Donnerstag, 15. Januar 2026

Grönland-Strategie

Aaron Parnas erzählte mir heute Morgen, es gäbe eine Kongressmehrheit für ein Trump-Impeachment, falls er es wagen sollte, militärisch gegen Grönland vorzugehen.

Das wäre sehr zu begrüßen, weil potus #48 Vance gleich ein bißchen mit-eingenordet wäre und wüßte, er könne sich nicht alles erlauben. Falls Trump einfach tot umfiele, ohne daß sich die GOPer je von ihm distanzierten, würde Präsident Vance einfach so weiter machen und wäre vermutlich sogar noch gefährlicher, weil er nicht so senil, wie der orange Prolet ist.

Allein; es handelt sich wohl wieder einmal um Wunschdenken. Die real existierenden Republikaner sind durch die Bank weg mikrotestikeläre Gummirücken, die immer schleimspurziehend zu seinen Füßen kriechen werden, während sie sich darum drängeln, seinen gewindelten flatulierenden Hintern zu küssen.

[….]  Republikaner im US-Senat knicken ein

Der Versuch der Demokraten, die militärischen Befugnisse Trumps zu beschneiden, ist gescheitert. Im US-Senat entscheidet die Stimme von Vize Vance.

Der Versuch, die Befugnisse von US-Präsident Donald Trump einzuschränken und mögliche weitere Militärschläge gegen Venezuela nur nach einer Abstimmung im Kongress zu erlauben, ist gescheitert.

Die republikanische Führung im US-Senat schaffte es, genug Se­na­to­r:in­nen davon zu überzeugen, gegen die sogenannte War Powers Resolution zu stimmen. Die Stimme von Vizepräsident J. D. Vance war ausschlaggebend, nachdem die Abstimmung im Senat mit einem Unentschieden von jeweils 50 Stimmen geendet hatte.  Die Abstimmung zeigt, dass die Republikaner knapp ein Jahr nach Trumps Amtsantritt noch nicht gewillt sind, dem Präsidenten Einhalt zu gebieten.   […]

(Hansjürgen Mai, 15.01.2026)

Wie soll es nun aber weitergehen mit Grönland, das der Oberbefehlshaber der mächtigsten Armee der Welt völkerrechtswidrig annektieren will? Kein europäisches Land verfügt über die militärischen Kapazitäten, Trump aufzuhalten und der US-Kongress will ihn nicht stoppen.

Es könnte sein, daß ich in meinem gestrigen Posting über Grönland ein winziges bißchen Ironie durchklingen ließ und nicht vollständig zufrieden mit dem außenpolitischen Kurs der Bundesregierung war.

Die Merzsche und Wadephulsche Unterwürfigkeit gegenüber der Aggro-autokratischen US-Administration ist unerträglich. 13 deutsche Soldaten gegen die US-Army zu schicken, schien mir zunächst als größter Witz aller Zeiten.

24 Stunden später revidiere ich diese Einschätzung aber. Offensichtlich steckt die dänische Regierung mit ihrer fähigen sozialdemokratischen Regierungschefin Mette Frederiksen (48) dahinter.

Die Frau, die vom Bully Trump als „nasty“ beschimpft wird, weiß selbstverständlich, wie aussichtslos es ist, sich tatsächlich militärisch gegen den wildgewordenen Oberamerikaner zu behaupten. 99% der Amerikaner, darunter garantiert der Präsident, wären nicht in der Lage Dänemark auf einer Weltkarte zu finden. Sie wissen nicht nur nichts, über so kleine Europäische Länder, sie wollen auch nichts wissen.

Der Name Mette Frederiksen poppt ganz neu auf dem politischen Bildschirm der US-Newssender auf, weil Trump seiner kriminellen Grönland-Obsession frönt und sich dabei für USAner völlig überraschend herausstellte, daß es sich bei der Rieseninsel doch nicht um eine unbewohnte Einöde handelt, die niemanden gehört.

Miller und Vance tun weiter so, als ob es so wäre. Trump hetzte gestern gegen Kopenhagen, er habe gehört, Frederiksen plane, einen weiteren Hundeschlitten in Grönland zu stationieren.

Schlau zieht die dänische Regierungschefin die diplomatischen Register, indem sie immer wieder (zu Recht) betont, mit einem US-Angriff auf das Staatsgebiet eines NATO-Partners sei das Ende der NATO besiegelt. Das scheint tatsächlich Eindruck zu machen; selbst bei Republikanern. Versehentlich die NATO zerstören, wollen sie dann doch nicht so gern. Schon allein, weil sie Europa als militärischen Brückenkopf in den Nahen Osten und nach Russland brauchen. Bei allen Militäreinsätzen gegen Syrien, den Irak, Afghanistan, Libyen, Somalia, den Iran, spielen die US-Basen in Europa eine wichtige logistische Rolle. Insbesondere Ramstein in Deutschland mit seinem Militärkrankenhaus ist wichtig.

Dänemark fädelt es gut ein, wenn nun Soldaten aus verschiedenen europäischen Nationen nach Grönland geschickt werden. Gestern waren vier Länder bekannt – Dänemark, Schweden, Norwegen und Deutschland.

Heute ziehen mindestens noch Holland und Frankreich mit.

Die alle zusammen haben immer noch nicht die geringste Chance gegen die USA.

[….] "Ich glaube nicht, dass Soldaten in Europa den Entscheidungsprozess des Präsidenten beeinflussen oder dass das irgendeinen Einfluss auf sein Ziel hat, Grönland zu erwerben", sagte die Regierungssprecherin von US-Präsident Donald Trump, Karoline Leavitt, vor Journalisten im Weißen Haus. […]

(NTV, 15.01.2026)

Leavitt und Trump sind, wenig überraschend, viel zu dämlich, das Problem zu begreifen.

 

Was würde passieren, wenn Trump militärisch zugreift?
Nuuk hätte nichts entgegen zu setzen, die paar Franzosen und Holländer wären ebenfalls schnell erledigt.

Aber indem die USA dann gezwungen wäre, direkt die Soldaten der NATO-Partner zu attackieren, wäre es auch unwiederbringlich das Ende der NATO. Berlin, Paris und London könnten sich keinen schlanken Fuß mehr machen und müssten das Bündnis auflösen.

Etwas anderes könnte man nicht mehr rechtfertigen. De facto ist die Trump-NATO jetzt schon erledigt, weil sich niemand mehr darauf verlassen kann, ob die USA zu Artikel 5 stehen.

[…] Es heißt, die Nato ist erledigt, sollten sich die USA Grönland einverleiben. Doch sie ist es wohl schon. Europa hat keine überzeugende Antwort darauf.

[…] Vor vier Jahren pilgerten europäische Politiker nach Moskau und versuchten, Wladimir Putin vom Einverleiben der Ukraine abzubringen – vergeblich. Heute pilgern andere europäische Politiker nach Washington und versuchen, Donald Trump von seinen Übernahmeplänen für Grönland loszueisen – mit offenem Ausgang. Geschichte wiederholt sich nicht, aber manchmal reimt sie sich, wie einst der US-Schriftsteller Mark Twain schrieb.

Die Nato sei am Ende, sollten die USA Grönland und damit das Staatsgebiet des Nato-Mitglieds Dänemark angreifen, heißt es. Ist sie das nicht schon? Trump sagt, Grönland müsse vor Russland und China geschützt werden, und das gehe nur, wenn es Teil der USA sei. Das kann nur heißen: Trump schützt ausschließlich US-Staatsgebiet. Andere Länder nicht, also auch keine Nato-Verbündeten, und Grönland ist Nato-Territorium. Die wichtigste Grundlage der westlichen Militärallianz – dass Nato-Mitglieder im Ernstfall unter US-Schutz stehen – ist unter diesem US-Präsidenten praktisch eingefroren. […]

(Dominic Johnson, 15.01.2026)

Mit dem formalen Ende der NATO beginnen aber viele amerikanische Probleme. Die US-Army müsste ihre europäischen Basen räumen – ein Alptraum für die US-Generäle, die damit ihre Schlagkraft in Nahost, dem Baltikum und dem Mittelmeerraum verlören.

Der raffgierige Trump hofft offenkundig, im Gegenzug durch die Ausbeutung grönländischer Bodenschätze, reich zu werden. Das ist aber nur eine gedankliche Option, wenn man total verblödet, wie die Trumpanzees ist.

Denn abgesehen davon, daß gar nicht sicher ist, was wo im Grönländischen Boden steckt: Das Riesenland ist infrastrukturell nicht erschlossen. Es müsste unter aberwitzigem Aufwand, ein kilometertief durchgefrorenes Land mit  2.166.086 km2 Fläche, also mehr als sechs Mal so groß wie Deutschland (348.672 km2) erschlossen werden. Mit Häfen, Krankenhäusern, Kraftwerken, Straßen und Flughäfen versehen werden. Kein US-Unternehmen könnte die Investitionen stemmen und die Republikaner würden sich bedanken, wenn Trillionen Steuergelder nach Grönland flössen. Im besten Fall fände man tatsächlich Erze mit Seltenen Erden. Die müsste man zum Raffinieren aber nach China schicken, weil die USA nicht über die Technologie verfügen. Und wieso sollte Peking dabei helfen, sich eine Konkurrenz zu schaffen?

Mittwoch, 14. Januar 2026

Deutsche Außenpolitik greift durch!

Die Personalschwäche der Bundeswehr haben wir übrigens Gas-Kathys Mann KT von und zu Googleberg zu verdanken. Ein schönes Beispiel dafür, weswegen man niemals CDU-Mitglieder Bundesministerien leiten lassen darf. Wir alle wissen ja, in welchem Zustand Straßen, Brücken und Bahn sind, nachdem 12 Jahre ununterbrochen die CSU dafür die Verantwortung trug.

  So fällt uns auch heute die Aussetzung der Wehrpflicht, die Schließung der Kasernen durch den CSU-Verteidigungsminister.

[….] In nur sechs Monaten schaffte es Karl-Theodor zu Guttenberg die Wehrpflicht, den einstigen Markenkern konservativer Politik, abzuschaffen. [….] [….] Anfang Februar 2011, kurz vor Beginn der Plagiatsaffäre um Guttenbergs Dissertation, kommt erneut massive Kritik an den Plänen des Verteidigungsministeriums zur Umbau der Streitkräfte auf - sowohl aus dem Kanzleramt als auch von Seiten der Soldaten. In der Truppe ergebe sich "das Bild einer intransparenten, ressourcenverschwendenden, ungesteuerten Reformarbeit", zitiert die Süddeutsche Zeitung aus einem Schreiben. Bereits im Januar war in einer Vorlage für Kanzlerin Angela Merkel beanstandet worden, dass Guttenberg bei seinen Umbauplänen die Leitungsebene im Ministerium nur unzureichend straffe. Es müssten auch deutlich mehr Standorte geschlossen werden, als Guttenberg in Aussicht gestellt habe.

Ende Februar, während der Verteidigungsmininster mit der Copy-and-Paste-Affäre kämpft, fällen Experten des Kanzleramts ein vernichtendes Urteil über die Umbaupläne aus dem Verteidigungsministerium: Guttenbergs Vorschläge seien eine "nur sehr rudimentäre und unausgewogene Grundlage für Entscheidungen zur Reform der Bundeswehr", zitiert der Spiegel aus der Expertise.

Am 1. März 2011 wird der Druck auf Guttenberg zu groß: Im Zuge der Plagiatsaffäre erklärt er seinen Rücktritt. Er sagt, dass er seinem Nachfolger Thomas de Maizière im Verteidigungsministerium ein "gut bestelltes Haus" hinterlasse. Diese Erklärung wird ihm wenige Zeit später viel Spott von Journalisten und Oppositionspolitikern einbringen.  [….]

(SZ, 16.05.2011)

 

Die C-Nachfolger auf der Hardthöhe (de Maizière, von der Leyen, Kramp-Karrenbauer) gaben der Bundeswehr den Rest. Seit 2021 mühen sich SPD-Minister damit ab, den ausgezehrten Trümmerhaufen wieder aufzubauen. Es ist das überall gleiche Schicksal – ob britische Labourparty, US-Demokraten oder SPD – sie werden von der bräsig-rechten Bevölkerung nur gewählt, wenn ihre konservativen Vorgänger, die Karre so gründlich in den Dreck gefahren haben, daß man quasi bei Null anfangen muss.

So gern der beliebteste Bundesminister Boris Pistorius offensichtlich seinen Job macht, so undankbar ist sein Bereich, weil es nun einmal keine Friedenszeiten sind und aus den rostigen Restbeständen große Mengen Munition und Waffen in die Ukraine und nach Litauen verfrachtet werden.

Und dann ist da noch die bizarre sadosexuelle Kultur in dem Männersumpf, der ähnlich katholischer Priesterseminare nicht gerade die vorbildlichsten Teens und Twens anzieht.

(….)  Auch in der Bundeswehr, in der inzwischen glücklicherweise auch Frauen dienen, herrscht aufgrund des Männerüberschusses und alter Traditionen immer noch ein Faszinosum für Analsex.  (….)

[….] Fallschirmjäger: Obst in den Po und Paddel drauf!   In einer Zweibrücken Kaserne ist es äußerst unappetitlich zugegangen: Fallschirmjäger sollen sich auf einer Feier Obst in den Hintern geschoben und mit einem Paddel drauf gehauen haben. Wegen dieser Vorfälle wird die Kompanie nun von ihrem Kongo-Einsatz entbunden. […..]

(STERN, 21.06.06)

[…..]  Das Amtsgericht Zweibrücken hat im Prozess zur "Dörrobst-Affäre" um obszöne Aufnahmerituale in einer Kaserne den angeklagten Hauptmann zu einer Geldstrafe in Höhe von 2000 Euro verurteilt.   Der Richter sah es als erwiesen an, dass der ehemalige Kompaniechef das "entwürdigende Verhalten" seiner Untergebenen auf einer Feier geduldet habe. […..] 

(SPON, 11.06.2008)

[…..] Schon wieder schockiert ein Skandal die Bundeswehr: Bei den Gebirgsjägern im oberbayerischen Mittenwald sind junge Soldaten mit entwürdigenden Mutproben und Aufnahmeritualen schikaniert worden. Sie mussten bis zum Erbrechen Alkohol trinken und rohe Schweinsleber essen, um in der internen Hierarchie aufsteigen zu können. [….]

(AZ, 10.02.10)

 [….] Nach SPIEGEL-Informationen bestätigten interne und bisher geheim gehaltene Ermittlungen, dass bei der Ausbildung von Sanitätern, im Militärjargon "Combat First Responder" genannt, offenbar sexuell-sadistische Praktiken an der Tagesordnung waren. [….] Demnach fesselten sich die Soldaten gegenseitig an Stühle, mussten stundenlang so verharren und wurden mit Wasserschläuchen abgespritzt. [….] Statt einer professionellen Armee, die für junge Menschen eine interessante Karriere bietet, erhält die Bundeswehr durch die Vorgänge in der Staufer-Kaserne wieder das hässliche Image einer männergeprägten Chauvinisten-Truppe, in der Rituale wie Erniedrigung bis hin zu den sexuell-sadistischen Ausbildungsmethoden weiterhin Platz haben und von den Vorgesetzten nicht geahndet werden. [….]

 (Matthias Gebauer, SPON, 27.01.2017)

Sexuelle Übergriffe bei Gebirgsjägern  [….] Nach den Vorfällen in der Bundeswehr-Kaserne in Pfullendorf wird ein weiterer Fall bekannt, in dem Soldaten einem Kameraden gegenüber übergriffig geworden sind. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung soll ein Soldat bei den Gebirgsjägern in Bad Reichenhall unter anderem durch Vorgesetzte sexuell belästigt und diskriminiert worden sein.   [….] Laut Ministerium handelte es sich dabei um eine Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 231 in Bad Reichenhall. "Dort sei er zwischen November 2015 und September 2016 durch Mannschaftssoldaten und einige Vorgesetzte (Ausbilder) seines Zuges mehrmals diskriminiert sowie verbal und tätlich sexuell belästigt und genötigt worden" [….] Laut Ministerium laufen derzeit Ermittlungen gegen 14 Beschuldigte, davon zwei Feldwebel, zwei weitere Unteroffiziere und zehn Mannschaftssoldaten. [….] Ein Sprecher des Ministeriums betonte auf Anfrage, es handele sich um einen von zahlreichen Einzelfällen aus der Vergangenheit. [….]

(Christoph Hickmann, SZ vom 21.03.2017)

Ich möchte hier noch einmal klarstellen, daß ich moralisch keinerlei Einwände gegen analen Sex habe. Es ist völlig in Ordnung, wenn die Geistlichen im Vatikan es sich mit Freude gegenseitig besorgen.

Wenn es sich dabei aber um ein Demütigungsritual unter Zwang handelt, ist es kein Sex, sondern Gewalt.  Dafür gibt es erstens keinerlei Rechtfertigung, aber zweitens stellt sich die Frage wieso so viele Uniformierte darauf abfahren. (…..)

(Anal-Soldaten, 20.03.2017)

Heute gehen Berichte über einen deutschen Panzergrenadierzug durch die Presse, der In Litauen mit allem auffiel, wovon Uniformierte eben Schlagzeilen machen: Rechtsextremismus und Vergewaltigungen.

[….] Rassistische Beleidigungen, Gewalt, sexuelle Nötigung: Wegen des Verdachts auf schweres Fehlverhalten unter deutschen Soldaten zieht die Bundeswehr einen ganzen Panzergrenadierzug aus dem NATO-Einsatz in Litauen ab. [….] Bei einer alkoholgeschwängerten Skandal-Party in einem litauischen Hotel Ende April sollen einige Kameraden rechtsextreme und antisemitische Lieder angestimmt haben, auch soll es zu einem Fall sexueller Nötigung gekommen sein. Einem Anfangsverdacht auf Straftaten wird nachgegangen. Wie der "Spiegel" berichtete, sollen Soldaten aus demselben Zug am 20. April ein "Geburtstagsständchen" für Hitler angestimmt haben. [….] Im Laufe der Ermittlungen kam nun auch ans Licht, dass 569 Schuss Handwaffen-Munition bei der Bundeswehr in Litauen abhanden kamen. [….]

(Tagesschau, 16.06.2021)

Die katholische Kriegsministerin Kramp-Karrenbauer, beeilte sich aber auch in diesem Fall zu versichern, das Ansehen der Bundeswehr schützen zu wollen.

Sie handelt genau wie bei der Kirche – es gilt die Täterorganisation weiß zu waschen und die Opfer im Stich zu lassen.

[….]   „Die Entgleisungen beschädigen das Ansehen der Bundeswehr und Deutschlands. Das wird mit aller Härte bestraft werden“, kündigte Verteidigungsminister Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) schon am Mittwoch an. Allerdings: Rechtsextreme Vorfälle unter in Litauen sta­tio­nierten Sol­da­t*in­nen gab es mutmaßlich schon früher. Mit voller Konsequenz hat die Bundeswehr darauf nicht reagiert.  Nach Angaben des Verteidigungsministeriums weiß die Bundeswehr schon seit dem 4. Januar 2020 von Vorwürfen gegen einen ebenfalls in Rukla stationierten Soldaten. Er soll einen Kameraden „mehrfach verbal (im Zusammenhang mit der Hautfarbe des Betroffenen) beleidigt und bloßgestellt haben“. Die Bundeswehr geht dem Vorfall zwar nach, hat die Ermittlungen nach fast eineinhalb Jahren aber bis heute nicht abgeschlossen. Der Beschuldigte hat weiterhin Zugang zu Waffen.   In einem zweiten Fall sollen im Sommer 2020 vier deutsche Soldaten im Raucherbereich vor der litauischen Kaserne „Tiergeräusche imitiert haben“, als ein schwarzer Soldat aus Frankreich an ihnen vorbeiging. [….]

(taz, 17.06.2021) (….)

(Soldaten. Polizisten. Priester, 17.06.2021)

Es macht den Soldatenberuf  zweifellos für die meisten jungen Menschen nicht gerade attraktiver, wenn die Wahrscheinlichkeit, dabei erschossen zu werden, mit der Kriegsgefahr deutlich steigt. Aber die immer noch mit Schikane und Qualen verbundene Rekrutenzeit, in der es offenbar gilt, die Jungs und Mädels zu demütigen, statt ihnen für ihren Dienst dankbar zu sein, hilft auch nicht weiter.

Auch Pistorius bekommt den analen Nazi-Sumpf Bundeswehr nicht so leicht trockengelegt.

[….] Bei den Fallschirmjägern im rheinland-pfälzischen Zweibrücken hat es mutmaßlich Fälle von Rechtsextremismus, sexualisierten Übergriffen und Drogenmissbrauch gegeben. Heute hat sich der Bundestag mit den gravierenden Vorfällen beschäftigt. [….] In der 4. Kompanie soll es Hitlergrüße, eine Nazi-Party und eine rechtsextreme und antisemitische Clique gegeben haben. Hinzu kommen Frauenhass, Exhibitionismus und sexistisches Verhalten von Soldaten. Außerdem wurden offenbar harte Drogen konsumiert. [….] Die Staatsanwaltschaft Zweibrücken ermittelt in 16 strafrechtlich relevanten Fällen. Die Bundeswehr untersucht mögliche dienstrechtliche Vergehen von 55 Beschuldigten. Mittlerweile sind neun Soldaten aus dem Dienst entlassen worden. [….] [….]

 (Tagesschau, 14.01.2025)

Aber man soll nicht immer alles schwarz sehen. Die Merz-Klingbeil-Regierung setzt die Bundeswehr nun in einer der ganz großen außenpolitischen Krisenregionen ein. Endlich. Deutschland wird seinem NATO-Partner und eng verbündeten Nachbarn Dänemark militärisch gegen den orangen Aggressor USA beistehen.

[….] US-Präsident Trump erneuert die Drohung, Grönland zu übernehmen. Dänemark weist die Pläne nach einem Treffen in Washington zurück und verstärkt mit Schweden und Norwegen die Militärpräsenz auf der Insel. Auch Deutschland schickt Soldaten.

Ehe am Mittwoch auf dem Gelände des Weißen Hauses über Grönland gesprochen wurde, meldete sich nochmal Donald Trump zu Wort. Und erneuerte seine Drohung, die weitgehend autonome, zum Nato-Mitglied Dänemark gehörende Insel zu übernehmen. „Die Vereinigten Staaten brauchen Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit“, schrieb der US-Präsident auf Truth Social. „Es ist für den Goldenen Dom, den wir bauen, von entscheidender Bedeutung“ [….] [….] Sein Vizepräsident J.D. Vance und Außenminister Marco Rubio empfingen den dänischen Außenminister Lars Løkke Rasmussen und Vivian Motzfeldt, die für Grönlands auswärtige Angelegenheiten zuständig ist. [….] Es sei „eine offene, aber auch konstruktive Diskussion“ gewesen, sagte Rasmussen danach höflich vor der dänischen Botschaft in Washington. Doch „wir haben immer noch eine grundlegende Meinungsverschiedenheit“, fügte er an. [….] „Ideen, die die territoriale Integrität des Königreichs Dänemark und das Selbstbestimmungsrecht des grönländischen Volkes nicht respektieren würden, sind natürlich völlig inakzeptabel.“ Die Grönländerin Motzfeldt sieht das genauso, sie hielt ihren Vortrag allerdings auf Grönländisch.

In Nuuk kam das gut an. Die Grönländer verfolgten das für sie so wichtige Treffen auf Handy- und Laptop-Bildschirmen, in Cafés und Läden. „Wir haben die richtigen Leute geschickt“, sagt eine Frau in einem Laden, als Vivien Motzfeldt auf dem Bildschirm auftaucht. [….] Motzfeldt wies Trumps Annexionspläne wie ihre Kolleginnen und Kollegen in Kopenhagen seit Monaten empört und entschieden zurück, ebenso europäische Nato-Staaten. „Die Lage ist sehr, sehr ernst“, sagte die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit Grönlands Premier Jens-Frederik Nielsen. Es sei „nicht leicht, dem völlig inakzeptablen Druck eines unserer engsten Verbündeten standzuhalten“.

Grönland wolle nicht zu den USA gehören, erklärte Nielsen. „Grönland will nicht von den USA regiert werden. Grönland wird nicht Teil der USA werden. Wir entscheiden uns für das Grönland, das wir heute kennen und das zum Königreich Dänemark gehört.“ Das sei deren Problem, sagte Trump nachher auf Anfrage von Reportern dazu. „Ich bin anderer Meinung als er. Ich weiß nicht, wer er ist. Ich weiß nichts über ihn, aber das wird ein großes Problem für ihn werden.“  [….]

(SZ, 14.01.2026)

Dänische, schwedische, norwegische und deutsche Soldaten werden auf Grönland stationiert, um die US-Army abzuwehren. Richtig so! Und angesichts der deutschen Machtdemonstration, werden es sich Trumps G.I. dreimal überlegen, ob sie es wirklich wagen, gegen die massive teutonische Truppenpräsenz anzugreifen!

        […] Bundeswehr entsendet Soldaten nach Grönland

Im Streit um die Zukunft Grönlands spielt nun auch die Bundeswehr eine Rolle. 13 deutsche Soldaten werden morgen als Teil eines internationalen Erkundungsteams nach Nuuk fliegen. Ziel sei es, Rahmenbedingungen zur Sicherung der Region zu erkunden.

Deutschland wird 13 Soldaten nach Grönland entsenden. Das bestätigte das Bundesverteidigungsministerium. [….]

(Tagesschau, 14.01.2026)

Nuuk und die Wilde Dreizehn! Nimm das, Hegseth! Washington zittert.

Da Deutschland offenbar seine außenpolitischen Testikel wiederentdeckt, greift auch der hochrangigste Deutsche, Präsident Steinmeier, in den außenpolitischen Folterkasten und zeigt dem Teheraner Theokraten-Regime, welches gerade zu Tausenden seine einen Bürger abschlachtet, daß Deutschland, die drittgrößte Industrienation des Planeten, gewillt ist, hart durchzugreifen, um die Ayatollahs aufzuhalten!

Die nächste Eskalationsstufe wird ebenfalls schon ventiliert; die Bundeswehr könnte den Teheraner Bürgern 500 Helme schicken.

Deutsche Außenpolitik ist wenigstens keine wilde Kakophonie, sondern aus einem Guss: Jürgen Hardt, Johann Wadepfuhl, Merz, Manfred Weber, Steinmeier debakulieren wunderbar homogen! Alle gleichermaßen ZUM MITSCHÄMEN!

Dienstag, 13. Januar 2026

Diplomatischer Niedergang

Wenn ein richtiger Trottel, ohne die geringste Regierungserfahrung, der sich seit Jahrzehnten hartnäckig erkenntnisresistent zeigt, der unter „Politik“ versteht, rechtsradikale Ressentiments zu schüren und Minderheiten zu beleidigen, Bundesminister und ähnlich wichtige Ämter/Personalien zu bestimmen hat, muss das im Desaster enden. Spahn, Linnemann, Klöckner, Amthor, Reiche, Prien, Schnieder, Wildberger, Wadephul – eine Parade der Trottellummen. Dabei wird der Deppenfaktor immer größer, je näher man dem Kanzlerbüro kommt:

·        Bundesminister für besondere Aufgaben/Chef des Bundeskanzleramtes Thorsten Frei

·        Staatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit Michael Meister

·        Staatsministerin für Sport und Ehrenamt Christiane Schenderlein

·        Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien Wolfram Weimer

Alle vier haben sich bereits auch in ihrer eigen Partei reichlich unbeliebt gemacht.

[…] Abgeordnete stänkern gern mal über ihre Chefs, da unterscheiden sie sich nicht von Beschäftigten in Unternehmen. Derlei muss man nur mit Abstrichen ernst nehmen. Doch was sich in der Unionsfraktion gerade an Unmut zusammenbraut, hat ein Maß erreicht, das dem Bundeskanzler gehörig zu denken geben muss. Es geht inzwischen nicht mehr nur um Kritik an einzelnen Entscheidungen. Wer in diesen Tagen mit Abgeordneten spricht, hört ziemlich grundsätzliche Zweifel an Merz und seiner Mannschaft. So viel Frust, Entsetzen und Sarkasmus ist einem aus der Unionsfraktion schon lange nicht mehr entgegengeschlagen.

Dabei geht es nicht nur um die Äußerungen von Johann Wadephul zur Lage in Syrien und das ungeschickte Verhalten des Außenministers in den Tagen danach. Es geht längst auch um die Qualität der Arbeit des Kanzlers und seines Kanzleramts. […] Kanzleramtschef Thorsten Frei sei ein im Umgang sehr angenehmer Kollege, heißt es allenthalben. Aber bei der Kommunikation und Organisation hapere es oft noch stark. Es habe wichtige Entscheidungen gegeben, die nicht einmal Fraktionschef Jens Spahn oder CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann rechtzeitig mitgeteilt worden seien. Geschweige denn seien die beiden eingebunden gewesen. In diesen Tagen wird gern wieder darauf hingewiesen, dass Frei an der wichtigen Sitzung des Koalitionsausschusses Anfang Juli, als es wegen der Stromsteuer den ersten großen Streit gab, nicht teilnahm, weil er lieber bei einem Fest der Sparkasse Schwarzwald-Baar aufgetreten ist.

Noch viel stärker als Frei steht Michael Meister in der Kritik. Er ist als Staatsminister im Kanzleramt für die enorm wichtige Zusammenarbeit mit den Bundesländern zuständig. In der knirscht es regelmäßig. Meister sei sehr passiv, klagen Unionsabgeordnete. Er gehe mit den Ländern nicht so kommunikativ um, wie er müsste. Vermutlich sei er nur deshalb Staatsminister geworden, weil die Hessen-CDU noch versorgt werden musste.

Merz habe bei der Personalauswahl oft keine glückliche Hand, heißt es in der Unionsfraktion. Das habe er schon gleich am Anfang mit seinen Entscheidungen für Mario Czaja als Generalsekretär und Christina Stumpp als stellvertretende Generalsekretärin gezeigt. […]

(Robert Roßmann, SZ, 06.11.2025)

Der Büroleiter musste schon ausgetauscht werden.

[…]  Der Bundeskanzler ist noch kein Jahr im Amt, nun ernennt er schon einen neuen Büroleiter. CDU-Bundesgeschäftsführer Philipp Birkenmaier soll künftig die Aufgabe übernehmen. Über seinen Vorgänger hatte es immer wieder Unmut gegeben. […] Kanzler Friedrich Merz hat seinen Büroleiter ausgetauscht. Nachfolger von Jacob Schrot wird der bisherige CDU-Bundesgeschäftsführer, Philipp Birkenmaier. […]  In der CDU gab es aber schon länger Unmut über Schrot. Dem 35-Jährigen fehle das Gespür für die Partei, hieß es unter Abgeordneten. Schrot sei nicht gut vernetzt, seine Expertise liege vor allem in der Außenpolitik. Zudem habe er dazu geneigt, alles an sich zu ziehen. Alles müsse über seinen Schreibtisch laufen, beklagten Unionspolitiker. Das habe dazu geführt, dass Merz bei Absprachen mit Fraktion und Ministerpräsidenten Fehler unterlaufen seien. [……]

(SPON, 06.01.2026)

Wenn Merz wenigstens zu Hause bliebe und sich nur in Deutschland blamierte.

Zu allem Unglück, inszeniert er sich als „Außenkanzler.

(….) Aber die grausigste Form des Merzismus tritt bei Reisen auf.

Er ist die Lose Canon auf internationaler Bühne. Die gemeinsame EU-Linie zu talibanisieren, kann der Fritzekanzler richtig gut.

(….) Außenpolitik zum Mitschämen.

Merz abseits der deutschen Scholle, ist ein Rezept des Scheiterns, weil er dort kontinuierlich im Zenit der Aufmerksamkeit steht, während er gleichzeitig von allem getriggert wird, das nicht so wie im Sauerland ist. Das Brot in Angola, die Menschen in Belém, die Ossis in Thüringen. Da kann er sich einfach nicht helfen und schaltet auf maximalen Beleidigungsmodus. Es ist schlimmer, als zu Helmut Kohls Zeiten: Fliegt der Kanzler ins Ausland, zittert man schon Tage vorher mit. Was wird er diesmal wieder Dummes anstellen? Welche Mitschäm-Momente wird er erzeugen?  Wird er es wieder nicht merken, wenn er als Tölpel vorgeführt wird?

Im günstigsten Fall, wird Merz bloß als gerontisch-germanische Lachnummer in blamabler Erinnerung bleiben. Im schlechteren Fall, wird er wieder aufgrund seiner rhetorischen Unterbelichtung Land, Leute oder Regierung beleidigen und damit zu internationalen Spannungen beitragen. (….)

(Merz verstecken, 07.12.2025)

In der Situation wäre es umso wichtiger einen guten Außenminister zu haben, dessen Diplomaten die Peinlichkeiten aus dem Kanzleramt glätten.

Unglücklicherweise ist das Nordlicht nicht nur selbst eine Lose Canon, sondern sein altehrwürdiges Amt rottet offenbar insgesamt.

„internAA“, die Mitarbeiterzeitschrift des Auswärtigen Amts, veröffentlicht in der aktuellen Ausgabe 01/26 ein Gedicht mit dem Titel „Ken & Barbie“, mit dem über Grüne Minister hergezogen wird.  

[…..] »Heizung aus, Pullover an, selbstgestrickt, von Mann zu Mann«, hieß es da über den Minister, der in der Energiekrise die Bürger dazu aufgerufen hatte, die Heizungen herunterzudrehen. Und weiter: »Ein Kinderschreck im Höhenflug, Politik, ganz wie ein schlechtes Buch, ein Land, das sucht, das strebt, fragt sich, wohin der Weg nun geht.« Eine offensichtliche Anspielung auf Habecks Vergangenheit als Kinderbuchautor.

Über die frühere Ministerin Baerbock schrieb der Hobbyliterat: »Die Außenwelten, feministisch gedacht, die Welt zu retten, doch nicht jeder hat gelacht … Mit Hochglanzschminke um die Welt, das Haar immer perfekt gewellt, Hochglanzreden ohne Geschick, hatte die Menschen nicht mehr im Blick«.

Der Mitarbeiter spielt auch auf Baerbocks weiteren Karriereweg an. »Und sie, die Heimat verlässt, auf zum Big Apple, welch ein Fest, ein Job ergaunert, ganz elegant, das Volk frohlockt, nun ist sie verbannt.« Baerbock hatte sich nach dem Scheitern der Ampelregierung den Vorsitz der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York gesichert, obwohl dafür eigentlich die renommierte Diplomatin Helga Schmid vorgesehen war.   [….]

(SPON; 13.01.2026)

Wadephuls Leute verbreiten AfDeske Hetze über Wadephuls Amtsvorgängerin. 

Dieser Kanzler ist eine Witzfigur. Der Pannenonkel aus dem Sauerland. Der peinliche Depp, mit dem man nichts zu tun haben will. Außer Freund Johann, der auf gleichem Niveau durch die Welt trottelt.

[….]  “Bundeskanzler Merz äußerte Verständnis für das Anliegen der USA” Das Anliegen: Invasion/Annektierung Grönlands. Absoluter Wahnsinn. “Merz ging nicht auf ⁠die Drohungen von US-Präsident Trump ein, die Insel auch gegen den Willen der Grönländer und Dänemarks zu kaufen oder zu annektieren. […]

Das ist so zynisch, so gnadenlos strategisch hohl, so völlig befreit vom Verständnis der Bedrohungslage, dass es mir wirklich die Sprache verschlägt.  Was für eine Schande. Alles in der wahnwitzigen Annahme, wenn man Trump nur schmeichelt und den Weg bereitet, könne man in seiner Gunst bleiben.

[…] Es ist mir wirklich ein Rätsel, wie Merz und die Bundesregierung allen Ernstes glauben können, mit Appeasement würde man der Bedrohung durch Trump beikommen - und nicht begreifen wollen (denn die Faktenlage ist klar), dass das demokratische Europa selbst auf der Speisekarte steht. […]  Zu verkennen, dass die USA unter Trump kein Verbündeter der EU mehr sind, sondern ein Sicherheitsrisiko, zeigt, dass die Regierung aus den letzten Jahren (und Tagen!) nichts gelernt hat - und/oder bereit ist, andere Verbündete vor den Bus zu werfen. Bitter. Und extrem gefährlich. […]

(Annika Brockschmidt, 13.01.2026)

Montag, 12. Januar 2026

Altenrepublik Deutschland

Die klassische Alterspyramide wird in Deutschland immer mehr zur Alterskeule mit einem dicken Wasserkopf.

Es ist ein „alter Hut“: Deutsche Politik ist deswegen so zukunftsblind und hinterlässt den nachfolgenden Generationen einen Scherbenhaufen, weil die Masse der Geronten, der mit Abstand wichtigste Wählerblock sind. Keine Partei verscherzt es sich gern mit den Rentnern. Die CDU generiert ihr Mehrheiten, indem sie sich auf die Wackelköpfe verlässt, die aus Panik vor Veränderungen gewohnheitsmäßig  immer die C-Partei ankreuzen. Die Bremser der Geschichte, die jegliche Reformen blockierten, sich allen Minderheiten entgegen stellten und das Denken maximal verengten.

Die Überalterung der deutschen Gesellschaft und der daraus folgende Fachkräftemangel, sowie die Unterfinanzierung des Renten- und Gesundheitssystems, haben durchaus Vorteile.

Denn insgesamt ächzt die Welt unter enormer Überbevölkerung. Anders als im saturierten Westeuropa und den steinreichen asiatischen Staaten (Südkorea, Japan), poppen die meisten Menschen sich viel zu viele Kinder herbei. Kinder, die sie nicht ernähren können, die vor Bürgerkriegen, Armut, ökonomischer Aussichtlosigkeit, imperialen Kriegen und zunehmend der Erderhitzung fliehen müssen.

Nach dem Schlüssel/Schloss-Prinzip sind wir dafür das perfekte Zielland; denn genau diese Menschen – jung, mobil, engagiert – braucht Deutschland dringend.

Es könnte so schön sein. Leider bildet sich ein Hufeisen aus trägen Graugesichtern der Geriatrie und der U30-Dunning-Kruger-Fraktion heraus. Sie alle wählen leidenschaftlich rechts – einerseits aus purer Bosheit, anderseits aus ökonomischer Ignoranz. „Ausländer raus“, das ganz große Politmotto des Merzismus, ist nicht nur zutiefst ahistorisch und inhuman; es sägt auch den Globalisierungsast ab, auf dem wir sitzen.

[…] Die CSU hat eine Abschiebeoffensive vorgeschlagen – mit Linienflügen nach Afghanistan und Syrien. Das wäre für Deutschland ein ökonomisches Eigentor und ein gesellschaftlicher Rückschritt. Der CSU-Vorschlag ist reiner Populismus. Er widerspricht dem Kern des deutschen Asylrechts und ignoriert die empirisch belegten wirtschaftlichen Chancen gelungener Integration. Angesichts der demografischen Alterung und des dramatischen Arbeitskräftemangels wäre dieses Vorhaben ökonomisch kontraproduktiv, für Unternehmen belastend und volkswirtschaftlich teuer.

Deutschland steht bekanntlich vor einer demografischen Zäsur. Die geburtenstarken Jahrgänge gehen in Rente, Jahr für Jahr scheiden mehr Menschen aus dem Arbeitsmarkt aus, als nachrücken. Für die Unternehmen ist das längst Realität. In vielen Branchen sind fehlende Beschäftigte der entscheidende Engpass – nicht fehlende Nachfrage. Wer nun Hunderttausende Menschen, die bereits hier sind, arbeiten oder arbeiten könnten, aus dem Land drängen will, verschärft die Lage. Das ist keine Wende, wie es die CSU bezeichnet, sondern eine Selbstschädigung.

Die Arbeitsmarktentwicklung zeigt zudem klar, wie wichtig Migration bereits heute für die Stabilität der deutschen Beschäftigung ist. In den vergangenen Jahren gab es einen Zuwachs an Beschäftigung nur durch Menschen aus dem Ausland – lediglich mit Menschen aus dem Inland oder EU-Ausland wäre dies nicht zu schaffen gewesen. Das ist keine Meinung, sondern ein statistischer Befund, den auch wirtschaftspolitische Analysen in Deutschland immer wieder betonen.

Besonders deutlich lässt sich das am Beispiel syrischer Staatsangehöriger zeigen. Das IAB weist aus, dass im September 2024 rund 287.000 syrische Staatsangehörige abhängig beschäftigt waren, davon 82 Prozent sozialversicherungspflichtig. Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit dokumentiert zudem, dass die Beschäftigungsquote syrischer Staatsangehöriger seit 2016 stark gestiegen ist und ein relevanter Teil des ausländischen Beschäftigungswachstums zuletzt auf syrische Beschäftigung entfiel. Das sind keine Randgruppen, wie es bei der CSU heißt, sondern längst ein relevanter Teil des Arbeitsmarkts.

Der Verlust von mehr als 200.000 Beschäftigten aus dem Arbeitsmarkt bedeutet kurz- und mittelfristig eine konjunkturelle Abwärtsspirale. Beschäftigung sinkt, Unternehmen produzieren weniger, Einkommen und Konsum gehen zurück – ebenso die Nachfrage. Gerade in ohnehin schwierigen Zeiten kann das eine erneute Rezession auslösen. […] Der Schaden wäre besonders groß, weil viele Geflüchtete in systemrelevanten Bereichen arbeiten – in Medizin, Gesundheit und Pflege, Logistik, Verkehr, Bau, Reinigung, Gastronomie und Grundversorgung. Gerade hier ist der Personalmangel schon heute spürbar: längere Wartezeiten, höhere Preise, geschlossene Angebote, überlastete Dienste. Der Mediendienst Integration verweist darauf, dass Menschen syrischer Herkunft überproportional häufig in Engpassberufen tätig sind; bei syrischen Männern liegen Schwerpunkte etwa in Verkehrs- und Logistikberufen, im Gastgewerbe, im Gesundheitswesen und im Bau. Wer hier Arbeitskräfte entfernt, sorgt nicht für mehr Ordnung, sondern macht das tägliche Leben schwerer – und teurer. Denn Knappheit treibt Preise, bei Pflegeplätzen, Handwerksleistungen, Transport, Gastronomie, vielen Dienstleistungen. Die soziale Frage wird dadurch verschärft, nicht gelöst. […]

(Marcel Fratscher, 12.01.2026)

Eine wenig überraschende Analyse; wir wissen ja, was die CSU gut kann: Ökonomisch Rumstümpern und dem Standort Deutschland schaden.

Aber müsste sie nicht mehr an ihr ureigenes Wählerreservoir, die doofen Alten, die immer brav CSU ankreuzen, denken? Denn wenn sich die Boomer in die Rente verabschieden, werden sie es sein, die am allermeisten auf Zuwanderung angewiesen sind.

Aber erstens können C-Politiker generell nicht weiter als bis zur eigenen Nasenspitze denken und zweitens, nützen ihnen Geronten nichts mehr, wenn sie so alt und krank geworden sind, daß sie nicht mehr wählen.

 

Für diese Uralt-Kohorte, sowie Behinderte, gibt es die T4-Fraktion der christlichen Lebensschützer-Parteien: Hendrick Streeck und Kristina Schröder, die schambefreit verkünden, die Pflege von Hochbetagten und im Alltag auf Hilfe Angewiesenen, solle sich Deutschland nicht mehr leisten.

Lebensschutz gilt den Konservativen traditionell nur für das „ungeborene Leben“; wer einmal den Geburtskanal durchquert hat, soll sehen, wie er zu Recht kommt. Kinderarmut, verrottende Schulen, marode Kitas, sind den Schwarzen ebenso egal, wie die drei Millionen Pflegefälle.

[….] Abwanderung: Sterblichkeit erhöht     

Durch die Abwanderung von Pflegekräften ist die Sterblichkeit in deutschen Krankenhäusern an der Grenze zur Schweiz gestiegen. Das berichten das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung und das ifo Institut in München, die Daten von 2006 bis 2017 ausgewertet hatten. Demnach stieg dort die Sterblichkeit um 4,4 %. Der Pflegekräftemangel wirke sich v.a. auf ältere Patienten sowie Notfälle aus. Grund für den Stellenwechsel seien der starke Schweizer Franken, eine hohe Personalnachfrage in der Schweiz und stagnierende Tariflöhne in Deutschland. […]

(ARD, 12.01.2026)

Macht ja nichts im CDUCSU-affinen Süden Deutschlands. Die drittgrößte Industrienation der Erde lässt eher ihre Alten abkratzen, bevor sie rot oder grün wählt.

Die fromme Fraktion (Streeck, Warken, Spahn) stört sich nicht an erhöhter Sterblichkeit wegen zu niedriger Tariflöhne. Wirtschaft geht vor Moral.

Es sei denn, jemand möchte sterben. Beim Thema „selbstbestimmtes Leben“ schlägt der Sadismus der C-Politiker ihre ökonomischen Überzeugungen: Wenn Todkranke über ihrem Leiden ein Ende setzen möchten, kommt massiver Widerstand der Konservativen, die Alte und Kranke offenbar leidenschaftlich gern leiden sehen.