Von den Myriaden Lügen, die der 45. und 47. US-Präsident bisher von sich gab, dürfte ihm „I hire only the best people“ am meisten auf die Füße fallen. Er versprach es vor seinem Amtsantritt ….
[…] When Donald Trump (sort of) ostracized longtime adviser Roger Stone last August, he made a commitment that has stuck with him ever since.
"I’m going to surround myself only with the best and most serious people," he told our Robert Costa in a phone interview at the time. "We want top of the line professionals."
Stone, who now runs a pro-Trump PAC, "no longer serve[d] a useful function" for Trump's campaign. Moving forward, Trump said: "I really don’t want publicity seekers who want to be on magazines or who are out for themselves. This campaign is not about them." […]
…und wiederholte es seither immer wieder.
[…] Trump can't hire the 'very best people,' because he's the very worst president
The president balks at any attempt to bring order to his administration. Nobody reasonably intelligent would want to work for him. [….]
(Robert Schlesinger, 10.12.2028)
Inzwischen haben wir Gewissheit; Trumpismus ist Kakistokratie. Zwar gab es in seinem ersten Amtsjahr noch einige fähige Mitarbeiter und Minister, aber die suchten allesamt das Weite. Als Trump sich anschickte, wiedergewählt zu werden, weigerten sich 40 der 44 hochrangigsten Mitglieder seiner Administration, eine Wahlempfehlung für ihn auszusprechen. Selbst enthusiastische Trump-Fans erkennen also in den allermeisten Fällen, wenn sie einen Blick hinter die Kulissen bekommen und mit ihm zusammenarbeiten, daß dieser Mann ein gefährlicher Krimineller ist, der unbedingt aus dem Weißen Haus ferngehalten werden muss.
In seiner zweiten Amtszeit wird noch nicht mal mehr so getan, als ob fachliche Qualifikation irgendeine Rolle spielen. Völlig groteske Gestalten wie RFK talibanisieren die US-Politik. Trump duldet nicht nur keinen Widerspruch, sondern misst „den Wert“ aller Mitarbeiter nur daran, wie sehr sie ihn loben und sich für ihn demütigen lassen. Prestigeträchtige Botschaftsposten vergibt Trump gegen Bezahlung an rechtsextreme reiche alte Männer.
Drei Beispiele:
Belgien. Bill White, der rechtsradikale Aktivist, hatte sich bei Trump eingeschleimt, indem er dessen Lügen von der „gestohlenen Präsidentschaftswahl 2020“ weiter verbreitete und verlangte, Brian Kemp, den GOP-Gouverneur von Georgia, sowie seinen Lt. General Raffensperger anklagen zu lassen.
White mischt sich im polternden Trump-Stil in ein Strafverfahren gegen drei Mohelim in Antwerpen ein, die ohne Ausbildung an Baby-Penissen herumschneiden und die blutigen Wunden mit dem Mund ablutschen.
[…] Wer als diplomatisch gilt, beweist Taktgefühl und Respekt dem anderen gegenüber. Davon war auf dem diplomatischen Parkett diese Woche nun gar nichts zu spüren.
Da wurde der US-amerikanische Botschafter in Belgien, Bill White, also einbestellt, weil er sich recht undiplomatisch in eine laufende Ermittlung eingemischt hat. Dabei ging es um Beschneidungsriten in der jüdischen Gemeinschaft in Antwerpen - die dürfen in Belgien nur von einem Arzt durchgeführt werden. Details will ich uns hier ersparen. White forderte ein politisches Einlenken und bemühte auf X das Totschlagargument "antisemitisch" und ging damit eindeutig zu weit.
Der US-Botschafter gab aber nicht etwa klein bei, sondern nutzte die diplomatische Sanktion, um seinerseits weiter auszuteilen: Die belgische Regierung habe gefälligst zu verurteilen, dass der Vooruit-Vorsitzende Conner Rousseau in einem Instagram-Filmchen das Vorgehen der ICE-Beamten mit dem Aufkommen des Nationalsozialismus verglich - und implizit Trump mit Hitler. In Sachen grob fahrlässige Vergleiche stehen sich White und Rousseau in nichts nach. Und das ist alles andere als diplomatisch. Wobei wir nicht verheimlichen wollen, dass Antisemitismus in der belgischen Gesellschaft und der autoritäre Umbau der amerikanischen Gesellschaft ernstzunehmende Probleme sind.
Abgesehen davon, dass die von Trumps Leuten gerne gepredigte "Freedom of speech" von ihnen selbst sehr unterschiedlich ausgelegt wird, lässt das Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: Diplomaten werden entsandt, um die Interessen ihres Staates und seiner Angehörigen zu schützen - und sie genießen strafrechtliche Immunität. Sie haben aber auch die Gesetze und Vorschriften des Gastlandes zu achten und sich nicht in dessen innere Angelegenheiten einzumischen, Mr. White. [….]
Selbst stramm konservative Journalisten sind entsetzt.
[…] Amerikanische Botschafter neigen manchmal dazu, sich in den Ländern, in denen sie auf Posten sind, aufzuführen wie koloniale Vizekönige. […] Aber die von Donald Trump entsandten treiben es besonders bunt. In Deutschland erinnert man sich noch schlecht an einen gewissen Herrn Grenell. Jetzt hat der US-Botschafter in Brüssel sein Gastland im Befehlston angewiesen, eine Ermittlung fallen zu lassen.
Das ist für einen Rechtsstaat nicht akzeptabel. Auch, ja, erst recht, wenn die Intervention von einem Verbündeten kommt, muss man sie entschieden zurückweisen. So hat es Belgiens Außenminister auch getan. […]
(Stephan Löwenstein, FAZ, 19.02.2026)
Israel. Mike Huckabee, rechtsradikaler Pastor der Southern Baptist Convention, war von 1996 bis 2007 Gouverneur von Arkansas. Seine ebenso fanatisch rechtsradikale Tochter Sarah Huckabee Sanders, war von 2017-2019 Trumps Pressesprecherin und amtiert heute ebenfalls als Gouverneurin von Arkansas. Er verfolgt ultraextreme homophobe und misogyne Ziele, die er aus der Bibel ableitet.
[….] Arabische und muslimische Staaten haben empört auf Aussagen des US-Botschafters in Israel, Mike Huckabee, reagiert, wonach der jüdische Staat ein biblisches Recht auf weite Teile des Nahen Ostens habe. In einem Interview hatte ihn der ehemalige Fox-News-Moderator Tucker Carlson gefragt, ob Israel gemäß wörtlicher Auslegung der Bibel das Recht habe, große Teile des heutigen Nahen Ostens zu beanspruchen. Huckabee antwortete: „Es wäre in Ordnung, wenn sie alles nähmen.“ [….] In einer vom saudischen Außenministerium auf der Plattform X veröffentlichten gemeinsamen Stellungnahme verurteilten die Außenministerien mehrerer arabischer und muslimischer Staaten zusammen mit der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC), der Arabischen Liga und dem Golf-Kooperationsrat die Äußerungen des US-Botschafters „auf das Schärfste“. Sie äußerten ihre „tiefe Besorgnis“ darüber. Huckabees „gefährliche und hetzerische Äußerungen“ stellten einen „eklatanten Verstoß“ gegen die Grundsätze des Völkerrechts und die Charta der Vereinten Nationen dar. [….]
Frankreich. Charles Kushner, Schwiegervater von
Trumps Lieblingstochter Ivanka, qualifizierte sich nicht nur durch Nepotismus
und sein Milliarden-Vermögen in Trumps Augen als US-Botschafter. Kushner ist
zudem kriminell, so wie man es bei Trumps liebt:
[…] Am 30. Juni 2004 wurde Kushner von der Federal Election Commission zu einer Geldstrafe von 508.900 Dollar wegen illegaler Wahlkampfspenden verurteilt. 2005 bekannte er sich im Rahmen eines Vergleichs mit New Jerseys Staatsanwalt Chris Christie in 18 Anklagepunkten wegen illegaler Wahlkampfspenden, Steuerhinterziehung und Zeugenbeeinflussung schuldig. Der Vorwurf der Zeugenbeeinflussung ergab sich aus Kushners Vergeltungsmaßnahmen gegen William Schulder, den Ehemann seiner Schwester Esther, der mit den Bundesermittlern gegen Kushner kooperierte. Kushner heuerte eine Prostituierte an, um seinen Schwager zu verführen und ließ die sexuelle Begegnung zwischen den beiden aufzeichnen und das Band an seine Schwester schicken. Kushner wurde zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt und verbüßte seine Haftstrafe in dem Federal Prison Camp, Montgomery in Alabama. Nach 14 Monaten wurde er im August 2006 aus der Haft entlassen. Am 23. Dezember 2020 begnadigte Präsident Trump Kushner und annullierte seine Verurteilung nachträglich. […]
(Wikipedia)
Kushner bedankte sich, indem er Millionen für Trumps Wahlkampf 2024 spendete. Der US-Präsident stopft sich aber insbesondere über Kushners Sohn (und seinen Schwiegersohn) Jared die Taschen voll, da dieser in Israel und Gaza Milliarden für die Trumps verdienen will. Also ernannte Trump Charles Kushner zum US-Botschafter in Paris, wo dieser seither extrem unangenehm auffällt.
[…] Paris verwahrt sich gegen Einmischung der „reaktionären Internationalen“
Die französische Regierung will US-Botschafter Kushner einbestellen, nachdem die US-Regierung Frankreich für gewaltbereiten Linksextremismus kritisiert hatte. […] Wegen US-Äußerungen zum gewaltsamen Tod eines ultrarechten Aktivisten in Lyon will die französische Regierung den Botschafter der Vereinigten Staaten im Land einbestellen. Botschafter Charles Kushner werde wegen eines „Kommentars“ der Botschaft in Paris zu „diesem Drama“ einbestellt, sagte der französische Außenminister Jean-Noël Barrot am Sonntag gegenüber französischen Medien.
„Wir lehnen jede Instrumentalisierung dieses Dramas (…) zu politischen Zwecken ab“, sagte der Minister. Barrot betonte zudem, Frankreich müsse sich keinerlei „Lektionen“ zum Thema Gewalt gefallen lassen – insbesondere nicht von der „reaktionären Internationalen“. […] Das US-Außenministerium hatte nach dem Tod des 23-jährigen Rechtsextremen Quentin Deranque bei einem Angriff von Linksextremen in Lyon erklärt, gewaltbereiter Linksextremismus nehme in Frankreich zu und stelle eine „Bedrohung der öffentlichen Sicherheit“ dar. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Die US-Botschaft in Frankreich verbreitete diese Erklärung weiter.
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump ist bekannt dafür, Gewalttaten aus dem linksextremen Spektrum hervorzuheben – und sie als größeres Problem als rechtsextrem motivierte Gewalt darzustellen.
Die französische Regierung hatte Botschafter Kushner – den Vater von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner – bereits im vergangenen Sommer einbestellt. […]

