Freitag, 28. August 2026

Wie sich der Blick auf Trump veränderte.

Das gehört zu den Dingen, die man sich heute gar nicht mehr vorstellen kann: Vor elf Jahren, als sich Donald Trump um die GOP-Präsidentschaftskandidatur bewarb, hielt man dieses Ansinnen für einen PR-Stunt. 

Der notorische Pleitier und Frauenheld suchte offenbar nach medialer Aufmerksamkeit, um seine Marke „Trump“ noch bekannter zu machen. Er würde aber schnell die Lust verlieren und ohnehin, ob der offensichtlichen Chancenlosigkeit, bald aus dem Vorwahlprozess ausscheiden. Was hatte der pöbelnde Rüpel bar jedes politischen Wissens, schon einem Vollprofi wie Jeb Bush, aus der Doppelpräsidenten-Dynastie, entgegenzusetzen?

Nahezu täglich produzierte er so ungeheuerliche Lügen, Vulgaritäten und Attacken weit unter der Gürtellinie, daß er nun aber wirklich aus dem Rennen ausscheiden müsse. Andere, wie zB John Edwards, hatten schon für viel kleinere Affären ihre Karriere endgültig beenden müssen.

Aber es gab auf der politischen Bühne auch noch nie einen Menschen, der dermaßen selbstverliebt und gleichzeitig so völlig schamlos war. Er blieb einfach und faszinierte durch dieses ostentative Ignorieren aller politischen Gepflogenheiten, immer mehr primitive US-Amerikaner. Nachdem der Favorit Jeb Bush aus dem Rennen ausgeschieden war, erschien seine offizielle Nominierung erstmals möglich. 

  

Ich diskutierte damals mit meine US-amerikanischen Verwandten/Freunden, ob wir Trump oder Cruz mehr hassen, wer beim Wahlvolk unbeliebter wäre und ob der Texaner oder der New Yorker als Präsident gefährlicher wäre.

Damals fürchtete ich mich mehr vor Ted Cruz, hielt ihn für gemeiner, weil er intelligenter als Trump ist.

Potus Trump würde, ähnlich wie GWB, gar nicht so recht verstehen, was vor sich geht, viel urlauben und golfen und als Kasper zu PR-Terminen erscheinen, während die USA eigentlich von den Routiniers des republikanischen Establishments regiert werden würde. Und das müsse gar nicht schlecht sein, betonten konservative Analysten.

Und dann kam der Tag, als der unwahrscheinliche Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl von 2016 satte 2,5 Millionen Stimmen weniger als Hillary Clinton bekam und damit die Wahl gewann.

Trump trat sein Amt genauso unvorbereitet an, wie wir alle es erwartet hatten.

Trump benahm sich genauso schlecht, wie wir alle es erwartet hatten.

Trump war genauso dumm, wie wir alle es erwartet hatten.

Unerwartet war aber das Ausmaß seiner Gefährlichkeit.

Unerwartet war die Instabilität der politischen Institutionen der USA.

Unerwartet war, wie es Trump trotz einer unendliche Kette politischer Peinlichkeiten gelang, auch die selbstbewußtesten Alphamänner der Partei auf Linie zu bringen. 

Die US-Senatoren Rubio, Vance, Graham, Cruz, die sich alle selbst für Präsidentenmaterial halten/hielten und Trump extrem scharf attackiert hatten, krochen schließlich alle in seiner toxischen Flatulenz-Wolke umher und können gar nicht mehr damit aufhören seinen Hintern zu küssen.

Und genauso verbalisiert es Trump hochzufrieden auch öffentlich: They all kiss my ass.

In den folgenden zehn Jahren arbeitete ich mich täglich an Trump ab, überzog ihn mit allen Verwünschungen und Beschimpfungen, die mir verbal zur Verfügung stehen. Unterdessen wurde der gewindelte Geront kontinuierlich immer gefährlicher, vermochte es sogar, in den vier Jahren nach seiner verlorenen Wahl 2020 immer toxischer zu werden, der US-Demokratie immer mehr Schaden zuzufügen.

Spätestens nach dem 20.Januar 2025 dürfte klar sein, daß wir mit Donald Trump den toxischsten Parasiten der menschlichen Zivilisation erleben. Er zerstört alles: Demokratie, Frieden, die Weltgesundheit, das Klima, die Nato, die internationalen Institutionen, das Verhältnis zu den US-Alliierten, das Bildungssystem, die US-Army, ja sogar die Gebäude, Denkmäler, Naturschutzparks bis hin zum Weißen Haus, dessen gesamter Ostflügel niedergerissen wurde.

Mit vier Aspekten kann man Trumps destruktives Verhalten erklären:
Dummheit, Bösartigkeit, Psychose, Senilität.

Auf ihn trifft alles zu; in den letzten zehn Jahren stellte sich nur die Frage, wie stark was davon jeweils sein Handeln bestimmt. Und natürlich, wie man ihn stoppen und zur Rechenschaft ziehen könnte. Man hatte Hoffnungen auf die Demokraten, das Parlament, die Presse, die Impeachments, die Justiz und schließlich die Wähler gesetzt. Alle versagten, alle prallten an dem Teflon-Kriminellen ab.

Nach so langer Zeit, möchte ich heute das ewige Analysieren der Trumpschen Bösartigkeit beenden. Es hat keinen Sinn. Seine fanatischen Jünger mögen seine Borniertheit, seinen Egoismus, seine Lügen nicht erkennen. Aber für jeden Menschen bei Verstand, ist es vollkommen offensichtlich, daß Trump mental nicht geeignet ist, US-Präsident zu sein. Er ist nicht nur eine theoretische Gefahr für die USA und die Welt, nein er setzt sein Zerstörungswerk schon lange in der Praxis um. Darüber kann es keine zwei Meinungen mehr geben.

Ich wäre inzwischen sogar möglicherweise bereit, ihm Strafunmündigkeit einzuräumen, weil er geistig einfach zu sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde. Statt Prozessen und Knast, tut es auch eine Gummizelle in einem Pflegeheim.

Das ganz große Drama Amerikas und der Welt, ist für mich nicht mehr die Tatsache, daß Trump amtiert, sondern die Schande der Republikanischen Partei, die ihn über ein Impeachment oder Artikel 25 absetzen könnte und es nicht tut, sondern lieber sehenden Auges, die Nation in die Hölle stürzen lässt.