Nachdem Nina Warken ihre sogenannte „Reform“ bei der Pflege
vorstellte, herrscht erstaunliche Einvernehmlichkeit. Grüne und Linke üben schärfste Kritik am Entwurf der Gesundheitsministerin.
Aber auch die Koalitionsparteien SPD und CSU (sic!) stellen sich auf die
Hinterbeine, weil einfach zu offensichtlich ist, wie hier mal wieder einseitig
nur die Schwächten getroffen werden.
[….] Auch aus der Koalition
kommt Kritik an der Pflegereform von CDU-Ministerin Warken - und die ist
deutlich: Das sei "keine Reform, sondern ein Belastungspaket", heißt
es aus der SPD. Ein CSU-Politiker warnt vor einem "Verschiebebahnhof in Richtung
Sozialhilfe".[….] Die Pläne der CDU-Ministerin seien "keine
Reform, sondern ein Belastungspaket", hieß es von Mecklenburg-Vorpommerns
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Der von Warken eingebrachte Entwurf drohe
Pflegebedürftige und ihre Familien stärker zu belasten und die Pflegekräfte
schlechter zu stellen, so die SPD-Politikerin. [….] Deutliche Kritik kam
auch aus der CSU - vom Vorsitzenden der Fraktion im bayerischen Landtag und
früheren bayerischen Gesundheitsminister Klaus Holetschek. Er gesteht der
geplanten Reform zu, sie habe "Lichtblicke". Doch das war es dann
auch mit dem positiven Blick auf Warkens Entwurf. In der Augsburger Allgemeinen
sagte Holetschek, das Gesamtpaket, das Warken vorgelegt habe, überzeuge ihn
nicht.
Wenn Angehörige geschwächt, Kosten
lediglich verschoben und staatliche Pflichten nicht erfüllt werden, dann
entsteht am Ende eine neue soziale Schieflage.
Klaus Holetschek, CSU
Um die steigenden Kosten
der Pflegekassen einzudämmen, sollen laut Warkens Plänen Pflegegrade künftig
strenger geprüft und gegebenenfalls auch befristet bewilligt werden. Zuschüsse
zu den Kosten für Pflegeheime sollen später greifen.
Für Holetschek eindeutig
der falsche Weg: "Wenn Entlastungen später greifen, landen die Mehrkosten
am Ende bei den Kommunen und den Pflegebedürftigen. Das ist keine echte Reform,
sondern ein Verschiebebahnhof in Richtung Sozialhilfe." [….] Auch
Berlins Gesundheitssenatorin Ina Czyborra warnte, angesichts der hohen
Belastungen drohten Pflegebedürftige in die Sozialhilfe abzurutschen. Für die
Kommune Berlin könne das Kosten in zwei- bis dreistelliger Millionenhöhe
bedeuten, für die Sozialämter deutlichen Mehraufwand. "Da fehlt mir gerade
noch die Fantasie, wie das überhaupt bewältigbar ist", so die
SPD-Politikerin im rbb-Interview. [….]
(Tagesschau. 05.06.2026)
Auch auf Social
media gibt man sich rechtschaffend empört, als wäre es neu,
daß die CDU immer und überall, nur danach trachtet, von Unten nach Oben umzuverteilen.
[….] Das müssen wir uns mal auf der Zunge
zergehen lassen: Wer zu Hause seine Angehörigen pflegt, bekommt laut
Pflegereform der #CDU künftig weniger Rente. Das ist ein heftiger Schlag ins
Gesicht von Millionen Menschen in Deutschland, die sich abrackern, damit unser
#Gesundheitssystem nicht vollends zusammenbricht. Denn immerhin werden gut 9
von 10 Pflegebedürftigen zu Hause versorgt, nur ein Bruchteil also in
Krankenhäusern und Pflegeheimen.
Es ist auch kein Geheimnis,
dass meist Frauen pflegen, also im Beruf auf halbe Tage gehen, damit Oma, Opa
oder die eigenen Eltern zu Hause versorgt sind. CDUler spotten ja gern über so
was mit dem Wort „#Lifestyle-Teilzeit“. Und machen wir uns nichts vor: So eine
Pflege belastet massiv, nicht nur die individuelle Psyche, sondern ganze
Familienstrukturen. Wenn die eigenen (Groß-)Eltern plötzlich wieder zu
„Kindern“ werden bzw. ihre #Pflegebedürftigkeit nicht einsehen wollen, zerreißt
es nicht selten ganze Familienbande.
Wer sich hier dennoch
aufopfert, sollte eigentlich eine Tapferkeitsmedaille bekommen. Stattdessen
gibt es von der CDU, also von #Merz, Spahn, Wüst, Klöckner, Warken & Co.,
dafür künftig einen Tritt. Konkret heißt das: Die Rentenansprüche, die pflegende
Angehörige in dieser Zeit ansammeln, werden mal eben um 30 % gekürzt. Das ist
angesichts von eh schon kleinen Renten, die Frauen mit generell hohem Risiko
für #Altersarmut erhalten, maximal existenzgefährdend.
Und damit nicht genug: Da
wir wissen, dass in den kommenden Jahren gut jede dritte Pflegefachperson in
#Rente gehen wird, werden Menschen für ihre Angehörigen noch weniger
Pflegeplätze finden. Das heißt, es werden noch mehr Menschen als pflegende
Angehörige in die #Rentenfalle laufen, die die CDU da aufstellt.
Zeitgleich pampert die CDU
die Überreichen und wagt es nicht, sie anzugehen. Zeitgleich hören wir, dass
die Zahl der Millionäre und Milliardäre in diesem Land explodiert, während
immer mehr Menschen in die #Armut abrutschen - in der drittstärksten Industrienation
der Welt. Übrigens: Wir könnten im Nu sämtliche Kosten für das
#Gesundheitssystem und für alle weiteren Geldtöpfe decken - durch die
Aktivierung der #Vermögenssteuer (plus 147 Mrd./Jahr), durch eine Reform der
#Erbschaftssteuer (plus 8 Mrd./Jahr),
durch eine Reduzierung der fossilen Subventionen (plus 20-65 Mrd./Jahr), durch
ein Lastenausgleich bei den Pandemie-Gewinnern (plus 50 Mrd/Jahr) etc.
Wir kämen konservativ
gerechnet auf 200 Mrd./Jahr zusätzliche Einnahmen. Bei einem #Bundeshaushalt
von rund 500 Mrd. Euro eine stattliche Summe. - Nur CDU, A*D & FDP sind
natürlich die komplett falschen Parteien, so etwas durchzusetzen. Dafür schmiert
die #Finanzlobby zu stark diese Parteien. [….]
(Marc Raschke, 05.06.2026)
Das gleiche Bild in den etablierten Medien: Überall
senken sich die Daumen, weil zu offensichtlich ist, wie Topverdiener,
Privatversicherte und Beamte geschont werden, während Warken die Kleinen henkt.
[…..] Die Gesundheitsministerin spart bei den
Falschen
Pflegende Angehörige
entlasten den Staat um Milliarden. Doch ihre Rentenansprüche wird die
Pflegeversicherung künftig nicht mehr zahlen. Damit steigt das Armutsrisiko,
vor allem für Frauen. [….]
(Milena Hassenkamp, SPON, 05.06.2026)
[….] Das Geld in der
Pflegekasse reicht hinten und vorne nicht. Schon im kommenden Jahr sollen 7,5
Milliarden Euro fehlen. Es ist also richtig, dass Gesundheitsministerin Nina
Warken von der CDU versucht, frisches Geld für die Pflegeversicherung zu
organisieren. [….] Dort zu sparen, wo die Not in der Pflege am größten
ist, geht in die völlig falsche Richtung. Es ist ein verheerendes Signal an die
Pflege zu Hause, dass ausgerechnet bei pflegenden Angehörigen gekürzt werden
soll. Die Ministerin will die Rentenansprüche absenken.
Betroffen sind vor allem
Frauen, die zu Hause pflegen und deshalb weniger oder gar nicht mehr arbeiten
können. Frauen, die meist ohnehin weniger Rente bekommen und stark von
Altersarmut betroffen sind. Genauso ist es ein verheerendes Signal bei den
Pflegebedürftigen im Heim zu sparen. Sie sollen länger auf weiter steigenden
Eigenanteilen sitzen bleiben. [….]
(Jan Zimmermann, Tagesschau, 05.06.2026)
Es wird also wieder einmal statt „reformiert“, lediglich gekürzt.
Und das sozial ungerecht. Gespart werden müsse aber dringend, so ein breiter
Konsens aus Parteien, Presse und Social Media.
Wie viel haben wir denn eigentlich noch im Topf, fragt
man sich. Der Mann, der die Töpfe geleert hat, kann es beurteilen: Maskendealer
und Ex-Gesundheitsminister Spahn.
[…] Aus ihrer eigenen
Partei, der CDU, bekommt Warken Rückendeckung. "Die Pflegeversicherungen,
wie übrigens auch die Krankenversicherungen, die sind schlicht und einfach
pleite. Und zwar nicht ein bisschen, die sind richtig pleite, im
Milliardendefizit", rückte Unionsfraktionschef Jens Spahn den Ist-Zustand
und damit die aus seiner Sicht dringende Notwendigkeit einer Reform in den
Fokus.
Es fehle schlicht an Geld
"und das bei gleichzeitig alternder Gesellschaft". Vor gut 20 Jahren
habe es bundesweit etwa zwei Millionen pflegebedürftiger Menschen gegeben,
mittlerweile seien es etwa sechs Millionen. [….]
(Tagesschau, 05.06.2026)
Da fein, wir sind also nicht nur „schlicht und ergreifend pleite“ (Spahn),
sondern auch „Und zwar nicht ein bisschen, die sind richtig pleite, im
Milliardendefizit"!
Aber was spricht eigentlich gegen ein Gesundheitssystem,
das sehr teuer ist? Wieso sind sich alle so wahnsinnig sicher, daß gespart
werden müsse? Dabei wird doch schon eingeräumt, daß durch Warkens Paket gar
keine Kosten wegfallen, sondern lediglich auf die Ärmsten abgeschoben werden. Wer
keine 4.000 Euro für einen Heimplatz aufbringen kann, wer nicht selbst pflegen
kann, fällt eben in Sozialhilfe. Dann zahlt wieder die Allgemeinheit, aber eben
nicht aus Warkens Topf, sondern dem allgemeinen Steueraufkommen.
Ich sage: Das ist Bullshit! Statt zu sparen, sollte man
lieber noch viel mehr Geld in Pflege und den Gesundheitssektor stecken. Lasst
uns das Pflege- und Gesundheitssystem als großen Wirtschaftsfaktor sehen, der
mehr Menschen ernährt und mehr Jobs vergibt, als die Auto-Industrie! Es ist
gut, wenn das teuer ist, weil die dort Arbeitenden dann mehr Geld verdienen und
somit Konsum und Nachfrage angekurbelt werden. Krankenhäuser können
investieren, neue Zentren bauen lassen, modernisieren. Qualifizierte Arbeitsplätze
schaffen, attraktivere Arbeitsbedingungen bieten. Idealerweise wird die Medizin
in Deutschland dadurch so modern und international führend, daß dadurch ein gutes
Image auf das ganze Land abfärbt. Wir könnten noch mehr internationale Superreiche
anlocken, die für Spezialbehandlungen und komplizierte OPs nach Deutschland
reisen und viel Geld in unser System stecken. Zum Wohle ihrer Gesundheit und
zum Wohle unserer Wirtschaft.
Was natürlich nicht passieren darf, sind Privatisierungen
à la Grosse Broermann, der von seinen CDU-Schwippschwagern in Regierungsämtern,
die Hamburger Landesbetriebe Krankenhaus quasi geschenkt bekommt und dann derartig
viel Geld aus dem System zieht, daß er verzweifelt mit seinen Milliarden Luxushotels
aufkauft, weil er gar nicht mehr weiß, wohin mit dem ganzen Geld.
Geld, daß er vom Staat und den Beitragszahlern abzockte.
Das bekannte Motto „Verluste sozialisieren, Gewinne
privatisieren“ darf im Gesundheitswesen niemals angewendet werden.
(….) Mit diesem Superdeal schwoll Bernd Broermanns
Privatvermögen binnen weniger Jahre von nichts auf mittlerweile fast drei Milliarden Euro.
Die von seinen Mitarbeitern erwirtschafteten und den
Patienten bezahlten Milliarden fließen nämlich nach der Wahnsinnstat des
CDU-Bürgermeisters und des CDU-Finanzsenators nicht mehr in die Krankenhäuser,
sondern in die Taschen des Peiner-Freundes Broermann.
Auch das noble Kempinski Hotel Falkenstein und das Villa Rothschild
Kempinski – beide in Broemanns Wohnort Königstein im Taunus – gehörten dem
Asklepios-Besitzer, während das 5-Sterne-Hotel „St. Wolfgang“ im bayerischen
Bad Griesbach sogar direkt in den Asklepios-Konzern eingegliedert ist. Da
wissen die Mitarbeiter von Asklepios wenigstens, wofür sie die unzähligen
Überstunden leisten und wofür sie sich physisch wie psychisch kaputtmachen
lassen. Anstatt die Gewinne dazu zu nutzen, die Qualität der Krankenhäuser zu
steigern, indem er dafür sorgt, dass zumindest im Ansatz genügend Personal
vorhanden ist, kauft Bernard gr. Broermann sich lieber ein Luxushotel nach dem
anderen. Das ist nicht nur eine schallende Ohrfeige für die Mitarbeiter, denen
alles abverlangt wird, um die Kosten zu drücken, sondern auch für die Patienten
der Asklepios-Krankenhäuser. […] Die
gesellschaftliche Bilanz von Broermanns unternehmerischen Tätigkeiten fällt
indessen verheerend aus: Die Mitarbeiter der übernommenen Kliniken sind die
Verlierer, die nicht nur schlechter bezahlt werden, sondern auch unter dem
Stress und der Überbelastung physisch wie psychisch leiden. Die Patienten sind
ebenfalls die Verlierer, da sie von Pflegekräften und Ärzten, die chronisch
überarbeitet sind, nicht bestmöglich versorgt werden können. Die Kommunen sind
ebenfalls die Verlierer, da sie sich ihr Tafelsilber unter Wert haben abnehmen
lassen. Die einzigen Gewinner dieses Spiels sind Bernd große Broermann, der
mittlerweile Milliardär ist und sich zwei Luxushotels im noblen Taunus
angeschafft hat, und seine Geldgeber.
(Jens Berger 12.12.2014)
Ungeniert hacken die Hamburger
CDU-Politiker von heute auf dem SPD-Senat rum.
Für die Folgen ihrer
desaströsen Politik scheinen sie sich nicht zu schämen.
(Nachbeben, Teil II 09.12.2015)
Die Liberalisierer, Privatisierer aus CDU und FDP hatten
die Verachtung des Staates gemein mit den Trumps und AfDlern von heute gemein.
„Die Politik“ kann es nicht. Alle Macht der Wirtschaft,
alle Macht den Managern, alle Gewinne den Reichsten. (….)
(Staatsverachtung. 26.11.2016)
Umgekehrt wird ein Schuh draus: Private Träger
sozialisieren, Gewinne sozialisieren, so daß mit den Milliarden-Überschüssen
nicht Klinikbetreiber und Pharmaindustrie, Shareholder und Manger steinreich
werden, sondern daß alle Angestellten profitieren und die Ärmsten entlastet
werden.