Sechs Wochen Fußball-WM bei Trump haben echte Vorteile für mich.
(….) Bekanntlich interessiere ich mich nicht für Sport und finde daher Olympische Spiele oder Fußball-WM immer ganz angenehm: Da präsentieren die Zeitungen große Sport-Strecken. In der SZ gibt es täglich sechs oder acht Seiten Sonderberichterstattung zu den Olympischen Spielen, die ich gleich ungelesen auf den Stapel für die Altpapiertonne wandern lasse. Die täglich auf mich einprasselnde Informationsflut ist ohnehin nicht zu bewältigen; da bin ich froh über jeden Artikel, den ich auslassen kann. Wenn es gleich mehrere Seiten am Stück sind, umso besser. [….]
In der Idiotie-Hierarchie der Sportarten stehen für mich
die Tiersportarten ganz oben, weil die Pferde natürlich gequält werden und es
ökologisch vollkommen absurd ist, eine Flotte von Jumbo-Jets zu chartern, um
sedierte Spring- oder Polopferde um die ganze Welt zu fliegen.
Anschließend kommen alle Mannschaftssportarten, weil es bei ihnen generell
nicht um messbare sportliche Leistungen, sondern um Nationalismus geht.
Hoch absurd und an dritter Stelle der Sportidiotie sind die Tätigkeiten, die
wie Formel1 oder Hochsee-Segeln oder Bobfahren nur für Multimillionäre möglich
sind, weil das Sportgerät völlig unbezahlbar ist.
Generell erscheint mir Wintersport, Platz 4, eine Umdrehung absurder als die sommerlichen Aktivitäten, weil Trickski-Pisten, Bobbahnen oder Skiflugschanzen völlig unnatürlich sind, nicht nur zig Millionen Dollar kosten, sondern im höchsten Maße energiefressend und klimaschädlich sind. (….)
(Im Slope-Curling-Wahn, 09.02.2022)
(….) Grundsätzlich finde ich Mannschaftssportarten abartiger als Individualsport, da immer eine nationalistische Komponente hineinspielt.
Der Fan kann sich bei Dutzenden verschiedenen Mitspielern nicht nach Sympathie orientieren, sondern feuert entlang der Staatsbürgerschaft an.
Widerlich und unsportlich.
Fußball interessiert mich so wenig wie die meisten anderen Sportarten, ist mir aber unsympathischer als die meisten, da er das Mediengeschehen so sehr dominiert. Von internationalen Newssender, über soziale Medien und renommierte überregionale Zeitungen bis zum trashigen Lokalblatt - keiner verzichtet darauf Fußballmeldungen an prominenter Stelle zu bringen.
Damit wird mustergültig die Unfähigkeit des Menschen zum Gutsein demonstriert.
Statt sich auf wesentliches wie den Welthunger, Kriege, Massenflucht, Trump, Brexit und Klimakatastrophe zu konzentrieren, verschwendet Homo Demens seine Ratio damit einem eher primitiven Ballspiel zu folgen. (….)
(Wenn wir den Kampf gegen rechts ernst nehmen…, 16.10.2019)
Für Mannschaftssportarten begeistern sich primitivere Fans.
[…] Ich finde Fußball doof. Nein, ich finde Fußball grässlich – und ungemein langweilig. Ein Reigen alter Männer steht am Rand und schreit herum, viele mehr oder weniger junge Männer rennen auf einer Wiese herum, erst alle nach links, dann Ballverlust, dann wieder nach rechts, Ballverlust, wieder nach links.
[…] Fußballgucken finde ich, ist Ödnis in Vollendung, die überflüssigste Sache der Welt. Dann doch lieber Minigolfspielen, oder Monopoly, und das ist schon ganz schön schlimm öde.
Wer meine, wie ich finde, einzig vertretbare Grundeinstellung zum Fußball hat, bekommt ganz viel Lebenszeit geschenkt. Ganze Wochenenden verplempern Fußballbegeisterte an diese ungemein primitive Sportart. Dekaden an sinnlos verbrachter Lebenszeit kommen da zusammen.
[…] Dieses Spiel ist unästhetisch und ordinär. Schon der Klang, wenn der Ball getreten wird, macht mich übellaunig. Es ist ein zutiefst ordinäres Geräusch, es klingt so ähnlich wie die Schläge von Bud Spencer in den alten Prügelfilmen mit Terence Hill. Die Spieler haben keine Manieren, tun sich absichtlich weh, sind nicht nur furchtbar verschwitzt, sondern oft auch noch sehr verdreckt und vom Regen pitschenass und rotzen dauernd auf die Wiese. Manchmal sogar ins Nackenhaar eines Gegners. Das ist so unappetitlich. […]
(Christoph Schwennicke, 28. April 2013)
Da in Mannschaftssportarten Nationalismus und Rassismus beheimatet sind, fehlen Misogynie, Antisemitismus und Homophobie natürlich auch nicht.
(….) Nur die Macht der Masse erlaubt es dem Fußball weiterhin gesellschaftspolitisch hundert Jahre zurück zu hängen.
Frauen spielen de facto keine Rolle, es gibt nach wie vor weltweit keinen einzigen geouteten schwulen Spitzenspieler, weil das Fußballer-Milieu dumpf-intolerant ist, es wird dem Rassismus gefrönt und in jedem Stadion sind die Fanblocks von Nazis und Hooligans durchsetzt.
[….] Da darf man Schwule hassen, Schwarze mit Affenlauten diskriminieren, sexistisch rumgrölen, sich prügeln und natürlich auch antisemitisch poltern. (…)
(Wenn wir den Kampf gegen rechts ernst nehmen…, 16.10.2019)
Männer in Mannschaftssportarten stecken in einem bizarren Schwulenhass fest, weil sie ganz offensichtlich immer noch fürchterlich unter dem Klischee leiden, sie könnten sich in der Mannschaftskabine oder beim gemeinsamen Duschen „anstecken“. Hat man einen offen schwulen Mitspieler, steigt in ihrer schlichten Gedankenwelt die „Gefahr“ selbst auch für schwul oder für einen Homo-Toleranten gehalten zu werden, was gerade in der Welt der oft extrem religiösen Profi-Mannschaftssportler, immer noch einen schweren Makel darstellt.
[….] Christliche Baseball-Spieler protestieren gegen Pride-Spiel
[….] Beim jährlichen "Pride Night"-Spiel des Baseball-Erstligateams San Francisco Giants am Freitag ist es zu einer sichtbaren Protestaktion durch mehrere Spieler des eigenen Teams gekommen. Vier der fünf Pitcher (Bällewerfer) weigerten sich entweder, die offiziellen Kappen mit dem in Regenbogenfarben gestalteten Vereinslogo zu tragen, oder versahen diese mit handschriftlichen religiösen Botschaften, die gegen queere Menschen gerichtet waren.
Die Pitcher Landen Roupp und JT Brubaker und der Reliever (Ersatzbällewerfer) Ryan Walker schrieben gut sichtbar den Verweis auf einen Bibelvers im Ersten Buch Mose (Verse 11-16 oder 12-16) auf die Vorderseite ihrer Kappen, direkt neben das Regenbogen-Logo. In dem Bibelvers verbündet sich Gott mit Noah nach der Sintflut und gibt dem Überlebenden den Regenbogen als Zeichen: "Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde", heißt es in Vers 13. Das Zitat steht als sichtbares Versprechen Gottes, dass die Erde nie wieder durch eine Flut zerstört wird. In der christlich-konservativen Community in den USA wird genau dieser Verweis gezielt genutzt, um zu signalisieren, dass der Regenbogen rein als religiöses Symbol Gottes zu verstehen sei – und queere Menschen das eigentlich göttliche Symbol missbrauchten. [….] Kritik gab es auch vom offen schwulen kalifornischen Landessenator Scott Wiener: Er erklärte, dieser Protest der christlichen Spieler sei besonders hinterhältig gewesen, weil er ausgerechnet am zehnten Jahrestag des Massakers im queeren "Pulse"-Nachtclub mit 49 Toten vorgefallen sei. "Um es klarzustellen: Diese Spieler hätten den Regenbogen-Bibelvers an jedem der anderen 364 Tage des Jahres zitieren können", schrieb der in San Francisco lebende Politiker auf X. [….] Auch in Deutschland haben sich christliche Sportler in der Vergangenheit abfällig über queere Menschen geäußert. Der deutsche Fußball-Nationalspieler Felix Nmecha teilte etwa 2023 ein transphobes Video eines amerikanischen Rechtsextremisten.
Da er ein guter Spieler ist, redete sein neuer Verein Borussia Dortmund die Queerfeindlichkeit seines Star klein [….]
Zum Glück finde ich solche Mannschaftssportarten ohnehin langweilig und würde das auch nicht angucken, wenn es sich um lauter aufgeklärte progressive sympathische Herren handelte. Es kostet mich also gar nichts, diese hochkorrupte Infantino/Trump-Fußball-WM zu boykottieren.
Aber bei den zig Millionen deutschen Fans muss man eine enorme Toleranz der Intoleranz diagnostizieren. Die Wahl der extrem homophoben Gastgeber-Länder Russland, Katar und Trumpistan spricht für sich.


