Angela Merkel wird deswegen so bejubelt und positiv konnotiert, weil Fritze Merz mit seiner sagenhaften generellen Unfähigkeit, unfreiwillig a posteriori verdeutlicht, welche Talente sie für den Job mitbrachte. Dazu gehörte insbesondere ihre beeindruckende Fähigkeit, öffentlich zu sprechen, ohne dabei Lügen und Beleidigungen auszuspucken, die anschließend von den Mitarbeiten mühsam wieder richtiggestellt werden müssen. Ebenfalls heute kaum noch vorstellbar; Merkel war in der Lage, sich nicht von ihren Emotionen treiben zu lassen, sondern rational zu denken.
Das würde man sich heute auch wieder aus dem Kanzleramt wünschen.
Verklären darf man Merkels Kanzlerschaft natürlich nicht. 16 Jahre an der Spitze zu bleiben, ist eine große parteipolitische Leistung, die Merz niemals erreichen wird.
Für Deutschland und seine Bürger waren die Merkel-Jahre allerdings eine Katastrophe. Wird sind international abgehängt, haben bei allen zukunftsträchtigen Parametern den Anschluss verpasst und durch innenpolitische Bräsigkeit unsere Bildungs-, Gesundheits- und Infrastruktur ruiniert. Es ist im Grunde alles mumifiziert worden. Bundeswehr, internationale Beziehungen, demokratisches Vertrauen.
Merkel konnte gut Wahlen gewinnen und ihre eigene Macht im Kanzleramt sichern. Darin war sie geradezu brillant. Wenn sie nur gewollte hätte, würde sie immer noch regieren, so gut verstand sie es, Volk und Medien einzulullen.
Wie so viele Pariarchen, verstand sie es auch als Matriarchin nicht, rechtzeitig Talente zu fördern. Sie ließ niemanden neben sich groß werden, der ihr nachfolgen konnte. Die Postmerkel-CDU besteht aus politischen Blendern, die alle mehrere Nummern zu klein für das Kanzleramt sind. Ihre Personalpolitik war legendär schlecht. Nehmen wir nur ihre sieben Generalsekretäre Ruprecht Polenz, Laurenz Meyer, Volker Kauder, Ronald Pofalla, Hermann Gröhe, Peter Tauber und Kramp-Karrenbauer.
Insbesondere konnte Merkel keine Bundespräsidenten kreieren. Zwei ihrer CDU- Gewächse scheiterten nacheinander an Unfähigkeit und mussten zurücktreten.
Horst Köhler (CDU) – 01.07.2004 – 31.05.2010 und Christian Wulff (CDU) – 02.07.2010 – 17.02.2012. Nach Wulffs Rücktritt scheiterte sie sogar komplett dabei, einen CDUCSU-Kandidaten durchzusetzen, ließ sich von Siegmar Gabriel übertölpeln und den parteilosen Gauck ins Bundespräsidialamt einziehen. Nur um nach dessen planmäßigen Ende der Amtszeit erneut keinen gemeinsamen CDUCSU-Kandidaten präsentieren zu können, so daß die viel kleinere SPD Frank-Walter Steinmeier durchsetzen konnte und auch seine Wiederwahl 2022 managte.
Durch die weitere SPD-Verzwergung und den massiven Drang des Urnenpöbels, AfD-Nazis in die Parlamente und Bundesversammlung zu schicken, sind inzwischen nahezu alle Macht-Positionen des Staates in CDUCSU-Hand.
Die Mehrheitsverhältnisse in der 18. Bundesversammlung am 30. Januar 2027 mit ihren geboren und gekorenen Mitgliedern verhindern ganz klar eine progressive Kandidatin.
Hier ist also zunächst einmal die CDUCSU gefragt, einen Kandidaten ins Spiel zu bringen, der dann allerdings noch etwa 200 Stimmen von anderen Parteien benötigt. Die CDU sollte also SPD und Grünen schmeicheln. Allerdings kann Merz Personalpolitik noch viel weniger als Angela Merkel, wie er mit seiner völlig misslungenen Kabinettsrochade bewies. Es steht unter dem starken Druck, endlich eine Frau ins Amt zu bringen. Es steht unter dem starken Druck, seiner Partei endlich einmal eine konservative „CDU pur“ Figur zu präsentieren. Dabei darf er aber die die SPD nicht zu stark vor den Kopf stoßen (zB mit Prien oder Klöckner) und sollte auch keine allzu großen Lücken reißen, die er nicht neubesetzt bekommt (zB mit Prien oder Klöckner).
Merz kann das natürlich nicht und eiert in der BuPrä-Frage peinlich herum.
Auch Söder steckt in der Klemme. Sein Parteitag feiert gerade Ilse Aigner. Als CSU-Chef würde er schon gern die erste CSU-Bundespräsidentin der Geschichte durchsetzen. Noch wichtiger ist es ihm, Merz wieder einmal zu demütigen und erneut einen CDU-Präsidenten zu verhindern. Merz hat keine Antwort darauf und windet sich auf dem CSU-Parteitag. Seine Journalistenfreunde bejubeln es bereits: Merz hat es ausnahmsweise immerhin geschafft, die Klappe zu halten und nicht noch mehr Porzellan zu zerschlagen.
[…] Die Falle, die sie für den Bundeskanzler aufgebaut haben, besteht aus mehr als tausend Leuten und ist umrahmt von idyllischen Landschaften: großformatige Bilder aus den bayerischen Bezirken, Zugspitze, Bodensee, Walhalla, Münchner Frauenkirche. […] Anders kann man das ja kaum nennen, was Söder und seine Partei auf ihrem Parteitag zusammengezimmert haben. Die CSU empfiehlt Ilse Aigner, ihre bayerische Landtagspräsidentin, mit wärmsten Worten und vor allem mit Nachdruck als Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin. […] Die Frage, wen die Union im Zusammenspiel mit der SPD für das Schloss Bellevue nominiert, ist ja noch völlig offen. Jetzt also, mitten in der Aigner-Ultras-Fankurve in den Münchner Messehallen, soll sich der Kanzler bekennen. Oder doch nicht?
Merz beginnt mit seiner Rede, ganz formal. Lieber Markus Söder, liebe Ilse Aigner. Und dann geht es los, wie auf Knopfdruck. Der Saal erhebt sich, klatscht donnernd, da spricht Friedrich Merz noch keine fünf Sekunden. Schon die Erwähnung des Namens der christsozialen Wunschbundespräsidentin taugt in München also für orgiastische Anwandlungen. Es wird erst nach minutenlangem Applaus wieder ruhiger, lieber Manfred Weber, lieber Theo Waigel, und so weiter.
Doch das war's. Kein Wort über die „P-Frage“, wie CSUler die Sache mit der Präsidentschaft längst nennen. Merz ist nicht in die Falle getappt. Denn jedes Bekenntnis zu Aigner oder gar der Eindruck, bei der Schwester in München würde über diese Personalie entschieden, hätte ihm nur Ärger mit seiner eigenen Partei eingebrockt. Und als Zeichen der Schwäche wäre ihm das auch auszulegen gewesen. […]
Ein starker CDU-Vorsitzender könnte der CSU den Posten gönnen und sich so bayrisches Wohlwollen für seine Kanzlerschaft erkaufen. Merz ist aber schwach und muss befürchten von seinen zürnenden eigenen Leuten gestürzt zu werden, wenn er sich von Söder übertölpeln lässt.
Söder spielt aber, wie immer mit gezinkten Karten. So sehr er seiner Partei mit einer Bundespräsidentin Aigner imponieren und dem Kanzler eins auswischen will: Noch lieber wäre ihm ein Scheitern Aigners. Aus drei Gründen:
· Er kann sie nicht ausstehen, weil sie sich zu unabhängig von ihm geriert.
· Ihre Verhinderung würde die CSU-Abgeordneten aufhetzen, so daß Söder im Koalitionsausschuss mit noch mehr Macht im Rücken agieren könnte.
· Eine CSU-Bundespräsidentin würde nach Staatsproporz-Regeln einen CSU-Bundeskanzler Söder wesentlich unwahrscheinlicher machen. Einer Söder-Kanzlerkandidatur der CDUCSU im Jashr 2029, würden alle CDUler entgegenhalten, bereits eine CSUlerin an der Staatsspitze zu haben.
Es wird Söder nicht unlieb sein, wenn aus Bayern geraunt wird, die unverheiratete Aigner sei womöglich lesbisch und umgebe sich mit problematischen Freundinnen.
Söder setzte schon seinen früheren Konkurrenten Seehofer mit solchen Untergürtellinien-Attacken zu, verwies auf dessen Eheprobleme und eine uneheliche Tochter. Dabei kennt Söder, der selbst eine uneheliche Tochter hat, offenbar keine Schamgrenzen. Ilse Aigners privates Umfeld ist abgesehen, von der Lesbensache, die sie hart dementiert, allerdings tatsächlich problematisch.
[….] Wenn ausgerechnet Ilse Aigner, die beste Freundin der Chemtrail-Influencerin Monika Gruber, vielen auch als 🔵🟤 „Masern-Moni“ bekannt, als Bundespräsidentin gehandelt wird, ahnt man, wie es um dieses Land bestellt ist.
Fotocollage aus sieben Aufnahmen, auf denen Ilse Aigner und Monika Gruber jeweils gemeinsam zu sehen sind. Die beiden Frauen sitzen oder stehen eng nebeneinander, lächeln in die Kamera und wirken vertraut. Die Bilder entstanden bei verschiedenen Anlässen: unter anderem in Veranstaltungsräumen, in einer Kirche, in Innenräumen sowie draußen in einer Parklandschaft. Ich wurde gefragt, ob es Belege dafür gibt, dass Ilse Aigners Freundin, die Schwurbler- und Wutbürger-Ikonin Monika Gruber, an Chemtrails glaubt. Ob sie daran glaubt? 🤷🏻♂️ Dass sie entsprechende Narrative verbreitet und damit ihre 🔵🟤 Bubble bedient, dafür gibt es reichlich Beispiele. Drei davon hier. […]
Söder und Merz richten also bei der Bundespräsidentenwahl gerade gemeinsam ein unangenehmes Chaos an, statt hinter verschlossenen Türen, die so wichtige Personalie zu klären und einen gemeinsamen Vorschlag zu präsentieren.
Sozis, Grüne und Linke haben gemeinsam keine Mehrheit.
Dennoch kann man einen Kandidaten wie Gauck oder Steinmeier durchsetzen, wenn man geschickt die offene Flanke der Schwarzen nutzt und einen (scheinbar) überparteilichen Kandidaten benennt, der so viel öffentlicher Unterstützung generiert, daß es sich die strauchelnden C-Wahlmänner nicht mehr leisten können, den Volksliebling nicht zu wählen.
Ich bleibe bei meinem Vorschlag von vor gut zehn Jahren:
(….) Müller ist eine brillante Denkerin und Rednerin, die aus eigenem Vermögen
die Rolle als Bundespräsidentin ausfüllen könnte.
Sie schreibt tagesaktuelle Texte, die dann zum Beispiel 2013 im SPIEGEL erscheinen („Vorschlag eines Exilanten-Museums“) und so kommentiert werden, daß sie dafür gleich einen zweiten Nobelpreis verdient hätte.
Ich unterstütze den Vorschlag Müller mit weiteren Nobelpreisen zu ehren ausdrücklich. Es sprechen so viele Gründe für Herta Müller als Bundespräsidentin, daß ich nicht verstehe, wie man an andere Kandidaten denken kann.
1) liebe ich diese Frau
2) ist sie keine Politikerin
3) ist sie intelligent und gebildet
4) würde sie als Nobelpreisträgerin ein klares Signal in Richtung "Kulturnation" aussenden
5) ist sie Migrantin
6) kennt sie diktatorische Regime aus eigener Erfahrung und würde im Ausland extrem glaubwürdig Stellung beziehen können
7) könnte sie in der Bundesversammlung durchsetzbar sein
8) ist sie nicht wie damals Köhler oder nun Jutta Allmendinger zu unbekannt
9) ist sie keine Pfäffin wie Gauck, Käßmann oder Lieberknecht
10) ist sie endlich mal kein Mann
11) hat sie mit 62 Jahren das beste Bundespräsidentenalter
12) beweist sie durch ihre Vita ihre Unerschrockenheit und ihren Mut
13) würde sie sich nicht von Parteichefs manipulieren lassen
14) staunte das Ausland über diese Wahl
15) wäre ich endlich mal stolz auf Deutschland. (….)
(Meine Bundespräsidentin, 06.06.2016)
Mein Wunsch wurde nicht erhört. Und so folgen zehn verlorene lahme Steinmeier-Jahre.
(….) Das Amt des Bundespräsidenten ist Mythen-umwoben; die meisten Bundespräsidenten werden absolut zu Unrecht verehrt.
Eine Bundespräsidentin, die im besten Sinne „Elite“ sein könnte, wäre Hertha Müller, die aber bekanntlich keine Chance hatte, weil der völlig überschätzte Steinmeier auf den Schild gehoben wurde. Was für ein Bundespräsidentenwahn mal wieder.
Die Mopo zitiert den Zukünftigen und tut so als ob damit ein neues Zeitalter ausbreche:
„Als Bundespräsident will ich ein Gegengewicht sein zu den Tendenzen der grenzenlosen Vereinfachung“
(Frank-Walter Steinmeier)
Gaucks Nachfolger sollte erst mal sein eigenes Denken auf bedenkliche Vereinfachungen überprüfen. (…)
(Elitenverachtung, 11.01.2017)
Schlaue Grüne und schlaue Sozis könnten außer Hertha Müller oder Hape Kerkeling, sicher weitere parteiunabhängige Kandidaten vorschlagen, die so überzeugend sind, daß sie Eigendynamik entfalten.
Leider haben wir aber nur die RRGler in ihrer realen Dümmlichkeit, die sich schon vor dem Kampf in die Hosen machen, sich vor der CDU in den Staub werfen und gemeinsam signalisieren:
Wir haben keine Würde, keine Ideen und keine politische Kraft. Uns ist die
deutsche Staatsspitze egal. Wir wählen einfach, was die Spahn/Dobrindt/Merz-Truppe
möchte.




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