Zu der beliebtesten Anti-Grünenhetze gehört es, „feministische
Außenpolitik“ verächtlich als Spinnerei abzuwerten. Kein CDUCSUAfD-Politiker kann
sich dazu sexistische paternalistische Sprüche verkneifen.
Die Grünen wurden bei der
Wahl abgewatscht: Robert Habeck kann wieder Kinderbücher schreiben, Annalena
Baerbock über feministische Außenpolitik philosophieren und Cem Özdemir kann
Tofu-Schitzel essen - aber endlich auf der Oppositionsbank! #CSUAM25
(@MartinHuberCSU, 05.03.2025)
Natürlich nimmt die rechtslastige Presse nur zu gern
diese Attacken auf.
[….] Das Konzept von
Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) für eine „feministische Außenpolitik“
stößt auf ein geteiltes Echo. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder
(CSU) kritisierte, es handle sich um ein „unverständliches Konzept“.
„Außenpolitik heißt Diplomatie, nicht Mission. Wenn man nur noch versucht, die
Welt zu missionieren, dann wird man am Ende recht einsam dastehen“, sagte der
CSU-Politiker der Mediengruppe Bayern. Seiner Ansicht nach sei Baerbocks Plan,
„durch die Welt zu reisen und allen anderen zu erzählen, was sie zu tun und zu
lassen haben, zum Scheitern verurteilt“, sagte Söder. Hingegen begrüßte der
außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Nils Schmid, die Pläne für
eine stärkere Ausrichtung der deutschen Außenpolitik an den Belangen von Frauen
und Minderheiten. „Das finden wir gut und das unterstützen wir“, sagte Schmid
den Zeitungen der Funke Mediengruppe. [….]
(Welt, 21.02.2023)
Unnötig zu erklären, daß die Rechten lügen und bewußt
verzerren, um den Urnenpöbel aufzuhetzen. Feministische Außenpolitik ist sehr
konkret und sinnvoll.
Unnötig zu erwähnen, daß Dummerle Friedrich Merz wieder
einmal gar nichts begreift und nicht die geringste Ahnung beispielsweise davon
hat, welche drastische Folgen es hat, wenn beispielsweise „Vergewaltigung als
Kriegswaffe“ nicht strafrechtlich anerkannt wird.
Das Konzept der feministischen Außenpolitik ist richtig
und gut. Ich kreide Annalena Baerbock also nicht an, dieses Konzept zu
vertreten, sondern daß sie viel zu schnell einknickte und wegguckte, sobald es
schwer wurde.
Es folgten keine Taten.
Baerbock ließ nicht nur die Frauen im Iran allein,
sondern insbesondere die Afghaninnen, denen versprochen wurde, sie nach
Deutschland in Sicherheit zu bringen, wenn sie in höchste Lebensgefahr gerieten,
nachdem sie die deutsche Bundeswehr am Hindukusch unterstützt hatten.
(….) Ausgerechnet die deutsche
Regierung mit ihrer wertegeleiteten Außenpolitik, segnet die Lieferung geächteter Streumunition ab.
Ausgerechnet die deutsche
Regierung und an vorderster Front Außenministerin Annalena Baerbock, zeigt sich
gegenüber den afghanischen Ortskräften, die ihr Leben einsetzten, um den
deutschen Bundeswehrangehörigen zu helfen, von ihrer widerlichsten antihumanistischen Seite. Ich schäme mich für die
Grünen. Ich schäme mich für die Bundesregierung. Schande über Baerbock!
[…..] Rettung von Afghanen: Wieder ein
gebrochenes Versprechen […..] Familie Mohammadi ist neuerdings eine
Gefahr für Deutschland, zumindest laut deutscher Behörden. Dabei wollten wir
sie eigentlich retten. Nach der Machtübernahme durch die Taliban vor drei
Jahren fliehen sie aus Afghanistan in den Iran. Der Vater, Abdul Khaliq
Mohammadi, war Militärstaatsanwalt in Herat, hatte sich für ein demokratisches
Afghanistan eingesetzt. 2017 und 2018 überlebt er mehrere Attentate.
Damals verspricht die
Bundesregierung, Menschen wie ihn in Sicherheit zu bringen. Mit dem
Bundesaufnahmeprogramm sollten besonders gefährdete Afghaninnen und Afghanen
ein Visum für Deutschland erhalten. Familie Mohammadi wird 2022 als
schutzbedürftig anerkannt und erhält eine Aufnahmezusage. Sie hoffen, bald nach
Deutschland ausreisen zu können. Von Teheran reisen sie nach Pakistan.
"Alles, was wir hatten, haben wir verkauft, und die restliche Reise durch
Schulden finanziert", erzählt Abdul Khaliq Mohammadi. In der deutschen
Botschaft in Islamabad müssen sie dann überraschenderweise noch sogenannte
"Sicherheitsinterviews" durchlaufen. Diese sind ein neues Instrument
im Aufnahmeverfahren, 2023 in Deutschland eingeführt nach neu aufflammenden
Debatten über islamistische Gefährder.
Panorama offenbart erstmals
Inhalte der "Sicherheitsüberprüfung". Darin werden Fragen gestellt
wie: "Dürfte Ihre Tochter in einem Bikini am Schwimmunterricht teilnehmen?
Wie fänden Sie es, wenn Ihr Sohn in Deutschland einen Mann heiratet?"
Den Mohammadis werden unter
anderem Fragen zu Sexualität oder politischer Einstellung gestellt. "Sie
fragten, was mein Problem mit Israel ist", sagt der 19-jährige Sohn
Shirzad. "Ich sagte, dass ich überhaupt kein Problem mit Israel habe."
Auch seine Mutter, Shahbobo Mohammadi, wird befragt. "Sie fragten, ob mein
Mann mich zwingt, ein Kopftuch zu tragen". Sie verneint. Der 21-Jährige
Asef hat den Eindruck: "Sie haben die Fragen mehrmals wiederholt, um meine
Antworten zu ändern".
Familie Mohammadi wird nach
den Sicherheitsinterviews die Aufnahmezusage entzogen. Ohne Begründung. Erst
durch die Panorama-Recherche erfahren sie: das Bundesinnenministerium stuft den
Familienvater als Sicherheitsrisiko für Deutschland ein. […..] Hans-Hermann
Dube ist im Deutschen Bundestag Sachverständiger im Parlamentarischen
Untersuchungsausschuss zu Afghanistan und war zwölf Jahre lang für die deutsche
Entwicklungszusammenarbeit in Afghanistan zuständig. Das Programm sei von der
Bundesregierung nicht mehr gewollt, sagt er. "Man versucht es zu
diskreditieren, indem man feststellt, dass es ganz viele Gefährder gibt, die
garantiert keine Gefährder sind." Die Bundesregierung habe ihr Versprechen
gebrochen, sagt Dube. "Im internen Gespräch mit Beamten in verschiedenen
Ministerien höre ich immer wieder heraus, dass die sich dafür schämen, wie wir
uns derzeit den Afghanen gegenüber benehmen."
In Pakistan warten mehr als
3.000 Afghaninnen und Afghanen im Rahmen des Bundesaufnahmeprogramms auf ihre
Ausreise. Bisher hat Deutschland nur zwei Prozent der versprochenen 20.000
Aufnahmen eingelöst: nur 533 sind in anderthalb Jahren eingereist. […..]
(Panorama, 04.07.2024) (…)
(Echte Bauchschmerzen, 15.08.2024)
Baerbock ist keine ziemlich erfolglose Außenministerin,
weil sie zu viel „feministische Außenpolitik“ betrieb – wie es Merz und
Söder behaupten – sondern, im Gegenteil, weil sie zu wenig dieser
Außenpolitik umsetzte.
Das schadete ihrer internationalen Glaubwürdigkeit enorm.
Sie war zweifellos eine fleißige Außenministerin, die in China, im Nahen Osten
und rund um den Ukraine-Krieg extrem aktiv war. Aber sie erreichte nichts, weil
man sie nicht ernst genug nahm.
Ihre enormen Patzer als Grüne Kanzlerkandidatin von 2021,
erklärte ich mir mit ihrer Jugend und Unerfahrenheit. Sie hatte noch nie auf
irgendeiner Ebene regiert und war offenkundig überfordert mit dem enormen
Rampenlicht. So verschenkte sie die Kanzlerschaft an Olaf Scholz. Zum Glück.
Denn Kanzlerformat hat(te) sie sicher nicht. Ihre Zeit würde schon noch kommen.
Nach dreieinhalb Jahren Erfahrung als Außenministerin befürchte ich allerdings,
bei ihr könnte es sich um ein grundsätzlicheres Problem handeln. Auch auf internationaler
Bühne verhaspelte sie sich immer wieder, gewann nicht an Autorität. Sie hält
sich offenbar für qualifizierter und wichtiger, als sie wirklich ist.
Es passte daher zu ihr, nach der erneut verlorenen
Bundestagswahl, gleich pauschal abzulehnen, sich erneut in die undankbaren
Mühlen der Oppositionsarbeit zu begeben. Keine Lust auf Fraktionsvorsitz. Als Begründung für die Absage log sie: Ihre Kinder stünden
dagegen. Den Niederungen der Deutschen Bundespolitik fühlte
sich Baerbock entwachsen. Sie stellte sich ihre Zukunft weit glamouröser vor.
Bloß als was?
[….] Netzwerken kann
Baerbock. Dieser Fähigkeit verdankte sie es auch, dass sie 2021
Kanzlerkandidatin wurde. Habeck hat gleich zu
Wochenbeginn klargemacht, dass er für kein grünes Spitzenamt bereitstehe. Was
hat Baerbock ihrer Fraktion in dieser ersten Zusammenkunft nach der Niederlage
bei der Bundestagswahl zu sagen? Die Abgeordneten sind gespannt, einige rechnen
damit, dass Baerbock Anspruch auf den Fraktionsvorsitz anmelden wird. Baerbock
schreckt sonst nicht davor zurück, sich klar zu positionieren. An diesem Tag
aber bleibt sie vage, lässt ihre Parteifreunde rätselnd zurück. [….] Baerbock
ist seit gut drei Jahren Außenministerin, es ist ihr Traumjob, daran lässt sie
auf Reisen keinen Zweifel. Parteifreunde und Diplomaten, die in diesen Tagen
mit Baerbock sprechen, teilen den Eindruck, dass es sie schmerze, das Amt
abgeben zu müssen. Die großen, weltpolitisch relevanten Dossiers, die Treffen
mit Regierungschefs und Amtskollegen, die vielen Reisen: All das werde Baerbock
fehlen. [….] Baerbock hatte bis zuletzt damit gerechnet, dass die Grünen
zur Regierungsbildung gebraucht würden. Sie setzte sich dafür ein: Baerbock
übernahm neben Habeck eine prominente Rolle im Wahlkampf, warf sich in den
letzten Wochen besonders ins Zeug, schwänzte sogar internationale Treffen. Ihr
Engagement rührte auch daher, dass sie eine zweite Amtszeit unbedingt wollte.
Doch daraus wird nichts. Und jetzt? [….] Einige Grüne vermuten, dass
Baerbock der Fraktionsvorsitz zu klein erscheinen könnte. Ein Parteifreund ist
sich sicher: »Wenn sie ein internationales Amt bekommen könnte, würde sie es
nehmen.«
Nur welches Amt sollte das
sein? Die EU-Kommission wurde erst im vergangenen Jahr neu aufgestellt, alle
interessanten Posten sind vergeben. Vor einiger Zeit hätten manche Osteuropäer
vorgefühlt, ob Baerbock Generalsekretärin der Nato werden wolle, heißt es im
Auswärtigen Amt. Aber ihre Chancen waren gleich null, Kanzler Olaf Scholz hätte
sie wegen ihres Ukrainekurses nicht unterstützt; inzwischen ist auch der
Nato-Job weg. Auch bei den Vereinten Nationen ist kein relevanter Posten frei.
Als Chef des Uno-Flüchtlingshilfswerks UNHCR hat die Bundesregierung bereits
den scheidenden Staatssekretär im Entwicklungsministerium Niels Annen (SPD)
nominiert. [….] International gebe es derzeit kein Amt, das Baerbock
übernehmen könne, heißt es in Diplomatenkreisen. [….]
(SPON, 27.02.2025)
Vielleicht hörte Helga Schmid schon vor drei Wochen genau
hin. Anders als Baerbock, ist Schmid eine ausgebildete Top-Diplomatin.
Die 64-Jährige amtierte mehrere Jahre als Generalsekretärin der Organisation
für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), nachdem sie zuvor Stationen
als Generalsekretärin des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EAD), Direktorin
der Strategieplanungs- und Frühwarneinheit (Policy Unit) des Hohen Vertreters
für Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, Javier Solana und als
Hauptautorin des EU-Iran-Deals von 2015, sehr erfolgreich meisterte.
Es war also naheliegend, als die Bundesregierung sie im
Juli 2024 als Präsidentin der UN-Vollversammlung nominierte.
[…] Die deutsche Diplomatin
Helga Schmid soll ab kommendem Jahr Präsidentin der UN-Vollversammlung in New
York werden. Die Bundesregierung habe die 63-Jährige für das hohe Amt am
Hauptsitz der Vereinten Nationen nominiert, teilte das Auswärtige Amt der Nachrichtenagentur
dpa mit. Da – wie bei dem Posten üblich – keine Gegenkandidaten erwartet
werden, gilt die Berufung Schmids als sicher. Sie soll den Posten ab September
2025 übernehmen.
Schmid sei "eine der
erfahrensten deutschen Spitzendiplomatinnen, bestens vernetzt und genießt
international hohes Ansehen", teilte das Auswärtige Amt mit. Sie habe die
Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) als Generalsekretärin
durch schwierige Jahre gesteuert. Zuvor war Schmid Generalsekretärin des
Europäischen Auswärtigen Dienstes in Brüssel.
Einen Namen machte sich
Schmid mit einem historischen Deal: Sie war führend an den Verhandlungen über
das Atomabkommen mit dem Iran beteiligt, das 2015 abgeschlossen wurde. […]
(Die Zeit, 18.07.2025)
Zwar ist der UN-Generalsekretär aufgrund seiner
Reisetätigkeit bekannter, aber formal steht der Präsident der
UN-Vollversammlung über ihm. Aber nun findet Schmids Karriere ein jähes Ende,
denn ihre Chefin Baerbock, als Außenministerin bald abgelöst und sich viel zu
wichtig fühlend, um schnöde im Bundestag zu sitzen, rammte ihr heute ein Messer
in den Rücken. Den Posten möchte Baerbock lieber für sich selbst!
[….] Bundesaußenministerin
Annalena Baerbock (Grüne) wechselt nach dem Ausscheiden aus dem Amt zu den
Vereinten Nationen. Die Grünen-Politikerin soll nach dem Willen der scheidenden
Bundesregierung Präsidentin der UN-Generalversammlung werden, wurde der Süddeutschen
Zeitung am Dienstag aus Regierungskreisen bestätigt. Der entsprechende Kabinettsbeschluss ist im
Umlaufverfahren bereits auf den Weg gebracht worden. Der Vorsitz wird von der
UN-Generalversammlung Anfang Juni gewählt. Die Abstimmung in New York gilt aber
eher als Formalie, da Deutschland den auf ein Jahr terminierten Posten schon
für sich gesichert hat. Er steht in der Sitzungsperiode 2025/2026 der
Regionalgruppe der Westeuropäer zu.
Eigentlich sollte das Amt
von der Top-Diplomatin Helga Schmid besetzt werden. Diese soll nun aber
zunächst eine herausgehobene Stellung bei der Münchner Sicherheitskonferenz
erhalten. [….] Als Präsidentin wird Baerbock im September die 80.
Generalversammlung der Vereinten Nationen eröffnen. Zu ihren Aufgaben gehört,
den Staats- und Regierungschefs das Wort zu erteilen. [….] Die
Präsidentin der Generalversammlung ist für die Organisation und Leitung der
Sitzungen der UN-Generalversammlung für die Dauer einer einjährigen
Sitzungsperiode zuständig. Im Mai will Baerbock in New York das Arbeitsprogramm
vorstellen, das bereits von Helga Schmid vorbereitet worden ist. [….]
(SZ, 18.03.2025)
Ganz schön perfide, Baerbock. Natürlich kein
ungewöhnliches Vorgehen für abgewählte Spitzenpolitiker, über Leichen zu gehen,
wenn es gilt, sich schöne Posten zu sichern. Von CDUlern und FDPlern erwartet
man nichts anderes. Schade, daß Top-Grüne dem schlechten Beispiel nacheifern. Für
Putin ein willkommener Anlass, gegen die Ukraine-Unterstützerin zu hetzen.
[…] Russland lehnt die
Kandidatur der deutschen Außenministerin Annalena Baerbock für den Vorsitz der
Uno-Generalversammlung in der Sitzungsperiode 2025/2026 ab. Der Kreml begründet
dies mit der Nazivergangenheit des Großvaters von Baerbock und versucht, einen
inhaltlichen Zusammenhang zur politischen Gesinnung der Außenministerin
herzustellen.
»Es wäre merkwürdig, 80
Jahre nach dem Sieg (im Zweiten Weltkrieg) auf dem Posten der Vorsitzenden der
Generalversammlung die Enkelin eines Nazis zu sehen, die stolz auf die
›Heldentaten ihres Großvaters‹ ist«, sagte die Sprecherin des russischen
Außenamts, Marija Sacharowa, der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge.
[…]
(Spon, 18.03.2025)