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Sonntag, 27. September 2026

Mit verbundenen Augen in die Zukunft

Mir fiel ein großer Stein vom Herzen, als einem Monat nach meinem wohlbegründeten „Nein zu Olympischen Spielen in Hamburg“ das Ergebnis der Volksabstimmung feststand: Mit klaren 55% gegen den IOC-Kommerzwahn ging der Olympia-Kelch an mir vorüber.

Die Hauptstadt Söderistans tritt nun also offiziell als deutscher Kandidat an und unsere vorgestriger 70-Jähriger Kanzler demonstriert der Jugend noch einmal, was das Wort „cringe“ heute bedeutet, indem er auf 2044 blickt, wenn er 89 Jahre alt sein wird. Kanzler-Postings zum Mitschämen.

[…] KI erschafft Bilder. Aber Olympia muss man einfach selbst erleben.
Zusammenhalt, echte Emotionen und das Gefühl, gemeinsam etwas Großes zu erleben – das lässt sich nicht künstlich erzeugen.
Mit München haben wir einen starken Kandidaten für Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland. Deutschland kann Olympia. Jetzt packen wir gemeinsam die internationale Bewerbung an.
[….]

(Fritze, 26.09.2026 via Instagram)

Ein historisch unbeliebter, vom Volk völlig abgehobener Gescheiterter, lässt sich in Opa-Sprache bunte KI-Bilder der paradiesischen Olympischen Zukunft erstellen.

Gut möglich, daß seine physische Kondition dem Kanzler ermöglicht, noch mit 89 Jahren fit und aktiv zu sein.

  

(….) Vor noch nicht allzu langer Zeit fabulierte der Sauerländer Simpel, mit dem Verweis auf die hervorragende Gesundheit seines 102-Jährigen Vaters Joachims, nach 2029 eine zweite Amtszeit anzustreben. Über die physische Langlebigkeit mag er durchaus verfügen; seine 98-Jährige Mutter lebt ebenfalls noch. Aber seine politische Unfähigkeit; so viel ist jetzt schon sicher, wird definitiv verhindern, noch einmal als Kanzlerkandidat zur Wahl anzutreten. (…)

(Generalverschiss-Stadium, 13.09.2026)

Weniger wahrscheinlich, aber theoretisch möglich, ist eine erfolgreiche Bestechung der maximal-korrupten IOC-Funktionäre mit bayerischen Millionen, um den Zuschlag für die Spiele zu bekommen. Geld spielt keine Rolle!

[…..] Eine Olympia-Bewerbung bedeutet eine Unterwerfung unter das Regime des IOC. Ob sie dagegen das Land zusammenbringen kann, ist fraglich.

Golf für München! Die Stadt darf sich um die Ausrichtung Olympischer Sommerspiele bewerben. 2036, 2040 oder 2044 könnten wieder Olympische Spiele in Deutschland stattfinden. Jetzt muss nur noch das Internationale Olympische Komitee (IOC) von den Vorzügen der bayerischen Landeshauptstadt überzeugt werden.

Einfach ist das gewiss nicht. Und es erfordert einen Akt der beinahe totalen Unterwerfung unter das Regime des IOC. Das fordert jede Menge staatliche Garantien zur Finanzierung der Spiele und für die Sicherheit von Athletinnen und Fans bei dem Megaevent. Der Bund, das Land Bayern und die Kommune München werden sich großzügig zeigen. Während in den Etats für Soziales oder Kultur gespart wird, werden für Olympia die Kassen geöffnet. Lange bevor aus ersten Plänen echte Konzepte geworden sind, hat Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) bereits ein Finanzierungsversprechen für die Spiele abgegeben. Für Olympia in Deutschland scheint kein Preis zu hoch zu sein.  [….]

(Andreas Rüttenauer, 27.09.2026)

Für noch weniger wahrscheinlich, als den IOC-Zuschlag für Merz, halte ich allerdings die Existenz einer funktionsfähigen Stadt München im Jahr 2044.

Der 55°C heiße Sommer läßt dann vermutlich nur noch KI-gesteuerte Roboter-Athleten zu. Die Zuschauer werden einige wenige Superreiche sein, die aus ihren unterirdischen Bunkern virtuell zugeschaltet sind. Die Klimakatastrophe ist nicht aufzuhalten mit Politikern wie Söder, Reiche, Merz, Putin und Trump.

Aber vielleicht sind dystopische Hitze-Spiele in einem wüstenähnlichen Rudimentär-Deutschland schon das bestcase-Szenario.

Wir könnten auch eine aus Peking gesteuerte Kolonie sein. Deutschland kann mit seiner digitalen Rückständigkeit und dem völlig verblödeten Urnenpöbel, der mehrheitlich Fossillobby-Parteien wählt, auf keinen Fall bei der Globalisierung mithalten.

In der asiatischen Regierungszentrale der nördliche Hemisphäre würde längst entschieden worden sein, die Ressourcen für ein Sport-Event nicht im untergegangenen politisch irrelevanten Europa zu verschleudern. Auch das wäre noch ein optimistisches Szenario, welches das Überleben der Menschheit vorsieht.

Gut möglich, daß die KI-Herrschaft den Planeten bis dahin mit Heftklammer-Fabriken überzogen hat und damit ganz ohne böse Absicht die komplette Fauna, inklusive Homo Demens, gekeult werden musste.

Oder es liegt einfach nur alles brach, weil eine 100% letale Pandemie leichtes Spiel im nicht vorbereiteten Schwurbelstan hatte. Das wären gute Nachrichten für das Tierreich und die Flora.

Ebenfalls möglich bis wahrscheinlich sind natürlich kriegerische Verheerungen Europas, nach einem Two-Theaters Szenario.

Schließlich bleibt immer noch die reale Chance, daß eins der acht Genies, das von den Menschen an die roten Atomknöpfe gesetzt wurde – Bibi, Putin, Trump zum Beispiel – den letzten Weltkrieg startet.

Samstag, 20. Juni 2026

Wissenschaft vs Schwurbelschaft

Vor zwei Wochen hatte ich eine Katarakt-Operation; links gucke ich nun durch eine künstliche monofokale asphärische Zeiss-Intraokularlinse.

Ich bin etwas früh dran und war zugegebenermaßen etwas schockiert über die Diagnose und die Notwendigkeit einer Augenoperation.

Mein Vater allerdings war noch früher dran, erkrankte in den 1980ern am Grauen Star und wurde fast blind. Wir fürchteten alle um sein Augenlicht und er reiste sogar in seine alte Heimat New York, um mit den führenden Ophthalmologen zu sprechen.

Schließlich wagte er die OP in einem großen Hamburger Krankenhaus. Dort musste er fast zwei Wochen liegen, weil das Nahtmaterial und die großen Wunden genau beobachtet wurden.

Seither gab es aber Quantensprünge in der Augenheilkunde. Wissenschaftliche Forschung machte es möglich, daß inzwischen eine Million Katarakt-OPs pro Jahr in Deutschland durchgeführt werden. Fast alle ambulant. Der Eingriff dauert 10 Minuten. Wenn man möchte, erledigt der Femto-Laser alles in einer 1986 unvorstellbaren Schnelligkeit und Präzision. Es muss nicht mehr genäht werden.

Komplikationen gibt es fast nie. Nach der OP bekommt man noch schnell einen Kaffee und einen Keks, um sich von der Anästhesie zu erholen und kann nach Hause gehen. Gnade der späten Geburt.

Wie der Eingriff technisch funktioniert, wußte ich genau, aber dennoch litt ich vorher an diffuser Angst. Spritzen und Schnitte INS AUGE habe ich nicht so gern.

Wie sich herausstellte, verstand aber die Anästhesistin ihr Handwerk und schaltete mich mit Propofol und Midazolam soweit aus, daß ich zwar noch ansprechbar war und grob mitbekam, was passierte, aber alles völlig entspannt hinnahm. Im Handumdrehen saß ich mit lauter anderen Augenpflaster-Menschen, von denen ich klar der Jüngste war, im Kaffee-Raum. Der Schlamassel begann anschließend; ich entwickelte jede erdenklichen Komplikation und Medikamentenunverträglichkeit.

Seither musste ich jeden einzelnen Tag zur Nachbehandlung/Kontrolle in die Augenarztpraxis. (Es ist kein Rätsel, was passiert ist, aber die Details führen an dieser Stelle zu weit.)

In der Praxis reagiere ich meiner Natur entsprechend, jeden Morgen beim Hereinkommen und beim obligatorischen Termin-Machen für den nächsten Tag, mit Witzen. Der junge Mann am Counter mit dem Termin-Programm, den ich schon länger kenne und mit dem ich auch schon öfter gequatscht habe, blickte mich auf einmal sehr ernst an und suggerierte, ich trüge auch selbst einen Teil der Schuld. Ob ich denn nicht wisse, daß jeder Mensch in einer persönlichen Frequenz schwinge, die sein Schicksal beeinflusse? Mit zu lockeren Sprüchen könne ich negative Schwingungen auslösen, die das Universum veranlassten, meine Heilung zu verhindern.

Natürlich weiß ich, was eine Inselverarmung ist, wie selektiv Menschen verblödet sein können. Das wurde von Michael Schmidt-Salomon in seinem hochempfehlenswerten „Keine Macht den Doofen“ anschaulich beschrieben.

[….]  Religiotie ist eine selten diagnostizierte (wenn auch häufig auftretende) Form der geistigen Behinderung, die durch intensive Glaubensindoktrination vornehmlich im Kindesalter ausgelöst wird. Sie führt zu deutlich unterdurchschnittlichen kognitiven Leistungen sowie zu unangemessenen emotionalen Reaktionen, sobald es um glaubensrelevante Sachverhalte geht.

 Bemerkenswert ist, dass sich Religiotie nicht notwendigerweise in einem generell reduzierten IQ niederschlägt: Religioten sind zwar weltanschaulich zu stark behindert, um die offensichtlichen Absurditäten ihres Glaubens zu erkennen, auf technischem oder strategischem Gebiet können sie jedoch (siehe Osama bin Laden) hochintelligent sein. Wie es „Inselbegabungen“ gibt (geistig behinderte oder autistische Menschen mit überwältigenden mathematischen oder künstlerischen Fähigkeiten), so gibt es offensichtlich auch „Inselverarmungen“ (normal oder gar hochintelligente Menschen, die in weltanschaulicher Hinsicht völlig debil sind).

Religiotie sollte daher als „partielle Entwicklungsstörung“ verstanden werden – ein Begriff, den der Entwicklungspsychologe Franz Buggle schon vor Jahren vorgeschlagen hat, um die spezifischen Denkhemmungen religiöser Fundamentalisten zu erfassen. [….] 

(Keine Macht den Doofen, s.42f)

Natürlich arbeiten auch im medizinischen Bereich Menschen mit Inselverarmungen, aber immer, wenn mir einer begegnet, den ich schon länger kenne und als vernünftig einschätzte, bin ich auf’s Neue verblüfft. Die massenhafte Vermehrung der Covidioten nach dem Beginn der Impfkampagnen 2020/21, haben leider noch mal die Schleusentore weit geöffnet. Die Schwurbler haben ihre Scham abgelegt und posaunen ungefragt den größten Unfug in die Welt hinaus.

Es gibt aber keine „alternativen Fakten“! Es gibt genauso wenig „alternative Medizin“, wie „alternative Physik“ oder „alternative Mathematik“.

Wenn Taco und RFK so etwas verbreiten, zeigt das nur ihre sagenhafte Dummheit und nicht etwa eine Alternative zu mathematischen Gesetzen.


[….] "Er versteht nicht mal Grundlagen-Mathematik." Dieses harsche Urteil löst in vielen traurige Erinnerungen an die Schulzeit aus. Für US-Präsident Donald Trump ist diese Kritik hingegen kein Schnee von gestern, sondern hochaktuell.

In den vergangenen Monaten blamierte er sich bereits. [….] Und nun folgt also die oben formulierte vernichtende Kritik, sie kommt von einer renommierten Wirtschaftswissenschaftlerin. Denn Trump hat sich mal wieder verrechnet. [….] In den vergangenen Tagen erklärte Trump mehrmals, wie er die Preise für Medikamente in den USA massiv senken will, teils um das Zehnfache. Ein hehres Ziel, keine Frage. Die Zahlen schinden Eindruck. Und doch schafft es Trump erneut nicht, sich mit der Realität zu begnügen, sondern lügt seinen Erfolg noch größer.

Am Montag betonte er: Die Medikamentenpreise sollen um "1000 Prozent, 1200 Prozent, 1300 Prozent, 1400 Prozent" oder noch mehr sinken. Mathematisch ist diese Aussage eine Unmöglichkeit, schlicht Unsinn.

Denn senken kann man einen Preis um höchstens 100 Prozent. Kostet ein Medikament 10 Euro und man senkt den Preis um 10 Euro, senkt man ihn um 100 Prozent. Die Prozentzahl bezieht sich immer auf den Ausgangswert, dieser liegt eben bei 100 Prozent. Mehr geht nicht, denn das Produkt wäre in diesem fiktiven Szenario bereits kostenlos.   [….]

(Dariusch Rimkus, 23.12.2025)


Ein besonders bizarres Beispiel faktenwidriger Wirrnis liefert heute der rechtsextreme Verschwörungstheoretiker und AfD-Berater David Berger, indem er auf seinem PP-Blog einen der größten Spinner der faschistoiden Szene loslässt:
David Cohnen.

[….] Irgendwo verortet zwischen Werteunion und AfD kämpft ein Mann seinen Kampf für eine Gesellschaft wie früher, und seine Waffe sind Tausende Mails an Fremde. David Cohnen ist Polit-Spammer. [….] Willkommen in der Welt von david_cohnen@gmx.de, in der ständig von der Gefahr durch Überfremdung geraunt wird, die CDU durch Merkel unwählbar geworden ist und er nach einer Alternative zu Parteien sucht, die nicht die Interessen des deutschen Volkes vertreten. [….] Denn David Cohnen belästigt massenhaft Deutsche mit unerwünschten Mails. Er ist so etwas wie der nigerianische Prinz. Die Betrügermasche mit der Aussicht auf eine Erbschaft war früher Dauergast in Postfächern, jetzt wandert David Cohnen in die Postfächer ein. [….] Aber wer ist David Cohnen? Genug E-Mail-Adressen, ihn das zu fragen, gibt es ja. Allerdings kommt von keiner eine Antwort. [….]  Die Spuren des Mannes, der so engagiert seine Meinung unters Volk bringt, reichen weiter zurück. Im Februar 2013 ging es für ihn unter einem Artikel von focus.de los, als er die niedrige Geburtenrate in Deutschland kommentierte. [….] [….]

(Lars Wienand, 29.12.2021)

Für den klerikalfaschistischen PP-Lügenblog „analysiert“ Cohnen nun die Parteipolitischen Umfragedaten der letzten fünf Jahren und extrapoliert sie maximal antiwissenschaftlich bis zum Jahr 2036.

[….] Das gemeinsame Kurvenmodell zeigt eine starke Divergenz der langfristigen Entwicklungen:

·        Die AfD entwickelt den stärksten Aufwärtstrend.

·        CDU und SPD verlieren kontinuierlich an Zustimmung.

·        Die Grünen stabilisieren sich und wachsen leicht.

·        Die FDP verbleibt auf niedrigem Niveau.

·        Die Linke etabliert sich nach ihrem Niveauwechsel oberhalb der SPD.

·        Das BSW stabilisiert sich im Bereich um 3 %.

Die Untersuchung stellt keine Prognose dar. Sie ist vielmehr eine grafische und mathematische Fortsetzung der beobachtbaren Kurvenformen unter der Annahme, dass deren jeweilige Grundrichtung erhalten bleibt. [….]

(PP, 20.06.2026)

Sie kennen keine Scham mehr.

Selbstverständlich hat das mit seriöser Demoskopie rein gar nichts zu tun. Niemand kann Wahlergebnisse auf 0,5 Prozentpunktegenau in zehn Jahren prognostizieren.

Bemerkenswert in Cohnens „Berechnung“ ist sein Trumpsches Scheitern an einfacher Prozentrechnung.

AfD, CDU, SPD, Grüne, Linke, FDP und BSW erreichen bei David Berger im Jahr 2036 gemeinsam 127,4%!

Ein Wunder!

Mittwoch, 18. März 2026

Nicht lernfähig – Teil II

Das ist ja unerhört, tobt Trump im Weißen Haus. Da beleidigt, bedroht, beschimpft und erpresst man die doofen NATO-Idioten in Europa jahrelang und dann wollen sie auf Zuruf nicht sofort aufspringen, um einen den Hintern zu küssen!

[…..]  Donald Trump macht in dieser dritten Woche seines Kriegs gegen Iran eine banale Erfahrung. Wer über Monate seine Verbündeten beschimpft, sie bedroht und lächerlich macht, wer geradezu das Verbündetsein an sich negiert – der bekommt womöglich eines Tages zu hören: Danke, gleichfalls.

»Dieser Krieg ist nicht Angelegenheit der Nato«, sagt der deutsche Kanzler.

»Wir werden uns nicht in einen ausgeweiteten Krieg ziehen lassen«, sagt  der britische Premier.

»Wir sind nicht involviert in Militäroperationen in der Straße von Hormus«, sagt  Italiens Außenminister.

»Dies ist nicht Europas Krieg«, sagt  die EU-Chefdiplomatin.

»Wir werden kein Schiff in die Straße von Hormus schicken«, sagt  die australische Verkehrsministerin. [….] Immer wieder haben von Trump beunruhigte Europäer gewarnt, »America first«, der Leitspruch seiner MAGA-Bewegung, bedeute in Wahrheit: »America alone«. Gemeint war, dass die Verbündeten sich nicht mehr auf ihre Schutzmacht USA verlassen könnten. Doch nun bekommt Trump die Kehrseite seines Unilateralismus zu spüren. »Ein Glück, dass der Präsident seine Verbündeten nicht mit Zöllen oder Drohungen, Grönland zu überfallen, vergrault hat«, schreibt  sarkastisch das konservative »Wall Street Journal« in seinem Leitartikel. [….]

(Cornelius Dieckmann, 17.03.2026)

 

Man wünscht es sich so. Aus tiefster Seele. Würden die Europäer doch endlich Trump kollektiv den Mittelfinger zeigen, ihm die Benutzung der Europäischen Stützpunkte (Ramstein!) verbieten und den US-Tech-Cronies (Amazon, Meta, X) den Zugang zu unserem 500-Millionen-Konsumentenmarkt abdrehen.

Aber heute rudert Merz im Bundestag zurück und umgarnt Trump bereits wieder.

[….]  »Solange der Krieg andauert, werden wir uns daran nicht beteiligen, in der Straße von Hormus mit militärischen Mitteln eine freie Schifffahrt zu gewährleisten«, sagte der Kanzler noch am Montag.

Jetzt vor dem Bundestag macht er aber auch deutlich, welche Öffnungsklauseln in dieser Formulierung angelegt sind. Zum einen schließe das »ausdrücklich nicht aus, dass wir mit diplomatischen Mitteln auf eine schnelle Beendigung des Krieges hinwirken«. Merz verweist auf die Reise von Außenminister  Johann Wadephul in die Region in der vergangenen Woche.

Zum anderen, so der Kanzler weiter, schließe seine bisherige Haltung auch nicht aus, »dass wir nach Ende der Kampfhandlung unseren Beitrag dazu leisten, eine Friedensordnung in der Region aufzubauen«. Das ist recht breit gefasst, allerdings stellt Merz klar, dass Deutschland sich dann auch einer »Debatte über die freie Schifffahrt, etwa in der Straße von Hormus, nach Kriegsende nicht verschließen« werde. Und wohl auch nicht einer multinationalen Mission, die Seewege zu sichern, durch die normalerweise ein Fünftel des täglichen weltweiten Ölbedarfs verschifft wird.  Es ist ein Zeichen an Donald Trump, das Merz hier setzt, und damit die Botschaft auch unmissverständlich klar ist, spricht der Kanzler sie noch einmal aus. »Wir wollen nicht, dass dieser Krieg zur Belastung für die transatlantische Partnerschaft wird«, sagt Merz und bekräftigt. »Diese Partnerschaft wollen wir, und wir brauchen sie.« [….]

(Paul-Anton Krüger, 18.03.2026)

Wollen wir? Wirklich? Also ich sicher nicht. Aber in einem Punkt hat der Bundeskanzler Recht: Wir brauchen die USA. Wir brauchen die USA leider immer noch, weil wir Deutschen, wir EUler, wir Europäer, leider auch 12 Jahre nach der russischen Krim-Annexion, zehn Jahre nach der ersten Wahl Donald Trumps, vier Jahre nach dem Beginn des Ukraine-Krieges, anderthalb Jahre nach der zweiten Wahl Trumps, immer noch zu dumm und unfähig sind, eigene Rüstungskapazitäten, eigene Geheimdienstfähigkeiten, eigene Software herzustellen. Was viel kleinere, oder ökonomisch viel schwächere Länder (Israel, Iran, Russland, Ukraine), längst hinbekommen, schaffen wir einfach nicht: Massenproduktion von Drohen oder Artilleriemunition. Fast vier Jahre nach Kriegsbeginn, übernimmt die Ukraine die Herstellung in der Ukraine. Die EU konnte nie ihre Versprechen einhalten.

[….] Die Ukraine hat nach wie vor einen Riesenbedarf an großkalibriger Munition. Der Import aus den Partnerländern alleine kann den Bedarf nicht decken. Daher ist das Land bestrebt, über möglichst viele Produktionsoptionen vor Ort nutzen zu können. Auch wenn diese in der Ukraine natürlich jederzeit ein Ziel russischer Angriffe werden können. Viel wurde in den letzten Monaten über den Aufbau der Rheinmetall-Produktionsstätte gesprochen. Jetzt hat auch die Czechoslovak Group (CSG) die lizenzierte Produktion von großkalibriger Munition in der Ukraine aufgenommen.

Die Produktion erfolgt in Kooperation mit dem ukrainischen Partner von CSG, Ukrajinska Bronetechnika (Ukrainian Armor), dem die Gruppe eine Produktionslizenz, technisches Know-how und zentrale Komponenten zur Verfügung gestellt hat. Das Projekt markiert einen weiteren Meilenstein in der langjährigen Zusammenarbeit zwischen der tschechischen und der ukrainischen Verteidigungsindustrie und stärkt die Fähigkeit der Ukraine, einen Teil ihrer Artillerie-Munition aus eigener Produktion zu decken, so CSG bei der Bekanntgabe.  […..]

(Soldat und Technik, 06.11.2025)

Die EU muss Munition immer noch in den USA kaufen, weil auf dem Weltmarkt kaum noch etwas zu bekommen ist und wir in Europa selbst einfach zu träge sind, um die Produktion anzukurbeln.

[….] Es mangelt nicht an Versprechen, der Ukraine mehr Munition zu beschaffen. Doch Einkäufe auf dem Weltmarkt sind kompliziert. Der Sicherheitsexperte Rafael Loss erklärt, woran das liegt und was für die Europäer daraus folgt. [….]

tagesschau.de: Gibt es Schätzungen, wie groß Bestände es bei der 155-Millimeter-Artilleriemunition sind?

Loss: Es gibt keine verlässlichen Schätzungen. Man kann in die Auftragsbücher der verschiedenen Rüstungsunternehmen blicken und sich einen gewissen Überblick darüber verschaffen, was zum Beispiel in Europa oder Nordamerika produziert wird, wie viel über die letzten 30 Jahre produziert wurde, wie viel vielleicht auch für Übungen oder andere Einsätze genutzt wurde. Aber das ergibt keine verlässliche Gesamtevaluation.

Deswegen wird Europa nicht darum herumkommen, die Produktion von Artilleriemunition und auch von allen anderen Rüstungsgütern zu erhöhen. Hierzu haben sich die westlichen Staaten zu spät entschieden - und es geht auch nur langsam voran. [….] Es dauert, bis eine neue Munitionsfabrik den Betrieb aufnehmen kann und ihre volle Kapazität erreicht. Da sind die Bearbeitungszeiten für Bauanträge zu neuen Fabriken. Vormaterialien müssen beschafft werden. Sie brauchen Fachleute für die enorm komplizierte Produktion. Man braucht die Räumlichkeiten, in denen die Munition gelagert wird. Und dann muss die Munition an den Ort gebracht werden, wo sie hin soll und dort in Bunkeranlagen gelagert werden.

Für das neue Munitionswerk in Unterlüß wurde im Februar der Spatenstich gesetzt - fast zwei Jahre nach Beginn der russischen Vollinvasion. Rheinmetall, das dort schon einen Standort betreibt, schätzt, dass es mindestens zwölf Monate dauert, bis die Produktion anläuft - und dann sicherlich noch mal zwei Jahre, bis die Produktion ein volles Niveau erreicht.

tagesschau.de: Dann sprechen wir über das Jahr 2027 [……]

(Tagesschau, 20.03.2024)

Die Unfähigkeit Europas, lange gewonnene Erkenntnisse in praktische Politik umzusetzen, spottet jeder Beschreibung. Wir wissen seit Jahrzehnten, wie extrem abhängig wir von Medikamentenlieferungen aus China und Indien sind. Das technische Knowhow, um Hustensaft und Aspirin herzustellen, stammt dabei aus Europa. Aber die Produktion wirft zu wenig ab, daher hat niemand Lust dazu. Notwendig wären politische Vorgaben, um eine unabhängige europäische Grundversorgung zu garantieren. Aber die Gesundheitsminister und Parlamente versagen kollektiv. Anfang 2020 merkte schließlich jeder einzelne Bürger, wie fatal unsere totale Abhängigkeit bei einfachen Hygieneartikel aus Asien ist: Sterile Krankenhaus-Verbrauchsartikel, Handschuhe, Masken, Desinfektionsmittel. Möglicherweise kostete uns dieser Mangel Myriaden Menschenleben. Er kostete auf jeden Fall viele Milliarden Euro, die Gesundheitsminister Spahn sinnlos verschleuderte. Die Erkenntnis war klar: Wir müssen Handschuhe und Masken in Europa herstellen, um in zukünftigen Krisen und Pandemien, nicht wieder in China betteln zu müssen.

Und tatsächlich, eine kurze Zeit, wurden Masken in Bosnien gefertigt. Aber das war etwas teurer als in China. Also beerdigte man das Projekt und verlagerte die gesamte Fertigung wieder nach China.

Nun, nach Trumps Iran-Abenteuer das Déjà-vu: Einweghandschuhe und Schutzkittel werden knapp, aber SECHS JAHRE NACH CORONA gibt es keinerlei Produktionsmöglichkeit in Deutschland.

[….] Ein Schreiben macht gerade in der Medizinbranche die Runde – und weckt bei manchen alte Erinnerungen. Der chinesisch-südkoreanische Chemiehersteller LG Bohai Chemical hat vergangene Woche gegenüber seinen Kunden Force majeure erklärt. Das heißt: Durch höhere Gewalt fühlt man sich nicht mehr an Lieferverträge gebunden.

Begründung: Die Blockade der Straße von Hormus im Zuge der Irankrise habe die Versorgung mit Naphtha und Ethylen – den zentralen Grundstoffen für die Produktion von Medizinprodukten aus Kunststoff – stark gestört.

Für Europas Krankenhäuser könnte das weitreichende Folgen haben.

[….] Michael Koch kennt solche Signale. Der Produkt-Projektmanager beim Medizingroßhändler Medika Medizintechnik im fränkischen Hof verfolgt die Lage seit Wochen mit wachsender Sorge. »Wir haben dreimal die Woche Krisensitzungen«, sagt Koch. »Sechs von zehn Hersteller aus China nehmen momentan keine Bestellungen mehr an – weil das Rohmaterial wieder gehandelt wird wie zu Coronazeiten. Wer am meisten zahlt, kriegt es.«

Das betrifft vor allem Einweghandschuhe. Aber auch bestimmte Schutzkittel, Drainagen, Absauger, Vliesstoffe – kurz: alles, was aus Kunststoff gefertigt wird oder bei dessen Herstellung Rohöl oder Gas eine Rolle spielen. Kochs Schätzung: rund 70 Prozent des gesamten Verbrauchsmaterials in einer Klinik. [….] Das Tragische: Die Situation war absehbar. Im Frühjahr 2020 kollabierte die globale Lieferkette für medizinische Schutzausrüstung innerhalb weniger Wochen wegen der Coronapandemie. Handschuhe, Kittel, Masken – alles wurde knapp, teuer, war teils gar nicht mehr erhältlich. Sechs Jahre später hat sich an der strukturellen Abhängigkeit kaum etwas verändert. »Wir haben gar nichts aus Corona gelernt«, sagt Koch. Im Gegenteil: Europa sei noch abhängiger geworden. [….] Einzig Frankreich sticht hervor: Dort hat der Staat etwa gezielt eine eigene Handschuhproduktion gefördert und öffentliche Ausschreibungen so gestaltet, dass europäische Produkte bevorzugt werden können. In Deutschland fehlt eine vergleichbare Industriepolitik nahezu vollständig. [….]

(Martin Müller, 18.03.2026)

Mittwoch, 22. Oktober 2025

Nazi-Satire

Als ich im Jahr 2007 meinen Blog begann, spielte Social media noch kaum eine Rolle. Ich hatte kein Klugtelefon und fühlte mich bei der Einschätzung der Quellen sicher.

Es gab eine Reihe seriöser Nachrichtenmagazine, wie den SPIEGEL, oder die Süddeutsche Zeitung, die ihre seriösen Ableger im Netz etablierten. Dazu kamen einige engagierte vernünftige Blogger und die ersten trollenden Fascho-Spinner, die ich fasziniert las, weil ich gar nicht glauben konnte, in welch abstruser Gedankenwelt ein Kreuznet-Autor lebte. Kann man wirklich so irre sein, oder steckt ein Satiriker von „the Onion“ oder „der Postillon“ dahinter? Manche Blogger fingen sehr seriös an – Albrecht Müllers Nachdenkseiten und Jens Bergers „Spiegelfechter“ – und glitten irgendwann ins Schwurbelreich ab.

Mit Facebook verbreiteten immer mehr Leute politische Inhalte und wurden aufgrund ihrer geringen Internetkompetenz gern mal zu Nachplapperern von Dummerle-Plattformen: Deutsche Wirtschaftsnachrichten, Netzfrauen, Philosophie Perennis, Tichys Einblick.

Man musste viel aufklären: Setze keine BILD-Links, zitiere nicht aus dem FOCUS, glaube kein Wort von David Berger.

Es wurde aber immer unübersichtlicher, weil die Kommentatoren auf Facebook und Co, durch Chatbot-Armeen manipuliert wurden und gespiegelte Nachrichtenseiten gezielt, täuschend echt klingende Fake-News unter das Volk brachten. Der technische Fortschritt und die Vermögenskonzentration machten es möglich, daß sich einzelne Tech-Milliardäre ihren eigenen Sudelplatz einrichteten. Trumps Truth Social, Musks X und Frank Gotthardts NIUS.

Inzwischen schwurbeln die tausenden rechten Abgeordneten in Deutschland jeder selbst auf allen Plattformen umher, greifen auf unübersichtliche Netze brauner FakeNews-Creators zu. Medienkompetenz ist nicht mehr nur, nicht vorhanden, sondern wird in ihr Gegenteil verkehrt.

Schwurbelt ein sächsischer AfD-Covidiot völlig irrwitzige Bill Gates/Soros-Phantasien vor sich hin und wird auf seriöse offizielle Quellen verwiesen, die den Schwurbelschwall „debunken“, fühlt sich der Schwurbler erst Recht in seinem Wahn bestätigt, weil „die Systemmedien“ alle zur „Lügenpresse“ gehören.

So etwas, wie „der gesunde Menschenverstand“ ist ohnehin eine Fiktion, die ich von niemanden mehr erwarte. Aber viele Millionen AfD-Deutsche sind inzwischen so informativ degeneriert, daß sie gar nicht mehr über offensichtlich unsinnige Dinge stolpern.

Die Endstufe der Hirnzermatschung sehen wir in den USA. Dort wurden 80 Millionen Trumpanzees so in die vollständige Verblödung gesendet, daß sie ohne rot zu werden, die hanebüchensten Unmöglichkeiten glauben.


Obama ist demnach Schuld an den 9/11-Toten, weil er die nationale Sicherheit nicht ernst nahm! (Die Anschläge fanden 2001 statt. Obama kam im Januar 2009 ins Amt). Trump beschuldigte Biden, er habe dem FBI am 06. Januar 2021 befohlen, Hunderte Agenten unter die Kapitolstürmer zu verteilen, um zu Gewalt anzustacheln. Dabei war bekanntlich zu der Zeit Trump selbst US-Präsident und nicht Biden.

Die Trumpisten glauben auch das, was offensichtlich nicht wahr sein kann.

Das Volk von 2025 ist so radikal verdummt, daß sich die Braunfluenzer gar keine Mühe mehr geben müssen. Sie hauen Absurditäten raus, die in der Titanic- oder Postillon-Redaktion als zu unglaubwürdig abgelehnt würden.

Nehmen wir zum Beispiel Hans-Robert Lichtenberg, der während des Weltkrieges 1943 im Pfälzischen Wallhausen geboren wurde.

Er schaffte kaum den Schulabschluss, mogelte sich durch seine Bäckerlehre und betrieb schließlich in der katholischen westdeutschen Provinz mehrere Schwulensaunen, mit denen er so viel Geld verdiente, daß er nach München zog, protzte und dem Titelhändler Hans-Hermann Weyer 300.000 D-Mark anbot, um von der alternden Marie Auguste Prinzessin von Anhalt im Jahr 1980 adoptiert zu werden. Er prellte Weyer um 200.000 DM und setzten sich nach Los Angelas ab, wo er sich „Seine Königliche Hoheit aus Deutschland, Prinz Frédéric von Anhalt, der Herzog von Sachsen“ nannte und in absurden Kaiser Bokassa Fantasie-Uniformen auftrat. 1982 heiratete Lichtenberg die 26 Jahre ältere Zsa Zsa Gabor, adoptierte acht Erwachsene, die ihm insgesamt mindestens zehn Millionen Euro zahlten und die er damit zu Prinzen machte und erbte schließlich Gabors Vermögen.

Richtig bekannt wurde der glühende Rassist und Trumpist Lichtenberg, aber durch seine Trash-TV-Auftritte in Deutschland, bei denen er sämtliche Grenzen des Anstands unterbot. Legendär, wie er bei der Sendung „die Alm“ sogleich sein Gemächt auspackte, um Kader Loth ins Badewasser zu pissen.

Selbst für RTL2-Proleten-Formate ist Lichtenberg ein drastischer Fall von aggressiver Verdummung.

Für die AfD-Schwurbler hingegen gilt Lichtenberg als US-amerikanischer „A-Promi“, der bestens im Weißen Haus vernetzt sei und als Politexperte von Rang angepriesen wird.

Lichtenberg verbreitet seinen Müll über die Faschoplattform MMNews; benannt nach dem rechtsextremen, klimawandelleugnerischen, antisemitischen, covidiotischen Verschwörungstheoretiker Michael Mross.

[….] Frédéric Prinz von Anhalt gilt in USA als A-Promi. Die Ehe mit der Schauspielerin Zsa Zsa Gabor machte ihn weltberühmt und zu einem Freund Trumps. In Berlin sprach er mit Michael Mross von MMNews über Deutschlands Zukunft und sein Verhältnis zu Donald Trump. Und plauderte auch Unterhaltsames zur Familie Trumps aus…

Warum Verdienstadel Sinn macht

Das ebenso unterhaltsame wie politisch kluge Interview mit Frédéric Prinz von Anhalt kommt passend zu einer Debatte, die derzeit die blauen Gemüter beschäftigt: Geburtsadel oder Verdienstadel? Was zählt? Das Blut oder Geist und Wille? Wer kann derzeit unserer Heimat mehr weiterhelfen: Ein blutstechnisch „einwandfreier“ Prinz, der aus speziellen Motiven Mitglied der Merz-Union ist oder einer, der adoptiert ist und seinen großen Namen nützt, um Gutes zu tun und Wichtiges zu sagen?  [….]

(David Berger, 22.10.2025)

So irre muss man erst mal sein: Lichtenberg als „Verdienstadel“ zu loben, weil dieser echter Faschist, Trumpist und Weidel-Fan sei, während der „Blutadel“ der linken Merz-CDU anhinge.

Dienstag, 7. Oktober 2025

Geistige und geistliche Führung

Es ist schon an sich ein schlimmes Schicksal, so ein Polit- und News-Nerd, wie ich zu sein. Es kommt kein Tag, der nicht noch schlimmer, als der vorherige ist.

Mich trifft es besonders hart, weil einer meiner Interessensschwerpunkte die US-Politik ist. Da gibt es nicht nur nichts zu lachen, sondern einen derartig konzentrierten Kotstrom, daß selbst mir Ironie und Sarkasmus ausgehen.

Was gibt einem in so schweren, deprimierend aussichtslosen Zeiten noch Orientierung? Wie entgeht man, vor lauter Ausweglosigkeit suizidaler Gedanken, wenn man nicht das Glück hat, dumm und/oder desinteressiert zu sein?

Während der Corona-Shutdowns, haderten weltweit Gläubige mit ihren Kirchen. Wären die nicht für das Metaphysische, für das Seelenheil zuständig? Hätten sie nicht Antworten für die Abermillionen Menschen finden müssen, deren Seelen durch die Isolation in größte Not geriet? Wo waren denn die Seelen-Experten, als Zig Millionen Angehörige um die 7,1 Millionen Covid-Toten trauerten? Was war die Liebe Gottes wert, als Priester ihre Kirchen verrammelten, niemanden mehr rein ließen und viele Millionen Menschen nicht zu ihren Freunden und Familienangehörigen durften, während diese isoliert in Kliniken mit dem Tode rangen? Einsam litten, allein starben?

Offenbar liebt der allmächtige Jesus seine Menschen doch nicht so sehr.

Aber glücklicherweise konnte die katholische Kirche die Corona-Kommunikationskatastrophe inzwischen wett machen.

Nun findet sie ihre Worte wieder.

Endlich hilft mir ein katholischer Bischof bei meiner alltäglichen medialen Verzweiflung.

Bischof Antonio Suetta von Ventimiglia-Sanremo (* 25. November 1962) kennt sich nämlich wirklich aus und weiß, wieso gerade so viel Böses über uns hereinprasselt.

Der Mann mit dem Hund und der Palme im Wappen, weiß wem er glaubt: „Scio cui crededi“ lautet sein Motto.

[….] Der Bischof des italienischen Bistums Ventimiglia-Sanremo, Antonio Suetta, hat in einem Hirtenbrief eindringlich vor "den Risiken magischer und abergläubischer Praktiken" gewarnt; diese seien Einfallstore für den Teufel. In dem auf das Erzengelfest am 29. September datierten Schreiben, das nachträglich auch auf der Internetseite der Diözese veröffentlicht wurde, ruft Suetta die Gläubigen dazu auf, sich stattdessen neu der kirchlichen Lehre über das Wirken des Bösen zuzuwenden.

Der Teufel sei "eine reale Person", die in der Welt aktiv sei, so der Bischof. Wie böse Menschen versuche er, andere zu verführen und zu beherrschen. Wer sich auf Praktiken einlasse, in denen von Energien, Chakren oder spirituellen Führern die Rede sei, lade den Dämon bewusst oder unbewusst in sein Leben ein, so Suetta. Zu solchen Praktiken zählt der Bischof Wahrsagerei, Horoskope, spiritistische Sitzungen oder das Wiederaufleben heidnischer Kulte. Auch Yoga könne "gefährlich und kontaminiert" sein.

Stattdessen ruft Suetta dazu auf, das Gebet, den Empfang der Sakramente und das Leben in der Gnade Gottes zu pflegen. "Wer in der Gnade lebt, hat nichts vom Teufel zu fürchten", heißt es in dem Brief wörtlich. Wer sich von dämonischen Kräften bedrängt fühle, solle sich ausschließlich an seinen Bischof oder einen von diesem beauftragten Exorzisten wenden. Die Hilfe von nicht autorisierten Personen oder Magiern könne die Situation dagegen "nur verschlimmern". [….]

(Katholisch, 06.10.2025)

Verdammt! Es liegt also am Yoga! Deswegen geht die Welt vor die Hunde.

Aber sowas habe ich mir schon immer gedacht, wenn ich Szenen von flatulierenden Heiden in unzüchtiger Kleidung sah.

Das kann Jesus nicht gewollt haben.

Sonntag, 15. Juni 2025

Murmeltier-Trumpismus.

Schon vor der ersten Trump-Wahl im November 2016 gab es diese Todschlag-Skandale, bei denen man sich sicher war: Jetzt ist er erledigt. Er ist aus dem Rennen. Der kann nicht gewählt werden.

Im November 2015 (sic!) hatte er die Behinderung des New York Times-Reporters Serge Kovaleski auf offener Bühne auf mieseste Art nachgeäfft. Wer wählt jemanden zum Präsidenten, der über disabled people herzieht?

Das berüchtigte Access Hollywood tape stammt aus dem Oktober 2016. Ein Video, in dem der Präsidentschaftskandidat der Republikaner ausführlich prahlt, Frauen zu vergewaltigen: "I moved on her actually. You know she was down on Palm Beach. I moved on her, and I failed. I'll admit it. I did try and fuck her, she was married. [….] and I moved on her very heavily in fact I took her out furniture shopping. [….] I moved on her like a bitch. I couldn't get there and she was married. Then all-of-a-sudden I see her, she's now got the big phony tits and everything. [….] Look at you. You are a pussy. [….] I better use some Tic Tacs just in case I start kissing her. You know I'm automatically attracted to beautiful... I just start kissing them. It's like a magnet. Just kiss. I don't even wait. And when you're a star they let you do it. You can do anything. [….] Grab them by the pussy. You can do anything."

Das Erstaunen war also wirklich groß, als dieser Donald Trump zwar 2,5 Millionen weniger Stimmen als Hillary Clinton bekam, aber dennoch die Präsidentschaftswahl gewann, weil ihn die Christen auf dem Land überproportional gewählt hatten. Er ist der Held der Evangelikalen, wird aber auch bis heute von allen anderen christlichen Kirchen verehrt. 

Trumps Ehefrau, die abstoßend umoperierte Mailorder-bride Melania, die genau wie ihre Ehevorgängerinnen kontinuierlich von Trump betrogen wurde und miterlebte, wie er schon während ihrer Schwangerschaft mit haufenweise Prostituierten und Pornostars poppte, verteidigte ihn für das Grab‘em by the pussy-Tape. Schon vor zehn Jahren war sie ebenfalls als rassistische Birtherin bekannt. Heute wissen wir, daß sie ähnlich ungehobelt, proletig und geldgierig, wie ihr Mann ist. Sie behandelt die Angestellten im Weißen Haus grauenhaft, verabschiedete sich im Januar 2021 nicht einmal, zieht mit Fäkalsprache über ihre Pflichten her und lässt sich vollkommen ungeniert  bestechen, indem sie Trump-Krypto-Scam vertickt oder 28 Millionen Dollar „Beratungshonorar“ von Jeff Bezos für eine Fake Netflix-Doku einsteckt.

Während seiner ersten Amtszeit gab es viele dieser „Jetzt hat er es aber wirklich zu weit getrieben“-Momente. So ungeheuerliche Skandale, daß man allerseits erwartete, die Republikaner und seine Wählerbasis müssten sich nun aber wirklich von ihm abwenden. Die gebrochenen Versprechen (Obamacare, Mauer), zwei Impeachments, eine Millionen Corona-Tote, gekrönt mit der Empfehlung, aus dem Weißen Haus, man möge sich doch Desinfektionsmittel injizieren; der Crash der Wirtschaft, die Insurrektion, mehr als 30.000 Lügen im Amt, das internationale Ansehen der USA im freien Fall. Nach der verlorenen Wahl gegen Joe Biden wurde es sogar noch schlimmer: Nun war Trump völlig out of order. Die Momente der „Trump wird niemals wieder Präsident“-Gewissheit häuften sich. Die Strafprozesse, die verlorenen Zivilprozesse, die gestohlenen Akten aus dem Weißen Haus, die offene Verachtung für Demokratie und Verfassung, die Drohungen gegen Richter udnStaatsanwälte, das Missachten des demokratischen Wahlergebnisses, die Warnung von 40 der 44 engsten Mitarbeitern aus seiner ersten Amtszeit, Trump dürfe nie wieder Präsident werden, der drastische Rassismus und die immer häufiger auftretende offenkundige Senilität. 

Es war so offensichtlich: Der verurteilte Straftäter und Vergewaltiger war pleite und stand mit einem Bein im Knast. Nur mit der Präsidentschafts-Immunität würde er ein freier Mann bleiben und sich durch weltweite Einnahme von Bestechungsgeldern privat sanieren. So irre könnten die Amis ja nun wirklich nicht sein, den Alptraum zurück ins Amt zu holen.

Aber wieder retteten ihn die Christen. Evangelikale, Katholiken, Protestanten stimmten weit überproportional für den Rassisten.

Und wieder wird es nur schlimmer. Trump 2025 ist gefährlicher denn je, zertrümmert die US-Verfassung. Nun kommen die Schock-Auftritte wöchentlich, zu denen weltweit gemutmaßt wird, jetzt habe er aber endgültig dem Fass den Boden ausgeschlagen. Das ließe sich seine Partei nicht gefallen. Da müsse das Volk aufstehen. Aber nichts da. Im Kongress stimmen alle republikanischen Abgeordneten stets, wie ein Mann, für ihn und bejubeln ihn dafür, während er ihre Testikel abhacken lässt.

[….] Beinahe noch interessanter als Trump sind die Leute um ihn herum, ich nenne sie die Trumparounds. Jede Woche könnte ich einen Lieblings-Trumparound küren. Diese Woche ist es Mike Johnson, der republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses. Als sich das Duell zwischen Trump und dem kalifornischen Gouverneur Gavin Newsom in himmlische Höhen geschaukelt hatte, sagte Johnson, man müsse Newsom „teeren und federn“. Das war eine der Lieblingsanwendungen des Ku-Klux-Klan, der brutalen Kapuzenbrüderschaft gegen die schwarzen Amerikaner. Mike Johnson gehörte früher sicher zu den Kindern, die von ihren Schulkameraden nach dem Erdkundeunterricht im Kartenraum eingeschlossen wurden. Aber vielleicht war auch alles ganz anders.  […]

(Hilmar Klute, SZ, 15.06.2025)

Zu seinem gestrigen 79. Geburtstag setzte er noch einen drauf und ließ zu seinen eigenen Ehren eine gigantische Militärparade abhalten, die an Peinlichkeit kaum zu übertreffen war.

[….] Es ist schwer, den Unterschied zwischen der ersten und der zweiten Amtszeit von Donald Trump in einem Bild zusammenzufassen. Das liegt daran, dass dieser Unterschied wegen seiner schieren Größe in keinen Bildausschnitt passt. Da müssten nämlich hinein: knapp 7000 marschierende Soldaten, Dutzende Panzer, Haubitzen, Kampfjets, Bomber und Hubschrauber im Zentrum von Washington sowie ein salutierender US-Präsident oben auf der Tribüne. Die ganze Bilderstrecke dieser Militärparade steht aber für die Kernbotschaft von Trump, dem Zweiten: Fürchtet euch!

Man kennt solche Machtdemonstrationen mit schweren Waffen sonst eher aus Städten wie Moskau oder Pjöngjang. Ihr Zweck ist es, politische Gegner einzuschüchtern, im Äußeren und im Inneren. Diktatoren machen so etwas gerne, Demokraten in der Regel nicht, es sei denn, es gehört wie in Frankreich zur Folklore. Es gibt auch in den USA eine Tradition im Umgang mit solchen Paraden – nämlich die, dass so etwas hier traditionell eher nicht stattfindet.

Als Trump während seiner ersten Amtszeit die Idee von einer Militärparade in Washington aufbrachte, soll sein damaliger Verteidigungsminister James Mattis zu ihm gesagt haben, eher würde er Gift schlucken, als da mitzumachen. Trumps aktueller Pentagon-Chef Pete Hegseth hat ihm dieses Armee-Spektakel nun gewissermaßen zum Geburtstag geschenkt. Das ist der Unterschied: In Trumps erster Amtszeit hat sein Umfeld versucht, das Schlimmste zu verhindern. Diesmal hilft es ihm dabei, Amerika zu unterwerfen. [….]

(Boris Herrmann, SZ, 15.06.2025)

Die Parade war schwach besucht und so langweilig, daß Trump selbst gelegentlich wegnusselte. Natürlich prahlte Trump von 250.000 Besuchern, aber es dürften eher 25.000 gewesen sein, während USA-weit fünf Millionen Menschen bei den „No King“-Demonstrationen gegen Trumpauf die Straße gingen.

Angesichts dieser Peinlichkeit wittert eine SPIEGEL-Kolumnistin wieder einmal den Punkt, an dem doch endlich die Stimmung gegen Trump kippen müsste. 

[….] Womöglich möchte Trump, dieser Commander-in-Chief, endlich auch Kriege führen und wollte diese Absicht bei geselliger Gelegenheit – seinem Geburtstag – der Nation unterjubeln. Das Vokabular des Geburtstagskindes fiel streitlustig aus: »Eure Niederlage wird gewiss sein, euer Untergang wird endgültig sein, und euer Verderben wird total und vollständig sein.« Davon durfte sich quasi jeder angesprochen fühlen, der nicht auf Trumps Seite steht (es war bestimmt auch eine Warnung an Elon Musk). Vance wiederum richtete sich an die Soldaten und teilte ihnen mit, man würde sie nur in den Krieg schicken, »wenn es unbedingt sein müsse«.

Trump möchte sein Land uniformiert sehen, es soll nicht nur party-, sondern auch kriegstauglich erscheinen. Niemand soll nach diesem Tag daran zweifeln, dass die Armee seinen Befehlen folgt, sogar wenn diese wie ein schlechter Witz wirken. Und genauso erschienen sie. Aber die Rechnung wird wohl nicht aufgehen. Vielleicht wird diese Parade sogar zu einem Warnschuss für das Land, vielleicht lassen die Bilder von Samstag die Stimmung gegen Trump weiter kippen. [….]

(Ulrike Knöfel, 15.06.2025)

Wie schön wäre das.

Aber nachdem das Fass nun 50 mal übergelaufen ist, fehlt mir der Glaube, beim 51. Mal passiere etwas.

Donnerstag, 12. Juni 2025

CDU, Krähe, Augen

Eine Krähe hackt der anderen nicht die Augen aus. Daher kann sich der rechtsextreme Maximal-Lügner Jens Spahn auf seine Kollegen im Bundestag verlassen.

[….] Union und SPD haben sich darauf verständigt, den vollständigen Untersuchungsbericht über die Masken-Beschaffung in der Corona-Zeit vorerst nicht anzufordern. Doch das sehen nicht alle Sozialdemokraten ein – und die Opposition erst recht nicht. Neue Details zur Corona-Masken-Affäre setzen Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) unter Druck. Nachdem SZ, NDR und WDR Ende vergangener Woche aus einem internen Bericht der Sonderermittlerin Margaretha Sudhof zitiert hatten, fordern nun nicht nur zahlreiche Oppositionspolitiker die Herausgabe des Dokuments. Auch einzelne Sozialdemokraten dringen auf die Offenlegung des vollständigen Berichts, der im vergangenen Jahr von Spahns Nachfolger Karl Lauterbach (SPD) in Auftrag gegeben und im Januar fertiggestellt worden war. Sudhof hat darin für das Bundesgesundheitsministerium (BMG) die Maskenbestellungen und die Vergabe eines Logistikauftrags durch Spahn in der Corona-Pandemie untersucht. [….]

(SZ, 12.06.2025)


Als Fraktionsvorsitzender der CDUCSU sitzt er an so zentraler Stelle, daß ihm die Milliarden Euro Steuergelder, die er trotz Warnungen verschleuderte, nicht angekreidet werden. Obschon es gerade Spahn, der Mann, mit dem größten Balken im Auge ist, der garstig die Mikrosplitter in den Augen der Bürgergeldempfänger beklagt.

[….] 👉 Der Bundesrechnungshof kritisiert die Corona-Politik Spahns in einem Prüfbericht hart: Der Versorgungsaufschlag sei „planlos und abgekoppelt von Bedarfen“ gewesen. Es geht dabei um 3,1 Milliarden Euro, die der Bund für die Behandlung von COVID-19-Patientinnen an Krankenhäuser gezahlt hatte. Veröffentlich wurde der Bericht der Behörde durch die Plattform FragDenStaat.

👉 Weitere Kritik an Spahn gibt es wegen der Beschaffung von Masken zum Beginn der Pandemie. In einem internen Bericht hat die Sonderermittlerin Margaretha Sudhof im Auftrag des Gesundheitsministeriums entscheidende Punkte gesammelt.

👉 Laut dem Bericht habe sich Spahn stark für die Vergabe von Aufträgen an das Logistikunternehmen Fiege aus der Nähe seines Wahlkreises eingesetzt – trotz politischer Bedenken. Fiege sei mit der Menge an Masken aber deutlich überfordert gewesen. Das Unternehmen weist das gegenüber WDR, NDR und SZ zurück.

👉 Außerdem geht es um Spahns Entscheidung, u.a. Masken bei der Schweizer Firma „Emix Trading“ einzukaufen – für 749 Millionen Euro, so Sudhofs Bericht. Vermittelt wurde der Deal durch die Tochter eines CSU-Politikers. Der Preis der Masken hätte deutlich über gängigen Marktpreisen gelegen. [….]

(Monitor, 12.06.2025)


Die 3.100 Millionen Euro, die Spahn verplemperte, sind eine ungeheuerliche Summe, die nur final unterstreichen, was wir schon lange wissen: Konservative können nicht mit Geld umgehen.

[….] Bundesrechnungshof: Spahn verpulvert Milliarden

Planlos, unwirtschaftlich, ohne nachhaltige Wirkung: Der Bundesrechnungshof kritisiert Spahns Gesundheitspolitik massiv.   […]

(Frag den Staat, 10.06.2025)

Der finanzielle Schaden mag immens sein, aber der politische und demokratische Schaden, den die rechtsbrecherische Merz-Regierung hier SCHON WIEDER anrichtet, übertrifft ihn bei Weitem. Sie bedient toxische rechtsextreme Narrative. AfD und der braune Nazi-Blog-Mob können ihr Glück mal wieder kaum fassen.

[….] Die Verteidigungslinie Spahns: nichts Neues, alles mehrmals berichtet. Bitte gehen Sie weiter.

Dabei ist das Gegenteil der Fall. Der Inhalt ist neu – und höchst brisant. Der Bericht offenbart erstmals, wie Spahn Ratschläge aus dem Innenministerium ignorierte, interne Widerstände brach und durch persönliche Einmischung zu dem Masken-Drama beitrug, das den Steuerzahler wohl noch Milliarden kosten wird. Es ist daher unerlässlich, den Parlamentariern des Deutschen Bundestags den vollständigen Untersuchungsbericht zur Verfügung zu stellen – und nicht einzelne, unverfängliche Teile, wie es nun offenbar Spahns Nachnachfolgerin Nina Warken (CDU) erwägt.

Allein die Ankündigung erweckt den Eindruck, dass der Union der Schutz ihres Fraktionschefs wichtiger ist als vollständige Transparenz in der Masken-Affäre. Das hilft nur den Demokratieverächtern von der AfD, die seit Jahren das Narrativ verbreiten, „die Politiker“ würden am Ende ja doch zusammenhalten, um einander zu schützen. [….]. Es geht in der Masken-Affäre längst nicht mehr nur um die Zukunft von Jens Spahn. Es geht um das Vertrauen in die Demokratie. […]

(Vivien Timmler, 11.06.2025)

CDUCSU sind gefährlich. Man darf sie nicht wählen.

Niemand kann überrascht sein, welch eine Schmierenkomödie aus Unfähigkeit, Dreistheit und Doofheit sich vor unseren Augen unter Bundeskanzler Merz entfaltet.

Jeder konnte es vorher wissen. Dobrindt, Klöckner, Spahn, Merz, Linnemann und Co würden im Falle eines Unionswahlsieges die Regierung dominieren und debakulieren. Der Urnenpöbel wollte es so.

[…]  Spahn schadet dem Ansehen der Politik [….] Hunderte Millionen Steuer-Euro gingen flöten, weil Jens Spahn als Gesundheitsminister Fehler machte. Hält er an seiner Mauertaktik fest, verspielt er jede Glaubwürdigkeit – und beschädigt Kanzler Merz. [….] Warum hat Spahn im März 2020 mehr oder weniger eigenmächtig einen Preis für Masken festgesetzt, der weit über den Empfehlungen aus dem eigenen Ministerium lag? Wieso hat er sich für einen Logistiker aus seiner Heimat im Münsterland eingesetzt, gegen den Rat des eigentlich zuständigen Innenministeriums? Und weshalb hat er sich überhaupt persönlich so eingemischt damals?

Diese Fragen muss jemand beantworten, der eines der wichtigsten politischen Ämter der Republik bekleidet – und Ambitionen auf mehr hat. Er muss erklären, warum die Bürgerinnen und Bürger ihm vertrauen sollen, obwohl aufgrund seiner Entscheidungen viel Geld verloren ging. [….] Spahn [könnte] auch für Merz zur Belastung werden. Der CDU-Vorsitzende wurde von vielen gewarnt, bevor er den ehrgeizigen Westfalen zum Unionsfraktionschef machte. Dabei ging es vor allem um machtpolitische und charakterliche Vorbehalte. [….]

(Florian Gathmann, 12.06.2025)

Sonntag, 1. Juni 2025

Impudenz des Monats Mai 2025

Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.

Es ist im Grunde müßig, noch über Donald Trump zu reden, weil es völlig unstrittig ist, wie sagenhaft bösartig und vollkommen verblödet er ist.  Er ist zweifellos der gefährlichste und schlechteste Mensch der Welt.  Eine wenig überraschende Erkenntnis zu dem senilen Sadisten. Auch das Project 2025 war lange vor der US-Wahl am 05.11.2024 bekannt. Man wußte also a priori sicher, daß seine zweite Amtszeit weit schlimmer als die Erste sein würde, als er die USA bereits international zum Paria gemacht, ein ökonomisches Desaster und eine Million Corona-Tote zu verantworten hatte. Nach 100 Tagen wissen wir sicher; es kommt mindestens so schlimm, wie man es sich im Worst Case-Szenario vorgestellt hatte.

Und es wird schlimmer.

[….]  „Die nächsten 100 Trump-Tage werden noch gefährlicher“

Die deutsch-amerikanische Politikwissenschaftlerin Cathryn Clüver Ashbrook meint, dass die US-Demokratie an einem „seidenen Faden“ hängt[….]

Frau Clüver Ashbrook, vier Monate Donald Trump – und kaum ein Tag vergeht, ohne dass der US-Präsident eine Regel bricht oder einen Verbündeten attackiert. Haben Sie mit dieser Intensität gerechnet?
Mit Geschwindigkeit und Umfang der Dekret-Offensive des Präsidenten habe ich gerechnet. Die Wucht allerdings, mit der Trump staatliche Strukturen zerschlägt, und das erratische Vorgehen dabei, haben mich überrascht. Wir haben 120 Tage Zersetzung des Systems praktisch ohne schnell funktionierenden Widerstand erlebt. Wir erleben einen imperial agierenden Präsidenten auch nach innen.

Sehen Sie die Demokratie gefährdet?
Die Demokratie hängt an einem seidenen Faden. Manche reden bereits von Verfassungskrise, weil das Weiße Haus und die Justiz, der Oberste Gerichtshof und Instanzen darunter, sich in einem Kleinkrieg befänden. So weit ist es noch nicht. Aber die Tatsache, dass der Präsident mit Notstandsgesetzgebungen aus dem 18. Jahrhundert regiert, ist alarmierend. Trump und seine Strategen suchen die Schwachstellen des institutionellen Gefüges, testen die Leitplanken aktiv aus.

Wann ist der Punkt erreicht, dass die USA die Grenze von Demokratie zur Autokratie überschreiten? Wenn die Exekutive Gerichtsurteile ignoriert?
Das jedenfalls wird in der Tat die kritische Phase einleiten. Der Justizapparat kommt in der Prüfung der Dekrete des Präsidenten nicht nach. Trump provoziert gewollt einen Konflikt zwischen den Verfassungsorganen. Und während die ersten 100 Tage den Rechtsstaat herausgefordert haben, werden die nächsten 100 Trump-Tage für das amerikanische System weitaus gefährlicher.
[….]

(Handelsblatt, 25.05.2025)

Die einzig verbliebene rudimentäre Hoffnung besteht in seiner beeindruckenden Fähigkeit, die US-Wirtschaft rapide zu zerstören. Vielleicht wachen doch noch einige der indolenten apolitischen US-Nichtwähler auf, wenn sie alle arbeitslos auf der Straße sitzen, ihre Häuser und Krankenversicherungen verloren haben, die sozialen und rechtlichen Strukturen der Nation vollkommen kollabiert sind und ob der Handelskriege Nahrungsmittel unbezahlbar sind. Wenn die Menschen an einfachen Krankheiten wegsterben, weil medizinische Versorgung nur noch für Superreiche möglich ist und dazu grinsend Joni Ernst, die GOP-Senatorin aus Iowa, erklärt „Na und, wir müssen alle mal sterben!“


Natürlich machte Ernst es anschließend noch viel schlimmer, als sie sich auf einem Friedhof stehend (sic!) über Kranke lustig machte und sagte, sie sollten lieber ihrem Lord and savior Jesus Christ folgen.


(….)  Die einzige Chance, Trump aufzuhalten, nachdem alle klassischen Säulen der USA versagen, bleibt nur noch Trumps ökonomische Ignoranz. Er ist hoffnungslos verblödet und versteht nichts von Wirtschaft.

[….] Wie kann zudem jemand, der angeblich Unternehmer war, so wenig von Wirtschaft verstehen? Trump will nun 50 Prozent Zoll auf alle Produkte aus der EU erheben; auch Apple droht er mit zusätzlichen Abgaben, sollte der Konzern seine Smartphones nicht endlich in den USA herstellen. Was er alles ignoriert: den Umstand, dass ein Handelsdefizit immer auch Ausdruck der Konsumfreude seiner Amerikaner ist; die internationale Arbeitsteilung, in der jedes Land das herstellt, was es besser oder billiger kann – eine Produktion von iPhones in den USA hätte zur Folge, dass sie unbezahlbar würden. Und so weiter.  Trump kapiert es möglicherweise nicht. Zum Schaden der Amerikaner und der Welt ist er auch noch stolz darauf.  [….]

(Detlef Esslinger, 23.05.2025)

Nur wenn Trump es vermag die gesamte US-Wirtschaft so sehr in den Abgrund zu ziehen, daß auch seine 77 Millionen MAGAs extrem leiden, hungern, ihre Jobs, ihre Häuser und Krankenversicherungen verlieren, gibt es eine Chance, daß diese nahezu völlig realitätsresistenten Fanatiker sich von ihrem Messias abwenden. (…)

(Kampf um die USA, 25.05.2025)

Die Impudenz des Monats Mai 2025 ist NICHT Trump, weil der erwartbar debil weiterhin die Welt ruiniert. Es hat keinen Sinn, sich über seine neuesten Zölle oder die letzten Aussagen zu Putin zu echauffieren, weil der irre Greis ohnehin stündlich seine Meinung ändert.


Die Impudenz des Monats Mai 2025 sind die Amerikaner, die das mit sich machen lassen und ob dieses offensichtlichen Wahnsinns, nicht daran denken, das Twenty-fifth Amendment to the United States Constitution zu verwenden, um so einen offensichtlich Geistesgestörten, von seinem Kabinett absetzen zu lassen.

Unglücklicherweise stecken die Minister aber alle in seinem Mastdarm fest und können daher weder denken, noch sprechen.

Republikaner, die Salinger und Shakespeare von den Schulen verbannen und die Wähler machen es mit.


Es herrscht ein Mad King, der schwer Drogensüchtige auf die US-Institutionen loslässt, während er selbst täglich hochabstruse Verschwörungstheorien absondert.

Ein US-Präsident schwört immerhin in seinem Amtseid auf mehrere Bibeln, die Verfassung zu schützen und Trump setzt sich nicht nur sofort daran, die Verfassung zu zerstören, sondern lässt auch seine Sprecherin offen seinen Hass auf die CONSTITUTION verkünden. Gewaltenteilung und Recht dürfe für ihn nicht gelten.


Das ist unheard of. Das US-amerikanische Volk versagt völlig, indem es das geschehen lässt.

Es müsste einen eisernen Generalstreik geben, bis Trump und Vance aus ihren Ämtern entfernt sind.

Aber nichts da. Die Medien feiern ihn und die Mächtigen knicken freiwillig ein.