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Dienstag, 11. August 2026

Wer schläft, der sündigt nicht.

Viele Amerikaner empörten sich schon in Trumps erster Amtszeit darüber: Er ist stinkend faul, chronisch desinformiert, verfügt nur über eine minimale Aufmerksamkeitsspanne und befindet sich kaum im Weißen Haus, weil er entweder Golf spielt, oder auf seinen bizarren Wahlkampf-Rallys Hetz-Tiraden von sich gibt.

In seiner zweiten Amtszeit verschiebt sich das Schedule des gewindelten Geronten.

Seine Aufmerksamkeitsspanne von maximal zehn Sekunden, macht sich weniger in grotesken Schimpfkanonaden bemerkbar, sondern er schläft überall und jederzeit sofort ein, sobald jemand anders redet. Die physisch anstrengenden Rallys werden seltener, da Baron Trumpkonnen coram publico verrottet: Massive Ödeme an den Beinen, modriger Ausschlag am Hals, Perücke, Vagina-Halsfalten, Blutergüsse an den Handrücken und Unterarmen, erhebliche Schwierigkeiten beim Gehen.

Glücklicherweise schummelt er sich immer noch gern über seine Golfanlagen. Seine Sicherheitsbeamten begrüßen das sehr, weil seine schwere Inkontinenz, in Kombination mit dem ungesunden Fastfood, das er sich pausenlos ins Maul schiebt, zu massiven olfaktorischen Attacken auf die Umgebung führt. Die dampfenden braunen Haufen aus der Hölle, die er ständig in seine Windeln drückt, machen es Secret Service-Beamten schwer, die Contenance zu halten.

Natürlich ist jeder, der sich in Trumps Nähe aushalten muss, erleichtert, wenn er sich wenigstens an der frischen Luft befindet. Denn auch wenn er gerade frisch gewindelt wurde, mieft er gar fürchterlich. Da ist jeder Golf-Ausflug willkommen und völlig offensichtlich, weswegen Melania sich seit vielen Jahren kategorisch weigert, mit der vermodernden senilen Stinkbombe das Schlafzimmer zu teilen.

Regieren macht dem 80-Jährigen mit seiner maximalen Darmtätigkeit inzwischen längst keinen Spaß, weil die doofe Realität in seine absurden Lügenmärchen hereinbricht. Selbst die debilsten MAGAs geraten bezüglich Trumps Phantastereien, in denen er von sinkenden Verbraucherpreisen und boomender Wirtschaft schwadroniert, in Zweifel, wenn sie gerade gefeuert wurden und an der Supermarktkasse die Hälfte des Einkaufs zurück in die Regale tragen müssen, weil die Wochenration Lebensmittel einen vollen Monatslohn kostet.

Regieren ist Mist, wenn man sich mit allen Plänen massiv in die Sackgasse gerammt hat. Trump kann noch so viel strampeln; die Zölle bremsen die Wirtschaft, behindern den Handel, machen das Leben für die Trumpanzees teurer.

Er kann noch so sehr drohen und das 59. Mal behaupten, die Iraner stünden nun aber wirklich kurz davor, einen ihre Niederlage zementierenden Deal unterschreiben.

Tatsache ist: Trump hat den Iran-Krieg verloren, die US-Munitionsarsenale leergeschossen, die Iraner stärker gemacht und zudem auch noch einen neuen „Mekka-Block“ geschaffen: Das sunnitische Pendant zur NATO mit nahezu unendlichen finanziellen Ressourcen (Riad) und Atombomben (Islamabad).

[….] Gescheiterte US-Außenpolitik: Wie der Nahe Osten Trumps Ohnmacht bloßstellt[….] Trumps Auszeit im Grünen auf seinem Golfplatz in Bedminster im Bundesstaat New Jersey wurde gleich mehrfach jäh unterbrochen: einmal von F-16-Kampffliegern, die im temporär gesperrten Luftraum über dem Areal zwei eindringende Flugzeuge abfingen. Vor allem aber durch eine ganze Reihe von schlechten Nachrichten aus dem Nahen Osten.

Ausgerechnet in dieser konfliktreichen Weltregion hatte Trump gleich doppelt seine Kompetenz beweisen wollen: zum einen als Friedensbringer, der den Krieg im Gazastreifen beendet und ein von der Weltgemeinschaft seit Jahrzehnten herbeigesehntes Abkommen zwischen Palästinensern und Israelis schafft. Zum anderen als mutiger Commander-in-Chief, der sich traut, was vor ihm kein anderer Präsident wagte: das feindlich gesinnte Regime Irans ein für alle Mal zu schlagen.

Beide Vorhaben gingen gründlich schief. In beiden Fällen hat Trump die regionalen Machtdynamiken falsch eingeschätzt – und erhält nun die Quittung.

Mit seinem ganz eigenen »Endloskrieg« hat Trump seinen Ruf als »Dealmaker« unterminiert, sein Vermächtnis ruiniert, seine Wählerinnen und Wähler verärgert, die unter den hohen Spritpreisen leiden. Er hat Verbündete vergrault und gilt als Dilettant, der sich entgegen amerikanischer Interessen von Netanyahu in eine außenpolitische Dummheit hineinquatschen ließ , für die nun auch seine einstigen Fans bezahlen müssen.

Der Krieg in Iran, geplant als kurze Blitzaktion, dauert inzwischen gut fünfeinhalb Monate. Und Trumps »historischer« Friedensfahrplan für Gaza, ausgearbeitet von dem von ihm initiierten Gremium »Board of Peace«, und noch am 30. Juni von Trump als »großartige Entwicklung« gepriesen, erwies sich in den vergangenen Tagen mal wieder als Fata Morgana. [….]

(Nicola Abé, 11.08.2026)

Trump ist ein moderner König Midas in der crap-edition: Was er anfasst, verwandelt sich augenblicklich in Scheiße.

Er kann einfach nichts; befördert aber immerhin den Abstieg der USA erfolgreicher, als es Osama bin Laden je vermocht hätte.

[….] Trumps Iran-Krieg befeuert neue Allianzen – und verändert die Weltordnung[….] Der Iran-Krieg erzwingt eine strategische Neuausrichtung: Russland greift nach Süden, China nach Norden und Golf-Verbündete jenseits Washingtons Einflussbereich.

Fast sechs Monate nach dem Ausbruch des Krieges mit dem Iran sind die Folgen des Konflikts für die USA und ihre Verbündeten deutlich sichtbar. Das US-Militär verbraucht seine Bestände an offensiven und defensiven Raketen im Eiltempo, der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus bleibt ein Rinnsal, und die Ölmärkte handeln weiterhin in der Angst, dass die brüchige Kampfpause jederzeit enden könnte. [….] Indem er sich in diese Lage manövriert hat, hat Donald Trump seinen Konkurrenten und Gegnern mehr Raum gelassen, die Landkarte des Welthandels zu ihren Gunsten neu zu zeichnen. Sie suchen nach neuen Routen und Methoden, um ihre kommerziellen Verbindungen jenseits des Tumults im Nahen Osten und außerhalb der Reichweite Washingtons zu stärken, und nutzen damit das entstandene Machtvakuum. [….] Seine Militärkampagne hat zudem Saudi-Arabien, einen der wichtigsten regionalen Verbündeten Washingtons, dazu gedrängt, einem Verteidigungsbündnis nach NATO-Vorbild beizutreten, zu dem das Weiße Haus nicht eingeladen ist. [….] Wenig überraschend treffen die Folgen des Krieges die Nachbarn des Iran am härtesten. Teheran ist sich der Hebelwirkung seiner Fähigkeit, die Straße von Hormus zu schließen, inzwischen voll bewusst und hat keine Hemmungen gezeigt, US-Militärbasen sowie zentrale Energieinfrastruktur in den Golfstaaten anzugreifen. Damit rückt eine bis dahin eher theoretische Bedrohung bedrohlich nahe an den Alltag von Regierungen und Unternehmen in der Region.

Diese Aktionen haben die mühselig aufgebaute „sichere Hafen“-Illusion zunichtegemacht, an der Staaten wie Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar im Rahmen ihrer Bemühungen gearbeitet hatten, ihre Volkswirtschaften vom Öl zu diversifizieren. Sie zwingen die Herrscher zudem, sich einer beunruhigenden Frage zu stellen: Kann sich unsere Sicherheit allein auf Amerika stützen, oder benötigen wir zusätzliche und womöglich eigene Sicherheitsgarantien?

Riad hat seine Entscheidung bereits getroffen. Am 7. August unterzeichneten Kronprinz Mohammed bin Salman, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif das Makkah Joint Defense Agreement. Dabei handelt es sich um einen kollektiven Sicherheitsvertrag nach dem Vorbild des NATO-Grundsatzes, wonach ein bewaffneter Angriff auf einen als Angriff auf alle gilt. Die Unterzeichner räumten zudem ein, dass andere Regionalmächte eingeladen werden könnten, dem Pakt beizutreten. [….]

(FR, 11.08.2026)

Weltweit konstituieren sich Staatenbündnisse gegen die USA.

Als US-Amerikaner ist mir das Recht; ich wünsche mit schon lange mehr Widerstand gegen die fatale kapitalistische fossile amoralische US-Kultur. Selbstbewußtsein gegen Washington.  Machtverlust für die Amerikaner, die endlich Demut lernen sollen. Aber ich bin auch kein Patriot.

Andere US-Amerikaner lieben ihre Heimat vermutlich mehr als ich und wollen ihr Land prosperieren sehen. Diese Leute müssen ihre Hoffnungen auf Trumps Vergoldungswahn richten. Wie Maggie Habermann in ihrem neuesten Buch eindrucksvoll nachweist, verbringt Trump den weitaus größten Teil seiner „Arbeitszeit“ mit der Planung der totalen Verkitschung und Entstellung Washingtons. Es ist ein einziges small-penis-compensation-Project, mit dem der greise Vergewaltiger und Rassist die Hauptstadt verschandelt.

Aber das ist etwas Gutes! Zwar löst der primitive Prolten-Protz-Geschmack Trumps bei jedem Menschen mit ästhetischem Empfinden Augenbluten und Brechdurchfall aus, aber so lange das Buttersäure-Riesenbaby mit der Heißklebepistole durch das Oval Office robbt, um an jede freie Stelle güldene Plastik-Ornamente aus dem Baumarkt anzukleben, zettelt er keine neuen Kriege und weitere ökonomische Katastrophen an.

Sicher, es wird den nächsten demokratischen Präsidenten – sofern es jemals wieder freie Wahlen gibt – einige Milliarden kosten, die Trumpscheulichkeiten wieder abzureißen, das Weiße Haus wieder aufzubauen. Aber das ist nichts im Vergleich mit dem Trillionen-Schaden, den Trump anrichtet, wenn er mal nicht irgendwelche Klos vergolden lässt.

Mittwoch, 22. Juli 2026

Die verblödeten Säufer

Glücklich und stolz präsentierten der US-Präsident und sein Kriegsminister schon im März 2026 die Ergebnisse des von ihnen am 28.02.2026 begonnenen Krieges mit dem Iran:

Ein historischer und überwältigender Sieg, das iranische Militär total zerstört, wir haben jedes Kriegsziel erreicht, der Iran wird auf Jahre nicht mehr in der Lage sein, andere Länder anzugreifen.

Dabei lernt man schon als Teenager im Geschichtsunterricht an so vielen Beispielen, wie schnell und siegesgewiss ein Krieg begonnen wird. Das ist einfach. Ein, zwei kleine Lügen präsentiert und schon geht es los.

Beim Thema „Kriegsbeginn“ blickt die USA auf eine Kette von Lügen zurück.

So geht es immer los; als Erstes stirbt die Wahrheit.
Der „Tonking-Zwischenfall“ (US-Lüge, um den Vietnamkriegseintritt zu rechtfertigen), die „Iraker töten Kuwaitische Babies"-Meldung (US-Lüge, um den Irakkriegseintritt 1991 zu rechtfertigen) und die Massenvernichtungswaffen (US-Lüge, um den Irakkriegseintritt 2003 zu rechtfertigen) lassen grüßen. Erst lügen, um Aktionen zu rechtfertigen und wenn Tatsachen geschaffen worden sind, klammheimlich zurück rudern.

Aber die Schwierigkeiten beginnen erst nach der ersten Siegeswelle. Schon Hitler überrollte heute vor genau 85 Jahren die Sowjetunion so schnell, daß dieses unter dem Decknamen „Unternehmen Barbarossa“ geführte gewaltige Kriegsverbrechen, welches 27 Millionen Tote auf der Seite Stalins forderte, schnell mit einer Siegesparade in Moskau enden sollte. Es kam bekanntlich anders.

Inzwischen wissen wir alle, was asymmetrische Kriegsführung ist, wie brutal effektiv Terror, Guerilla-Taktiken, religiöser Fanatismus oder auch nur ein paar entschlossene Technik-Freaks mit Drohnen und IT-Kenntnissen die größten Armeen aufhalten können.

„Auf dem Papier“ schien die Sache klar zu sein, als Hitler am 22.07.1941 mit über drei Millionen  Soldaten, über 4.000 modernen Panzern und fast 5.000 Flugzeugen gegen die marode Rote Armee mit ihren rostigen Geschützen losrollte.

„Auf dem Papier“ musste die unendlich überlegene US-Army gegen Vietnam, gegen Korea, gegen den Irak 1991, gegen Afghanistan 2001, gegen den Irak 2003 überwältigend siegen.

„Auf dem Papier“ musste die Rote Armee 1979 das steinzeitliche Afghanistan schnell niederwalzen.

„Auf dem Papier“ sollte Putin die Ukraine 2022 in wenigen Wochen unterjocht haben.

Man kommt so schnell rein und so langsam wieder raus.

Eigentlich weiß man das. Deswegen haben die US-Administrationen Clinton, Obama und Biden sich auch immer klar Netanjahus Forderungen nach einem Irankrieg widersetzt. Sie alle wußten um die Gefahr, die von Teheran ausging. Sie alle hätten liebend gern das Mullah-Regime beseitigt, um den Nahen Osten zu stabilisieren und die Unterdrückung des iranischen Volks zu beenden.

Aber jeder, der nicht total bekloppt ist, kennt ein paar Grunddaten zum Iran:
Fast fünfmal so groß wie Deutschland, 90 Millionen Einwohner, militärisch alptraumhafte Topographie, Millionen bis an die Zähne bewaffnete Revolutionsgardisten und eine geostrategische Lage, die prädestiniert dazu ist, Chaos zu stiften und den US-Verbündeten zu schaden.

Es mussten schon ein extrem dummer US-Präsident und ein völlig debiler Kriegsminister kommen, um dennoch den Iran anzugreifen und sich ernsthaft einzubilden, man könne „die Sache“ allein mit Luftschlägen erledigen, ohne die eigenen Soldaten mit „boots on the ground“ zu gefährden.

Aber das noch debilere US-Volk setzte erneut Trump ins Weiße Haus und damit mittelbar auch Kriegsminister Hegseth und Sicherheitsberater/Außenminister Rubio.

Die drei bringen gemeinsam eine sagenhafte Dummheit auf die Waage. Die kritische Morologie-Masse wird locker übertroffen und so kam es am 28.02.2026 zur Explosion der Idiotie. Und zu den schnellen Siegesmeldungen. Iran sei so verzweifelt, daß der Krieg nun fast vorbei wäre; der Iran bettele um einen Deal. Jetzt aber wirklich! Verkündete Trump inzwischen 40 mal.


Wenn bloß nicht die lästige Realität wäre!

Die Straße von Hormus ist praktisch zu. Die Huthies, Irans Proxies im Süden Arabiens, versuchen die Meerenge ‌Bab al-Mandab, der Zugang zum Roten Meer zu schließen, indem sie Handelsschiffe unter Feuer nehmen.

Es sind absehbar eingesetzte Daumenschrauben. Damit musste man rechnen. Außer, man ist wirklich sehr dumm und borniert.

Das Desaster ist nun da. Der Iran-Krieg läuft weiter. Der Irankrieg nimmt die Weltwirtschaft in Geiselhaft. Der Irankrieg wird insbesondere für Trump zu teuer – politisch, finanziell und ökonomisch.

Der Krieg, der doch im März schon vollständig gewonnen war.


[….] Jetzt stecken die USA im nächsten Endloskrieg [….] Am Dienstag dieser Woche machte Donald Trump unmissverständlich klar, wohin für ihn die Reise geht. Man sei mit dem Iran "noch lange nicht fertig", sagte der US-Präsident vor Reportern im Weißen Haus. Er kündigte an, man werde die Gegend um den unterirdischen Nuklearkomplex am Pickaxe Mountain "sehr, sehr schwerwiegend" angreifen. [….] Wenige Stunden später flogen amerikanische Kampfflugzeuge erneut Angriffe auf Ziele rund um Teheran. Es war die elfte Bombennacht in Folge. Am Mittwoch legte Trump dann nach und drohte explizit damit, künftig jedes Mal eine Brücke oder ein Kraftwerk im Iran "bombardieren und zerstören", wenn die Islamische Republik ein Schiff in der Straße von Hormus beschießen würde.

Dass der US-Präsident nun sogar ein Verüben von Kriegsverbrechen ankündigt, ist nur das jüngste und deutlichste Zeichen dafür, dass vom Waffenstillstand kaum noch etwas übrig ist. Nicht einmal mehr Rhetorik. [….] Wie jeder Krieg sprengt auch dieser die regulären Haushaltspläne. Im Pentagon wächst laut US-Medienberichten die Sorge, dass die für die Operation notwendigen Etats bereits in wenigen Wochen erschöpft sein könnten. Das Weiße Haus fordert deshalb zusätzliche 67 Milliarden Dollar vom Kongress. [….]

 

[….] Zwar stand die Republikanische Partei nach den ersten Angriffen noch weitgehend geschlossen hinter dem Präsidenten. Diese Einigkeit begann aber bereits nach einigen Wochen zu bröckeln, als klar wurde, wie sehr die Folgen auch die amerikanischen Wählerinnen und Wähler treffen.

Bei einer öffentlichen Anhörung in dieser Woche im Senat fuhr der republikanische Senator John Kennedy Verteidigungsminister Pete Hegseth (ebenfalls Republikaner) ungewöhnlich scharf an und verlangte mehrfach endlich "klare Antworten" zur Strategie der Regierung. [….] Je länger der Konflikt dauert, desto schwieriger dürfte es für republikanische Abgeordnete werden, einen immer teureren Krieg ohne klares Enddatum ihren Wählern gegenüber zu rechtfertigen. Am 3. November finden die Zwischenwahlen statt.  [….]

Trump war mit dem Versprechen angetreten, die Energiekosten deutlich zu senken. Innerhalb von 18 Monaten wollte er etwa die Strompreise halbieren. Diese Frist ist nun abgelaufen. Das Ergebnis: Die Preise sind um 18 Prozent gestiegen. Maßgeblicher Grund dafür sind die Auswirkungen des Iran-Krieges [….]

Nach Einschätzung des israelischen Geheimdienstes hat Teheran Tausende Uran-Zentrifugen tief in die unterirdische Anlage am Pickaxe Mountain verlegt.  Die amerikanischen Geheimdienste haben diese Einschätzung geprüft, weshalb Trump wohl die Bombardierung dieses Gebiets auch angeordnet hat. Experten weisen allerdings darauf hin, dass die Anlage Hunderte Meter tief im Fels liegt und selbst für die stärksten bunkerbrechenden Bomben eine enorme Herausforderung darstellt.

Darum steht Trump bei seinem propagierten zentralen Anliegen in einem strategischen Dilemma. Luftangriffe allein könnten möglicherweise nicht ausreichen, um die verbliebene Nuklearinfrastruktur des Iran dauerhaft auszuschalten. Sollte das Material tatsächlich tief verborgen oder bereits an weitere Orte verteilt worden sein, könnten Bodentruppen notwendig werden, um die Kontrolle zu erlangen.  Für eine solche Aktion aber gibt es wiederum keinen gesellschaftlichen und politischen Rückhalt. Mit Bodentruppen würde Donald Trump ein weiteres entscheidendes MAGA-Wahlversprechen brechen: keine verlustreichen, endlosen Kriege. [….]

(Bastian Brauns, 22.07.2026)

Niemand weiß, wie die USA aus dieser von Trump angezettelten Katastrophe wieder rauskommen könnte. Noch nicht einmal der USA wohlgesonnen denkende Analysten wissen weiter, weil niemand die Kriegsziele Trumps kennt. Insbesondere Trump selbst nicht, der sich dauernd selbst wiederspricht, Chaos anrichtet und täglich neuen Unsinn postet. Seine relevanten Kabinettsmitglieder sind nicht besser.


Der rechtsradikale Alkoholiker und Gotteskrieger setzt nun also auf Genderaffirmation: Seine jungen Muskelsoldaten sollen mit Testosteron-Spritzen männlicher werden.

Sonntag, 12. Juli 2026

Das menschliche Leben

Wenn ein Mensch geboren wird, stehen dem Individuum viele Wege offen.

Vieles kann er/sie/es beeinflussen und im Sinne einer Meritokratie, das eigene Schicksal bestimmen.

Noch mehr wird aber durch Faktoren beeinflusst, die das menschliche Wesen eben nicht beeinflussen kann. Genetik, Erziehung, soziale Einflüsse, Ort, Zeit, Bildung und finanzielle Verhältnisse der Eltern.

Ein in der Sahel-Zone geborenes Kind mit hungernden, ungebildeten Hirten als Eltern, kann noch so anständig, liebenswert, fleißig, altruistisch und hochintelligent sein; die Überlebenschancen sind schlecht; die Wahrscheinlichkeit ein glückliches Leben zu führen, noch mieser.

Ein in Nordeuropa geborenes Kind mit weißer Hautfarbe und vermögenden Eltern, kann noch so verblödet, missgünstig, faul und egoistisch sein; vermutlich wird es ein gutes Leben führen.

Darüber hinaus spielen auch Zufälle eine enorme Rolle. Prägende Begegnungen, Unfälle, Glück. 

Es gibt im Grunde nur eine echte Sicherheit bei der Geburt eines Menschen: Den Tod. Wir sterben alle. Ausnahmslos jeder.

Du, Deine Freunde, Deine Eltern, Deine Kinder, alle Gesichter, die Du im Fernsehen siehst, oder auf der Straße triffst.

Unsere Gehirne sind allerdings so wenig entwickelt, daß sich die meisten Menschen mit dieser fundamentalen Tatsache kaum beschäftigen und entsprechend schockiert sind, wenn der unausweichliche Tod in ihrer Nähe einschlägt. Dann ist das Entsetzen groß, weil man nicht damit gerechnet hatte.

Man schreibt in ungelenken Lettern „WARUM?“ auf Pappplakate und pilgert zum Ort des Geschehens. Dabei müsste die Frage lauten „Warum nicht?“

Kranke oder ihre Angehörigen reagieren verzweifelt auf terminale Diagnosen „Warum ich?“, „Warum meine Sohn?“

Hier setzt offenbar der Verstand aus; anderenfalls könnte man kein Sterben nach dem St.-Florians-Prinzip erwarten, bei dem der Sensenmann immer nur bei den Nachbarn klingelt.

Je besser und rationaler man die eigene und allgemeine Endlichkeit erkennt, desto bewußter ist man sich des eigenen Lebens.

Deswegen darf auch nur eine Person über die eigene Existenz entscheiden: Man selbst. Niemand darf einen zwingen gegen seinen Willen weiterzuleben, niemand darf einen anderen zum Tode verurteilen.

Der Geschäftsführer der Hamburger Stiftung Altenhof, formuliert es sehr vor sichtig:

[…] Es gibt sehr belastende Krankheitsbilder, bei denen Menschen sagen: So möchte ich nicht leben. Im Gegensatz zu anderen Ländern gibt es hier bei uns kaum Diskussionen über Fragen der Sterbehilfe. Gerade diese sind ethisch außerordentlich schwierig und sensibel, aber wir werden nicht umher kommen, sie zu diskutieren. Ansonsten lassen wir Menschen, die sich in einer solchen schwierigen Situation befinden, allein. […]  durch unsere medizinischen Errungenschaften ist der Bereich der Schwerstpflege zum großen Teil erst entstanden. Da gibt es ja das schöne Zitat des französischen Arztes Alexis Carrel: „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben zu geben“, das von Frau Süssmuth und vor allem von Frau Lehr in die Altenpflege übertragen wurde, wo es seither immer wieder genutzt wird. Aber was konkret soll der Satz für die Praxis bedeuten?

Wir müssen über die Fragen diskutieren, die dieser Satz stellt: Wo ziehen wir da eine Grenze? Wann ist es genug? Wann wird Lebensqualität wichtiger, als jede technisch mögliche Maßnahme? Viele inhaltliche Fragen, die ethisch höchst sensibel und individuell sind. Aber sie nicht zu diskutieren, hilft eben auch nicht.  […]

(Hans-Jürgen Wilhelm, 10.07.2026)

Das gilt umgekehrt natürlich auch für die Todesstrafe, die unter allen Umständen amoralisch ist. Kein lebender Mensch hat das Recht, das Leben eines anderen zu beenden. Die einzigen Ausnahmen sind Notwehr und Tyrannenmord.

Natürlich waren Georg Elser, Graf Stauffenberg und ein paar Dutzend weitere anständige Menschen, absolut im Recht, als sie versuchten Hitler zu töten, weil der Tyrannenmord einer Massennotwehr entsprach. Es ging darum, einen Millionenfachen Mörder aufzuhalten.

Nach dem Stauffenberg-Attentat im Juli 1944, starben in den folgenden neun Kriegsmonaten mehr Menschen, als in den fünf Weltkriegsjahren zuvor.

Hypothetische Geschichte ist selbstverständlich keine exakte Wissenschaft. Wir wissen nicht, ob die Helden von 1944 es mit Hitlers Tod geschafft hätten, die Naziherrschaft zu stürzen, das Militär die Seiten wechseln zu lassen und einen Waffenstillstand auszuhandeln. Womöglich wären sie gescheitert und die NSDAP hätte „den Führer“ ersetzt. Aber das gesamte System war extrem auf die eine Person zugeschnitten, die niemand in Frage stellte, egal wie groß der Wahnsinn war, den sie anzettelte. Soziologen haben gut erforscht, wie Hitler und sein Regime ihre massenhypnotische Wirkung entfalteten, welche Rolle Medien und soziale Wohltaten (auf Kosten der Ermordeten und Vertriebenen) spielten.

Immer noch nicht ganz verständlich, ist aber seine Wirkung im kleinen Kreis. Wie konnte er mächtige und wesentlich intelligentere Menschen in seinen Bann ziehen? Wieso hörten sie ihm geduldig zu, wenn er, wie wir inzwischen wissen, auf seinem Berghof mit endlosen Monologen langweilte? Wie konnte Hitler starken Charakteren nahezu mühelos seinen Willen aufzwingen. Und wieso gelang das bei einigen wenigen eben nicht, die ihn wie die ganz junge Marion Dönhoff einmal bei einer privaten Veranstaltung trafen, ihn sofort durchschauten und daraus die einzig richtige Konsequenz zogen, Hitler und die Nazis bekämpfen zu müssen.

Es spricht meiner Ansicht nach vieles dafür, daß ein „Führer“ Goering oder Dönitz oder Goebbels im Juli 1944, nie die Autorität entwickelt hätten, das zerbombte Deutschland, die leidende Bevölkerung, das persönlich auf Hitler eingeschworene Militär, den Massenmord an den Juden und den sicher verlorenen Krieg weitere neun Monate in den Wahnsinn zu führen.

Man hätte das gesamte NS-Regime womöglich zu Fall gebracht, indem der Schlange der Kopf abgeschlagen wäre.

Das gilt aber keineswegs für alle mörderischen und verbrecherischen Regime, wie Israels Mord an Ali Chamenei bewies. Das seit 1989 politische und religiöse Oberhaupt der 90 Millionen Iraner erschien bis zu seinem Tod am 28.02.2026, als nahezu allmächtig. Wie sich herausstellte, wankte das Mullah-Regime mit dem tödlichen Anschlag auf ihn, den Verteidigungsminister Asis Nassirsadeh, den Anführer der islamischen Revolutionsgarde Mohammad Pakpour, den Verteidigungsrats-Vorsitzenden Ali Schamchani sowie Generalstabschef der Streitkräfte Abdolrahim Mousavi, aber nicht!

Die Bibi-Tacoschen Angriffe töteten ebenfalls Sayida Buschra Chamenei (Tochter Chameneis) und ihren Ehemann, Zahra Mohammadi Golpayegani (Enkelkind Chameneis und Tochter von Sayida Buschra Chamenei), Misbah-ul-Huda Baqiri Kani (Schwiegersohn Chameneis), Zahra Haddad-Adil (Schwiegertochter Chameneis), seinen Sicherheitschef Salih Asadi.

Chameneis Ehefrau Mansura Chudschasta Baqirzade und sein Sohn Modschtaba wurden schwer verletzt, aber überlebten.

Die vielen Toten hatten erstaunlich wenig destabilisierenden Effekt auf die Führung.

Nun regiert eben Modschtaba an Alis Stelle, von dem man genauso wenig weiß, ob er wirklich noch lebt, bei Bewußtsein und entscheidungsfähig ist, wie Mitch McConnell.

Das iranische System ist, anders als Hitler-Deutschland offenbar gar nicht (mehr) so abhängig von der Person des „Führers“. Revolutionsgarden und andere Gruppen haben das Land auch ohne sie fest im Griff.

In China und Nordkorea wäre es ähnlich. Der plötzliche Tod Xis oder Kims würde keineswegs das politische System kollabieren lassen. Schnell würde ein Nachfolger in denselben Bahnen agieren.

Etwas undurchschaubarer ist die Lage in Russland. Das schwer gebeutelte Riesenreich ist extrem auf Putin persönlich zugeschnitten. Er zieht alle Fäden.

Wer ihm nachfolgen könnte, ist völlig unklar. Noch unklarer ist, ob derjenige ebenso Justiz, Militär, Medien und Wirtschaft dirigieren könnte, oder ob es Widerstand gäbe.

In den USA hängt die Macht und Bösartigkeit des GOP-Regimes durchaus an bestimmten Personen.

[…] Man sollte meinen, dass die Frage, ob ein amtierender US-Senator noch lebt, leicht zu beantworten ist. Doch die Realität sieht in den USA des Jahres 2026 ganz anders aus. Seit dem 14. Juni, als der 84-jährige Senator Mitch McConnell aus Kentucky ins Krankenhaus eingeliefert wurde, hat niemand aus dem Umfeld des einst mächtigsten Republikaners im Senat eine klare Antwort auf diese Frage geliefert. […] Nach übereinstimmenden Berichten wurden Rettungskräfte zu McConnells Wohnhaus in Washington gerufen, nachdem eine bewusstlose Person gemeldet worden war –Wiederbelebungsmaßnahmen liefen bereits. […] McConnells Büro hat die Berichte weder bestätigt noch dementiert. Und genau dieses Schweigen befeuert die Gerüchteküche. […] Es ist eine bemerkenswerte Konstellation: Nicht der politische Gegner, sondern Trumps eigene Anhängerschaft verlangt am lautesten Aufklärung. Die rechtsextreme Aktivistin Laura Loomer behauptet unter Berufung auf eine anonyme Quelle aus dem Umfeld des Weißen Hauses, McConnell befinde sich in einem „vegetativen Zustand“, sei „offiziell hirntot“ und „komme nicht zurück“.  […]

(FR, 12.07.2026)

Die aberwitzige McConnell-Posse läßt sich erklären. Sein Heimatstaat Kentucky wird von dem Demokraten Andy Beshear regiert. Üblicherweise bestimmen Gouverneure beim vorzeitigen Ausscheiden eines US-Senators seinen Nachfolger. In Kentucky gibt es ein ganz frisches Gesetz, welches genau das verhindern soll und Nachwahlen vorsieht. Darüber wird aber noch gestritten. McConnells Sitz bliebe als erst einmal vakant, womit ein Problem für die knappe GOP-Mehrheit entsteht.

Der überraschende Tod Lindsey Grahams scheint auf dem Papier nicht so sehr das Machtgefüge der USA zu tangieren. Der 71-Jährige US-Senator war einer der perfidesten, gefährlichsten und ekelhaftesten Menschen überhaupt. Er besetzte sehr mächtige Positionen im US-Senat, wird aber geräuschlos ersetzt werden.

In South Carolina bestimmt der ultrarechte Gouverneur Henry McMaster den Nachfolger. Also rückt einfach ein anderer Trumpanzee für den „Junggesellen“ nach, in den US-Senat.

Grahams eigentliche Macht lag aber in seinem enormen persönlichen Einfluss auf Netanjahu und Trump, die er beide dirigieren konnte. Er war der Haupttreiber für den desaströsen Irankrieg.

Das US-amerikanische Schreckensregime ist anders als China oder Nord-Korea oder der Iran, gerade eben nicht in sich stabil. Es hängt alles an der Person Trump, der die dominierende Partei in eine auf ihn zugeschnittene fanatische Sekte umformte.


Stürbe Trump, gäbe es einen Nachfolger JD Vance.

Aber ob er die Autorität hätte, Justiz, Medien und Kongress nach Belieben zu dirigieren, wage ich zu bezweifeln.

 

Mittwoch, 8. Juli 2026

Wie Merz mit Trump nicht umgehen sollte

Es war, beim NATO-Gipfel alles, wie immer wenn Trump auftritt: Die erwartete totale Shitshow aus Lügen, wüsten Beleidigungen und dementen Aussetzern – nur noch schlimmer.

Also auch das: Wie immer.

Die peinlichen Versprecher finden kaum noch Erwähnung, weil die ganze Welt schon an die sinnlose Brabbelei des US-Greises gewöhnt ist.

[…] US-Präsident Donald Trump hat sich bei einem Presseauftritt mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mehrere aufsehenerregende Versprecher geleistet. Auf die Frage einer Journalistin sagte er am Rande des Nato-Gipfels in Ankara an einer Stelle, die "Islamische Republik Japan" habe 111 Raketen abgefeuert, obwohl er offensichtlich von der Islamischen Republik Iran sprechen wollte. Zudem bezeichnete der 80-Jährige das frühere internationale Atomabkommen mit dem Iran als JCPOC, obwohl dieses eigentlich JCPOA (Joint Comprehensive Plan of Action) heißt.  Später fragte er dann noch in die Runde der anwesenden Reporterinnen und Reporter, ob diese eine "Frage für Präsident Putin" hätten, und zeigte dabei auf den neben ihm sitzenden Selenskyj. Als daraufhin Aufruhr im Raum entstand, behauptete er, wirklich wissen zu wollen, ob es eine Frage an Putin gebe. [….]

(MoPo, 08.07.2026)

Es gehört sich nicht, offensichtlich Demente aufgrund ihrer schweren mentalen Einschränkungen zu bewerten.

Wenn der debile Patient aber zufällig der mächtigste Mann der Welt ist, der auch noch als Oberbefehlshaber der mächtigsten Streitmacht des Planeten fungiert, muss man seinen Schwachsinn hart zurückweisen. Allein schon, um seinen vielen Pflegern und Co-Stuporen im Weißen Haus zu signalisieren, ihren mental multimorbiden Freigänger besser zu kontrollieren.

[….] Der US-Präsident zerstörte die Hoffnung auf ein geschlossenes Auftreten mit scharfen Attacken gegen Verbündete und einem erneuten Griff nach Grönland. […] Noch vor der Arbeitssitzung kündigte Trump an, die Handelsbeziehungen mit Spanien wegen fehlender Unterstützung im Irankrieg zu beenden. Wohl auch, weil Spanien zu den Ländern gehörte, die den USA die Nutzung von Militärbasen für Angriffe auf Iran verweigern.

Spanien war dem US-Präsidenten aber schon vorher ein Dorn im Auge, weil Ministerpräsident Pedro Sánchez das vor einem Jahr beschlossene Nato-Ziel, fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Verteidigung auszugeben, nicht einhalten will. »Spanien ist ein furchtbarer Partner in der Nato. Sie nehmen nicht teil, sie zahlen nicht«, sagte Trump bei seinem Treffen mit Rutte am Rande des Gipfels. »Ich will mit ihnen keinen Handel mehr treiben.«

[…] Ein Sprecher der EU-Kommission sagte am Mittwoch, Brüssel werde für »die Interessen der Europäischen Union und all unserer Mitgliedstaaten« einstehen. Er forderte Trump auf, sich an seine Zusagen im Rahmen einer Handelsvereinbarung mit der EU aus dem vergangenen Jahr zu halten. [….] Auch das Thema Grönland warf Trump auf offener Bühne erneut auf; er bekräftigte, die Insel zu beanspruchen, die zum Königreich Dänemark gehört – ebenfalls ein Nato-Partner. Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen wies die Forderung scharf zurück.  [….]

(SPON, 08.07.2026)

Einem solchen zerstörerischen Aggressor muss man, egal wie mächtig er ist, mit aller Kraft entgegen treten. Insbesondere, wenn man aus Erfahrung weiß, daß Taco ein Angsthase ist und tatsächlich zurückschreckt, wenn er auf starken Widerstand trifft. Man darf sich von ihm nicht auseinander dividieren lassen, sondern muss zusammenstehen, um Washington Grenzen aufzuzeigen. Natürlich begreift es der Bundeskanzler nicht, fällt seinen EU-Partnern in den Rücken und nimmt Kurs auf Trumps Rektal-Region, um sie mit sauerländischen Schmatzern zu bedecken.

Die Leyen-Rutte-Merzsche Kriecherei vor dem gewindelten Bully ist nicht nur kontraproduktiv, weil der Sauron von Mar A Lago dadurch zu immer bösartigeren Aktionen animiert wird.

Sie schwächt auch NATO und EU insgesamt, weil man ihnen nicht mehr vertraut.

 Xi und Putin analysieren das rückgratlose Verhalten genau und ziehen ihre Schlüsse.

[…] Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) lobt den Auftritt von US-Präsident Donald Trump beim Nato-Gipfel in Ankara. Trump habe die gesamte Zeit an den Beratungen teilgenommen und auch bei den Beiträgen kleinerer Mitgliedstaaten aufmerksam zugehört.  […]

(ZDF, 08.07.2026)

Ich frage mich, was ich in meinem vorherigen Leben verbrochen habe, um in Diesem, unter 200 möglichen Nationalitäten, ausgerechnet mit der US-amerikanischen und neuerdings auch der Deutschen geschlagen zu sein.

Jede andere wäre mir lieber. Natürlich schäme ich mich für meinen dunkelblauen US-Pass 24/7 in Grund in Boden. Aber der zusätzliche rote Pass ist kaum besser. Wadephul, Reiche und Merz agieren ebenfalls zum Mitschämen!

[….]  Da saß er also in Ankara, neben Mark Rutte, dem regungslosen Nato-Chef, der ihn einst »Daddy« nannte, und wütete hemmungslos. Schlechte Partner, ja gar schlechte Menschen seien die Spanier, sagte Donald Trump: »Ich will keinen Handel mit ihnen treiben.« Ob Scott Bessent, sein Finanzminister, das bitte sofort umsetzen könne? […] Keinen Verbündeten traf es härter als Spanien. Seit dem Irankrieg, als Ministerpräsident Pedro Sánchez dem amerikanischen Militär die Nutzung der Basen in Rota und Morón untersagte, ist der Sozialist so etwas wie Trumps Lieblingsfeind. Spanien sei ein »hoffnungsloser Fall«, sagte Trump nun. Auch »Besuche« wolle er künftig unterbinden – was auch immer damit genau gemeint ist. Trump wies Finanzminister Bessent an: »Sprich nicht mal mit ihnen.« […] […] Auch jetzt kann die spanische Regierung darauf setzen, dass Trumps Aufmerksamkeitsspanne begrenzt ist. Schon seine erste Drohung blieb folgenlos: Im März, im Weißen Haus, als noch Kanzler Friedrich Merz und nicht Nato-Chef Rutte tatenlos daneben saß , redete der US-Präsident ebenfalls von einem Embargo. Doch in New York und Washington kann man noch heute andalusisches Olivenöl kaufen, und auf den Militärbasen in Andalusien sind weiterhin amerikanische Soldaten stationiert. Die entsprechende Vereinbarung wurde gerade geräuschlos verlängert.

Anders als damals, so ließe sich einwenden, scheint Trumps Furor nun in konkrete Anweisungen zu münden. »Yes, Sir«, antwortete Finanzminister Bessent auf Trumps Tiraden. Doch dass er die Drohung wahr macht, ist unwahrscheinlich. Ein Embargo wäre schon technisch schwer umzusetzen. Die Spanier könnten, dem EU-Binnenmarkt sei Dank, ihre Waren einfach nach Portugal fahren und von dort über den Atlantik verschiffen. […] Und so bleibt von Trumps Wutanfall vor allem jene Frage, die langsam zum Treppenwitz wird: Wie lange wird es wohl diesmal dauern, bis er die Sache wieder vergisst? […]

(Timo Lehmann, 08.07.2026)

Das Duckmäusertum ist einfach nicht zu ertragen. Das Grinsen und Schleimen, die Unterwürfigkeit gegenüber einem Faschisten, Rassisten und Vergewaltiger.

[…] Man könnte den Eindruck gewinnen, dass Nato-Generalsekretär Mark Rutte die letzten 24 Stunden in einer Parallelwelt verbracht hat. „Wir haben es alle gefühlt, die Allianz ist stärker als je zuvor“, sagte er am Mittwochnachmittag zum Abschluss des Nato-Gipfels in Ankara. Die Botschaft, die vom diesjährigen Treffen ausgehe, sei ganz simpel: „Die Nato liefert.“ Donald Trump ließ zwar keine Gelegenheit aus, seine Verachtung über das Bündnis in jedes Mikofon zu sprechen, das ihm hingehalten wurde – und es gab für den US-Präsidenten viele Gelegenheiten zu sprechen. Doch Rutte überschüttete ihn unbeirrt mit dem größten Lob.

„Dieser amerikanische Präsident hat es geschafft, ein Problem zu lösen, das es schon zur Zeit von Eisenhower in der Nato gab“, sagte Rutte. […], verschloss Rutte die Augen. Der wieder ausgebrochene Krieg in Iran? Trumps Gelüste gegenüber Grönland? Die Ankündigung eines US-Handelsembargos gegen Spanien? Der Generalsekretär wirkt, als habe das alles nicht während dieses Treffens der 32 Staats- und Regierungschefs stattgefunden. [….]

(Aus Ankara Cem-Odos Güler und Sabine am Orde, 08.07.2026)

Freitag, 26. Juni 2026

Kurzer Einschub zur Israel-Lobby in den USA

Die US-Parteipolitiker haben ein Problem. Ich glaube, Israelis und Republikaner, aber auch Demokraten, unterschätzen im Moment massiv, wohin sich der Wind in den USA dreht.

Bisher war die bedingungslose politische und militärische Unterstützung aus Washington eine Lebensversicherung Israels. Dazu schaufelt die AIPAC Milliarden Dollar aus den USA nach Israel.

BISHER befanden sich alle US-Politiker komplett auf AIPAC-Linie. GOPer, wegen der Evangelikalen Endzeit-Theorien und aus Muslimhass. Die Demokraten noch aus Verantwortungsgefühl für die vielen Angehörigen derHolocaust-Opfer, die aus Europa in die USA ausgewandert sind. Deswegen sind viele mächtige US-Demokraten Juden. Bidens Außenminister Antony Blinken, der Chef der Demokraten im US-Senat Chuck Schumer, das soziale Aushängeschild Bernie Sanders, oder der prominenten Anklageführer des zweiten Amtsenthebungsverfahrens gegen Donald Trump Jamie Raskin.

Alles völlig verständlich.

[…] Die Israel-Lobby in den Vereinigten Staaten ist ein vielschichtiges und komplexes Netzwerk aus Personen, Interessengruppen, Lobbykomitees und Basisbewegungen, die darauf abzielen, die amerikanische Außenpolitik zugunsten Israels zu beeinflussen.

Obwohl das bekannteste und mächtigste Mitglied dieses Netzwerks stets das American Israel Public Affairs Committee (AIPAC) war, existieren zahlreiche weitere Akteure mit unterschiedlichen Rollen, Zielgruppen und Strategien. Im Jahr 2025 ist dieses Umfeld besonders dynamisch: Veränderungen in der öffentlichen Meinung, geopolitische Entwicklungen und neue gesetzgeberische Aktivitäten verändern das Kräfteverhältnis innerhalb der Lobbylandschaft.

[…]  AIPAC gilt als eine der zentralen Säulen der Israel-Lobby, bekannt für ihre direkte und strategische Arbeit mit Mitgliedern des US-Kongresses. Die öffentlich erklärte Mission der Organisation besteht darin, das US-israelische Bündnis als Schlüssel amerikanischer Interessen und Werte zu stärken.

AIPAC verfügt über beachtlichen Einfluss durch parteiübergreifendes Lobbying, erhebliche politische Spenden und die Organisation von Kongressreisen nach Israel. Mit jährlichen Ausgaben von über 100 Millionen Dollar verfolgt die Organisation ihre politischen Ziele in Washington konsequent. […]

Neben AIPAC zählt Christians United for Israel (CUFI) zu den populärsten und am schnellsten wachsenden Lobbygruppen, die pro-israelische Politik aus einer evangelikal-christlichen Perspektive vertreten. CUFI organisiert über 10 Millionen Mitglieder und führt Basisinitiativen durch, die Kirchen und Einzelpersonen dazu bewegen, für eine bedingungslose US-Unterstützung Israels einzutreten.  [….]

(DCTransparency 2025)

Aber der US-Staatsbürger Bibi Netanjahu vermochte es mit seinem kriegsverbrecherischen und kriminellen Gebaren, erst die Studenten in den USA, dann die Parteijugend der DEMs, sowie den progressiven Flügel so massiv zu verprellen und das Image von Israel so zu ruinieren, daß die engen Verbindung zur AIPAC zur Belastung werden.

Bis vor wenigen Jahren war es noch undenkbar, daß bei demokratischen Vorwahlen „demokratische Sozialisten“, die sich mit Palästinensern solidarisieren, durchmarschieren.

[…] Die Masse jubelt, Menschen umarmen sich, springen kollektiv in die Höhe. So ausgelassen feierten sie am Dienstagabend den Wahlsieg der 32-jährigen Darializa Avila Chevalier bei den demokratischen Vorwahlen in New York. […] Es werde nicht einfach werden für sie in Washington, D.C.: »Der Faschismus schreitet voran und Trump ist im Amt.« Neben Avila Chevalier steht der amtierende Bürgermeister der Stadt, der Demokratische Sozialist Zohran Mamdani, ein strahlendes Lächeln auf dem Gesicht.

Er hat allen Grund zur Zufriedenheit, der Erfolg der jungen Linksaktivistin ist auch seiner. Im Gegensatz zu vielen früheren Bürgermeistern hatte Mamdani sich im Wahlkampf aktiv für seine Verbündeten eingesetzt – und gilt nun als Königsmacher, der seine Macht unter Beweis gestellt hat. Auf der Siegesparty in Brooklyn sprach er von einem »neuen Kapital in der Geschichte« der Demokratischen Partei.

Monatelang hatte der 34-jährige Bürgermeister für seine Leute geworben, in den vergangenen Tagen vor der Wahl bis spätabends an Veranstaltungen teilgenommen und die Wahlen ein Referendum über die zukünftige Richtung der Partei genannt. Drei von ihm unterstützte Kandidaten gewannen daraufhin in New York die demokratischen Vorwahlen und haben nun sehr gute Aussichten, im Herbst tatsächlich in den Kongress einzuziehen. […] Die Mamdani-Kandidaten sorgten durchaus für Unmut bei den Demokraten in der Hauptstadt: Avila Chevalier gewann gegen den langjährigen Kongressabgeordneten Adriano Espaillat, der die parlamentarische Gruppe der hispanischen Abgeordneten im US-Kongress leitet. Er war vom Anführer der Demokraten im Abgeordnetenhaus, Hakeem Jeffries, unterstützt worden. […] Alle drei Mamdani-Kandidaten konzentrierten sich im Wahlkampf auf die gestiegenen Lebenshaltungskosten und forderten ein gerechteres Steuersystem. Außerdem kritisieren sie die US-Einwanderungsbehörde ICE. […] Alle drei Kandidaten verurteilten zudem deutlich den Krieg Israels im Gazastreifen und sprachen sich dafür aus, dass die Vereinigten Staaten ihre Unterstützung für Israel einstellen sollen. Damit spiegeln sie eine weitreichende Veränderung in der öffentlichen Meinung wider, sogar im jüdisch geprägten New York stehen gerade jüngere, progressive Juden Israel zunehmend kritisch gegenüber

»New York zeigt, dass es nicht nur um die Person Mamdani geht, die Unterstützung der Wählerschaft geht darüber hinaus, das beweist, dass es sich hier um eine Bewegung handelt«, sagte der progressive Aktivist Aaron Regungberg dem SPIEGEL. »Es zeigt, dass die demokratischen Wähler endlich bereit sind, die leblose, von Aipac und großen Unternehmen kontrollierte Führung abzuservieren, die uns in diese schlimme Lage gebracht hat.« […]

 (Nicola Abé, SPON, 25.06.2026)

Das Dem-Parteiestablishment wirkt irritiert und weiß nicht, wie es reagieren soll.

Bisher gehörte bedingungslose Israel-Unterstützung zur DNA der Partei und selbst die leiseste Israel-Kritik verschafft den GOPern die Gelegenheit, mit der Antisemitismus-Keule zu kommen. Die AIPAC-Millionen gehen dann als Wahlkampfunterstützung zu der GOP.

Daher haben schon Obama und Hillary Clinton, von denen durch Leaks bekannt wurde, daß sie persönlich Netanjahu absolut nicht ausstehen können und für einen notorischen Lügner halten, nie öffentlich die völlige Solidarität mit Israel in Frage gestellt.


Ein kritischer Kurs gegen Israel ist in den USA parteipolitisch hochriskant!

Deswegen gefällt es den Granden gar nicht, was Mamdani tut.

ABER das Partei-Establishment ist auch nicht doof. Die können Umfragen lesen und wissen, daß das Ansehen Israels in der US-Bevölkerung gerade kollabiert. Bei den GOPern; aber noch viel stärker bei den Dems.


Das ist eine Zwickmühle, weil es nun nicht nur Wähler gibt, die Demokraten wegen MANGELNDER Israel-Unterstützung nicht wählen, sondern auch zunehmend (gerade junge Menschen), die Dems wegen ZU VIEL Israel-Unterstützung nicht wählen.

Auch der Antisemitismus-Vorwurf verliert an Kraft, weil zB allein in New York fast zwei Millionen Juden leben, von denen viele aber sehr liberal sind und an vorderster Front der Bibi-Kritiker stehen.

Die Demokratische Kritik an Israel, soll „antisemitisch“ sein, wenn sie von Raskin, Schumer, Blinken und Sanders kommt?

Man sieht in New York sogar orthodoxe Rabbis, die an Demonstration gegen die Israelische Besatzungspolitik teilnehmen.

Wer für Israel ist, den Israelis ein friedliches Leben wünscht, wem das Existenzrecht Israels wirklich etwas bedeutet, der sollte sich mit all den liberalen und Exil-Juden solidarisieren, die sich für Palästinenser und gegen die Verbrechen der rechtsradikalen Netanjahu-Regierung engagieren.

 Wer sich, wie Wadephul, Prien, Söder, Dobrindt, Klöcker und Merz nahezu kritiklos an die Seite der gegenwärtigen Israelischen Regierung stellt, die diplomatischen EU-Maßnahmen gegen Israelische Minister blockiert und Bibi auch noch wohlwollend dazu gratuliert „unsere Drecksarbeit zu machen“, handelt nicht nur moralisch verwerflich, sondern schadet Israel massiv.

Die Bibi-Regierung mit Itamar Ben-Gvir, dem rassistischen und rechtsradikalen Minister für die Nationale Sicherheit Israels und Bezalel Joel Smotrich, dem rechtsextremen und fundamental-religiösen Finanzminister, stellt die größte Gefahr für den Staat Israel dar. Sie haben das internationale Ansehen ihres Landes endgültig ruiniert, durch ihre Kriege ein Desaster in Nahem Osten angezettelt und den Tod von  Myriaden Frauen und Kinder verursacht.

Das wurde fast überall in der Welt begriffen. Noch nicht im Berliner Merz-Kabinett und nicht in den Parteizentralen der USA.

Aber die Demokraten bemerken langsam etwas. Es ist an der Zeit, sich von der AIPAC und der CUFI zu verabschieden, Bibi entgegen zu treten und sich endlich wieder an die Seite der friedlichen Juden der USA zu stellen.


Mit Typen wie Israels Botschafter in den USA, Yechiel Leiter, der jetzt die „Friedensverhandlungen“ mit dem Libanon organisiert, kann man nicht zusammenarbeiten.

[…] Der rechtsextreme Siedler [Yechiel Leiter] und Sohn US-amerikanischer Eltern wurde 1959 in Scranton, Pennsylvania, geboren. Er schloss sich laut der israelischen Zeitung Ha’aretz früh der Jewish Defense League des Rechtsextremen und später wegen Terrorismus verurteilten Meir Kahane an. Nach Angaben des FBI war die Gruppe an der Planung und Ausführung terroristischer Anschläge in den USA beteiligt.

Mit 18 ging er nach Israel und trat der Armee bei. 1984 zog er in eine der radikaleren israelischen Siedlungen im besetzten Westjordanland in Hebron. Leiter war Mitglied der heute verbotenen Kach-Partei, die Kahane 1971 in Israel gründete und die den Aufbau eines rein jüdischen Staates unter Einsatz von Gewalt anstrebte.

Später stieg der promovierte Politikwissenschaftler und Vater von acht Kindern in der israelischen Politik auf, unter anderem als Berater des früheren Ministerpräsidenten Ariel Scharon.  [….]

(Felix Wellisch, 26.06.2026)

Freitag, 19. Juni 2026

Wie soll man das als US-Amerikaner aushalten?

Natürlich weiß ich, wie Abhängigkeiten innerhalb der Republikanischen Partei funktionieren, wie der gemeinsame Hass auf Schwule, Schwarze, Migranten, Gebildete, Atheisten und Demokraten zusammenschweißt, wie die Furcht Vorwahlen zu verlieren, die Parteimitglieder zittern lässt.

Aber dennoch; wenn der eigene kultisch verehrte Anführer der Wirtschaft, dem Land und dem internationalen Ansehen tagtäglich so offensichtlich schadet; müßten sich nicht doch mal genügend Kongress-Abgeordnete finden, die ein Impeachment unterstützen? 


Nein, offensichtlich nicht. Sämtliche GOP-Abgeordnete haben operativ ihr Rückgrat entfernen lassen und sich anschließend stolz selbst die Testikel mit einer Kneifzange abgeknipst.

Über den verbrecherisch-debilen Charakter Donald Trumps und seiner Familie können keinerlei Zweifel mehr bestehen. Diese Tatsachen habe ich voll akzeptiert.

Aber auch nach zehn Jahren fällt es mir immer noch schwer zu begreifen, wie scheinbar mühelos IQ47 damit durchkommt. Wie er Medien und Justiz spielend als seine Werkzeuge einsetzt. Die Wirtschaft schlägt sich auf ohnehin auf seine Seite und selbst die üblicherweise lautesten Linksliberalen, die Künstler und Schauspieler in Hollywood, halten devot ihren Mund. Kein Trump-Kritik bei den Oscars. Fast jeder ordnet sich feige dem faschistischen Regime unter.

Wie soll man das als US-Amerikaner aushalten?

Die einzige Möglichkeit, den Schmerz zu lindern, besteht darin, andere stellvertretend und wortgewaltig den Frust herauszubrüllen.

Für mich erledigen das am besten Jonathan Pie:


und Luke:


Eine Wohltat!

 

Dienstag, 16. Juni 2026

Der Weltzerstörer.

Da gibt es eigentlich keine zwei Meinungen mehr:
Obamas Irandeal, der Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA), von 2015, gemeinsam ausgehandelt von den fünf ständigen UN-Sicherheitsratsmitgliedern, der EU und Deutschland mit dem Iran, erforderte enorm viel Expertenwissen und war besonders bedeutend, weil es sich nicht nur um Absichtsbekundungen handelte, sondern ein Überprüfungsmechanismus implementiert wurde.

Völlig überraschend konnten Trumps Golf-Kumpel und sein Schweigersohn NICHT innerhalb von 24 Stunden in Pakistan einen viel besseres Abkommen erzielen.

US-Präsident Trump kündigte den JCPOA 2018 aus drei Gründen:

Erstens, weil er wahnsinnig dumm ist.

Zweitens weil er rasend vor Eifersucht, manisch jeden Erfolg Obamas zerstören muss.

Drittens, weil er ein Rassist ist, der einem schwarzen Präsidenten seine eingebildete „White Supremacy“ beweisen will.

Unnötig zu erwähnen, aber selbstverständlich richtete der orange Verbrecher damit ein Desaster an.

Aber, es gibt kein Desaster, das Trump nicht noch wesentlich verschlimmern könnte. Und so griff er gemeinsam mit seinem kriminellen Kumpel Bibi Netanjahu den Iran an. Er diagnostizierte mehrfach die totale Vernichtung der Iranischen Waffensysteme, das Ende der Iranischen Atompläne, eine Übergabe des waffenfähigen Urans an die USA und einen Regimechange.

Er erreichte schließlich, das diametrale Gegenteil, weil die Trump-Administration, im Gegensatz zu den vorherigen US-Regierungsmannschaften, über keinerlei Expertise verfügt, ja nicht einmal die Geographie kennt.

[….] »Fußweg nach Iran möglich« Trump verortet Katar völlig falsch

Donald Trump erklärt dem Emir von Katar die »gefährliche Position«, in der sich dessen Land befinde. Nur hat er keine Ahnung, wo genau es liegt. Es ist nicht der erste geografische Fehltritt des US-Präsidenten.

US-Präsident Donald Trump führt Krieg in Nahost, doch seine geografischen Kenntnisse in der Region sind mindestens mangelhaft: Erneut verortete er den Staat Katar am Persischen Golf fälschlicherweise als Nachbarland Irans mit gemeinsamer Landgrenze. »Sie können direkt über die Grenze gehen, also sind Sie in einer viel gefährlicheren Position«, sagte Trump zu Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani am Rande des G7-Gipfels im französischen Évian.

Von Katar aus könnte man nach Iran »buchstäblich laufen«, sagte Trump. Von »jedem anderen Ort« müsse man nach Iran fliegen, nur von Katar aus sei der Fußweg möglich.

Katar ist eine Halbinsel am Persischen Golf, die nur an Saudi-Arabien grenzt. Der Rest des kleinen Landes ist von Wasser umgeben. Die Luftlinie nach Iran beträgt an der schmalsten Stelle, getrennt vom Persischen Golf, etwa 200 Kilometer. Iran grenzt unter anderem an den Irak, die Türkei, Afghanistan und Pakistan. [….] Trump hatte schon vor und während seiner ersten Amtszeit als US-Präsident mit Fehlern und Ausrutschern in Geografie für Gesprächsstoff gesorgt. Belgien bezeichnete er einmal als Stadt, Albanien verwechselte er mit Armenien und das afrikanische Namibia nannte er »Nambia«.  [….]

(Spon, 16.06.2026)

Die Weltgegend rund um den Iran spielt allerdings auch gerade gar keine Rolle für die USA.  Man kann wirklich nicht erwarten, dass sich ein US-Präsident damit beschäftigt, wo der Iran liegt und welche Nachbarländer er hat!

Selbstverständlich kannte auch niemand die strategische Bedeutung der Straße von Hormus und so schickte der Iran die Ökonomien der Industriestaaten auf Talfahrt, hob die Energiepreise in den USA auf solche Höhen, daß Trump im tiefsten demoskopischen Keller hockend, vor der Teheraner Führung auf die Knie fiel und ihnen alles gab, wovon sie vorher kaum zu träumen wagten.

[….] Trump kapituliert: Sein „Iran-Deal“ ist nicht nur für Israel ein Debakel[….] Die USA und der Iran haben eine eineinhalbseitige Absichtserklärung unterschrieben. Um diese zu erhalten, musste der US-Präsident viele Zugeständnisse machen. [….] Donald Trump hat (scheinbar) mit einem ersten Iran-Deal ein Problem gelöst, das er selbst verursacht hat: Die Straße von Hormus soll wieder für den internationalen Schiffsverkehr geöffnet werden. Das wäre eine Voraussetzung, damit der Öl-Preis in den kommenden Monaten weltweit wieder fallen kann.

Doch alleine für diese vage Zusicherung (Teheran behält sich weiter vor, Gebühren für die Durchfahrt von Schiffen zu erheben) musste der US-Präsident unglaubliche Zugeständnisse machen, der in seinem Wahn ursprünglich „nichts anderes, als die bedingungslose Kapitulation” des Iran akzeptieren wollte. Nun geben die USA sofort zwölf Milliarden an eingefrorenen iranischen Geldern frei, und während der für drei Monate geplanten Verhandlungen noch einmal denselben Betrag. Dazu kommt ein „Wiederaufbaufonds” von 300 Milliarden Dollar, den aber nicht die USA, sondern die mit den USA verbündeten Golfstaaten bezahlen sollen, wie Vize-Präsident JD Vance erklärte. Der Iran müsse sich dafür aber an seine „Verpflichtungen” halten. Die USA haben für Trumps Krieg bisher etwa 70 Milliarden Dollar ausgegeben. [….] Statt also die Chance zu nutzen, das mittelalterlich-religiöse Regime in Teheran zu beseitigen – wie es Trump einst auch den Iranern versprochen hat – werden die Mullahs erst einmal mit Sanktionserleichterungen belohnt. [….] Über das ballistische Raketenprogramm der Mullahs wird noch nicht einmal verhandelt. Und auch ein mögliches Atomprogramm – einer der Gründe für den Beginn des Kriegs – kommt in der Vereinbarung kaum vor[….]

 Trump hat den Mullahs Werkzeuge an die Hand gegeben, die sie vorher gar nicht hatten. Das macht sie in der Region mittelfristig mächtiger, als sie es je waren. Dazu kommt: Trump zerrüttet – ähnlich wie in Europa – die Bündnisse in der Region. Dass die USA die Golfstaaten nicht wirklich militärisch schützen konnten, konnte jeder sehen. [….]

(Christian Burmeister, 16.06.2026)

Trump reißt Bibi gleich mit den Abgrund. Der selbsternannte größte Freund Israels, hat Israel brutal geschadet durch seine Doofheit.

Bernd Dörries, SZ, 16.06.2026

[….] Das Abkommen der USA mit Iran wird in Israel als Katastrophe gesehen. Die Partnerschaft zwischen Netanyahu und Trump ist wohl beendet. [….]  Netanyahu steht als Verlierer da. Als Größenwahnsinniger, der den Nahen Osten neu gestalten wollte, es aber nicht mal schaffte, seinen Partner Donald Trump bei der Stange zu halten. [….] Das Regime in Iran dagegen steht gestärkt da; es hat von den USA Konzessionen erpresst. Im Gegenzug für die Öffnung der Straße von Hormus darf es, sobald die Vereinbarung tatsächlich in Kraft tritt, wieder sein Öl verkaufen, erhält eingefrorene Vermögenswerte zurück. Fast vergessen scheint, dass das Regime gerade noch als Paria galt, nachdem es Tausende Demonstranten ermordet hatte. [….] Schon jetzt kann man also sagen: Netanyahu hat das Versprechen nicht erfüllt, die Gefahr einer iranischen Atombombe langfristig zu bannen. [….] Ein Kollateralschaden ist zudem die Allianz zwischen Israel und den USA. Trump hat sich bei der Aushandlung des Abkommens über den Widerstand Israels hinweggesetzt und offenbar sogar den Libanon in die Waffenruhe eingeschlossen – was Netanyahu bis zuletzt zu verhindern versuchte. [….] In Israel ist die Meinung über das zwischen Iran und den USA geschlossene Abkommen einhellig: Eine »Katastrophe« sei es, eine »totale Kapitulation«, ein »strategischer Tiefpunkt«, eine »Gefahr für Israels Sicherheit«. »Schlechter Deal« lautete am Sonntag die Schlagzeile der Tageszeitung »Yedioth Aharonoth«. Der Journalist und Netanyahu-Lautsprecher Amit Segal zitierte einen anonymen »sehr hochrangigen israelischen Offiziellen«, üblicherweise ein Codewort für den Premier, bereits am Freitag mit den Worten: Der Deal sei »Shit«.[….]  

(Juliane von Mittelstaedt, 16.06.2026)

Der ökonomische Zwerg Iran gewinnt gegen den planetaren Primus USA.

Trump setzt seine allergrößte Macht ein; das US-Militär, und holt sich von dem Paria-Staat am Golf eine blutige Nase ab. Immerhin dienen die Fälle Kanada und Grönland/Dänemark, sowie jetzt auch der Iran, als Beispiel, wie man mit dem irrlichternden senilen US-Präsidenten umgeht: Mit Widerstand und Härte.

[….] Das Fiasko in Iran verändert den Blick auf Trump. [….] Das angekündigte Abkommen zwischen Teheran und Washington ist höchstens ein Kompromiss. Der US-Präsident hatte keine andere Wahl mehr. Für die Europäer könnte darin eine Chance liegen. [….] [….] Trump hasst ja bekanntlich solche Gipfeltreffen: zu viele Leute, zu lange Gespräche, alles zu multilateral. Er muss also bei Laune gehalten werden, sonst reist er wieder ab – oder er reist gar nicht erst an. Die Franzosen haben deshalb unter anderem den Klimawandel aus dem Gipfelprogramm genommen: Den mag Trump nicht. Entwicklungshilfe mag er auch nicht, darum ließ man auch die weg.

Alle nehmen dieses infantile Gehabe des mächtigsten Mannes der Welt hin. Weil er eben der mächtigste Mann der Welt ist und sich auch so aufführt. Den soll man nicht brüskieren, dem widerspricht man nicht einmal, wenn er lügt. Trump behauptet jetzt, dass sein Rahmenabkommen mit Iran ein großer Erfolg sei, ein Sieg, ganz fantastisch. Er behauptet, sein Abkommen sei viel besser als das „schreckliche Abkommen“, das damals, 2015, „Barack Hussein Obama“ unterzeichnet habe und das den Iranern angeblich den Weg geöffnet hätte zur Atombombe. [….] Trump bleibt Trump, und Einsicht ist nicht seine größte Tugend. Aber vielleicht hört jetzt das jämmerliche Hofieren auf. Es bringt ohnehin nichts. [….]

(Oliver Meiler, 16.06.2026)

Einer allerdings begreift es nicht. Unser Fritze.

Der Bundeskanzler nimmt coram publico Anlauf, um tief in Trumps Anus zu tauchen. Man kann es kaum ertragen, die Bilder zu sehen. Zum Mitschämen, der Sauerländer Simpel.

[….] Die Szene hat großes Fremdschampotenzial. Sie spielt sich am Dienstagvormittag beim G7-Gipfel ab, in Évians-les-Bains, gelegen in Frankreich, am Südufer des Genfer Sees. [….] Gerade hat Donald Trump den Saal betreten, nun drängen sich die Händeschüttler um den US-Präsidenten. [….] Als die anderen von Trump ablassen und sich zu ihren Plätzen begeben, nähert sich Merz noch einmal, fasst Trump am Arm und holt dann rasch aus einer Aktenmappe einen flachen Gegenstand, eingewickelt in Papier. Es ist das Trikot der deutschen Fußballnationalmannschaft, auf dem Rücken beflockt mit dem Namen Trump und der Nummer 47. Weil Trump der 47. Präsident der USA ist. Nachdem er bereits der 45. war. Es soll ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk sein, Trump ist gerade 80 geworden.

Merz steht da also und hält Trump das Trikot hin, wie ein Kellner dem Gast im Restaurant die Weinflasche präsentiert. [….] Trump nickt gnädig und gibt Merz die Hand. Dann nimmt er das Trikot und bedeutet Merz, er solle noch kurz bleiben, um für Fotos zu posieren.

Trump bleibt sitzen und hält die Rückseite des Jerseys für die Kameras hoch. Merz steht daneben, eine Hand auf der Rückenlehne von Trumps Stuhl, und nickt eifrig. Wie der Klassenstreber, der dem Lehrer ein Geburtstagsgeschenk überreicht hat, bezahlt vom eigenen Taschengeld.

Dann ist zumindest diese Szene vorbei. Doch der Gipfel der Schmeichelei geht weiter. [….] Und Merz? Mit einer Mischung aus Unterwürfigkeit und Geduld hatte er es erstaunlich lang geschafft, einen einigermaßen guten Draht zu Trump zu halten – bis er sich beim Besuch einer Schule despektierlich über Trumps Irankrieg ausließ [….] und damit Trumps Zorn erregte: Merz wisse nicht, wovon er rede, kein Wunder, dass es Deutschland so schlecht gehe. [….] Zumindest kann man es als gutes Zeichen werten, dass Trump das Deutschlandtrikot vor die Kameras hielt. [….]

(SPON, 16.06.2026)