Als ich gestern mit dem Berliner Lügenmeister und der Hauptstadt-CDU abrechnete, wollte ich meine Empörung zum Ausdruck bringen.
Daß der Tennis-spielende Hobbypolitiker meinen Blog liest und daraufhin gleich seine Kandidatur und seine Karriere in die Tonne tritt, hatte ich aber NICHT beabsichtigt!
[….] „Meine Damen und Herren, als ich vor sieben Jahren CDU-Landesvorsitzender wurde, haben alle gesagt: „Das schafft er nicht, das wird er nicht hinkriegen, der wird nicht CDU-Landesvorsitzender.“ Das war 2019 und ich bin CDU-Landesvorsitzender geworden. Dann haben viele gesagt: „Der wird nicht Spitzenkandidat.“ Bin ich dann doch geworden. Viele haben nicht geglaubt, dass ich Regierender Bürgermeister werde. Und ich bin Regierender Bürgermeister geworden.
Und in diesem Amt war mir immer wichtig, dass ich der bleibe, der ich bin. Und, dass ich authentisch bleibe. Das war mir das Wichtigste. Dieses Amt ist mir eine große Ehre. [….] Es war mir eine große Ehre, in den letzten drei Jahren für die Berlinerinnen und Berliner Politik zu machen. Und dabei waren die Menschen für mich immer im Vordergrund, immer im Mittelpunkt. [….] Ich bin stolz darauf, was wir in dieser Koalition gemeinsam erreicht haben. [….] Ich habe Ihnen gesagt, mir war immer wichtig, derjenige zu bleiben, der ich bin. Und mir war immer wichtig, authentisch zu sein. Ich habe in den letzten Tagen festgestellt, dass ich mit den wichtigen Themen – mit den Themen, die für die Berlinerinnen und Berliner wichtig sind, mit den Themen, die wir erfolgreich hinbekommen haben, aber auch mit den Themen, die in der Zukunft anstehen, – nicht mehr durchdringen.
Ich kriege es nicht mehr hin, Botschaften zu senden, weil eine andere Debatte alles überlagert. Ja, ich habe kommunikative Fehler gemacht. Und ja, glauben Sie es mir, ich ärgere mich am meisten darüber. [….] Aber meine Damen und Herren, wenn ich feststelle, dass ich mit den Themen, die entscheidend sind für die Menschen, nicht mehr durchdringe, dann muss es Konsequenzen geben. [….] Ich möchte, dass diese Partei in den Wahlkampf zieht, um ein Linksbündnis unter Führung der Linkspartei zu verhindern. Es geht jetzt darum, die Mitte in dieser Stadt zu stärken, dass eben nicht Linksextremisten die Führung in dieser Stadt übernehmen.
Und deswegen werde ich heute Abend den Kreisvorsitzenden sagen, dass ich von einer Spitzenkandidatur Abstand nehme, dass ich nicht erneut als Spitzenkandidat zur Verfügung stehe. [….]
SCHEISSE!
Wegner war so eine tolle RRG-Wahlkampfunterstützung. Ein Garant dafür, erneut
einen RRG-Senat zu installieren. Daher wünschte ich mir, dass er bleibt und die
CDU weiter in den Keller zieht!
Geradezu mustergültig hatte Wagner die politische Skandal-Grundregel coram publico exerziert: Man stürzt nicht über den eigentlich Skandal, sondern über die dilettantischen Versuche, sein Versagen anschließend zu vertuschen.
Hätte er im Januar nach seinem legendären Tennisspiel einfach alles zugegeben, wäre er dem heute finalisierten Desaster entgangen:
Liebe Berliner, bitte entschuldigt meine Instinktlosigkeit. Ich habe die Dramatik des Stromausfalls unterschätzt und dachte, die Kollegen hätten das im Griff. Da unterlag ich eine gewaltigen Fehleinschätzung und hätte mich natürlich von Anfang an persönlich kümmern müssen.
So eine Erklärung brachte Kai Münchhausen aber nicht über die Lippen, sondern log. Log immer wieder. Über Monate.
Wegner zog die Staatskanzlei und sogar das Kanzleramt in seine Lügenmärchen hinein.
Potzblitz und Donnerschlach! Spahn, Frei und Merz haben
gelogen?
Ich bin so überrascht.
Und enttäuscht.
Das hätte ich von diesen grundehrlichen, altruistischen und ehrenhaften
Vorbildpolitikern niemals für möglich gehalten!
Und ich dachte, auf den moralischen Anstand der Top-CDUCSU-Vertreter könne man
sich absolut verlassen!
[….] Für die Berliner CDU soll es ein Befreiungsschlag sein. Kai Wegner, die lame duck einer Partei, die in drei Jahren an der Spitze des Senats vor allem Stillstand, aber auch Chaos und Skandale produziert hat, zieht sich von der Spitzenkandidatur für die Abgeordnetenhauswahl zurück. Regieren will er aber bis zum Wahltag am 20. September weiter. An seine Stelle soll der bisherige Finanz- und seit kurzem auch Kultursenator Stefan Evers treten, wie die Kreisvorsitzenden am Freitagabend entschieden.
Dass die CDU mit diesem Move aus ihrem Stimmungstief hinauskommt – die jüngste Umfrage sah sie nur noch bei 17 Prozent – muss bezweifelt werden. Zum einen ist das Problem der Partei deutlich größer als die Personalie Wegner, zum anderen steht die nun gefundene Lösung nicht für einen neuen Aufbruch.
Unbestreitbar ist Wegner zuletzt zur Belastung für die Partei geworden, das liegt vor allem an seinem Umgang mit dem Stromausfall und den Lügen, mit denen er sein Nicht-Handeln zu verschleiern versuchte. Für einen Kandidaten, der sich für die Zukunft bewirbt, ist Glaubwürdigkeit jedoch die zentrale Währung.
Es gibt zudem wenig, womit Wegner werben könnte: Die Bilanz seiner Regierungszeit muss lauten: Es ist nichts passiert. Berlin ist nicht sauberer, nicht sicherer, nicht mobilitätsfreundlicher, nicht bezahlbarer geworden. Zwar gibt es wieder Bürgeramtstermine, doch das reicht nicht. Wegner hat der Stadt keinen Stempel aufgedrückt, er wird bald vergessen sein.
Doch die verlorenen drei Jahre sind nicht allein sein Werk, sondern des gesamten schwarz-roten Senats. Nicht zuletzt steht dafür auch Stefan Evers. Als Finanzsenator hat dieser einen Haushalt aufgestellt, der viel Schaden angerichtet hat: Ohne Kompass wurden Kürzungen angekündigt, die mit den Betroffenen im sozialen oder kulturellen Bereich kaum kommuniziert, dann unter Druck zum Teil wieder zurückgenommen wurden. Doch die finanziellen Reserven der Stadt sind aufgebraucht. [….]
Nun tritt also der konservative Linken-Hasser Evers für die Berliner CDU als Bürgermeisterkandidat an. Schade.
Für den amtierenden Regierungschef hätten sich so schön Wahlkampfplakate angeboten.
GRINSENDES EISBEIN oder LÜGEN HABEN WENIG HAARE
[….] Auch in der eigenen Partei schütteln einige den Kopf über ihn. »Lügen haben wenig Haare«, heißt es in der Berliner CDU nach dem Bekanntwerden der neuesten Vorwürfe. Manche nennen Wegner, so wird kolportiert, »das grinsende Eisbein«. Ein Schwergewicht der Berliner CDU mit viel Erfahrung sagt dem SPIEGEL: »Kai Wegner hat sich immer durch politischen Instinkt ausgezeichnet – aber der hat ihn seit Januar verlassen.« [….]
WITZFIGUR MIT TENNISSCHLÄGER
[….] Kai Wegner hätte als Reformer der chaotischen Berliner Verwaltung in die Stadtgeschichte eingehen können. Stattdessen wurde er zur Witzfigur mit Tennisschläger. [….]
(Andreas Niesmann, 10.07.2026)
Die Hauptstadt-CDU wird nun alles geben, um Wegner schnell zu vergessen. Wird sich als einsichtige Partei hinter den neuen Mann stellen.
Aber es bleibt peinlich für die CDU, daß sie Wegner mit 93% zum Spitzenkandidaten wählten, NACHDEM schon all sein dreisten Lügen aufgeflogen waren. Sie hängen alle mit drin.



