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Mittwoch, 16. September 2026

Nur nicht das Richtige tun!

Merz im Panik-Modus vor den Landtagswahlen in Berlin und MeckPomm; nur so lässt sich sein Hüftschuss gegen die hohen Benzinpreise erklären.

Nun sind aufgrund internationaler Krisen rasant steigende Öl- und damit auch Benzinpreise, seit den autofreien Sonntagen in den 1970ern bekannt.

Es gab also über 50 Jahre Zeit, den Instrumentenkasten zu bestücken, mit dem der Staat darauf reagieren kann, um die verzweifelten Bürger an den Tankstellen zu entlasten.

Fast unnötig zu erwähnen, daß der Fritzekanzler das halbe Jahrhundert verschlafen hat und daher jetzt nicht fähig ist, den Kurs vorzugeben.

Wie soll es denn konkret gemacht werden?

Es gibt nämlich klare Zielkonflikte, deren Lösung eine fundamental politische Entscheidung ist:

1.   Aus ökologischer und Klimaschutz-Sicht ist ein sehr hoher Benzinpreis wünschenswert. Nur so entsteht genügend Druck, daß wir endlich von dem Verbrenner-Wahnsinn abrücken. Die gerechteste Verteilung der Umweltschäden durch Fossilkraftstoffverbrennung ist ein hoher Spritpreis.
Dann profitieren alle, die sich vernünftig verhalten, indem sie keine Benziner/Diesel-PKWs fahren, ihre Öl/-Gasheizungen durch Wärmepumpen ersetzt haben, die aus erneuerbaren Quellen generierten Strom verbrauchen, idealerweise eine eigene Photovoltaikanlage besitzen.

2.   Aus sozialer Sicht und der Perspektive der Gerechtigkeit ist ein sehr hoher Benzinpreis nicht wünschenswert, weil es für urbane Innenstadtmenschen wesentlich leichter ist, sich ohne privates Auto zu bewegen, als für die Landbevölkerung. Vermögende Villenbesitzer können einfacher in Fossil-unabhängige Strom- und Wärmeerzeugung investieren, mehr von staatlichen Förderungen profitieren, währen niedrig verdienende Mieter fast keinen Einfluss auf die Art der Heizung ihrer Wohnungen haben.

3.   Aus ökonomischer Sicht ist ein sehr hoher Benzinpreis nicht wünschenswert, weil damit in der deutschen fossillastigen Industrie und Stromerzeugung die Produktionspreise steigen, „alles teurer wird“ und daher die Preise auf dem Weltmarkt weniger konkurrenzfähig werden.

4.   Aus Fossillobbyisten-Sicht ist ein sehr hoher Benzinpreis wünschenswert, denn die Konzerne und Versorgungsunternehmen, greifen enorme „Übergewinne“ ab, profitieren am allermeisten von staatlichen Leistungen zur Senkung des Spritpreises und zwar mehrfach: Sie geben Steuersenkungen nicht (vollständig) an die Verbraucher weiter und verdienen durch den mit billigeren Endpreisen steigenden Absatz.

Ein richtlinienkompetenter Kanzler würde nun vorgeben, wie man diese vier Perspektiven gewichtet.

Ein politisch erfahrener Kanzler wüßte, welche Methode kurzfristig zu welchen Kosten durchsetzbar ist: Preisdeckel, belgisches Modell, 12 Uhr-Regel, Direktzahlungen an die bedürftigsten Verbraucher, Übergewinnsteuer, Mehrwertsteuersenkung, erhöhte Pendlerpauschale, Neun-Euro-Ticket (bereits empört von den C-Parteien abgelehnt), Energiesteuersenkung?

Die Methoden haben alle Vor- und Nachteile. 

[….] Eine Tankfüllung ist astronomisch teuer, Politiker kündigen Maßnahmen an. Besser wäre es, sie würden sagen: Angesichts der weltpolitischen Lage können wir im Moment wenig Sinnvolles tun. [….] Es gibt jedoch gleich drei Probleme. Erstens: Solange es auf den Weltmärkten an Rohöl mangelt, weil Raffinerien beschossen und Handelsrouten blockiert werden, werden die Preise eher weiter steigen als sinken. Gegen diese Gesetzmäßigkeit kann keine Regierung dauerhaft ansubventionieren.

Zweitens: Staatshilfen fallen nicht vom Himmel, sie müssen von den Steuerzahlern – den heutigen oder den künftigen – finanziert werden. Anders gesagt: Will der Autofahrer Müller Unterstützung, muss der Steuerzahler Müller dafür aufkommen. Und drittens: Das eine Instrument, das Bürger und Betriebe gezielt entlastet, ohne zugleich Unsummen zu kosten, Anreize zum Energiesparen zu beseitigen und eine riesige Bürokratielawine auszulösen, gibt es nicht. Alle Konzepte kommen vielmehr mit großen Risiken und Nebenwirkungen daher.

Das hat etwa der sogenannte Tankrabatt, also die Senkung der Energiesteuer, im Mai und Juni gezeigt. Er konnte die Preise nicht nachhaltig senken, kostete die Staatskasse aber dennoch sage und schreibe 1,6 Milliarden Euro – in zwei Monaten. Stattdessen ist nun von Direktzahlungen des Bundes an die Menschen die Rede, womöglich noch sozial gestaffelt. Das zuständige Bundeszentralamt für Steuern hat jedoch von mehr als 80 Prozent der Bundesbürger gar keine Kontonummer, zudem fehlt der Überblick über die individuellen Einkommensverhältnisse.

Eine Erhöhung der Pendlerpauschale wiederum wirkt erst mit Verspätung und nur bei Menschen, die überhaupt entsprechend Steuern zahlen, also nicht bei Geringverdienern.    […]

(Claus Hulverscheidt, 16.09.2026)

Ein vorbereiteter und strategisch planender Kanzler, hätte das alle bereits durchdacht oder durchdenken lassen, weil nichts davon neu ist und die Desaster von Hormus und Bab al-Mandab lange absehbarwaren.

Unglücklicherweise haben wir nicht so einen Kanzler, sondern bloß Merz und eine Wirtschaftsministerin, die ausschließlich Punkt 4 verpflichtet ist.

Die einzige Lösung, sich aus dem Öl/Gas-Preis-Clusterfuck zu befreien, ist selbstverständlich, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern massiv zu verringern. Andere Nationen machen das erfolgreich vor, indem sie wie Norwegen bereits auf erneuerbare Energieerzeugung umgestellt haben, wie in Skandinavien schon lange verpflichtend auf Wärmepumpen setzen oder de facto nur noch E-Autos zulassen.

Der deutsche Urnenpöbel setzt allerdings mehrheitlich auf die  Fossillobbyistenparteien AfD, FDP, FW, BSW, CDU und CSU. Daher marschieren wir energiepolitisch in eine tödliche Sackgasse, vergrößern unsere Abhängigkeit von fossilen Energien, versagen bei der Produktion von E-Autos, verölen das Ampel-Heizungsgesetz, bremsen in der EU beim Klimaschutz, stoppen CO2-Abgaben, wettern wider das Verbrennerverbot. Das ist alles grundlegend FALSCH.

Ich tendiere daher, auch im Gegensatz zu meiner SPD, sehr stark zu Position 1.

Es darf bei diesen Benzinpreisen auf keinen Fall zusätzliches Steuergeld in die Taschen der Energiekonzerne geleitet werden, es soll nicht der Verbrauch von klimakillenden Energieformen durch billigere Preise gefördert werden.

Ich bin nicht überzeugt von den sozialen Argumenten gegen E-Autos, nach denen sich doch nur der „reiche Tesla-Tobias“ leisten könne auf Benziner zu verzichten.

Auf keinen Fall darf Geld einseitig zu den Benzin-Käufern fließen, während diejenigen, die aus Vernunft oder Armut auf ÖPNV/Fahrrad/E-Auto/Pedelec setzen, leer ausgehen.

(….) Und die armen Pendler, die auf ihr Auto angewiesen sind? Bin ich ihnen gegenüber zu arrogant?

 [….] Mir ist der Krieg gegen Iran keineswegs egal, seine Auswirkungen auf die Energiepreise aber schon. Öl und Gas spielen bei meinen Haushaltskosten keine Rolle. Das klingt privilegiert, doch auch Sie können etwas tun.   [….] Ich finde es angenehm, dass zu unserem Haus keine Leitung führt, die ein flüchtiges, extrem brennbares Gift enthält, an dem man ersticken kann. Mir ist völlig klar, dass das überwiegend irrational ist, denn Gasunfälle sind in Deutschland recht selten. Aber mal ehrlich: Haben Sie schon mal von einer Wärmepumpenexplosion gehört? Oder davon, dass eine ganze Familie nachts  wegen einer kaputten Wärmepumpe erstickt ist? Ich auch nicht.  [….]  Meine Familie und ich leben, energetisch betrachtet, in der Zukunft: Wenn die menschliche Zivilisation die Klimakrise überleben soll, dann werden bald alle so leben müssen wie wir. Vollständig elektrifiziert, versorgt mit Energie von der Sonne.  [….] Knapp 44 Prozent der Deutschen lebten 2022 in selbstgenutztem Wohneigentum . All diese Menschen treffen permanent private Investitionsentscheidungen. [….] Noch 2022 wurden in 28 Prozent  der neu gebauten Wohneinheiten Gasheizungen als primäre Wärmequellen verbaut. Seit 2022, seit Russlands Angriff auf Kyjiw also, wurden in Deutschland weitere zwei Millionen Gasheizungen verbaut . [….] Deutsche Autokäufer zahlten 2025 durchschnittlich über 44.000 Euro für einen Neuwagen. Dieselfahrzeuge sind im Schnitt sogar teurer als Elektroautos. Und trotzdem waren nur 19 Prozent der in Deutschland 2025 verkauften Wagen rein batterielektrisch. Die Leute entscheiden sich sehenden Auges für das Falsche, Giftige, Teure, Gefährliche, geopolitisch Problematische. Kommen Sie mir also bitte nicht mit der armen Krankenschwester auf dem Land. Bei sehr vielen Deutschen liegt es keineswegs am Geld. [….]

(Prof. Christian Stöcker, 08.03.2026)

Eine Woche vor der Landtagswahl im Baden Württemberg, erschien im SPIEGEL eine Reportage über die Stimmung unter den vielen Angehörigen der Autobau- und Zulieferer-Industrie. Wieso wählen diese seit Jahrzehnten vom Erfolg verwöhnten und gut verdienenden Menschen rechts?

Schon vor Trumps Irankrieg schimpften die Reichen Schwaben über die Benzinpreise

[….] Die Automobilbranche in Deutschland ist vom Erfolgskurs abgekommen, sie schlingert und verliert an Tempo, wo sie beschleunigen müsste. Nirgendwo zeigt sich das deutlicher als am Geburtsort des modernen Automobils. In Baden-Württemberg hängen direkt und indirekt knapp eine halbe Million Arbeitsplätze am Auto.  [….]

(Christine Keck, 28.02.2026, DER SPIEGEL 10/2026)

Wäre es nicht gerade an den wohlhabenden Cleverles, sich rechtzeitig zu Stromern umzuorientieren?

Technisch sind wir so weit. Viele Deutsche sind auch reich genug, sich aus den Krallen der Fossillobby zu lösen.

Aber die Propaganda der rechten Medien und der toxischen CDUCSUAfD-Politik ist so stark, daß sich die Verbraucher von Ideologie und Unwissenheit treiben lassen. (….)

(Merkwürdige Ansichten, 20.03.2026)

Meine Solidarität mit pendelnden Landeiern, deren Arbeitswege an der Zapfsäule immer teurer werden, ist begrenzt, weil sie traditionell von klimaschädigender Pendlerpauschale und Dienstwagenprivilegien profitieren und zudem die niedrigeren Lebenshaltungskosten/Mieten außerhalb der Metropolen genießen.

Mieter, die keinen Einfluss auf die Heizungsanlagen haben, müssen eher entlastet werden.

Dienstag, 15. September 2026

Von der Zukunft in den Arsch gebissen

Der klügste und größte und beste US-Präsident aller Zeiten, der mächtigste Mann der Welt, weiß was es mit der Extinction by AI-Gefahr auf sich hat.

[…] Debatte über KI-Risiken »Das ist alles ein Hoax«, sagt Trump über den Handylautsprecher

Viele warnen vor KI-Schreckensszenarien, Donald Trump gibt sich in einem Telefonat mit dem Nvidia-Chef vor Konferenzpublikum ganz entspannt. Alles, was es brauche, sei ein starker und kluger Präsident. […]

(SPON, 15.09.2026)

“This is even wilder than the RUSSIA, RUSSIA, RUSSIA HOAX, or the Global Warming Scam”; soweit der US-Präsident am 14.09.2026. Man kann also beruhigt sein, den nobody knows more about science als Donald Trump

Mit seinem überwältigenden wissenschaftlichen Verständnis konnte er schließlich schon die angeblichen Klimaerwärmung bei seiner Rede vor der UN im September 2025 als „Hoax“ entlarven: „Donald Trump has declared victory in his ‚War on the Climate Change Hoax"

[…] Some countries' leaders are watching rising seas threaten to swallow their homes. Others are watching their citizens die in floods, hurricanes and heat waves, all exacerbated by climate change.

But the world U.S. President Donald Trump described in his speech at the United Nations General Assembly on Tuesday didn't match the one many world leaders in the audience are contending with. Nor did it align with what scientists have long been observing. "This 'climate change,' it's the greatest con job ever perpetrated on the world, in my opinion," Trump said. "All of these predictions made by the United Nations and many others, often for bad reasons, were wrong. They were made by stupid people that have cost their countries fortunes and given those same countries no chance for success. If you don't get away from this green scam, your country is going to fail."  [….]

(AP, 25.09.25)

Da kann die Menschheit aber froh sein, einen so weisen Anführer zu haben, der entsprechend durchgreift.

[….] Die US-Umweltbehörde EPA hebt Vorschriften zur Begrenzung klimaschädlicher Treibhausgasemissionen von Kohle- und Gaskraftwerken auf. Der Großteil der Treibhausgasvorschriften für US-Kraftwerke, die unter der demokratischen Regierung des vorherigen Präsidenten Joe Biden eingeführt wurden, werde zurückgenommen, teilte EPA-Chef Lee Zeldin bei einem G20-Ministertreffen in Houston im US-Bundesstaat Texas mit.

„Mehr als 15 Jahre lang haben die Regierungen unter (Barack) Obama und Biden einen Krieg gegen die Kohle geführt, um zuverlässige und erschwingliche Energie zu zerstören“, wurde Zeldin in einer Mitteilung seiner Behörde zitiert. Die Regierung von Präsident Donald Trump sei angetreten, um das zu ändern. Die Kohleverbrennung zur Stromerzeugung werde wohl um mehr als das Zehnfache steigen, heißt es in der EPA-Mitteilung. [….] Im Februar hatte die Umweltbehörde der Linie Trumps folgend Treibhausgase für unproblematisch erklärt und damit die zentrale rechtliche Grundlage für Gesetze zum Schutze des Klimas gekippt. [….]

(dpa, 15.09.2026)

Da hat man gleich ein gutes Gefühl, wenn man die Regulierung der AI in den Händen zweier so seriöser und ehrlicher Männer, wie Xi und Trumpweiß.

Das ist das Schöne an der Demokratie: Die Schwarmintelligenz des Souveräns sorgt dafür, wissenschaftliche Vordenker wie Trump, Merz, Putin oder Erdoğan zu den mächtigsten Figuren der Erde aufsteigen, um die verrückte schrille linksgrünversiffte „Klima-RAF“ zu stoppen, Windräder abschalten „weil sie hässlich sind und weil sie nicht in die Landschaft passen“, der „Klimaschutz überbetont“ war und windmills auch noch „krebserregend“ sind:

So setzten Merz, Reiche, Trump, Zeldin wieder voll auf die Abhängigkeit von der Fossillobby und machen Schluss mit der elenden E-Mobilität. Zum Glück sind Erdöl und damit auch das Benzin so schön billig.

Diese Genies werden sicherlich auch alle Gefahren durch künstliche Superintelligenzen viel besser, als die dummen Experten beurteilen können.

[….]  Concerning AI, when, in the History of Business, did anyone see the Leaders of an Industry call for Regulation that, if strongly implemented, will drive them into oblivion and bankruptcy? AI taking over the World, destroying Humanity, and all other things bad, is a HOAX, no different from RUSSIA, RUSSIA, RUSSIA — UKRAINE, UKRAINE, UKRAINE — IMPEACHMENT HOAX #1 — IMPEACHMENT HOAX #2 — and all of the other HOAXES and SCAMS that America was forced to endure through the Destructionists’ and Deviants’ foul play and illegal conduct. President Xi, of China, just announced that China will be doing absolutely nothing to stand in the way of AI, or its future. Google has recently stated that they want to build a massive Plant in Finland, all because they are finding permitting too difficult in the United States. I am not happy about this, and want them to change their thinking. AI, and Data Centers, will be the Greatest Economic Development Engine in History ­­— Bigger than Oil, Gold, Diamonds, or even the Internet. It will not be stopped by brilliantly run Destructive Forces during the Term of President DONALD J. TRUMP! [….]

 (Trump, 14.09.2026)

Abseits der Regierungs-Genies Trump und Merz, gibt es natürlich auch Leute in den Chefsesseln, die nicht auf den Kopf gefallen sind und ihre Karten perfekt ausspielen.

 [….] Dass die jemenitischen Huthi jetzt das „Tor der Tränen“ in den Griff nehmen, ist kein Zufall. Trump und Netanjahu haben die halbe Welt in einen Konflikt hineingezogen, in dem noch viele Tränen fließen werden. [….] Wer verstehen will, wie Geopolitik funktioniert, sollte an die Tankstelle fahren. Der Liter Super bei 2,31 Euro, der Liter Diesel bei 2,38; die Albtraummarke von drei Euro für den Liter Diesel kommt bereits in Sichtweite. Dank bei der Gelegenheit also an Donald Trump und Benjamin Netanjahu. [….] Die Iraner spielen ihre Karten perfekt, überfordern ihren Gegner. Dass die jemenitischen Huthi das „Tor der Tränen“ mit ihren Truppen in den Griff nehmen und den Export von Öl aus Saudi-Arabien jetzt vollends strangulieren wollen, ist kein Zufall. Iranische Revolutionsgardisten haben die Offensive geplant, die Huthi bewaffnet, den Schachzug im richtigen Moment ausgeführt. [….] Trump kann den Konflikt derzeit weder militärisch noch politisch in seinem Sinne lösen. Er kann allenfalls einer Friedenslösung iranischer Handschrift zustimmen. Dies würde die jahrzehntealte geopolitische Grundkonstellation am Golf – und damit die Kontrolle über einen Teil der globalen Öl- und Gasreserven – schrittweise auf den Kopf stellen. [….]

(Tomas Avenarius, 14.09.2026)

Wie schaffen es die von der stärksten Militärmacht aller Zeiten attackierten Iranischen Mullahs und die jemenitischen Huthi, sich gegen die superreichen und übermächtigen Saudis, Israelis und Amis durchzusetzen?

Indem sie beispielsweise US-amerikanische AIs nutzen, um Trump auf Social Media lächerlich zu machen und mit „CLAUDE“ gegen die Hightech-Marine der USA vorzugehen.

[….]  Huthi-Rebellen entwickelten Raketensoftware mithilfe Künstlicher Intelligenz: Mit Claude Code wurden Steuerungsprogramme geschrieben. Die Sicherheitsmaßnahmen wurden ausgehebelt

Wie das US-Unternehmen Anthropic in einem Bedrohungsbericht („Intelligence Threat Report“) öffentlich machte, hat eine Akteursgruppe im Norden des Jemen versucht, das KI-Modell Claude direkt zur Entwicklung militärischer Steuerungssoftware für Raketensysteme einzusetzen.

Zwar nennt Anthropic die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen, die weite Teile des Nordjemen kontrollieren, im Bericht nicht explizit beim Namen, das Profil der Akteure und der geografische Raum deuten nach übereinstimmenden Analysen jedoch klar auf diese Miliz hin.

Laut einem nun veröffentlichten Bericht über den Missbrauch von KI versuchten die Milizionäre mithilfe des Programmier-Agenten Claude Code faktisch, menschliche Softwareentwickler im Bereich der Luftfahrt zu ersetzen. Ziel war die Entwicklung sogenannter GNC-Systeme (Guidance, Navigation, and Control), die für die Kurskorrektur, Lenkung und Flugstabilisierung von Flugkörpern verantwortlich sind.

Professionell organisiert: Dabei organisierten die Akteure die KI-Anwendung fast schon so, wie das "echte" Softwareentwickler machen. Es wurden mehrere Claude-Instanzen parallel betrieben. Eine Instanz verfasste den Quellcode, eine zweite betrieb Recherche, während eine dritte als "Code-Reviewer" fungierte und die Arbeit der ersten Instanz gegenprüfte. [….]

(Peter Zellinger, 13. September 2026)

Kaum zu glauben; sollte es tatsächlich böse Buben auf dieser Welt geben, die NOCH schlauer als Trump sind?

[…..] Kämpfer in Badelatschen, antike Gewehre, die stimulierende Droge Kath scheint auch immer mit dabei zu sein: Im 40-minütigen Videomaterial , das die jemenitischen Huthi-Milizen von ihrem Vormarsch auf die wichtige Meerenge Bab al-Mandab veröffentlichten, präsentieren sie sich nicht gerade als Hightech-Armee. Dabei leisten sie Luftangriffen Saudi-Arabiens und der USA schon seit elf Jahren erbitterten Widerstand. Nun liefern sie sich mit der Armee der international anerkannten Regierung im Südwesten des Landes schwere Kämpfe. Ihr Vorstoß ans Meer ist geopolitisch verheerend.

 

Die Huthis hatten schon vorher die Schifffahrt im Roten Meer terrorisiert, jetzt ist ihre Position noch besser. Und das schlimmste: Sie sind mit Iran verbündet, Teheran kontrolliert nun de facto die zwei wichtigsten Meerengen im Nahen Osten, die Straße von Hormus und Bab al-Mandab. Dieses Nadelöhr ist wichtig für den Ölhandel nach Asien, die Weltmarktpreise  für den Rohstoff steigen. [….] Die Huthis setzen auch auf ballistische Raketen und nahmen bereits die Ost-West-Pipeline der Saudis ins Visier, die ans Rote Meer führt. Auch hier dürfte KI im Spiel gewesen sein. Laut dem jüngsten Gefahrenbericht von Anthropic  nutzen die Huthis offenbar Claude, um die Zielsuche ihrer Waffen zu verbessern. »In Zukunft dürften es solchen Akteuren dank KI leichter fallen ihre Waffen zu verbessern«, erklärt Fabian Hinz. [….]

(Oliver Imhof, 15.09.2026)

Mittwoch, 9. September 2026

Zukunft abgekürzt.

Die Jugend in den frühen 1980ern, ab dem Sommersemester 1988 an der Uni, Ende der 1990 bekamen die meisten meiner ehemaligen Mitschüler Kinder. In den 2010nern starben meinen Freunden die Eltern weg. Nun sind wir, Ende Boomer/Anfang GenX, kurz vorm Rentenalter. Einige wenige hatten Jobs, in denen sie sehr viel verdienten und sind finanziell gut abgesichert. Die Mehrheit stellt sich auf Schmalhans im Alter ein, gruselt sich vor einsamer Abhängigkeit in völlig überlasteten Pflegeeinrichtungen. Es muss nicht unbedingt besser sein, Kinder und Enkel zu haben, weil man sich darum sorgt, ihnen zur Last zu fallen. Außerdem gibt es diverse Altersgenossen, die jetzt schon mit teilweise erheblichen gesundheitlichen Einschränkungen leben. Man ist in diesem „irgendwas ist immer“-Alter. Die Gesundheitschecks werden unheimlicher, weil es immer wahrscheinlicher wird, daß Probleme gefunden werden. Mit meinem 25 Jahren altem Auto fahre ich auch nicht mehr unbeschwert zum TÜV.

Als ich letztes Jahr auf der Straße hinschlug, weil ich offenbar zu senil bin, um sicher zu gehen, wurde mein Knie geröntgt. Da Bild klemmte schon auf dem Lichtboard, als ich auf die junge Orthopädin wartete. Nach meinem Laienverständnis sah ich keine Knochenverletzungen, aber merkwürdige Frakturkallus-artige Wucherungen, die mir Sorge bereiteten. Als die Ärztin kam, entwarnte sie; „nichts gebrochen“. Auf meine besorgte Frage, was das für eigenartige Wölkchen wären, winkte sie ab „ach, das sind nur ganz normale Ablagerungen IN IHREM ALTER!“

Klar. Aus Sicht einer Anfang-30erin bin ich ein Wrack. Aber andererseits sollten statistisch noch ein paar Dekaden Lebenszeit übrig sein, auch wenn immer mehr Symptome auf eine baldige Überschreitung meines Mindesthaltbarkeitsdatums hinweisen. Natürlich, Joghurt, Quark und Nudeln sind nach dem Ablauf des MHD immer noch genießbar. Ich habe noch das Schimpfen meiner Mutter im Ohr, wenn ich als Generation Überfluss, Lebensmittel mit dem Erreichen des MHD in den Müll werfe.

Also, man kann den abgelaufenen Reis natürlich noch essen, aber dabei entwickelt sich ein latentes Unbehagen. Unterbewußt schmeckt man nach, ob das wirklich noch gut ist. Genauso geht es mir, bei dem Gedanken, die nächsten Male zu Nullen.

Offensichtlich leben viele dann immer noch, aber ob das noch so toll schmeckt?

Besser wird es jedenfalls nicht.

Allerdings gibt es global erhebliche Anzeichen für eine deutliche Abkürzung unser aller und natürlich damit auch meiner Restlaufzeit.

2020 erinnerte uns an die durchaus reale Gefahr einer Pandemie, die wirklich jedes menschliche Leben ausrottet. Die Chancen, einer globalen Seuche zu erliegen, steigen, weil wir mehr werden, uns enger auf die Pelle rücken, von Algorithmen systematisch zu Covidioten verblöden, die sich Impfungen und Masken verweigern und natürlich durch immer mehr rechtsextreme Gaga-Regierungen, die wie die USA aus der WHO austreten, Virologen die Forschungsmittel entziehen, Gesundheitsbehörden schließen. Ein gefährlicher Spinner und Verschwörungstheoretiker ist jetzt US-Gesundheitsminister, die Amis lassen sich weniger Impfen und die Regierungspartei klagt Dr. Fauci an.

2022 der Ukraine-Krieg, 2023 die Hamas-Attacke mit der darauf folgenden Vernichtung Gazas, 2026 der Beginn des US-Krieges gegen den Iran. Der hybride Krieg Russlands gegen Westeuropa, der Beginn der Kriegsphase Null auf deutschem Boden und erst Recht ein mental inzwischen vollkommen unzurechnungsfähiger US-Präsident, der als Oberbefehlshaber mit dem Atomkoffer in der Hand Wutanfälle bekommt; machen einen Weltkrieg, womöglich einen Atomweltkrieg, sehr viel wahrscheinlicher. Das Two-Theater-Szenario, also ein simultaner Angriff Chinas auf Taiwan und Russlands auf das Baltikum wird rückt näher. Persönlich würde ich einen schnellen Tod in einem nuklearen Pilz natürlich bevorzugen. Für die Flora und nicht humanoide Fauna wäre es allerdings sehr unfreundlich.

Sehr sicher ist der Klimakollaps, von dem wir 2026 einen ordentlich Vorgeschmack in Deutschland erlebten. Schon jetzt sterben jedes Jahr weltweit Hunderttausende an den Folgen der Erderhitzung. Nur wir Reichen in den Industriestaaten können uns mit technischen Hilfsmitteln noch etwas länger am Leben erhalten. Selbst wenn die Menschheit heute vollkommen damit aufhörte, klimaschädigende Gase in die Lust zu blasen, würde sich die Erde noch 15-20 Jahre weiter aufheizen; so lange dauert es, bis die kritische Schicht um die Erdoberfläche erreicht ist.

Aber wir hören nicht nur nicht damit auf, das Klima zu zerstören. Wesentliche Player – USA, Deutschland, Russland – gehen diametral in die falsche Richtung, fördern massiv die Verbrennung fossiler Energieträger, bremsen die erneuerbaren Energien aus.

Der Hitzetod kommt also bestimmt und wird dramatische Migrationsbewegungen auslösen, wenn immer mehr Landstriche austrocknen und unbewohnbar werden. Das wird kein angenehmer Tod, der aber in Nordeuropa mit den entsprechenden finanziellen Mitteln vielleicht noch bis zu 20 Jahre auszusitzen ist, bis alles komplett zusammenbricht.

Aber es gibt Hoffnung! Vielleicht entkommen wir der Zombi-Apokalypse durch Pandemie, dem russischen Raketenbeschuss und der klimatischen Verglühung bei 50°C! Das bleibt uns nämlich alles erspart, wenn hyperkomplexe KI bis Ende der Dekade Homo Sapiens als die Gefahr erkennen, der er ist und uns einfach ausrottet.

Dafür spricht vieles, wie der KI-Guru Nate Soares erklärt.

[….] Soares: Es ist nicht so, dass diese Systeme uns hassen. Wir sind ihnen nur egal. So wie Ameisen uns Menschen egal sind. Wir bemühen uns nicht, Ameisen zu töten. Wir bauen nur manchmal unsere Sachen dorthin, wo Ameisen leben.

ZEIT: Aber wie könnte KI in der Lage sein, alle Menschen zu töten oder überhaupt einen Menschen?

Soares: Man muss sich klarmachen, wie sich die Menschheit entwickelt hat. Uns hat niemand eine Waffe in die Hand gedrückt. Die Primaten, die wir einst waren, haben Waffen entwickelt und sind schließlich bei Atombomben angekommen. Diese Macht, aus fast nichts etwas aufzubauen, mit dem man die Welt kontrollieren kann, sitzt im Kopf. Und genau diese Fähigkeit versuchen die KI-Firmen gerade zu automatisieren. Das ist das erklärte Ziel von Leuten wie Elon Musk und Sam Altman: automatisierte Fabriken, die Roboter bauen, die automatisierte Fabriken bauen.

ZEIT: Aber noch mal: Um der Menschheit ernsthaft gefährlich werden zu können, müsste sie Fähigkeiten entwickeln, die heute kaum vorstellbar sind. Wie genau kommt sie dorthin?

Soares: Das ist ungefähr so, als würde man im Jahr 1800 fragen, wie das Militär der Zukunft aussieht. Ein Wissenschaftler von damals wüsste bereits, wie viel Energie in Schwarzpulver steckt, also würde er sich vielleicht vorstellen, dass die Kanonen der Zukunft zehnmal stärker sein werden als seine. Das stimmt, damit hätte er ungefähr die Feuerkraft eines Panzers vorausgesagt. Aber auf die Vorhersage, dass es eine Bombe geben wird, die eine ganze Stadt auslöschen kann, käme er wohl nicht, sie klänge verrückt. Aber sie wäre wahr.

ZEIT: Wie könnte ein KI-Äquivalent der Atombombe aussehen?

Soares: KI könnte zum Beispiel den Gen-Code knacken. Wir können heute schon DNA auslesen und sogar verändern. Aber wir wissen nicht genau, wie sich die Aminosäureketten zu Proteinen falten. KI kann das schon heute besser als Menschen berechnen. Und wenn sie noch intelligenter wird, könnte sie es so gut können, dass sie neue Lebensformen erschaffen kann. Dann schickt sie vielleicht eine DNA-Sequenz an ein Labor und lässt sie synthetisieren. Das Röhrchen schickt sie zu irgendeinem Menschen und sagt ihm: Zerbrich das draußen. Und dann haben wir eine selbstreplizierende, von der KI gesteuerte Spezies. Wie gesagt, die KI macht das nicht, weil sie uns hasst, aber danach wäre sie nicht mehr auf Menschen angewiesen. Die neue Spezies gedeiht und verbraucht mit der Zeit alle Ressourcen, bis für uns nichts mehr übrig bleibt.   [….]

(ZEIT, 26.08.26)

Die Aussicht auf einen baldigen Tod aller Menschen wird gerade sehr viel wahrscheinlicher.

Das könnte schnell gehen.

[…]  Ein Forscher hat mit dramatischen Worten seinen Job bei Anthropic gekündigt und behauptet, dass die KI-Firma genauso wie OpenAI – wo er vorher gearbeitet hat – nicht verantwortungsvoll handle. „Die Menschen, die KI entwickeln, sind fest davon überzeugt, dass die uns bis zum Ende des Jahrzehnts auslöschen könnte“, schreibt der 27-Jährige namens Jacob Coxon auf dem Kurznachrichtendienst X. „Keine andere menschliche Aktivität ist so gefährlich“, schreibt er weiter. Während man die enorme Gefahr bei OpenAI nicht verstanden haben möge, sei das bei Anthropic anders, erklärt er: „Doch sie befinden sich in einem Wettlauf, um als Erste anzukommen und sie glauben, dass niemand sonst verantwortungsvoll handeln wird.“ Deshalb meinten sie, das Risiko eingehen zu müssen.

Laut den Beiträgen auf X und einem ausführlichen Artikel beim Wall Street Journal hat sich der 27-jährige Brite auf das Training neuer KI-Modelle mit riesigen Datenmengen spezialisiert. Gegenüber der US-Zeitung hat er demnach erklärt, dass viele seiner ehemaligen Kolleginnen und Kollegen die Begriffe „Crunchtime“ und „Endgame“ („Endspiel“) benutzen, wenn sie über die Richtung der Branche sprechen. „Wir steuern auf viele der pessimistischsten dieser Szenarien zu, bei denen die Lage bereits Ende nächsten Jahres außer Kontrolle geraten könnte“, zitiert das Wall Street Journal noch. Auf X schreibt er noch, dass eine Koordinierung möglich scheine und „Warnschüsse“ wie der automatisierte Hackerangriff auf Hugging Face Vereinbarungen wahrscheinlicher gemacht hätten. [….]

(Martin Holland, 09.09.2026)

Dienstag, 8. September 2026

Lethargie in Berlin

Man wünscht sich weniger Populismus und Aktionismus von „der Politik“.

Man hätte lieber Politiker, die mit kühlem Kopf entscheiden, die erst einmal nachdenken, bevor sie irgendwelche vorschnellen martialischen Ansagen in die Welt hinausmerzen.

Noch erstaunlicher sind aber jahrelange Ignoranz und Untätigkeit in Berlin. Der vorgestrige, wieder sehr sehenswerte Presseclub zum Thema „Drohnen, Sprengstoff, Sabotage: Wie reagieren auf Russlands Angriffe?“ wies erstaunt daraufhin, wie seit sechs Jahren, spätestens ab dem Februar 2022 landauf, landab gefordert wird, Deutschland müsse eine Drohnenabwehr aufbauen. Fähig werden, Drohnen nicht nur zu erkennen, sondern auch zu stoppen. Das Zuständigkeitschaos müsse dringend beendet werden.

Geschehen ist aber so gut wie nichts. Nach anderthalb Jahren im Amt hat der zuständige Innenminister nur eine markige Ansage, aber keine Taten vorzuweisen.

„Laut einer Analyse, die dem WDR, NDR und der SZ vorliegt, haben die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern allein im laufenden Jahr 165 Sabotageverdachtsfälle registriert.“ Die Bundesregierung reagiert darauf mit einem knackigen Schulterzucken. Ihr gelang es nicht, auch nur eine einzige dieser Drohnen abzufangen. Nur ein couragierter Busfahrer, der zufällig am Leipziger Flughafen spazierte, konnte bisher eine der hunderten russischen Drohnen mit einen geschickten Fußkick abfangen.

[….] Am Flughafen Leipzig/Halle stoppte kein Abwehrsystem die Sprengstoff-Drohne, sondern ein Mann im Nachtdienst. Jetzt ermittelt die Bundesanwaltschaft.

Ein Mitarbeiter des Flughafens Leipzig/Halle hat eine mit Sprengstoff bestückte Drohne mit einem Fußtritt aus der Luft geholt. Nach Angaben des sächsischen Landeskriminalamts bemerkte er das Fluggerät in der Nacht zum Mittwoch auf der Start- und Landebahn "Südpiste". Es befand sich demnach nahe einer ukrainischen Transportmaschine vom Typ Antonow AN-124 Condor. Die Bundespolizei untersuchte den Gegenstand anschließend mit einem Sprengstoffroboter und entfernte den Zünder.  [….]

(T-online.de, 06.08.2026)

Ein ähnliches Bild beim Klimaschutz und der gleichzeitig notwendigen Klimaanpassung. Zu den 15.000 Hitzetote dieses Sommers in Deutschland schweigt der Kanzler. Offenbar sieht niemand im Kanzleramt Handlungsbedarf. Keine Notwendigkeit Kindergärten, Schulen, Altersheime, Pflegeeinrichtungen, Kurkliniken und Krankenhäuser mit Klimaanlagen auszustatten. Wo andere Länder, wie Frankreich, längst gehandelt haben, herrscht in Deutschland einfach nur Lethargie.

Die Großstädte Paris, London, Kopenhagen werden massiv transformiert.

Sogar Warschau wurde in den letzten Jahren großflächig entsiegelt und mit Bäumen bepflanzt, um die Bewohner vor Hitze zu schützen und die Lebensqualität zu verbessern.

[….]  Bäume. Auf einmal ist die Innenstadt voll davon. Links und rechts der Marszałkowska wechseln sich Laubbäume mit Blumenbeeten und Büschen ab. In der Mitte wurde eine weitere Allee aus Ulmen und Linden angelegt, sie begleitet die Straßenbahn. Neben dem breiten Fußweg verläuft nun auch ein großzügiger Radweg. Die Autofahrer mussten Platz abgeben, jeweils zweispurig in jede Richtung dürfen sie trotzdem noch fahren.

Und es gibt Sitzbänke. Alle paar Meter. Ganz klassische, manchmal einzelne Stühle, dann wieder ganze Sitzlandschaften. Alle besetzt. Als hätten knapp zwei Millionen Hauptstadtbewohner nur darauf gewartet, sich endlich mal im trubeligen Zentrum gegenüber vom Warschauer Kulturpalast in den Schatten neuer Bäume setzen zu können. Die neu gepflanzten Bäume sind bis zu zehn Meter hoch und können schon allein stehen, ohne Stützen.

Gefühlt begegnet man täglich einer neuen Pflanze [….]

(Viktoria Großmann, 30.08.2026)

Nur in Merzland passiert rein gar nichts. Wie auch bei Wärmepumpen, E-Mobilität und Digitalisierung, reagiert Berlin mit maximaler Schläfrigkeit auf die sich rasant verändernde Welt.

Friedrich, der Lethargische tut nichts. Jedenfalls nicht, das Notwendige.

Da passt es perfekt ins Bild, wie Deutschlands Schüler im internationalen Vergleich weiter massiv verblöden, weil die notwendigen Investitionen ins Bildungssystem ausbleiben.

[….] Das Smartphone, speziell: Social Media ruiniert die Lesekompetenz, die Schere zwischen stärkeren und schwächeren Schüler*innen vergrößert sich – und was dabei alles andere als hilfreich ist: ein früh aussortierendes Schulsystem. Das sind vielleicht die bemerkenswertesten Ergebnisse der neuen Pisa-Studie der Gesellschaft für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, OECD. Deutschland schneidet in den drei getesteten Feldern Mathematik, Naturwissenschaften und Lesekompetenz, wie auch schon bei der letzten Pisa-Erhebung 2022, in etwa beim Durchschnittswert der rund 90 teilnehmenden Länder ab – am schlechtesten mit Platz 26 in Mathematik.

Allerdings sind die Ergebnisse so schlecht wie noch nie: Rund 20 Prozent der 15-Jährigen erreicht in allen drei getesteten Kompetenzen nicht mal mehr ein Basisniveau – also etwa das Verstehen einfacher Texte. In den Naturwissenschaften liegt man erstmals seit 2006 knapp unter dem OECD-Durchschnitt.

„So schlecht wie noch nie“, fasste Studienleiter Samuel Greiff von der Technischen Universität München die Ergebnisse am Dienstag zusammen. In Mathematik bedeuteten fehlende Basiskompetenzen etwa, dass „Jugendliche keine einfache Prozentrechnung mehr durchführen können, zum Beispiel, um herauszufinden, ob sich ein Rabatt im Supermarkt lohnt“.

„Ohne Zweifel besorgniserregend“ nannte auch Bildungsministerin Karin Prien (CDU) die Ergebnisse. Aus deutscher Sicht sei insbesondere beunruhigend, dass es einen anhaltend stabilen „Trend nach unten“ gebe und „die soziale Schere weiter aufgehe“. [….] Am größten sind die Leistungsunterschiede – sprich: am ungerechtesten sind die Schulsysteme – in Luxemburg und den USA. Aber auch Deutschland kommt nicht gut weg: [….] Als Gegenbeispiel nennen die Bildungsforscher*innen Finnland oder Island, wo die Schulwahl fast überhaupt keinen Einfluss auf das Abschneiden der Jugendlichen hat. In beiden Ländern lernen Kinder, im Gegensatz zum deutschen Schulsystem, lange gemeinsam.

Ein bisschen Licht im langen Pisa-Schatten 2025 wollte die Bildungsministerin dann aber doch noch erkennen: Anders als vor 25 Jahren sei man „nicht mehr überrascht“ von den schlechten Ergebnissen und wisse, was zu tun sei. [….] 

(Anna Klöpper, 08.09.2026)

Super. Immerhin keine Überraschung. Wir wissen seit 25 Jahren, wie dysfunktional das deutsche Bildungssystem ist. Da können wir also beruhigt weiterhin untätig die Hände in den Schoß legen.


Noch ein Thema, das beim Kanzler der Milliardäre und Fossillobbyisten keine Priorität genießt. Dieser Kanzler kann es einfach nicht.

Mit sicherem Griff ins Klo sucht er die falschen Themen und vernachlässigt das wirklich Wichtige.

[….] Bildung muss endlich Priorität haben[….] Deutsche Schülerinnen und Schüler schneiden im Lesen und Rechnen schlechter ab denn je. Für Bund und Länder gibt es keine Ausreden mehr. Denn im Ausland läuft es besser. [….] Das ist bedenklich. Denn es bedeutet, dass es eine historisch hohe Zahl an Kindern im Land gibt, die im Alltag oder im späteren Berufsleben erhebliche Probleme haben dürften. Und dass im Bildungssystem in seiner jetzigen Form zu viele Talente verloren gehen, auf die Deutschland aber nicht verzichten kann. Die Wirtschaft im demografischen Wandel braucht gut gebildeten Nachwuchs, klar. Aber vor allem benötigt unsere Gesellschaft aufgeklärte junge Menschen, die die Demokratie mit Leben füllen.

Die Ergebnisse der neuen Pisa-Studie sind besonders deshalb erschreckend, weil sie alles andere als überraschend kommen, sie schreiben einen klaren Trend fort: Zieht man Linien zwischen den deutschen Testwerten von 2012 bis 2025, dann fallen diese seither konstant ab. Die entscheidende Frage ist also: Warum haben die zuständigen Politiker es so lange nicht geschafft, dieses einfache Liniendiagramm richtig zu interpretieren und entsprechend zu handeln? [….]

(Vinzent-Vitus Leitgeb, 08.09.2026)