Donnerstag, 4. April 2019

Künstliche Welten – Teil III


In der künstlichen Welt Deutschlands fühlen sich die Hetzer der „alternativen Medien“ von marodierenden dunkelhäutigen Mobs verfolgt.
Es ist eine Welt voller „Messermigranten“, in der sich „blonde Frauen“ und Kinder nicht mehr allein auf die Straße trauen können, weil sie sie dann sofort vergewaltigt, ausgeraubt und umgebracht würden.
In der braunen Gedankenwelt stört nur gelegentlich die schnöde Realität, die seit 30 Jahren eine kontinuierlich fallenden Kriminalität ausweist, Deutschland war seit der Einheit von 1989 nicht so sicher; weniger Delikte gab es seit Dekaden nicht.
Aber natürlich sind solche gewaltigen statistischen Werke interpretationsfähig; 46 eng bedruckte Seiten umfasst die Polizeiliche Kriminalstatistik, die das Heimatministerium vorlegte.

[….] Die meisten Messerangreifer heißen Michael
[….] Die meisten deutschen Tatverdächtigen bei Messerdelikten im Saarland heißen Michael, Daniel oder Andreas. Nur wenige deutsche Tatverdächtige haben zudem eine doppelte Staatsbürgerschaft. Das hat eine Antwort der Landesregierung auf eine kleine Anfrage der AfD ergeben. Die Aussagen dürften damit anders ausfallen, als es die Partei erwartet hat. [….] Die AfD [….]  stellte an die Landesregierung eine kleine Anfrage: Wie viele der Deutschen hatten eine doppelte Staatsbürgerschaft? Gibt es Häufungen bei den Vornamen? [….]
Michael (24 Fälle), Daniel (22) oder Andreas (20). Und auch die übrigen Namen lassen nicht auf einen Migrationshintergrund schließen: Es folgen Sascha (15), Thomas (14), Christian, Kevin, Manuel, Patrick (je 13), David, Jens (je zwölf), Justin und Sven (je elf). [….]

Kein Wunder, daß AfD und Pipi-Blog schnell irgend ein Detail finden, aus dem sie ableiten, wie viel krimineller und gefährlicher Deutschland durch Merkel, Soros, Chemtrails und die Reptiloiden wurde.
Tatsächlich gibt es auch in einigen Partialbereichen signifikante Anstiege der Gewalt: Fünf Menschen werden jeden Tag Opfer einer rechtsextremen Gewaltattacke.

[…..] In ostdeutschen Bundesländern nimmt die Zahl rechtsmotivierter Gewalttaten offenbar zu. Das geht aus den Zahlen der Beratungsstellen für Opfer rechter Gewalt für das Jahr 2018 hervor. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Anzahl der von den Initiativen registrierten Taten um rund acht Prozent, wie der Verband der Beratungsstellen (VBRG) mitteilte.
In Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gab es demnach 1212 Angriffe, die rechts, rassistisch und antisemitisch waren. Damit seien in Ostdeutschland täglich mindestens fünf Menschen Opfer rechter Gewalt geworden. Unter den 1789 direkt davon Betroffenen waren auch mehr als 250 Kinder und Jugendliche.
Zwei Drittel aller Angriffe - 793 Fälle - seien rassistisch motiviert gewesen und hätten sich zu einem großen Teil gegen Flüchtlinge, Menschen mit Migrationshintergrund und schwarze Deutsche gerichtet, hieß es weiter. Eine weitere große Gruppe von Betroffenen waren vermeintlich politische Gegner. Hier gab es 188 Fälle. [….]

Gewalt ist Gewalt, aber die Opfer sind andere, wenn wir die von den „alternativen Medien“ induzierte Gewalt betrachten.
Linksextreme werden gewalttätig gegen Starke, Rechtsextreme sind generell gewalttätiger und wenden sich immer gegen die Schwächsten.

[……] Neue Zahlen des Bundeskriminalamts und der Beratungsstellen für Opfer rechter Gewalt zeigen das erschütternde Ausmaß. [……]Beratungsstellen unterstützen die Gewaltopfer, auch diejenigen, die nicht zur Polizei gehen wollen oder können. Ihre Zahlen sind regelmäßig deutlich höher als die Werte der Behörden. [……] Um dieses Dunkelfeld auszuleuchten [……]  wollten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wissen, wie viele Menschen in Deutschland aufgrund von Vorurteilen gegen Herkunft, Hautfarbe, sexuelle Orientierung oder Behinderungen körperlich verletzt wurden. Solche Taten gelten als Hasskriminalität.
Die Ergebnisse dieser Studie sind alarmierend. Denn das auf diese Weise gemessene Ausmaß der Hasskriminalität in Deutschland stellt alle bisherigen Annahmen in den Schatten.
[……]  Fast bei der Hälfte aller Körperverletzungen (insgesamt 48,6 Fälle pro 1000 Einwohner) spielten also Vorurteile aus Sicht der Opfer eine Rolle. Die meisten der gemessenen Angriffe wurden durch Vorurteile gegen den sozialen Status, die Herkunft, das Geschlecht oder das Alter der Geschädigten motiviert. [……]
dann ergibt sich, dass statistisch in Deutschland 2017 etwa 248.000 rassistisch motivierte Körperverletzungen stattgefunden haben. [……]
Das Ausmaß der in der repräsentativen Studie von Betroffenen angegebenen rassistischen Gewalt ist demnach 1550-mal so groß wie die Gewaltzahlen in der polizeilichen Statistik. Und zwar selbst, wenn Rassismus eng definiert wird und darunter nur die Fälle zählen, die sich gegen die Hautfarbe von Menschen richten und nicht noch zusätzlich Zuschreibungen zu Herkunft oder Religion berücksichtigt werden, die in der Realität häufig rassistisch aufgeladen sind. [……]

Das ist die reale Welt, in der Schwule, Schwarze, Arme, Behinderte, Obdachlose in Deutschland leben.
Sie spielt allerdings in der kot-farbigen Welt der Hetzblogs keine Rolle.