Samstag, 29. April 2017

Alte Denkmuster.



So ein Zufall; daß in muslimischen Ländern so viele muslimische Kinder geboren werden und daß evangelikale Christen weitüberwiegend christliche Babys gebären.
Offensichtlich ist Religion gar keine Glaubensangelegenheit, sondern einer Frage der Kultur, in die man hinein geboren wird.
Daher ist es wahrscheinlich, daß ein japanisches Kind rohen Fisch lieber mag als blauschimmeligen Käse, während es bei Franzosen umgekehrt ist.

Wenn ein Junge, wie der kleine Krzysztof Charamsa, 1972 in Gdingen an der polnischen Ostseeküste geboren wird und ihn eine Mutter aufzieht, die „was Kirchen und Religionsausübung betraf, in geradezu hysterischer Weise fundamentalistisch war“ (Charamsa), ist es wenig verwunderlich, daß er katholisch-religiös wird.

Das gilt generell. Wer mit seiner Muttermilch aufsaugt, daß Juden Brunnen vergiften, daß Schwarze Vergewaltiger sind, Zigeuner klauen, Schwule mit dem Satan paktieren und Frauen minderwertig sind, glaubt dies zunächst einmal.
Bleibt man in so einem Umfeld und wird möglichst effektiv von anderen Meinungen abgeschirmt, erhalten sich diese Vorurteile.
Deswegen sind ultraultraorthodoxe Juden in Israel so extrem darauf bedacht ihre Kinder von säkularen Zeitungen, höherer Bildung und dem Internet abzuhalten.
Je besser dies gelingt, desto wahrscheinlicher bleibt ihre Brut ultraultraorthodox.
Amish-Jugendliche legen vor ihrer Taufe, die sie nur als Erwachsene und aus eigenem Willen empfangen (lobenswert!) ein Jahr des „Herumspringens“ ein, in dem sie in die Welt hinausgehen und sich alles ansehen können, was ihnen vorher verborgen blieb.
Ohne diese Experimentierphase gäbe es heute viel mehr Amish, weil weniger gegen ein amishes Leben entschieden.

Wer aus nicht ganz so eingeengten Verhältnissen wie homegeschoolten evangelikalen Amerikanern kommt, wird irgendwann seine mitgegebenen Vorurteile hinterfragen.
Daher treten Erwachsene, die als Säuglinge in Deutschland von ihren Eltern zwangsgetauft wurden, oft aus der Kirche aus.
Sie lernen, daß man Homosexuelle nicht als „Schwuchtel“ beschimpft und finden heraus, daß Schwarze genauso klug wie Weiße sind.
Die Welt ist in dem Sinne wirklich offen, daß ein jeder sich mit wenigen Klicks über Gewohnheiten auf der anderen Seite der Erde informieren kann.
Daher gibt es auch in Frankreich Suhsi-Restaurants und Asiaten fangen an Milchprodukte zu importieren.
Nachdem Deutsche durch ihre „Gastarbeiter“ Pizza und Döner kennenlernten, gaben sie den ausschließlichen Genuß von Grünkohl und Eisbein auf.

Der kleine Krzysztof Charamsa wuchs aber nicht nur mit seiner dörflichen Indoktrination auf, sondern verblieb auch als Erwachsener in einer römisch-katholischen Struktur, die bezüglich der Homosexualität eindeutig war.

[…..] „Die Beichte ist ein Sakrament, das unter der krankhaften Sexbesessenheit der, die sie abnehmen, leidet. Wenn ich aufrichtigen Herzens die Beichte ablegte, schlug mir vonseiten der Gewissenspolizisten nichts anderes als Homophobie entgegen.“ [….]
(Krzysztof Charamsa im STERN, 27.04.2017)

Als jemand, der noch nie gebeichtet hat, erinnert mich das frappierend an die Erzählungen meines Vaters, der als kleiner Junge nach der Erstkommunion das erste Mal beichten mußte und ab dem Zeitpunkt wöchentlich von Lustgreisen nach Masturbation und möglicher Masturbation mit anderen Jungs ausgequetscht wurde – lange bevor er überhaupt geschlechtsreif war und eine Ahnung hatte was das überhaupt sein könnte.
Die Masturbationsbesessenheit des Priesters führte schließlich dazu, daß er sich Sünden ausdachte. Bald erklärte er wöchentlich im Beichtstuhl seiner Mutter einen Dollar aus dem Portemonnaie genommen zu haben – nur um eine Strafe zu bekommen, die den Priester davon abhielt von Penissen und Ejakulationen zu phantasieren.
Die Sache hatte einen positiven Nebeneffekt. Während er sich eigentlich nicht für die Beichte bereit fühlte, da er keine Schuld empfand (wofür ist ein Achtjähriger moralisch schuldig?), konnte er anschließend erhobenen Hauptes den Beichtstuhl verlassen. Endlich fühlte er sich wirklich schuldig, da er ja den Priester angelogen hatte wegen des Dollarscheins.

Als mein Vater als Teenager in NY auf ein College ging, teilte er mit einem jüdischen Jungen das Zimmer, der anders als erwartet ganz normale Füße und nicht etwa Hufe hatte.  Die „Negros“ stanken auch nicht. Die Konsequenzen waren klar. Als mein Alter Herr 18 wurde, trat er aus der Kirche aus.

Charamsa wurde vielleicht nicht in so einen multikulturellen Schmelztiegel wie mein Vater geworfen, aber da er zufällig schwul ist, kam er auf andere Weise mit der Kirchenlehre in Konflikt.

Das hielt ihn allerdings nicht davon ab trotz all seiner Reisen und internationaler Kontakte 12 Jahre so konservativ zu sein, wie es im Vatikan nur geht – als Inquisitor in Kardinal Müllers Glaubenskongregation.
Er übernahm den Schreibtisch von „il bel Giorgio“, als dieser 2005 seinem geliebten Ratzi als „Privatsekretär“ in den päpstlichen Palast folgte. Auch als Papst vergaß der Bayer nicht den Adonis aus Polen; am 6. Juli 2008 gab Ratzi ihm den päpstlichen Ehrentitel Kaplan Seiner Heiligkeit mit der Anrede Monsignore.

Ratzi und offenbar viele andere Kardinäle stehen auf hübsche junge Männer in Soutane.
Benedikt holte sich nicht nur den schönen Georg Gänswein als persönlichen Diener ins Gemach, sondern Ratzi war es auch, der den außerordentlich attraktiven Krzysztof Charamsa in seine Lieblings-Präfektur, die Inquisitionsbehörde beförderte.
Gänsi und Karamba! Für alternde rechtslastige Theologiban ist der Vatikan doch ein Paradies.

[….] „Gerüchte über eine "cordata", eine Seilschaft Homosexueller innerhalb der vatikanischen Mauern, gab es bereits unter Benedikt XVI. [….] Eine Diagnose, die auch auf Monsignore Charamsa zutreffen könnte. Joseph Ratzinger war es, der den mit Bestnoten dekorierten Absolventen der Päpstlichen Universität Gregoriana 2003 in die Glaubenskongregation berief. Und der ihn später, als Papst Benedikt XVI., mit dem Ehrentitel Kaplan Seiner Heiligkeit auszeichnete.“ [….]

Obwohl es unter Ratzinger im Vatikan so schwul zuging, wie wohl noch nie zuvor in der Neuzeit“ (Charamsa), ging dem Beau das Versteckspiel zunehmend auf die Nerven.

[…..] Über jenen Würdenträger sagt er: „Ratzinger verstand es vorzüglich, den Hass auf die Homosexuellen zu verschärfen. Wenn ich jedoch (…) an die Jahre zurückdenke, in denen er Papst war, dann steht mir ein Pontifikat vor Augen, in dem es im Vatikan so schwul zuging, wie wohl nie zuvor in der Neuzeit.“
Der Theologe erinnere sich an eine Audienz muskulöser Akrobaten beim Papst, die auch schon beim „Gay Circus“ in Barcelona bewundert worden sein. Überhaupt sei es eine Periode gewesen, in der „das ganze schwule Szenarium, welches Rom der Barockzeit zu bieten gehabt hatte, wieder auflebte. Mit „roten Schühchen“ und „sorgfältig choreografierten Prozessionen“. [….]
(Epochtimes, 27.04.2017)

Es steht mir nicht zu darüber zu urteilen wieso sich einer erst mit 43 outet und so viele Jahre im Dienste einer Organisation stand, die extrem homophob ist und somit viel Leid über die Menschen wie ihn bringt. Das ist eine Frage an Psychologen.

Es verwundert allerdings, daß ein gebildeter Mann, der heute so klar über die Homophobie des Vatikans urteilt, der so mutig war das alles hinter sich zu lassen und von eben auf jetzt seine Karriere für immer zu zerstören, in anderer Hinsicht so ein naives Kindlein geblieben ist.

Sein erstes Rendezvous mit seinem heutigen Partner hatte in einer Kirche stattgefunden. Erstaunlich. Priester wie er kommen ja auch so selten in eine Kirche.
Aus dieser Tatsache schließt der schöne Krzysztof in seinem Buch*, Gott habe ihn mit seinem Partner Eduard Planas zusammengeführt.
Heute liebt er die katholische Kirche mehr denn je, besteht darauf weiterhin so zu leben wie es sich für einen Priester gehöre. Er sei katholischer als je zuvor. So verkündet er es im aktuellen STERN.


C. Bertelsmann Verlag, Gütersloh 2017, 320 Seiten 19,99 Euro.

Freitag, 28. April 2017

99 Tage

Zum morgigen 100-Tage-Jubiläum der schlechtesten US-Präsidenten aller Zeiten; soviel kann man gewiss schon sagen; erscheinen natürlich weltweit Bilanzen.
Unnötig also an dieser Stelle eine eigene Auflistung zu eröffnen.
Inhaltlich dürfte alles klar sein. Trump brach alle seine Versprechen und konnte trotz seiner Mehrheiten in Senat und House bisher überhaupt noch kein einziges Gesetz durchbringen.
Ein Negativ-Bilanz, die immerhin mit seinen Auslandsreisen (bisher Null) und Tagen auf dem Golfplatz (30 von 100) korrespondiert.

Seine bisherige Präsidentschaftsbilanz entspricht in vielerlei Hinsicht genau dem, was man nach seiner anderthalbjährigen Selbstpräsentation im Wahlkampf erwarten konnte.

Das erratische Lügen zeichnet #45 nach wie vor aus.

Er lügt nicht taktisch, nicht rational, nicht absichtsvoll.
Er lügt einfach grundsätzlich. Zudem lügt er sehr schlecht, indem er sich ununterbrochen selbst widerspricht.

[….] Trump does not simply have “a running war with the media,” as he so indecorously and disrespectfully spouted off while standing on the hallowed ground before the C.I.A. Memorial Wall. He is in fact having a running war with the truth itself. [….]
Donald Trump is a proven liar. He lies often and effortlessly. He lies about the profound and the trivial. He lies to avoid guilt and invite glory. He lies when his pride is injured and when his pomposity is challenged.
Indeed, one of the greatest threats Trump poses is that he corrupts and corrodes the absoluteness of truth, facts and science. [….]

Der Fakten-Check der Washington Post dokumentiert inzwischen beeindruckende 452 Lügen des US-Präsidenten.

Throughout President Trump’s first 100 days, the Fact Checker team will be tracking false and misleading claims made by the president since Jan. 20.
Trump has been in office for 99 days. As of our latest update on day 98, we’ve counted 452 false or misleading claims. (…..)
(100 days of Trump Claims)

Beim Lügen also nichts Neues. Hier liefert Trump fleißig und zuverlässig.

Nicht überraschen kann mich Trumps Erfolglosigkeit bei der Umsetzung seiner Wahlkampfversprechen. Natürlich hatte er nie Pläne, um den IS zu besiegen oder das Gesundheitssystem zu reparieren.
Hier erfüllt Trump ebenfalls die Erwartungen, die er als Reality-TV-Depp ohne irgendwelche politischen Erfahrungen geweckt hatte.
Wieso sollte auch ein Vielfach-Pleitier, der in einem grotesk geschmacklosen Goldturm haust und beruflich Titten beurteilt, mal eben so ein Problem lösen können, an dem sich über Jahrzehnte intelligente Fachpolitiker die Zähne ausgebissen haben?

Ebenfalls wie erwartet laufen die Programmpunkte Selbstbereicherung und Nepotismus.
Trump läßt sich und Staatsgäste auf Kosten des Steuerzahlers in seinen eigenen Hotels und Resorts verköstigen. Ungeniert bindet er seine eigene Familie in Staatsgeschäfte ein.
Die vorgestern von ihm vorgestellte Steuerreformblaupause, dürfte eher eine Nebelkerze sein, um die peinlichen Russland-Enthüllungen zu überdecken.
Ein Konzept kann man es schwerlich bezeichnen; es ist lediglich eine halbe Din A4-Seite lang, selbstverständlich nicht gegenfinanziert und wird so niemals durch den Kongress kommen. Eins ist aber sicher; der größte Profiteur wäre er selbst.

Statt wie bisher würden Gewinne seines Firmenkonglomerats nicht mehr mit knapp 40% persönlicher Einkommensteuer belastet, sondern könnten pauschal als Körperschaft betrachtet werden und dann nur noch mit 15% zu Buche schlagen.
Den chronisch defizitären US-Etat würde das Vorhaben mit etwa 2.600 Milliarden Dollar in den nächsten zehn Jahren belasten – aber bei den Mitgliedern der Trump-Familie klingeln die Kassen.

[…..]  Trump will durch eine drastische Senkung des Körperschaftsteuersatzes von derzeit 35 auf 15 Prozent die heimischen Unternehmen entlasten.
Der neue niedrigere Satz soll auch für die zahlreichen kleineren Betriebe und Familienunternehmen gelten, die bislang mit dem persönlichen Einkommensteuersatz des Inhabers (maximal 39,6 Prozent) belastet werden. Zu dieser Gruppe gehört auch Trumps Immobilienimperium. Der Präsident würde also selbst massiv von der Reform profitieren. […]

Die US-Demokraten sagen mit Recht, daß sie erst die Tax-Returns des Präsidenten sehen müssen und beurteilen wollen wie sehr er persönlich von den Plänen profitiert, bevor sie solche Pläne diskutieren.
Natürlich ist auch hier keine Überraschung zu erwarten – Trump wird sein Versprechen nach der Wahl seine Tax-Returns zu veröffentlichen niemals einlösen.

Ein kleines bißchen immerhin verblüfft mich wie schnell Trump seine populistischen Wahlsprechen nicht nur nicht einhält, sondern das Gegenteil tut.

NAFTA kündigen, Iran-Deal zurücknehmen, NATO obsolet, China abstrafen?

Im Wahlkampf nannte Donald Trump das Freihandelsabkommen Nafta den "schlechtesten Deal aller Zeiten". Er versprach, den Vertrag zu kündigen. Dann zeigte ihm einer seiner Minister eine Landkarte der USA. [….]

Die absoluten Wahlkampfhits, die er hundertfach schwor sofort umzusetzen, interessieren nun gar nicht mehr.

Ernsthaft verblüfft bin ich nach 99 Tagen Trump davon, daß Trumps Anhänger diese diametralen Wenden ihres Idols überhaupt nicht stören. Sie bejubeln ihn noch genauso wie vorher. Angesichts der desaströsen Nicht-Bilanz sind 44% Zustimmung noch gewaltig hoch – auch wenn es der niedrigste Wert aller anderen Präsidenten nach 100 Tagen ist.

Insbesondere erstaunt mich aber auch die gelegentliche entwaffnende Ehrlichkeit, mit der Trump einräumt ein völlig ungebildeter Idiot gewesen zu sein.
Wer hätte geahnt, daß Gesundheitspolitik so kompliziert ist? Wer hätte gedacht, daß China Kim Jong Un nicht einfach befehlen kann seine Atombomben abzugeben und demokratische Wahlen abzuhalten?
Trump ahnte offenbar gar nicht, daß Politik kompliziert sein kann, verstand das gesamte amerikanische System nicht. Er dachte wirklich als Präsident könne er wie ein Firmenchef einfach alles anordnen.
Unfassbar, Isha Sesay spielte gestern auf CNN einen Clip vor, in dem Trump sich überrascht gibt, daß man als Präsident viel arbeiten muß und er daher nun sein altes Leben vermisse.
Ich glaube ja, daß er so unfassbar dumm ist, wirklich nicht geahnt zu haben was auf ihn zukommt, aber ich kann kaum glauben, daß er so dumm ist, das einfach so in die Kamera auszuplaudern.


Und schlussendlich kann ich doch auch eine gewisse Überraschung dafür aufbringen, wie ungeniert #45 alle moralischen und ethischen Regeln ignoriert. Er gibt sich keine sichtbare Mühe damit wenigstens wie ein halbwegs zivilisierter Mensch zu erscheinen.

Norman L. Eisen, früherer US-Botschafter in Prag und „Ethik-Zar“ (Special Counsel for Ethics and Government Reform) unter Obama staunt immer noch über Trump.

[….] The president and his Cabinet are heading for a train wreck of a magnitude unseen since Watergate.
[….]  President Trump and his administration are flagrantly violating ethics laws. Unless they correct course, the consequences will be disastrous — for the president, his team and the country.
The problem starts with tone deafness at the top. Trump’s hotels, golf courses and other enterprises continue to do business with foreign and domestic entities that have interests before the government he heads. This raises serious conflicts and legal concerns, including under the Foreign Emoluments Clause of the Constitution, which prohibits U.S. government officials from receiving foreign government payments or benefits “of any kind whatever.”
[….] This unprecedented situation is exacerbated by the fact that we do not yet know the full extent of Trump’s conflicts. That is because he has failed to disclose his tax returns, as we were just reminded when two pages of his 2005 returns turned up. [….] Trump’s assault on ethics has also permeated his Cabinet. Many of his nominees have confronted ethics challenges of their own, including Betsy DeVos and Tom Price. The two ultimately made it through the nomination process, but others did not, among them Labor secretary nominee Andrew Puzder and two Pentagon service secretaries. Sonny Perdue, Trump’s nominee for Agriculture secretary, is the latest to bring ethics baggage with him. [….][….]

Donnerstag, 27. April 2017

Türken-Twitter.



Es gibt kaum einen der omnipräsenten TV-Talkshowgast-Journalisten, den ich so unsympathisch finde, wie STERN-Mann Jörges.
Am meisten stört mich seine Selbstverliebtheit, dieses sich immerzu in die Kameras drängen. Zugegebenermaßen ein unsinniger Vorwurf, schließlich liegt das in der Natur der Sache. Wenig sinnvoll Fernsehen zu gucken und sich über diejenigen zu echauffieren, die im Fernsehen sind.
Vermutlich habe ich ihm nie verziehen, daß er in den frühen 2000er Jahren an der Spitze derjenigen stand, die mit aller Macht Rotgrün loswerden wollten, um Westerwelle in die Regierung zu befördern.

(….) Staatliche Rentenversicherung war out, jeder sollte privat vorsorgen. Im großen Maßstab wurden dem deutschen Michel geraten Telekom-Aktien zu kaufen, sich Maschmeyers AWD-Finanzprodukte zuzulegen.
Immer dramatischer warnten Gabor Steingart (SPIEGEL) und Hans-Ulrich Jörges (STERN) vor dem Untergang Deutschlands, wenn nicht bald Merkel und Westerwelle die Regierung übernähmen und die totale Marktliberalisierung in Gang setzten. (…..)
(Politik und Pietät, 18.03.2016)

Heute war Herr Jörges Gast im Morgenmagazin und sagte einige bedenkenswerte Dinge.
Die deutsche Bekümmerung über den Ausgang des türkischen Verfassungsreferendums sei „die größte Heuchelei“.

"In Wahrheit war die Bundesregierung erfreut darüber, dass Erdogan sein Referendum gewonnen hat. Die größte Sorge war, dass er es verliert und dass dann neben den Kriegen in Syrien und im Irak auch noch eine große Türkei-Krise ausbricht."
(Presseschau mit Hans-Ulrich Jörges, 27.04.2017)

So abwegig ist das nicht. Man stelle sich vor, das Hayir-Lager hätte mit 51% vorn gelegen und Recep Tayyip Erdoğan müßte mit einer gewaltigen Klatsche leben.
Hätte er das etwa einfach achselzuckend hingenommen?
150.000 Verhaftete und Degradierte in der Türkei zeigen doch deutlich wie der Präsident mit Widerspruch umgeht.
Die „Säuberungen“ hätten womöglich ein nicht vorstellbares Maß erreicht, es wäre vielleicht zu einem offenen Bürgerkrieg gekommen, wenn die Regierungsgegner mit einem Mehrheitsvotum im Rücken auf ein Regime geprallt wären, welches das gesamte Land – Armee, Justiz, Medien, Parlamente – kontrolliert.
Neben den ca drei Millionen Bürgerkriegsflüchtlinge in der Türkei würden dann unter Umständen weitere Millionen Türken folgen, die ebenfalls aus ihrem Land fliehen müßten.

Zudem wies Jörges darauf hin, daß gerade mal 13% aller türkischstämmiger Menschen in Deutschland mit „Evet“ gestimmt hätten, 87% könne man nicht als Erdoğan-Fans vereinnahmen.
(Nach meinen Informationen von vor zwei Wochen waren es 15% statt 13%, also in etwa die gleiche Größenordnung)

Angesichts dieser doch recht kleinen Minderheit sei es schäbig, wie Christian Lindner auf dem Rücken der Migranten nun eine Anti-Doppelpass-Kampagne lostrete.
Die FDP suche nun ihren Platz weit rechts der Mitte zwischen CDU/CSU und AfD.

Wieder muß ich Jörges zustimmen; die Christian-Linder-Partei (CLP) wird rapide unsympathischer.
Ungeniert feuert der Chef aus der rechten Ecke.

[…..] In einem Interview mit dem Magazin "Stern" wendet sich Linder recht offensichtlich an die Menschen am rechten Rand des Wählerspektrums. "Warum sind so viele Deutschtürken keine Verfassungspatrioten?", fragt Lindner darin. Deutschland sollte beginnen, sich "offensiver zu seinem großartigen liberalen Grundgesetz zu bekennen".
Der FDP-Chef befand in diesem Zusammenhang außerdem: Der türkischstämmige Fußballer Mesut Özil soll vor Spielen der Nationalmannschaft die deutsche Hymne mitsingen.
Lindner kritisierte zudem die Flüchtlingspolitik der Bundesreagierung. "Unsere Zuwanderungspolitik benötigt eine Generalinventur", sagte er dem "stern". "Wer bleibt, den müssen wir uns aussuchen. Da sollte das Ziel der Integration viel stärker die deutsche Staatsangehörigkeit sein."
Das Interview von Lindner sorgte in den sozialen Medien schnell für Wirbel. Vor allem der Satz über Mesut Özil missfiel vielen Lesern. "Leute zwingen, eine Hymne zu singen - ist das liberal?", fragte etwa einer. […..]

Die FDP in der Nähe der AfD scheint zu funktionieren. Petrys Umfragezahlen werden kleiner, die FDP kratzt schon wieder an den 10%.
Braun kommt immer an in Deutschland.

Bezeichnenderweise verwendet der eher linke Grüne Jürgen Trittin heute die gleiche Wortwahl wie CDU-General Tauber vor vier Monaten:



[….] CDU-Generalsekretär Peter Tauber hat FDP-Chef Christian Lindner scharf attackiert. Zwei Tage nach dem Dreikönigstreffen der Liberalen, bei dem Lindner die Union erneut wegen ihrer Flüchtlings- und Sicherheitspolitik kritisiert hatte, warf Tauber dem FDP-Chef überhebliches Verhalten vor. Das provoziere ein erneutes Scheitern der Liberalen wie bei der Wahl 2013.
Damals hatte die FDP bei der Bundestagswahl nur 4,8 Prozent der Stimmen geholt und ist seitdem nicht mehr als Fraktion im Bundestag vertreten. "Der Grund, warum die FDP damals aus dem Bundestag geflogen ist, war nicht die CDU, sondern sie selbst", sagte Tauber der Bild am Sonntag. "Und mit seinem selbstherrlichen Auftreten tut Herr Lindner gerade alles dafür, dass sie es wieder nicht schafft. Dann wäre die FDP erledigt."
Lindners Auftreten erinnere ihn an den stellvertretenden Parteichef der Alternative für Deutschland, sagte Tauber: "Er redet teilweise wie Herr Gauland von der AfD. Der einzige Unterschied besteht darin, dass er statt eines abgewetzten Tweed-Sakkos einen überteuerten Maßanzug trägt." […..]
Das ist schon eine sehr ekelige Allianz mit den Rechten, die Türkei-Basher Lindner anstrebt.
Von taz bis WELT, von Linke bis CSU stehen Medien und Parteien in Deutschland ausnahmsweise zusammen, wenn es um die Menschenrechtsverstöße unter Präsident Erdoğan geht. Einheitlich fordert man die Freilassung Deniz Yücels und all der anderen inhaftierten Journalisten in der Türkei.
Aber rechts von der CSU, bei denen, die Lindner anvisiert sieht das anders aus.

[….] Am Tag nach dem Verfassungsreferendum in der Türkei ließ die Welt eine Spalte auf der ersten Seite leer: "Freiraum für Deniz. Hier würde der Kommentar von Deniz Yücel stehen". Dietmar Bartsch, ein Politiker der Linken, von dem Ulf Poschardt sagt, er werde ihn kaum wählen, verbreitete die leere Spalte auf Twitter, mit dem Kommentar: "Schon cool."
[….] Mit der taz habe man eine Art "Redaktionsgemeinschaft" in Sachen Deniz Yücel gegründet. Eine Kollegin, ein Kollege sei immer vor Ort in Istanbul, für alle Fälle. Man löse sich ab. "Wie Sie heute meinem rockigen Senkt-die-Steuern-Kommentar entnehmen können", sagt Poschardt, "haben wir ordnungspolitisch komplett konträre Positionen. Aber wenn es darum geht, Meinungsfreiheit zu verteidigen, marschieren wir zusammen."
[….] Nur die AfD schert aus dem Korso aus. "Die verzeihen Deniz den Deutschenhass nie", sagt Ulf Poschardt, "sie hassen ihn im selben Wortlaut und mit derselben Garstigkeit, mit der die AKP ihn hasst." Es sieht in der Tat nach einem neuen Frontverlauf aus, in Sachen Kulturkampf, beziehungsweise nach einem Wahlkampfthemchen für die AfD.
[….] Nun twittert ein Markus Frohnmaier, Jahrgang 1991 und Bundesvorsitzender der Jungen Alternative: "National-Borderliner #Yücel hätte in Deutschland schon längst wegen Beleidigung und Volksverhetzung Gefängnis von innen erleben sollen." Und Pegida-Chef Lutz Bachmann tritt auf Facebook nach: "Gibt's in der Türkei die Todesstrafe? Wenn ja, wäre die Hinrichtung von Schmierfink #Deniz mal wieder ein guter Grund hinzufahren!" [….]
 

Mittwoch, 26. April 2017

Verlässliche Linke.



Wenn man mit „die Linke“ nicht die deutsche Partei desselben Namens, sondern weiter gefasst all diejenigen parlamentarischen Strömungen erfasst, die nicht konservativ sind, die also nicht aus weltanschaulicher Begrenzung Minderheiten diskriminiert, Industrie über Umwelt und Rüstung über Frieden stellen, dann ergibt sich in den meisten westlichen Demokratien ein gleiches Bild.
Man streitet sich untereinander, wirft sich gegenseitig so eindringlich „Verrat“ oder „Regierungsunfähigkeit“ vor, daß am Ende meist die Konservativen die Regierung stellen.
Die scheren sich weniger darum, mit wem sie im Bett liegen und stellen es konsequenter in den Vordergrund die Linke zu besiegen. Moral ist für sie zweitrangig.
Gut für Trump, der nie Präsident geworden wäre, wenn nicht so viele Linke Hillary bekämpft hätten oder Jill Stein nachgelaufen wären, wenn nicht so viele Rechte achselzuckend Trumps unsäglichen Lügen und Beleidigungen akzeptiert hätten.

Linke Parteien haben auch eine sehr viel schwierigere Basis. Menschen, die mitreden wollen, leicht unzufrieden sind und nach Antworten verlangen.
Delegierte, die Farbbeutel oder Schokoladentorten auf ihre eigenen Vorsitzenden werfen.
Karteileichen, die befragt werden wollen, statt einfach den von oben ausgesuchten Kandidaten zu unterstützen.

Rätselhafterweise begeistern sich Rote, Grüne, Sozis immer noch so sehr für Mitgliederentscheide, daß diese weiterhin als Allheilmittel gepriesen werden, obwohl dabei selten etwas Gutes rauskommt.

Die Grünen-Mitglieder bestimmten per Urwahl die Bundestagsspitzenkandidaten.

Das ist ja mal gründlich schiefgegangen.

Die ostdeutsche Merkel-Bewunderin Kathrin Göring-Kirchentag hatte die Grünen bei der letzten Bundestagswahl zielstrebig zur kleinsten Oppositionskraft hinter der LINKEn verzwergt.
Groko-Zeiten sind eigentlich fette Jahre für kleine Oppositionsparteien, weil sie sich abseits der übergroßen Kompromisse profilieren und vom Frust der Wähler über die riesige Regierung profitieren können.
Tatsächlich strahlt die Groko so gar nicht. Alle sie tragenden Parteien haben in den letzten dreieinhalb Jahren deutlich an Zuspruch verloren und Millionen Wähler heimatlos gemacht.
Die grüne Fraktionsspitze vollbrachte unter der Führung der Vorsitzenden, die zuvor schon als Spitzenkandidatin das Wahldesaster zu verantworten hatte, nun das Kunststück so zu langweilen, daß man 2017 wohl noch schwächer werden wird.
Mit konsequenter Umschiffung jeder inhaltlichen Politik brachten es Göring-Eckardt und Hofreiter fertig die Wähler eine volle Legislaturperiode so einzunebeln, daß niemand auch nur einen Schimmer von grünen Politikvorstellungen hat. Man kennt keine Konzepte, keine Pläne, noch nicht mal Meinungen zu den Bereichen Flüchtlinge oder Finanzpolitik.
Es ist noch nicht mal ansatzweise möglich auch nur die grobe politische Richtung der Grünen zu erahnen. Wollen sie auf direktem Weg in die Arme Merkels uns Seehofers, wie es sich die Süddeutschen wünschen? Oder gibt es noch Anhänger Jürgen Trittins, die sich schon vorstellen auch mal einen anderen Kanzler als Merkel zu haben?

Die einzig sichere Information aus der grünen Parteiführung ist die menschliche Zerrüttung der Führungskasper.

Peter, Özdemir, Hofreiter und Göring-Eckardt hassen sich alle gegenseitig.
 Es gibt nur die eine Gemeinsamkeit; nämlich den Wunsch, den einzig guten Spitzenkandidaten, Minister Habeck zu verhindern.
Das gelang bei der Urwahl – wenn auch denkbar knapp.

[……] Parteichef Cem Özdemir schnitt bei den Männern mit 35,96 Prozent extrem knapp am besten ab. Robert Habeck, Umweltminister in Schleswig-Holstein, holte nur 75 Stimmen weniger und kam auf 35,74 Prozent. Fraktionschef Anton Hofreiter vom linken Flügel der Partei bekam 26,19 Prozent. [….]
(dpa, 18.01.2017)

Urwahl ohne zweiten Durchgang. Das erinnert natürlich an die fatale Scharping-Urwahl von 1993, die direkt in die Opposition führte. (…..)
(Jeder kommt mal dran, 19.01.2017)

Dank des abstrusen Wahlmodus‘ (ohne Stichwahl) und der ausgebliebenen Sachauseinandersetzung, stehen nun an der Grünen-Spitze zwei ausgesprochene CDU-Fans mit direktem Kurs auf das Abstellgleis.

Standen die Grünen noch Mitte 2016 bei 13 bis 14%, haben sie sich jetzt auf 7% halbiert. INSA misst sogar nur 6,5%; die 5%-Hürde rückt nah. (…..)

Der große Heribert Prantl von der Süddeutschen Zeitung stimmt heute übrigens in meine seit Jahren erhobene Klage ein:

[…..] Eine Partei, die vor zehn Jahren noch so aussah wie die kommende Volkspartei, erleidet ein Suppenkaspar-Schicksal. Sie wird, in NRW jedenfalls, mit jeder Umfrage dünner. In Schleswig-Holstein, dem Bundesland, in dem eine Woche früher gewählt wird, ist das anders. Das liegt nicht zuletzt an Robert Habeck, Schriftsteller und Politiker, dem dortigen Vize-Ministerpräsidenten. Der Mann verkörpert noch die Frische, den Elan und die Eindeutigkeit, die die Grünen einmal hatten. Dem grünen Bundesspitzenduo Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt fehlt das. Es war ein grünes Unglück, dass Habeck beim Mitgliederentscheid über die Spitzenkandidaten im Bund dem altbekannten Özdemir unterlag. Den Effekt, den Schulz für die SPD hatte, hätte es als Habeck-Effekt für Grünen geben können. So aber gibt es einen Mehltau-Effekt. […..]

Die NRW-Wahl könnte für die Grünen zum Megadesaster werden.
Als RRG-Befürworter wäre das für mich ein Worst-case-Szenario. Das würde im Bundestagswahljahr im größten Bundesland unverdient wieder die CDU an die Macht bringen. Ein Alptraum.
Aber die Grünen haben es sich selbst mit dieser langweiligen Loser-Truppe in NRW eingebrockt. Jetzt ist Vize-Ministerpräsidentin Löhrmann ganz verwirrt, aber doll war das auch nicht, was sie in der Regierung leistete.


Man denke nur an Barbara Steffens (Bündnis 90/Die Grünen), seit 2010 Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen, die sich vehement für die auf einem Hitler-Gesetz fußende Homöopathie einsetzt.

Mit rhetorischen Taschenspielertricks und mangelndem Statistikverständnis versucht NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens den Befreiungsschlag in Sachen Alternativmedizin. Dabei gelingt ihr vor allem eins: die Brüskierung ihrer Mitarbeiter – und der Ausweis mangelnden Verständnisses von Wissenschaftlichkeit. […..]

Absolut hanebüchen, daß die Grünen seit sieben Jahren eine Ministerin stellen, die diesen gefährlichen Unfug verbreitet. Unwählbar.

Statt mutig für ihre Themen einzutreten, frönen Grüne ihrer frommen Kirchentags-Führung, sitzen mit der stramm rechten Hessen-CDU glücklich in einer Regierung, segnen Abschiebungen und sichere Drittstaaten ab, koalieren mit der CDU in BW und halten sich dabei auch noch prominenten Parteimitglieder wie OB Palmer, der in seinen xenophoben Äußerungen kaum von Frauke Petry zu unterscheiden ist.
Trittin und Habeck, die für echte Reformen und linke Politik stehen, wurden von der eigenen Partei kaltgestellt.
Stattdessen sitzen die Thüringer Top-Religiotin Göring-Eckardt und der CDU-affine Özedemir im Führerhäuschen.
„Der Cem“, wie er in der Partei genannt wird, versucht sich nun aus purer Verzweiflung mit Türkei-Bashing so profilieren und will die CSU rechts überholen, indem er den Doppelpass abschaffen will.

Grünen-Chef Cem Özdemir hält nichts davon, die doppelte Staatsbürgerschaft über Generationen zu vererben. Damit pflichtet er einem Vorschlag von Thomas de Maizière bei. […..]

Als Opposition gegen die GROKO oder gegen die CDU/CSU finden die Grünen gar nicht statt.
Ihr drögen Spitzenkandidaten, die man schon seit immer kennt, sitzen unterdessen in Kirchengremien oder fangen ohne Not an auf Minderheiten einzukloppen und sich an die CDU zu kuscheln.

Wieso sollte man die im Moment auch wählen?
Die brauchen offensichtlich einen Dämpfer, um ihr Personalproblem zu lösen.
Da müssen dringend einige in Rente.

Im Saarland dauerte es ebenfalls Jahrzehnte und man mußte aus dem Landtag fliegen, bis sich die Grünen trauten den alten CDU-FDP-hörigen Parteichef Hubert Ulrich loszuwerden.
An weitere Konsequenzen trauten sich die bräsigen Vier aus Berlin aber nicht.

(……) Liebe Grünen, was erwartet ihr?
Im Bund steht ihr mit einem CSU-affinen Spitzenduo da, welches schon die letzte Bundestagswahl katastrophal versemmelt hatte, leistet Euch eine mit Hofreiter und Peter zwei weitere blonde Langhaarige, um die potentiellen Grünenwähler möglichst effektiv abzuschrecken und besagter Hubert Ulrich ist seit 1991 (sic!) mit einer Unterbrechung von 2000-2002 ununterbrochen Grüner Landesvorsitzender.

Schon komisch, wenn Simone Peter heute gequält in die Kameras spricht, die Grünen hätten es traditionell so schwer im Saarland.
Nun gäbe es aber die Chance zu einer personelle Erneuerung.
Ach was? Und in dem Vierteljahrhundert zuvor? War man trotz der Skandale, Peinlichkeiten und Blamagen etwa gezwungen 26 Jahren lang alle zwei Jahre Ulrich zum Vorsitzenden zu wählen?

Sorry, wer nicht hören will, muß fühlen.
Raus aus dem Parlament.

Gut, daß die Schulzbremse und das Grünendebakel gleich am Anfang des Superwahljahres geschehen. Das gibt den Parteizentralen Zeit sich neu aufzustellen.
Özdemir, Peter, Göring-Kirchentag und Hofreiter sollten sofort morgen zurücktreten und durch Habeck und Trittin ersetzt werden. (………)
(Ausgeschulzt, 26.03.2017)

Es tut mir so leid. Ich möchte wirklich CDU und CSU in der Opposition sehen und eine rotrotgrüne Bundesregierung haben.
Dazu passen die debakulären 5 oder 6 %, die Institute für die Grünen in NRW messen gar nicht.
Aber gleichzeitig wünsche ich den Grünen von Herzen auch einen ordentlichen Arschtritt.

[…..] Panik bei den Grünen: Eben noch auf dem Weg zur Volkspartei, stürzen sie nun Richtung Fünf-Prozent-Marke. Der Niedergang alarmiert auch Union und SPD - ein möglicher Partner droht zu verschwinden.
Die Grünen in Nordrhein-Westfalen haben jetzt ganz offiziell Alarm ausgelöst. "Kämpfen, kämpfen, kämpfen", hat Spitzenkandidatin Sylvia Löhrmann via "Bild"-Zeitung als Losung für die Tage bis zur Landtagswahl am 14. Mai ausgegeben. "Kämpfen um die parlamentarische Existenz der Grünen."
Es geht um alles für die Partei. Und das nicht nur in NRW, wo sie die Umfragen nur noch bei sechs Prozent sehen. In der ganzen Republik zeigt die Kurve stetig nach unten. Verbuchten sie 2016 konstant zweistellige Werte, taxieren Meinungsforscher die Grünen inzwischen auf maximal sieben Prozent, die schlechtesten Werte seit 15 Jahren werden gemessen. […..]  Die Partei ist in Panik. […..] Vor einigen Wochen, als die SPD im Umfragehoch war und die Grünen zumindest noch stabil bei acht Prozent lagen, träumte mancher sogar schon wieder von der Neuauflage des rot-grünen Projekts aus Gerhard Schröders Zeiten. Aber die grüne Schwindsucht lässt nun sogar eine mögliche Dreierkoalition, mit Linken oder FDP, arithmetisch wackelig erscheinen. […..]

Die Grünen Machen mich fertig.
Und dazu noch die Linke mit ihrer AfD-Wagenknecht und nicht zuletzt die SPD mit Peinlich-Schulz, der ohne Not an die Kirchen ranrobbt.

Darwin, wirf Hirn vom Himmel!