Am 03.November 2026 finden die US-Midterms statt. Sein Haussender FOX tut alles, um den orangen Messias zu pushen. Trump-Cronies treten in ihren Shows auf, lügen das Blaue vom Himmel herunter über seine angeblichen Erfolge. Dazu jubeln die rechtsextremen Moderatoren vom „Trump Midterm Blitz“.
Verräterisch ist aber, wo Trumps Wahlkampfauftritte stattfinden: In deep red states. Kansas, Kentucky, Montana, Georgia. Republikanische Präsidenten verschwenden dort üblicherweise keine Mühe, weil sie da ohnehin gewinnen. Es sind Staaten, in denen Trump die Präsidentschaftswahlen vor zwei Jahren haushoch gewann. Statt Zeit und Geld auf die Swingstates zu konzentrieren, befindet sich die GOP ganz offensichtlich in einem panischen „retten, was noch zu retten ist“-Modus.
Dabei pumpen die Multimilliardäre Geld wie noch nie bei Zwischenwahlen, in die Kassen des rassistischen Demokratiezerstörers von Mar A Lago. Allein vom AfD-Mann Elon Musk kamen in diesem Wahljahr bisher 366 Millionen Dollar.
Ganz offensichtlich fürchtet sich die bisher alles beherrschende Präsidentenpartei.
Und womit? Mit Recht! Selbst die FOX News Polls zeigen ein düsteres Bild bei den Zustimmungswerten.
Die Kontrolle über SCOTUS und White House werden die Republikaner behalten. Aber die absoluten Mehrheiten im House, im US-Senat und sogar in der Gouverneursversammlung könnten an die Demokraten verloren gehen.
Die Zahlen sehen wirklich schlecht aus für die Trump-Partei. Die Wähler mögen zwar immer noch seinen Patriotismus und die brutale Grenzpolitik. Sie stören sich gar nicht an seiner Kriminalität, der Korruption, seinem Sexismus, Rassismus und der Transfeindlichkeit. Sie nehmen seine Lügen hin, die Angriffe auf Demokratie und Pressefreiheit, die wüsten außenpolitischen Attacken auf Panama, Grönland, Kanada, Kuba, Venezuela. Auch sein Fossillobbyismus erregt kaum Aufmerksamkeit.
Aber der nicht endende Iran-Krieg ist ein Problem für die republikanischen Wähler. Sein großer Trumpf von 2016-2024, die Wirtschaftspolitik, wird inzwischen abgelehnt.
Die Amerikaner hassen die Teuerung in den Supermärkten und insbesondere die Entwicklung der Diesel-Preise.
Hinzu kommt auch noch das enorme Misstrauen gegenüber den AI-Rechenzentren mit ihrem gewaltigen Energiehunger, die überall gebaut werden und die niemand in der Nachbarschaft haben will.
[….] Laut aktuellen Wahlanalysen und Daten des US-Portals RealClear Polling steht den Republikanern ein harter Wahlabend bevor:
1. Repräsentantenhaus – Vorteil für die Demokraten: Bislang haben Trumps Republikaner eine hauchdünne Mehrheit (219 zu 214 Sitzen). Umfragen sehen die Demokraten derzeit bei rund 226 Sitzen (für die Mehrheit reichen 218). Die Republikaner kommen derzeit nur auf etwa 189 sicher geglaubte Sitze. Rund 20 bis 50 Wahlbezirke gelten als hart umkämpft.
2. Senat – Völlig offenes Kopf-an-Kopf-Rennen: Im Senat halten die Republikaner aktuell eine Mehrheit von 53 zu 47 Sitzen. Laut Prognosen kommen beide Parteien auf jeweils 46 sichere Sitze. Über die Mehrheit entscheiden acht bis neun Bundesstaaten (sogenannte Toss-ups wie Texas, Michigan, Minnesota, Ohio und North Carolina).
Warum diese Wahl für Donald Trump so entscheidend ist
Für Donald Trump geht es bei den Zwischenwahlen um die Frage, ob er in den nächsten zwei Jahren überhaupt noch regieren kann. Gewinnt er, kann er seine Politik nahezu ungehindert fortsetzen. Verliert er, drohen spürbare Machtverluste:
· Gefahr der „Lame Duck“ (lahmen Ente): Wenn die Demokraten auch nur eine der beiden Kammern erobern, können sie jedes Gesetzesvorhaben, jede Steuer- oder Zollreform und jedes Budget von Donald Trump blockieren. Der Präsident könnte dann kaum noch eigene Gesetze durchbringen.
· Untersuchungsausschüsse: Mit einer Mehrheit im Repräsentantenhaus hätten die Demokraten das Recht, parlamentarische Untersuchungsausschüsse gegen Trumps Regierung einzusetzen, Zeugen vorzuladen und sogar Amtsenthebungsverfahren (Impeachments) einzuleiten.
· Richter- und Ministerposten: Sollte auch der Senat an die Demokraten fallen, kann Trump Bundesrichter oder Minister nicht mehr im Alleingang besetzen. [….]
Bekanntlich ist es schwierig in den USA zu wählen; republikanischen Staaten haben hunderte Gesetze erlassen, die es allen Wählern, die zu den Demokraten tendieren, unmöglich machen sollen, überhaupt ihre Stimme abzugeben, indem beispielsweise Wahllokale in blue districts abgeschafft werden, so daß sich an den wenigen Verbliebenen enorme Schlangen bilden, um Wähler abzuschrecken. Dazu kommen Schikane-Gesetze, die es beispielsweise verbieten, den stundenlang Wartenden ein Getränk zu reichen. Schließlich wird die Registrierung immer mehr erschwert. Republikaner haben ohnehin durch das Mehrheitswahlrecht, welches die Stimmen in den bevölkerungsreichen Blue States relativ abwertet, einen Vorteil. Dazu kommt „heavy Gerrymandering“, welche die Wahlbezirke so zuschneidet, daß es mehr republikanische Mandate gibt.
Rechnerisch können Republikaner Wahlen mit bis zu 10% Rückstand bei den absoluten Zahlen noch gewinnen. Wir erinnern uns alle an die Präsidentenwahl 2016, als Hillary Clinton nationwide 2,5 Millionen Stimmen mehr als Trump holte und dieser dennoch im entscheidenden Electoral College eine solide Mehrheit errang.
Ich wähle immer in den USA. Auch dieses Jahr habe ich meine Federal Post Card Application (FPCA) und Registrierung rechtzeitig in meinem Wahl-County abgeschlossen. Auch dieses Jahr haben mich die „Democrats Abroad“ (DA) mit zahlreichen Anrufen, Textmessages, Briefen und Emails ermuntert.
Wenn man allerdings an den Vorwahlen teilnehmen möchte und daher die Partiepräferenz „democrat“ angibt, gehen auf wundersame Weise die Wahlunterlagen, die man in demokratischen Bundestaaten tracken kann, gerne mal verloren.
Meine Wahlunterlagen wurden am 18.09.26 per Email an zwei Mailadressen, sowieso in Papierform an meine deutsche Hausadresse geschickt.
Nichts ist je bei mir angekommen.
Nun versuche ich es, wie von den DA empfohlen, mit einem selbst gestalteten FWAB-Backup-Wahlzettel.
Das gehört zu den Eigenarten der US-amerikanischen Wahlen. Obwohl dort eine gewaltige Industrie von Demoskopen und Analysten Zahlen produziert und jeden Tag veröffentlichen, das Wahlverhalten von uns Amis also empirisch akribisch erfasst wird, outperformen die Republikaner die Umfragen bei jeder Wahl um fünf bis neun Prozentpunkte. Sicher geglaubte demokratische Siege enden immer wieder doch mit einem lachenden Trumpisten.
Trumps kollabierende Beliebtheitswerte, der allgemeine demoskopische Vorsprung der Demokraten bedeutet also noch gar nichts. Zumal am Wahltag selbst mit drastischen Eingriffen und Einschüchterungen durch rechtsextreme Trump-Fußtruppen gerechnet werden muss. Europäische Wahlbeobachter sind diesmal – ÜBERRASCHUNG – nicht in den USA zugelassen. Und selbst wenn polling-stations demokratische Mehrheiten ausspucken sollten, kann man sicher sein; Trump wird es nicht akzeptieren, „Betrug“ schreien und ein Heer fanatischer Anwälte losjagen, die vor den inzwischen stark von rechtsextremen Richtern dominierten Gerichten eine Hexenjagd anfangen werden.
Dennoch, Trump ist nervös. Das zeigen sein immer irreres Verhalten - selbst nach seinen Maßstäben.








