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Donnerstag, 17. September 2026

Meine alte evangelische Nemesis

Seit Beginn dieses Blogs vor fast 20 Jahren war Margot Käßmann, 68, immer wieder ein Thema, weil sie mich mit ihrer ostentativen Anti-Intellektualität so sehr triggert.

Es gibt kaum eine prominentere Stimme für selbstzufriedene Oberflächlichkeiten, die so wenig in Frage gestellt wird.

Wer ihre Aussagen inhaltlich hinterfragt, wie es beispielsweise Denis Scheck bei der Besprechung ihrer Bücher tut, verzweifelt an Käßmanns geistiger Flachheit.

Der arme Denis Scheck, der all die Käßmann-Bücher tatsächlich gelesen hat, findet aber angemessene Worte.

 Margot Kässmann "In der Mitte des Lebens"
Changierend zwischen Predigtentwürfen und autobiographischen Notizen, geschrieben in jenem anbiedernden theologischen Kauderwelsch, das zum Niedergang der protestantischen Predigt beigetragen hat, ist dieses in seiner Konzeption nicht nachvollziehbare, in seinen Gedankengängen sprunghafte Büchlein eher eine Art Promigucken als wirklich etwas zum Lesen.
Margot Kässmann: "Sehnsucht nach Leben "
In zwölf besinnungsaufsatzähnlichen Texten denkt die Ex-Vorsitzende der EKD über Leben und Liebe, Kraft, Heimat, Stille und ja, auch über Gott nach. Dabei schreibt sie Sätze wie: "Ein Nein ohne jedes Ja – das wurde auf lila Tüchern beim Kirchentag 1983 in Hannover gegen den Willen von Kirchentagsleitung und Evangelischer Kirche in Deutschland zum Symbol." "Ein Nein ohne jedes Ja", auf diesen wirren Nenner könnte man auch meine Meinung zu diesem Mischmasch von einem Buch bringen.

Margot Kässmann: Mehr als Ja und Amen

Gibt es Jämmerlicheres, als wenn Erwachsene beim Besuch im Kindergarten oder in der Grundschule so tun, als wären sie selbst Kindergartenkinder oder Grundschüler? Dieses literarische Leben auf Kredit, diese geborgte Naivität, dieses Sich-blöd-stellen mit großen Stauneaugen ist der basso continuo von Margot Kässmanns publizistischem Oevre. "Für dieses Buch habe ich über viele Monate Zeitungsauschnitte gesammelt und war am Ende fast erschlagen von der Vielfalt der Probleme, der Stimmen, der Ansätze", schreibt sie. Ein unnötiges Buch, von der Konzeption her Kraut und Rüben, in der Ausführung lieblos hingerotzt, ein Buch, dessen Leser sich wie zu Unrecht ans Kreuz geschlagen fühlen müssen.

(Denis Scheck 06.05.13)

Margot Käßmann: "Sehnsucht nach Leben"

Zwölf Aufsätzlein der Ex-EKD-Vorsitzenden zu Themen wie Mut, Trost, Liebe und Geborgenheit versammelt dieses leider illustrierte Büchlein. "Ich denke, jeder Mensch muss für sich selbst herausfinden, wo die eigenen Kraftquellen liegen", schreibt Margot Käßmann darin. Aus dem Mund einer FDP-Vorsitzenden klänge das akzeptabel, für eine protestantische Theologin aber ist das bis zur Selbstaufgabe lasch und opportunistisch: ein Offenbarungseid.

(Denis Scheck 25.09.11)

Margot Kässmann: "In der Mitte des Lebens"

Aus groupiehafter Sehnsucht nach der medialen Wiederaufstehung einer wegen Trunkenheit am Steuer zurückgetretenen Landesbischöfin und Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland ein grauenhaftes Mischmasch aus Sermon, Erbauungsliteratur und moralisierenden Textautomatenbausteinen über Monate an die Spitze der deutschen Bestsellerlisten zu jubeln – für solch merkwürdige Heiligenverehrung kennt man meines Wissens im Norddeutschen das schöne Wort "katholisch!"

(Denis Scheck, 30.01.11)

(Tammox 29.04.12)

Sie ist schon so lange als Liebling der Yellow Press und der Plapper-Talkshowhosts prominent in den Medien vertreten, daß man schon vergessen hat, wieso sie eigentlich bekannt wurde:

Pfarrerin seit 1985, Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages ab 1994, Bischöfin von Hannover ab 1999, manischer Aufmerksamkeitsjunkie, die mit jeder noch so privaten Sache (Eheprobleme, Krebserkrankung, Scheidung) sofort zur BILD-Zeitung rennt, um das publizistisch auszuschlachten. 2009 EKD-Ratsvorsitzende, 2010 Rücktritt weil sie betrunken am Steuer erwischt wurde, Herausgeberin des evangelischen Monatsmagazins Chrismon, von Sigmar Gabriel als Bundespräsidentinkandidatin vorgeschlagen, Botschafterin des Hasspredigers und eines der größten Antisemiten der Menschheitsgeschichte Martin Luther, neun Jahre Kolumnistin für das rechtsradikale Lügenblatt BILD am Sonntag, Mehrfachopfer des Streisandeffektes, Präsidentin der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft (EAK) zur Betreuung der Kriegsdienstverweigerer in Deutschland, Schirmherrin der bundesweiten Kampagne gegen Rüstungsexporte „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“, 2013 neben AfD-Chrupalla Erstunterzeichnerin des von Hardcore TERF Schwarzer und Putinella Wagenknecht initiierten „Manifests für Frieden“.

Ihre manische Kamerasucht verleitet sie immer wieder mit entwaffnender Doofheit, sagenhaft dämliche und nicht durchdachte Dinge von sich zu geben. Sie vertritt eine absolut perverse Form des Pazifismus, indem sie sogar die Befreiung Europas von Hitler, den Krieg zur Beendigung des Holocausts, als „ungerecht“ verdammt.

[…] Entgegen der Auffassung US-Präsident Barack Obamas gebe es für evangelische Christen keinen gerechten Krieg, sondern nur einen gerechten Frieden. Sie selbst könne allenfalls bejahen, dass die Uno mit Polizeikräften ausgestattet werde, um internationale Verbrechen zu verfolgen. Krieg sei jedoch für sie „nicht legitimiert, weil durch ihn am Ende immer die Zivilbevölkerung leidet.“ Auch hinsichtlich des Zweiten Weltkriegs frage sie sich, warum die Alliierten die innerdeutsche Opposition gegen die Nationalsozialisten vor 1939 nicht gestärkt und im Kriegsverlauf die Bahngleise nach Auschwitz nicht bombardiert hätten. [….]

(Wikipedia)

Die Waffenlieferungen an die Ukraine lehnt sie ebenso entschieden ab, wie den Afghanistan-Einsatz.

[…] „Nichts ist gut in Afghanistan. All diese Strategien, sie haben uns lange darüber hinweggetäuscht, dass Soldaten nun einmal Waffen benutzen und eben auch Zivilisten getötet werden. […] Aber Waffen schaffen offensichtlich auch keinen Frieden in Afghanistan. Wir brauchen mehr Fantasie für den Frieden, für ganz andere Formen, Konflikte zu bewältigen.“ [.…]

(Käßmann, Bischöfliche Weihnachtspredigt 2009)

Wie es ohne Krieg in Afghanistan, also ganz nach Käßmanns Idealvorstellung läuft, erleben 22 Millionen Frauen gerade: Völlige Entrechtung, Prügel, Schulverbot, Folter, Mord.

Man kann noch so pazifistisch sein, aber es gibt immer wieder Situationen, in denen es ohne militärische Gewalt nicht geht. Nur so konnte man Hitler stoppen, nur so den Völkermord in Bosnien-Herzegowina beenden, nur so die vom IS als Sexsklavinnen verschleppten Jesidinnen befreien.

Frappiernd an Käßmann ist ihre geradezu FriedrichMerzsche Erkenntnisresistenz. Natürlich wird sie seit 20 Jahren immer wieder gefragt, wie man denn ohne Kriegswaffen Genozide und blutige Diktatoren stoppen soll. Darauf hat sie, außer ärgerlichen Floskeln – „zunächst einmal würde ich mit den Taliban beten!“- bis heute keine Antworten. Diese grausame Taubheit gegenüber den Schreien der Opfer in Kombination mit ihrem hehren Anspruch als Friedens-Frau, macht Käßmann so unerträglich. Da spricht eine überprivilegierte, reiche weiße Christin, der man fast wünschen würde, doch mal mit ihrer modischen Kurzhaarfrisur, Hosen und der Bibel in der Hand durch Kandahar zu gehen, um da mit den Taliban zu beten. Ihr wird dort sicher nichts passieren, denn wie die überprivilegierte und untergebildete Dame ebenfalls immer betont, kann man nie tiefer Fallen, als in Gottes Arme. Daher fühle sie sich immer geborgen.

Zum Glück taucht Käßmann nach ihrer offiziellen Pensionierung etwas weniger in den Medien auf. Da fällt es leichter, sie zu ignorieren.

Gestern saß sie allerdings bei Maischberger, die zwar teilweise die richtigen Fragen stellte, aber nicht ein einziges mal nachhakte, obwohl die grenzdebile Bischöfin keine der Fragen beantwortete, sondern sich mit wolkigen Klagen herauswand.

Die „Altparteien“ könne sie nicht mehr wählen, weil die allesamt Waffenlieferungen in die Ukraine befürworteten, erklärte Käßmann. Maischberger entgegnete korrekt, nur AfD und BSW ergriffen Partei gegen die Ukraine, indem sie alle Waffenexporte nach Kiew verbieten wollten. Falls Käßmann nicht Wagenknecht oder Weidel wähle, wenn denn sonst?

Käßmann beantwortete dies nicht, Maischberger fragte nicht nach.

Teilweise geriet Käßmann regelrecht auf eine grenzdebile Bahn, ohne von der maximal desinteressierten Interviewerin angezählt zu werden.

So wurde ein Auszug aus einem Käßmann-Auftritt der Maischberger-Sendung vom 01.09.2015 gezeigt, um ihre damalige Position zu den nach Deutschland kommenden Flüchtlingen zu verifizieren.

[….] Käßmann: Wir haben immer gesagt, die DDR ist ein Unrechtsstaat, weil es keine Reisefreiheit gab. Vor 16 Jahren haben wir uns gefreut, dass Ungarn die Grenzen aufgemacht hat, weil wir gesagt haben, Freiheit, Reisefreiheit gehört dazu.  [……]

(Maischberger, 2015, ab Minute 12:50)

Natürlich war damals die Öffnung der ungarischen Grenze nicht 16, sondern 26 Jahre her! Nun könnte man sagen, gut, da hat sie sich um zehn Jahre vertan; für Theologen ist das ja kein Zeitraum.

Aber es ist ein Muster, wenn Käßmann sich politisch oder historisch äußert: Sie hat nicht die geringste Ahnung von der Materie, über die sie spricht.

Selbst Martin Luther, für den sie sich als langjährige „Luther-Botschafterin“ als Expertin ansieht, kennt sie offenkundig gar nicht, sondern reitet nur auf ihrem naiven Zerrbild des wahren Luthers herum. Historiker, die Luther erforschen, raufen sich die Haare angesichts des Unsinns, den Käßmann plappert.

[….] Der Göttinger Historiker Hartmut Lehmann übt Kritik an der evangelischen Theologin Margot Käßmann. In ihrer Eigenschaft als Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für das Reformationsjubiläum 2017 zeichne Käßmann ein falsches Bild von Reformator Martin Luther, schreibt Lehmann in einem Gastbeitrag für die "Zeit"-Beilage "Christ & Welt" (Donnerstag).

Diese Darstellung könne sich auch negativ auf das Verhältnis zur katholischen Kirche auswirken. Der Direktor am Max-Planck-Institut für Geschichte in Göttingen nennt als Beispiel die Spezialausgabe des Magazins "chrismon" vom 31. Oktober.

Das Titelbild zeigt in Anlehnung an den historisch nicht verbürgten Thesenanschlag von 1517 die Umrisse Luthers, der einen Hammer schwingt, darunter die Textzeile: "Er kann nicht anders: Martin Luther. Vielen Dank für ein Stück Freiheit." Käßmanns Editorial beginnt mit dem Luther zugeschriebenen Zitat "Hier stehe ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir. Amen."

"Einem Historiker wie mir fällt auf, dass beide Episoden, der Thesenanschlag wie der angebliche Satz auf dem Wormser Reichstag, aus dem Arsenal der Lutherlegenden stammen", so Lehmann. Wer 2012 die Darstellung des Thesenanschlag undifferenziert übernehme, "vergibt die Chance, das Gespräch mit der katholischen Kirche über eine weitere Annäherung zu intensivieren."   [….]

(Katholisch, 2013)

Was erwartet die Maischberger-Redaktion von einer Märchentante, die zum Ukraine-Krieg derartig hanebüchene Zahlen von sich gibt?

[….] Käßmann: Also, wir müssen doch irgendwie zu einem Waffenstillstand kommen, weil das, wenn gesagt wird, wir sind naiv als Pazifistin und Pazifisten nach mehr als viereinhalb Jahren Krieg und geschätzt mehr als 500 Millionen Toten muss doch da irgendwie ein Ende in Sicht kommen. Und ich bin keine Journalistin, ich bin keine Politikerin, ich bin Theologin und sehe die Menschen, die da ermordet werden und für die Ukraine wird es ja auch nicht besser.

Maischberger: 500 Millionen weiß ich nicht,….

Käßmann: Das sind schon vorsichtige Schätzungen!  [……]

(Maischberger, 17.09.2026, ab Minute 4)

Käßmann passt wirklich gut zu BSW-Putinella und den Russland-Fans in Ossi-Schwurbelstan.

Donnerstag, 10. September 2026

Polen ist verloren

Italien, Polen, Irland, Malta sind die katholischsten Länder Europas. Mein polnisch-stämmiger Vater sagte immer ‚alle Polen sind Katholiken, auch die Ungläubigen‘.

In einem, in der Tat so kulturkatholisch geprägten Land, wie Polen, ist es gar nicht so leicht festzustellen, wie hoch der Katholikenanteil tatsächlich noch ist und wie viele von ihnen den Glauben auch praktizieren.

Sicher sagen kann man aber, daß Polen seit 1978 und der spektakulären Wahl Karol Józef Wojtyłas zum Papst, als 99,9% der Polen vor Stolz platzten, enorm viel passiert ist.

Polens Wirtschaft wächst seit zwei Jahrzehnten stärker als die Deutsche. Die Polen sind all das, was Deutsche nicht sind: Jung, gut gebildet, optimistisch und digital. Polen boomt.

Für Andrzej Domański (*1981), Tusks Superminister für Finanzen und Wirtschaft,  sind das goldene Zeiten. Für die Katholische Kirche gilt das Gegenteil. Gebildete, selbstbewußte, optimistische Menschen sind Gift für Religionen, die muffige patriarchalische Vorschriften einer primitiven Hirtenkultur verkaufen.

Von nahezu 100%, sank der Katholikenanteil auf gegenwärtig rund zwei Drittel. Die Polen gucken genauer hin, was ihre Pfaffen treiben, sind weniger eingeschüchtert, lassen sich nicht mehr für dumm verkaufen. Schlechte Zeiten für barocke Kleriker, die Wasser predigen, während sie bei Wein, Mann und Gesang bacchanalisieren. 

Da es in Polen besonders viele Pfarreien und besonders viele Geistliche gibt, sind auch die pädosexuellen Übergriffe auf Messdiener und schwulen Sexpartys unter Priestern häufig Thema in den Medien.

[….] Für die katholische Kirche ist die Angelegenheit maximal peinlich. Eigentlich sollen ihre Priester enthaltsam leben und sich ganz auf Gott konzentrieren, deshalb verbietet das sogenannte Zölibat katholischen Geistlichen die Ehe. Nicht weniger rigoros verhält sich der Vatikan zur gleichgeschlechtlichen Liebe: Homosexualität widerspreche dem Willen Gottes, so die Linie Roms, auch wenn es ein offenes Geheimnis ist, dass auch Männer der Kirche Sex miteinander haben. Doch in Polen wird ein Fall jetzt zum Aufreger – und das nur wenige Wochen vor der Parlamentswahl.

Anlass für die öffentliche Debatte ist eine Sexparty unter katholischen Priestern, die mit einem medizinischen Notfall endete. Das berichtet die Zeitung "Gazeta Wyborcza" unter Berufung auf einen der Partygäste. Demnach feierten die Geistlichen ihre Orgie in Dąbrowa Górnicza im Süden des Landes in einer kirchlichen Dienstwohnung. Auch ein Sexarbeiter sei angeheuert worden. "Die ganze Veranstaltung war rein sexueller Natur, die Teilnehmer nahmen alle Potenzmittel", zitiert die Zeitung ihre anonyme Quelle. "Dann geriet alles außer Kontrolle und der Sexarbeiter verlor das Bewusstsein." [….]. Fest steht nur, dass ein herbeigerufenes Rettungsteam zunächst nicht zu ihm durchkam: Wohl aus Furcht vor dem Skandal ließen die Priester die Sanitäter nicht ins Gebäude. Diese mussten erst die Polizei rufen, die den Helfern den Weg frei machte zu dem ohnmächtigen Sexarbeiter. [….]

Er bete dafür, dass Pfarrer Tomasz Z. von seiner sexuellen Orientierung geheilt werde, schreibt Bischof Kaszak weiter. Allein dieser Satz zeigt das extrem konservative Weltbild der katholischen Kirche in Polen. In Deutschland sind sogenannte Konversionstherapien zur "Behandlung" von Homosexualität seit 2020 verboten. Heikel ist die außer Kontrolle geratene Priesterorgie aber nicht nur für die polnische Kirche, die sich nach außen gerne als Hüterin einer strengen Sexualmoral darstellt. [….]

(T-online, 25.09.2023)

Das Suffraganbistum Sosnowiec wurde erst 1992 von Wojtyła gegründet, der es aus Teilen Erzbistümer Częstochowa und Krakau sowie des Bistums Kielce zusammenschusterte und es neben dem Bistum Radom dem Metropoliten von Tschenstochau unterstellte.

[….] Schwulenclubs und Leichenfunde

Es ist nicht der erste Skandal, der Sosnowiec, eine mittelgrosse Diözese im Südwesten des Landes, erschüttert. Im Jahr 2010 war der Interimsrektor des Priesterseminars von Sosnowiec in eine Auseinandersetzung in einem Schwulenclub verwickelt, blieb jedoch über ein Jahr lang in seinem Amt, auch nachdem der Fall in den polnischen Medien bekannt wurde.

Im März 2023 wurde die Leiche eines 26-jährigen Diakons mit Wunden entdeckt, die ein Verbrechen implizierten. Laut der örtlichen Staatsanwaltschaft soll ein 40-jähriger Priester für den Mord an dem Diakon verantwortlich gewesen sein – der Mann nahm sich daraufhin das Leben. Laut der Staatsanwaltschaft hätten die beiden seit einiger Zeit eine turbulente Beziehung geführt, wobei der Priester dem Diakon Drohbotschaften geschickt habe.  […]

(20 Minuten, 26.10.2023)

Wacław Tomasz Depo, der gegenwärtige Erzbischof von Częstochowa, empfand aber wenig Freude an den Skandalnudeln seiner schwul-fidelen Suffragandiözese Diecezja sosnowiecka, deren Bischof Kaszak seine Karriere Ende 2023 unrühmlich gegen die Wand steuerte.

[….] Mit nur 59 Jahren ist Bischof Grzegorz Kaszak zurückgetreten – zuvor sorgte eine angebliche Sexparty für Schlagzeilen. Ein Priester berichtet nun von einem moralischen Verfall der Diözese "seit vielen Jahren".

Das südpolnische Bistum Sosnowiec (Sosnowitz) steckt laut dem Warschauer Philosophieprofessor und katholischen Priester Andrzej Kobylinski in einer schweren Krise. [….] Papst Franziskus hatte am Dienstag den Amtsverzicht Kaszaks akzeptiert. [….] "Der moralische Verfall der Diözese dauere seit vielen Jahren an", so Kobylinski. "Man kann nur Mitleid mit den Gläubigen in Sosnowiec haben, dass sie in den vergangenen Jahren mit solch ungeheuren Sittenskandalen des Klerus im Bistum zu kämpfen hatten." Es müsse geklärt werden, warum sich Kaszak so lange im Amt habe halten können, so der Professor der Warschauer Kardinal-Wyszynski-Universität. [….]

(Katholisch, 25.10.2023)

Die ersten 30 Jahre der Diözese mochte das Prälaten-Rudelbumsen, Priesterseminaristen-Vergewaltigen und K1nderf1ck€n noch ungestört möglich gewesen sein für die südpolnische Geistlichkeit. Aber im Social Media-Zeitalter mit einer immer selbstbewußteren Bevölkerung, konnten Kaszak und Co ihren gut 600.000 Schäfchen (Katholikenanteil 94%) immer weniger Begeisterung entlocken.

2024 ernannte Bergoglio Artur Ważny zum neuen Bischof von Sosnowiec.

Als langjähriger bischöflich beauftragter Exorzist hätte Ważny eigentlich subtilere Methoden wählen können, um den Pädosexsumpf seiner 162 Pfarreien auszutrocknen. Stattdessen setzte er aber sehr profan eine Kommission ein. 

[….] Der neue Bischof des kriselnden polnischen Bistums Sosnowiec, Artur Wazny, hat noch vor seinem Amtsantritt am vergangenen Wochenende eine unabhängige diözesane Kommission eingerichtet, die den Missbrauch durch Kleriker in dem südpolnischen Bistum untersuchen soll. Laut einem Bericht des Internetportals ucanews.com von Dienstag soll es sich um die erste derartige Untersuchungskommission in der katholischen Kirche Polens handeln. Zur Begründung für seinen Schritt erklärte Wazny, dass es ihm "um die Wahrheit" gehe. Ohne Wahrheit seien die Liebe und die Mission der Kirche nicht möglich. Ziel müsse es sein, die Wahrheit zu erlangen, "auch wenn es sehr schmerzhaft ist, denn wir werden mit der Tatsache konfrontiert, dass bestimmte Dinge geklärt, bereinigt, gesühnt, bereut und neu begonnen werden müssen".

Laut dem Bericht ernannte Wazny eine pensionierte Staatsanwältin aus Kattowitz zur Vorsitzenden der Untersuchungskommission, auch dies sei für die Kirche in Polen eine Premiere. Zudem sollten dem Gremium auch Experten für weltliches und kirchliches Recht, für Geschichte und Archivwissenschaften, für Psychologie und Psychotherapie sowie für Kommunikation angehören.  [….]

(Katholisch, 27.06.2024)

Das hatte aber schon seine Gründe, die priesterlichen Perversionen lieber zu verschweigen, zu vertuschen und zu verleugnen. Findet zumindest ein heute 64-Jähriger Priester aus Sosnowitz, der nun die nächsten 14 Jahre im Knast sitzen wird.

Dabei hatte er „Glück“, denn die Staatsanwaltschaft hätte ihn gern für länger weggesperrt.

[….] Wegen sexuellen Missbrauchs von sieben Minderjährigen und Besitzes von Kinderpornografie ist ein Priester in Polen zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. Die am Mittwoch vom Bezirksgericht im südpolnischen Sosnowiec verhängte Strafe ist nach Angaben der örtlichen Staatsanwaltschaft eine der härtesten, die in dem Land je in Sexualstrafverfahren gegen einen Geistlichen erging. Das Gericht sah insgesamt neun Übergriffe zwischen 2008 und 2024 als erwiesen an, berichtet die Nachrichtenagentur KNA.

Der Richter untersagte dem Priester zudem lebenslang jede berufliche oder sonstige Tätigkeit, bei der er mit Kindern zu tun hätte. Der 64-jährige Verurteilte muss den Opfern laut dem noch nicht rechtskräftigen Urteil insgesamt rund 90.000 Euro Entschädigung zahlen. Er hatte als Gemeindepfarrer gearbeitet und an Schulen Religion unterrichtet. [….] Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Prozess nach eigenen Angaben eine noch härtere Strafe gefordert. Einzelheiten nannte sie aber nicht, weil das Gericht die Öffentlichkeit vom gesamten Verfahren ausschloss.  [….]

(Kathpress, 10.09.2026)

Sonntag, 5. Juli 2026

Mediale Darstellung – Teil II

Gestern ging es darum, wie uns Einzelschicksale berühren, aber uns egal ist, wenn 10.000, 30.000 oder 100.000 sterben.

Aber so lange wir nicht von jedem eine Geschichte und ein Bild, wie von dem kleinen Alan Kurdi kennen, zucken wir mit den Achseln, lassen Merz und Söder hetzen.

Das falsche Wort „Kinderschänder“, das immer noch völlig gebräuchlich ist, obwohl es idiotischerweise aussagt, dem Opfer, dem Kind, sei die Schande übertragen worden, obwohl doch im diametralen Gegenteil dazu, der Täter die Schande tragen sollte! Dieses Wort wird extrem negativ konnotiert.

Jeder kennt die Erzählungen, laut denen „Kinderschänder“ sogar im Gefängnis verachtet werden und in der Knasthierarchie ganz unten, hinter Mördern und Vergewaltigern stehen, ja sogar um ihr Leben fürchten.

Hat man es aber nicht mit einem „Kinderschänder“ zu tun, sondern mit hunderten oder tausenden Fällen pro Bistum, mit hunderttausenden in der katholischen Kirche weltweit, geben wir dem hunderttausendfach mit Schande beladenen Kinderquäler-Verein den Status der Gemeinnützigkeit, überschütten ihn mit Milliarden Euro und nennen die Täterschützer, die erst die Strukturen für den massenhaften sexuellen Kindesmissbrauch schaffen, „Hochwürden“, „Hochwürdigste Exzellenz“, „Eminenz“ oder „Heiliger Vater“.

Das muss aufhören. Medien müssen die homophoben, misogynen Männer in den bunten Kleidern, die so tolerant gegenüber sexueller und psychologischer Folter an Kindern sind, zutreffender benennen: Angehörige einer kriminellen Vereinigung.

Es ist das Versagen der Medien, wenn sie einen einzelnen, in der Ostsee verendenden Buckelwal, als „Timmy“ oder „Fridolin“ framen und diejenigen, die der armen Walkuh auf die Pelle rückten und sie folterten, als „Tierfreunde“ und „Helfer“ bezeichnen.

In Deutschland werden jedes Jahr etwa 750 Millionen Nutztiere geschlachtet. Zwei Millionen Tiere werden jeden Tag in deutschen Schlachthöfen hingerichtet.

[….] Schlachthof: So leiden und sterben Tiere in Schlachthöfen

In Deutschland werden jedes Jahr Millionen Tiere in Schlachthöfen getötet, darunter Hühner, Schweine, Rinder und Pferde. Jede einzelne dieser Tötungen hat immenses Leid verursacht. Einem Tier im Schlachthof die Kehle aufzuschneiden, ist ein gewaltsamer Vorgang, bei dem Lebewesen getötet werden, die leben wollen. Das Leid der Tiere wird noch verstärkt, weil die in Deutschland zulässigen und im Regelfall vorgeschriebenen Betäubungsmethoden vor der eigentlichen Tötung ihnen zusätzliche Qualen und Schmerzen zufügen.

Erfahren Sie hier, wie Tiere im Schlachthof betäubt und getötet werden und warum es keine „humane“ Tötung gibt.[……]

Wie heißt der größte Schlachthof in Deutschland?

Der größte Schlachthofbetreiber in Deutschland ist die Premium Food Group (ehemals Tönnies). Die Premium Food Group hat Schlachthöfe an verschiedenen Standorten. Am größten Standort in Rheda-Wiedenbrück werden vor allem Schweine getötet. Allein in Deutschland wurden im Jahr 2024 48,7 Millionen Schweine, Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde sowie 693,3 Millionen Hühner, Puten und Enten getötet.  Die Tiere stammen teils aus deutschen Landwirtschaftsbetrieben und teils aus Nachbarländern. Sie werden meist in Lastwagen durch Europa transportiert. Dabei sind sie auf engem Raum zusammengepfercht und werden teilweise nicht ausreichend mit Wasser und Nahrung versorgt. Schon auf dem Weg zum Schlachthof stehen die Tiere unter extremem Stress, einige überleben den Transport nicht.

Wie werden Tiere im Schlachthof getötet?

Bei der Tötung im Schlachthof wird die Hauptschlagader der Tiere durchtrennt, was zum Blutverlust führt. Vor dem Kehlschnitt werden die Tiere zwar betäubt, jedoch erfolgt die eigentliche Tötung erst mit dem Stich in den Hals. Je nach Tierart und Schlachthof unterscheiden sich die eingesetzten Betäubungsmethoden.  […]

(Peta, 27.06.2025)

Die über Ostsee-Timmy berichtenden Medien hätten wenigstens über die kommerzielle Tötung von Walen aufklären sollen. Daß es jede Menge Spinner gibt, die sich am Schicksal eines einzelnen Wales echauffieren, wundert nicht. Aber seriöser Journalismus müsste das mit Fakten begleiten:

[…] Norwegen: 2024 wurden 415 Zwergwale aus der Quote von 1.157 Tieren getötet. 11 Walfangschiffe waren im Einsatz. Für 2025 erhöhte man die Fangquote um 249 auf 1.406 Wale, obwohl die Nachfrage nach Walfleisch im Land sinkt. Das Fischerei- und Ozeanministerium begründete die Erhöhung mit nicht genutzten Quoten aus dem Vorjahr.  [….] Island: Bis 2029 bestehen jetzt jährliche Walfangquoten für 209 Finnwale und 217 Zwergwale. Die Lizenzen erhielten der 81-jährige Kristján Loftsson und sein Unternehmen Hvalur hf. sowie die Firma Tjaldtangi ehf. […] Japan: 2024 wurden 179 Brydewale, 87 Zwergwale, 30 Finnwale und 25 Seiwale getötet. Im Jahr 2025 dürfen japanische Walfänger 144 Zwergwale, 153 Brydewale, 56 Seiwale und 60 Finnwale erlegen. […]

„Es ist absolut unbegreiflich, dass man auch heute noch kommerziellen Walfang betreibt. Walfang ist grausam und sinnlos und muss endlich gestoppt werden!“, fordert Ulrich Karlowski, Biologe der Deutschen Stiftung Meeresschutz.

Wie fast alle der marinen Megafauna angehörenden Meerestiere sind Wale vielen Gefahren ausgesetzt: Beifang in Fischereigerät, Schiffskollisionen, Meeresverschmutzung mit Plastik und Giftstoffen, Lärmverschmutzung, Überfischung, Lebensraumzerstörung, Übertourismus und Folgen der Klimakrise.

Großwale spielen eine entscheidende ökologische Rolle. Und sie leisten sogar einen Beitrag zum Klimaschutz. Denn sie sind nicht nur langlebige, gigantische Kohlenstoffspeicher, wie der Wissenschaftler Michael Dähne vom Deutschen Meeresmuseum Stralsund betont. Zusätzlich kann ihr Kot in der lichtdurchfluteten Schicht der Wassersäule wie ein natürlicher Dünger für das Phytoplankton wirken. Damit helfen Großwale indirekt bei der Versorgung der Erde mit lebensnotwendigem Sauerstoff, denn das Phytoplankton der Ozeane ist mit weitem Abstand unsere bedeutendste Sauerstoffquelle.

Mit Projekten zum Schutz von Lebensräumen, zur Einrichtung von Schutzgebieten, Regulierung der Fischerei und nachhaltigem Whalewatching sowie mit der Unterstützung von Aktivitäten gegen den Walfang setzen wir uns für das langfristige Überleben der friedlichen Ozeanriesen ein.

Unsere Bitte: Essen Sie im Urlaub kein Walfleisch! Sie unterstützen damit die Walfangindustrie. […]

(Deutsche Stiftung Meeresschutz)

Und ganz aktuell, der Sechsfach-Mord von Stade, der natürlich von Nazis instrumentalisiert wird und jetzt wieder Menschen mit den dämlichen „Warum“-Schildern aufmarschieren lässt:

Auch ein klassischer Fall von Einzelfall-Empörung gegenüber der Gleichgültigkeit gegenüber 70.000 getöteten Kinder und Frauen in Gaza.

Menschen sind zu emotional und zu wenig rational. Das kann und wird man nicht ändern.

Aber Journalisten sollten schon die richtigen Worte verwenden und die Morde nicht als Tragik verschwurbeln:

[….] Gewalt in Stade: Warum schreiben wir nicht »patriarchale Gewalt«, wenn es sich um patriarchale Gewalt handelt? [….] Wie oft denn noch?, dachte ich, als am Montag ein Mann in einer Mutter-Kind-Einrichtung in Stade sechs Sozialarbeitende erschoss . Wie oft denn noch müssen wir Gewalt von Männern an Frauen, Kindern oder denjenigen, die sie schützen wollen, ertragen? Und wie oft denn noch werden deutsche Medien mit irreführenden Formulierungen verschleiern, worum es hier eigentlich ging: um patriarchale Gewalt, geschlechtsspezifische Gewalt, männliche Gewalt.

Da war von »Familientragödie« die Rede (»Stern«), von »Sorgerechtsstreit« (»Tagesschau«) und auch der SPIEGEL schrieb zunächst von einer »Beziehungstat« und einem »privaten Hintergrund«. Und es ist im ersten Moment ja auch logisch: Viele Medien zitieren hier die Polizei, und wenn die sagt, dass es weder einen extremistischen, noch einen politischen Hintergrund gab, bleibt nur noch der »private« übrig.

Doch hier offenbaren sich gleich zwei Probleme: Erstens, dass offenbar selbst auf den Polizeiwachen immer noch ein verharmlosendes Narrativ darüber herrscht, um welche strukturelle und eben nicht private Gewaltart es sich hier tatsächlich handelt. Und zweitens, dass Redakteur*innen eigentlich schon in der Journalistenausbildung lernen, eine Pressemitteilung nicht eins zu eins zu übernehmen. Weder von Unternehmen, noch von Politiker*innen, noch von der Polizei.

Klar, man kann die Polizeipräsidentin damit zitieren, dass der Hintergrund des Sechsfachmordes wohl ein Sorgerechtsstreit war. Nur muss man dann einordnen, dass es sich dabei um die sogenannte patriarchale »Nachtrennungsgewalt« handelt; erklären, dass in der Phase der Trennung – ob von Partnerin oder vom Kind – ganz grundsätzlich nicht nur sie am gefährdetsten sind, sondern auch deren Umfeld, Eltern, Freunde oder auch die zuständigen Anwälte und Sozialarbeitende; und es in dieser Zeit sehr häufig nicht bei der Drohung bleibt, sondern es tatsächlich zu Gewalt kommt. Und dass das Tatmotiv somit kein »Sorgerechtsstreit« war und auch keine »Beziehungstat« – sondern ganz einfach patriarchale Gewalt. [….] Doch diese Einordnungen fehlen in der deutschen Berichterstattung. Stattdessen wird der Fokus von der mordenden Gewalt verschoben hin zu einer Art Ausrede, die diese Gewalt erklären soll: Ach okay, Sorgerechtsstreit – er hat es ja nur getan, weil er sein Kind sehen wollte. Oder auch: Ehedrama – er hat es ja nur getan, weil er eifersüchtig war – und so weiter und so schrecklich fort. Was zu einer perfiden Täter-Opfer-Umkehr führt, die die Täter entlastet und die Opfer in Mithaftung nimmt. [….]

(Alexandra Zykunov, 04.07.2026)

Dienstag, 30. Juni 2026

Sandkasten-Zoff bei den Kleidchen-Trägern

Es mag einen Binsenwahrheit sein, ist aber im Merz-Musk-Trump-Zeitalter wichtiger denn je: Man muss seinen Humor behalten, um nicht von Frustrationen, Fatigue, Stupor und Depressionen zerquetscht zu werden.

Satire-Formate sind leider nicht mehr geeignet, um herzlich zu lachen, weil die Guten viel zu ernst sind und daher eher Schockstarre auslösen.

Längst hat die politische Wirklichkeit, in ihrer 2026er Ausprägung als absurde Real-Satire die Comedians in der Kategorie „Komik“ hinter sich gelassen.

Eine hervorragende humoristische Groteske zeigen heute Prevosts misogyne Geronten in den bunten Kleidern, indem sie sich mit den FSSPX-Franchisern beefen.

Kurzer Recap: 1970 hatte der erzkonservative Mann im Kleid Erzbischof Marcel Lefebvre (1905–1991) die Fraternitas Sacerdotalis Sancti Pii X (FSSPX, vulgo Pius-Brüder) gegründet, weil ihm die anderen erzkonservativen, homophoben, misogynen, antisemitischen Männer im Nachthemd nicht mehr erzkonservativ, homophob, misogyn und antisemitisch genug waren. Kleidchen-Mann Lefebvre setzte dabei einen Trumpf ein, mit dem sich die RKK selbst eine Falle gebastelt hatte.      Es gibt drei Weihe-Grade in der Kaspar-Sekte: Diakonat (Ordo diaconorum),

Presbyterat (Ordo presbyterorum) und das Episkopat (Ordo episcoporum). Dabei stellt die Bischofsweihe (Ordinatio episcopalis) ein Sakrament dar. In ihr war nach Auffassung der Katholo-Kleidchen-Männer, Jesus Christus persönlich anwesend, so daß sie (wie eine katholische Ehe oder Taufe) auch niemals rückgängig gemacht werden kann. Der Pferdefuß findet sind in der Dogmatischen Konstitution über die Kirche:

Die Bischöfe lenken das pilgernde Volk. In ihnen ist Christus anwesend. Ihnen ist die Fülle des Weihesakraments gegeben, die sie weitergeben können .

(Lumen gentium 21)

Der abtrünnige Lefebvre konnte also kirchenrechtlich gültig, nicht nur Diakone und Priester, sondern eben auch andere Bischöfe weihen.

Das tat er fleißig und steckte schließlich 1988 auch Richard Williamson, Alfonso de Galarreta, Bernard Tissier de Mallerais und Bernard Fellay in lustige bunte CSD-Kostüme. Insbesondere der britische Bischof Richard Nelson Williamson (*1940 †2025) schaffte es als wegen Volksverhetzung verurteilter, radikal antisemitischer Holocaustleugner, immer wieder in die internationalen Schlagzeilen. Ein anderer erzkonservativer, misogyner, homophober Mann im Kleid, ein Pole namens Karol Józef Wojtyła, war davon so schwer angepisst, daß er Lefebvre und die neuen vier FSSPX-Bischöfe aus einem erzkonservativen, misogynen, homophoben Verein für Männer in bunten Kleidern rauswarf. Die Exkommunikation stellt dabei die höchste und endgültige Kirchenstrafe durch Gottes Stellvertreter auf Erden dar.

Nachdem Wojtyła aber den Löffel abgegeben hatte, folgte ihm mit dem 1941 in die Hitler-Jugend aufgenommenen Josef Ratzinger, ein erzkonservativer, misogyner, homophober Mann im Kleid, der das mit der Holocaust-Leugnung und Volksverhetzung nur so semi-schlimm fand und die unaufhebbare Exkommunikation  Lefebvres, Williamsons, de Galarretas, de Mallerais und Fellays am 21. Januar 2009 wieder aufhob. Seither tanzen die schrillen FSSPX-Antisemiten drei Päpsten auf der Nase rum. Die Generaloberen Fellay (1994-2018) und jetzt Davide Pagliarani blieben garstig und wollen nun erneut Bischöfe weihen, was wiederum dem erzkonservativen, misogynen, homophoben Bob Prevost auf den Senkel geht.

Es ist so lustig, wenn sich zwei dubiose Kindermisshandlungs-Sekten mit imaginären Freunden darüber streiten, wessen imaginärer Freund, wem imaginäre Rechte verleiht.

„So geht’s ja nun nicht“, verkündete Bob P. ganz bitchy; wenn das passiere, müsse er all mal wieder exkommunizieren, also von dem anderen imaginären Freund canceln lassen.

[…] Voller christlicher Zuneigung bitte und fordere er sie von ganzem Herzen auf: „Kehrt um!“ In dem am Dienstag vom Vatikan veröffentlichten Brief richtet sich Papst Leo XIV. an den Leiter der Priesterbruderschaft St. Pius X., Davide Pagliarani. Er hatte die vom Papst nicht erlaubten Bischofsweihen, die für die Beteiligten laut katholischem Kirchenrecht zur von selbst eintretenden Exkommunikation führen, für Mittwoch angekündigt.

Leo XIV. schreibt: „Ich ermahne euch, das geistliche Wohl der Gläubigen sorgfältig zu bedenken; denn der schismatische Akt, den ihr begehen würdet, würde sie des rechtmäßigen und in manchen Fällen sogar gültigen Empfangs der Sakramente berauben, die sie lieben und für ihre eigene Heiligung suchen.“ [….]

(ORF, 30.06.2026)

Bobs Droh-Move scheint allerdings nicht zu wirken, da die antisemitischen erzkonservativen, misogynen, homophoben irren Piusse schließlich noch ihren imaginären Freund an ihrer Seite haben.

[…] Die erzkonservativen Piusbrüder fordern den Papst heraus. Die Traditionalisten wollen an diesem Mittwoch im schweizerischen Écône vier neue Bischöfe weihen – ohne den Segen von Leo XIV. Das ist ein offener Affront gegen das Oberhaupt der Katholischen Kirche. Denn da die Bischofsweihe kein päpstliches Mandat hätte, wäre das Vorgehen faktisch ein Akt der Kirchenspaltung. […] Mit der nun angekündigten Bischofsweihe bringen die Piusbrüder den Papst in eine Zwickmühle. Zum einen muss Leo XIV. daran gelegen sein, eine Spaltung zu vermeiden. Die Katholische Kirche ist angeschlagen, vor allem in Europa verliert sie seit Jahren stetig Mitglieder, der Exodus der Gläubigen schreitet scheinbar unaufhaltsam voran. Gleichzeitig sind konservative Gruppierungen in der Katholischen Kirche im Aufwind – beispielsweise in den USA, der Heimat des Papstes, wo die Traditionalisten einen starken Einfluss auf Präsident Donald Trump und seine Politik ausüben. Eine Exkommunikation der Piusbrüder durch den Papst könnte auch diese Traditionalisten verprellen.

Auf der anderen Seite kann sich der Pontifex als Oberhaupt der Kirche die Eigenmächtigkeiten der Bruderschaft schlicht nicht bieten lassen. Die Öffnung der Kirche nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil kann für Leo nicht verhandelbar sein. Schon sein Vorgänger Papst Franziskus hatte diese Reformen als unumkehrbar bezeichnet, Leo XIV. selbst bezeichnete die Konzilserrungenschaften als „Leitstern für den künftigen Weg“. […] Die eigenmächtige Bischofsweihe der Ultrakonservativen sei für den Papst ein „absolutes Worst-Case-Szenario“, sagt der Theologe Jan-Heiner Tück, Professor für Dogmatik an der Universität Wien[…] Nichts deutete in den vergangenen Tagen darauf hin, dass der Konflikt noch in letzter Minute entschärft werden könnte. […]

Seit Jahrzehnten versucht der Vatikan, die Piusbrüder einzubinden – doch die Bruderschaft führte den Vatikan immer wieder regelrecht vor. […]

(FUNKE, 30.06.2026)

Donnerstag, 25. Juni 2026

Die falsche Toleranz

Die Nichthandel-Bundesregierung, die uns weder digitalisiert, noch entkarbonisiert, noch Hitzeschutzprogramme entwickelt, noch das seit vielen Jahren überfällige AfD-Verbotsverfahren prüfen lässt, versagt selbstverständlich auch bei der Prävention und Aufklärung von pädosexuellen Verbrechen.

Während es sogar in erzkatholischen Ländern, wie Irland Regierungskommissionen gab, die die unfassbaren Massenverbrechen der Kirchen an Kindern untersuchten, unternehmen CDUCSU-Politiker nichts, um die größte transnationale Kinderf|ck€rorganisation der Weltgeschichte zu stoppen.

Der Christenkanzler und Vorsitzende der Christenpartei Merz, versagt moralisch, politisch und juristisch.

Aber wir versagen natürlich alle. Medien, Juristen, Parteien, Wähler, Kirchenmitglieder.

Berichte über Geistliche, die Kinder sexuell und psychisch missbrauchen, ihnen lebenslange Schäden zufügen und wirklich perfidem Sadismus auch noch selbst die Schuld dafür einreden, stoßen kaum noch auf Interesse.

Noch schlimmer: 16 Jahre nach Canisius, scheint es in unserem Volk auf breite Toleranz zu stoßen, daß Multimilliarden Euro schwere, steuerbefreite, vom Staat jährlich mit weiteren Milliarden überschüttete Vereine, deren Amtsträger nicht nur 100.000e Kinder in Deutschland missbrauchten, sondern deren höchste Amtsträger bis heute vertuschen und die Täter vor den Opfern „schützen“, im rechtsfreien Raum schweben.

Priester, Pater, Mönche, Nonnen, Bischöfe, Erzbischöfe, Äbte, Kardinäle, die sich an Kindern vergreifen?

Offenbar juckt das niemanden mehr. Deutschland nimmt es achselzuckend hin.

[…] »Es gab klare Hinweise, dass Franz Hengsbach ein Täter war«, sagte die Forscherin Helga Dill. Bisher waren zwei mögliche Übergriffe aus den Fünfzigerjahren und Sechzigerjahren bekannt.

Der viele Jahre hoch angesehene Ruhrbischof soll in drei Fällen in den Fünfzigerjahren bis Achtzigerjahren sexualisierte Gewalt gegen junge Mädchen ausgeübt haben, ein möglicher Übergriff gegen einen Jungen gilt als »in der Schilderung konsistent«, sagten die Forscher. […] »Hengsbach war ein Sexualstraftäter – ohne Wenn und Aber«, sagte der Sprecher der Betroffenen, Johannes Norpoth. Die Kirche müsse Konsequenzen ziehen und Macht in ihren Strukturen begrenzen. […] der aktuelle Essener Bischof Franz-Josef Overbeck […]  räumte auch selbst Versäumnisse im Kontext des Falls ein: Er habe Informationen aus Paderborn über einen Missbrauch durch Hengsbach, die ihm bereits 2011 vorlagen, jahrelang nicht weitergegeben. […]

(SPON, 25.06.2026)

Sind ja „nur“ Kinder. Das Kirchenvolk liebte Hengsbach.

Und nicht vergessen: Niemand hat es so schwer, wie unser armer Bundeskanzler.

[…] Er war zu seiner Zeit eine Art katholischer Superstar: Kardinal Franz Hengsbach war nicht nur 1958 der erste Bischof des neu gegründeten Ruhrbistums Essen. Er war wegen seiner volksnahen Art auch allseits beliebt. […] […]  Kurzum: Hengsbach galt als Lichtgestalt.

Eine Lichtgestalt mit einer dunklen Seite. Denn der 1991 gestorbene Kardinal war wohl ein Missbrauchstäter. Das ist das Ergebnis einer Studie, die am Donnerstag vorgestellt wurde. Hengsbach ist damit der erste deutsche Kardinal, dem nicht nur Vertuschung, sondern selbst Missbrauch zur Last gelegt wird. Das Münchner Institut IPP, die Forschungsstelle für Zeitgeschichte Hamburg und das Berliner Institut Dissens untersuchten mehrere Tausend Seiten von Aktenbeständen aus Essen, Köln und Paderborn. Außerdem führten sie 22 Interviews mit Betroffenen und Zeitzeugen. […] Die Forscher identifizierten zwölf konkrete Missbrauchsvorwürfe gegen Hengsbach, […] Im September 2023 hatte das Bistum Essen zum ersten Mal öffentlich gemacht, dass Vorwürfe sexualisierter Gewalt gegen den Gründungsbischof erhoben werden, und angekündigt, diese untersuchen zu lassen. Schnell geriet dabei auch Essens amtierender Bischof Franz-Josef Overbeck in die Kritik: Denn Overbeck wusste seit 2011 von einem Vorwurf gegen Hengsbach, unternahm aber nichts. Mehr noch: Durch Overbecks Schweigen gingen die Fälle in keine einzige der anderen Aufarbeitungsstudien ein, die zwischenzeitlich gestartet worden waren.

In den untersuchten Beständen fanden die Forscher einen Aktenvermerk, aus dem hervorgeht, dass Overbeck im August 2011 per Fax vom Erzbistum Paderborn über Vorwürfe gegen Franz Hengsbach informiert wurde. Danach habe Overbeck dieses Fax an einem nicht dafür vorgesehenen Ort abgelegt und „vergessen“. Nur wenige Tage später ging im Bistum Essen die Anfrage des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) ein, ob etwas gegen Hengsbach vorläge. Dem LWL gegenüber hatte ein Mann angegeben, als Heimkind von Hengsbach sexualisierte Gewalt erfahren zu haben. […] Der Fall Hengsbach sei, so das Fazit der Forscher, ein „Spiegel des deutschen Katholizismus“. Nach außen trat Hengsbach als wertkonservativer Mahner für christliche Sexualmoral und Sittlichkeit ein. So beliebt er im Volk war, so autoritär herrschte er im Inneren. Zeitzeugen berichteten, wie Hengsbach Untergebene niedermachte und schikanierte. […]

(Annette Zoch, 25.06.2026)

 

[….] Bekannt geworden ist laut Studie auch, dass sich die Missbrauchvorwürfe auch auf Hengsbachs Bruder Paul beziehen - er war ebenfalls Priester. Die beiden sollen gemeinsam einem Mädchen Gewalt angetan haben. Paul Hengsbach hatte dies zu Lebzeiten immer abgestritten. [….] Zu hohe Erwartungen an die vom Bistum Essen beauftragte Forschung seien allerdings nicht angebracht: "Je prominenter die Täter, um so seltener finden wir grundsätzlich Nachweise, die dokumentiert sind", ordnet es Kirchenrechtler Professor Thomas Schüller von der Universität Münster ein. Vieles dürfte also nie bekannt werden. [….] Die Betroffenen werden wohl auch weiterhin noch auf die Aufklärung der Vorfälle warten müssen. Dem Thema Machtmissbrauch und möglicher Komplizenschaften mit anderen übergriffigen Geistlichen oder sogar Täternetzwerken werden die Forschenden des IPP erst 2027 in ihrem Abschlussbericht nachgehen. "Ich hätte gerne schneller Fakten gehabt - immerhin dürfte das älteste Opfer fast 90 Jahre alt sein", so WDR-Kirchenexperte Theodor Dierkes. [….] Einen kleinen Teilerfolg nehmen die Betroffenen aber jetzt schon aus den Zwischenergebnissen der Studie mit, der auch für die weitere Aufarbeitung wichtig ist: "Wir sprechen jetzt nicht mehr von einem Angeschuldigten, sondern einem Täter", fasst Johannes Norpoth, Betroffenen-Vertreter zusammen. [….]

(WDR, 25.06.2026)

Sonntag, 17. Mai 2026

Same procedure as every day, Leo!

In Thüringen, der Diözese Erfurt, im Unstrut-Hainich-Kreis, in der Pfarrei St. Anna in Lengenfeld unterm Stein, flog wieder einmal ein Pfaff auf, der kleinen Jungs sexuell nachstellte.

Es lohnt sich nicht, die Details nachzuerzählen, weil es nun einmal das ist, was passiert, wenn man seine Kinder mit dem Pfaff allein lässt.

Ich empfinde Mitleid mit den einzelnen Opfern, aber nicht mit den Gläubigen.

Wer im Jahr 2026 trotz allem, was wir seit einem Vierteljahrhundert weltweit auf breiter Ebene berichtet bekommen, immer noch die Söhne und Töchter in Einrichtungen kirchlicher Trägerschaft, in Gottesdienste und Freizeitaktivitäten mit dem Pfarrer schickt, begeht moralisch betrachtet, Beihilfe.

Die antidemokratische, diskriminierende Ideologie der Bibel, des Katechismus sind bekannt. Die 2.000-jährige Kriminalgeschichte des Christentums kann jeder nachlesen. Der Antisemitismus, die Entrechtung von Kindern, die Aufforderung, Kinder körperlich schwer zu misshandeln, die Homophobie, die Misogynie – all diese immanenten Bestandteile des Christentums  - liegen jedem offen zu Tage.

Jeder weiß um die von der Kirchen angezettelten Genozide, die Kreuzzüge, die Auto Dafés, die Hexenverbrennungen, die Inquisitionen, den hundertmillionenfachen Mord bei der Missionierung, die Zerstörung der Kulturen ganzer Kontinente durch christliche Conquistadores.

Jeder weiß, wie sich „die Kirche“ auch aktuell positioniert: Als die entscheidende Unterstützerin Trumps, Putins, Orbáns, Kaczyńskis.

Wer kann moralisch auf solche Abwege geraten, seinen Nachwuchs der weltweit größten jemals existierenden K!nd€rf!ck€r-Organisation zu überlassen?

Das tut man nicht.

Aus der Kirche tritt man aus.

Aber in St. Anna in Lengenfeld unterm Stein lief es, wie immer: Der zölibatäre Mann, der sich um die Schulkinder kümmern sollte, wurde gleich zu seinem Amtsantritt 1998 mit Vorschusslorbeeren empfangen, so groß und so stark!

[…] Er macht nicht viel Aufhebens um seine Person: Siegfried Bolle, 32 Jahre alt, 1,96 Meter groß, und 110 Kilogramm schwer, ist ein umgänglicher, geselliger und zugleich eher zurückhaltender Mensch, wie er selbst sagt. 100 Tage ist der Neupriester inzwischen Vikar in der Heiligenstädter Propsteigemeinde St. Marien - eine Zeit, die für Siegfried Bolle "so schnell wie bisher noch kein Lebensabschnitt vorbeigegangen" ist. Der aus Worbis stammende Seelsorger hat inzwischen schon viele Male die heilige Messe gefeiert, hält Ministrantenstunden, bietet Jugendabende an, hat einen Kreis für junge Erwachsene eröffnet. Und mehrere Kinder hat er auch schon getauft. […] Wenig zufrieden ist Siegfried Bolle - ganz im Gegensatz zu seinem Dienst in Schulen in Bonn und in Hüppstedt - mit Erfahrungen, die er bisher mit dem schulischen Religionsunterricht in der Regelschule in Heiligenstadt gesammelt hat: "Unter den Schülern der siebenten, achten und neunten Klasse sind viele verhaltensauffällige und sozialgestörte Mädchen und Jungen, die sich sehr schwer tun mit dem Lernen. Religion steht bei ihnen ganz hinten an", sagt der Vikar und Religionslehrer. "Unter diesen Umständen stößt der schulische Religionsunterricht an seine Grenzen." […] 

(Tag des Herrn, Eckhard Pohl, 20.12.1998)

Als Bischof Dr. Ulrich Neymeyr den großen Bolle nach Sömmerda versetzen wollte, passierte das, was meistens passiert, wenn ein übergriffiger Pfaff womöglich Konsequenzen für sein Tun erlebt: Die Gläubigen stellen sich hinter ihn, schützen den Täter, starten Petitionen, diffamieren die Opfer.

  


[…] Der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr hat einen Priester aus dem Eichsfeld vorläufig aus dem Dienst entfernt. Dem Co-Pfarrer der Gemeinde St. Anna in Lengenfeld unterm Stein werden zwei verbale sexualisierte Übergriffe auf Jugendliche vorgeworfen. […] Nachdem bekanntgeworden war, dass der Pfarrer nach Sömmerda versetzt werden sollte, hatten sich die Betroffenen gemeldet und von den Übergriffen berichtet. Nach Auskunft des Jugendamts ist einer der Vorwürfe strafrechtlich relevant. […] Nachdem die Versetzung bekannt geworden war, hatten 1.600 Gemeindemitglieder eine Petition für den Verbleib des Pfarrers unterschrieben.   […]

(MDR, 16.05.2026)

Machen wir uns nichts vor: Die Kirchenmitglieder finanzieren nicht nur die weltweit größte jemals existierende K!nd€rf!ck€r-Organisation, sondern sie sind selbst genauso unsympathisch, wie ihre Pfaffen und Bischöfe.

Aber was will man auch anderes von einem Verein erwarten, der sich Diskriminierung auf die Fahnen schreibt und Frauen generell für derartig minderwertig hält, daß unter 400.000 Priestern und 4.000 Bischöfen keine einzige Frau sein darf?

Wer als Missbrauchsopfer von so einer Organisation Hilfe erwartet, täuscht sich.

[…] Bischof Neymeyr weist die Vorwürfe zurück. […] Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Bistum Erfurt erhebt in ihrem aktuellen Jahresbericht 2025 schwere Vorwürfe gegen Mitarbeitende des Bistums. Demnach hätte das Bistum entgegen eigener Aussage bereits vor 2010 von Übergriffen gewusst.

Zudem habe das Bistum die Befragung von Betroffenen über den Umgang mit dem ihnen zugefügten Leid mit Verweis auf den Datenschutz nicht unterstützt. In dem Bericht ist von einer "Untergrabung der Aufarbeitung" die Rede. So wurde ein Brief an die Betroffenen vom Datenschutzbeauftragten der ostdeutschen Bistümer, Matthias Ullrich, als nutzlos bezeichnet. Schriftlich ließ er mitteilen, eine Befragung sei unzulässig. Auch Bischof Ulrich Neymeyr wollte Fragebögen nicht verschicken. Er befürchtete, dass Betroffene retraumatisiert werden könnten. […] Am Ende landete der Fragebogen auf der Internetseite des Bistums. Drei Rückmeldungen habe es daraufhin gegeben. Brune sagte, die meist älteren Menschen verdienten es, "dass wir mit ihnen direkt in Kontakt treten".[…] Besonders kritisch äußert sich die Kommission außerdem über Weihbischof Reinhard Hauke. Hauke werden in dem Bericht "unbarmherzige Teilnahmslosigkeit" bezüglich des Missbrauchsgeschehens vorgeworfen. Er zeige sich unbewegt über die Schicksale der Betroffenen, seine Sorge gelte den Beschuldigten.  […]

(MDR, 21.03.2026)

Wie viele Belege brauchen die Kirchisten denn noch??
Man muss aus der Kirche austreten und Einrichtungen unter kirchlicher Trägerschaft meiden. Nie nie niemals darf man ihnen seinen Kinder überlassen!

Sonntag, 3. Mai 2026

Amoralitätstoleranz

Man kennt es aus Filmen und TV-Serien: Selbst unter Schwerverbrechern; Mördern und Bankräubern; gibt es Grenzen der Toleranz. In der Knasthierarchie rangieren K!nd€rf!cker ganz unten und überleben ihre Haftstrafe seltener als andere.

Da erscheint es auf den ersten Blick erstaunlich, daß sexuelle Übergriffe auf Kinder nicht nur zum Charakteristikum geistlicher und konservativer Würdenträger avancierten, sondern von ihren Anhängern achselzuckend geduldet werden.

[….] Die Dokumente zeigen ein organisiertes Verbrechen im Vatikan: Die Leitung der katholischen Kirche versucht seit mindestens 100 Jahren, schlimmste Gewalttaten an Kindern geheimzuhalten – sie lässt sie in einem bürokratischen System verschwinden.

Die Schreiben zeigen, dass Mitarbeiter des Vatikans den Taten in der Regel Protokollnummern zuwiesen. Berichte über Sexualstraftaten von Priestern wurden aus allen Ecken der Welt gesammelt, fein säuberlich abgeheftet, sortiert – und vertuscht. Nur dadurch konnte der Missbrauch weitergehen. Vor allem zum Leid der Betroffenen: Missbrauch verändert das Leben der Menschen für immer. Ihr Trauma zerstört das Vertrauen in andere Erwachsene, belastet ihre Beziehungen zur Familie oder stürzt sie in tiefe Depressionen. Oft kämpfen sie darum, von der Kirche auch Jahrzehnte später Geldzahlungen als Anerkennung ihres Leids zu bekommen – oder wenigstens eine Entschuldigung.

Doch während sich die öffentliche Kritik und Forderung nach Aufklärung lange vor allem an die örtlichen Bischöfe richtete, zeigen die Akten: Ein Teil der Geschichte hat gefehlt. Über die Verantwortung der Zentrale ist bisher zu wenig gesprochen worden. Der Vatikan wusste nicht nur Bescheid: Er handelte oft erst spät, hob Strafen sogar wieder auf und wahrte stets absolute Geheimhaltung. In der Kirche herrsche eine „tödliche Kultur der Stille“, sagt selbst ein hochrangiger Geistlicher.

Wie die öffentliche Debatte die Verantwortung der wahren Entscheider außer Acht ließ, zeigt ein Brief aus Deutschland wie unter einem Brennglas: Ausgerechnet die Anordnungen des späteren deutschen Papstes Benedikt XVI. ermöglichten einem Priester, weitere Kinder zu missbrauchen. Mit diesem Schreiben, das Bischöfe jahrelang verheimlichten und das CORRECTIV 2023 aufgedeckt hat, begann eine weltweite Suche nach weiteren Briefen. Deren Originale liegen wohl in Geheimarchiven der Bistümer und des Vatikans.

Die Spur der Akten verläuft von außen über die Bistümer nach innen ins Zentrum – nach Rom.  [….]

(Correctiv, Akten des Missbrauchs)

Wöchentlich werden in den USA so viele neue pädosexuelle Gewalttäter aus der MAGA-Sphäre bekannt, daß sie es gar nicht mehr in die Schlagzeilen schaffen, sondern nur noch ein amoralische Grundrauschen darstellen.

Für die republikanischen Toppolitiker ist es eine Selbstverständlichkeit, die Täter unter allen Umständen zu beschützen.

[…] On the House floor, I called out Speaker Mike Johnson for protecting pedophiles by refusing to release the Epstein Files. I also challenged Republicans’ blatant hypocrisy in naming children’s savings accounts after Donald Trump, a man who was close friends with one of the most notorious child predators in modern history. Moments later, the Epstein Files Transparency Act passed both the House and Senate with near-unanimous support.   [….]

(Rep. Jimmy Gomez, 21.11.2025)

Pädosex-Skandale bilden den Signature Move der christlichen MAGAs. Es gibt Aufstellungen mit Tausenden Republikanern, die als sexual predators auffielen.

Es sind viel zu viele Fälle, um sich die Namen noch zu merken.

Die Gründe, weswegen sich Menschen mit entsprechender Präferenz überproportional kirchlichen und konservativen Vereinen zuwenden, liegen auf der Hand. Dort laufen sie weniger Gefahr sanktioniert zu werden; können sogar nach einer Entdeckung weiter ihrem Treiben nachgehen, weil es in diesen rechten Sphären generell kaum Empathie für die Opfer gibt.

Ja, es kommt auch vor, daß „linke Politiker“ sexuell übergriffig werden, oder fragwürdig gegenüber Minderjährigen auftreten. Sebastian Edathy und Eric Swallwell sind Beispiele. Der Unterschied zu dem konservativen Umfeld ist aber gravierend: Sie verlieren sofort alle Ämter, werden aus der Partei geworfen und scharf verurteilt.

Das diametrale Gegenteil in der GOP oder katholischen Kirche, wo man nach solchen Taten weiter unterstützt wird und sogar zum US-Präsidenten aufsteigen kann.

Weshalb sind aber die selbst nicht selbst pädosexuell übergriffigen Republikaner, Evangelikalen, Katholiken so nachsichtig und tolerant gegenüber Sexualstraftätern in ihrer Führungsetage?

Es sind a) die kultischen Strukturen. Man hasst dieselben Gruppen und rottet sich gegen Kritik von außen zusammen.

Es ist b) die religiöse Ideologie, die sie selbst als moralischer ansieht. Es ist dieser abrahamitische „wir sind besser als die“-Glaube, aus dem heraus man für seine Kirche/Verein schon so viele Opfer brachte, indem man beispielweise Kirchenmitgliedschaftsbeiträge zahlt oder jeden Sonntag in die Messe geht. Dadurch bilden sich die Religioten und Konservatioten ein, moralisch einen Vorschuss erarbeitet zu haben und dementsprechend auch eher sündigen zu dürfen.

Daher ist auch die Toleranz der CDU, CSU und AfD gegenüber Rechtsbrechern in der eigenen Partei sehr viel größer, als unter RRG-Anhängern.

Fortgesetzten Rechtsbruch könnte sich ein SPD-Minister nie erlauben, ohne von seiner Basis gegrillt zu werden.

Für Unions-Politiker hingegen ist es ein Leichtes. Es gehört geradezu zur DNA der CSU, verfassungswidrige Gesetze zu fordern und gegen Gerichtsurteile zu verstoßen.

(…) Da verlor selbst der stets beherrschte und sachliche SZ-Justizexperte Ronen Steinke fast die Contenance; der Bundesverwaltungsgerichtspräsident Korbmacher muss Kanzler und Verfassungsminister ausdrücklich zur Rechtstreue auffordern. 

[….] Das ist ein wirklich außergewöhnlicher einmaliger Vorgang, dass der Innenminister und der Kanzler persönlich von einem Gerichtspräsidenten gesagt bekommen, ‚ihr hört wohl nicht richtig zu‘ also dieses Urteil des Verwaltungsgerichts Berlin hat das gesagt, was alle juristischen Fachleute vorher auch schon gesagt haben. Nämlich, es geht nicht, dass man an den deutschen Grenzen, was europäische Binnengrenzen sind, Flüchtlinge, Menschen, die Asyl haben wollen, ohne Diskussion einfach pauschal abweist. Das geht nicht. Das widerspricht europäischem Recht und das hat der Innenminister dann so abgewischt, na ja, das sei nur eine Einzelfallentscheidung, das habe keine große Verbindlichkeit. Da sagt Andreas Korbmacher, der Präsident des Bundesverwaltungsgerichts, nein das ist eine Grundsatzentscheidung! Das haben die Richter auch so deklariert. Die haben sogar gesagt, weil das so wichtig ist, wird es nicht ein Richter entscheiden, was auch genügt hätte, sondern wir holen sogar noch zwei Kollegen dazu. Wir machen Sechsaugenprinzip um das Ganze auf eine höhere Ebene zu heben. Dass da ein Innenminister sagt, interessiert mich nicht weiter, und auch eine Regierung sagt, über das Recht setze ich mich im Zweifel hinweg; das ist eine ungewöhnliche Situation und man merkt das Entsetzen dem Gerichtspräsidenten förmlich an, mit der Vehemenz, mit der er hier interveniert. [….]

(Ronen Steinke, 01.07.2025, Transkript Phoenix)

Merz und Dobrindt wandeln, unterstützt von der braunen Medienblase, auf Trumps Pfaden. An Rechtsstaatlichkeit und Urteile der höchsten Richter fühlen sie sich nur gebunden, wenn ihnen das Urteil politisch in den Kram passt.  (…)

 (Richterschelte, 02.07.2025)


Moral spiel da gar keine Rolle mehr.

[…] Abschiebungen nach Afghanistan: Schmutziger geht's nicht[…] Dobrindt arbeitet bei Abschiebungen mit einer Terrororganisation zusammen, die die Bundeswehr zehn Jahre lang bekämpft. Das ist eine Schande.

Dass es einen schmutzigen Deal zwischen der Bundesregierung und den Taliban gibt, war schon länger offensichtlich. Deutschland ließ letztes Jahr Vertreter der Islamisten einreisen und sie inoffiziell die afghanische Botschaft übernehmen. Und parallel starteten wieder Abschiebungen aus Deutschland in das verarmte Land.

Nur wie schmutzig das Geschäft ist, auf das sich die Bundesregierung da eingelassen hat, das wissen wir erst seit den Enthüllungen des ZDF Magazin Royal aus der letzten Woche. Unter höchster Geheimhaltung karren die Bundesländer offensichtlich Afghanen nach Berlin, die abgeschoben werden sollen. Um ihre Identität festzustellen und die nötigen Papiere zu besorgen, werden die Betroffenen dann von den Taliban-Vertretern identifiziert – in den Gebäuden der deutschen Behörden.

Wir erinnern uns: Gegen die Taliban hat die Bundeswehr über zehn Jahre lang Krieg geführt. Und seit der Rückeroberung 2021 haben die Taliban ihr Land in einen abstoßenden Ort verwandelt: Frauen sind so massiv vom öffentlichen Leben, von Bildung und Gleichberechtigung ausgeschlossen, dass viele Beobachter:innen von Geschlechter-Apartheid sprechen. […] Das Bundesinnenministerium unter Alexander Dobrindt (CSU) arbeitet schon daran, auch unbescholtene Afghan:innen zurückzuzwingen. […]

(Frederik Eikmanns, 03.05.2026)

Alexanders Diobrindt ist sehr stolz auf seine rechtswidrigen zutiefst menschenfeindlichen Taten und wird dafür von Söder und Merz gelobt.