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Samstag, 8. August 2026

Schwule im Kleiko-Pech

Mit der Merz-Regierung kehrte auch die Homophobie in die erste Reihe der deutschen Politik zurück. Der Kanzler selbst mit seiner langen Geschichte schwulenfeindlicher Äußerungen, seine Familienministerin Karin Prien und die zweitmächtigste Person im Staate, Julia Klöckner, ließen kaum einen Tag vergehen, an dem sie nicht der queeren Community signalisierten „wir mögen euch nicht!“






Das ist Agendasetting. Das macht den gewalttätigen Homohass bei den Nazis salonfähig. Das bleibt nicht ohne Folgen.

Durch die abfälligen xenophoben Äußerungen der CDUCSUler, fühlt sich der rechte Bodensatz der Gesellschaft animiert, reale Gewalt gegen Migranten auszuüben.

Durch die abfälligen homophoben Äußerungen der CDUCSUler, fühlt sich der rechte Bodensatz der Gesellschaft animiert, reale Gewalt gegen Queere auszuüben.

Kurioserweise startete ausgerechnet dieser verhängnisvolle Bundestag mit drei queeren Menschen an den Spitzen der drei größten Fraktionen.

Natürlich verleugnet Alice Weidel ihre queere Identität und trägt die homophobe Ausrichtung ihrer faschistischen Partei mit.

Aber es blieb ein letzter Rest Hoffnung bezüglich der Ausrichtung der Regierungskoalition, weil die beiden wichtigsten Unterhändler für die Mehrheitsbeschaffungen, die beiden Fraktionschef Miersch und Spahn selbst schwul sind.

Letzterer wurde aber aus der ersten Politreihe verdrängt; ein überfälliger Schritt.

Sein Nachfolger, der in der Fraktion wesentlich beliebtere Thorsten Frei, der heute übrigens Geburtstag hat (53 Jahre), ist da eine ganze andere Nummer.

Geboren in der Baden Württembergischen Provinz Bad Säckingen, lebt und denkt der Mann bis heute, wie der erzkatholischer Provinzler, der er ist: Engstirnig, fremdenfeindlich, homophob.

Queere Rechte haben für den Volljuristen Frei nichts im Grundgesetz zu suchen.

[…] Die SPD hatte nach dem Anschlag auf den Berliner CSD die Forderung nach einer Gesetzesanpassung erneut befeuert […]. Konkret geht es um Artikel 3 im Grundgesetz. Derzeit heißt es in dem Verfassungsartikel: "Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden." 1994 wurde noch hinzugefügt: "Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden." Eine Verfassungsänderung bräuchte eine Zweidrittelmehrheit in Bundestag und Bundesrat.

Im September 2025 hatte der Bundesrat auf Betreiben des Landes Berlin mehrheitlich beschlossen, den Artikel 3 um den Zusatz "sexuelle Identität" zu erweitert. Die Gesetzesinitiative wurde dann in den Bundestag eingebracht, nach über zehn Monaten aber noch immer nicht behandelt.   Am 9. Oktober fand die erste Lesung eines textidentischen Gesetzentwurfs der Grünen statt. […] Queere Organisationen fordern bereits seit Jahrzehnten einen Schutz im Grundgesetz – für die Merkmale "sexuelle und geschlechtliche Identität" oder zumindest "sexuelle Identität".

Auch alle demokratischen Parteien im Bundestag mit Ausnahme der Union unterstützen bereits seit Jahren eine entsprechende Reform, um einen Rückfall in alte Zeiten unwahrscheinlicher zu machen. Hintergrund ist, dass der Anti-Schwulen-Paragraf 175, den das Bundesverfassungsgericht 1957 in seiner Nazifassung noch ausdrücklich für rechtens erklärt hatte, erst im Jahr 1994 abgeschafft wurde. Allein in der Bundesrepublik wurden nach diesem Paragrafen mehr als 50.000 Männer verurteilt. Angesichts des Erstarkens der queerfeindlichen AfD besteht die Befürchtung, in alte Zeiten zurückzufallen. Dies könne, so die Hoffnung, mit einem Schutz in der Verfassung verhindert oder zumindest abgemildert werden können. […]

(Queer.de, 08.08.2026)

Man weiß nicht so genau, ob Frei und die Mehrheit seiner Fraktion diskriminierte, bespuckte, beschimpfte, geschlagene, drangsalierte, belästigte, verletzte, verängstigte, getretene, getötete queere Menschen in Deutschland einfach „nur“ egal sind, oder ob sie es sogar wohlwollend in Kauf nehmen.

Jemand wie Merz kann nicht anders. Seine Schwulenfeindlichkeit sitzt tief in ihm und bricht in Interviews einfach aus ihm raus, weil er sich generell nicht beherrschen kann und zu dämlich ist, die Konsequenzen seines Gequatsches zu bedenken.

Fraktionschef Frei halte ich aber für weniger impulsiv; er wählt seine Worte bedachter. Ich kann es nicht beweisen, vermute aber, daß er schlicht und ergreifend abwägt: Schadet oder nutzt queerfreundliche Politik der CDU? Gewinnen sie durch eine Grundgesetzänderung und die begleitenden Diskussion mehr Wähler auf der liberalen Seite, oder vertreiben sie damit konservative C-Wähler zur AfD? Dabei wird er sich für Letzteres entscheiden.

[…] ABLA: Sind Sie offen für die Forderung der SPD, ein Verbot von Diskriminierung wegen sexueller Identität im Grundgesetz zu verankern? Auch die queere Community fordert dies nach dem CSD-Anschlag.

FREI: Ich halte das nicht für notwendig. Den Wunsch der queeren Community nach diesem symbolischen Schritt kann ich verstehen. Aber das würde unsere Verfassung überfrachten. […] 

ABLA: Sollte Bundestagspräsidentin Julia Klöckner beim nächsten CSD doch die Regenbogenflagge auf dem Parlament hissen? […]

FREI: Motto-Flaggen gehören nicht auf den Reichstag. Auf offiziellen Staatsgebäuden sollten zwei Flaggen wehen, die unser Wertefundament beschreiben: Das ist Schwarz-Rot-Gold, und das ist die Europa-Flagge. Schwarz-Rot-Gold sind die Farben der Demokratie in Deutschland. Sie stehen für Einigkeit und Recht und Freiheit. Europa ist unsere Wertegemeinschaft. Dahinter sollten sich alle Menschen, die in Deutschland leben, versammeln können. […]

ABLA: Ist der Fall Spahn ein Anlass, die Regeln für Leihmutterschaft zu ändern?

FREI: Ich sehe keinen Änderungsbedarf. Ich spüre ein solches Bedürfnis auch in der Fraktion nicht. […]

(FUNKE Interview mit Thorsten Frei, 08.08.2026)

Dienstag, 4. August 2026

Konservative Ost-Trottel

Es gab in Sachsen mal solche Landtagswahlergebnisse für die Partei, die soeben mit dem beiden kommunistischen SED-Blockparteien CDU und DBD fusioniert war:
1990: CDU 53,8%, 1994: CDU 58,1%, 1999: CDU 56,9%.

In Thüringen waren es 1990 für die CDU 45,4%, 1994 dann 42,6% und schließlich 1999 sogar 51% für die CDU.

Was für eine Fallhöhe.

In Thüringen schlug die CDU bei den letzten Landtagswahlen (01.09.2024) bei 23,6% auf, fast 10 Punkte hinter Höckes Nazis. Die gegenwärtigen Umfragen sehen die CDU sogar nur noch halb so stark, wie die um die 40% liegenden Faschisten.

Ein ähnliches Bild in Sachsen: CDU 21%, AfD 42%.

In Sachsen-Anhalt wird am 06. September gewählt; auch in Magdeburg könnten die Nazis über 40% holen und die CDU bei irgendwo um die 20% abhängen.

In Mecklenburg-Vorpommern wird der Landtag am 20.09.2026 gewählt und die CDU wird mutmaßlich einstellig abschneiden. Allerdings war das nördlichste EX-DDR-Land nie so erzkonservativ, wie die drei anderen Genannten.

Wie haben die CDUler das nur hinbekommen? Da konnten sie über so viele Jahre mit riesigen absoluten Mehrheiten schalten und walten wie sie wollten. Wurden währenddessen auch noch mit einem kontinuierlichen Milliarden-Strom aus dem reichen Westen überflutet. Absolute Traumbedingungen im Vergleich zu anderen osteuropäischen Gegenden, die nach der Auflösung des Warschauer Paktes mit viel schwächerer Wirtschaft und weniger Substanz als die DDR dastanden und keinen steinreichen großen Bruder hatte, der zwei Billionen Euro zu ihnen pumpte.

Aber Polen boomt und wächst, hat eine junge hochgebildete Bevölkerung, während in den deutschen Ost-Bundesländern Tristesse, Missmut und braune Wut herrschen.

Knapp 17 Millionen Menschen lebten zum Ende des SED-Regimes in Ostdeutschland.

Dann kam die Freiheit, der Geldsegen und jedes Ost-Kaff wurde saniert, so daß die Infrastruktur inzwischen weitgehend besser als in Westdeutschland ist.

Aber die Menschen wollen nur weg da. Heute sind es etwas über 12 Millionen plus etwa 1,5 Mio in Ost-Berlin.

Die Jungen gehen, die Alten und Dummen bleiben. DDR – Der Doofe Rest. Migranten machen nach Möglichkeit einen großen Bogen um Ossistan.

[….] Während die Bevölkerung im Westen Deutschlands zwischen 1990 und 2024 um 10 % auf 67,5 Millionen gewachsen ist, nahm sie im gleichen Zeitraum im Osten um 16 % auf 12,4 Millionen ab. [….] Im Zeitraum von 1991 bis 2024 wanderten rund 1,2 Millionen Menschen mehr von Ost nach West als umgekehrt. [….] Der Wanderungsverlust für den Osten ist insbesondere auf die Abwanderung von Personen im jüngeren und mittleren Lebensalter zurückzuführen: Im Saldo verlor der Osten seit der Vereinigung insgesamt mehr als 740 000 Person in der Altersgruppe der zum Fortzugszeitpunkt bis 25-Jährigen an den Westen [….] In beiden Teilen Deutschlands starben zwischen 1990 und 2024 jeweils etwa 2,5 Millionen mehr Menschen als Kinder geboren wurden. Dies entsprach einem durchschnittlichen jährlichen Bevölkerungsrückgang von 1 Menschen pro 1 000 Personen in Westdeutschland und von 5 Menschen pro 1 000 Personen in Ostdeutschland. In Deutschland insgesamt betrug das kumulierte Geburtendefizit seit 1990 etwa 5,3 Millionen Personen. [….]  1990 war die Bevölkerung im Osten jünger als im Westen: Der Anteil der unter 20-Jährigen betrug 25 % im Osten und 21 % im Westen (jeweils ohne Berlin), während die ab 65-Jährigen im Osten 14 % und im Westen 15 % der Bevölkerung stellten. Im Zeitverlauf hat sich dieses Verhältnis umgekehrt: 2024 war im Osten der Anteil der unter 20-Jährigen mit 17 % geringer als im Westen mit 19 %. Zugleich war im Osten der Anteil der ab 65-Jährigen mit 28 % höher als im Westen (22 %).[….]

[….] So stellt die ausländische Bevölkerung Ende 2024 im Westen 16 % (10,6 Millionen Menschen) und im Osten 8 % (949 000 Menschen) der Bevölkerung dar.  [….]

(Statistisches Bundesamt, Sept 2025)

Es ist offenkundig; die Ost-Herrscher von der CDU versagten und versagen.

Sie machen dem Klischee des „Jammer-Ossis“ alle Ehre. Sie beklagen sich, stellen sich unentwegt als Opfer dar und haben auf die seit 30 Jahren aufpoppenden Erfolge der Nazis, stets nur die gleichen Antworten: Imitation, Übernahme rechtsradikaler Narrative, Xenophobie, Ranwanzen an Putin. Dabei hatte die CDU mehr als genug Zeit, um zu lernen, wie man immer nur die Nazis stärkt.

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 1998 erreichte die DVU 12,9 %.

In Sachsen holte die NPD im Jahr 2004 bei der Landtagswahl 9,2% und zog 2009 erneut mit 5,6% in das Landesparlament ein. In Dresden trieb ab 2014 die „Pegida“ lautstark ihr Unwesen.

Die CDU kannte immer nur ein vermeidliches „Rezept“: Selbst nach rechts rutschen. Gegen Klimaschutz, Migranten und Grüne hetzen. Mit brutaler Härte gegen die Antifa vorgehen. Völkische Reden schwingen und freundschaftliche Kontakte zu den Nazis aufbauen, mit denen die CHRISTEN-Union inzwischen auf allen Ebenen zusammenarbeitet.

All das beweist seit vielen Jahren genau das, was alle Wissenschaftler sagen: Anbiederung an die Nazis macht nur die Nazis stärker. Macht man ihre Themen „salonfähig“, wählen die Leute erst Recht das Original. Oder wie es einst der CSU-Generalsekretär Blume in einem seltenen Moment der Erkenntnis formulierte: „Man kann ein Stinktier nicht überstinken!“.

Und so schoben die CDU-Regenten der Ost-Bundesländer die Nazis eigenhändig über die 40%-Hürde.

Wenig überraschend, wenn Merzens Ost-Mannen demonstrativ auf rechtsextreme Kaspar-Einlagen im Wahlkampf setzen.

Das ist aber noch nicht alles. Neben ihrer Affinität für Fascho-Sprech, betreiben die Ost-Ministerpräsidenten auch ihr eigentliches Regierungshandwerk unseriös und dumm. Dafür ist die „Rente mit 63“ das beste Beispiel.

[….] Rente mit 63: Der Widerstand der Ost-Ministerpräsidenten ist gefährlich und dreist [….] Die Argumente der Länderchefs sind sachlich nicht zu halten. [….] Die Abschaffung der Frührente ist ein Eckpfeiler der Rentenreform. Sie könnte laut Schätzungen langfristig mehr als neun Milliarden Euro pro Rentnerjahrgang bringen. Dieses Geld ist nötig, um das System an anderen Stellen umzubauen und einen Kapitalstock, die sogenannte Schwedenrente, aufzubauen [….]. Diese zusätzliche Kapitalvorsorge ist wichtig für alle Bürger, die heute jünger als 50 Jahre sind. Kurzfristig aber kostet sie zusätzliches Beitragsgeld. Ohne Reform müssten die Rentenbeiträge weiter steigen.

Auf eigene Vorschläge zur Finanzierung ihrer Rentenideen haben die Länderchefs gleich ganz verzichtet. Was kümmert uns die Zukunft, wir haben schließlich Wahlen zu gewinnen. [….] Die sogenannte »Rente nach 63«, aktuell erreichbar ab einem Alter von 64 Jahren und sechs Monaten, wirkt allerdings nur so lange gerecht, bis man sich klarmacht, wer sie alles nicht erreicht. Frauen schaffen die 45 Jahre viel seltener als Männer , und ganz besonders Mütter von mehreren Kindern. Wer im Laufe der Karriere in einer schweren Krise den Job verloren hat, länger arbeitslos war oder chronisch krank, hat wenig Aussicht auf abschlagsfreie Frührente.

Die heutige Frührente ist im Kern ein Privileg für Menschen, die stets gut verdient und so überdurchschnittliche Rentenansprüche angesammelt haben. Aus Sicht dieser Personengruppe ist der Wunsch nach einer »Rente nach 63« verständlich. Politik und Gesellschaft müssen aber auch das Gesamtsystem im Blick behalten. [….] Es fällt auf, dass Kretschmer und Co. ausgerechnet bei der gesetzlichen Rente mit einem Ost-West-Argument arbeiten. Es stimmt schon: Auch viele Jahre nach der deutschen Einheit hinken die neuen Länder den alten wirtschaftlich hinterher, beim Einkommen und vor allem beim Vermögen. Bei der Rente sieht es anders aus: Die durchschnittlich gezahlte gesetzliche Altersrente liegt im Westen bei rund 1100 Euro, im Osten sind es mehr als 1300 Euro. [….] DDR-Einkommen wurden bei den Rentenansprüchen teils dreimal stärker gewichtet als vergleichbare Einkommen im Westen. Das kostet bis heute Geld, laut Studien rund 28 Milliarden Euro. Viele Rentnerinnen und Rentner im Osten bekommen heute deutlich mehr Geld, als sich aus ihren Erwerbsbiografien bei exakter Anwendung der Rentenregeln ergeben hätte. [….]

(Benjamin Bidder, Spiegel-Leitartikel, 04.08.2026)

Sagenhaft, wie der Ost-Urnenpöbel auf diese dummdreisten CDU-Methoden reagiert: Er wendet sich der einzigen Partei zu, die noch dümmer und dreister agiert; der AfD.

[….] Der Preis für die Scheindebatte des Jahres geht an die Ost-Ministerpräsidenten Kretschmer, Schulze und Voigt: Die drei CDU-Politiker fordern, die sogenannte Rente mit 63 beizubehalten. [….] Angesichts des Sommerlochs wird die Diskussion voraussichtlich noch drei Runden drehen – und am Ende wird die abschlagsfreie Frührente doch abgeschafft. Allein schon, weil auf sie eines der größten Einsparpotenziale in der geplanten Rentenreform entfällt und die drei keinen Vorschlag zur Gegenfinanzierung liefern. [….]  Mit der Scheindebatte für die Schlagzeilen ist nämlich die falsche Erwartung in der Welt, dass alles beim Alten bleiben könnte und nach der Reform kein einziger Versicherter schlechter gestellt ist als zuvor. [….]

(Tobias Schulze, 03.08.2026)

Montag, 3. August 2026

Eigentore und Eigentorheiten

Die rechte und die linke Blase sortieren sich.

Während meine linksgrünversiffte Polit-Kamarilla auf Bluesky, 90% ihrer Zeit damit verbringt, auf die SPD einzudreschen, gelegentlich aber auch Abweichler bei Grünen und Linken verachtet, schießen sich die Großsprecher der konservativen Blase auf Merz und die CDU ein.

Selbst die beiden größten Fritzekanzler-Fans, die Chefredakteure von T-Online und des Hamburger Abendblattes, die anderthalb Jahre den Sauerländer Simpel medial den Hintern mit Küssen übersäten, geraten neuerdings ins Straucheln. Das epische Merzsche Versagen lässt sich nicht mehr schönreden.

[….] Schwennicke: Weil er sich völlig verkalkuliert hat. Und Merz fatalerweise auch, als Spahn ihn informiert hat, viel zu spät. Da hätte er sofort sagen müssen: schön für dich. Aber das war’s. Statt ihm zu gratulieren, wie er es sagte, in der ersten Einlassung.

Haider: Eigentlich war die Situation doch ein Glücksfall für Merz: So konnte er den Mann abräumen, dem er sowieso nicht besonders vertraute und dem man immer eine eigene Agenda unterstellen muss. Denn alle, die Spahn gut kennen, haben immer gesagt, dass er die Ambitionen aufs Kanzleramt trotz einiger Rückschläge nicht aufgegeben hat.

Schwennicke: Bis bekannt wurde, dass Spahn in den USA Vater geworden ist, schien es ein politischer Glücksfall für Friedrich Merz zu sein. Dann wurde es ein Unglücksfall.

Haider: Weil Merz zu viel wollte? Der Reihe nach: Für Thorsten Frei ist der Abschied aus dem Kanzleramt eine Befreiung, und für Merz die Chance, dort jemanden zu haben, der für den Job besser geeignet ist – und der ihn auch will.

Schwennicke: Kann man auch anders sehen. Das ist hier wie da Koordination. Und im Kanzleramt hat Thorsten Frei in der Disziplin nicht reüssiert, bin gespannt, ob ihm das als Fraktionschef gelingt. [….]

Haider: Bleibt die Sache mit dem Bundesverkehrsminister. Hat Merz so wenig Gefühl für die eigene Partei, dass ihm so etwas passieren kann?

Schwennicke: Das ist offenbar der Fall. Sagen seit Jahr und Tag auch die Leute, die nah an der CDU dran sind.

Haider: Und das bedeutet was?

Schwennicke: Dass er jetzt ein richtig großes Problem hat. Mit ihm sind die Umfragen im Keller. Und er hat viele gegen sich aufgebracht. Ganz gefährliche Mischung. [….]

(Hamburger Abendblatt, 01.08.2026)

Die Kollegen vom erzkonservativen CDU-Jubelblatt „Wirtschaftswoche“ treten den Fritzekanzler frustriert in die kolumnische Tonne.

[….] Die CDU wird aus diesem Sommer daher nicht anders herauskommen, als sie ihn hineingegangen ist. Aber der Prozess ihrer Selbstentfremdung wird sich noch einmal beschleunigen.  Zumal Friedrich Merz weder den Deutschen noch dem Politikbetrieb in Berlin, zuallerletzt seiner eigenen Partei erklären kann, was er mit seinen Personalentscheidungen eigentlich bezweckt. Alles wirkte von Anfang an, als sei Merz versehentlich einer Anordnung von Dominosteinen zu nahe gekommen. [….]

Ergebnis eins: Kein neues Regierungsmitglied fühlt sich glücklich versetzt, niemand brennt für seine neue Aufgabe.

Ergebnis zwei: Allerorten Kopfschütteln über die Stillosigkeit des Kanzlers, seine Anstandsschwäche, sein Chefgehabe.

Ergebnis drei: Wer bisher politisch nicht recht glücklich wurde mit Merz in der Union, in der Fraktion, dürfte sich spätestens nach des Kanzlers Abfertigung Patrick Schnieders auch aus persönlichen Gründen zum gelegentlichen Loyalitätsentzug aufgerufen fühlen. [….]

 Nicht er, Friedrich Merz, hat auf die CDU gewartet, um sich noch einmal politisch zu profilieren, sich an die Spitze der Gralsgemeinschaft setzen zu dürfen. Sondern die CDU auf ihn, den lang und still Mitleidenden: um das Phlegma der Merkel-Jahre zu überwinden, sich programmatisch zu erneuern, so sieht er es wohl. [….] Das Kernproblem von Friedrich Merz ist, dass er in diesem Sinne nicht unternehmerisch genug agiert. Dass er seiner Partei vorsitzt und als Bundeskanzler amtiert. Aber dabei weder die CDU führt noch das Land regiert. Weil es ihm an Autorität mangelt. Weil er das politische Handwerk nicht gelernt hat. Und weil er offenbar keine Berater hat, die  ihn herausfordern, strategisch und industriepolitisch zu bedenken, dass es die alte, flache Wirtschaftswelt, in der er gedanklich groß geworden ist, nicht mehr gibt. Das vor allem. [….] CEO Friedrich Merz? Schön wär’s. Der Kanzler hat noch nicht mal im Ansatz eine Vorstellung davon entwickelt, wie er das exportorientierte Deutschland-Unternehmen in einer Welt zu situieren gedenkt, die nicht mehr von offenen Märkten, Seewegen und rechtssicherer Regelhaftigkeit geprägt sein wird, sondern von Rohstoffkonkurrenz, Zöllen und Handelshemmnissen, politisch scharf gestellten Abhängigkeiten und nationalkapitalistischen Egoismen. [….] Stattdessen erwecken Merz und Reiche jeden Tag den Eindruck, dass die Gegenwart ihnen enteilt. [….]

(Dieter Schnaas, 02.08.2026)

Nikolaus Blome, Linken-Fresser und notorisches SPIEGEL/BILD-Enfant terrible des dumpf-bürgerlichen Milieus geht sogar einen Schritt weiter. Für ihn gilt das kapitale Versagen als Kanzler bereits als so nachhaltig bewiesen, daß er einen vorzeitigen Merz-Rücktritt längst fest einplant und an den Gescheiterten keine Worte mehr verschwendet. Stattdessen sorgt er sich um das jämmerliche Verhalten der anderen CDU-Führungsfiguren und fragt sich, wie mit solchen Heulsusen in der Post-Merz-Zeit regiert werden kann.

[….] Keine Frage: Von gutbürgerlicher Warte aus möchte man dem handelnden Personal den Hosenboden strammziehen. Wann endlich werden wir, bitte, wieder von Profis regiert?

Die Unzulänglichkeiten des Bundeskanzlers sind hinlänglich begutachtet, sie sind mitunter erschreckend in Umfang und Unberechenbarkeit. Schlimm genug ist das, aber für einen Moment: geschenkt. Wenn nämlich eines nicht so fernen Tages die Geschichte des Scheiterns dieses Kanzlers und seiner Koalition zu schreiben sein sollte, wird man an etwas deutlich Größerem nicht vorbeikommen: wie viel Mimimi und wie wenig Disziplin wichtige CDU-Milieus und -Parteitage heutzutage in den Knochen haben. O tempora, o mores, was würden Helmut Kohl oder Wolfgang Schäuble zu dieser vergurkten Vorabendserie sagen? [….] Neuerdings hingegen wollen sich auch die Bürgerlichen so feste fühlen, als wären sie Claudia Roth mit Kloß im Hals – und genau das wird zum eigentlichen, überaus realen Problem. Der geschasste Verkehrsminister erhebt bebend die Stimme, zeiht den Kanzler eines »unwürdigen Zustandes« und schwänzt seine letzte Kabinettssitzung, Fußstampferchen auf den Boden. [….]

(Blome, Spon, 03.08.2026)

Es mag altmodisch sein, aber ich habe nicht viel Spaß daran, auf das eigene Lager einzudreschen und arbeite mich lieber an den Rechten ab.

Der CDUCSU-FW-AFDP-Block („Schwarz“) einerseits und RRG („Rot“) andererseits, sind für mich eben nicht zwei irgendwie gleichberechtigte politische Interessenvertreter, die beide ehrenhaft ihre jeweiligen Klientel bedienen.

Schwarz steht für Destruktion, Rot für Konstruktion. Schwarz schadet den Bürgern, der Umwelt, treibt Menschen in den Tod, ruiniert unsere Zukunft. Rot versucht diese Schäden abzuwenden; die Lebensgrundlagen von Flora, Fauna und Mensch zu erhalten.

Schwarz lobbyiert für die Mächtigen und Superreichen und wendet brutale Methoden gegen Schwache und Minderheiten an. Rot lobbyiert für die Schwachen und Bedürftigen und versucht die planetenzerstörende Raffgier der Multimilliardäre einzuhegen.

Merz und Reiche sind nicht irgendwelche Schwarzen, die zufällig eine Politik betreiben, die mir nicht gefällt. Ob ICH es mag, ist völlig irrelevant. Aber sie richten irreparablen Schaden für alle an!

[….] Entsetzen über Merz' Solidarität mit Meloni [….]  Im Migrationschaos von Ceuta sprang die Bundesregierung den rechten Kritiker*innen der spanischen Regierung bei. Der Unmut darüber wächst. [….] An der Reaktion der Bundesregierung auf das Migrationschaos in Ceuta gibt es immer mehr Kritik. Nicht nur Grüne und Linke sind entsetzt darüber, dass Kanzler Friedrich Merz (CDU) einen Brief unterzeichnet hat, der die spanische Regierung massiv angreift. Auch in der mitregierenden SPD gibt es Unmut. [….]  Auf ähnliche Weise haben auch die Türkei und Belarus in den letzten Jahren schon versucht EU-Staaten unter Druck zu setzen. Die damals betroffenen Länder wie Griechenland oder Polen erfuhren stets große Solidarität der anderen EU-Staaten, selbst wenn sie die Migrant*innen mit brutalster Gewalt zurücktrieben. Das ist dieses Mal anders. Obwohl die spanischen Behörden die Lage schnell unter Kontrolle hatten, schlug der Regierung von Premier Pedro Sanchez weiterhin massive Kritik entgegen.

Besonders hervorgetan hat sich dabei die rechtsextreme italienische Ministerpräsidentin Georgia Meloni. Einen von ihr initiierten Brief mit scharfer Kritik an Sanchez, unterzeichnete neben 21 anderen EU-Staatschefs auch Bundeskanzler Merz. Und das, obwohl der Verdacht naheliegt, dass es Meloni vor allem um Selbstinszenierung und einen Angriff auf das progressive Projekt von Sanchez geht. Dessen Regierung setzt zwar gegenüber Geflüchteten teils weiterhin auf Abschottung, beschloss zuletzt aber auch die Regularisierung von hunderttausenden Menschen, die bislang ohne legalen Aufenthalt in Spanien gelebt hatten.

Entsprechend groß ist nun bei der Opposition in Berlin das Befremden über die Haltung der Bundesregierung. Der innenpolitische Sprecher der Grünenfraktion, Marcel Emmerich, sagte der taz, die Reaktion der Bundesregierung, sei „weder souverän noch europäisch“. Und weiter: „Es ist beschämend, wie wenig die vielen Todesopfer, darunter Kinder, für die Bundesregierung eine Rolle spielen.“ Dass sich die EU-Länder so schnell gegeneinander aufbringen lassen, „spielt den Feinden der europäischen Idee in die Hände“. [….]

(Frederik Eikmanns, 03.08.2026)

Es ist nur eins der üblichen täglichen Beispiele: Fritze Merz kann es einfach nicht, durchschaut die Dinge nicht, handelt impulsiv, denkt nicht nach und zertrampelt daher, wie Loriot beim Bilderrichten, unsere Lebensgrundlagen.

Wer nach den Merzschen Personal-Kabalen auf eine Verbesserung des Regierungshandwerks hofft, wird enttäuscht werden.

Die wichtigsten beiden Posten, um einen unfähigen Kanzler zu stabilisieren, sind der Kanzleramtsminister und der Fraktionschef.

Beide müssen intern und extern für die Kanzlerpolitik werben, frühzeitig Widerstände antizipieren, ausräumen und Mehrheiten organisieren.

Der eine wirkt mehr hinter den Kulissen, kümmert sich um renitente Kabinettsmitglieder, Lobbyisten, Koalitionäre und Ministerpräsidenten. Der andere steht mehr im Rampenlicht und organisiert Mehrheiten in der Legislative; hat aber mit denselben Interessengruppen wie der andere zu tun.

Frei war loyal, aber auch kamerasüchtig und bedauerlicherweise unfähig als Koordinator. Spahn war illoyal, kamerasüchtig, aber dafür fähig, die CDUler unter seine Knute zu bekommen.

Weswegen Frei nun Spahns Job besser machen sollte, obwohl die neue Aufgabe genau die gleichen Fähigkeiten, wie die Alte erfordert – Fähigkeiten, die Frei nicht hat – bleibt Merzens Geheimnis.

Es ist offensichtlich: Wieder einmal hat die Briloner Bratpfanne die Dinge nicht zu Ende gedacht.

Mit Warken könnte Merz noch mehr auf die Nase fallen. Er lässt verbreiten, er traue ihr die schwere Koordinierungsaufgabe im Kanzleramt zu, da er beeindruckt gewesen wäre, wie sie als Gesundheitsministerin die Sparvorgaben in einem ersten Reformpaket mit unangenehmen Kürzungen durchgesetzt hätte.

Was Merz nicht begreift, sind die Hintergründe des „Warken-Erfolges.“

Kurz nachdem sie fachlich völlig ahnungslos und überraschend ins Gesundheitsministerium gesetzt wurde, wurde der hochbrisante Masken-Bericht der Sonderbeauftragten Margaretha Sudhof fertig, der den damals schwer angeschlagenen Jens Spahn hätte den Kopf kosten können. Warken entschied sich gegen Transparenz, für Klüngelei, um den mächtigen Spahn zu schützen.

[….] Sudhof habe ihre Arbeit Ende April 2025 beendet, heißt es aus dem Gesundheitsministerium, das einzelne Fragen zum Fall auf Anfrage nicht beantworten und "einzelne Auszüge Ihnen vorliegender Unterlagen (…) nicht kommentieren" wollte. Zur Beauftragung von Fiege verweist das Gesundheitsministerium auf frühere Stellungnahmen.

Schutz des Parteikollegen?  Seit Januar erhielt der Bericht nach Angabe von Personen, die mit der Sache vertraut sind, keine inhaltlichen Veränderungen mehr. Dennoch weigert sich das Gesundheitsministerium unter der neuen Ministerin Nina Warken (CDU) bis heute, den Bericht dem Bundestag vorzulegen. "Frau Warken möchte den Bericht zur Maskenaufarbeitung unter Verschluss halten, um Jens Spahn vor dem Ende seiner politischen Karriere zu schützen", glaubt die Haushaltspolitikerin der Grünen, Paula Piechotta.  [….]

(Tagesschau, 06.06.2025)

Seither schuldet Spahn Warken einen großen Gefallen, den er mit ein Jahr später erwiderte, indem er seine alten Kenntnisse aus seiner Gesundheitsministerzeit und seinen enormen Einfluss in der Fraktion nutzte, um Warken gut aussehen zu lassen. Es war Spahn, der alle Widerstände gegen das Warken-Gesetz ausräumte und die Mehrheiten organisierte. Warken allein wäre gescheitert. Man kennt die Zusammenhänge im politischen Berlin eigentlich. Nur Merz hat es wieder einmal nicht mitbekommen und hält Warken nun für eine Superheldin.


Sonntag, 2. August 2026

Spanien, Holland!

Es frustriert mich jeden Tag mehr, durch meine beiden Staatsbürgerschaften, ausgerechnet mit Trump und Merz als Regierungschefs geschlagen zu sein. Gefährlichere Idioten kann man sich in der demokratischen westlichen Welt kaum wählen. Die Deutschen konnten zwischen Scholz, Habeck und Merz entscheiden und votierten ausgerechnet für den Sauerländer Simpel. Die Amerikaner hätten eine intelligente, erfahrene hochgebildete und sympathische Kamala Harris zur Präsidentin machen können, entschieden sich aber lieber für den debilen kriminellen, rassistischen Vergewaltiger in der Windel. Es ist so unnötig, sich die Zukunft und Gegenwart der Nation mit diesen bornierten rechten Geronten zu ruinieren.

Wie viel besser könnte die Stimmung im Land sein, wie viel besser könnte die Wirtschaft dastehen, wenn wir einen Pedro Sánchez als Bundeskanzler hätten!

Man könnte ja auch mal stolz sein, wenn ein hoch sympathisches Co-Staatsoberhaupt öffentlich auftritt.

Man wäre gern mal nicht peinlich von der CDUCSU-Heuchelei berührt, wenn der Fritzekanzler nach einer langen Vergangenheit voller eigener homophober Ausfälle die Attacke auf den Berliner CSD beklagt.

Ich hätte so gern einen Bundeskanzler Rob Jetten.

Jetten, der sich wie Sánchez, aber auch beispielsweise Macron, darauf versteht international bella figura zu machen.

Als Deutscher und US-Amerikaner kann man hingegen versichert sein; Merz und Trump werden sich international blamieren und die Gastgeber beleidigen, wenn sie ins Ausland reisen.

Es ist ein einziges Elend mit den beiden ökonomisch umnebelten Zündel-Geriatrikern, für die man sich sogar noch mehr mitschämt, wenn sie ihre jeweiligen Schreckschrauben dabei haben. Wie Arsch auf Eimer!

Während ich heute so neidisch auf die Niederlande blicke, wie ich neidisch auf Ardern-Neuseeland und Trudeau-Kanada war, befördern junge Leute, wie Hannes Kreschel…

...oder VollMarcant Polit-Gesochs in meine Timeline, daß ich lieber als gestern als heute auf den Neptun geschossen werden möchte.

Deutsche wählen solche Typen, Amerikaner wählen solche Typen.

Andere Nationen entscheiden sich für andere.

Selbst mitten im liberalen Hamburg, am Tag des Rekord-CSDs passiert sowas:

[….] Sicherheitspersonal an der Europa Passage hat nach Angaben der Polizei mehreren Menschen mit Regenbogenflaggen beim Christopher Street Day (CSD) in Hamburg den Zutritt zum Einkaufszentrum in der Innenstadt verweigert. Der Sicherheitsdienst habe an zwei Seiteneingängen Menschen »mit sichtbaren Regenbogenflaggen« wiederholt abgewiesen, teilte die Hamburger Polizei auf SPIEGEL-Anfrage mit. Die Menschen sollen dazu aufgefordert worden sein, ihre Flaggen einzurollen oder nicht sichtbar zu tragen, hieß es weiter.  Die Hamburger Polizei war nach eigenen Angaben am Samstag »mehrfach aufgrund von Streitigkeiten beim Eintritt in die Einkaufspassage gerufen worden«. Den angerückten Beamten habe der Sicherheitsdienst mitgeteilt, dass mit der Maßnahme das Hausrecht ausgeübt werde. [….]

(SPON, 02.08.2026)

Unterdessen huldigt die Fuldaer Zeitung ihrem Erzbischof Dyba zu seinem 25. Todestag, indem sie einen Brief des ehemaligen Neuenberger Pfarrers Winfried Abel abdrucken.

[….] Für den katholischen Pfarrer Winfried Abel ist der Anschlag auf den Berliner CSD ein "Signal des Himmels" und "Aufruf zur Besinnung und zur Umkehr". Die Pride-Demo sei eine "Parade der Schamlosigkeit" und "Verherrlichung der Perversion".[….] Der katholische Pfarrer Winfried Abel aus Hünfeld-Großenbach hat den islamistischen Anschlag auf den Berliner CSD, bei dem eine Frau getötet und 31 Personen verletzt wurden, als "Signal des Himmels" und "Aufruf zur Besinnung und zur Umkehr" bezeichnet. Die menschenverachtende Entgleisung fiel in einem Leserbrief an die "Fuldaer Zeitung", den das Regionalblatt tatsächlich abdruckte. Über den Skandal hatte zuerst das regionale Nachrichtenportal "Osthessen News" berichtet. [….] In seinem Kommentar kritisierte der 87-Jährige, der bis 2014 Pfarrer von St. Andreas in Fulda-Neuenberg war, den Berliner Erzbischof Heiner Koch, der sich nach dem CSD-Anschlag solidarisch mit der queeren Community gezeigt hatte. "Ein katholischer Bischof nennt also die Parade der Schamlosigkeit und die zur Schau gestellte Verherrlichung der Perversion ein 'frohes und bewegendes Fest'!?", fragte Abel empört. "Haben die Hirten der Kirche nicht den prophetischen Auftrag, solche Ereignisse im Sinne des Evangeliums zu deuten und ins rechte Licht zu stellen?" […]

(Queer.de, 01.08.2026)

Die FZ heizt weiter die Stimmung an, obwohl ihr der notorische Hassprediger lange bekannt ist.

[….] Im Folgenden bezeichnet Abel Veranstaltungen wie den CSD als „Symptome einer sittlich entfesselten Gesellschaft“, welche „die Grenzen des Anstands und der Moral überschritten“ hätten. Derlei Paraden seien „eine bunte Darbietung von Perversionen, die Ver­herrlichung geschmackloser Obszönitäten und ein Spektakel des verloren gegangenen Schamgefühls“. [….]

(Fuldaer Zeitung, 27.07.2025)

Auch Tage nach dem Shitstorm, kann sich die Fuldaer Zeitung nicht dazu durchringen, es als Fehler zu bezeichnen, den Abel-Brief überhaupt abgedruckt zu haben.

Samstag, 1. August 2026

Impudenz des Monats Juli 2026

Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.

Ist das Verblödung? Ideologie? Verbohrtheit? Lobbyhörigkeit? Unfähigkeit zuzugeben, daß die verhassten Linksgrünversifften Recht hatten?

Was passiert wohl, wenn man sich in einer großen Strukturkrise befindet, weil man als Exportnation international auf breiter Front den Anschluss verloren hat und sich daher einen 70-Jährigen als neuen Chef sucht, der weder in der Wirtschaft, noch auf irgendeiner Regierungsebene, je eine Führungsposition innehatte?

Jemand, der konsequent jede Modernität ablehnt. Der ausgrenzt und Missmut sät. Der auf hundert Jahre alte Techniken wie Atomspaltung und Dieselmotor setzt. Der für Festnetz, Faxgerät und VHS-Cassette steht. Der in völliger Unkenntnis volkswirtschaftlicher Zusammenhänge, massiv die Binnennachfrage abwürgt. Der patzig und trotzig, wie ein garstiges Sandkastenkind, sowohl Klimaschutz-, als auch Klimaanpassungspolitik blockiert. Der im großen Maßstab zukunftssichere Arbeitsplätze in der Green Technology zerstört. Der auf Autobahn, Verbrenner und Lohndumping setzt. Der während des enormen Fachkräftemangels und einer demographischen Krise, die jährlich eine Nettoeinwanderung von mindestens 400.000 Menschen erfordert, stoisch und gesetzeswidrig Grenzen schließt, Menschen deportiert und Deutschland für Zuwanderer möglichst unattraktiv macht. Der sich außenpolitisch demonstrativ an die Seite der beiden Kriegsverbrecher-Nationen USA („Schließlich spielen wir im selben Team“) und Israel („Das ist die Drecksarbeit, die Israel macht für uns alle“) stellt.

[….] Krater nahe Krankenhaus: Israelische Armee zerstört Medizinlager im Gazastreifen

Neue Luftangriffe auf den Gazastreifen verstärken Zweifel, ob US-Präsident Trumps Plan zur Entwaffnung der Hamas gelingt. Ein israelischer Minister nennt das Abkommen inakzeptabel. [….] Das israelische Militär hat am Samstag erneut den Gazastreifen angegriffen. Palästinensische Gesundheitsbehörden gaben bekannt, dass zwei Palästinenser bei einem israelischen Luftangriff im Stadtteil Sheikh Radwan von Gaza-Stadt getötet worden seien. [….] Bei einem weiteren Luftangriff wurden zwei Lagerhallen zerstört, in denen Medikamente des Al-Aqsa-Märtyrerkrankenhauses in Deir al-Balah im südlichen Gazastreifen gelagert wurden. Das teilte das palästinensische Gesundheitsministerium in Gaza mit.  [….]

(SPON, 01.08.2026)

Was hat so eine Regierungspolitik wohl für Folgen?

Die Konsequenzen sind wenig überraschend: Missmut und Agonie im Volk, Aufstieg der Nazipartei, Abwürgen der Wirtschaft, Aufruhr in der eigenen Partei, Massenentlassungen.

[….] Konjunkturkrise: In Deutschland sind wieder mehr als drei Millionen Menschen arbeitslos: Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland hat im Juli deutlich zugelegt und die Marke von drei Millionen übersprungen. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) verzeichnete 3,007 Millionen Arbeitslose, teilte die Behörde mit.  Das seien 71.000 mehr als im Juni und 28.000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 6,4 Prozent. »Insgesamt setzt sich am Arbeitsmarkt die schwache Entwicklung der vergangenen Monate fort«, sagte BA-Vorstand Daniel Terzenbach. [….]

(SPON, 31.07.2026)

Den Pokal „Impudenz des Monats Juli 2026“ bekommen alle Journalisten, Publizisten, Lobbyisten und vor allem Wähler, die Merz, Reiche, Linnemann und der gesamten CDUCSU-Trümmertruppe hartnäckig weiterhin Wirtschafts- und Regierungskompetenz zubilligen.

Die Idioten, die immer noch glauben, Migration schade der Wirtschaft. Die Schwachsinnigen, die Klimaschutz und Wirtschaftswachstum als Gegensätze betrachten. Die Beknackten, die nach dem Schleifen der Umwelt/Klima-Standards rufen, um der Wirtschaft zu helfen. Die Blödmänner, die meinen, die Geschäfte liefen wieder besser, wenn man radikal die finanziellen Mittel der „sozial Schwachen“ zusammenstreiche, damit die nicht mehr im Konsum landen.

Dabei gibt es eine klare Blaupause, wie man für Wirtschaftswachstum und gute Laune im Volk sorgt: Man tue einfach auf jedem Politikfeld das diametrale Gegenteil der Merz-Politik: Großzügig Migranten willkommen heißen, ihnen die Staatsbürgerschaft geben, strikt auf Wind- und Solarkraft setzen, um von Fossil-Konzernen unabhängig zu werden, außenpolitische Klarheit, Widerstand gegen Israelische und US-amerikanische Kriegszüge gegen Zivilbevölkerungen.

Das Vorbild Spanien wird mit dieser „LINKEN“ Politik regiert, und siehe da: Die spanische Wirtschaft brummt.

(…..) Völlig ausgeschlossen, daß Berlin unter dem provinziellen, xenophoben CDU-Wegner so wie Madrid boomen könnte.

Völlig ausgeschlossen, daß Deutschland unter dem provinziellen, xenophoben CDU-Merz prosperiert, wie Spanien.

Merz ist Meister im Miesmachen, Schimpfen und Schuld-Zuschieben. Er kriecht nur vor der Industrielobby, Netanjahu und Trump.

Die Deutschen wollen nun noch viel rechter wählen. Die AfD-Nazis liegen in Umfragen unangefochten vorn. Der deutsche Urnenpöbel will noch mehr Destruktion, noch mehr Blockade, noch mehr Abwehr, noch mehr Unvernunft, noch mehr Fossil-Abhängigkeit, noch mehr brutale Härte gegen Migranten.  (….)

(Die Spanier sind so undeutsch, 20.05.2026)

Man muss natürlich eins zugeben; Merz und die CDUCSU brachen maximal verlogen ihr zentrales Wahlversprechen – keine Aufweichung der Schuldenbremse – nicht nur, sondern verkehrten sie in ihr groteskes Gegenteil um, indem sie die ungeheuerliche Summe von 1.000 Milliarden neure Schulden aufnahmen. Das sieht zunächst einmal eher nach „linker“ Wirtschaftspolitik aus: Schulden, um Konjunkturprogramme, also staatliche Ausgaben zu finanzieren. Methoden, bei denen Lindner, als Vertreter der Partei der Besserverdienenden, hysterisch quieken muss. Methoden, die aber funktionieren. Müssten. Sollten.

Nur eben nicht, wenn Merz Bundeskanzler ist, weil der Sauerländer Simpel fast die gesamten Mittel zweckentfremdet, um seine superreichen Kumpel der Fossilindustrie quer zu subventionieren und Haushaltslöcher mit der ganz großen Gießkanne zuzuschütten, weil die C-Parteien leider nicht den geringsten Schimmer von Wirtschaft und Finanzen haben.

[….]  Ein Jahr nach Verabschiedung des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) durch den Bundestag ziehen gleich zwei Wirtschaftsforschungs-Institute eine negative Zwischenbilanz. 86 Prozent der Mittel seien 2025 zweckentfremdet worden, zeigen Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Das Münchner ifo-Institut kommt sogar auf 95 Prozent an neu aufgenommenen Schulden, die nicht für zusätzliche Investitionen in die Infrastruktur eingesetzt worden seien. Beide Untersuchungen liegen der Nachrichtenagentur Reuters vor.

"Union und SPD hatten die Chance, den Investitionsstau aufzulösen", sagte IW-Forscher Tobias Hentze. "Sie haben sie bislang nicht genutzt." Ein ähnliches Fazit zieht ifo-Präsident Clemens Fuest. "Wir haben festgestellt, dass die Politik die schuldenfinanzierten Mittel nahezu vollständig für andere Zwecke, also zum Stopfen von Haushaltslöchern, genutzt hat", sagte der Ökonom. "Das ist ein großes Problem." Dabei sollte das Geld für zusätzliche Investitionen eingesetzt werden, die das Wirtschaftswachstum langfristig stützen.  [….]

(Tagesschau, 17.03.2026)

Die völlig unsinnige Rezeption der CDUCSU als wirtschaftskompetente Parteien muss endlich aufhören!
Merz hat nicht (nur) Probleme bei der Kommunikation.

Merz hat nicht (nur) Probleme mit der geopolitischen Lage

Merz hat nicht (nur) Pech beim Denken.

Die gesamte Partei mit all ihren Toppolitikern kann es einfach nicht.

Die gesamte Partei mit all ihren Toppolitikern vertritt zum Scheitern verurteilte Konzepte.

Die gesamte Partei mit all ihren Toppolitikern sollte niemals Regierungsverantwortung tragen.

Die gesamte Partei mit all ihren Toppolitikern debakuliert Fakten- und Erkenntnis-resistent durch die moderne Welt.

Die gesamte Partei mit all ihren Toppolitikern führt uns geradewegs in den Abgrund.

Merz ist nicht nur unwillig, unerfahren und unfähig, sondern er ist tatsächlich auch schlicht und ergreifend dumm. Anders lässt sich diese unendliche Kette der Eseleien nicht erklären.

Das Ausgrenzen Spaniens, das Bedienen rechtsextremer Narrative, die von russischen und Muskschen Chatbots zur Stärkung der AfD und zum Schaden der Demokratie multipliziert werden, zeigt es ganz klar:
Merz ist eine Gefahr für Deutschland.

[…] Sánchez ist der letzte Linke an der Spitze eines großen EU-Landes. Ging es den Mächtigen beim Massenansturm auf Ceuta eher um ihn als um die Flüchtenden? […] Etwa 60.000 Menschen umschwimmen den Grenzzaun zwischen Marokko und der spanischen Exklave Ceuta, mindestens 57 sterben dabei. Zwei Fragen bleiben danach: Wie verzweifelt muss man sein, um sich auf dieses Unterfangen einzulassen? Und: Wie inhuman sind diejenigen, die eben diese Verzweiflung für Machtinteressen ausnutzen?

Die erste Frage ist schnell beantwortet: Nirgends in der Welt ist an einer Grenze das Wohlstandsgefälle so groß, wie zwischen Marokko und Spanien. Die Versuchung, den Weg ins vermeintliche Paradies zu suchen, ist groß. […]

Sánchez – Vorsitzender der Sozialistischen Internationalen – ist für viele ein Politiker, dem es sich zu entledigen gilt.

Er ist der letzte Linke an der Spitze eines großen EU-Landes. US-Präsident Donald Trump und Benjamin Netanyahu hassen Sánchez. Er weigert sich, die US-Truppen von Basen in Spanien aus operieren zu lassen und spricht vom „illegalen Krieg gegen den Iran“.

Zudem verurteilte Sánchez die Entführung von Venezuelas Präsidenten Nicolás Maduro, wofür er Drohungen von Trump erntete. Ähnlich beliebt ist Sánchez bei Netanyahu, dem er Völkermord in Gaza vorwirft.

Sánchez hat sich zu einer linken Leitfigur über Spaniens Grenzen hinaus entwickelt – und wurde so zur Zielscheibe vieler. Auch rechtsextreme Regierungen in Italien und Finnland reagieren mit Grenzkontrollen, als läge Ceuta nicht außerhalb Schengens und auf einem anderen Kontinent, sondern gleich nebenan. […]

(Reiner Wandler, 01.08.2026)

Merz legt wieder einmal die Axt an das einzige, das uns noch vor Russland, USA und China schützt: Den Zusammenhalt in der EU.

Freitag, 31. Juli 2026

Spaßvögel

Es gibt wirklich wenig zu lachen in der Welt. Heute vor fünf Jahren starb Martin Perscheid, den ich täglich vermisse. Loriot ist sogar schon 14 Jahre tot, findet aber immerhin in Fritze Merz einen Wiederkehrer.

[….]  Kennen Sie den? Den legendären Sketch, der vor fünf Jahrzehnten zum ersten Mal im Fernsehen ausgestrahlt wurde und zu den schönsten von Loriot gehört: »Zimmerverwüstung« oder »Das schiefe Bild«?

In der CDU scheinen sie ihn fast alle zu kennen. Die Funktionäre aus Präsidium und Vorstand, die ihn in diesen Tagen per WhatsApp verbreiten. Die Christdemokraten in den Landes- und Bezirksverbänden, in deren Chatgruppen der Sketch kursiert, und natürlich die Parteimitglieder ganz unten, auf der Kreis- und Ortsebene.

»Der Kanzler am Werk« wird dazugeschrieben. Und dann sieht man Loriot als Beamten im Außendienst in Mantel und Anzug im Wohnzimmer auf einem Sessel sitzen. »Sie möchten sich noch etwas gedulden«, vertröstet ihn das Dienstmädchen und stellt das Radio an, aus dem der »Piccolo Bolero« plärrt. Der Beamte muss warten, er langweilt sich, und da fällt ihm auf, dass eines der Bilder schief hängt. Damit nimmt das Unglück seinen Lauf.

Als er das Bild richten will, fällt ein zweites aus dem Rahmen und das dritte auf den Boden. Er kriecht hinter das Sofa und stößt dabei erst den einen, dann den anderen Beistelltisch um. Er rutscht auf dem Flokati aus, wirft den Couchtisch um, schließlich kracht das Geschirr aus dem Regal, es fällt um, erst das eine, dann das andere, und am Ende taumelt er, den linken Fuß im Flokati verheddert, aus dem verwüsteten Zimmer dem Dienstmädchen entgegen und stammelt: »Das Bild hängt schief.«

Ob das Tragische manchmal komisch sei, wollte der Journalist Gero von Boehm 1986 von Loriot wissen, und der antwortete, es sei sicher benachbart. Der Begriff der Tragik sei nur auf den »Begriff, unschuldig schuldig zu werden«, zurückzuführen, sagte Loriot: »Und das ist natürlich auch komisch. Wenn jemand etwas tut, was er in aller Unschuld tun wollte, und damit etwas Verheerendes anrichtet, ist das hart an der Komik.«

Deshalb wird das kurze Video in der CDU so oft geteilt. Weil nicht nur Tragik und Komik so enge Verwandte sind, sondern auch Komik und Lächerlichkeit. Und ist es nicht tragisch, komisch und gleichzeitig auch ein wenig lächerlich, wie Friedrich Merz den Rücktritt von Fraktionschef Jens Spahn nutzen wollte, seine müde Koalition mit einer großen Kabinettsumbildung endlich in Schwung zu bringen, und stattdessen eine breite Schneise der Verwüstung in seiner Partei hinterließ? [….]  In den vergangenen Tagen haben sie hilflos zusehen müssen, wie sich der Kanzler mit jedem Problem, das er lösen wollte, mindestens zwei neue einhandelte. Wie bei Loriot. Erst fällt das Bild aus dem Rahmen, dann kippt der Beistelltisch um, dann der Couchtisch, das Regal, und am Ende klebt auch noch der Flokati am Fuß. [….]

(Konstantin von Hammerstein, Christian Teevs 30.07.2026, DER SPIEGEL 32/2026)

Die konservative Realsatire ist das Beste, das der Welthumor derzeit zu bieten hat.

Sagenhaft, wie sich Trump und Merz durch die Tagespolitik dilettieren. Da müssen Extra3 und Heute Show nur die Kamera draufhalten und ernten Lachsalven. Das Publikum liegt am Boden und hält sich die Bäuche.

Besonders toll sind ihre religiotischen Brüder aus der Christfluencer Szene, die sich bibeltreu durch Social Media zappen und den erstaunten wichsaffinen Teens und Twens erklären, wie enttäuscht Jesus von ihnen ist, wenn sie mit der Nudel spielen, um ihren Nucleus accumbens und den Hypothalamus mit Dopamin und Oxytocin zu spülen. Gott mag das gar nicht und passt genau auf.

Die bemuskelten NoFab-Influencer aus dem angelsächsischen Sprachraum sind Comedy-Gold! Jedes Mal wenn sich „untenrum“ etwas bei ihnen etwas zu regen droht, reißen sie sich das Shirt vom Leib, schalten die Tiktok-Kamera ein und erzählen ihren horny followern, wie sie in Versuchung geführt werden, aber nun nach sechs Monaten, acht Monaten 14 Monaten, ohne Masturbation natürlich nicht rückfällig werden möchten und daher schnell ins Gym rasten, um sich mit Sport und Bibelkunde über Earpods zu derigieren.

Ihre germanischen Kollegen gehen kopflastiger vor und finden bei der gemeinsamen Exegese den Ausweg aus der Onanie.

Jesus und seine 12 Jünger gingen nicht ins Gym; sie bacchanalisierten ihre Triebe in reinen Männerrunden. Mann trug Kleid und Jesus sorgte für steten Nachschub von Hochprozentigem.

Dieser Form der All-male-Masturbationsprävention, also den antiken Darkroom, möchten wichswidrige US-Christfluencer nun mit frauenfreien Fitnessstudios nachahmen. THE LUST-FREE GYM. In Oklahoma.


[….] Men-only gyms seek to protect Christian men from lust[….] White conservative Christian men are rising up all over the nation to take their place at the top of their families, churches and communities.

We’re witnessing their rise to power through the Rededicate 250 events where men like Mark Driscoll called on young men “to get married, to build your business, to get into politics, and also to in every way empower your church to be the tip of the spear for the fight against evil.” [….] But of course, male-only voting booths, pulpits and annual conferences are one thing. How can men survive the daily grind of being around women and become the warrior kings the Doug Wilsons and Mark Driscolls of the world want them to be?

To reach that peak, the Christian manosphere believes men need to be in top physical and spiritual shape. So one way they’re proposing to accomplish that is through “lust-free” gyms. [….] These stories typically begin with men recounting their past indulgence in pornography, adultery and other vices.

“Why are we men’s only? Who are we?” asks Jeff Hambrecht, founder of Proverbs 27:17 Fitness in Oklahoma City. “In a nutshell, one of the No. 1 places affairs and infidelity occur, cheating, is the gym. Byproduct is someone who had an affair in my previous marriage. Doesn’t work out well for you fellas.” [….]

(baptistnews, 22.07.2026)

Eine tolle Idee, mit der sie schnell viral gingen.

Men-only gyms seek to protect Christian men from having self control and treating women with respect while indulging in homo*rotic Alpha femboy stuff

— Liberaltarian™ (@spatially) July 24, 2026

A bunch of h*rny, sweaty Christian men n*ked in the showers? What could go wrong? pic.twitter.com/HcuigS8HRt

— Maximum atheist (@Maximumatheist) July 23, 2026

Yeah, OK
That’s what’s gonna happen
🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣 pic.twitter.com/pUJfe7GLgy

— @Oh Jeff Fa Fa 🤣 (@convoyparody) July 26, 2026

pic.twitter.com/5MGrjhCo6T

— Ozzdog12-Polar Destroyer creator (@Ozzdog12) July 24, 2026

Y'all should just gouge your eyes out like the Bible tells you to do. https://t.co/tONqjbIBYn

— Sarah Ironside 💙 (@SarahIronside6) July 24, 2026

Oh yeah that’ll definitely prevent any lustful outbreaks thank god https://t.co/NmxUfQJ3Kx

— JJ in NH (@JustJoshinNH) July 23, 2026

Will Grindr be blocked in the gym as well? https://t.co/gsOzZGhg8z

— Pink Pony Club Sandwich 🦄 (@AJSolis9) July 23, 2026

 

Das funktioniert sicher ähnlich gut, wie im Vatikan, wo es bekanntlich auch keine Masturbation und keine Homosexualität gibt!

[….] To join, members must sign strict covenants pledging loyalty to traditional heteronormativity. The solution to avoiding women? Building a lavish, men-only fortress where sweaty, pumped-up guys can lift together, share their deepest vulnerabilities, hit the sauna, and intensely focus on each other’s spiritual and physical growth.

From a queer perspective, it’s absolute comedy gold. In their frantic effort to banish female distraction, these gym bros accidentally engineered the ultimate, high-intensity male bonding club.

Nothing says “strictly straight” quite like carving out a sacred space where men can gather in minimal clothing, admire physical strength, and build radical interpersonal intimacy – all while insisting it’s strictly for Jesus. But hey, if the path to working on their “struggles” requires building a dedicated brotherhood sanctuary complete with post-workout sauna sessions, who are we to judge their journey?  [….]

(TheFightMag, 28.07.2026)