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Donnerstag, 4. Juni 2020

Meckerstopp

Na klar, ich verabscheue die deutschen Rechten, die amerikanische GOP. Immer wieder dresche ich aber auch auf die linke Opposition, die Grünen, die US-Demokraten oder meine eigene Partei ein.
Als guter Demokrat sollte man möglichst kritisch mit allen Eliten umgehen und keineswegs blind für die Fehler der Volksvertreter aus den eigenen Reihen sein.

Von der Seitenlinie zu kritisieren ist allerdings sehr viel leichter als selbst zu gestalten. Wenn Politiker endlos kreißen und wieder nur ein winziges Ei gelegt haben, kommen daher sofort die „zu wenig, zu spät, zu mutlos, zu halbherzig, zu halbherzig“-Kommentare, ohne genau zu erklären wer oder was eigentlich die Vergrößerung des Eis genau verhindert hat. Es folgen sprachliche Diminutive wie „Klimapäckchen“ und wer würde sich nicht darüber ärgern wenn nach jahrelanger Erkenntnis einer essentiellen Notwendigkeit immer noch kein Schritt wider die Altersarmut, für einen Rüstungsexportstopp oder echten Klimaschutz unternommen wurde.

Gelegentlich darf man aber schon darauf hinweisen, daß in Westeuropa nicht wie in der chinesischen Diktatur per order di mufti entschieden wird, daß Partikularinteressen und individuelle Rechte  berücksichtigt werden. Kompromisse gefunden werden müssen. Das ist viel umständlicher als in einer Autokratie, in der sich der Herrscher nicht mit juristischen Einsprüchen, kritischer Presse und Umweltschutz plagen muss.
Man setzt sich leichter durch wenn man statt einer 20%-Partei eine 100%-Partei ohne Opposition und Rechtsstaat ist.

Gelegentlich machen Politiker aber viel aus wenig.
Olaf Scholz zum Beispiel ist extrem durchsetzungsfähig und schuf während der Megakrise 2008/2009 ganz unspektakulär im Hintergrund die wesentlichste Ursache weswegen Deutschland besser als alle andere Länder durchkam: Das ausgeweitete Kurzarbeitergeld. Er bewahrte uns vorm Absturz und wurde zum Dank vom Urnenpöbel in die Opposition geschickt und durch die FDP-Rösler ersetzt.
Seit Olaf Scholz Vizekanzler ist, zeigt er, daß er nicht der Mann für „zu wenig, zu spät, zu mutlos, zu halbherzig, zu halbherzig“-Päckchen ist, sondern wiederum effektiv und mutig agiert.
Erst kam das Bazooka-Finanzpaket und nun das Konjunkturprogramm, welches alle Erwartungen übertrifft.

[……] Der 130-Milliarden-Wumms
Mehrwertsteuer runter, Zuschüsse für Familien rauf - das gewaltige Konjunkturprogramm der Großen Koalition ist eine positive Überraschung. [……] Wiederholtes prägt sich besser ein, deshalb betonte Vizekanzler Olaf Scholz mehrfach, was für ihn im Vordergrund steht bei der Ausrichtung des Konjunkturpakets. "Wumms", sagte der Vizekanzler einmal, zweimal, insgesamt dreimal. "Wir wollen mit Wumms aus der Krise kommen".
Den Zweck des von der Großen Koalition beschlossenen Konjunkturpakets fasst das recht treffend zusammen: Bislang hat die Bundesregierung in der Coronakrise als eine Art Bundes-Versicherung agiert, die für allerlei Schäden aufkommt, den Verlust von Aufträgen oder Arbeitsplätzen etwa.
Jetzt soll es um etwas anderes gehen, Phase zwei. Gebraucht wird der Startschuss für die ökonomische Aufholjagd. "Wumms", eben. […..]

Sogar die Grünen sind beeindruckt.

[…..] Das Konjunkturpaket der Bundesregierung ist besser als erwartet. Gemessen an früheren Konjunkturprogrammen ist dieses Paket ein Fortschritt. […..]
(Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter, 04.06.20)

Man merkt ganz deutlich weswegen es so essentiell wichtig ist die SPD in der Groko zu haben; sie vermochte es nicht nur den Durchmarsch der CDU-KFZ-Lobbyisten aus den Reihen der ehemaligen Kanzleramts-Staatsminister zu verhindern, die einseitig Steuerzahlermilliarden an die Topverdiener verschieben wollten, während die Multimilliardäre ihre Milliarden-Dividenden einstreichen und dennoch Staatshilfen verlangen.

Hört hört, BMW, Mercedes uind Porsche bissen sich die Zähne an den Koalitionären aus.
Wer sich für 80.000 Euro eine S-Klasse leisten kann, bekommt nicht noch eine  5.000-Euro-Prämie dazu geschenkt.
Das Konjunkturpaketgeld bleibt auch nicht wie sonst üblich über den Weg von Soli/Lohn/Einkommen-Steuersenkungen der wohlhabenderen Hälfte der Bevölkerung vorbehalten, während die ärmeren 50%, die gar keine solchen Steuern zahlen außen vor bleiben.
Nein, diesmal geht es an die Mehrwertsteuer und hilft damit in erster Linie den Ärmeren, die ohnehin nichts sparen können.

[……] Die größte Überraschung ist die Entscheidung der Regierung, vom 1. Juli bis 31. Dezember 2020 die Mehrwertsteuer von 19 auf 16 Prozent zu senken und den reduzierten Satz von sieben auf fünf Prozent. Mit einem Kostenvolumen von etwa 20 Milliarden Euro ist das die Einzelmaßnahme, die den Staat am meisten kostet.
Bringt sie auch etwas? Die Mehrwertsteuer unterscheidet sich deutlich von anderen Steuern, etwa der Einkommensteuer. Weil sie auf Waren und Dienstleistungen erhoben wird, zahlt sie praktisch jeder Verbraucher in Deutschland. Von einer Senkung profitiert also erst einmal die breite Masse, vom Sozialhilfeempfänger bis zum Gutverdiener. 
[……] Nicht ganz unerheblich ist dabei, ob Unternehmen die Steuersenkung wirklich an die Kunden weitergeben und die Preise senken - oder die Gelegenheit nutzen, eigene Margen zu erhöhen.
Laut dem Ökonomen Christian Odendahl hat Großbritannien mit einer ähnlichen Maßnahme in der vergangenen Krise experimentiert und damit gute Erfahrungen gemacht. 75 Prozent der Senkung wurden an die Kunden weitergegeben, 25 Prozent flossen in höhere Margen der Firmen.
Die Senkung der Mehrwertsteuer könnte sich auch deshalb als kluger Zug erweisen, weil davon vor allem kleine und mittlere Einkommen profitieren, die einen Großteil ihres Geldes für Konsumausgaben aufwenden. Denn das ist ein Kernproblem von Konjunkturprogrammen insgesamt: Das Geld soll nicht nur ankommen bei Bürgern, die es brauchen, sondern auch bei solchen, die es zügig wieder ausgeben. Sonst verpufft die Wirkung. […..]

Also heute wird nicht über die Bundesregierung gemeckert.
Das haben sie – natürlich auf Druck der SPD – gut gemacht.

Aber nicht nur das; ich muss, nachdem ich gestern schon mit Bauchschmerzen gegen meinen Willen Saskia Esken halbherzig lobte, gleich am folgenden Tag noch einmal ein Lob, diesmal ein ziemlich Dickes, an sie aussprechen.
Offenbar hatte sie bei den Verhandlungen zum Konjunkturpaket kräftig mitgewirkt.

[……] Als Esken und ihr Mitvorsitzender Norbert Walter-Borjans im März hundert Tage im Amt waren, hagelte es Häme: "Keinen kümmert's", schrieb der "Tagesspiegel". Die Sozialdemokratie leiste es sich heute, "ihre Vorsitzenden zu vergessen". Zoten und Sottisen und Untergangsprognosen über die SPD und ihre Vorsitzenden bekommen verlässlich billigen Beifall.
Nun: Die Partei lebt. Sie ist in der Regierung. Und sie stellt die Fähigeren in der Ministerriege. Oder wann hat man das letzte Mal ernst zu nehmende und Wortbeiträge oder gar substanzielle politische Handlungen von Andreas Scheuer, Julia Klöckner oder Anja Karliczek wahrgenommen?
Auch das nun weithin gelobte 130-Milliarden-Konjunkturpaket gibt es in dieser Form nur, weil die SPD den größten Unfug verhindert hat. Es ist das umfangreichste Volumen seit der Nachkriegszeit, das der Staat aufgrund einer Krise investiert. Soviel Vernunft hat dieser Koalition kaum noch jemand zugetraut, und diese Vernunft ging nicht von der Unionsseite aus.
Eine zentrale Figur hinter diesem Konjunkturpaket ist Esken. Sie machte beispielsweise von Anfang an klar, dass es mit ihr keine Kaufprämie für Autos mit Verbrennungsmotor geben werde. Damit positionierte sie sich nicht nur gegen den CDU-Wirtschaftsminister Peter Altmaier und den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann von den Grünen (ja, den Grünen), sondern auch gegen ihren eigenen Parteifreund Stephan Weil, der als niedersächsischer Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat die langjährigen Versäumnisse von Volkswagen mit Milliarden Euro kaschieren wollte. [….]

Es geschehen noch Zeichen und Wunder.
Werden die beiden Erzkonkurrenten Esken und Scholz etwa noch sowas wie ein politisches Dreamteam?

Dienstag, 29. Mai 2018

Billig, billig, billig.


Jens Spahns Eltern sind vermutlich glücklich.
Glücklich, daß ihr Sohn berühmt ist. Minister ist. Finanziell ausgesorgt hat. Vermutlich noch weiter Karriere machen wird. Und natürlich weil er schon öffentlich verkündete keinesfalls seine Eltern pflegen zu wollen, wenn die nicht mehr allein zu Recht kommen.

[…..] Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kann sich nach eigenen Worten nicht vorstellen, seine Eltern selbst zu pflegen.
"Meine Eltern würden es auch nicht erwarten, dass ich meinen Beruf aufgebe, um sie zu pflegen", sagte der CDU-Politiker in der ARD-Sendung "Maischberger".  Der auch für Pflege zuständige Minister ergänzte: "Ich würde so oft wie möglich versuchen, zuhause zu sein und mitzuhelfen." [….]
(STERN, 19.04.2018)

Aber ein bißchen mithelfen würde er.
Vermutlich denkt sich Spahn nichts dabei, oder ist sogar stolz darauf, so offen und ehrlich zu sein.
Aber diese Aussagen zeigen auch seine Ahnungslosigkeit.
Eltern erwarten in den wenigstens Fällen, daß ihre Kinder sie später mal windeln und waschen, womöglich viele Jahre rund um die Uhr für sie da sind.

Das war „früher“, sagen wir vor 100 Jahren, mal anders, weil es erstens große Familien gab, in denen die Last der Pflege nicht auf einem einzelnen Paar Schultern lag und zweitens die Medizin gar keine besonders langen Pflegezeiten ermöglichte. Die Leute starben natürlich viel früher.

Gelegentlich hört man in Alten- und Pflegeheimen von sehr betagten Personen die Klage, „heutzutage“ wären so viele Leute schwer krank, müssten sich plagen. Aus ihrer Jugend kennten sie das gar nicht. Sicher, da starben auch Verwandte, aber die waren nie so lange und so grausam krank.

Das ist nur ein Schein-Widerspruch. Die Leute waren nicht so krank, weil sie schon viel früher gestorben sind. Bevor sich die vielen altersspezifischen Krankheiten einstellten. Man wurde nicht multimorbid, weil vermutlich eine Krankheit ausreichte, um einen frühzeitig zu erledigen.

Geht man mal davon aus, daß Eltern im Jahr 2018 ihre Kinder lieben, möchten sie ihnen natürlich nicht zumuten später einmal Jahre ihres Lebens für die Pflege von Mami und Papi zu opfern.
Ich behaupte, die wenigstens Bettlägerigen verlangen dies ausdrücklich von ihren Kindern.

Gut für Spahn.

In der echten Realität gibt es allerdings sehr viel subtilere Methoden eben doch Druck auf die Kinder auszuüben. Möglicherweise auch ganz unbewußt, indem beispielsweise offensichtlich wird, daß Muttern unglücklicher, ungepflegter, dünner wird.
Vielleicht wird auch nur deutlich wie Alte in Gegenwart ihrer erwachsenen Kinder aufblühen.

Außerdem ist natürlich die Variante weit verbreitet, daß sehr alte Menschen dement/senil/alzheimerig werden und damit eben nicht mehr Hilfe ablehnen können.

Eine dritte Möglichkeit trat bei meinen Eltern ein, um nun doch mal aus dem Nähkästchen zu plaudern: Mutter und Vater wurden fast gleichzeitig pflegebedürftig, waren aber da schon Jahrzehnte geschieden; es gab also gleich zwei weitere Singlehaushalte zu versorgen.
Ich hatte vorher schon zweimal jemand bis zum Ende gepflegt und wußte genau was das bedeutet. 

Insbesondere deswegen, weil meine Mutter schon Jahre zuvor an mir beobachtet hatte wie enorm das schlaucht und welche gewaltige psychische Belastung das ist, wollte sie mir das keinesfalls erneut zumuten.
Es fiel ihr extrem schwer mich um irgendwas zu bitten, weil sie immer Rücksicht nehmen wollte auf mein eigenes Leben.
Aber in dem Fall war ich es, der entschied das dennoch zu wollen.
Es gibt nämlich auch Kinder, die ihre Eltern mögen und es gar nicht aushalten würden, sie unter mangelnden Bedingungen anderen zu überlassen.
Und Achtung, jetzt kommt der Pathosalarm: Seine Eltern zu pflegen bis sie sterben ist unfassbar anstrengend, aber eben auch gleichzeitig erfüllend.
Es ist für den Pflegenden anschließend beruhigend zu wissen, daß man sich keine Vorwürfe machen muss, daß man alles getan hat, daß alles ausgesprochen wurde.
Ich wäre am schlechten Gewissen eingegangen, wenn ich meine Eltern in ein mieses Pflegeheim abgeschoben hätte.
Aber das soll kein Vorwurf an andere sein. Die Kind-Eltern-Beziehung kann auch völlig anders gelagert sein. Kinder, die selbst Kinder haben und möglicherweise viel unflexibler als ich sind, können sich nicht zerreißen.
Schließlich gibt es auch Viele, die eben nicht zu Gewissensbissen neigen und sich viel weniger Sorgen um Angehörige machen.

Für Spahn stellt sich das also einfach dar: Meine Eltern wollen nicht, daß ich sie pflege und ich habe ja ohnehin einen wichtigen Beruf.
Thema durch, also muß jemand anders ran.

Pflege ist für ihn offensichtlich ein niederer Dienst, der bei Weitem nicht so bedeutend ist, wie das was er als seinen „Beruf“ ansieht; also durch die Talkshows ziehen und über Arme, Migranten, HartzIV-Empfänger und Muslime zu schimpfen.
Ich bewerte die Wichtigkeit von Berufen ganz anders.
Spahns Eltern könnten theoretisch eines Tages bei bester Gesundheit hochbetagt einfach tot umfallen. Herzinfarkt, oder so. Also das Ende, das sich jeder wünscht.
Dann hätten sie Glück gehabt.
Wahrscheinlicher ist aber, daß es eine längere, sich ziehenden und qualvolle Angelegenheit wird. Dann wird die Versorgung von Frau und Herrn Spahn Senior aufwändig und erfordert viel Verantwortung.
Es ist garantiert nicht so, wie Spahn sich das vorstellt: Irgendeine andere mindere Hilfskraft erledigt das schön billig und er kommt ab und zu mal vorbei und hilft ein bißchen. Wenn es in seinen Terminplan passt.
Auch das versteht Spahn offensichtlich nicht. Pflege ist keine Frage von „so oft wie möglich“, also Zeit, die man hier und da mal übrig hat.
Krankheit und Tod passen nie in den Terminplan. Das ist gerade charakteristisch. Die finden immer statt, wenn es einem gerade gar nicht passt.
Noch nicht mal mein Beinbruch im Februar passte in irgendeiner Weise in meine berufliche Planung.
Aber so ist das mit Beinbrüchen und 12 Wochen an Krücken gehen: Es gibt niemals den Zeitpunkt, an dem man denkt, och, jetzt ist gerade nichts los; da könnte ich mir mal eine Krankheit für drei Monate nehmen.
Der Spahn…

Pflege ist physisch und psychisch sehr anspruchsvoll. Insbesondere wird es emotional verheerend, wenn es um die eigenen engsten Freunde und Angehörigen geht.
Die Situation ist nämlich großer Mist, weil man in der Regel irgendwann weiß, daß es nicht mehr besser wird, sondern ab jetzt nur noch kontinuierlich bergab gehen kann.

Wer sich schon mal ernsthaft mit dem Thema befasst hat, versteht auch Frau Rosenbergs Buchtitel, der ihre totale seelische Erschöpfung ausdrückt.

[….] Mutter, wann stirbst du endlich? Wenn die Pflege der kranken Eltern zur Zerreißprobe wird
Martina Rosenberg erzählt die authentische Geschichte einer ganz normalen Familie, für die das Leben durch die Extrembelastung der Pflege der schwer kranken Eltern zum Albtraum wurde. Es ist die Geschichte ihrer eigenen Familie. Die Mutter erkrankt an Demenz, der Vater erleidet einen Schlaganfall, und Schritt für Schritt muss die Tochter die Verantwortung und Organisation des elterlichen Lebens übernehmen. Verzweifelt versucht sie, allen Anforderungen gerecht zu werden – und scheitert, bis nach neun Jahren nur noch der Wunsch übrig bleibt: Mutter, wann stirbst du endlich? […..]

Zwischen Spahns Vorstellung, er komme dann gelegentlich mal zum Helfen vorbei und der bitteren Realität, die womöglich neun Jahre lang 24/7 schwersten seelischen und körperlichen Stress bedeuten, liegen Welten.

Sehr oft geht es nicht anders als professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Das könnte auch ein guter und geachteter Beruf sein.

Allerdings will kaum noch jemand Altenpfleger oder Intensivpflegekraft auf einer Geriatrie werden, weil es den Teufelskreis aus schlechter Bezahlung und Überarbeitung durch fehlende Pflegekräfte gibt.
An beiden Punkten muss man ansetzen.

Es gibt einerseits Pflegekräfte, die sich gar nicht so sehr mehr Gehalt, sondern vor allem mehr Zeit mit den Patienten wünschen – was nur ginge, wenn man viel mehr Pfleger einstellt.
Und andererseits gibt es Arbeitssuchende, die den Beruf nicht ergreifen, weil er zu allem Stress auch noch mies bezahlt ist.

Als Besonderheit haben wir in Deutschland noch das aberwitzige Problem, daß die 1,5 Millionen Angestellten bei Caritas und Diakonie Kirchenmitglieder sein müssen. Das bedeutet, daß trotz 100% staatlicher Finanzierung tausende Krankenhäuser und Pflegeheime Muslime, Atheisten und Juden grundsätzlich nicht einstellen, sondern lieber ihren christlichen Kräften totale Überlastung bescheren.

[….] Standardmäßig sind ungefähr um die 36 Patienten auf einer Station, und das kann man sich ja vorstellen. Es ist eine Nachtschwester und 36 Patienten. Das ist ein bisschen viel. Die schlafen auch nicht immer alle und teilweise hat man auch frisch operierte Patienten dabei, schwerst pflegebedürftige Patienten, um die man sich kümmern muss, Neuzugänge, die aus dem OP kommen, etc. Und dann ist man die ganze Nacht damit beschäftigt zu entscheiden, was man weglässt und was jetzt wichtig ist, weil alles schafft man sowieso nicht. […..]

Spahns Idee; sollen doch erst mal ein paar Tausend Pfleger aus dem (christlichen) Ausland kommen.
So beschloss es die Groko. Kosten darf es aber nichts. Der Staat gibt kein Geld, sondern die Krankenkassen (=die Patienten) sollen das schön selbst finanzieren.

[….] Im Kampf gegen den bundesweiten Pflegenotstand sollen Fachkräfte aus dem Ausland helfen. Gesundheitsminister Jens Spahn will deren Anwerbung erleichtern. Doch seine Rechnung geht nicht auf.
[…..] Vergangene Woche hat die große Koalition beschlossen, in einem Sofortprogramm statt der 8000 im Koalitionsvertrag vorgesehenen Stellen ganze 13 000 zusätzliche Stellen in Pflegeheimen zu finanzieren. Auch Krankenhäuser sollen mehr Mitarbeiter einstellen. Doch woher sollen sie kommen? Auf Stellenanzeigen antwortet kaum noch jemand, zu den Infoständen auf Karrieremessen kommt fast niemand. Zu unattraktiv sind die Arbeitsbedingungen geworden. Deshalb bemühen sich Einrichtungen zunehmend um Kräfte aus dem Ausland; auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will deren Anwerbung erleichtern. […..]
 Da sind die Pflegeexperten, die auf das große Ganze blicken, und für die Spahns Avancen zur leichteren Anwerbung nur Augenwischerei ist.
[…..] Projekte, die eine schnelle Lösung versprachen, indem man fünfzig oder sogar hundert Menschen gleichzeitig anwarb, sind fast immer gescheitert. […..] "In dem Fall lag es vor allem an der Sprache", sagt Bordi, "in anderen Fällen scheitert es an den Erwartungen." Pfleger aus EU-Ländern haben häufig studiert. Zu Hause dürfen sie Aufgaben übernehmen, die in Deutschland Ärzten vorbehalten sind. […..]
Ein Ansturm an Bewerbern wird also ausbleiben. Aber Kliniken und Pflegeheime stehen der Anwerbung ohnehin kritisch gegenüber. Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung rechnet vor, dass von 2012 bis 2015 nur jedes sechste Unternehmen in der Pflegebranche aktiv versucht hat, Menschen aus dem Ausland anzuwerben. 60 Prozent der übrigen Unternehmen gaben an, sie würden auch in Zukunft auf diese Möglichkeit verzichten. Sie sei zu teuer und zu aufwendig. […..]

Nicht, daß ich viel Weisheit in der politischen Arbeit Spahns erwartet hätte. Aber immerhin ist der Mann seit 12 Jahren beruflich im Gesundheitssektor unterwegs.
Daß alle Pflegedienste seit vielen Jahren händeringend nach Personal suchen, aber keins finden, scheint ihm dennoch nicht bekannt zu sein.

VIEW Mai 2018

Es gibt eben keine Pfleger auf dem Markt. Und den Beruf erlernen will niemand in Massen, solange der mies bezahlt wird und durch den Personalmangel extrem stressig ist.

[….] Meilenweit entfernt von dänischen Verhältnissen
Die Regierung verspricht 13.000 neue Stellen in der Pflege. Um so gut zu werden wie Dänemark, bräuchte man hierzulande jedoch eine halbe Million zusätzliche Pflegekräfte. […..]

Bei anderen Jobs, für die sich konservative Deutsche zu fein sind – Putzdienste, Restaurantküchen, Straßenkehrer, Müllmann – greift man üblicherweise auf Migranten zurück.
Aber das kirchliche Arbeitsrecht läßt eben keine Nichtchristen zu in ihren Einrichtungen.

Daran könnte Spahn rütteln.
Und er könnte den Geldhahn aufdrehen. Aber auch das versteht er offenbar gar nicht.

[…..]  Politiker der Opposition, Lobbyisten sowie Gewerkschafter verstehen ihren Job nicht so, einem Minister zu sagen, dass er alles super gemacht und erledigt habe. Im Gegenteil, was einer wie Jens Spahn tut, muss falsch, mindestens aber zu wenig sein. Also kann der Gesundheitsminister nun überall lesen, was sein "Sofortprogramm" zur Pflege in Wahrheit sei: ein Witz, eine Nebelkerze, halbherzig.
[…..] Das wird nämlich leicht vergessen, wenn allgemein über Pfleger gesprochen wird: wie belastend dieser Beruf ist. Es arbeiten ja auch deshalb so viele von ihnen nur in Teilzeit, weil sie sich den Job in Vollzeit gar nicht zutrauen (mit der Folge, dass ihr Gehalt kaum zum Leben reicht). Es scheiden deshalb so viele früh aus dem Beruf, weil sie nicht mehr können. Dies ist kein Beruf, den man verrichtet wie ein Mechatroniker oder Redakteur; er ist voller physischer und psychischer Zumutungen.
[…..] Die Branche besteht aus Häusern, die unterschiedlichste Eigentümer haben: Kommunen, Wohlfahrtsverbände, Kirchen, kommerzielle Firmen. Manche Arbeitgeber verlangen ihren Pflegern 38,5 Wochenstunden ab, andere 40. Es gibt Häuser, in denen beträgt der Jahresurlaub nur 24 Tage. In manchen Gegenden erhalten Fachkräfte in der Altenpflege weniger als Helfer in der Krankenpflege. Nur wenige Beschäftigte gehören einer Gewerkschaft an, dieser wiederum fehlt ein zentraler Arbeitgeberverband als Verhandlungspartner. Und die Kirchen ziehen sich sowieso gern auf ihr verfassungsmäßiges Recht zurück, klassische Tarifverhandlungen gar nicht erst führen zu müssen.
Wenn Arbeitnehmern die Verhandlungsmacht fehlt, hat dies in jeder Branche die immer selbe Folge: dass Arbeitgeber knausern. […..]  Wenn der Gesundheitsminister Spahn von der CDU will, dass Menschen Pfleger von Beruf werden und die 30 000 offenen Stellen auf Dauer besetzt werden, gibt es einen sinnvollen nächsten Schritt: Arbeitsminister Heil von der SPD anrufen, damit dieser einen der bestehenden Tarifverträge (zum Beispiel den der Kommunen) für allgemein verbindlich erklärt.  […..]

Statt immer billiger und mehr arbeiten, sollte für Pfleger gelten: Teurer und weniger arbeiten.
Wenn Minister oder Pharmalobbyisten oder Vermieter (wie Jens Spahn) sehr viel verdienen, nützt das der deutschen Wirtschaft nur bedingt, weil er mit weiteren 10.000,- oder 20.000,- im Monat auch nicht mehr Äpfel, Brot oder Spülmittel kaufen wird. Er wird stattdessen mutmaßlich eine schöne Steueroase in Panama suchen, um das überschüssige Geld zu parken. Schlecht für die deutsche Wirtschaft.

Wenn aber Menschen mit niedrigen Einkommen, wie beispielsweise Altenpfleger und Krankenschwestern 1.000,- mehr im Monat haben, verkonsumieren sie es zum größten Teil. Sie geben es aus. Das stärkt die Nachfrage und die Binnenkonjunktur.
Gut für die deutsche Wirtschaft, die an extremer Importschwäche leidet.
Gut für die Menschen und Familien in den Berufen und auch gut für die Pflegebedürftigen.

Nur blöd, daß wir schon wieder, nach Rösler, Bahr und Gröhe einen extrem kirchenfreundlichen und lobbyaffinen konservativen Gesundheitsminister haben.

[…..] Das Sofortprogramm Pflege von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) stößt auf scharfe Kritik bei Pflegeexperten und Sozialverbänden. "Dieser Aktionsplan ist leider ein Witz", sagte der Präsident der Diakonie, Ulrich Lilie, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Mit diesen 13.000 Symbolstellen gewinnen wir nichts in diesem Land." Spahn stehe vor einer Bewährungsprobe, sagte der Chef des evangelischen Wohlfahrtsverbands. Der Minister müsse nachhaltige Reformen durchsetzen. [….]

[….] Das Papier bleibe "deutlich hinter dem zurück, was notwendig ist", kritisiert Sylvia Bühler, Mitglied im Bundesvorstand der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di). Das Programm sei "nur ein weiterer Tropfen auf dem heißen Stein", meint Otto B. Ludorff, Vorsitzender des Bundesverbandes der kommunalen Senioren- und Behinderteneinrichtungen (BKSB). "Da muss deutlich mehr passieren", fordert die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele. Das Sofortprogramm des Gesundheitsministers sei allenfalls ein "Trostpflaster", das die Dauerkrise in der Pflege nicht heilen könne, moniert Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands.
Auch die Oppositionsparteien im Deutschen Bundestag zeigen sich wenig begeistert. "Dieses Sofortprogramm kann maximal ein paar Löcher stopfen", sagt Pia Zimmermann, pflegepolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der Linkspartei, "wegen einer 24-Stunden-Kita und einem Sportangebot für Mitarbeiter wird niemand zurück in den Pflegeberuf kommen." Kordula Schulz-Asche, Sprecherin für Pflegepolitik der Bundestagsfraktion der Grünen, ist nicht überzeugt – die 13.000 avisierten zusätzlichen Stellen deckten "bei weitem nicht den tatsächlichen Bedarf". Auch die pflegepolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Nicole Westig, ist skeptisch und bezeichnet das Sofortprogramm als "Nebelkerze": "Bereits jetzt können offene Stellen nicht besetzt werden, der Markt ist leergefegt." [….]
(Altenpflege Online, 24.05.2018)

Dienstag, 22. August 2017

Schöne Menschen, wo man auch immer hinsieht.



Na, das gab vielleicht einen Shitstorm, als der BW-Kommunalpolitiker Jörg Rupp Anfang 2015 unflätig über die Hamburger FDP-Chefin Katja Suding twitterte.

[….] Jörg Rupp hatte das Sonntagabendessen gekocht und schaute Hamburg-Wahl, als sein Landesvorsitzender anrief. Tittengate! Wegen eines Tweets von ihm. „Mit Titten und Beinen anstatt Inhalten“, so hatte der grüne Gemeinderat von Malsch bei Karlsruhe den Wahlerfolg von Katja Suding (FDP) bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg analysiert. [….]Titten‘ darf man als Grüner nicht sagen“, sagt Rupp am Telefon. Ein Kurzschluss. Er möge den Ausdruck Titten selbst nicht. Weshalb er Suding umgehend um Entschuldigung bat, was sie akzeptierte. Allerdings: „Von meiner Kritik an der FDP-Kampagne lasse ich nicht ab.“
Rupp war im Grunde der Allerletzte, der der FDP und ihrer Spitzenkandidatin vorwarf, mit „gutem“ Aussehen Wahlkampf zu machen. „Der Verdacht, dem Äußeren mehr als den Inhalten verpflichtet zu sein“ – mit solchem Blabla wurden die Seiten drei gefüllt, also das Heiligtum des Qualitätsjournalismus. Die Welt fragte: „Mehr als Bein und Busen?“ Bildunterschrift: „Voller Körpereinsatz“. [….]

Suding ist ein political correctness-Alptraum.
Sie wirkt sehr weiblich und betont ihre feminine Reize offensiv mit recht freizügigen Bildern.
Das ist verpönt, aber wirksam.
Suding nimmt man es besonders übel, weil sie sich, so gar nicht dem Klischee von der weiblichen Einfühlsamkeit entsprechend mit rüden Methoden an die Spitze der Hamburger FDP gepoltert hatte. Dabei entstand viel böses Blut; einige Vorgänger und Elbliberale Granden waren so empört, daß sie aus der Partei austraten.
Zudem tat Suding im Jahr 2012 etwas, das Konservative immer noch gar nicht gerne bei Frauen sehen: Ihrer Karriere opferte sie ihre Ehe. Sie verließ nicht nur ihren Mann, sondern übergab auch ihre beiden kleinen Söhne dem Ex-Mann, weil sie keine Zeit mehr habe Mutter zu sein und sich um die Politik kümmern wolle.
Nun ja, zeitlich passte schon noch ein Mann in ihr Leben, aber eben keine zwei Kinder. Das posaunte Suding in dem ihr eigenen exhibitionistischen Stil über die yellow press aus.

[…..] Katja Suding schwer verliebt „Udo hat so schöne breite Schultern“
Die meisten Politiker schweigen sich lieber über ihr Liebesleben aus – nicht so Katja Suding (40). Die FDP-Lady schwebt seit einigen Wochen mit Ex-Tennisprofi Udo Riglewski (49) auf rosaroten Wölkchen und lässt alle an ihrem Glück teilhaben. „Er hat so schön breite Schultern“, antwortet sie lachend im „Gala“-Interview auf die Frage, warum er der Richtige ist. [….]

Man kann Sudings Verhalten natürlich nicht kritisieren, ohne als Heuchler dazustehen, da männliche Politiker sich alle Augenblick scheiden lassen, die lästigen Blagen bei der Ex parken und sich dann eine jüngere und schönere Neu-Frau suchen.

Warum soll sich eine Frau in der Politik nicht das Recht nehmen so zu handeln wie ihre männlichen Kollegen?

Als Feminist kann man Suding nicht kritisieren, aber es ärgert eben doch, daß sie mit völliger Inhaltslosigkeit und hübschen Model-Bildern so erfolgreich ist.
Selbst in den üblen Bergab-Jahren 2010-2014, als die FDP im freien Fall aus fast allen Landtagen flog, stach Suding mit guten Ergebnissen in Hamburg hervor.
Eine Null-Themen-Partei ohne politische Agenda ist eben immer noch sympathischer als die Lobby-Partei FDP auf Bundesebene, die maßgeschneidert nach Parteispenden für Pharmaindustrie, Hoteliers oder Automatenkönige Gesetze machte.

Suding macht, was funktioniert. Kann man ihr das vorwerfen?
Ist es nicht tatsächlich eher dumm stoisch und seriös Programme zu erarbeiten, in einer Koalition (2013-2017) abzuarbeiten oder dem Wähler wie Lafontaine 1990 oder Steinbrück 2013 offen und ehrlich Fakten zu nennen, wenn man dafür brutal abgestraft wird und wolkige Wischiwschi-Mauschelpartei CDU mit Rekordergebnissen bedacht wird?

 Christian Lindner, neuer Posterboy der FDP erkennt ebenfalls an wie die Deutschen ticken. Mit seinen Ausflügen in den braunen Sumpf, rechten Sprüchen, die Alexander Gauland liberal wirken ließen, erbettelte sich Lindner erfolgreich Aufmerksamkeit und startete flugs eine persönliche Mr-Germany-Kampagne, die ihn in alle erdenklichen Posten geworfen in edlen Schwarzweiß-Bildern zeigt. Der hübsche Lindi ist nun omnipräsent. Ich staune immer noch, wie massiv mir in den sozialen Netzwerken Lindnerbilder entgegenspringen.
Natürlich gibt es dabei viel Satire, aber auch das multipliziert Lindners Kampagne.
Der Mann ist ohne Programm und ohne es verdient zu haben schon so gut wie der nächste deutsche Vizekanzler mit einer FDP, die um die 10% liegt. Warum bloß?





Aussehen ist alles.
Insbesondere, wenn die an ihren Smartphones klebenden Jungwähler nur noch mit Mühe länger als 30 Sekunden konzentrieren können, keine Hintergrundartikel mehr lesen und immer schneller bunte Bilder wegwischen.

 [….] Bei vielen Jungwählern ist laut Forschern die körperliche Attraktivität von Politikern ein entscheidendes Kriterium.
"Jungwähler bewerten Politik anhand ästhetischer Kategorien. Sie sind sehr stark Augenmenschen und wollen Erkenntnisse durch bildliche Wahrnehmung gewinnen", sagte der österreichische Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier der Deutschen Presse-Agentur. Bei einer repräsentativen Umfrage seines Meinungsforschungsinstituts "tfactory" im Vorfeld der Wahlen in Österreich habe sich die Macht der Optik bestätigt. "Die starke Verkörperlichung des Politischen hat einen neuen Idealtypus hervorgebracht: den Slim-Fit-Warrior."
In Österreich verkörperten die sichtbar fitten Spitzenkandidaten Christian Kern (SPÖ) und Sebastian Kurz (ÖVP) diesen Typus. "Kurz und Kern symbolisieren den schlanken, neuen, liberalen, beweglichen, hochgradig individualisierten Kapitalismus", meinte Heinzlmaier. Bei politischen Inhalten müssten die meisten Befragten passen, aber ob jemand modern und modisch sei, wüssten sie ganz genau, so der Forscher. "Sie beurteilen immer das, was oberflächlich wahrnehmbar ist."
Der 30-jährige Kurz hat laut Umfrage die Nase bei den Jungwählern vorn. [….]

Die politbefreiten Schlanken mit den Gardemaßen, hippen Klamotten und hohlen Sprüchen sind wiedererkennbar.


Keiner interessiert sich für zahlenfixierte Mittsechziger mit 1970er-Brille aus Würselen, wenn Lindi wie in der heißen Davidoff-Werbung aus den 1980ern wirbt.


Schön muss man sein!
Aussehen ist dem jungen Wähler von heute wichtiger als Inhalt.