Seit Beginn dieses Blogs vor fast 20 Jahren war Margot Käßmann, 68, immer wieder ein Thema, weil sie mich mit ihrer ostentativen Anti-Intellektualität so sehr triggert.
Es gibt kaum eine prominentere Stimme für selbstzufriedene Oberflächlichkeiten, die so wenig in Frage gestellt wird.
Wer ihre Aussagen inhaltlich hinterfragt, wie es beispielsweise Denis Scheck bei der Besprechung ihrer Bücher tut, verzweifelt an Käßmanns geistiger Flachheit.
Der arme Denis Scheck, der all die Käßmann-Bücher tatsächlich gelesen hat, findet aber angemessene Worte.
Margot Kässmann "In der Mitte des Lebens"
Changierend zwischen Predigtentwürfen und autobiographischen Notizen,
geschrieben in jenem anbiedernden theologischen Kauderwelsch, das zum
Niedergang der protestantischen Predigt beigetragen hat, ist dieses in seiner Konzeption
nicht nachvollziehbare, in seinen Gedankengängen sprunghafte Büchlein eher eine
Art Promigucken als wirklich etwas zum Lesen.
Margot Kässmann: "Sehnsucht nach Leben "
In zwölf besinnungsaufsatzähnlichen Texten denkt die Ex-Vorsitzende der EKD
über Leben und Liebe, Kraft, Heimat, Stille und ja, auch über Gott nach. Dabei
schreibt sie Sätze wie: "Ein Nein ohne jedes Ja – das wurde auf lila Tüchern
beim Kirchentag 1983 in Hannover gegen den Willen von Kirchentagsleitung und
Evangelischer Kirche in Deutschland zum Symbol." "Ein Nein ohne jedes
Ja", auf diesen wirren Nenner könnte man auch meine Meinung zu diesem
Mischmasch von einem Buch bringen.
Margot Kässmann: Mehr als Ja und Amen
Gibt es Jämmerlicheres, als wenn Erwachsene beim Besuch im Kindergarten oder in der Grundschule so tun, als wären sie selbst Kindergartenkinder oder Grundschüler? Dieses literarische Leben auf Kredit, diese geborgte Naivität, dieses Sich-blöd-stellen mit großen Stauneaugen ist der basso continuo von Margot Kässmanns publizistischem Oevre. "Für dieses Buch habe ich über viele Monate Zeitungsauschnitte gesammelt und war am Ende fast erschlagen von der Vielfalt der Probleme, der Stimmen, der Ansätze", schreibt sie. Ein unnötiges Buch, von der Konzeption her Kraut und Rüben, in der Ausführung lieblos hingerotzt, ein Buch, dessen Leser sich wie zu Unrecht ans Kreuz geschlagen fühlen müssen.
Margot Käßmann: "Sehnsucht nach Leben"
Zwölf Aufsätzlein der Ex-EKD-Vorsitzenden zu Themen wie Mut, Trost, Liebe und Geborgenheit versammelt dieses leider illustrierte Büchlein. "Ich denke, jeder Mensch muss für sich selbst herausfinden, wo die eigenen Kraftquellen liegen", schreibt Margot Käßmann darin. Aus dem Mund einer FDP-Vorsitzenden klänge das akzeptabel, für eine protestantische Theologin aber ist das bis zur Selbstaufgabe lasch und opportunistisch: ein Offenbarungseid.
Margot Kässmann: "In der Mitte des Lebens"
Aus groupiehafter Sehnsucht nach der medialen Wiederaufstehung einer wegen Trunkenheit am Steuer zurückgetretenen Landesbischöfin und Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland ein grauenhaftes Mischmasch aus Sermon, Erbauungsliteratur und moralisierenden Textautomatenbausteinen über Monate an die Spitze der deutschen Bestsellerlisten zu jubeln – für solch merkwürdige Heiligenverehrung kennt man meines Wissens im Norddeutschen das schöne Wort "katholisch!"
Sie ist schon so lange als Liebling der Yellow Press und der Plapper-Talkshowhosts prominent in den Medien vertreten, daß man schon vergessen hat, wieso sie eigentlich bekannt wurde:
Pfarrerin seit 1985, Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages ab 1994, Bischöfin von Hannover ab 1999, manischer Aufmerksamkeitsjunkie, die mit jeder noch so privaten Sache (Eheprobleme, Krebserkrankung, Scheidung) sofort zur BILD-Zeitung rennt, um das publizistisch auszuschlachten. 2009 EKD-Ratsvorsitzende, 2010 Rücktritt weil sie betrunken am Steuer erwischt wurde, Herausgeberin des evangelischen Monatsmagazins Chrismon, von Sigmar Gabriel als Bundespräsidentinkandidatin vorgeschlagen, Botschafterin des Hasspredigers und eines der größten Antisemiten der Menschheitsgeschichte Martin Luther, neun Jahre Kolumnistin für das rechtsradikale Lügenblatt BILD am Sonntag, Mehrfachopfer des Streisandeffektes, Präsidentin der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft (EAK) zur Betreuung der Kriegsdienstverweigerer in Deutschland, Schirmherrin der bundesweiten Kampagne gegen Rüstungsexporte „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“, 2013 neben AfD-Chrupalla Erstunterzeichnerin des von Hardcore TERF Schwarzer und Putinella Wagenknecht initiierten „Manifests für Frieden“.
Ihre manische Kamerasucht verleitet sie immer wieder mit entwaffnender Doofheit, sagenhaft dämliche und nicht durchdachte Dinge von sich zu geben. Sie vertritt eine absolut perverse Form des Pazifismus, indem sie sogar die Befreiung Europas von Hitler, den Krieg zur Beendigung des Holocausts, als „ungerecht“ verdammt.
[…] Entgegen der Auffassung US-Präsident Barack Obamas gebe es für evangelische Christen keinen gerechten Krieg, sondern nur einen gerechten Frieden. Sie selbst könne allenfalls bejahen, dass die Uno mit Polizeikräften ausgestattet werde, um internationale Verbrechen zu verfolgen. Krieg sei jedoch für sie „nicht legitimiert, weil durch ihn am Ende immer die Zivilbevölkerung leidet.“ Auch hinsichtlich des Zweiten Weltkriegs frage sie sich, warum die Alliierten die innerdeutsche Opposition gegen die Nationalsozialisten vor 1939 nicht gestärkt und im Kriegsverlauf die Bahngleise nach Auschwitz nicht bombardiert hätten. [….]
Die Waffenlieferungen an die Ukraine lehnt sie ebenso entschieden ab, wie den Afghanistan-Einsatz.
[…] „Nichts ist gut in Afghanistan. All diese Strategien, sie haben uns lange darüber hinweggetäuscht, dass Soldaten nun einmal Waffen benutzen und eben auch Zivilisten getötet werden. […] Aber Waffen schaffen offensichtlich auch keinen Frieden in Afghanistan. Wir brauchen mehr Fantasie für den Frieden, für ganz andere Formen, Konflikte zu bewältigen.“ [.…]
(Käßmann, Bischöfliche Weihnachtspredigt 2009)
Wie es ohne Krieg in Afghanistan, also ganz nach Käßmanns Idealvorstellung läuft, erleben 22 Millionen Frauen gerade: Völlige Entrechtung, Prügel, Schulverbot, Folter, Mord.
Man kann noch so pazifistisch sein, aber es gibt immer wieder Situationen, in denen es ohne militärische Gewalt nicht geht. Nur so konnte man Hitler stoppen, nur so den Völkermord in Bosnien-Herzegowina beenden, nur so die vom IS als Sexsklavinnen verschleppten Jesidinnen befreien.
Frappiernd an Käßmann ist ihre geradezu FriedrichMerzsche Erkenntnisresistenz. Natürlich wird sie seit 20 Jahren immer wieder gefragt, wie man denn ohne Kriegswaffen Genozide und blutige Diktatoren stoppen soll. Darauf hat sie, außer ärgerlichen Floskeln – „zunächst einmal würde ich mit den Taliban beten!“- bis heute keine Antworten. Diese grausame Taubheit gegenüber den Schreien der Opfer in Kombination mit ihrem hehren Anspruch als Friedens-Frau, macht Käßmann so unerträglich. Da spricht eine überprivilegierte, reiche weiße Christin, der man fast wünschen würde, doch mal mit ihrer modischen Kurzhaarfrisur, Hosen und der Bibel in der Hand durch Kandahar zu gehen, um da mit den Taliban zu beten. Ihr wird dort sicher nichts passieren, denn wie die überprivilegierte und untergebildete Dame ebenfalls immer betont, kann man nie tiefer Fallen, als in Gottes Arme. Daher fühle sie sich immer geborgen.
Zum Glück taucht Käßmann nach ihrer offiziellen Pensionierung etwas weniger in den Medien auf. Da fällt es leichter, sie zu ignorieren.
Gestern saß sie allerdings bei Maischberger, die zwar teilweise die richtigen Fragen stellte, aber nicht ein einziges mal nachhakte, obwohl die grenzdebile Bischöfin keine der Fragen beantwortete, sondern sich mit wolkigen Klagen herauswand.
Die „Altparteien“ könne sie nicht mehr wählen, weil die allesamt Waffenlieferungen in die Ukraine befürworteten, erklärte Käßmann. Maischberger entgegnete korrekt, nur AfD und BSW ergriffen Partei gegen die Ukraine, indem sie alle Waffenexporte nach Kiew verbieten wollten. Falls Käßmann nicht Wagenknecht oder Weidel wähle, wenn denn sonst?
Käßmann beantwortete dies nicht, Maischberger fragte nicht nach.
Teilweise geriet Käßmann regelrecht auf eine grenzdebile Bahn, ohne von der maximal desinteressierten Interviewerin angezählt zu werden.
So wurde ein Auszug aus einem Käßmann-Auftritt der Maischberger-Sendung vom 01.09.2015 gezeigt, um ihre damalige Position zu den nach Deutschland kommenden Flüchtlingen zu verifizieren.
[….] Käßmann: Wir haben immer gesagt, die DDR ist ein Unrechtsstaat, weil es keine Reisefreiheit gab. Vor 16 Jahren haben wir uns gefreut, dass Ungarn die Grenzen aufgemacht hat, weil wir gesagt haben, Freiheit, Reisefreiheit gehört dazu. [……]
(Maischberger, 2015, ab Minute 12:50)
Natürlich war damals die Öffnung der ungarischen Grenze nicht 16, sondern 26 Jahre her! Nun könnte man sagen, gut, da hat sie sich um zehn Jahre vertan; für Theologen ist das ja kein Zeitraum.
Aber es ist ein Muster, wenn Käßmann sich politisch oder historisch äußert: Sie hat nicht die geringste Ahnung von der Materie, über die sie spricht.
Selbst Martin Luther, für den sie sich als langjährige „Luther-Botschafterin“ als Expertin ansieht, kennt sie offenkundig gar nicht, sondern reitet nur auf ihrem naiven Zerrbild des wahren Luthers herum. Historiker, die Luther erforschen, raufen sich die Haare angesichts des Unsinns, den Käßmann plappert.
[….] Der Göttinger Historiker Hartmut Lehmann übt Kritik an der evangelischen Theologin Margot Käßmann. In ihrer Eigenschaft als Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für das Reformationsjubiläum 2017 zeichne Käßmann ein falsches Bild von Reformator Martin Luther, schreibt Lehmann in einem Gastbeitrag für die "Zeit"-Beilage "Christ & Welt" (Donnerstag).
Diese Darstellung könne sich auch negativ auf das Verhältnis zur katholischen Kirche auswirken. Der Direktor am Max-Planck-Institut für Geschichte in Göttingen nennt als Beispiel die Spezialausgabe des Magazins "chrismon" vom 31. Oktober.
Das Titelbild zeigt in Anlehnung an den historisch nicht verbürgten Thesenanschlag von 1517 die Umrisse Luthers, der einen Hammer schwingt, darunter die Textzeile: "Er kann nicht anders: Martin Luther. Vielen Dank für ein Stück Freiheit." Käßmanns Editorial beginnt mit dem Luther zugeschriebenen Zitat "Hier stehe ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir. Amen."
"Einem Historiker wie mir fällt auf, dass beide Episoden, der Thesenanschlag wie der angebliche Satz auf dem Wormser Reichstag, aus dem Arsenal der Lutherlegenden stammen", so Lehmann. Wer 2012 die Darstellung des Thesenanschlag undifferenziert übernehme, "vergibt die Chance, das Gespräch mit der katholischen Kirche über eine weitere Annäherung zu intensivieren." [….]
(Katholisch, 2013)
Was erwartet die Maischberger-Redaktion von einer Märchentante, die zum Ukraine-Krieg derartig hanebüchene Zahlen von sich gibt?
[….] Käßmann: Also, wir müssen doch irgendwie zu einem Waffenstillstand kommen, weil das, wenn gesagt wird, wir sind naiv als Pazifistin und Pazifisten nach mehr als viereinhalb Jahren Krieg und geschätzt mehr als 500 Millionen Toten muss doch da irgendwie ein Ende in Sicht kommen. Und ich bin keine Journalistin, ich bin keine Politikerin, ich bin Theologin und sehe die Menschen, die da ermordet werden und für die Ukraine wird es ja auch nicht besser.
Maischberger: 500 Millionen weiß ich nicht,….
Käßmann: Das sind schon vorsichtige Schätzungen! [……]
(Maischberger, 17.09.2026, ab Minute 4)
Käßmann passt wirklich gut zu BSW-Putinella und den Russland-Fans in Ossi-Schwurbelstan.




.jpg)

