Samstag, 17. Dezember 2022

Parallelwelten  

Wie jeder weiß, herrschte vor 2022, dem heroischen Freiheitskampf der republikanischen Helden Marjorie Traitor Greene, Lauren Poobert und Ted Cruz über Jahrzehnte eine finstere Diktatur in den USA.

Der Höllendämon Anthony Fauci hatte sich zum Imperator aufgeschwungen und sich aus purem Sadismus eine Krankheit ausgedacht, die es nie gab und niemals geben wird. Und an der 1,1 Millionen US-Amerikaner starben. Aber, wie Donald Trump, Top-Wissenschaftler und intelligentester Mann der Erde, nachweisen konnte, lagen die 102 Millionen Covid-Erkrankungen in den USA nur an den vielen Tests, die man nie hätte machen dürfen. Außerdem entwickelte er die hochwirksamen Therapien der analen Glühbirnen-Insertion und die Bleichmittel-Dialyse. Wir hätten alle gerettet werden können, wenn nicht der linksfaschistische Kommunisten-Deep Staate den armen bescheidenen Herrn Trump durch die Sperrung seines Twitteraccounts ganz furchtbar gemein diskriminiert und an der freien Meinungsäußerung gehindert hätte. Die altruistische Orange-Haut hatte dadurch keine Möglichkeit mehr, an die Öffentlichkeit zu gelangen. Er hatte ja nichts zu sagen, kein Amt und wurde durch den bösen Fauci gegängelt.

Nun trug es sich aber zu, daß ein sympathischer Freiheitskämpfer aus Südafrika, den bedrängten Republikanern zur Hilfe eilte, seinen bescheidenen Wohlstand einsetzte, um GOP-Wahlempfehlungen zu twittern. Selbstlos hatte er dafür Twitter gekauft, Donald Trump wieder freigeschaltet und dafür die bösen Linkskommunisten-Lügner von CNN, Washington Post und New York Times gesperrt.

Und, Ta-dah, nach einer Twitter-Abstimmung einige von ihnen wieder FREI gelassen. Das entzückte den deutschen Justizminister von den FREIEN Demokraten.


[….] Es ist fast atemberaubend, wie daneben man liegen kann. Ich versuche das mal für Sie aufzuräumen, lieber Marco Buschmann, Bundesminister der Justiz:

1. Elon Musk hat keinen „Fehler“ korrigiert, das setzt Einsicht über Fehlverhalten voraus. Diese liegt hier erkennbar nicht vor. Ganz im Gegenteil, er hat die (falschen Vorwürfe) mehrfach wiederholt.

2. Musks gehäuft auftretenden, willkürlichen und launenhaften Aktionen sind nicht nur Machtdemonstration, sondern auch Einschüchterungsbotschaft für alle anderen. Ein gelegentliches Einkassieren oder Umentscheiden gehört mit in sein System (wenn man es denn so nennen will).

3. Anscheinend wurden nicht alle betroffenen Accounts, sondern nur einige entsperrt.

4. Warum wollen Sie den Eindruck erzeugen, es ginge hier um „Minderheitenschutz“. Weil Sie den Eindruck erzeugen wollen, dass Journalist:innen (mindestens die hier betroffenen) einer Minderheit angehören?

5. Elon Musks absurde und pseudodemokratischen Umfragen über Dinge, die sich nicht dafür eignen (und die er nach Gutdünken gelten oder nicht gelten lässt), wollen Sie doch nicht allen Ernstes als seriöse Abstimmung bezeichnen, oder?

6. Das Hin und Her eines von sich selbst berauschten Rechtslibertären, Antidemokraten und Netzwerk-Autokraten hat weder etwas mit Größe zu tun, noch hat es Respekt verdient.

7. Es ist zutiefst verstörend und von zweifelhaftem Rechtsverständnis, wenn ausgerechnet ein Justizminister dafür lobende Worte findet.  [….]

(Lorenz Meyer, 17.12.2022)

Minister Buschmanns Held Elon Musk hatte ob seiner überragenden Intelligenz schon vor fast drei Jahren erkannt, daß Imperator Fauci sich dieses „China-Virus“ nur ausgedacht hatte. Daß es bald vorbei sei.

Da der neue Twitter-Chef so eindrucksvoll Recht behalten sollte, machte er sich daran, für Gerechtigkeit zu sorgen, indem er den finsteren Fauci anklagen und einsperren lassen möchte.

Die schlauen US-Amerikaner feiern ihn dafür.

Aber Musks Arm reicht auch nach Deutschland. Seine Privat-Gestapo macht nun Jagd auf deutsche Mitarbeiter mit abweichenden Meinungen.

Das ist nur folgerichtig, denn auch die Merkel-Systemmedien hatten dem Volk der Dichter und Denker mit Masken und Testpflicht zugesetzt. Obwohl doch Corona völlig harmlos ist. Das beweisen ja wohl die gerade mal 160.000 deutschen Covid-Toten.

Glücklicherweise konnte die Merkel-Diktatur überwunden werden. Die Freiheitskämpfer Merz und Kubicki wußten was nun zu tun ist. Den habilitierten Epidemiologen Prof. Karl Lauterbach kanzelte der Gelbe als „Spacken“ ab.

Der Schwarzbraune ging die Pandemie frontal an und beendete sie per order di mufti.

[….] Im Umgang mit der Pandemie mahnt CDU-Chef Merz die Rückkehr in ein weitgehend normales Leben an. Spätestens im Frühjahr sollte Corona offiziell für beendet erklärt werden. […]

(ZDF, 17.11.2022)

So nämlich, ihr Arzt-Spacken!

Schluss mit Impfungen und Testungen und Masken und Isolation. Man kann Corona auch einfach verbieten und dann ist die Pandemie weg.

Kaum gab Fritze Merz diese Order aus, wurden alle Menschen gesund. Man sieht es gerade in Hamburg; hier ist so gut wie niemand mehr krank.

Danke Trump, Musk, Merz und Kubicki. Endlich ist Corona vorbei.

Nur 130 Covid-Tote in Deutschland jeden Tag. Also gerade mal ein Passagierflugzeugabsturz alle 24 Stunden. Ist ja fast nichts.

Auch in den Kliniken gibt es keine Probleme mehr, weil zum Beispiel Kinder gar nicht mehr reinkommen. Hat man ein sterbendes Kind zu Hause, ist das eine WinWin-Situation. Man muss erstens nicht mehr zum langweiligen Kinderarzt nebenan und kann zweitens eine spannende Odyssee auf der Suche nach einer Klinik beginnen.

Die Hamburger Geschäftsführerin des Handelsverbands Nord, Brigitte Nolte, ist auch froh, daß Corona vorbei und alles wieder wie früher ist!

[….] Corona: Weihnachtsbummel im zweiten Pandemie-Jahr

„Wir sehen, dass die Verbraucher es wunderbar finden, dass sie jetzt ohne Maske, ohne Zugangsbegrenzung und ohne Einschränkungen shoppen gehen, die Weihnachtseinkäufe genießen und dann noch mit einem netten Weihnachtsbummel auf den Weihnachtsmärkten verbinden können“, sagte Nolte. Man merke, dass alles wieder wie vor Ausbruch der Corona-Pandemie sei – und das sei sicherlich auch positiv für die Besucherfrequenz. [….]

(HH Mopo, 17.12.2022)

Also wenn es positiv für die Umsatzzahlen ist, kann man die sechs Corona-Toten pro Stunde nun wirklich verkraften und muss die armen Konsumenten nicht zu den bösen Masken verpflichten.