Will er
den Röttgen machen und es darauf anlegen doch hochkant von der Kanzlerin
rausgeworfen zu werden? Der Gönnerin ans Bein pinkeln – wie frech!
Dann hätte er in der Post-Merkel-Zeit wenigstens so eine Art Märtyrer-Status,
wie Koch, Merz und Co genießen, ohne daß man sich zuerst an seine totale
Unfähigkeit erinnert. Nun also Harakiri im Bundesinnenministerium:
[…..]
Kritik an seinem Management der
Flüchtlingskrise weist Innenminister Thomas de Maizière zurück. Nicht er,
sondern Angela Merkel sei für die Situation verantwortlich.
Von der
Schwesterpartei ist Angela Merkel die Kritik schon gewohnt - […..] doch die CSU steht nicht allein mit ihrer Meinung da - auch
Innenminister Thomas de Maizière (CDU) sieht Merkel offenbar in der
Verantwortung, auch wenn er die Kritik zurückhaltender äußert: "Außer
Kontrolle geraten ist es mit der Entscheidung, dass man aus Ungarn die Menschen
nach Deutschland holt", sagte er in der ZDF-Sendung "Maybrit
Illner" […..] Kritik an seinem
Management der Flüchtlingskrise wies de Maizière zurück: Mit dem
"Ansturm" der Flüchtlinge seit August habe er nicht rechnen können,
sagte er. […..]
Aber
statt daß es jetzt mal richtig kracht in der Union, werfen sich mehr und mehr
normale CDUler gegen die Chefin in die Schlacht und frönen ungeniert ihrer
Xenophobie.
Sieg für
de Maizière?
[…..]
Deutsche, die Flüchtlinge an Bahnhöfen
willkommen heißen – Bilder, die um die Welt gingen. Nun fordert
Schleswig-Holsteins CDU-Chef Ingbert Liebing, dass Fernsehkameras auch bei
Abschiebungen dabei sein sollen – und erntet damit harsche Kritik von allen
Seiten.
Liebing will der
Willkommenskultur eine „Verabschiedungskultur“ gegenüber abgelehnten
Asylbewerbern entgegensetzen und begründet dies mit einer „zunehmend kippenden
Stimmung in der Bevölkerung“. Es müssten auch „öffentlich sichtbare Zeichen der
Abschiebung“ gesetzt werden. „So wie Kamerateams Flüchtlinge an der Grenze bei
der Einreise zeigen, sollten Kamerateams auch zeigen, wenn ein Bus in die
andere Richtung fährt“, sagte Liebing dem „Flensburger Tageblatt“.
Mit seinen Äußerungen
sorgt der CDUler, der 2017 Ministerpräsident in Schleswig-Holstein werden
möchte, für einen Sturm der Entrüstung. „Wer Abschiebungen als öffentliche
Belustigungsaktionen zelebrieren will, verabschiedet sich als ernst zu
nehmender Gesprächspartner aus der seriösen Diskussion über
Flüchtlingspolitik“, so SPD-Landeschef Ralf Stegner. […..]
Geistig zurückgebliebene Radikalinskis wie Palin
und Bachmann, sowie bösartige ultrarechte Demagogen und Lügner wie Rubio,
Walker, Santorum, Jindal und Cruz sind für die Wähler aus der Mitte einfach zu
extrem.
Andererseits vertreiben die wenigen verbliebenen
Republikaner, die noch halbwegs zurechnungsfähig sind – wie George Pataki - die
fanatisierten Teebeutler von den Urnen.
Zudem müssen sich die GOPer mit Rudimenten von
Realitätssinn sich im Vorwahlkampf so weit nach rechts verbiegen, daß sie
anschließend als Flippflopper gebrandmarkt werden. Jeb Bush gab inzwischen auf
die Frage, ob er mit dem heutigen Kenntnisstand genau wie sein Bruder 2003 den
Irak angegriffen hätte drei verschiedene Antworten: Ja, auf jeden Fall, Nein,
niemals und Vielleicht. Zudem stellte er sich in der hochgejazzten „Darf ein
Christen-Bäcker Schwule diskriminieren?“-Frage auf die Seite der Radikalen und
erklärte: “Ein tolerantes Land muss religiöse Diskriminierung zulassen.”
Der aus
einem Detroiter Ghetto stammende 64-Jährige Ben Carson ist a) schwarz und b)
auch noch so was wie ein erfolgreicher „Naturwissenschaftler.“
Ich
setze das in Anführungsstriche, aber da er Chefarzt der Neurochirurgie am Johns
Hopkins war, kann er eigentlich nicht total auf den Kopf gefallen sein – sollte
man meinen.
Aber
offenbar gibt es unter Ärzten auch echte Fachidioten.
Berühmt
geworden ist Carson durch hochkomplizierte Trennungs-Operationen siamesischer
Zwillinge. Dafür erhielt er 2008 von George W. Bush die Presidential Medal of
Freedom.
Es fällt
mir immer noch schwer zu glauben, daß jemand, der so dermaßen verblödet ist wie
Carson ernsthaft so eine große Medizinerkarriere gemacht haben kann. Sein Leben
wurde sogar 2009 verfilmt: „Begnadete Hände – Die Ben Carson Story.“
Gucken wir
uns mal seine fünf Monsteroperationen an, für die er so ungeheuer berühmt
wurde:
1987
Trennungs-OP von Benjamin und Patrick Binder aus Ulm: Beide anschließend schwer
geistig behindert.
1994
Trennungs-OP von Mahlatse und Nthabiseng Makwaeba: Beide starben innerhalb von
zwei Tagen.
1997
Trennungs-OP von Joseph und Luka Banda: Beide überlebten.
2003
Trennungs-OP der iranischen Zwillinge Ladan und Laleh Bijani: Beide starben
innerhalb von zwei Tagen
2004
Trennungs-OP von Lea und Tabea Block aus Lemgo: Tabea tot, Lea blind.
Schwer
etwas zu der Erfolgs-Quote zu sagen, ohne gemein zu sein; also erspare ich mir einen
Kommentar.
An der
religiotischen Front ist der GGK 16 dafür zweifellos ein Großer. Der Nuschler,
der immer ein bißchen so klingt, als ob er einen schweren Kater hätte, ist Siebenten-Tags-Adventist.
Die
weltweit etwa 18 Millionen SDAs stehen den Presbyterianern nahe und heiligen den
Samstag statt des Sonntags. Nach ihrer Vorstellung gibt es keinen Tod; nach dem
Sterben liegt man lediglich in tiefen Schlaf und wird mit dem Eintreffen Jesu
Christi, der sehr bald wieder angeflogen kommen soll, zu Leben erweckt, um dann
im Paradies zu flanieren und jubilieren.
Außer
natürlich man ist kein SDA oder womöglich sogar Atheist. Dann kommt man in die
Hölle; logisch.
Adventisten
halten sich weitgehend an biblische Speiseverbote, lehnen also beispielsweise
Schweinefleisch und Schalentiere vehement ab. Berühmtester Adventist ist der
Erfinder der Cornflakes, J. H. Kellogg.
Das Neue
Testament nehmen sie streng wörtlich.
So auch
der Neurochirurg Ben Carson, der ebenfalls davon überzeugt ist, daß der Mensch vor genau 6000 Jahren in sechs
Tagen erschaffen wurde.
Für
diese Wissenschaftsspinner, die von Evolution faseln, hat er nur Verachtung
übrig – die verstünden eben GAR NICHTS!
[27:24] “You know, according
to the theory [of evolution] it [the eye] had to go pukh! and there was an
eyeball, overnight, just like that, because it wouldn’t work in any other way.
And when you ask the evolutionists about that they say, ‘well, we don’t
understand everything.’ And I say, ‘well, I don’t think you understand
anything.” [27:48]
Evolutioinsgläubige
gibt es im Übrigen nur deswegen, weil Darwin damals vom Satan verführt wurde
seine Lügen darüber zu verbreiten, daß Menschen und Tiere schon vor MEHR als
6000 Jahren gelebt haben wollen.
[….]
Speaking at an event called “Celebrating Creation” in 2011, Carson
showed off his ignorance by attributing fake quotes to Darwin, revealing he has
zero understanding of basic geology, and even attempts to ridicule scientists
who understand and accept evolution. Not unlike Ken Ham, Carson seems to think
saying “I don’t know” is a sign of ignorance and weakness.
The video was transcribed by Daniel W. VanArsdale and some of the highlights are
below.
[20:56] “… there is abundant
evidence, geological evidence, that there was a worldwide flood. Go up into the
Andes Mountains and see all those fossils on the top of those mountains. I
mean, these things, when you talk to the evolutionists about them, they always
say the same thing … ‘well, we don’t understand everything.’ And I just say,
‘I’m not sure you understand anything.’ You know, they look at all those
layers, and then they find some fossils in one of the layers, and they says
this fossil is this many years old because it’s in this layer. So, that means
this fossil is like a million years old. And then later on they say, ‘well,
this layer is a million years old because this fossil which is a million years
old is in it.’ You know, that’s like saying, you know, ‘the sky can be red or
blue’. And you say, well, the sky is blue. And you say why is it blue? ‘Because
it is not red.’ Well why is it not red? ‘Because its blue.’ Yeh, you know
that’s known as circular reasoning. That’s how they explain the age of all
these things, its very circular reasoning, and really it has no real scientific
validity.” [22:22]
[answering a woman’s question,
45:07] “I personally believe that this theory that Darwin came up with was
something that was encouraged by the adversary [Satan], and it has become what
is scientifically politically correct. Amazingly, there are a significant
number of scientists who do not believe it but they are afraid to say
anything.” [45:38]
Der gegenwärtige VW-Megaskandal ist ein klassisches
Beispiel für ein Thema, das ich eigentlich NICHT aufgreife, weil es ohnehin
weltweit auf allen Titelbildern ist. Unnötig die Details noch mehr zu
beleuchten.
Worum geht es?
Im Grunde genommen ist es einfach: Deutschlands bestbezahlter Manager Martin
Winterkorn, der jährlich zwischen 10 und 20 Millionen Euro verdient, war
krankhaft davon besessen Toyota als größten Autokonzern der Welt zu überholen.
Dazu hat man offenbar massiv Testergebnisse gefälscht, was man in Deutschland
hätte wissen können, aber aufgrund der Lobbyarbeit der
Milliardenschweren Autokonzerne nicht wissen wollte.
Ex-CDU-Minister Matthias Wissmann ist als Präsident
des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) der mächtigste Lobbyist der Welt. Wenig
verwunderlich, daß ein Verkehrsminister-Würstchen wie Dobrindt dem Mann nicht
in die Suppe spuckt.
Nicht gedacht hatte man in Wolfsburg offenbar an die
US-Regierung, die wenig zimperlich ist, wenn sie beschissen wird.
Nachdem Washington auf den Putz haut, steckt
Winterkorn in der de Maizière-Falle: Hat er als Chef davon gewußt, muß er
zurücktreten. Hat er nichts davon gewußt, ist er offenbar ein miserabler Chef
und muß auch zurücktreten.
Daher verkündete er gestern Guttenberg-like keinesfalls
zurück zu treten, um dann heute ….zurückzutreten.
Nun kommt gewaltiges Ungemach aus den USA;
zweistellige Milliardenstrafen, Strafprozesse, Umsatz-Absturz und
Börsen-Debakel.
Ich gebe übrigens schon mal eine leise Prognose dazu
ab, wer mit seinen Millionen NICHT dafür geradestehen muß: Die VW-Manager, die
das Desaster angerichtet haben.
Wissmann, VW-Aufsichtsrat Ministerpräsident Stephan
Weil und Wirtschaftsminister Gabriel standen heute alle fürchterlich betrübt
vor den Kameras und orakelten vom Imageverlust.
ADAC und VW angeschlagen – und dabei sind doch Autohändler eigentlich die
Ikonen der Ehrlichkeit.
In den Zeitungen wird nun sehr viel geweint.
Springer rechtes Kampfblatt WELT sorgt sich als erstes
um die Anleger:
Der Kurs der VW-Aktie war am Montag
zeitweise um mehr als 20 Prozent eingebrochen. Am Dienstag setzte sich die
Talfahrt an der Börse weiter fort. Viele Anleger ist der US-Skandal damit
bereits jetzt teuer zu stehen gekommen.
Die BaFin spürt gleich mehreren möglichen Verstößen gegen das
Wertpapierhandelsgesetz nach. [….] Investoren,
die die Aktie vor Kurzem erworben haben, könnten sich darauf berufen, dass sie
das nicht getan hätten, wenn das Unternehmen rechtzeitig über die Abgas-Affäre
informiert hätte. Dann wäre ihnen der Kurssturz diese Woche erspart geblieben.
Die erlittenen Verluste müsste ihnen VW dann womöglich ersetzen.
Anlegeranwälte machen den gebeutelten Aktionären bereits den Mund wässrig.
"Nach unserer festen Überzeugung hat sich VW wegen unterlassener
Kapitalmarktinformationen daneben auch gegenüber seinen Aktionären
schadenersatzpflichtig gemacht", sagt Andreas Tilp, der eine bekannte
Anlegerkanzlei betreibt.
Nicht nur der Aktien-, Wert- und Geldverlust. Nein, es
würden auch massiv Arbeitsplätze verloren gehen, wenn nun weniger Menschen VWs
kaufen. VW-Mitarbeiter würden freigestellt, VW-Händler hätten Einbußen und die
großen Zulieferer müßten auch alle Entlassungen vornehmen.
Ob VW bald zum „notleidenden“ oder gar „systemischen“
Konzern erklärt wird, der gerettet werden müßte?
Die armen Wolfsburger – Vorjahresgewinn 22,5
Milliarden Euro = 22.500 Millionen Euro Gewinn! – bringen mich zum Weinen.
An was erinnert mich das noch mal?
Ach ja. OPEL. Die Tochter des größten Konzerns der Erde, GM, wurde doch auch
just noch bemitleidet. Kaum ein Politiker, der sich nicht werbewirksam mit
Steuerzahler-Milliarden den „Opelanern“ andiente.
Dabei gilt auch für VW das was damals galt:
Es gibt in der Autoindustrie gewaltige Überproduktionskapazitäten. Keine Fabrik
ist ausgelastet.
Wenn eine Produktionsstätte aus irgendeinem Grund verloren
geht, müssen nicht etwa potentielle Kunden alle zu Fuß gehen, sondern sie
können einfach ein anderes Auto kaufen.
Ist das nicht der tiefere Charakter des Kapitalismus?
Die Konkurrenz von Produkten und das Werben um den Konsumenten, der die Freiheit
besitzt sich auszusuchen, was er kaufen möchte?
Wozu das Gegreine der Minister?
Geht es nicht eine Nummer kleiner?
Wenn die Leute keine VWs mehr kaufen, werden sie eben
einen Kia oder Alfa oder Renault nehmen. Für jede Modellreihe gibt es Alternativen.
Werden also Arbeitsplätze in VW-Werken vernichtet,
müssen die Konkurrenten mehr Mechaniker einstellen.
Leiden VW-Händler, freuen sich die Kollegen von
Peugeot und FIAT.
Können die Autozulieferer ihre Bauteile nicht mehr
nach Wolfsburg verkaufen, liefern sie eben an BMW oder Hyundai.
Und im allerschlimmsten Fall, steigen einige Ex-Autofahrer auf das Fahrrad um - zum Wohle der Umwelt. Eine WinWin-Situation.
Ausgerechnet die nicht eben als Hauspostille der
Industrie bekannte „taz“ wird richtig dramatisch.
Scheitert VW, dann scheitert Deutschland. Und scheitert Deutschland,
scheitert Europa.
Was als Umweltskandal begann, hat längst eine volkswirtschaftliche
Dimension erreicht, deren Ausmaß noch nicht abzusehen ist. Der Wolfsburger
Konzern musste jetzt zugeben: Von den Software-Manipulationen bei der
Abgasreinigung ist nicht nur eine halbe Million Fahrzeuge in den USA betroffen,
sondern es sind weltweit elf Millionen.
Selbst wenn diese Fehler technisch behoben werden können – die Kosten dafür
werden enorm sein. Hinzu kommen Strafzahlungen…
Der
Vizekanzler sprach von einer Million Flüchtlingen, die im Jahr 2015 Deutschland
erreichen würden. Siebenstellig hatte noch keiner zuvor orakelt und so wird den
CDU-Kommunalpolitikern auch reichlich mulmig.
Dabei
ist „eine Million“ immer noch wenig, wenn man es damit vergleicht wie viel
humanitäre Hilfe viel kleinere und ärmere Länder wie Jordanien oder der Libanon
leisten.
Und verglichen
mit den 12-14 Millionen „Heimatvertriebenen“, die nach 1945 in ein buchstäblich
zerstörtes Deutschland kamen, sind die jetzt Ankommenden wirklich eine zu
bewältigende Aufgabe. Insbesondere wenn man sieht wie sehr Deutschland auch finanziell
von ihnen profitieren kann, indem das „demographische Problem“ gelöst wird.
Aber es
ist einfach armselig, wie Europa reagiert.
Eine
Millionen Flüchtlinge kommen in ein Land und die knapp 30 Europäischen Staaten
zusammen haben sich heute auf massiven Druck geeinigt womöglich 120.000 Tropfen
auf heiße Steine zu verteilen.
Und selbst
das ging einigen Ost-Ländern schon viel zu weit.
Gegen die Umverteilung
von Flüchtlingen aus stark geforderten Ankunftsländern wie Italien und
Griechenland hatte sich bis zuletzt eine Reihe osteuropäischer Staaten gewehrt.
Laut dem tschechischen Innenminister Milan Chovanec stimmten nun sein Land,
aber auch Rumänien, die Slowakei und Ungarn dagegen. Finnland habe sich
enthalten, twitterte er.
[….]
Fehler machen immer die anderen: Die
Regierungen in Mittel- und Südosteuropa überziehen sich in der Flüchtlingskrise
gegenseitig mit Vorwürfen. Aber es gibt ein gemeinsames Feindbild - die EU.
Verleumder, Lügner,
Heuchler. Das sind derzeit die Lieblingsworte des ungarischen Außenministers
Péter Szijjártó. Einem halben Dutzend europäischer Regierungen wirft er vor,
sie würden in der Flüchtlingskrise nicht die Wahrheit sagen.
Rumäniens Außenminister Bogdan Aurescu etwa
nannte die Regierung in Budapest "autistisch".Aus Kroatien verlautete, der Budapester
Regierungschef Viktor Orbán schüre Hysterie.Serbiens Außenminister Ivica Dacic wetterte, sein Land drohe wegen der
Grenzschließungen durch Ungarn und Kroatien zu einem "Konzentrationslager"
zu werden.
[….]
"Unser Außenminister Szijjártó
drückt sich wirklich grob aus, das hat mit Diplomatie nichts mehr zu tun",
sagt der Politologe Attila Tibor Nagy vom Budapester Méltányosság-Institut. [….]
"Die Flüchtlinge sind für alle
Länder in Osteuropa wie eine heiße Kartoffel, niemand möchte sie haben",
sagt der Politologe Attila Tibor Nagy. Hinzu komme, dass die Flüchtlingskrise
ohnehin große Probleme in der gesamteuropäischen Zusammenarbeit verursache.
"Das führt dazu, dass die osteuropäischen Länder eine zunehmend
nationalere, ausschließlich von eigenen Interessen bestimmte Politik
betreiben."
[….]
Der Bukarester Politologe Cristian
Parvulescu meint, schon seit Längerem sei in Osteuropa eine "Zeit der
nationalen Egoismen" angebrochen, was nun in der Flüchtlingskrise ganz
besonders sichtbar werde. [….]
Flüchtlinge
werden in Osteuropa bestenfalls als erhebliche Last gesehen, die man nicht
schultern will.
Ungarn behandelt sie sogar als Kriminelle und ermächtigte gestern das Militär
auch scharf schießen zu dürfen.
Es ist
schlicht falsch, was Ungarn, die CSU oder der Freistaat Sachsen über die
Vertriebenen denken. In Wahrheit sind sie ein Gewinn und eine Riesenchance.
Dabei
ist das völlig irrelevant. Man muß sich nur mal ansehen woher die Menschen
kommen, wie dort die Bedingungen sind.
Dann
wird es dritt- und viert-rangig ob Integration schwer wird, ob diese Menschen
uns „nützen“ oder eher „Kosten verursachen“.
Es gibt
gar keine Alternative.
Die
Zustände in Syrien, dem Irak, dem Jemen, sind so entsetzlich, daß man sie nicht
dalassen kann.
Wer
schon einmal fliehen mußte, versteht das.
Auschwitz-Überlebende
drängen EU-Chefs zu Flüchtlingshilfe
[….]
In einem offenen Appell an die
europäischen Staats- und Regierungschefs haben Überlebende des
Konzentrationslagers Auschwitz zu einem verantwortlichen Umgang mit der
Flüchtlingskrise gemahnt. "Es ist keine Zeit mehr für nationale Egoismen
und wahltaktische Rücksichten", heißt es.
"Hierzu ist die Situation
der betroffenen Menschen, aber auch die Herausforderung an Europas
Glaubwürdigkeit zu ernst", hieß es in der am Dienstag im polnischen
Oświęcim veröffentlichten Mitteilung des Internationalen Auschwitz-Komitees von
Ex-Häftlingen aus Polen, Ungarn, Deutschland, Tschechien und Frankreich.
[….]
Die Bilder von Flüchtlingen an den
Grenzen Europas erinnerten an die eigene Lage, schrieben die Überlebenden des
größten der deutschen Vernichtungslager im Zweiten Weltkrieg. Es gebe große
Hilfsbereitschaft, aber auch "an die Grenzen gerammte Zäune, verzerrte
Gesichter, brennende Häuser und blanken Egoismus".[….]
Sigmar
Gabriel bekam heute in Jordanien ebenfalls konkretere Eindrücke, als er
erwartet hatte.
Vizekanzler Sigmar
Gabriel ist in Jordanien mit der Realität konfrontiert worden. Im Uno-Camp in
Zaatari leben etwa 80.000 Flüchtlinge. Doch die Vereinten Nationen haben nicht
genug Geld. Allein in Jordanien klafft im Budget für 2015 eine Lücke von 67
Prozent. [….] Bei seinem Besuch wird Gabriel aber auch von
der Lebenswirklichkeit eingeholt. Etwa von dem Jungen Rajeb, der bei einem
Raketeneinschlag in seiner syrischen Heimat Daraa beide Beine, ein Auge und
vier Finger verlor. Seine Familie floh über die Grenze nach Jordanien, ins
große Uno-Wüstencamp Zaatari.
Gabriel trifft die
Syrer in dem kleinen Raum, in dem sie nun leben. "Haben Sie die Hoffnung,
mit Ihrer Familie zurückkehren zu können?", fragt der Vizekanzler den
Vater. Er antwortet: "So Gott will, werden wir zurückkehren." Rajebs
Mutter fragt, ob ihr Sohn im Ausland Hilfe bekommen kann, etwa in Deutschland.
Der Chef des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) in Jordanien,
Andrew Harper, sagt: "Ja, wir könnten es probieren." Gabriel fordert:
"Let's try."
Als der
Wirtschaftsminister draußen vor den Kameras von der Familie erzählt, schießen
ihm Tränen in die Augen: "Es gibt keine Chance für die, hier am Leben zu
bleiben", sagte er.
Grundsätzlich
sind die Auslandskorrespondenten, die für Deutschland berichten recht
professionell, auf Distanz und Objektivität bedacht.
Das ist
nicht unbedingt richtig, wenn man die emotionale Situation der Millionen
Vertriebenen transportieren will.
Daher
empfehle auch ich heute ganz dringend den Film SÜCHTIG
NACH JIHAD des 24-Jährigen Hubertus Koch, der in Deutschland
als sinnfreier Spaßvogel lebte und dann für zehn Tage im Flüchtlingslager Bab
al-Salameh in Syrien landet, dort ungeschminkt und distanzlos zeigt, was er
erlebt.
Was er gesehen hatte,
ließ ihn nicht mehr los. Die Schockmomente waren so groß, dass er sich
entschied, sich selbst zum Protagonisten seines Filmes zu machen. Zunächst
entstand der 100-minütige Film "Süchtig nach Jihad", den Koch im
Internet veröffentlichte, später eine
30-Minuten Version, die der WDR unter dem Titel "Syrien
- ein schwarzes Loch"
veröffentlichte. Er
hat Dokumente seltener Authentizität geschaffen, mit ganz eigener Sprache, ohne
journalistische Distanz. Koch ist mittendrin. Er bricht vor der Kamera
zusammen, heult und verzweifelt. Er klagt an und leidet mit den Menschen, die
er trifft.
Sein Ziel war es, mit
dem Film das humanitäre Leid der Syrer zu beleuchten. Das gelingt ihm
außergewöhnlich gut, vor allem indem er sein eigenes Leid zeigt, wie er
zerbricht. Ein erfahrener Kriegsreporter, abgehärtet durch zahlreiche Einsätze,
hätte einen solchen Film kaum machen können. Der Film funktioniert über die
naiv-unprofessionelle Haltung, über die demonstrative Schwäche des Reporters.
Die ungewöhnliche Perspektive zeigt das Elend der syrischen Kriegsflüchtlinge,
wie es der Zuschauer zuvor noch nicht gesehen hat.
Hubertus Koch hat mit
seinem Film etwas geschaffen, von dem er hofft, dass es den Weg ebnen kann
"für eine neue Art von Berichterstattung, wo man ein bisschen mehr auf das
Menschliche und das Emotionale geht, um dem Zuschauer einfach anders zu
vermitteln, was es bedeutet, wenn man im Krieg ist. Was es bedeutet, wenn man
flüchten muss." Tatsächlich zeigt sich in der Flüchtlingsberichterstattung
immer häufiger, dass Reporter in einen Rollenkonflikt geraten. Beim Anblick des
Elends ist es schwer, die klassische Rolle des neutralen, distanzierten
Beobachters aufrecht zu erhalten.
Bei den
usual suspects der Doofheit – Michele Bachmann und Sarah Palin – habe ich
inzwischen die Fähigkeit verloren zwischen O-Tönen und Satire zu unterscheiden.
Die beiden
Hohlbratzen sind selbst für amerikanische Verhältnisse derart verblödet, daß
man sie schlicht und ergreifend nicht mehr persiflieren kann. Es gibt keine
Möglichkeit sie noch satirisch zu überhöhen.
Vice presidential candidate-cum-Facebook ranter Sarah Palin thinks
14-year-old Texas 9th grader Ahmed Mohamed should have been arrested for making
a clock at home and bringing it to school to show his teacher.
In a winding Friday night post, Palin aired her suspicions that the
“obstinate-answering” boy was really up to no good and Irving police and school
officials have been wrongly maligned in the “reactionary-slash-biased media!”
The case has generated outrage amid the belief that Mohamed was arrested due to
anti-Muslim bias and not any genuine threat posed.
“Yep, believing that’s a clock in a school pencil box is like believing
Barack Obama is ruling over the most transparent administration in history.
Right. That’s a clock, and I’m the Queen of England,” Palin opined. Throughout
the post, she spelled Mohamed’s name “Muhammad,” which is the spelling commonly
used in the English-speaking world for the prophet of Islam.
The half-term Governor of Alaska goes on to say that other kids have
been ‘disciplined and/or kicked out of school for bringing squirt guns to
school,” so therefore she must think it’s OK that the 14-year-old was
handcuffed, brought into juvenile detention and after repeatedly asking, he was
denied a phone call to his parents.
“Or the student out deer hunting with his dad early one morning who
forgot he had a box of ammo in his truck when he parked in the school’s lot
later that day,” Palin writes.
“By the way, President Obama’s practice of jumping in cases prematurely
to interject himself as the cool savior, wanting so badly to attach himself to
the issue-of-the-day, got old years ago. Remember him accusing police officers
doing their job as “acting stupid”; claiming if he had a son, he’d look like
Trayvon Martin; claiming he needed to know who was a fault in an industrial
accident so he’d “know who’s a** to kick”; etc., etc,” she continues to
screech.
Diese
Irre ist im Gespräch unter einem Präsidenten Trump Energie-Ministerin zu werden.
Aber wen wundert es? Immerhin einigte sich die gesamte Republikanische Partei
schon einmal darauf sie für die US-Vizepräsidentschaft zu nominieren.
Im Jahr
2015 sehe ich aber neben Ted Cruz hauptsächlich Carly Fiorina als abstoßendste Republikanerin aller Zeiten.
Sie ist eine extrem unseriöse, brutale, raffgierige, bösartige
Aggro-Politikerin, die mit so massiven persönlichen Angriffen und Beschimpfungen
auffiel, daß mir dagegen Donald Trump schon gemäßigt und eher euphemistisch
formulierend erschien.
Die
Konsequenzen bei den GOPer Sympathisanten sind klar, wenn sich ein(e)
Kandidat(in) als so extrem abscheulich inszeniert: Sie
bekommt sofort mehr Fans.
Der Vorsprung des
umstrittenen Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump vor den übrigen
republikanischen Anwärtern ist einer Umfrage zufolge deutlich geschrumpft. In
der am Sonntag veröffentlichten Umfrage des US-Senders CNN und der
Beratungsfirma ORC liegt Trump mit 24 Prozent Zustimmung bei den Anhängern der
Republikaner zwar immer noch vorn, büßte allerdings ganze acht Prozentpunkte im
Vergleich zu der vorherigen Befragung ein.
Rasant aufgeholt hat
demnach die Ex-Managerin Carly Fiorina, die nach nur drei Prozent in der
vorherigen Umfrage nun 15 Prozent der republikanischen Wähler hinter sich
brachte und den früheren Neurochirurgen Ben Carson von Rang zwei verdrängte.
Die frühere Managerin des IT-Konzerns Hewlett Packard hatte die zweite große
TV-Debatte der elf bestplatzierten republikanischen Bewerber am Mittwoch genutzt,
um sich zu profilieren.
(NTV
21.09.15)
Die
Republikaner hatten bekanntlich schon 2012 das „Post-Truth-Zeitalter“
ausgerufen und wollten sich nicht mehr von der lästigen Realität und
Fact-Checkern einschränken lassen.
Die
Wirklichkeit ist nur etwas für Weicheier, Schwule und Demokraten.
GOPer
erschaffen sich ihre eigene Scheinwelt, in der die Bösen klar zu identifizieren
sind. Da argumentiert man nicht mehr umständlich mit Fakten, sondern mit
Ideologie und Angst.
Republikaner
fürchten sich vor dem was sie nicht verstehen und daher haben sie Angst vor
allem.
Die
GOPer leben in einem Universum der Furcht und daher sehnen sie sich alle nach einer strengen Herrin, die den
Liberalen mal richtig Feuer unter dem Hintern macht.
So zog
es sich durch die ganze Debatte, bei der sie zum Beispiel auch vehement gegen Marihuana-Freigabe
argumentierte. Sie wurde höchst emotional („gets personal“), als sie bei dem
Thema den Eindruck erklärte, sie wisse von den Gefahren der Drogen, da ihre kleine Tochter durch Marihuana ums Leben kam.
Was kann
es schlimmeres für eine Mutter geben, als ihr Kind zu verlieren?
Ein
Schlüsselmoment der Debatte, der ihr enorme Sympathien gebracht haben dürfte.
Unnötig
zu erwähnen, daß auch das weitgehend erlogen war.
Klimawandel?
In Fiorinas Sicht der Dinge darf man nichts
dagegen unternehmen. Sie setzt stattdessen auf KOHLE-Verstromung in der Energiepolitik.
Sie
würde Amerikas Ökonomie wieder in Gang bringen.
[….]
Nach der Zweiten republikanischen
Vorwahl-Fernsehdebatte feiern Mainstreammedien in den USA und in Deutschland
die ehemalige HP-Chefin Carly Fiorina als Anti-Trump. [….] Als
sie 2010 kalifornische Senatorin werden wollte, verlor sie unter anderem
deshalb krachend, weil ihre demokratische Gegenkandidatin Barbara Boxer [….]
thematisierte, was passierte, nachdem die
Italo-Amerikanerin [….] HP-CEO wurde: Sie setzte 30.000 der damals
85.000 Mitarbeiter frei, während sie sich selbst 100 Millionen Dollar und eine
Luxusjacht und dem Management fünf neue Firmenjets gönnte. Trotzdem (oder
gerade deshalb) verfehlte das Unternehmen Gewinnprognosen und der Aktienkurs
ging in den Keller.
Die Techniker, die sie
zugunsten der Manager entmachtete, werfen ihr vor, dass sie dem IT-Konzern
damals die Innovationskraft nahm und deshalb langfristig massiv schadete.
Technology Review schrieb 2005, nachdem Fiorina schließlich selbst entlassen
wurde, tanzten die HP-Angestellten "wortwörtlich in ihren Büros". Auf
die Frage nach eigenen Fehlern meinte die entlassene Managerin lediglich, sie
hätte noch früher noch mehr Leute entlassen sollen.
Bevor sie zu HP ging,
war Fiorina bei bei Lucent Technologies tätig - einer Firma, deren Aktien in
den Nuller Jahren auf weniger als einen Dollar Wert sanken, bis sie schließlich
mit Alcatel fusionierte. Fortune zeigte 2010, dass Fiorinas oft an sehr
kurzfristigem Scheinerfolg orientierte Entscheidungen maßgeblichen Anteil an
diesem Niedergang. [….]
Fiorina
zeigt sich in den Debatten außerdem als außenpolitische Falkin – mit China,
Russland und dem Iran würde sie noch nicht einmal reden, sondern das Militär
massiv aufrüsten.
Auch das
ein radikal verlogenes Ansinnen.
Even as she talks tough against the regime in Iran, it turns out she
defied an Executive Order and sold millions of dollars in HP computers and
printers to that same Iran regime. Suddenly, it appears we have the first real
scandal of the 2016 election cycle.
It turns out this wasn’t a one-time thing either. At one point Carly
Fiorina was illegally selling so much HP product to Iran that the company had
nearly half the printer marketshare in the rogue nation. Worse, she tried to
hide it by using a third party company. According to MSNBC, the sales were in
violation of an Executive Order in place from President Bill Clinton.
Ultimately the SEC caught her red handed, according to the Boston Globe, and
put a stop to the law-breaking.
That being said, she’s a terrible candidate. Sure, if she has time to
prepare weeks ahead of time for a debate she will perform very well. The
problem is, if you really listen to what she’s saying, there’s almost no
substance to any of it. Aside from her suggesting she would like to start WWIII
with Russia and lying about Planned Parenthood, I have absolutely no clue where
she actually stands on the issues. I can guess based on the fact that she’s a
Republican, but I’ve never heard her actually spell out specifics for anything
she claims she supports. Not only that, but one of her most memorable moments
from the second debate, when she spoke about the Planned Parenthood videos, got
absolutely shredded by fact-checkers. Well, during an interview with Fox News’
Chris Wallace on Sunday morning, Fiorina was confronted with the truth that she
lied during the debate – and she proceeded to double-down on her lie. “Do you
acknowledge what every fact-checker has found?” Wallace asked. “As horrific as
the scene is, it was only described on the video by someone who claimed to have
seen it. There is not, no actual footage of the incident you just mentioned.”