Donnerstag, 18. Juni 2026

Brandmauer abgebrannt.

Die CDUCSU erreicht einen neuen außenpolitischen Tiefpunkt.

Wer bei Youtube  „Send them back EU“ in das Suchfenster eingibt, bekommt haufenweise rechtsradikale Accounts präsentiert – von der AfD, FPÖ oder beispielsweise der Reform UK – die grölend jubelnde Nazis und Konservative zusammen feiern sieht.


Europas Rechtsradikale im Glück, weil sie die EVP unter dem Vorsitz des CSU-Mannes Manfred Webers vollständig auf Faschismus-Linie brachten.

[….] Die #CDU/CSU machen mit den Rechtsextremisten im #EU-Parlament erneut gemeinsame Sache und stimmen für so genannte „Return Hubs“. Das ist ein beschönigender Begriff für „Konzentrationslager“ in Drittstaaten, in denen Menschen eingepfercht werden und in denen Asyl- und #Menschenrechte nicht überprüfbar sind. - Ein schwarzer Tag für #Europa. Und ein weiterer Kipppunkt für die CDU/#CSU  [….]

(Marc Raschke, 17.06.2026)

Alle Schwüre, die der Kanzler und CDU-Parteivorsitzende zur Abgrenzung zu den Nazis leistete, sind nun endgültig Makulatur. Friedrich Brüning lügt und reicht den Faschisten die Hand. Mit dem seit 100 Jahren bekannten Ergebnis: Schrumpfung der Konservativen, Salonfähigkeit der menschenrechtswidrigen Themen, immer stärker werdende Nazis, Bröckeln der Demokratie.

[…] Auf der Dachterrasse des EU-Parlaments in Straßburg sollen Sicherheitsbeamte am Mittwoch eine Feier zur neuen EU-Abschiebepolitik von AfD-Vertretern und anderen extrem rechten Abgeordneten beendet haben. Wie es aus dem Parlament heißt, habe der Sicherheitsdienst des Parlaments offenbar wegen der Lautstärke die Zusammenkunft aufgesucht, dann sei die Feier »schnell zu Ende« gewesen. Linke Politiker sprechen von einer »Abschiebeparty« der Rechtsextremen. […] Am Donnerstag gab es im Plenum im Zusammenhang mit der Feier am Vorabend eine Beschwerde. Ein Abgeordneter beklagte den hohen Alkoholkonsum extrem rechter Parlamentarier in der Plenarwoche. […] »Dass Rechte ihren Rassismus mit Alkohol auf der Dachterrasse des EP feiern, ist einfach nur eklig«, sagte Linksfraktionschef Martin Schirdewan dem SPIEGEL. Bei dieser Ansammlung von »Menschenrechtsfeinden darf die AfD natürlich nicht fehlen und zecht fröhlich mit ihren Kumpels mit«. Durch solche Ereignisse »wird die Würde des Parlaments massiv beschädigt, und deshalb fordere ich die Parlamentspräsidentin Metsola auf, solche rassistischen Events in Zukunft konsequent zu unterbinden«.

»Hinter dem Slogan ›Send them back‹ steckt eine rassistische Ideologie«, sagte der Grünenabgeordnete Erik Marquardt. »Es ist widerwärtig zu feiern, dass bald minderjährige Migranten ins Gefängnis gesteckt werden können.« Parlamentspräsidentin Metsola sollte »solche Veranstaltungen umgehend unterbinden«.[…]

(Timo Lehmann, 18.06.2026)

In der Innenpolitik war es schon länger offensichtlich. Nun aber zeigen die CDU-Politiker Merz und Wadephul auch außenpolitisch völlig ungeniert den Schulterschluss mit Faschisten.

Während sich Angela Merkel heute demonstrativ mit dem Demokraten Barack Obama trifft, unterwirft sich Merz willig dem Demokratiezerstörer Trump.

Die Merz-CDU kennt weder Scham noch Berührungsängste.

[…] Und plötzlich klang es im Hohen Haus der Europäischen Union wie auf einer Demonstration von Rechtsextremisten: »Send them back! Send them back!« wurde am Mittwoch gerufen, mitten im Sitzungssaal des EU-Parlaments. […] Wenige Sekunden zuvor hatten die Konservativen im Europarlament, zu denen auch CDU und CSU gehören, gemeinsam mit Rechten, Liberalen und anderen Abgeordneten die schärfsten Abschieberegeln  in der Geschichte der EU beschlossen. […] Die rechtsextreme ESN-Fraktion, in der die AfD die größte Gruppe ist, hatte den Änderungen zugestimmt – und erhob sich jubelnd von ihren Plätzen. Die AfD-Abgeordneten Arno Bausemer, Alexander Jungbluth, Irmhild Boßdorf und Siegbert Droese skandierten mit. […]  Sicher, sie durften im Vorfeld die Neuregelungen mit beraten, auch das war schon eine Grenzüberschreitung seitens der Konservativen, aber entscheidend waren die Rechtsextremisten bei dieser Entscheidung auf europäischer Ebene nicht.

Sie feierten dennoch. Denn sie feierten die Inhalte. Und darüber sollten, ja müssen sich die Konservativen, die immer wieder betonen, dass sie mit der völkischen, rassistischen und menschenverachtenden AfD aus Deutschland nichts zu tun haben wollen, Gedanken machen.

Gibt es ein Hadern, ein Nachdenken, wenn Rechtsextremisten die neue Richtlinie feiern, als hätten sie ihr eigenes Programm umgesetzt? Und wenn sie die Würde des hohen Hauses so beschädigen?

Bei CDU und CSU ist bislang nichts dazu zu hören. […] Doch während die CDU und CSU die Migrationspolitik auf Bundes- und auf europäischer Ebene massiv verschärfen, ist die AfD so erfolgreich wie nie zuvor, könnte ab Herbst das erste Mal auf Länderebene regieren.

Verwunderlich ist das nicht. Die Politik der Union hat die AfD zuletzt normalisiert. Denn sie hat, wenn auch ungewollt, das fatale Signal an ihre Wählerschaft gesendet, dass die AfD recht haben könnte – ausgerechnet bei ihrem Hauptthema Migration.

Dabei sollte man meinen, dass auch bei der Union inzwischen angekommen ist, dass ihr Plan, die AfD zu halbieren oder zumindest einzuhegen, indem sie besonders harte Migrationspolitik macht, nicht aufgeht. […]

(Ann-Katrin Müller, 18.06.2026)

Die stolze Demonstration von Gemeinsamkeiten mit den Nazis häuft sich bei CDUCSU-Toppolitikern gerade auffällig.

[…] CDU-Europaabgeordnete fordern zusammen mit der AfD die EU-Kommission auf, den Gewässerschutz zurückzufahren. Lob gibt's von der Pharmalobby. […] Konservative, Rechte und extrem Rechte im EU-Parlament haben die EU-Kommission aufgefordert, eine ambitionierte Wasserschutzregel abzuschwächen. Mit der sogenannten Kommunalbwasserrichtlinie, abgekürzt als „Karl“ bekannt, sollen sogenannte Mikroschadstoffe aus dem Abwasser geholt werden, darunter auch Ewigkeitschemikalien (PFAS).

Im Kern geht es bei Karl darum, dass Pharma- und Kosmetikkonzerne die Verbesserung von Kläranlagen mitbezahlen sollen, „Herstellerverantwortung“ genannt. Denn Karl verpflichtet Klärwerke, die das Abwasser von mehr als 150.000 Menschen säubern, zu einer neuen, vierten Reinigungsstufe, die Mikroschadstoffe und PFAS aus dem Wasser filtern soll. […] Das EU-Parlament hat sich nun dafür ausgesprochen, die Herstellerverantwortung so lange auszusetzen, bis die Auswirkungen der Richtlinie „umfassend überprüft“ sind. Dafür stimmte ein großer Teil der konservativen EVP inklusive der Unionsabgeordneten sowie die drei Fraktionen rechts der EVP, darunter auch die meisten AfD-Abgeordneten im EU-Parlament. Gegen die Aufweichung von Karl stimmten vor allem Sozialdemokrat*innen, Grüne und Linke. […] Ohne die Herstellerverantwortung „landet die Rechnung allein bei Kommunen, Verbrauchern und dem Mittelstand“, warnt Karsten Specht vom VKU. […] (Jonas Waack, 18.06.2026)

Der CDU-Außenminister imitiert ebenfalls deutlich sichtbar nationalistische Trump-Politik.

[…] Mit der »Rheinischen Post« sprach der CDU-Politiker über die Friedensbemühungen in der Ukraine und den Mittleren Osten. Wirkliche Neuigkeiten hatte Wadephul da nicht zu verkünden, aber dann lenkte die Interviewerin das Gespräch auf mögliche Konsequenzen aus der gescheiterten deutschen Kandidatur für einen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen.

[…] Wadephul wurde gefragt, was er zu Forderungen sage, Deutschlands Gelder für die Uno zu kürzen. […] Dann aber fügte Wadephul hinzu: »Natürlich wird sich der Bundestag im Haushalt einzelne Engagements genauer anschauen. Es kann nicht sein, dass wir einer der größten Beitragszahler sind und bei manchen Entscheidungen, auch im personellen Bereich, nicht berücksichtigt werden.« […] Das klingt wie eine Drohung, die deutschen Beiträge zurückzuschrauben oder zumindest zu überprüfen. Eine bemerkenswerte Kurskorrektur. […] […] Scharfe Kritik kam aus der Opposition. Die außenpolitische Sprecherin der Grünenfraktion im Bundestag, Deborah Düring, sagte dem SPIEGEL: »Dass sich Union und Wadephul nach der verlorenen Wahl immer noch wie beleidigte Leberwürste aufführen, ist unwürdig.« Statt mit Kürzungen bei den Uno-Beiträgen zu drohen, müsste Deutschland die Vereinten Nationen gerade jetzt auch finanziell stärken. »Denn das multilaterale System, von dem wir seit Jahrzehnten profitieren, steht durch Donald Trump, Wladimir Putin und Autokratien weltweit unter Beschuss. Wir müssen jetzt mehr denn je als verlässlicher Partner auftreten«, so Düring. […] Ob Wadephuls Klagen über mangelnde Repräsentation die Sympathiewerte Deutschlands wieder erhöhen, darf bezweifelt werden.  [….]

(SPON, 18.06.2026)

Zum Mitschämen. Statt an der Seite der Demokraten zu stehen und die Faschisten zu bekämpfen, rutschen CDUCSU der AfD auf allen Vieren schleimspurziehend hinterher.

Mittwoch, 17. Juni 2026

Mannschaftssport

Sechs Wochen Fußball-WM bei Trump haben echte Vorteile für mich.

(….)  Bekanntlich interessiere ich mich nicht für Sport und finde daher Olympische Spiele oder Fußball-WM immer ganz angenehm: Da präsentieren die Zeitungen große Sport-Strecken. In der SZ gibt es täglich sechs oder acht Seiten Sonderberichterstattung zu den Olympischen Spielen, die ich gleich ungelesen auf den Stapel für die Altpapiertonne wandern lasse.  Die täglich auf mich einprasselnde Informationsflut ist ohnehin nicht zu bewältigen; da bin ich froh über jeden Artikel, den ich auslassen kann. Wenn es gleich mehrere Seiten am Stück sind, umso besser. [….]

In der Idiotie-Hierarchie der Sportarten stehen für mich die Tiersportarten ganz oben, weil die Pferde natürlich gequält werden und es ökologisch vollkommen absurd ist, eine Flotte von Jumbo-Jets zu chartern, um sedierte Spring- oder Polopferde um die ganze Welt zu fliegen.
Anschließend kommen alle Mannschaftssportarten, weil es bei ihnen generell nicht um messbare sportliche Leistungen, sondern um Nationalismus geht.
Hoch absurd und an dritter Stelle der Sportidiotie sind die Tätigkeiten, die wie Formel1 oder Hochsee-Segeln oder Bobfahren nur für Multimillionäre möglich sind, weil das Sportgerät völlig unbezahlbar ist.

Generell erscheint mir Wintersport, Platz 4, eine Umdrehung absurder als die sommerlichen Aktivitäten, weil Trickski-Pisten, Bobbahnen oder Skiflugschanzen völlig unnatürlich sind, nicht nur zig Millionen Dollar kosten, sondern im höchsten Maße energiefressend und klimaschädlich sind. (….)

(Im Slope-Curling-Wahn, 09.02.2022)

(….)  Grundsätzlich finde ich Mannschaftssportarten abartiger als Individualsport, da immer eine nationalistische Komponente hineinspielt.

Der Fan kann sich bei Dutzenden verschiedenen Mitspielern nicht nach Sympathie orientieren, sondern feuert entlang der Staatsbürgerschaft an.

Widerlich und unsportlich.

Fußball interessiert mich so wenig wie die meisten anderen Sportarten, ist mir aber unsympathischer als die meisten, da er das Mediengeschehen so sehr dominiert. Von internationalen Newssender, über soziale Medien und renommierte überregionale Zeitungen bis zum trashigen Lokalblatt  - keiner verzichtet darauf Fußballmeldungen an prominenter Stelle zu bringen.

Damit wird mustergültig die Unfähigkeit des Menschen zum Gutsein demonstriert.

Statt sich auf wesentliches wie den Welthunger, Kriege, Massenflucht, Trump, Brexit und Klimakatastrophe zu konzentrieren, verschwendet Homo Demens seine Ratio damit einem eher primitiven Ballspiel zu folgen. (….)

(Wenn wir den Kampf gegen rechts ernst nehmen…, 16.10.2019)

Für Mannschaftssportarten begeistern sich primitivere Fans.

 […] Ich finde Fußball doof. Nein, ich finde Fußball grässlich – und ungemein langweilig. Ein Reigen alter Männer steht am Rand und schreit herum, viele mehr oder weniger junge Männer rennen auf einer Wiese herum, erst alle nach links, dann Ballverlust, dann wieder nach rechts, Ballverlust, wieder nach links.

[…] Fußballgucken finde ich, ist Ödnis in Vollendung, die überflüssigste Sache der Welt. Dann doch lieber Minigolfspielen, oder Monopoly, und das ist schon ganz schön schlimm öde.

Wer meine, wie ich finde, einzig vertretbare Grundeinstellung zum Fußball hat, bekommt ganz viel Lebenszeit geschenkt. Ganze Wochenenden verplempern Fußballbegeisterte an diese ungemein primitive Sportart. Dekaden an sinnlos verbrachter Lebenszeit kommen da zusammen.

[…] Dieses Spiel ist unästhetisch und ordinär. Schon der Klang, wenn der Ball getreten wird, macht mich übellaunig. Es ist ein zutiefst ordinäres Geräusch, es klingt so ähnlich wie die Schläge von Bud Spencer in den alten Prügelfilmen mit Terence Hill. Die Spieler haben keine Manieren, tun sich absichtlich weh, sind nicht nur furchtbar verschwitzt, sondern oft auch noch sehr verdreckt und vom Regen pitschenass und rotzen dauernd auf die Wiese. Manchmal sogar ins Nackenhaar eines Gegners. Das ist so unappetitlich. […]

(Christoph Schwennicke, 28. April 2013)

Da in Mannschaftssportarten Nationalismus und Rassismus beheimatet sind, fehlen Misogynie, Antisemitismus und Homophobie natürlich auch nicht.

(….) Nur die Macht der Masse erlaubt es dem Fußball weiterhin gesellschaftspolitisch hundert Jahre zurück zu hängen.

Frauen spielen de facto keine Rolle, es gibt nach wie vor weltweit keinen einzigen geouteten schwulen Spitzenspieler, weil das Fußballer-Milieu dumpf-intolerant ist, es wird dem Rassismus gefrönt und in jedem Stadion sind die Fanblocks von Nazis und Hooligans durchsetzt.

[….] Da darf man Schwule hassen, Schwarze mit Affenlauten diskriminieren, sexistisch rumgrölen, sich prügeln und natürlich auch antisemitisch poltern. (…)

(Wenn wir den Kampf gegen rechts ernst nehmen…, 16.10.2019)

Männer in Mannschaftssportarten stecken in einem bizarren Schwulenhass fest, weil sie ganz offensichtlich immer noch fürchterlich unter dem Klischee leiden, sie könnten sich in der Mannschaftskabine oder beim gemeinsamen Duschen „anstecken“. Hat man einen offen schwulen Mitspieler, steigt in ihrer schlichten Gedankenwelt die „Gefahr“ selbst auch für schwul oder für einen Homo-Toleranten gehalten zu werden, was gerade in der Welt der oft extrem religiösen Profi-Mannschaftssportler, immer noch einen schweren Makel darstellt.

[….] Christliche Baseball-Spieler protestieren gegen Pride-Spiel

 [….] Beim jährlichen "Pride Night"-Spiel des Baseball-Erstligateams San Francisco Giants am Freitag ist es zu einer sichtbaren Protestaktion durch mehrere Spieler des eigenen Teams gekommen. Vier der fünf Pitcher (Bällewerfer) weigerten sich entweder, die offiziellen Kappen mit dem in Regenbogen­farben gestalteten Vereinslogo zu tragen, oder versahen diese mit handschriftlichen religiösen Botschaften, die gegen queere Menschen gerichtet waren.

Die Pitcher Landen Roupp und JT Brubaker und der Reliever (Ersatzbällewerfer) Ryan Walker schrieben gut sichtbar den Verweis auf einen Bibelvers im Ersten Buch Mose (Verse 11-16 oder 12-16) auf die Vorderseite ihrer Kappen, direkt neben das Regenbogen-Logo. In dem Bibelvers verbündet sich Gott mit Noah nach der Sintflut und gibt dem Überlebenden den Regenbogen als Zeichen: "Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde", heißt es in Vers 13. Das Zitat steht als sichtbares Versprechen Gottes, dass die Erde nie wieder durch eine Flut zerstört wird. In der christlich-konservativen Community in den USA wird genau dieser Verweis gezielt genutzt, um zu signalisieren, dass der Regenbogen rein als religiöses Symbol Gottes zu verstehen sei – und queere Menschen das eigentlich göttliche Symbol missbrauchten. [….] Kritik gab es auch vom offen schwulen kalifornischen Landessenator Scott Wiener: Er erklärte, dieser Protest der christlichen Spieler sei besonders hinterhältig gewesen, weil er ausgerechnet am zehnten Jahrestag des Massakers im queeren "Pulse"-Nachtclub mit 49 Toten vorgefallen sei. "Um es klarzustellen: Diese Spieler hätten den Regenbogen-Bibelvers an jedem der anderen 364 Tage des Jahres zitieren können", schrieb der in San Francisco lebende Politiker auf X. [….] Auch in Deutschland haben sich christliche Sportler in der Vergangenheit abfällig über queere Menschen geäußert. Der deutsche Fußball-Nationalspieler Felix Nmecha teilte etwa 2023 ein transphobes Video eines amerikanischen Rechtsextremisten.

Da er ein guter Spieler ist, redete sein neuer Verein Borussia Dortmund die Queerfeindlichkeit seines Star klein [….]

(Queer.de, 16.06.2026)

Zum Glück finde ich solche Mannschaftssportarten ohnehin langweilig und würde das auch nicht angucken, wenn es sich um lauter aufgeklärte progressive sympathische Herren handelte. Es kostet mich also gar nichts, diese hochkorrupte Infantino/Trump-Fußball-WM zu boykottieren.

Aber bei den zig Millionen deutschen Fans muss man eine enorme Toleranz der Intoleranz diagnostizieren. Die Wahl der extrem homophoben Gastgeber-Länder Russland, Katar und Trumpistan spricht für sich.

Dienstag, 16. Juni 2026

Der Weltzerstörer.

Da gibt es eigentlich keine zwei Meinungen mehr:
Obamas Irandeal, der Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA), von 2015, gemeinsam ausgehandelt von den fünf ständigen UN-Sicherheitsratsmitgliedern, der EU und Deutschland mit dem Iran, erforderte enorm viel Expertenwissen und war besonders bedeutend, weil es sich nicht nur um Absichtsbekundungen handelte, sondern ein Überprüfungsmechanismus implementiert wurde.

Völlig überraschend konnten Trumps Golf-Kumpel und sein Schweigersohn NICHT innerhalb von 24 Stunden in Pakistan einen viel besseres Abkommen erzielen.

US-Präsident Trump kündigte den JCPOA 2018 aus drei Gründen:

Erstens, weil er wahnsinnig dumm ist.

Zweitens weil er rasend vor Eifersucht, manisch jeden Erfolg Obamas zerstören muss.

Drittens, weil er ein Rassist ist, der einem schwarzen Präsidenten seine eingebildete „White Supremacy“ beweisen will.

Unnötig zu erwähnen, aber selbstverständlich richtete der orange Verbrecher damit ein Desaster an.

Aber, es gibt kein Desaster, das Trump nicht noch wesentlich verschlimmern könnte. Und so griff er gemeinsam mit seinem kriminellen Kumpel Bibi Netanjahu den Iran an. Er diagnostizierte mehrfach die totale Vernichtung der Iranischen Waffensysteme, das Ende der Iranischen Atompläne, eine Übergabe des waffenfähigen Urans an die USA und einen Regimechange.

Er erreichte schließlich, das diametrale Gegenteil, weil die Trump-Administration, im Gegensatz zu den vorherigen US-Regierungsmannschaften, über keinerlei Expertise verfügt, ja nicht einmal die Geographie kennt.

[….] »Fußweg nach Iran möglich« Trump verortet Katar völlig falsch

Donald Trump erklärt dem Emir von Katar die »gefährliche Position«, in der sich dessen Land befinde. Nur hat er keine Ahnung, wo genau es liegt. Es ist nicht der erste geografische Fehltritt des US-Präsidenten.

US-Präsident Donald Trump führt Krieg in Nahost, doch seine geografischen Kenntnisse in der Region sind mindestens mangelhaft: Erneut verortete er den Staat Katar am Persischen Golf fälschlicherweise als Nachbarland Irans mit gemeinsamer Landgrenze. »Sie können direkt über die Grenze gehen, also sind Sie in einer viel gefährlicheren Position«, sagte Trump zu Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani am Rande des G7-Gipfels im französischen Évian.

Von Katar aus könnte man nach Iran »buchstäblich laufen«, sagte Trump. Von »jedem anderen Ort« müsse man nach Iran fliegen, nur von Katar aus sei der Fußweg möglich.

Katar ist eine Halbinsel am Persischen Golf, die nur an Saudi-Arabien grenzt. Der Rest des kleinen Landes ist von Wasser umgeben. Die Luftlinie nach Iran beträgt an der schmalsten Stelle, getrennt vom Persischen Golf, etwa 200 Kilometer. Iran grenzt unter anderem an den Irak, die Türkei, Afghanistan und Pakistan. [….] Trump hatte schon vor und während seiner ersten Amtszeit als US-Präsident mit Fehlern und Ausrutschern in Geografie für Gesprächsstoff gesorgt. Belgien bezeichnete er einmal als Stadt, Albanien verwechselte er mit Armenien und das afrikanische Namibia nannte er »Nambia«.  [….]

(Spon, 16.06.2026)

Die Weltgegend rund um den Iran spielt allerdings auch gerade gar keine Rolle für die USA.  Man kann wirklich nicht erwarten, dass sich ein US-Präsident damit beschäftigt, wo der Iran liegt und welche Nachbarländer er hat!

Selbstverständlich kannte auch niemand die strategische Bedeutung der Straße von Hormus und so schickte der Iran die Ökonomien der Industriestaaten auf Talfahrt, hob die Energiepreise in den USA auf solche Höhen, daß Trump im tiefsten demoskopischen Keller hockend, vor der Teheraner Führung auf die Knie fiel und ihnen alles gab, wovon sie vorher kaum zu träumen wagten.

[….] Trump kapituliert: Sein „Iran-Deal“ ist nicht nur für Israel ein Debakel[….] Die USA und der Iran haben eine eineinhalbseitige Absichtserklärung unterschrieben. Um diese zu erhalten, musste der US-Präsident viele Zugeständnisse machen. [….] Donald Trump hat (scheinbar) mit einem ersten Iran-Deal ein Problem gelöst, das er selbst verursacht hat: Die Straße von Hormus soll wieder für den internationalen Schiffsverkehr geöffnet werden. Das wäre eine Voraussetzung, damit der Öl-Preis in den kommenden Monaten weltweit wieder fallen kann.

Doch alleine für diese vage Zusicherung (Teheran behält sich weiter vor, Gebühren für die Durchfahrt von Schiffen zu erheben) musste der US-Präsident unglaubliche Zugeständnisse machen, der in seinem Wahn ursprünglich „nichts anderes, als die bedingungslose Kapitulation” des Iran akzeptieren wollte. Nun geben die USA sofort zwölf Milliarden an eingefrorenen iranischen Geldern frei, und während der für drei Monate geplanten Verhandlungen noch einmal denselben Betrag. Dazu kommt ein „Wiederaufbaufonds” von 300 Milliarden Dollar, den aber nicht die USA, sondern die mit den USA verbündeten Golfstaaten bezahlen sollen, wie Vize-Präsident JD Vance erklärte. Der Iran müsse sich dafür aber an seine „Verpflichtungen” halten. Die USA haben für Trumps Krieg bisher etwa 70 Milliarden Dollar ausgegeben. [….] Statt also die Chance zu nutzen, das mittelalterlich-religiöse Regime in Teheran zu beseitigen – wie es Trump einst auch den Iranern versprochen hat – werden die Mullahs erst einmal mit Sanktionserleichterungen belohnt. [….] Über das ballistische Raketenprogramm der Mullahs wird noch nicht einmal verhandelt. Und auch ein mögliches Atomprogramm – einer der Gründe für den Beginn des Kriegs – kommt in der Vereinbarung kaum vor[….]

 Trump hat den Mullahs Werkzeuge an die Hand gegeben, die sie vorher gar nicht hatten. Das macht sie in der Region mittelfristig mächtiger, als sie es je waren. Dazu kommt: Trump zerrüttet – ähnlich wie in Europa – die Bündnisse in der Region. Dass die USA die Golfstaaten nicht wirklich militärisch schützen konnten, konnte jeder sehen. [….]

(Christian Burmeister, 16.06.2026)

Trump reißt Bibi gleich mit den Abgrund. Der selbsternannte größte Freund Israels, hat Israel brutal geschadet durch seine Doofheit.

Bernd Dörries, SZ, 16.06.2026

[….] Das Abkommen der USA mit Iran wird in Israel als Katastrophe gesehen. Die Partnerschaft zwischen Netanyahu und Trump ist wohl beendet. [….]  Netanyahu steht als Verlierer da. Als Größenwahnsinniger, der den Nahen Osten neu gestalten wollte, es aber nicht mal schaffte, seinen Partner Donald Trump bei der Stange zu halten. [….] Das Regime in Iran dagegen steht gestärkt da; es hat von den USA Konzessionen erpresst. Im Gegenzug für die Öffnung der Straße von Hormus darf es, sobald die Vereinbarung tatsächlich in Kraft tritt, wieder sein Öl verkaufen, erhält eingefrorene Vermögenswerte zurück. Fast vergessen scheint, dass das Regime gerade noch als Paria galt, nachdem es Tausende Demonstranten ermordet hatte. [….] Schon jetzt kann man also sagen: Netanyahu hat das Versprechen nicht erfüllt, die Gefahr einer iranischen Atombombe langfristig zu bannen. [….] Ein Kollateralschaden ist zudem die Allianz zwischen Israel und den USA. Trump hat sich bei der Aushandlung des Abkommens über den Widerstand Israels hinweggesetzt und offenbar sogar den Libanon in die Waffenruhe eingeschlossen – was Netanyahu bis zuletzt zu verhindern versuchte. [….] In Israel ist die Meinung über das zwischen Iran und den USA geschlossene Abkommen einhellig: Eine »Katastrophe« sei es, eine »totale Kapitulation«, ein »strategischer Tiefpunkt«, eine »Gefahr für Israels Sicherheit«. »Schlechter Deal« lautete am Sonntag die Schlagzeile der Tageszeitung »Yedioth Aharonoth«. Der Journalist und Netanyahu-Lautsprecher Amit Segal zitierte einen anonymen »sehr hochrangigen israelischen Offiziellen«, üblicherweise ein Codewort für den Premier, bereits am Freitag mit den Worten: Der Deal sei »Shit«.[….]  

(Juliane von Mittelstaedt, 16.06.2026)

Der ökonomische Zwerg Iran gewinnt gegen den planetaren Primus USA.

Trump setzt seine allergrößte Macht ein; das US-Militär, und holt sich von dem Paria-Staat am Golf eine blutige Nase ab. Immerhin dienen die Fälle Kanada und Grönland/Dänemark, sowie jetzt auch der Iran, als Beispiel, wie man mit dem irrlichternden senilen US-Präsidenten umgeht: Mit Widerstand und Härte.

[….] Das Fiasko in Iran verändert den Blick auf Trump. [….] Das angekündigte Abkommen zwischen Teheran und Washington ist höchstens ein Kompromiss. Der US-Präsident hatte keine andere Wahl mehr. Für die Europäer könnte darin eine Chance liegen. [….] [….] Trump hasst ja bekanntlich solche Gipfeltreffen: zu viele Leute, zu lange Gespräche, alles zu multilateral. Er muss also bei Laune gehalten werden, sonst reist er wieder ab – oder er reist gar nicht erst an. Die Franzosen haben deshalb unter anderem den Klimawandel aus dem Gipfelprogramm genommen: Den mag Trump nicht. Entwicklungshilfe mag er auch nicht, darum ließ man auch die weg.

Alle nehmen dieses infantile Gehabe des mächtigsten Mannes der Welt hin. Weil er eben der mächtigste Mann der Welt ist und sich auch so aufführt. Den soll man nicht brüskieren, dem widerspricht man nicht einmal, wenn er lügt. Trump behauptet jetzt, dass sein Rahmenabkommen mit Iran ein großer Erfolg sei, ein Sieg, ganz fantastisch. Er behauptet, sein Abkommen sei viel besser als das „schreckliche Abkommen“, das damals, 2015, „Barack Hussein Obama“ unterzeichnet habe und das den Iranern angeblich den Weg geöffnet hätte zur Atombombe. [….] Trump bleibt Trump, und Einsicht ist nicht seine größte Tugend. Aber vielleicht hört jetzt das jämmerliche Hofieren auf. Es bringt ohnehin nichts. [….]

(Oliver Meiler, 16.06.2026)

Einer allerdings begreift es nicht. Unser Fritze.

Der Bundeskanzler nimmt coram publico Anlauf, um tief in Trumps Anus zu tauchen. Man kann es kaum ertragen, die Bilder zu sehen. Zum Mitschämen, der Sauerländer Simpel.

[….] Die Szene hat großes Fremdschampotenzial. Sie spielt sich am Dienstagvormittag beim G7-Gipfel ab, in Évians-les-Bains, gelegen in Frankreich, am Südufer des Genfer Sees. [….] Gerade hat Donald Trump den Saal betreten, nun drängen sich die Händeschüttler um den US-Präsidenten. [….] Als die anderen von Trump ablassen und sich zu ihren Plätzen begeben, nähert sich Merz noch einmal, fasst Trump am Arm und holt dann rasch aus einer Aktenmappe einen flachen Gegenstand, eingewickelt in Papier. Es ist das Trikot der deutschen Fußballnationalmannschaft, auf dem Rücken beflockt mit dem Namen Trump und der Nummer 47. Weil Trump der 47. Präsident der USA ist. Nachdem er bereits der 45. war. Es soll ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk sein, Trump ist gerade 80 geworden.

Merz steht da also und hält Trump das Trikot hin, wie ein Kellner dem Gast im Restaurant die Weinflasche präsentiert. [….] Trump nickt gnädig und gibt Merz die Hand. Dann nimmt er das Trikot und bedeutet Merz, er solle noch kurz bleiben, um für Fotos zu posieren.

Trump bleibt sitzen und hält die Rückseite des Jerseys für die Kameras hoch. Merz steht daneben, eine Hand auf der Rückenlehne von Trumps Stuhl, und nickt eifrig. Wie der Klassenstreber, der dem Lehrer ein Geburtstagsgeschenk überreicht hat, bezahlt vom eigenen Taschengeld.

Dann ist zumindest diese Szene vorbei. Doch der Gipfel der Schmeichelei geht weiter. [….] Und Merz? Mit einer Mischung aus Unterwürfigkeit und Geduld hatte er es erstaunlich lang geschafft, einen einigermaßen guten Draht zu Trump zu halten – bis er sich beim Besuch einer Schule despektierlich über Trumps Irankrieg ausließ [….] und damit Trumps Zorn erregte: Merz wisse nicht, wovon er rede, kein Wunder, dass es Deutschland so schlecht gehe. [….] Zumindest kann man es als gutes Zeichen werten, dass Trump das Deutschlandtrikot vor die Kameras hielt. [….]

(SPON, 16.06.2026)

Sonntag, 14. Juni 2026

Demokratiezerstörende Kanzlerpartei

Wenn sich die CDU zwischen einer demokratischen und einer antidemokratischen Partei entscheiden soll, verweigert sie sich.

Wenn die CDU die Wahl hat zwischen einer humanistischen, mitfühlenden Partei einerseits und einer Hass und Gewalt säenden Partei andererseits, neigt sie zur Letzteren.

Wenn die CDU unter einer Partei wählt, die auf Basis von Fakten und Wissenschaft agiert, und einer, die auf verschwörungstheoretischen Lügenmärchen fußt, reicht sie lieber den Klimawandelleugnern und Impfgegnern die Hand.

Wenn die CDU die Demokratie schützen soll, indem sie der Linken vor der AfD den Vorzug gibt, will sie das nicht.

[….] Wahlkampf in Sachsen-Anhalt: Das Sturheit der CDU gefährdet die Demokratie[….] Die CDU sagt unverdrossen: Linke und AfD sind gleich schlimm. Dieses Beharren auf alter Folklore könnte sich im Herbst bitter rächen. [….] In Sachsen-Anhalt steht im September die Demokratie auf dem Spiel. Sollte die AfD die weitaus stärkste Fraktion werden – auch seriöse Umfrageinstitute sehen sie derzeit bei um die 40 Prozent –und sollten FDP und Grüne nicht in den Landtag kommen, dürfte es schwer werden für die demokratischen Parteien, eine Regierung zu bilden. [….]  Befremdlich ist auch das Mantra des CDU-Ministerpräsidenten Sven Schulze, das er am Wochenende wiederholte: Mit ihm werde es keine AfD-Minister – wichtig und gut, dass er das noch einmal sagte –, aber eben auch keine MinisterInnen der Linkspartei geben.

Schon klar, es gilt der Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU mit der Linken. Doch das sture Festhalten an der antikommunistischen Hufeisentheorie – links- und rechtsaußen seien gleich schlimm – macht die Lage mit Blick auf die AfD noch gefährlicher. Schulze könnte ja alternativ den Unvereinbarkeitsbeschluss infrage stellen, was zu seiner eigentlichen Haltung der maximalen Abgrenzung von „Berlin“ gut passen würde. [….] So aber verengt die CDU ohne Not Spielräume, die nach der Wahl dringend nötig sein werden. [….]

(Gunnar Hinck, 14.06.2026)

Die CDU erweist sich, wie schon ihre Vorgänger vor 100 Jahren, als unsichere Kantonistin, die lieber die Nazis einhegt, statt sie zu bekämpfen.

Aber diesmal wiegt die moralische Verantwortung sogar noch schlimmer, weil wir aus Forschung und Empirik zweifelsfrei wissen, daß es nicht funktioniert. Daß nur die Nazis profitieren, wenn man ihre menschenfeindlichen Themen salonfähig macht.

Die brutale und partiell illegale migrantenfeindliche Politik der Herren Merz, Spahn, Dobrindt und Söder zeigt es mustergültig: In allen Umfragen geht es seither deutlich bergab mit der Union; die Nazis haben sie weit überflügelt. Genau, wie es jeder seriöse Politologe prophezeite. Dennoch lehnen CDU und CSU ein AfD-Verbotsverfahren ab, reichen immer öfter den Nazis die Hand zur Zusammenarbeit.

Merz zeigt sich aber gewohnt völlig unbelehrbar und begeht ungerührt denselben Fehler immer wieder, egal wie oft er damit brutal an der Realität scheitert.

(….) Er kann eben nichts. Merkel weiß das. Die Wirtschaft weiß das. Viele Wähler leider nicht.

Als Kanzler bringt der ökonomische Minus-Mann folgerichtig die gesamte deutsche Wirtschaft auf Talfahrt. Mit seinem Sinnlos-Kurs gegen erneuerbare Energie, holt er Inflation und Massenarbeitslosigkeit zurück, während Verbrenner-Deutschland international endgültig abgehängt wird.

Die Sauerländer Abrissbirne war, ist und bleibt völlig unbelehrbar, setzt stets auf das genau falsche Instrument. (….)

(Die Definition von Wahnsinn, 07.02.2026)

Die womöglich rechteste und AfD-affinste Landes-CDU sitzt in Sachsen-Anhalt. Hier sind die schwarzbraunen Verbindungen traditionell eng; immer wieder arbeitet die Union mit den Nazis zusammen – selbstverständlich mit dem zu erwartenden Ergebnis: Die Nazis stehen Dank der CDU kurz vor der absoluten Mehrheit bei der SA-Landtagswahl am 06.09.2026.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Guido Heuer zeigt es dieser Tage eindrucksvoll: Es gibt wenig, das noch die Schwarzen von den Braunen trennt.

[….] Ein Foto sorgt für Aufregung im Landtagswahlkampf von Sachsen-Anhalt. Entstanden ist es am vergangenen Donnerstag in Halberstadt (Landkreis Harz) bei der Podiumsdiskussion eines Wirtschaftsverbands. Die Aufnahme zeigt AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund und CDU-Fraktionschef Guido Heuer. Die beiden sitzen nahe beieinander, gemeinsam halten sie ein Mikrofon. CDU-Politiker Heuer legt seine Hand auf die Schulter von Siegmund, der AfD-Vertreter lacht. Die Männer wirken vertraut, ihre Stimmung gelöst. Man versteht sich.

Und genau da liegt das Problem.

Die Frage, wie nahe sich CDU und AfD stehen, spielt für den Landtagswahlkampf und die anschließende Regierungsbildung eine große, womöglich sogar entscheidende Rolle. Bislang deuten Umfragen nicht darauf hin, dass die Parteien der Mitte eine Mehrheitsregierung bilden können. Entweder, die AfD erreicht die absolute Mehrheit der Sitze im Landtag von Magdeburg oder der amtierende Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) muss mit einer Minderheitsregierung weitermachen. Ob sich diese eher auf Stimmen der Linken oder eher auf jene der AfD stützen würde, ist eine Frage, die bundesweit Beachtung finden dürfte. [….] »Der CDU-Fraktionschef in Sachsen-Anhalt lässt sich fröhlich mit dem AfD-Spitzenkandidaten ablichten. Und das BSW kündigt an, sich auch dann im Landtag zu enthalten, wenn ein AfD-Mann zur Wahl als Ministerpräsident auf dem Stimmzettel steht. Ich weiß gar nicht, ob ich da lachen oder weinen soll«, sagte Grünen-Chef Felix Banaszak dem SPIEGEL. »CDU und BSW haben den Kampf der Demokraten gegen die Demokratiezerstörer von Rechtsaußen anscheinend schon aufgegeben, bevor der Wahlkampf richtig losgeht«, so Banaszak weiter. [….] Scharfe Kritik kommt auch aus der Linkspartei. »Diese Aufnahmen sind kein Versehen«, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Clara Bünger, dem SPIEGEL. »Gestern hat Guido Heuer noch behauptet, er habe Ulrich Siegmund politisch konfrontiert. Heute zeigt sich: Das war eine Lüge«.[….] Der CDU-Fraktionschef in Sachsen-Anhalt posiere mit einem Mann, der Remigration »zum Gebot der Stunde« erklärt habe und auf dessen Wahlkampfveranstaltungen »Sieg«-Rufe skandiert würden, kritisiert Bünger. [….]

(Andreas Niesmann, 14.06.2026)

Wir sprechen im Moment sehr viel davon, wie Merz außenpolitisches Porzellan zerschlägt, den sozialen Frieden Deutschlands gefährdet, Klimaschutz sabotiert und die Wirtschaft ruiniert. Das alles ist richtig und wichtig. Aber sein schlimmstes Vermächtnis, könnte eines Tages das Ende der Demokratie sein, indem er den Nazis die Regierungsmacht auf dem Silberteller präsentiert.

Samstag, 13. Juni 2026

Es gibt keinen Widerstand

Weder das Volk, noch die Gerichte, noch der Kongress, noch die Parteien, noch die Presse oder die Wirtschaft halten Trump auf. Niemand packt ihn, bevor er wieder etwas absolut Idiotisches und Hochgefährliches anstellt.

Ausgerechnet dieser moralisch verkommene, intellektuell unterbelichtete, sadistische, selbstverliebte Serienpleitier vermochte es, 250 Jahre Demokratie in den USA auszuhebeln, die Gewaltenteilung zu schleifen, die Presse nahezu gleichzuschalten und sich auf nie dagewesene Weise selbst zu bereichern.

Er könnte tatsächlich die stärkste Wirtschafts- und Militärmacht der Erde in eine absolutistische Familien-Autokratie transformieren, in der seine halbdebilen Nachkommen für Generationen herrschen.

Könnte. Man muss aber den Konjunktiv verwenden, denn eins spricht dagegen:

Trump selbst. Er ist einfach zu dumm und merkt daher nicht, wie er sich immer wieder selbst ins Knie schießt, unnötig die US-Wirtschaft schwächt, das internationale Ansehen ruiniert und selbst seine treuesten Jünger gegen sich aufbringt.


Der Mann ist vollkommen auf den Kopf gefallen und verfügt international, sowie national über derart wenig Glaubwürdigkeit, daß nach seinen Ankündigungen eines „Peacedeals“ mit dem Iran, Medien bei den glaubwürdigeren Teheraner Nachrichtenagenturen und X-Accounts des Mullah-Regimes nachsehen, ob Trump nicht bloß wieder einmal phantasiert, wie er es inzwischen 39 mal öffentlich log!

[….] Donald Trumps Drohungen kommen oft in den frühen Morgenstunden. Vorgestern, 7.03 Uhr Eastern Time, postete der US-Präsident auf seiner Plattform Truth Social: »Der Bully des Nahen Ostens ist TOT.« Im März, es war gerade elf Minuten nach sechs, schrieb er: »Iran, das derzeit völlig fertiggemacht wird, hat sich entschuldigt und ergeben«.

Gestern, um 8.22 Uhr, eine neue Ankündigung: Die USA würden Iran noch am Abend »sehr hart angreifen.« Sie würden die Insel Charg einnehmen und die komplette iranische Ölindustrie unter amerikanische Kontrolle bringen, eine Operation, die ohne US-Bodentruppen nicht machbar wäre. [….] Am Abend ließ Trump die Öffentlichkeit dann wissen, er habe »den Krieg mit Iran beendet.« [….] Der Krieg im Nahen Osten, von Trump geplant als kurzer Siegeszug, dauert nun schon mehr als 100 Tage an. [….] Seit Wochen erklärt Trump, ein Abkommen sei binnen weniger Tage zu erwarten. Dann wieder kündigt er Eskalation an, droht mit Bomben und Bodentruppen. Den Zickzackkurs mag Trump als Strategie verkaufen – er zeigt aber vor allem, dass er keinen Plan hat. [….] Trumps Art, ständig zwischen hartem, feindlichen Gebaren und integrativeren Tönen zu wechseln, führe dazu, dass man ihm schlicht nicht mehr vertraue. »Ich halte ihn nicht für einen beeindruckenden Verhandler«, sagte der Harvard-Experte Robert Mnookin schon zu Trumps erster Amtszeit dem US-amerikanischen Radionetzwerk NPR. [….] Inzwischen gilt Trump weniger als geschickter Stratege, denn schlicht als erratisch und unverlässlich. [….]

(Spon, 12.06.2026)

CNN, 11.06.2026

Wer dreimal lügt, dem glaubt man nicht.

Wer 39 mal lügt, dem glaubt die iranische Führung nicht mehr.

Wer 30.000 mal allein in seiner ersten Amtszeit lügt, dem glauben immer noch 77 Millionen US-Amerikaner, die ihn am 05.11.2024 wiedergewählt haben. Aber die Amerikaner sind eben ein sehr dummes Volk.

Selbst die größten Idioten bemerken beim Tanken und beim Gang in den Supermarkt, wie enorm die Preise anziehen.

Sie mögen es nicht, wenn ihr heißgeliebter oranger Messias ihnen vorschwärmt, wie sehr er die auf 4,2% gestiegene Inflation liebe.


Wäre Trump nur ein kleines bißchen intelligenter als ein Strohballen, würde er Verständnis heucheln, Mitgefühl aussprechen, sich aus der Verantwortung stehen.

Bei derartig wohlgesonnenen Medien, bei einem so ergebenen Kongress, könnte er leicht den Konsumentenfrust überstehen.

Aber selbst mit seinem Kriegskurs kurz vor den Midterms die Benzinpreise in die Höhe zu jagen und dann die Inflation zu bejubeln, während er zu seinem 80. Geburtstag manisch sein Konterfei auf Geldscheine, in Pässe, auf Goldmünzen pressen lässt, verschreckt selbst MAGA-Fanatiker. Bisher nur einen kleineren Teil seiner erzloyalen Basis, aber die Preisexplosion an den Tankstellen geht erst richtig los.

[….] Führungskräfte aus der Öl- und Gasbranche haben das Weiße Haus gewarnt, dass die Benzinpreise in den kommenden Monaten stark anziehen könnten, da die Treibstoffvorräte auf kritisch niedrige Werte fallen [….] Branchenvertreter sagen, sie täten alles, um Alarm zu schlagen: Die Preise stünden kurz davor, in die Höhe zu schießen, weil die kommerziellen und staatlichen Vorräte, die Preissteigerungen bislang abgefedert hätten, sich rasch leerten, so mehrere mit den Gesprächen vertraute Personen, die aus Angst vor Vergeltung durch die Regierung nur unter der Bedingung der Anonymität sprachen. Einige Bestände könnten binnen Wochen aufgebraucht sein, warnen die Manager – ausgerechnet in der Hochphase der sommerlichen Reisesaison. [….] Die Warnungen unterstreichen die wachsenden politischen und wirtschaftlichen Risiken für Präsident Donald Trump, während der Konflikt mit dem Iran in seinen vierten Monat geht – ohne erkennbare Anzeichen für einen diplomatischen Durchbruch, trotz wiederholter Vorhersagen des Weißen Hauses über Fortschritte.

CNN 11.06.2026

Schon jetzt sieht sich Trumps Regierung mit der höchsten Inflationsrate seit drei Jahren konfrontiert. Das hat zu einem deutlichen Rückgang seiner Zustimmung unter Wählern geführt und bei Republikanern die Sorge vor umfangreichen Verlusten bei den Zwischenwahlen verstärkt – Verluste, die dazu führen könnten, dass sie die Kontrolle über eine oder beide Kammern des Kongresses verlieren. [….] [….]

(FR, 12.06.2026)

Bitte immer weiter so, Trump!

Freitag, 12. Juni 2026

Ein schwacher Anführer.

Fähige und verantwortungsvolle Politiker etablieren eine ständige Rückkopplung mit Menschen, die frei sprechen können, nicht von ihnen abhängig sind und auch nicht immer ihre Meinung teilen.

Man denke nur an die legendäre „Freitagsgesellschaft“ im Privathaus von Helmut Schmidt. Zugegen war beispielsweise der konservative ehemalige CDU-Generalsekretär und Verteidigungsminister Volker Rühe.

[….] 1985 initiierte Helmut Schmidt die Freitagsgesellschaft. Sie bestand aus 25 Mitgliedern und tagte während des Winterhalbjahres an jedem zweiten Freitag im Monat in seinem Haus in Hamburg-Langenhorn. In diesem privaten „think tank“, wie es neudeutsch wohl heißen würde, ließ sich ungezwungen und offen diskutieren.

„Unter dem Strich hatte Helmut diese Runde ins Leben gerufen, um schlauer zu werden. Sein Ziel war es schlicht und ergreifend, aus profundem Munde Wissen aufzusagen“, zitiert das Hamburger Abendblatt in einem Artikel aus dem Jahr 2015 einen der Mitbegründer der Freitagsgesellschaft, den ehemaligen Hamburger Bürgermeister Peter Schulz. Die Mitglieder der Freitagsgesellschaft – zu denen unter anderem der Schriftsteller Siegfried Lenz, die Filmproduzentin Katharina Trebitsch, die Physiker Hauke Trinks und Reimar Lüst, der Bankier Max Warburg oder der Manager Manfred Lahnstein gehörten – kamen aus unterschiedlichen Berufsgruppen und waren zum Beispiel Unternehmer, Künstler, Wissenschaftler, Arzt, Theologe oder Politiker. Im Mittelpunkt der Treffen stand immer ein Vortrag zu einem speziellen Thema. Die Auswahl war vielfältig: Außen- und Weltpolitik, aber auch Kunst, Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung standen auf dem Programm. Ungeachtet politischer Zugehörigkeit und zu strenger Diskretion verpflichtet, wurde in vertrauter Runde, so Heinz Spielmann, Kunsthistoriker und Museumskurator, „kritisch nicht selten gegenüber dem Zeitgeist“ diskutiert.
Der Abend begann, wie Manfred Lahnstein (SPD) sich gerne erinnert, an der gemütlichen Hausbar mit einem von „Otti“ Heuer (Schmidts Personenschützer) frisch gezapften Bier. Später bat Loki zur Hausmannskost an den großen Esstisch, ehe sich die Eingeladenen im Wohnzimmer den großen Themen widmeten.
Freitagsgesellschafter Hauke Trinks schätzte insbesondere Helmut Schmidts qualitativen Anspruch an die Runde: „Er war ein Meister darin, scharfsinnige Fragen zu stellen, die exakt auf den schwachen Punkt einer Debatte zielten. Unglaublich, was er für ein Gedächtnis hatte und wie er bis zuletzt alles durchblickt hat, selbst wenn er minutenlang schwieg. Alle waren beeindruckt.“
[….]

(Bundeskanzler Helmut Schmidt-Stiftung)

Willy Brandts Debatten mit internationalen Intellektuellen und Künstlern waren ebenso ein Instrument, seinen Geist zu schärfen.

Auch der heute so viel gescholtene Gerhard Schröder war als Kanzler ein Meister des Zuhörens, ein großer Kunstkenner und stand beispielsweise im regelmäßigen Austausch mit dem weltberühmten Soziologen Oskar Negt oder den Künstlern Jörg Immendorff, Markus Lüpertz und Bruno Bruni.

Olaf Scholz und Britta Ernst sind ein intellektuelles Paar, das sich beständig geistig gegenseitig fordert und ein enormes Lesepensum bewältigt.

Schwache und bornierte Anführer hingegen scharen Ja-Sager um sich, die immer nur die bestehenden Vorurteile bestätigen.

Das Paradebeispiel ist selbstverständlich Donald Trump, der alle Menschen ausschließlich danach bewertet, wie sehr sie ihn lobpreisen.

Seine Kabinettssitzungen stellen Nordkoreanische Unterwürfigkeit in den Schatten und daher dürfte IQ45-47 der bornierteste US-Präsident aller Zeiten sein. Niemand wagt es, ihm zu widersprechen, ihm Fakten zu liefern.

Leider kommt unser derzeitiger Kanzler dem US-Kollegen in dieser Hinsicht recht nahe. Sein privates Umfeld ist, soweit man weiß, völlig frei von relevanter Geisteskraft. Niemand widerspricht ihm, wenn er immer wieder die seit Jahrzehnten widerlegten Trickle-Down-Floskeln von sich gibt. Er machte Wolfram Weimer zum Kultur-Staatsminister, weil er den minderbemittelten Schwätzer für einen Intellektuellen hält. Außerdem kennt er Weimer nur, weil der zufällig sein Nachbar am Tegernsee ist.

Offenbar erlebt er mit 70 Jahren in seinem Job als Kanzler das erste mal Situationen, in denen er nicht einfach seine gewohnten neoliberalen Stanzen von sich gibt und jeder applaudiert. Mit Widerspruch hat er nie gelernt umzugehen und ist daher intellektuell unbewaffnet. Er kann nicht konstruktiv kontern, nicht argumentieren, nicht einbinden, nicht über den Tellerrand blicken.

Daher reagiert Merz ganz ehrlich irritiert, wenn es nicht so läuft, wie er es sich als Inkarnation des „klein Fritzchen“ vorgestellt hatte. Seine instinktiven Reaktionen – Larmoyanz und beleidigtes Rumzicken – zeigen den wahren Merz. Ganz offenkundig fehlt hier die intellektuelle Rückkopplung. Niemand sagt ihm, „Friedrich, so kannst du nicht öffentlich ausflippen; versuch doch mal, erst nachzudenken und dann nicht deinem Ärger gleich Luft zu machen, sondern heuchele wenigstens etwas Verständnis.“

Also reitet Merz sich immer mehr in den Abgrund, haut immer abstrusere selbstmitleidige Sprüche raus.

[….]  Deutschland lag einst in Trümmern – wortwörtlich. Schätzungsweise 400 bis 500 Millionen Kubikmeter Schutt lagen nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland herum. Schwer vorstellbar, wenn man heute auf das Land blickt, das in den darauffolgenden Jahrzehnten einen massiven wirtschaftlichen Aufschwung erlebte. Für viele Menschen haben sich die Versprechen der sozialen Marktwirtschaft erfüllt. Der durchschnittliche Wohlstand im Land kann sich sehen lassen. Aber hat uns dieser Wohlstand träge gemacht?

Das ist zumindest eine These, die Friedrich Merz (CDU) indirekt aufgestellt hat. Der Bundeskanzler sagte am Donnerstag beim Tag der Familienunternehmen in Berlin: „Ich sage das ohne jede Larmoyanz: Eine wohlhabende Gesellschaft zu verändern, ist viel schwieriger, als ein Land nach Krieg und Zerstörung wieder aufzubauen.“ [Mehr Larmoyanz geht kaum – T.]  Merz forderte mehr Mut im laufenden Reformprozess und beklagte: „Wir sehen immer noch sehr viel Zaghaftigkeit, was die notwendigen Reformen betrifft.“  […]

(Funke, 12.06.2026)

[….] Schröder hatte mit hartem Widerstand zu kämpfen, aber er wurde nicht so angefeindet, wie ich angefeindet werde. Ich bin nur gelegentlich auf Social Media unterwegs. Aber wenn Sie mal schauen, was dort über mich verbreitet wird, wie ich da angegriffen und herabgewürdigt werde – kein Bundeskanzler vor mir hat so etwas ertragen müssen. Ich beschwere mich nicht darüber, [Er beschwert sich massiv darüber – T.] aber so ist es. [….]

(Merz im SPIEGEL, 29.04.2026)

Merz begreift nicht, daß man sich Respekt und Wohlwollen verdienen muss und nicht per order di mufti einfordern kann.

MERKT EUCH DAS!
Auch der Pöbel soll gefälligst WOHLWOLLEND auf die Genies Spahn, Reiche, Bär, Dobrindt, Warken, Amthor, Prien und den Gottkanzler selbst blicken!
Nicht immer so negativ sein!
Einfach mal Dankbarkeit zeigen, daß sich der CDUCSU-Politadel überhaupt dazu herab lässt, Euch primitive Simpel zu regieren! Da sollte man auch mal Dankesbriefe an Friedrich, den Großen schicken.
Und statt die Ersparnisse gierig und egoistisch auf dem eigenen Bankkonto zu sammeln, schickt sie lieber altruistisch als Parteispende an die CDU! Carsten Linnemann kann sowieso viel besser damit umgehen!

Wer sagt es ihm? Offenbar niemand. Die Epigonen des Linnemann-Kalibers, die ihn umkreisen, sind viel zu sehr damit beschäftigt, Merz den Hintern zu küssen.

[….] Friedrich Merz’ Gesten der Herablassung: Entschuldigungen gibt es vermutlich nur für Privatpatienten[….] Silvia Dronsch, 53, aus Suhlendorf bei Uelzen, Hautkrebs im vierten Stadium, hatte Ende April beim Bürgerdialog den Bundeskanzler gefragt, warum man die kostenlose Hautkrebsvorsorge streichen wolle, während sich die Politik gleichzeitig über höhere Bezüge Gedanken mache. Sie hatte ihm eine Einladung zu ihrer eigenen Beerdigung zukommen lassen, die sie sich, nebenbei, nicht wird leisten können. Friedrich Merz antwortete, wie Friedrich Merz antwortet, wenn ihm ein Mensch begegnet: Er wies sie zurecht. »Falsche Behauptung«, beschied er der todkranken Frau, sie möge so etwas bitte »nicht einfach ungeprüft wiederholen«.

Der Clip ging viral, Dronsch erhoffte sich eine Entschuldigung, telefonierte sich durch das Kanzleramt, und in der Tat, wie der Regierungssprecher nun berichtet, führte man ein langes und vertrauliches Gespräch mit ihr. An dessen Ende stand ein Brief, in welchem man ihr »Zuversicht« und »Kraft« wünschte – also exakt die zwei Substantive, die das Gesundheitssystem demnächst statt der Vorsorgeuntersuchung kassenfinanziert. Dem Schreiben sei – auf ihren ausdrücklichen Wunsch, wie der Sprecher betont – eine signierte Autogrammkarte beigelegt worden, versehen mit den Worten »Alles Gute«. Eine kranke Frau bittet um eine Geste, und das Maximum, das die Maschine Kanzleramt ausspucken kann, ist ein Stück Pappe mit dem Konterfei des Mannes, der sie öffentlich abgekanzelt hat. Entschuldigungen gibt es vermutlich nur für Privatpatienten und Selbstzahler.

Aber eines muss man Merz wirklich lassen, er bleibt sich treu. Diese Geste ist so absolut on brand, wenn man sich an seine vergangenen Akte überbordender Generosität erinnert: 2004 brachte ein obdachloser Straßenzeitungsverkäufer Merz dessen verlorenes Notebook zurück – samt allen politischen Kontaktdaten und damit noch viel wertvoller als die Summe der Hardwareteile. Als Finderlohn schenkte Merz dem Mann ein signiertes Exemplar seines Buchs »Nur wer sich ändert, wird bestehen: vom Ende der Wohlstandsillusion, Kursbestimmung für unsere Zukunft«.

Die maximale Unfähigkeit, die in diesen gönnerhaften Gesten vermittelte Verachtung zu erkennen, erinnert an Peter Gloystein, den Bremer Wirtschaftssenator, welcher 2005 einem Arbeitslosen mit den Worten »Hier hast du auch was zu trinken« eine Magnumflasche Sekt über den Kopf goss und ehrlich verblüfft war, dass man sich darüber empörte. [….]  Immerhin schickte Merz’ Büro Silvia Dronsch kein Exemplar von »Nur wer sich ändert, wird bestehen«.  [….]

(Samira El Ouassil, 12.06.2026)

Interessant ist der Zeitrahmen. Der Notebook-Vorfall von 2004 wurde in epischer Breite in allen Medien, Satire-Sendungen, Blogs, auf Bühnen und Wahlkämpfen als Sinnbild für die eiskalte empathielose Abgehobenheit des Merz multipliziert. Und 22 Jahre später hat der Mann immer noch kein bißchen daraus gelernt, wiederholt den Fehler tumb immer wieder.