Posts mit dem Label Sport werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Sport werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 20. Juni 2025

Rechts-korrupt und rechts-korrupt gesellt sich gern.

Da ich zu denjenigen gehöre, die unglücklicherweise nicht in der Lage sind, aus Frust und Gram, den Nachrichtenkonsum einfach einzustellen, sondern bis in die tiefste Depression doomscrollen, freue ich mich natürlich über jedes in den Zeitungen ausgebreitete Thema, das mich nicht interessiert. 

„Ungelesen wegschmeißen“ ist das Gesündeste, das ich tun kann. Ich reise nicht, gehe nie ins Kino, interessiere mich nicht für Mode, habe noch nie etwas gestreamt oder ein Computerspiel gemacht. Besonders zeitsparend ist es, stets den gesamten Sportteil wegzuwerfen. Am Besten sind Olympische Spiele oder internationale Fußballmeisterschaften, weil davon alles so dominiert wird, daß sich meine zu konsumierenden Nachrichten erheblich reduzieren.

Obschon mir das sportliche Geschehen an sich völlig egal ist, kann Sport aber indirekt für mich zum relevanten Thema werden, wenn er auf ökonomische oder politische Bereiche trifft: Fußball-WM im Scharia-Staat, die öffentlichen Ausgaben für Sportrechte und natürlich ist für mich die Bewerbung Hamburgs als Austragungsort für die Olympischen Spiele 2036 bis 2044 sehr entscheidend. Dieser absolute Wahnsinn wäre nicht nur extrem teuer und ein absurdes Terror-Risiko, sondern würde mich auch ganz persönlich schon Jahre vorher als Bewohner dieser Baustellen-geplagten Stadt belasten.

[….] Die Stadt Hamburg hat am Freitag ihre Idee für eine mögliche Eröffnungsfeier Olympischer und Paralympischer Spiele 2036, 2040 oder 2044 in der Hansestadt präsentiert. Diese soll auf der Binnenalster stattfinden.

Auf der Binnenalster am Jungfernstieg sollen fünf kreisrunde Plattformen und Tribünen in Formation der olympischen Ringe schwimmen. In der Pressemitteilung der Innen- und Sportbehörde wurde erklärt, die Idee sei inspiriert "vom antiken Griechenland und den Ursprüngen der Olympischen Spiele, die die Athletinnen und Athleten ins Zentrum stellt".

Zugleich wurde betont, dass es sich um eine erste Ideenskizze handele und nicht um ein fertiges Konzept. Die Ideen passten in die Ende Mai vorgestellte Bewerbungskonzeption, die gesamte Stadt als Bühne zu nutzen. So soll die Alster auch Schauplatz für 3x3-Basketball, Bogenschießen und Triathlon sein.

"Die Idee für die Einbindung der Binnenalster in das olympische Programm und eine spektakuläre Eröffnungsfeier zeigt, wie die Stadt als Arena und Begegnungsraum erlebbar wird und wir diesen Spirit in die Welt transportieren", sagte Hamburgs Sportsenator Andy Grote zu den Plänen.  [….]

(NDR, 20.06.2025)

Hamburg hatte sich schon für die Spiele 2024 beworben und sich 2015 bei dem entsprechenden Bürgerreferendum eine blutige Nase geholt.

Das passiert immer, wenn man in demokratischen Staaten die Bürger vorher fragt, ob sie das eigentlich wollen. Sie wollen nicht.

(….) Die Olympischen Spiele werden in Wahrheit gar nicht vermisst.

Wer nicht gerade selbst Sportler ist, oder in irgendeiner Form finanziell von Sportveranstaltungen lebt, kann durchaus auf das milliardenschwere Pharma-Spektakel verzichten.  Im Gegenteil, der Bombast-Kommerz ist sogar so unbeliebt, daß das IOC so gut wie keine Chancen mehr hat die Spiele an demokratisch regierte Länder  zu vergeben. Wann immer das Volk auch etwas dazu sagen darf, heißt es ‚NEIN DANKE‘!

Hamburg, Oslo, München/Garmisch, Graubünden 2026, Boston, Innsbruck 2026 – überall holten sich die Bewerber und das IOC blutige Nasen vom Wahlvolk.

Ein so ökologisch wahnsinniges und extrem überteuertes Korruptionsprojekt kann man nur noch durchführen, wenn wie in Sotchi oder Peking per order di mufti entschieden wird und die Bewohner der fraglichen Orte nichts zu melden haben.

Selbst im obrigkeitshörigen Japan sinkt die Begeisterung für die auf den 23.Juli 2021 verschobenen Spiele dramatisch. Allein die Verschiebung um ein Jahr kostet sechs Milliarden Euro.  (….)

(Fest im Sattel, 29.07.2020)

Das Thema „Olympische Spiele“ ist ungewöhnlich, weil sich alle Parteien einig sind. Grüne, SPD, FDP, CDU, AfD – alle wollen die Spiele unbedingt (nur die Linken sind skeptisch). Im Gegensatz zu ihren Wählern, die das ablehnen. Üblicherweise plädiere ich gegen plebiszitäre Elemente, weil ich es für absurd halte, Entscheidungen von halbwegs qualifizierten Volksvertretern auf das definitiv weniger qualifizierte Volk zu verschieben („Diktatur der Inkompetenz“). In diesem Fall überwiegt aber die Eitelkeit der Politiker, die sich zu gerne im internationalen Scheinwerferlicht sonnen würden.

Die Bewerbung Hamburgs kostet schlappe 2,2 Millionen Euro, das zugehörige Referendum Ende Mai 2026 noch einmal rund sechs Millionen Euro. Nun ja, im Vergleich zu den aberwitzigen Milliardensummen, die debakulierende CDUCSU-Minister (Spahn, Dobrindt, Scheuer) verplempern, sind knapp zehn Millionen für so eine Bewerbung, zu verkraften. Auch wenn sich die Summe dadurch vervierfacht, daß sich auch Berlin, Rein/Ruhr und München bewerben, weil das föderale Dingdong-Deutschland nicht einmal in der Lage ist, sich auf eine Stadt zu einigen.

Letztlich hängt die Vergabe solcher globalen Megaereignisse doch nur von der Höhe der Bestechungsgelder ab. Ob DFB, Fifa, World Athletics, World Aquatics (Ex-FINA), IOC oder UEFA – sie alle werden von maximal korrupten und extrem rechten Funktionären beherrscht, die stets die Hand aufhalten und die menschenverachtenden Diktatoren hofieren, die am Meisten bezahlen.

Die Krokodilstränen der „ehrlichen Fans“, „engagierten Sportjournalisten“ und „anständigen Athleten“ sind irrelevant, da die Infantinos, Samaranches, Rogges, Blatters und Bachs nicht vom Himmel fallen, sondern aus den nationalen Verbänden stammen, die wiederum aus den Sportvereinen gebildet werden, in denen die „ganz normalen Fans“ Mitglieder sind.

[…] Der Deutsche Fußball-Bund e. V. (DFB) ist der Dachverband von 27 Fußballverbänden in der Bundesrepublik Deutschland, denen wiederum rund 24.000 Fußballvereine angehören. Seinen Sitz hat der Verein mit zuletzt teilweise ungeklärter Gemeinnützigkeit in Frankfurt am Main. Ordentliche DFB-Mitglieder sind die DFL Deutsche Fußball Liga, die fünf Regional- und die 21 Landesverbände. Mit mehr als 7 Millionen Mitgliedern der angeschlossenen Vereine ist der DFB der größte nationale Sportfachverband der Welt.  [….]

(Wikipedia)

Mehr als sieben Millionen Deutsche zahlen also freiwillig für diese CDU-affine Funktionärskaste und segnen das Führungspersonal ab, das eine WM 2022 nach Katar vergab, wo eine klimapolitische Katastrophe angerichtet wurde, die Stadien leer blieben, Schwule und Frauen rechtlos sind und 6.500 Arbeiter beim Stadionbau unter sklavenartigen Bedingungen starben.

Ich habe aber nie gehört, daß der DFB anschließend sieben Millionen Austritte zu verzeichnen hatte.

Die nächsten Sport-Megaereignisse, Fußball-WM und Olympische Spiele, finden passenderweise in Trumpistan statt.  Ein Sieg über den Humanismus und die Fairness, der jeden angeblichen sportlichen Wert als Makulatur entlarvt.

[…] Die restriktive Einwanderungspolitik von Donald Trump überschattet immer mehr den Sport – und schon jetzt die WM 2026.

Sorgen? Doch nicht bei Gianni Infantino! „Nein“, beschwichtigte der FIFA-Boss angesichts der Präsenz der Einwanderungs- und der Grenzpolizei bei Partien der Klub-WM, „ich habe keinerlei Bedenken, da wir bei Sicherheitsfragen sehr aufmerksam sind. Das Wichtigste für uns ist es, die Sicherheit aller Fans zu gewährleisten, die zu den Spielen kommen. Das ist unsere Priorität.“

Sich für Sicherheit einzusetzen, klingt in diesen unruhigen Zeiten richtig und vernünftig. Dennoch wirft Infantinos nonchalanter Umgang mit den Auswüchsen der restriktiven Einwanderungspolitik seines „guten Freundes“ Donald Trump Fragen auf. Dieselben Beamten, die bei der Klub-WM und der „echten“ WM 2026 für „Sicherheit“ sorgen sollen, werden vom US-Präsidenten zur Jagd auf Einwanderer eingesetzt – offenbar auch gezielt rund um die Stadien, nicht nur beim Fußball.

Dass dort Vertreter der Einwanderungs- (ICE) und Grenzpolizei (CBP) patrouillieren, schaffe ein „Umfeld der Einschüchterung“, sagte Thomas Kennedy von der Florida Immigrant Coalition, die sich für den Schutz von Einwanderern einsetzt, dem Sender NBC6. Manchem Fan vergehe da die Lust, Spiele zu besuchen. Der britische „Guardian“ kommentierte, „dass das FIFA-Vorzeigeturnier Gefahr läuft, von der Trump-Administration für politische Zwecke missbraucht zu werden“.

Die Immigration and Customs Enforcement (ICE) hatte im Vorfeld eine „Warnung“ herausgegeben, wonach ausländische Fans bei den Spielen ihren Aufenthaltsstatus nachweisen können müssen. Die Customs and Border Protection (CBP), die auch schon den Super Bowl im Februar in New Orleans überwacht hatte, kündigte im Netz martialisch an, sie werde „in voller Montur“ antreten. […] Amnesty und andere Menschenrechtsorganisationen betrachten die Entwicklung mit wachsender Sorge. Von Infantino sei mit Blick auf die WM 2026 aber keine Hilfe zu erwarten. Der FIFA-Boss, sagte Lisa Salza von Amnesty Schweiz, „wirft sich regelrecht in den Staub vor Donald Trump“.  [….]

(MoPo, 20.06.2025)

Jedes zahlende Vereinsmitglied, jeder Fernsehzuschauer, jeder, der Trikots oder andere Fanartikel kauft, macht sich zum Mittäter und sollte sich schämen.

Infantino, Bach und Trump gehören boykottiert.

[…] Die Basketballerinnen aus Senegal gehören zu den besten in Afrika. Nun war ein Trainingslager in den USA geplant, doch das hat die US-Regierung verhindert. Ist das ein Vorgeschmack auf kommende Großereignisse?

Die US-Regierung hat im Zuge der Verschärfung der Einreisebestimmungen mehrere Visuaanträge der senegalesischen Basketball-Nationalmannschaft der Frauen abgelehnt. Wie der zuständige Verband mitteilte, seien insgesamt zwölf Anträge (fünf Spielerinnen, sieben Mitglieder des Betreuerstabs) nicht genehmigt worden. […] Die Basketballerinnen hatten ein zehntägiges Trainingslager in den USA geplant, um sich auf die Afrikameisterschaft im Juli in der Elfenbeinküste vorzubereiten. Nach dem Vorfall teilte Senegals Premierminister Ousmane Sonko auf Facebook mit, dass er den Sportminister angewiesen habe, das Trainingslager zu streichen.

Die Basketballerinnen aus dem Senegal sind sehr erfolgreich, sie konnten schon elfmal die kontinentale Meisterschaft gewinnen, waren bei sieben Weltmeisterschaften dabei und wollen auch diesmal um den Titel mitspielen.

Die US-Regierung um Präsident Donald Trump hatte kürzlich eine Einreisesperre für Menschen aus zwölf Ländern verhängt. Derzeit steht im Raum, diese Liste um 36 weitere Staaten auszuweiten – Senegal ist, wie AFP berichtet, laut internen Verwaltungsdokumenten einer davon.

Seit die USA zu solchen Mitteln greifen, wird in der Sportwelt darüber diskutiert, was das für kommende Turniere und Events bedeuten könnte. Derzeit findet in den USA die Klub-WM im Fußball statt, im kommenden Jahr folgt die Weltmeisterschaft der Männer-Fußballnationalmannschaften und 2028 finden in Los Angeles die Olympischen Sommerspiele statt. […]

(SPON, 20.06.2025)

Freitag, 7. Februar 2025

Wieso so rechts

Der Wahl-o-mat ist eine ganz nette Spielerei, aber sicher kein seriöses Tool, weil der Geist einer Partei, die Persönlichkeiten der Kandidaten, gar nicht erfasst werden.

Die einzelnen Wahlprogrammpunkte werden außerdem nicht gleichermaßen mit Leben erfüllt. Wenn CDU und SPD beispielsweise beide in ihre Papiere schreiben, den Klimaschutzzielen von Paris verpflichtet zu sein, wertet der Wahlomat das als „gleich“, aber natürlich vertreten die beiden Partien das Klimaschutzziel NICHT mit der gleichen Verve.

Außerdem sind die verwendeten 38 Themen keinesfalls gleichwertig. Die militärische Unterstützung der Ukraine ist relevanter als Cannabis-Regeln. Der Gottesbezug in der Präambel des Grundgesetzes ist nicht so wichtig, wie das Ziel der Klimaneutralität. Die Frauenquote in DAX-Aufsichtsräten kann man im Vergleich zu den Spitzensteuersätzen vernachlässigen.

[….] Nicht selten erleben die Nutzenden eine Überraschung, wenn sie gerade mit kleineren Parteien viele Übereinstimmungen finden.  Das liegt vor allem daran, dass sich diese Parteien häufig bei den Fragen enthalten, wie Prof. Dr. Norbert Kersting von der Universität Münster erklärt. „Dabei stellen die Parteien sich häufig neutraler dar, als sie sind“, sagte Kersting der Berliner Morgenpost. Politikwissenschaftler Christian Stecker von der Technischen Universität Darmstadt erklärte tagesschau.de, dass Nutzende lieber eine Aussage überspringen sollten, als „neutral“ zu wählen.  Das ist nicht der einzige Kritikpunkt, den der Politikwissenschaftler Kersting zum Wahl-O-Mat hat. Der Professor hat zusammen mit einem Team den „Wahl-Kompass“ entwickelt. Ähnlich wie beim Wahl-O-Mat können die Nutzenden ihre Zustimmung oder Ablehnung zu insgesamt 31 Thesen abgeben. Die angegebenen Antworten werden dann mit den unterschiedlichen Positionen der Parteien verglichen. Allerdings werden nicht nur die Befragungen der Parteien bewertet – das Ergebnis des „Wahl-Kompass“ beinhaltet auch eine wissenschaftliche Einordnung durch deutsche Parteienforscherinnen und -forscher. [….]

(FR, 07.02.2025)

Zudem sind koalitionstaktische Überlegungen wesentlich für die Wahlentscheidung. Die Partei, die ich wählen werde, liegt in meinem persönlichen Wahl-o-mat-Ergebnis erst auf Platz 10. Aber die neun davor Liegenden haben entweder keine Chance, die 5%-Hürde zu überspringen, oder treten für etwas ein, das für mich ein Ausschlusskriterium ist. So matche ich beispielsweise, laut der BPB-App, hervorragend mit VOLT, die ich aber wegen ihrer zutiefst irrationalen, wissenschaftsantagonistischen Atomkraft-Vorliebe niemals wählen würde.

Amüsant bleibt der Wahl-o-mat aber dennoch, weil er beispielsweise zur großen Schande der CDU zeigt, wie deckungsgleich die Merz-Union mit den AfD-Nazis mittlerweile ist.

Weiterhin lache ich über die empörten Rechtsschwurbler, die schon wieder Weltverschwörungen wittern, weil ihre Wahlomat-Ergebnisse nicht wie erhofft, überragende AfD-Prozente ergeben. Dabei sind sie lediglich von der Xenophobie der AfD geblendet und haben, wie fast alle AfD-Fans, nicht in das (spärliche) AfD-Programm gesehen, welches extrem schädlich für fast die gesamte Bevölkerung wäre und einseitig Politik zu Gunsten der Superreichen macht.

Warum aber bleiben die AfD-Umfrageergebnisse stabil bei über 20%, obwohl die Partei gesichert faschistisch ist und eine Politik propagiert, die Deutschland garantiert in eine dramatische ökonomische Katastrophe führen wird?
Die Antwort der AfD-Co-Rechten von CDU/CSU/BDW lautet entweder „die Ampel ist schuld“ oder „die Grünen sind schuld“. Nach diesem Narrativ haben Scholz, Habeck und Co „alles falsch gemacht“. Insbesondere auf Humanität, Menschenrechte, Klimaschutz und Ukraine-Hilfe gesetzt. Das alles wären Irrwege, so wie Gendern, Kiffen oder Trans-Akzeptanz. Das empöre die Wähler so sehr, daß sie quasi aus Notwehr AfD wählten, obwohl die mit Nazi-Sprüchen leicht widerlich daher kämen und man besser Merz und Söder wählen sollte.

Leider gibt es ein Problem bei dieser Argumentation: Sie ist schlicht falsch.

Denn die AfD feierte schon zwischen 2017 und 2021 immer neue Rekordergebnisse, als es noch keine Ampel gab und die CDU im Kanzleramt saß. Außerdem zeigen die Erfolge rechtsradikaler Parteien in anderen Industriestaaten, daß es natürlich keinen Habeck braucht, damit die Faschisten erfolgreich sind. In den USA geschieht just vor unseren Augen ein Coup d’État, ohne daß Grüne jemals auch nur in die Nähe von Regierungsverantwortung gekommen wären.
Die tatsächlichen Gründe für den rechtsradikalen Durchmarsch liegen im medialen Versagen, allgemeiner Verblödung und der manipulativen Social-Media-Meinungsmacht.

Eine gute Hälfte der Bevölkerung wurde durch jahrelange Entfaktisierung auf Social Media und Fascho-Hofierung in den Talkshows, unrettbar xenophobisiert. Die bejubelt alles, das gegen Ausländer gerichtet ist und schreit stets nach mehr Härte der fremdenfeindlichen Politik.

(Auf der braunen Klippe)

Einen Schuh, den sich hauptsächlich Angela Merkel und ihre CDU-Minister, aber eben auch die Ampel-Regierung anziehen muss, ist die allgemeine Trägheit.

Deutschland leidet an einer Fülle von Problemen, die seit Jahren, oft seit Jahrzehnten, bekannt sind, für die es sogar Lösungskonzepte gibt. Aber in ihrer (berechtigten) Angst vor dem Wähler, der allergisch auf jede Veränderung reagiert und Politiker sofort abstraft, wenn die irgendetwas versuchen, das nicht sofort, wie am Schnürchen klappt, wird das meiste nur aufgeschoben und nie richtig angefasst.

Daher funktioniert so vieles in Krankenhäusern, in der Pflege, in der Schule, bei der Bahn, bei Behörden, vor Gericht, auf Ämtern, im Verkehr, nicht. Man findet keine günstigen Wohnungen, steht ewig im Stau, muss auf Termine warten.

Das wiederum erlebt der deutsche Michel in seinem täglichen Leben, ärgert sich, ärgert sich immer wieder. Das führt zu großem Frust, den sich die rechten und rechtsfaschistischen Populisten zu Nutze machen, indem sie Sündenböcke präsentieren, auf die all der Hass projiziert wird, der sich selbst verstärkt und schließlich zur Wahl von AfD, ÖVP, Farage, Le Pen führt.

[…..] In diesem Land haben etwa 25 Millionen Menschen das, was das Statistische Bundesamt einen Migrationshintergrund nennt: Entweder, weil sie selbst, oder ihre Eltern von anderswo eingewandert sind. Etwa die Hälfte von ihnen sind Deutsche. Unter den Kindern in diesem Land sind sie besonders gut vertreten: 43 Prozent der unter Fünfjährigen haben Wurzeln im Ausland.

Wenn derzeit öffentlich über „Migration“ und „Migranten“ gesprochen wird, geht es den Parteien vielleicht um Prozentpunkte. In der Sache aber geht es, auf die Gesamtbevölkerung gerechnet, um jeden dritten Menschen, der hier lebt, arbeitet, eine Schule oder Kita besucht, einkauft, Sport macht, krank wird, andere pflegt. Es geht um Menschen, von denen viele mit Vorurteilen, einem erhöhten Armutsrisiko und schlechteren Chancen im Bildungssystem leben müssen. […..] Die allermeisten aber führen ein normales Leben.

Wenn derzeit über Migration geredet und gestritten wird, dann fallen aber Begriffe wie „Zustrombegrenzung“, „Staatsversagen“, „Ausreisepflichtige“ und immer wieder „Sicherheit“. […..] Diese Deutung schwang schon in Horst Seehofers berüchtigter Metapher von der Migration als „Mutter aller politischen Probleme“ […..] erte Einwanderungsbürokratie, in der Anträge nicht monatelang vor sich hin modern, das hätte man in den vergangenen zehn Jahren schaffen können. Ein effizientes Gefährder-Management auch. Beides sind auch jetzt die Antworten, die ein handlungsfähiges Land liefern sollte. Klingt vielleicht nicht markig, würde aber den Menschen wirklich dienen, die in diesem Land leben, egal mit welchem Hintergrund.  [….]

(Meredith Haaf, SZ, 03.02.2025)

CDU und CSU und AfD haben keine Konzepte, um die dem Bürger auf den Nägeln brennenden Probleme zu lösen. Aber sie suggerieren bedauerlicherweise relativ erfolgreich, das alles löse sich von allein, wenn bloß erst die ganzen Migranten rausgeworfen wären, keine Ukrainer mehr Grundsicherung bekämen, kiffen verboten wäre und niemand mehr gendere.

Sonntag, 26. Januar 2025

Massenfehleinschätzung

Wir, der progressive Part der Politik, manövrieren uns immer wieder in die gleiche Selbsttäuschung. Wir treten mit extrem unpopulären Kandidaten an. Hillary Clinton 2016 in den USA, Jeremy Corbyn 2019 in GB, Thomas Kutschaty in NRW 2022, Thomas Losse-Müller in SH 2022, Nancy Faeser in Hessen 2023, Joe Biden (Harris) 2024, Scholz 2025. Wir glauben aber dennoch an unsere Chance mit diesen Damen und Herren, weil sie kompetenter als die konservativen Gegenparts sind. Schließlich käme es auf die Inhalte an und nicht auf Personen. Wir führen doch keinen Personalwahlkampf und verachten außerdem Personenkulte, wie sie um Söder oder Trump betrieben werden.

Im nächsten Schritt gehen die Umfragewerte für die progressiven Kandidaten in den Keller, weil wir doch nicht „mit Inhalten durchdringen.“ Ein Kandidatenproblem zu haben, können wir natürlich immer noch nicht eingestehen, selbst wenn es offensichtlich ist. Ein Dilemma; denn im letzten Moment noch die Pferde zu satteln, mag der Wähler auch nicht. Er mag auch keine Illoyalität. Wer also den eigenen Kandidaten kritisiert, schmälert automatisch die Chancen der eigenen Partei.

Im nächsten Schritt detektieren wir ein „Kommunikationsproblem“. Wir schaffen es nicht, der Masse „zu vermitteln“, was wir wollen. Daraus folgt als letzter unweigerlicher Schritt der Kette, die verzweifelte Bitte, man möge doch das „kleinere Übel“ wählen. Das können wir inhaltlich tatsächlich sehr gut untermauern, indem wir auflisten, welche enormen charakterlichen und intellektuellen Mängel der rechte Kandidat hat. Daran ist faktisch nicht zu rütteln. Natürlich ist Hillary Clinton einen tausendfach fähigere Politikerin als Donald Trump. Das Argument wurde 2024 sogar noch viel stärker, weil man das ökonomische Desaster und internationale Chaos der ersten Trump-Präsidentschaft, sowie seine erwiesene Kriminalität in die Waagschale werfen konnte. Demnach war alles klar: Trump konnte gar nicht noch einmal als Präsident gewählt werden.

Blöderweise belehrt uns die Realität aber immer wieder eines Schlechteren.

Alles, was wir Progressiven uns im Wahlkampf ausgedacht hatten, zerschellt an der Realität, weil wir den Wähler, der verfassungsrechtlich so hehr als „Souverän“ daherkommt, überschätzen. So weisen wir den rechten Kandidaten beispielsweise gern ihre massiven Lügen nach, beweisen, wie sie sich selbst widersprechen. So einer könne ja nicht gewählt werden, weil doch niemand gern angelogen werde.

Flasch! Das Gegenteil ist der Fall. Donald Trump und Boris Johnson lügen kontinuierlich das Volk an und wurden sogar mehrfach gewählt. Ehrlichkeit zahlt sich nicht aus. Wähler mögen nicht mit der schnöden Realität belästig werden. Das zeigte sich schon vor 35 Jahren, als der (damals noch nicht durchgedrehte) SPD-Kanzlerkandidat Oskar Lafontaine dem Volk reinen Wein zu den Kosten der deutschen Einheit einschenkte! Das wollte niemand hören. Dabei gab es damals noch nicht die Fake-News-Schleuder Internet, die Wähler in ihre kontrafaktischen Braunblasen saugte.

Es erscheint also sinnlos, dem nach AfD-Rechts abgebogenen Fritze Merz nachzuweisen, wie sehr er lügt, wie ahnungslos er in politischen, ökonomischen und sogar sportlichen Angelegenheiten ist.

[….] Wenn Merz in allen Politikfeldern so schlecht informiert ist, wie beim Sport, haben wir ein Problem. Er sagt: Er wolle wieder Siegerurkunden bei Bundesjugendspielen einführen. Die wurden nie abgeschafft! Er sagt: In der F- und E-Jugend soll Tore schießen wieder erlaubt werden. Das war nie verboten!  […]

(Maximilian Rieger, 25.01.2025)

Merz ist politisch so hoffnungslos verblödet, daß er gar nicht ahnt, was für ein Unsinn er redet.

[….] Der wirtschaftliche Schaden der von #Merz geforderten #Grenzkontrollen dürfte noch größer sein als der durch die Strafzölle von Donald #Trump auf deutsche Exporte. Die Konsequenzen von Grenzschließungen hat Großbritannien schmerzlich nach dem Brexit erfahren.

Der Versuch von Grenzschließungen würde nicht nur die deutsche Wirtschaft durch Unterbrechungen bei den Lieferketten empfindlich schwächen, sondern auch durch eine Verschärfung des Arbeitskräftemangels, da viele Menschen für ihre Arbeit von und nach Deutschland pendeln. Merz verspricht mit den Grenzschließungen etwas, was kein noch so großer Grenzschutz erfolgreich umsetzen kann, daher würde er unweigerlich sein Versprechen brechen und die Enttäuschung wäre vorprogrammiert. [….]

(Marcel Fratzscher, 26.01.2025)

Die dramatischste Leerstelle liegt aber in Merzens notorischer ökonomischen Unkenntnis. Dazu morgen mehr.

Und schon betreibe ich selbst wieder den Fehler, völlig grundlos zu hoffen, man könne Wahlergebnisse beeinflussen, indem man Fakten auflistet. Wir Progressiven können vielleicht nicht anders.

Dabei ist es so viel banaler: Springer, Burda, Social Media, ÖRR, rechte Influencer, russische Bots und Tech-Bosse vermochten es, der Masse des Urnenpöbels einige Dinge tief ins Fleisch einzubrennen: Scholz ist doof, Habeck an allem schuld, Merz ist ein Genie, Klimawandel ist nicht so schlimm, Atomkraft ist modern und innovativ, Migration ist schlecht, Fleisch muss billig sein, wir können so weiterwurschteln, wie immer.

Diese Bullshit-Pfeiler sind so tief in der deutschen Volksseele verankert, daß wir sie nicht mehr vor dem 23.02.2025 rausbekommen.

Donnerstag, 1. August 2024

Impudenz des Monats Juli 2024

 Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.

Wenn man all seine großen religiösen Rituale – Osterfeuer, Baum schmücken – von den Heiden stiehlt und zudem auch noch ungebildet, wie ein Begrenzungspfahl in der Walachei ist, produzieren die Hirnsynapsen schon mal Error-Meldungen.

So kam es bei vielen Katholiban zum Assoziations-Overload, als sie bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Paris, Vadder Abrahams Papa Schlumpf halbnackt am Mittagstisch sahen.

[….]  Die nächste Pseudo-Empörung vom rechten Rand dreht sich rund um die Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele. Ein kurzer Teil der vierstündigen Zeremonie ist eine Anspielung auf die griechischen Götter und ein bekanntes Gemälde dazu. Zu sehen ist Dionysos, nicht Jesus und das Abendmahl. Warum die radikale Rechte sich trotzdem an ihrer inszenierten Empörung festhält.

Es war von Anfang an Dionysos, wurde auch offiziell erklärt

Die offizielle Twitter-Seite der Olympischen Spiele hatte bereits am gleichen Tag angekündigt, die Eröffnung der Spiele mit einer Interpretation des griechischen Gottes Dionysos zu beginnen. Diese sollte die Absurdität von Gewalt zwischen Menschen widerspiegeln. [……]

(Vanessa Magri, 30.07.2024)

Und was macht ein Christ, wenn er zu doof ist, um zu verstehen, was gerade vor sich geht? Er ist beleidigt, wird aggressiv und droht denjenigen, die er nicht versteht, Gewalt an!

[…..] Katholische Kirche kritisiert Eröffnungsfeier scharf

Nicht weniger als eine „blasphemische Verhöhnung“ des Christentums sah der Vatikan, namentlich Kurienerzbischof Vincenzo Paglia in der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele. Entzündet hat sich die Kritik an nur einer kurzen Szene auf der Seine. Auf einer Seine-Brücke gehörte eine Modenschau zum Programm des Abends, in einer kurzen Sequenz sieht man mehrere Dragqueens an diesem Laufsteg sitzen. Bildsprache und Bildaufbau lösen bei manchen Christen Assoziationen zur berühmten Darstellung des Letzten Abendmahls von Leonardo da Vinci aus.

Bischof Stefan Oster, für den Sport zuständig in der Deutschen Bischofskonferenz, hat zwar „ein eindrucksvolles Fest und ein großes Spektakel für alle Sinne“ gesehen, sieht in dieser Szene aber einen Tiefpunkt der Feier, die ihm persönlich deutlich gemacht habe, „wie sehr im Grunde unser christliches Menschenbild auf dem Spiel steht“.

Aus Frankreich, von Osters Mitbrüdern im Bischofsamt, war zu hören, Christen seien durch die Provokationen der Feier verletzt worden. Die lauteste Kritik kam, und das recht schnell, aber aus den Vereinigten Staaten. […..] Überschattet sahen viele Kritiker, wie Sportbischof Oster, die Feier durch die antireligiöse Symbolik an dieser kurzen Stelle der Eröffnungsfeier. „Für mich wird deshalb hier in einem einzigen Moment deutlich, dass diejenigen Christen, die ihren Glauben auch in diesem Punkt des Menschenbildes ernst nehmen, dass die der eigentliche Gegner einer Gesellschaft sind, die sich im atemberaubenden Tempo selbst säkularisiert.“   […..]

(Deutschlandfunk, 29.07.2024)

Willkommen in der Wahnwelt des Katholizismus im Jahr 2024, die sich auf eine Stufe mit dem bösartigen Rassisten Donald Trump stellt und daher den Titel IMPUDENZ DES MONATS JULI 2024 verliehen bekommt.

[…..] Donald Trump has assured voters that if he's elected president he will use his power to influence the organizers of the 2028 Olympics, which will take place in Los Angeles, California.  Speaking to Laura Ingraham on FOX News during an interview Monday, the Republican candidate and former president condemned Friday's opening ceremony of the Paris 2024 Olympic Games.

"I thought that the opening ceremony was a disgrace, actually," said Trump. "I thought it was a disgrace." […..] Trump responded to Ingraham's question about the 2028 Olympics saying, "There won't be any 'Last Supper' the way they portrayed it the other night."

[…..] Some said the scene depicted mockery and derision of Christianity, a view echoed by many conservatives. House Speaker Mike Johnson tweeted: "The war on our faith and traditional values knows no bounds today. But we know that truth and virtue will always prevail. 'The light shines in the darkness, and the darkness has not overcome it'. (John 1:5)"  [……]

(Newsweek, 29.07.2024)

Wer dachte, die größte weltumspannende Kinderfi**erorganisation der Geschichte, wäre nach der Entlarvung des massenhaften sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen durch christliche Geistliche, etwas kleinlauter, wenn es um moralische Bewertungen geht, täuscht sich offenbar.

[…..] Die völlig entmenschten Posen, mit denen bei der Inaugurationsfeier der Olympischen Spiele LGBT-Ideologen nicht nur das Letze Abendmahl Jesu, sondern auch ihre eigene Menschenwürde verhöhnten, knüpfen offensichtlich an die Kampagne der Jabobiner zur Entchristlichung Frankreichs an. Auf dem Zenit dieser anti-kirchlichen Raserei ließen am 10. November 1793 die Französischen Revolutionäre eine nackte Frau als Göttin Vernunft in die Pariser Kathedrale Notre Dame einziehen und auf dem Altar ihre sexuellen Perversionen demonstrieren. Blasphemische Obszönitäten gegen die Religion sind untrennbar verbunden mit der physischen und psychischen Gewalt gegen die Christgläubigen. […..] Die Woke-Ideologie im Westen hat ausdrücklich atheistische Wurzeln, ist durch und durch vom Hass auf Jesus Christus geprägt und übelster Hetze gegen die katholische Kirche zerfressen. Sie äußert sich in der Diskriminierung der Christen in gewalttätigen Worten und Handlungen bis zu den Justiz-Verbrechen gegen die Menschlichkeit, wenn z.B. durch Gerichtsbeschluss den Eltern ihre eigenen Kinder weggenommen werden, wenn diese die Verstümmelung der Genitalien ihrer Kinder nicht zulassen – alles unter dem Euphemismus „Selbstbestimmung des eigenen Geschlechts“. […..] Sie merken nicht, dass sie die Ehre Frankreichs, das als Land und Kultur alles dem Christentum verdankt, in dem Schmutz haben ziehen lassen und selbst noch in einem Anfall geistiger Umnachtung daran mitwirkten. Die Verachtung der Religion und des Gewissens führt notwendig in Psychoterror und Gewalt. […..] Die Verhöhnung des Abendmahls durch geistig entwurzelte und psychisch schwer gestörte Akteure, ihre Anstifter und Geldgeber war ein Akt des geistigenTerrorismus, der auf ihre Urheber zurückschlägt. „Die Revolution ist wie Saturn, sie frisst ihre eigenen Kinder und gebiert am Ende mit all seinem Unheil den Despotismus“ , waren die letzten Worte Pierre Verniauds, des Führer der Girondisten auf dem Schafott. […..]

(Gerhard Ludwig Kardinal Müller, 29.07.2024)

Die armen irren Kleidchenträger sind völlig von der Rolle. Vom Kardinal bis zum einfachen Priester:

[….]  Katholischer Priester verklagt Grindr

Jeffrey Burrill verlor seinen Job in der amerikanischen Bischofskonferenz, nachdem seine Grindr-Aktivitäten publik wurden. Deshalb will er von der schwulen Dating-App fünf Millionen Dollar. […..] Der katholische Priester Jeffrey Burrill hat laut der "Washington Post" die Dating-App Grindr vor einem Gericht in Kalifornien verklagt, weil diese persönliche Daten ohne sein Wissen und ohne seine Einstimmung weiterverkauft habe. Hintergrund ist, dass Burrill 2021 seinen Posten als Generalsekretär der amerikanischen Bischofskonferenz abgeben musste, nachdem das katholische Magazin "The Pillar" über seine Nutzung der Dating-App berichtet hatte […..]. Die Veröffentlichung habe wegen des katholischen Zölibats und der Ablehnung von Homosexualität durch die Kirche seine Reputation erheblich beschädigt, heißt es in der Klage […..]

(Queer.de 31.07.2024)

Selbst Schuld. Wieso verwendet Burrill auch noch zusätzlich eine Homo-Kopulations-App, obwohl er doch jederzeit Zugang zu einem Darkroom voller untervögelter Klemmschwestern; also dem Priesterseminar; hat?

Österreichische Pfaffen eifern unterdessen Don Benitos Don Alfonso Raul M., Priester der Pfarrei San Sebastián, nach, der mit seinem schwulen Liebhaber in seiner Kirche im großen Stil synthetische Drogen und Viagra vertrieb.

[…..] Bei einer Razzia im Pfarrhaus der Kirchengemeinde und in der Kirche des Priesters in der südspanischen Stadt Don Benito fanden die Ermittler große Mengen an Aphrodisiaka, berichtete die Zeitung "El Mundo" am Dienstag. Der Geistliche soll die potenzsteigernden Mittel an einen großen Kreis von Abnehmern verkauft haben, teilweise im Pfarrhaus. Bei dem Verkauf der Substanzen kam dem vermeintlichen Täter zugute, dass im Pfarrhaus laut Bericht stets ein reger Besucherstrom herrschte. Der Aktion der Polizei vom Montag waren monatelange Ermittlungen gegen einen illegalen Händlerring vorausgegangen, der unter anderem von dem Geistlichen selbst geleitet wurde.

Bei der Razzia im Pfarrhaus wurde laut Zeitungsbericht auch der Lebensgefährte des Pfarrers festgenommen, der an den illegalen Geschäften beteiligt war. Der Priester soll angenommen haben, aufgrund seiner herausgehobenen Stellung in der Pfarrei und der Stadt, vor einer Festnahme durch die Polizei sicher gewesen zu sein, heißt es laut Zeitung aus Polizeikreisen.  [….]

(Katholisch.de, 20.02.2024)

[….] Die Polizei [….] stellte [….]  zwei Kilogramm Mephedron sicher, eine psychoaktive Substanz aus der Gruppe der Amphetamine, die bei Konsumenten zu einer Steigerung des sexuellen Empfindens führen kann. Außerdem fanden die Einsatzkräfte 3.300 Euro in bar, Präzisionswaagen und mehrere Handys. In den spanischen Medien wird die Polizeiaktion auch als "Operación Botafumeiro" ("Operation Weihrauchfass") bezeichnet. Damit spielen sie auf das 1,60 Meter große und 54 Kilogramm schwere Weihrauchfass an, das in der Kathedrale des Wallfahrtsortes Santiago de Compostela in Nordspanien durch das Gotteshaus geschwungen wird.  […..]

(Katholisch.de, 21.02.2024)

Anders als in der autonomen Gemeinschaft Extremadura, stellte Don Alfonsos Kollege in Wien das Chrystal Meth gleich selbst her.

[….] Jener Priester, der vergangene Woche wegen Verstößen gegen das Suchtmittelgesetz festgenommen wurde, dürfte in einem Waldviertler Pfarrhof Crystal Meth hergestellt haben. Über den 38-Jährigen und eine zweite Person wurde am Montag die U-Haft verhängt.

Laut Polizeisprecher Stefan Loidl gab es im betroffenen Pfarrhof eine Hausdurchsuchung. Diese sei durch die Staatsanwaltschaft Krems angeordnet worden. Ermittler des Landeskriminalamts konnten dabei Drogen, Ausgangsstoffe sowie Laborequipment sicherstellen, so Loidl gegenüber noe.ORF.at.

Die Polizei geht davon aus, dass der Priester damit nicht nur Drogen für den Eigengebrauch herstellen wollte. „Der Beschuldigte dürfte damit Methamphetamin hergestellt haben, um dieses im Anschluss zu verkaufen“, so Polizeisprecher Loidl.  [….]

(ORF, 29.07.2024)

Sonntag, 16. Juni 2024

Das ging dieses Mal aber schnell

Es ist wie immer bei großen Fußball-Turnieren.

Ich freue mich über die gewonnene Zeit, weil ich so viele Zeitungseiten ignorieren, so viele Online-Meldungen wegscrollen und so viele TV-Berichte umschalten kann.

Dazu moniere ich ein bißchen die Kommerzheuchelei, mit der sich all die „Fans“ bedingungslos den extrem raffgierigen und korrupten Funktionärskraken (DFB, UEFA, FIFA) unterwerfen.

Und schließlich zitiere ich Schwennickes unvergessene Analyse des Bällchentreter-Phänomens.

Denn nichts finde ich idiotischer, ordinärer und nationalistischer als Fußball.

(…..)  […..] Schwennicke  […..] stellt sich der übergroßen Mehrheit der deutschen Fußballfans entgegen. Er versucht nicht nur die Angelegenheit auf Normalmaß zu schrumpfen – es ist nur ein Sport; es gibt keinen Grund, daß alle Politiker und Journalisten ununterbrochen Fußballmetaphern  verwenden müssen, um sich volksnah zu zeigen – sondern zeigt den Mittelfinger.

 [….] Ich finde Fußball doof. Nein, ich finde Fußball grässlich – und ungemein langweilig. Ein Reigen alter Männer steht am Rand und schreit herum, viele mehr oder weniger junge Männer rennen auf einer Wiese herum, erst alle nach links, dann Ballverlust, dann wieder nach rechts, Ballverlust, wieder nach links. [….] Dieses Spiel ist unästhetisch und ordinär. Schon der Klang, wenn der Ball getreten wird, macht mich übellaunig. Es ist ein zutiefst ordinäres Geräusch, es klingt so ähnlich wie die Schläge von Bud Spencer in den alten Prügelfilmen mit Terence Hill. Die Spieler haben keine Manieren, tun sich absichtlich weh, sind nicht nur furchtbar verschwitzt, sondern oft auch noch sehr verdreckt und vom Regen pitschenass und rotzen dauernd auf die Wiese. Manchmal sogar ins Nackenhaar eines Gegners. Das ist so unappetitlich.   Viele Spieler sehen haarsträubend lächerlich aus, obwohl sie sich unwiderstehlich finden. Bei Bayern München gibt es einen, der hat sich sein glänzendes Hemdchen wie ein Ganzkörperkondom auf den Leib schneidern lassen, dazu tippelt er mit kleinen, wichtigen Schrittchen über den Platz, was so hühnerartig aussieht, dass man sich das Lachen verkneifen muss. Der Mann ist ein Star. Für mich ist er eine Witzfigur.   Vollends peinlich wird es, wenn versucht wird, diesem primitiven Sport eine politische oder philosophische Überhöhung zu geben. Dieser Theweleitismus ist noch schlimmer als die plumpe Fußballleidenschaft, die nach schalem Bier riechend, am Wochenende grölend die Bahnabteile füllt. Das ist wenigstens authentisch und stimmig. [….]

(CICERO, 28.04.2013)

Für diese wahren Worte werde ich dem CICERO-Chef ewig dankbar sein. Er hat so Recht; als Nicht-Fußballer gewinnt man so viel schöne Lebenszeit und erspart sich all die Frustration und schlechte Laune. (…..)

(Ordinär und national, 16.05.2018)

Nun läuft der National-Wahn gerade mal zwei Tage in Deutschland – es folgen also noch fast vier Wochen – da muss ich mich schon aus dem Fußball-Off melden, mich also gegen meinen Willen mit dem Mist beschäftigen, weil es abseits des sportlichen Aspekts, schon nach 48 Stunden genügend rassistische, widerliche, xenophobe Übergriffe gibt, daß man alle „die Welt zu Gast in Deutschland“-Sprüche einkassieren muss und die Vorstellung von einem gemeinsamen schönen Erlebnis ad absurdum geführt wurde.

Es ist eben keine Sportart, in der Individuen betrachtet werden, sondern es geht um die Nationalität einer „MANN-schaft“. Es ist noch nie etwas Gutes herausgekommen, wenn man die Dinge durch die nationalistische Brille betrachtet und anderen Menschen seine Nationalität ins Gesicht schreit.

„Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein. Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen.

(Arthur Schopenhauer)

Vorhin grübelte ich wie eigentlich das Antonym zu „Patriotismus“ lautet.

Ich bin nämlich so gar kein Patriot und kann für patriotische oder gar nationale Gefühle (gegenüber Deutschland ODER Amerika) einfach kein Verständnis aufbringen.

Auch das Wort „Stolz“ liegt mir nicht. Insbesondere könnte ich keinen Stolz auf eine Nation empfinden, da ich Stolz immer mit einer eigenen Leistung verbinde.

Was aber ist weniger ein eigener Verdienst als der Zufall wo man geboren wurde?

Wie nennt man aber nun Menschen, die keine Patrioten sind?

Im Zweifelsfall googlen. Eine Internetsuche spuckt folgende Begriffe aus:

Vaterlandsverräter, Fahnenflucht, Verrat, Unzufriedenheit, Untreue, Falschheit, Wankelmut, Unbeständigkeit, Perfidie, Nestbeschmutzer, „Jemand der sich ganz schnell verpissen sollte. Er mag sein Land nämlich nicht“, Landesverräter, Idiot, Zecke,..

Nun bin ich noch unpatriotischer, nachdem ich sehe welche Konnotationen aktiviert  werden, wenn man Menschen nach dem Gegenteil von Patriotismus fragt.

Das Abstoßende am Patriotismus ist also nicht nur das penetrante Sich-mit-fremden-Federn-schmücken, sondern die mehr oder weniger latent damit einhergehende Abwertung anderer Nationen, bzw der Nicht-Patrioten im eigenen Land.

Es stimmt eben, daß die Grenzen vom Patriotismus zum Nationalismus fließend sind und Letzterer ist einer der destruktivsten Ismen, den die Menschheit hervorgebracht hat.  Immer wenn die Patriotismuskarte gespielt wird, folgt etwas Ekelhaftes. (…….)

(Patriotismus – Nein Danke 06.11.2013)

Ein so großes internationales Turnier nach AfDeutschland zu holen, war eine schlechte Idee.

Wir sind keine gastfreundliche Nation und zeigen uns gegenüber Minderheiten von unserer schlechtesten Seite.

[….]  Zwei acht und zehn Jahre alte ghanaische Mädchen sind am Freitagabend im mecklenburgischen Grevesmühlen angegriffen worden. Sie waren auf dem Nachhauseweg vom Sport, als sie aus einer Gruppe von rund 20 Jugendlichen heraus attackiert wurden. Die Täter sollen der Achtjährigen ins Gesicht getreten haben, bestätigte die Polizei am Sonntag der taz. Diese geht von einem rassistisch motivierten Angriff aus.

Der Vater, der die Jugendlichen zur Rede stellte, sei ebenfalls attackiert worden. Er und seine leicht verletzte achtjährige Tochter mussten im Krankenhaus behandelt werden. Die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung, Volksverhetzung und Beleidigung laufen und die Polizei sucht Zeug*innen.  In Grevesmühlen leben gut 10.000 Menschen. Am Wochenende war Stadtfest, das Grölen rassistischer Parolen zu dem Lied „L’Amour toujours“ offenbar inklusive, jedenfalls hat die Polizei entsprechende Anzeigen aufgenommen.  [….]

(Taz, 16.06.2024)

Die Braunen haben Oberwasser, weil die anderen Parteien kein Rückgrat haben und ihnen hinterherlaufen. Das bekommen Gäste, Migranten, ausländische Fußballfans, POCs nun mehr denn je zu spüren.

Sommermärchen? Fest der Freude? Ja, schon, aber man möge dazu bitte weiß, deutsch und hetero sein. Alle anderen sind nicht so willkommen.

Es ist der klassische Patriotismus, den Mannschaftssportarten triggern: Er exkludiert.

[…..] Der rassistische Überfall auf zwei Mädchen mit ghanaischen Wurzeln stieß auf schockierte Reaktionen. Doch überraschend kommt er keineswegs in einem Land, in dem die AfD bei der EU-Wahl auf breiter Ebene deutliche Gewinne verbuchte, wo an Fenstern und an Autos wieder stolz die schwarz-rot-goldenen Flaggen wehen. Deutschland ist diesmal Gastland bei der Fußball-Europameisterschaft. […..] Zu dem „Wir“ gehören eben nicht alle – das bekommen die Menschen mit Migrationshintergrund zweifellos bei dieser Meisterschaft wieder zu spüren. So häufen sich schon jetzt Nachrichten über rechtsextreme Vorfälle aus dem Saarland, aus Neubrandenburg, Bremen und Warnemünde. Und das sind nur die bekannt gewordenen. Volksverhetzende Parolen, Hitlergruß und der umgetextete Partyklassiker „L’amour toujours“ gehören zum Repertoire der Rassisten.

Wie bedrohlich die Lage für People of Colour oder Queere ist, haben viele noch immer nicht verstanden oder wollen es nicht wahrhaben. Rechtsextremismus, rassistische Übergriffe, rechtsextremes Gedankengut sind zunehmend en vogue. […..] Die politischen Akteure müssen von Diskriminierung bedrohte Menschen schützen. Seid nicht länger schockiert, sondern achtet aufeinander. […..]

(Adefunmi Olanigan, 16.06.2024)

Also UEFA und DFB; brecht diese jetzt schon als Schande entlarvte Funktionärs-Peinlichkeit ab!