einen Fachmann?“  (IMM)

Erhört wurde ihre Klage freilich nie.   Fünf Bundeswirtschaftsminister von der FDP in Folge hatten das Amt abgewirtschaftet.  Rexrodt war nicht nur wie seine Vorgänger überfordert, sondern wurde gar nicht mehr ernst genommen. Die Presse beschrieb ihn als peinlichen „Grüßaugust“, den noch nicht mal Industrielobbyisten beeinflussen mochten, weil zu offensichtlich war wie desinteressiert und machtlos er war.

Längst war die Gestaltungsmacht des einstigen Kernministeriums – Erhardt, Schiller und Schmidt prägten als Wirtschaftsminister die Republik – aufgebraucht. Die Musik spielte nun im Kanzleramt und Finanzministerium.

Das war keineswegs ein zwingender Prozess, sondern der Tatsache geschuldet, daß die faktische vakante Ministeriumsspitze von 1982 bis 1998 unter den FDP-Grüßaugusten das Eingreifen anderer Minister erforderte.

Spätere Bundeswirtschaftsminister wie Clement und Gabriel hatten verstanden welch geschrumpftes irrelevantes Haus sie übernahmen und ließen sich daher Superministerien zuschneiden. Clement war in Personalunion auch Arbeitsminister, Gabriel übernahm den Bereich Energiepolitik.

Aber es gab bedauerlicherweise auch unter Merkel Wirtschaftsminister von CDU und FDP, die entweder wie Brüderle, Guttenberg und Rösler völlig überfordert und verwirrt waren, oder noch schlimmer, wie Glos und Altmaier mit demonstrativen Unwillen das Sinnlosministerium einfach nur aussitzen wollte, weil sie nicht nur keine Ahnung hatten, sondern auch keine Lust.  (….)

(Der Abstieg der Wirtschaftsminister, 31.01.2019)

Altmaier, der phänotypische Wiedergänger von Martin Bangemann, ging dazu über, aktiv den Wirtschaftsstandort Deutschland und die Zukunftsfähigkeit zu ruinieren. Mit seiner doppelten Altmaier-Delle zerstörte er ab 2012 die Photovoltaik- und Windenergie-Branche in Deutschland.

Gas-Kathy, von 2009 bis 2013 Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, half begeistert dabei mit, Umwelt und Naturschutz zu Gunsten der fossilen Klimapest zu schleifen.

Als Bundeswirtschaftsministerin hob sich Reiche ab 2025 aber stets von ihren schläfrigen Vorgängern Bangemann, Haussmann, Möllemann, Rexrodt, Glos ab und zeigte von Anfang an, wie hellwach sie war: Von einem unbändigen Willen angetrieben, den Wirtschaftsstandort Deutschland ebenso nachhaltig zu zerstören, wie das Klima

Mit perfider Boshaftigkeit schwingt sie sich zur schlechtesten Wirtschaftsministerin aller Zeiten auf.

[….] Sorry, dass ich so schnell spreche, aber so viele Skandale in 9 Monaten ist auch ne Leistung.
Ist Katherina Reiche die schlechteste Wirtschaftsministerin ever?
Ergebnis:
• Gas statt Zukunft
• Netzpaket bremst Wind & Solar
• Investoren ziehen sich zurück
• Energiepreise bleiben hoch
• 81 Mrd. € fossile Importe – jedes Jahr
Gerichte fordern mehr Klimaschutz.
Das Ministerium liefert Ausbaustopp.
Inkompetenz – oder klare Strategie?
[…]

(Klartext mit Lilly)

Reiche hasst Deutschland offenbar, wie die Pest und wirft es ihren Gas-Nazgûl zum Fraß vor.


[….] Überlastete Stromnetze: Die Kapitulationserklärung der Katherina Reiche

[….] In der Systemtheorie gibt es das Konzept der »abrutschenden Ziele«: Man schafft es nicht, etwas zu erreichen, das man sich vorgenommen hat. Doch statt sich mehr anzustrengen, schraubt man das eigene Ziel herunter. [….] Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) lässt gerade ein Gesetz erarbeiten, das den Bau neuer Ökostromanlagen massiv erschweren würde. Ihr Hauptargument dafür ist, dass es im überlasteten Stromnetz kaum noch Anschlüsse für neue Anlagen gibt. [….] Man könnte sich auch bemühen, den Bau neuer Leitungen anzukurbeln, auch dann gäbe es mehr Anschlüsse. Oder man könnte die Anreize für kluge Kombi-Lösungen an bestehenden Anschlusspunkten erhöhen. Wind- und Solaranlagen erzeugen teils zu unterschiedlichen Zeiten Strom und könnten sich existierende Anschlüsse öfter teilen.

Doch Reiche geht einen anderen Weg. Sie will den Bau neuer Wind- und Solaranlagen verkomplizieren. Das ist absurd. Es schadet der Wirtschaft, es ist schlecht für das Klima und es sorgt dafür, dass Deutschland in Energiefragen unnötig lang erpressbar bleibt. [….]  Reiches Haus bemüht sich gerade nicht, den quälend langsamen Ausbau der Netze zu beschleunigen. Es will den Ausbau der erneuerbaren Energien bremsen. [….]

(Stefan Schultz, 11.02.2026)

Natürlich wünsche ich mir auch eine andere Wirtschaftsministerin.

Die Uckerwalder Nemesis der deutschen Zukunft darf ihre Destruktivität nicht weiter ausleben.

Das Problem ist allerdings der Kanzler und CDU Vorsitzende. Bei einer Demission Reiches obliegt es ihm, den oder die Nachfolger/in zu bestimmen. Besserung ist also nicht zu erwarten bei dem rechtsradikal-bornierten Sauerländer Sabbelkopp. Das wissen inzwischen sogar seine Fans in der CDU-Fraktion.

[….] Spricht man in diesen Wochen mit Fraktionsmitgliedern über die Regierung, dann klingt das Urteil häufig vernichtend. Das Kanzleramt, so eine verbreitete Klage, funktioniere nicht, Kanzleramtschef Thorsten Frei sei am falschen Platz. Die Zusammenarbeit mit der Fraktion funktioniere ebenfalls nicht, Fraktionschef Jens Spahn sei nicht zu trauen. Generalsekretär Linnemann bleibe blass. Das Kabinett, das Merz nicht mit Charismatikern besetzt hat, sondern mit Arbeitern, sei kaum wahrnehmbar und arbeite nicht gut. Das alles, wohlgemerkt, kommt aus der CDU selbst.

Und selbst wenn es der Parteispitze gelingen sollte, den Parteitag in Stuttgart doch noch einigermaßen harmonisch zu orchestrieren, heftige Debatten und radikale Beschlüsse zu vermeiden: In der Partei dürfte es auch danach unruhig bleiben. Womöglich sogar unruhiger werden.

In der Mittelstandsunion gibt es Menschen, die den Sozialstaat gern noch härter schleifen würden, als in ihrem Antrag gefordert. Es gibt maßgebliche Menschen in der Union, die ihre Partei durchaus zur internationalen Speerspitze der Anti-Klimaschutz-Allianz machen würden, auch nachdem die Parteiführung den Antrag zum Ende der Klimaneutralität abgewehrt hat. Und es gibt einige, die mehr oder weniger offen fragen, wie man die Stärke der AfD nutzen könnte, um die reine Lehre der CDU besser umzusetzen. [….]

(SPON, 05.02.2026, aus DER SPIEGEL 7/2026)

So wie sich Reiche in einer Rekordzeit zur schlechtesten Wirtschaftsministerin aller Zeiten gemausert hat, steht Fritze Merz schon jetzt eindeutig als schlechtester Kanzler seit 1949 fest.

Dienstag, 10. Februar 2026

Kieler Kirchen Krawall

Die Heuchelei der Kirchen ist mir selbstverständlich seit Jahrzehnten wohl vertraut, erstaunt mich aber dennoch immer wieder auf’s Neue.

Sie inszenieren sich als göttlich, supranational und fühlen sich dem gemeinen Volk moralisch derartig überlegen, daß normale Gesetze für sie keine Geltung haben.

Kündigungsschutz? Streikrecht? Arbeitsrecht? Diskriminierungsverbot?

Pah, das soll alles nicht für kirchliche Firmen gelten. Sie dürfen, Lesben, Juden, Geschiedene, Konfessionslose feuern, oder sie gar nicht erst zu Vorstellungsgesprächen zulassen. Das kirchliche Arbeitsrecht steht ihnen feudales Arbeitgeberverhalten zu.

Und wenn ihre Geistlichen Kinder quälen, misshandeln, demütigen und vergewaltigen, geht das schon in Ordnung. Der Staatsanwaltschaft oder Polizei wird es nicht gemeldet. Schon allein, weil nicht sichergestellt sein könne, daß Staatsanwälte den Sexualstraftätern gegenüber wohlwollend eingestellt sind. Am Ende ergreifen die noch Partei für die Opfer, statt weiter auf den sexuell missbrauchten Kindern rumzutrampeln, wie es in der eigenen Kirchengerichtsbarkeit geschieht.

(….) Wie immer wenn ein deutscher Kardinal stirbt, stehen von links bis rechts alle Toppolitiker zusammen und überschütten den Dahingeschiedenen mit Lob. Daß die Hardcore-Katholikin Nahles den Kardinal aus ihrem Heimatbundesland verehrt und lobpreist ist wenig überraschend.

Als Sozialdemokrat höre ich das dennoch nicht gern. Klar, verglichen mit Mixa oder Overbeck war der ABBA-Fan Lehmann relativ sympathisch. Misst man ihn aber an objektiven rechtlichen und moralischen Maßstäben, ist er auch nur ein homophober, misogyner K1nderfick€rförderer. Priester, die in seinem Bistum kleine Jungs vergewaltigt hatten, wollte er lieber weiter Kinder ficken lassen als sie der Staatsanwaltschaft zu übergeben, weil Lehmann befürchtete die staatlichen Stellen könnten sich auf die Seite der Opfer, statt auf die Seite der Täter stellen. Als der ehemalige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Karl Kardinal Lehmann einmal gefragt wurde, warum denn vor 2010 so viele Bischöfe, die Kenntnis von kind€rfi<kende Kaplanen hatten, nicht zur Staatsanwaltschaft gegangen wären, antwortete der Kirchenfürst ganz jovial, daß nicht alle Staatsanwaltschaften den Kirchen freundlich genug gesonnen wären. 

Seit wann dürfen eigentlich Kriminelle sich ihre Ankläger aussuchen, bzw entscheiden gar nicht erst zur Rechenschaft gezogen zu werden, weil der Richter nicht lieb genug ist?

Im Jahr 2007, also fünf Jahre nach den päpstlichen Leitlinien zum Kindesmissbrauch, die vorsahen pädophil übergriffige Priester zu melden, hatte der Mainzer Kardinal erklärt, wieso er sich nicht daran halten müsse – die Staatsanwaltschaften gefielen dem Herren im roten Kleid nicht.

O-Ton Karl Kardinal Lehmann:

„Die Staatsanwaltschaften in verschiedenen Städten sind auch recht verschieden. Soweit her mit der Objektivität allein ist es dann auch wieder nicht.“

Täterschutz kommt vor Opferhilfe. Das ist der Kern der Religionen: Wir sind besser als die und dürfen das, was die noch lange nicht dürfen. Im klaren Widerspruch zur Verfassung kassieren die Kirchen ab.

 (Das ist dreist, 15.08.2013)

Andrea Nahles ist da ebenfalls auf der Seite der Bischöfe. Sie bejubelte auch den obersten Kind€rfi(kervertuscher Ratzinger im Bundestag. Ein paar Myriaden sexuell missbrauchte und verprügelte Kinder sind ihr ganz offensichtlich viel weniger wichtig als der Machterhalt der Multimilliarden-Organisation RKK.

In all den Dekaden als Kirchenfürst förderte Lehmann Priester, die Kinder brutal misshandelten.

Der langjährige Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz Karl Kardinal Lehmann hat es offenbar vorgemacht, indem er gar aus dem Ausland Pädophile in sein Bistum holte und sie im Schnellverfahren zu Priestern machte.
Im Mai 1992 war im Schweizerischen Polizeianzeiger ein Haftbefehl der Kantonspolizei Freiburg gegen einen kinderbefummelnden Mann ergangen. Zeugen haben von "Griffen an die Genitalien" berichtet. An dem Freiburger Gymnasium, wo er als Deutschlehrer tätig war, hatten betroffene Schüler in großen Lettern "Orat et masturbat" und "Master of masturbation" auf die Fassade geschrieben.
DIESEN Mann, der nach Informationen des SPIEGEL in der Schweiz wegen des Verdachts auf "Unzucht mit Kindern" zur Fahndung ausgeschrieben war, bat Kardinal Lehmann nach Mainz wo er einen 12-Monatigen Schnellkurs im Priesterseminar belegte.
Nach dem was man inzwischen über Vorgänge in Priesterseminaren weiß – St. Pölten läßt grüßen – ist es nicht verwunderlich, wie schnell sich der Kind€rf!cker unter Katholiken wohlfühlte.
Im Oktober 1992 wurde er Diakon und dann 1993 vom Kardinal persönlich zum Priester geweiht.

(Tammox 20.04.2008) (….)

(Der Schmerzensmann und die SPD-Katholibanin, 11.03.2018)

Ihre moralische Überlegenheit leiten die Kirchisten von einem imaginären Skydaddy ab, dessen Existenz sie allerdings in 2.000 Jahren nie nachweisen konnten, während seine Nichtexistenz längst bewiesen ist: Das ist Theodizee.

Das Christentum ist ein Herrschaftsinstrument, welches dazu dient, die Massen zu disziplinieren und der Klerikerkaste die Taschen zu füllen. Dazu bedient sich die größte transnationale Pädosex-Organisation der Erde einem Jenseits-Versprechen, welches sie nie einlösen muss. Die Kirchen entscheiden, wer Christ ist und dadurch ewig leben darf. Dementsprechend fungiert die Exkommunikation als schwerste Strafe, weil sie die Menschen zu ewiger Höllenqual verurteilt.

Einst sprachen die Kirchenfürsten dafür noch ein „Pfui! Pfui! Pfui!“ aus. 

(….) Absolut großartig, wie die katholische Kirche einst half, den expressionistischen Maler Max Ernst (1891-1976) weltberühmt zu machen.

Nachdem ihn die Nazis als „entartet“ brandmarkten, übernahm nach dem Krieg nahtlos die katholische Kirche seine Verdammung.

Insbesondere das Gemälde Rückkehr der schönen Gärtnerin brachte sie in Wallung. Hitler hatte das Original zerstören lassen, aber Ernst malte es in den 1960ern neu.

Bekanntlich sah die RKK bis heute nie einen Grund den Katholiken Adolf Hitler zu exkommunizieren.

Bei Ernst legten sie andere Maßstäbe an.

Sein Gemälde "Die Jungfrau Maria verhaut den Menschensohn vor drei Zeugen: André Breton, Paul Eluard und dem Maler des Bildes" von 1926 verziehen sie ihm auch 40 Jahre später nicht. 

 [….] ERNST: Ja, und ich bin dann in Köln exkommuniziert worden

SPIEGEL: Nachdem Ihr Vater Sie verflucht hatte.

ERNST: Der hatte mich sowieso schon mehrmals verflucht. Aber dann war eine Katholikenversammlung im Gürzenich in Köln, und da hat ein Repräsentant des Erzbischofs eine Rede über diesen Sittenverfall gehalten und am Ende erklärt: "Der Maler Max Ernst ist aus der Kirche ausgeschlossen, und ich rufe die Versammlung auf zu einem dreimaligen "Pfui." Da haben die dreimal pfui gerufen, und damit war ich aus der Kirche ausgeschlossen. [Das Gute an der Kirche ist, daß sie so gar nicht lächerlich wirkt – T.] Das hatte noch ein Gutes: Meine jüdische Frau in Köln -- die Scheidung kam kurz hinterher -- beklagte sich andauernd, daß sie für mich noch Kirchensteuer bezahlen mußte, und drängte mich, aus der Kirche auszutreten. Nun kam das ganz von selbst, [….]

(SPIEGEL, 23.02.1970

Den Bischof kennt heute keiner mehr. Ernst ist immer noch ein Superstar. (….)

(Gute Konservative, 26.09.2018)

In Wahrheit hängt die Exkommunikation von der Zahlungsmoral der Schäfchen ab.

Ablass, Reliquienhandeln, Kirchensteuer – man muss die Bischöfe reich machen, um in den Himmel zu kommen. Das ist der eigentliche und sehr pekuniäre Kern des Christentums. In Deutschland treibt der Staat als Inkassounternehmen der Hitler-Konkordatskirchen deren Mitgliedsbeiträge ein und vollführt automatisch in einem simplen Verwaltungsakt beim Ortsamt (gegen eine Bearbeitungsgebühr von 20-40 Euro) de facto die Exkommunikation. Das Wohl der Menschen, deren kostbare Seele, interessiert keinen Geistlichen. Die kümmern sich gar nicht erst darum und bleiben dem Kirchenaustritt fern. Wer nicht mehr zahlen will, kommt in die Hölle. Das kann die Sachbearbeiterin im Landratsamt erledigen. Dafür muss nicht erst ein Vikar von den Messdienerchen weggeholt werden.

Kirchliche Moral, das ewige Leben, die ewige Seele, sachgerecht reduziert auf ein Formular und 20 Euro.

Aber ausgerechnet dieser Kirche, mit diesem erbärmlich-raffgierigen Menschenbild, welches die Entscheidung über ewige Höllenqual nicht einmal der Mühe eines Gesprächs unterzieht und alles an den Staat delegiert, passt es nicht, wenn dieser Akt online erledigt werden kann. So hatte es Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt vorgesehen.

Für 20 Euro im Standesamt nach dem

Gesetz über den Austritt aus Religionsgemeinschaften des öffentlichen Rechts in Schleswig-Holstein (Kirchenaustrittsgesetz - KiAustrG) vom 8. Dezember 1977.

Das ist passend um über das ewige Leben zu befinden.
Daran störte sich keine Kirche über die letzten 50 Jahre. Aber Online? Pfui! Pfui! Pfui!

[…..] Ein Versuch der Stadt Kiel, Bürokratieabbau plastisch darzustellen, ist gründlich schiefgegangen. In einem Instagram-Video warb die Stadtverwaltung dafür, Termine beim Standesamt per Online-Videosprechstunde zu erledigen, statt persönlich aufs Amt zu kommen – als Beispiel hatte sie sich aber ausgerechnet Kirchenaustritte ausgesucht. Nach heftiger Kritik der Kirchen hat die Stadt das Video gelöscht.

»Es ist sehr befremdlich, dass eine Verwaltung öffentlich den Kirchenaustritt bewirbt«, sagte die Leiterin des katholischen Büros Schleswig-Holstein im Erzbistum Hamburg, Beate Bäumer, den »Kieler Nachrichten«. Auch die Protestanten zeigten sich wenig erfreut. Ein Austritt aus der Kirche sei »kein neutraler Vorgang wie eine Ummeldung oder ein neuer Personalausweis, sondern berührt sehr persönliche Fragen von Glauben, Zugehörigkeit und Lebensgeschichte«, sagte der Landeskirchliche Beauftragte der Nordkirche beim Land, Pastor Wilko Teifke, dem Blatt. […..] Inzwischen ist das Video bei Instagram wieder verschwunden. Es sei gelöscht worden, »um weitere Irritationen zu vermeiden«, sagte eine Sprecherin der Stadt der »Bild«-Zeitung. […..]  Laut den »Kieler Nachrichten« hat das Standesamt in Kiel pro Jahr mit 4000 Kirchenaustritten zu tun, die Anmeldung ist weiterhin möglich. Auch andere Verwaltungsdienstleistungen stehen bereits online zur Verfügung. […..]

(SPON, 09.02.2026)

Montag, 9. Februar 2026

Gallina-Chaos

Nun bin ich schon das dritte Jahr Schöffe.

Ein wichtiges Ehrenamt, von dem ich nach wie vor überzeugt bin. Schon allein aus dem Grunde, weil rechtsextreme Parteien ihre Anhänger dazu aufrufen, sich als Schöffen zu bewerben, um die deutsche Justiz zu beeinflussen.

(….) Das ist nur der alltägliche Wahnsinn an einem kleinen Amtsgericht, an dem wir uns mit den kleinen Fischen beschäftigen. Ich sitze dabei noch an einem vergleichsweise gut ausgestatteten Gericht; wir arbeiten tatsächlich alte Fälle auf, bevor sie verjähren.

An den anderen Gerichten der Stadt sieht es übler aus.

[…] In Hamburg wachsen die Aktenberge bei Polizei und Justiz weiter an. Die Zahl der offenen Ermittlungsverfahren stieg innerhalb eines Jahres um fast 70 Prozent. […] Zum Stichtag 1. Dezember waren knapp 77.000 Ermittlungsverfahren bei der Hamburger Staatsanwaltschaft anhängig. Das sind rund 31.000 mehr als noch ein Jahr zuvor.  Die Dauer der Verfahren sind demnach lang: Am Stichtag dauerten rund 1.700 Verfahren mehr als sechs Monate. Knapp 700 lagen bei 12 Monaten und 228 Verfahren dauerten länger als zwei Jahre. [….]

(NDR, 16.12.2025)

Strafen sollen nicht nur für Gerechtigkeit sorgen, sondern auch einen abschreckenden und pädagogischen Effekt haben. Davon bleibt aber kaum etwas übrig, wenn Delinquenten vor allem die Erfahrung machen, daß nach einer Verhaftung Jahrelang erst mal gar nichts passiert.
Ich habe schon Fälle verhandelt, in denen der Angeklagte seit der Anklage noch fünf Mal verhaftet und fünf Mal frei gelassen wurde und selbst den Überblick darüber verloren hatte, worum es in dem gegenwärtigen Verfahren geht.

Aber, das sei noch einmal betont, sind die kleinen Fische.

Das Drama der deutschen Justiz und ihrer völlig aberwitzigen Unterfinanzierung, die in allen Bundesländern virulent ist, bezieht sich bedauerlicherweise auch auf die wirklich bösen Buben.

[…] Berlin. Berlin. Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg – landauf, landab erreicht die Zahl der offenen Ermittlungsverfahren bei den Staatsanwaltschaften neue Rekorde. Die personellen Engpässe in der Justiz spitzen sich zu.

So schieben die Ermittlungsbehörden bundesweit fast eine Million offene Fälle vor sich her, wie eine neue Umfrage der Deutschen Richterzeitung in den Ländern ergeben hat (Js-Verfahren, Stand 30.06.2025). Das sind fast 250.000 unerledigte Akten mehr als noch Ende 2021. Nie war der Stau offener Fälle länger als heute. Entspannung ist nicht in Sicht, denn auch die Neueingänge bei den Strafverfolgern bleiben auf Rekordniveau. Sie haben 2024 abermals die Marke von 5,5 Millionen erreicht. Für die ersten sechs Monate dieses Jahres geben die Strafverfolgungsbehörden bereits mehr als 2,7 Millionen neue Verfahren an.

Besonders dramatisch ist die Entwicklung in Hamburg, wo sich die Zahl der offenen Verfahren seit 2021 fast verdreifacht hat. Die dortigen Ermittler müssen einen Anstieg um 181 Prozent von 22.900 Fällen zum Jahresende 2021 auf 64.404 zur Jahresmitte 2025 bewältigen. „Die Kolleginnen und Kollegen bei der Staatsanwaltschaft Hamburg arbeiten am Rande der Belastungsgrenze und oft genug auch darüber hinaus, weil es nicht genug qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber für alle offenen Stellen gibt und immer wieder Kolleginnen und Kollegen wegen der Arbeitsbedingungen vorzeitig die Staatsanwaltschaft verlassen“, so der Hamburgische Richterverein. An der Grenze des Leistbaren arbeiten auch die Staatsanwälte in Schleswig-Holstein. Verzeichneten die Ermittler dort zum Jahresende 2021 noch 28.089 unerledigte Fälle, melden sie zum Halbjahr 2025 33.307.

Die bundesweit höchste Zahl offener Verfahren zum Stichtag 30. Juni 2025 gibt Nordrhein-Westfalen mit knapp 267.000 Fällen an, ein Zuwachs von rund 40 Prozent im Vergleich zum Jahresende 2021. Der DRB-Landesverband spricht von 460 fehlenden Staatsanwälten. Diese Lücke würde sich massiv auswirken, sagte der Landesvorsitzende Gerd Hamme in den Medien und bezifferte die Überlastungsquote der Staatsanwälte in seinem Bundesland auf 141 Prozent.  […]

(Deutscher Richterbund, 12.09.2025)

In Hamburg wird aktiv mit Recruitern und attraktiven Bedingungen nach Mitarbeitern bei der Justiz gesucht. Die Lage ist in diesem reichen Bundesland deswegen so schlimm, weil Hamburg im Gegensatz zu anderen Bundesländern, tatsächlich in der Justiz digitalisiert und bei der Umstellung viel Zeit der Mitarbeiter aufgewendet wird.

Der eigentliche Wahnsinn ist ein Politischer: Bundesländer sparen bei Steuerfahndern und Staatsanwälten, obwohl sie durch Mehrausgaben bei den Personalkosten, ein Vielfaches einnehmen könnten.

[…] Zu wenig Staatsanwälte, zu viele offene Verfahren: Der Deutsche Richterbund beklagt den mangelnden Einsatz der Bundesländer gegen Geldwäsche. Jährlich werde in Deutschland die Herkunft von rund 100 Milliarden Euro verschleiert.

Der Deutsche Richterbund wirft den Bundesländern vor, der organisierten Kriminalität das Geschäft zu erleichtern. […]

(Tagesschau, 26.12.2025)(….)

(Völlig irrsinnige Zahlen, 26.12.2025)

Als Schöffe werden mir am Jahresanfang 12 Prozesstermine genannt; jeden Monat einer, an dem ich zur Verfügung stehen muss. Bei komplizierteren Fällen, kommt es natürlich zu weiteren Verhandlungstagen (Block!), aber das betrifft eher die Landgerichte und noch höhere Instanzen. Meine Fälle sind eine Nummer kleiner und können oft an einem Verhandlungstag zu einem Urteil kommen.

Zwei Jahre plus Januar: Das sind also 25 Prozesse, für die ich  bisher zur Verfügung stehen musste.

Tatsächlich saß ich nur viermal auf der Richterbank. 21 Prozess-Tage sind ausgefallen. Schöffen kann man genügend ernennen; die Richterstellen sind ebenfalls weitgehend alle besetzt. Schlechter sieht es bei den Staatsanwaltschaften und vor allem den weiteren Sachbearbeitern aus.

Das Hamburger Justiz-System kollabiert gerade vor unseren Augen. Ein gefundenen Fressen für die CDU und das traditionell sehr CDU-freundliche und Rot-/Grün-verachtende „Hamburger Abendblatt“, welches gewohnt tendenziös berichtet:

[…..] Die Arbeitsbelastung der Hamburger Staatsanwaltschaft nimmt immer bedrohlichere Ausmaße an. Seit Ende 2024 stieg die Zahl der unerledigten Verfahren geradezu sprunghaft von 47.953 auf 76.637 Fälle (Ende 2025) an, wie das Abendblatt kürzlich berichtete. Das bedeutet ein Plus von knapp 60 Prozent im Laufe von zwölf Monaten. Das Risiko für Straftäter, vor Gericht zu landen, sinke aber seit Jahren, mahnte die CDU: Es gebe immer weniger Anklagen.

Jetzt schlägt auch der Hamburgische Richterverein Alarm – nicht zum ersten Mal, aber nun mit einer dramatischen Warnung: „Diese Entwicklungen gefährden auf Dauer die Funktionsfähigkeit unserer Justiz“, beklagt der Zusammenschluss der Hamburger Berufsrichterinnen und Berufsrichter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte. „Und damit steht letztlich die Gewährleistung des Rechtsstaats selbst auf dem Spiel.“ […..] Der Richterverein gesteht zu, dass die […..]  vom Senat zur Begründung angeführten Gründe – nämlich eben die Steigerung von Neueingängen sowie die vorübergehende Belastungssituation beim Umstieg auf die elektronische Aktenführung – zutreffen mögen. Allerdings lasse die kontinuierliche Steigerung der offenen Verfahren von 39.088 (2023) über 47.185 (Stand: 30.9.2024) auf nunmehr 76.637 (Stand: 31.12.2025) auf Probleme schließen, die außerhalb der aktuellen Eingangssteigerungen und Systemumstellungen liegen, so die Richter und Staatsanwälte.  Bereits 2024 habe die Justizbehörde angekündigt, zu ermitteln, wie diese Situation zustande gekommen sei. Für den Hamburgischen Richterverein zeugte diese Ankündigung schon damals von Hilflosigkeit; die Zahl der offenen Ermittlungsverfahren werde sich so nicht verringern lassen, hatte er seinerzeit erklärt. „Die Richtigkeit dieser Einschätzung ist durch die nunmehr bekannt gewordenen Zahlen eindrucksvoll bestätigt worden“, heißt es jetzt. […..] […..]

(HHAbla, Insa Gall, 10.02.2026)

Das Abendblatt war schon 2001 der wesentliche Treiber, um den rechtspopulistischen, exhibitionistischen, sexistischen Kokser Schill ins Bürgermeisteramt zu schreiben. Dem muss man sich entgegenstellen.

Allerdings war die skandalumwobene Skandal-Senatorin Gallina von Anfang an eine katastrophale Fehlbesetzung.

Wann ziehen die Grünen endlich die Reißleine, bevor Gallina den ganzen Senat ins Wanken bringt?

(….) Der drastischste Fall von Senatoren-Unfähigkeit ist sicherlich Anna Gallina; jene Jura-Laiin, gegen die schon zwei staatsanwaltliche Ermittlungsverfahren liefen (eins davon eingestellt), die aber dennoch ausgerechnet Justizsenatorin wurde. Die Grünen wagten es nicht, ihr diesen Wunsch abzuschlagen, da sie von 2015 bis 2021 Vorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Hamburg und somit die mächtigste Grüne war.

Das noch laufende Ermittlungsverfahren richtet sich in erster Linie gegen Gallinas Ex-Freund und Vater ihres Kindes, Michael Osterburg, der während seiner Partnerschaft mit der Grünen-Chefin als Fraktionsvorsitzender der Grünen Bezirksfraktion in Hamburg Mitte 68.000 Euro veruntreut hatte und die privaten Hummer-Sausen des Paares mit Fraktionsgeldern bezahlte. Die nahezu wöchentlichen neuen Gallina-Skandälchen werden von den Grünen devot und still akzeptiert.

[…..]  Erst Flüchtlinge retten, dann Hummer schlemmen?   […..]  Bewirtungsanlass Flüchtlingsrettung - wird ein luxuriöses Hummer-Dinner auf Malta Hamburgs Justizsenatorin Anna Gallina (Grüne) zum Verhängnis? Die Hamburger Staatsanwaltschaft ist bei ihren Spesen-Ermittlungen gegen den Ex-Lebensgefährten der Senatorin auf Belege gestoßen, die Gallina weiter in Bedrängnis bringen können. […..]  Michael Osterburg, ehemaliger Fraktionschef der Grünen in Mitte, soll Gelder in Höhe von 67.900 Euro veruntreut haben. Inzwischen ist die Zahl der Belege, die die Staatsanwaltschaft überprüft, auf rund 4000 gestiegen. Darunter ist auch die Quittung für einen Strauß mit 40 roten Rosen, die Osterburg im Juni 2016 zwei Tage vor Gallinas 40. Geburtstag gekauft hat – und den er sich mutmaßlich von der Bezirksfraktion, also aus Steuergeldern, erstatten ließ. […..]   Besonders dreist […..]  wäre die Abrechnung eines noblen Hummer-Essens im Wert von 250 Euro im Mai 2017 auf Malta. Damals war Gallina Hamburger Grünen-Chefin und nahm an einer Rettungsmission der Sea-Eye auf dem Mittelmeer teil. Im Hafen von Malta ging sie an Bord. Nach MOPO-Informationen stellt der obligatorische Bewirtungsanlass auf dem Luxus-Beleg tatsächlich einen Bezug zum Thema Flüchtlingsrettung her. […..] 

(MoPo, 09.12.20)

Die Grüne Bürgermeisterin und größtes CDU-Fan-Girl findet es OK.

[…..] Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin, äußert sich mit einer Solidaritätsadresse für die Parteifreundin und Mit-Senatorin: „Mir ist wichtig klarzustellen: Das Ermittlungsverfahren gegen Michael Osterburg ist kein Ermittlungsverfahren gegen Anna Gallina.“ […..]

(MoPo, 09.12.20)

Im Lichte der neuesten Gallina-Affäre um ihre Stadträtin Günther, wird aber das andere Ermittlungsverfahren interessanter, weil es auf ein Muster hinweist.   Die Grüne Gallina ist offensichtlich nicht nur fachlich völlig inkompetent, sondern auf der persönlich-menschlichen Ebene derartig unangenehm, daß niemand es aushält, mit ihr zusammen zu arbeiten. Sie greift zu perfiden Mitteln weit unterhalb der Gürtellinie.  Nach der Bezirksversammlungswahl im Mai 2019 war die Grüne Fraktion in Hamburg-Mitte sehr stark geworden, wollte aber nicht mehr Gallinas Mann Michael Osterburg zum Fraktionsvorsitzenden wählen. In maximal undemokratischer Weise übte die Landeschefin nun Druck auf die neuen Abgeordneten aus, um ihrem Osterburg zu wählen. Als zwei von ihnen sich immer noch weigerten, nutzte Gallina deren migrantische Nachnahmen aus, um ihnen Islamismus zu unterstellen.

Ein so ungeheuerliches Vorgehen der Grünen Landes-Chefin, daß sich vier weitere Grüne Abgeordnete mit den beiden Angegriffenen solidarisierten. Die sechs Grüne-II Parlamentarier waren so entsetzt von ihrer eigenen Partei, daß sie geschlossen aus den Grünen austraten. Aber damit nicht genug; die sechs Ehemaligen behalten ihre Sitze und treten geschlossen in die SPD ein. (….)

(Grüner Sumpf, 04.11.2021

Die gesamte Hamburger Justiz lahm zu legen ist keine Petitesse. Die Grünen müssen endlich den Weg frei machen, um die Justizbehörde wieder kompetent führen zu lassen.

[….] Seit Jahren wird es schwieriger, Bewerberinnen und Bewerber für eine Tätigkeit bei der Staatsanwaltschaft zu gewinnen. Nicht oder erst verspätet nachbesetzte Stellen erhöhen die Arbeitslast der verbliebenen Staatsanwältinnen und Staatsanwälte, was zu einem erhöhten Krankenstand, Kündigungen und vorzeitigen Pensionierungen führt, also letztlich zu noch mehr offenen Stellen.

Daneben ist die Besoldung aus Sicht des Hamburgischen Richtervereins seit Jahren verfassungswidrig zu niedrig. Für die Steigerung der Attraktivität des Berufs der Staatsanwältin und des Staatsanwalts gegenüber den dringend benötigten überdurchschnittlich qualifizierten Bewerberinnen und Bewerber ist eine auch mit Blick auf andere juristische Tätigkeiten wettbewerbsfähige Besoldung notwendig. Ein politischer Wille dazu ist derzeit aber nicht erkennbar.

Hinzu kommt, dass die aufwändige Pilotierung zur Einführung der eAkte enorme Ressourcen in den mittlerweile drei Scanstellen der Staatsanwaltschaft unter Mitwirkung vieler Servicekräfte bindet. Die priorisierte Bearbeitung vorrangiger Haftsachen bedeutet die gleichzeitige Zurückstellung von Tausenden anderer in Papierform zugelieferter Verfahren, insbesondere in der Amtsanwaltschaft und in den Jugendabteilungen, da die Polizei diese Akten bislang nicht elektronisch zuliefert. […..]

(Hamburger Richterverein, 11.06.2025)