Für die CDUCSU
ist die Sache klar.
Gemäß des CSU-Mottos „legal,
illegal, scheißegal,“ wollen sie
auch in der Causa Bibi auf Gesetze und Richter pfeifen. Den Internationalen
Strafgerichtshof (IStGH), sowie den Haftbefehl wegen Verbrechen gegen die
Menschlichkeit und Kriegsverbrechen gegen Netanyahu und Gallant, wollen sie
ignorieren. Die Merz-CDU an der Seite von Kriegsverbrechern, Straftätern,
Angeklagten gegen das Recht.
[….] Für den CDU-Politiker Hardt steht fest: »Für uns als
CDU/CSU-Fraktion wäre es unvorstellbar, dass ein demokratisch gewählter
Premierminister des Staates Israels auf deutschem Boden festgenommen wird.« […..]
(SPON, 22.11.2024)
Die entampelte
deutsche Restregierung aus Grünen und Roten windet sich. Tatsächlich wäre es
ein Horrorszenario, wenn ausgerechnet Deutschland mit seiner Geschichte den
Israelischen Premier festnehmen lassen würde.
Aber genau diese
Geschichte ist auch der Grund, weswegen sich Deutschland stärker als andere
Nationen für internationales Recht und Gerichtsbarkeit einsetzt.
[….] Dabei ist die Rechtslage eigentlich klar: Hält sich eine
mit Haftbefehl gesuchte Person in einem Mitgliedstaat auf, kann der IStGH nach
Art. 89 des Rom-Statuts den Staat um Festnahme und Überstellung der Person
ersuchen. Entsprechende Regelungen zur Umsetzung dieser Regel finden sich in
Deutschland im Gesetz über die Zusammenarbeit mit dem IStGH (IStGH-Gesetz).
Nach dessen § 9 werden dann die erforderlichen Maßnahmen zur Feststellung des
Aufenthaltes und zur Festnahme des Verfolgten ergriffen. Zuständig für die
Fahndungsmaßnahmen wäre die Generalstaatsanwaltschaft Berlin. Auch Deutschland
müsste daher Benjamin Netanjahu festnehmen, sollte er deutschen Boden betreten.
Regierungssprecher Steffen Hebestreit teilte mit, die aus den
IStGH-Beschlüssen folgenden "innerstaatlichen Schritte" würden
gewissenhaft geprüft. Weiteres stünde erst an, wenn ein Aufenthalt von
Netanjahu und dem ehemaligen Verteidigungsminister Galant in Deutschland
absehbar sei, so Hebestreit.
Deutschland versteht sich als größter Unterstützer des
Gerichtshofs, wie auch Hebestreit bei einer Pressekonferenz am Freitag
bestätigte. "Diese Haltung ist auch Ergebnis der deutschen Geschichte.
Gleichzeitig ist Konsequenz der deutschen Geschichte, dass uns einzigartige
Beziehungen und eine große Verantwortung mit Israel verbinden", ergänzte
er. Die Bundesregierung sei an der Ausarbeitung des IStGH-Statuts beteiligt
gewesen. Die Entscheidung des Gerichtshofs habe sie zur Kenntnis genommen. […..]
(LTO, 22.11.2024)
Der IStGH
arbeitet nicht im luftleeren Raum. Die Haftbefehle wurden bereits vor sechs
Monaten beantragt. Das Gericht prüfte die Vorwürfe äußerst gewissenhaft, stand
unter extrem Druck. Aber die Beweislage ist überwältigend. Vor allem wird in
der Begründung das Aushungern der
Bevölkerung genannt, es geht aber auch um
Narkosemittel, die nicht mehr in den Gazastreifen gelangten. Zudem steht
vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) auch noch der Vorwurf des Genozids
zur Diskussion. Reich rechtlich sieht es ungemütlich aus für Bibi, bestätigt
auch Kai Ambos, Professor für Straf- und Völkerrecht an der Universität
Göttingen. Er ist zudem seit 2017 Richter am Kosovo-Sondertribunal in Den Haag.
[….] SPIEGEL: Warum spielt der immer wieder erhobene Vorwurf
eines möglichen Genozids keine Rolle?
Ambos: Er war schon im Antrag für die Haftbefehle nicht
enthalten, was damals durchaus für Diskussionen gesorgt hat. Es ist aber nicht
ausgeschlossen, dass die Anklagebehörde insoweit noch nachlegt, wie ja
überhaupt die Ermittlungen weitergehen.
SPIEGEL: Haben die Haftbefehle trotzdem Einfluss auf das
Völkermordverfahren vor dem
Internationalen Gerichtshof (IGH)?
Ambos: Es gibt eine gegenseitige Befruchtung der beiden
Gerichte allgemein und auch speziell in diesem Verfahren. Natürlich
berücksichtigt der IStGH die Rechtsprechung des IGH, etwa zur Frage eines
möglichen Genozids in Gaza, zur Besatzung und ihren Folgen oder der Art des
Konflikts. Und natürlich wird auch der IGH mit Interesse die Verfahren beim
IStGH verfolgen. [….] SPIEGEL: Wie sinnvoll sind denn überhaupt
Haftbefehle gegen regierende Staats- oder Regierungschefs? Auch Putin führt
seinen Krieg weiter.
Ambos: Das ist eine berechtigte Frage, sie betrifft quasi die
Geschäftsgrundlage unserer Arbeit: Dass es keine Straflosigkeit für solche
Verbrechen geben soll; dass niemand über dem Gesetz steht, auch kein
Staatsoberhaupt. Denn die Täter, um die es der internationalen Strafjustiz
geht, sind nicht die einfachen Soldaten, es sind die Führungsfiguren, die
Präsidenten, die Generäle, die muss man zur Verantwortung ziehen. Und dann muss
man das eben auch konsequent durchsetzen. Nur so gibt es auch einen Abschreckungseffekt.
Wenn wir daran nicht glauben würden, bräuchten wir den Internationalen
Strafgerichtshof – den Deutschland maßgeblich mit aufgebaut hat und unterstützt
– nicht. […..]
(SPON, 21.11.2024)
Wie so viele
andere, kann ich heute auch nur echoen: Ja, natürlich hat Israel das Recht und
die Pflicht, sich nach dem Hamas-Angriff vom 07.10.2023 zu wehren.
Ja, natürlich
wird das auch wieder zu Ungerechtigkeiten und unschuldigen Opfern führen.
Aber das heißt
eben nicht, daß alles erlaubt ist, was Netanyahu lostritt. Die Grausamkeit überschreitet
inzwischen jedes vertretbare Maß.
[….] Die heute veröffentlichte Erklärung des Gerichts klingt vernichtend: Der
Regierungschef und sein kürzlich entlassener Verteidigungsminister seien
strafrechtlich verantwortlich für das Kriegsverbrechen des Aushungerns als
Methode der Kriegsführung und die Verbrechen gegen die Menschlichkeit wie des
Mordes, der Verfolgung und anderer unmenschlicher Taten. Auch erwähnt die
Kammer das Kriegsverbrechen eines vorsätzlichen Angriffs auf die
Zivilbevölkerung. Die Ausführungen sind
detailliert. Darin geht es um das Vorenthalten von Nahrungsmitteln, Wasser,
Medikamenten und medizinischem Material sowie Treibstoff und Strom. Die
zwischenzeitliche Ausweitung der Hilfslieferungen sei nur auf Druck der
internationalen Gemeinschaft, allen voran den USA, geschehen und nicht
ausreichend gewesen. Die Kammer habe festgestellt, dass Netanyahu den Stopp von
Hilfslieferungen »mit Kriegszielen in Verbindung brachte«. In der Erklärung
wird aufgeführt, zu welchen Folgen die Verhinderung der Lieferung medizinischer
Güter und Medikamente führten: »Ärzte wurden gezwungen, ohne Betäubung
Verletzte zu operieren und Amputationen durchzuführen, auch bei Kindern.«
Die Erklärungen des Gerichts decken sich mit zahllosen
Berichten von Hilfsorganisationen und verschiedener internationaler Medien aus
dem Gazastreifen seit Kriegsbeginn. Auch haben verschiedene Uno-Gremien immer
wieder auf die wahrscheinlich verbrecherische Kriegsführung Israels
hingewiesen. […..]
(Thore Schröder,
21.11.2024)
Der gesamte
Gazastreifen ist inzwischen vollständig zerstört. Zwei Millionen Menschen
hungern im absoluten Elend. Mindestens 43.000 Palästinenser wurden getötet. Zwei
Drittel davon Frauen und Kinder. Markus Söder und die Christen-Politiker kümmert
es nicht. Sie pöbeln gegen das internationale Recht.
[….] CSU-Chef Markus Söder hat den Haftbefehl gegen Benjamin
Netanjahu scharf kritisiert. „Ich kann nur sagen, ich finde, das ist ein
falsches Signal“, sagte der bayerische Ministerpräsident in München. Das
Vorgehen sei „relativ befremdlich. Da entsteht der Eindruck einer sehr
politischen Instrumentalisierung“. Söder betonte, Israel habe das Recht auf
Selbstverteidigung und sei Partner Deutschlands. […..]
(FR, 22.11.2024)
[….] Bereits im Mai hatte
der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz geäußert, „schon die Beantragung“ der
Haftbefehle sei, weil diese sich sowohl gegen israelische Regierungspolitiker
wie auch gegen führende Funktionäre der Hamas richteten, „eine absurde
Täter-Opfer-Umkehr“. Der Vorwurf läuft mittlerweile ins Leere, denn Israel hat
laut Eigenangaben alle drei Hamas-Vertreter, die der IStGH ebenfalls in Haft
bringen wollte, inzwischen umgebracht. Am gestrigen Donnerstag erklärte nun der
für Außenpolitik zuständige stellvertretende Vorsitzende der
CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Johann Wadephul, für ihn sei es völlig
„unvorstellbar“, dass etwa Netanjahu „auf deutschem Boden festgenommen“ werde.
Die Haftbefehle zeugten von „vollkommen ausbleibende[m] Fingerspitzengefühl der
Spitze“ des IStGH. [….]
(GFP, 22.11.2024)
Daß sich Baerbock und die Bundesregierung in dieser
Zwickmühle äußerst schwer tun, halte ich für verständlich und gerechtfertigt.
Die schnellen simplen einseitigen Urteile der C-Bande, zeigen nur einmal mehr,
wie ungeeignet Merz und Co für Regierungsämter sind.
Die juristisch-außenpolitische Lage wäre angesichts der
sich derzeit widersprechenden deutschen Ansprüche – PRO IStGH und PRO Israel –
ohnehin schon extrem schwierig. Mit jedem Israelischen Regierungschef.
Erschwerend kommt aber hinzu, daß Netanyahu persönlich zutiefst verlogen und
korrupt ist. Wie sein US-Zwilling in Mar A Lago, klammert er sich an das
Regierungsamt, weil er die damit verbundene Immunität braucht. Wie bei den
Trumps, sind auch weitere Netanyahus – Ehefrau Sara und Sohn Jair –
rechtsradikale korrupte Kriminelle. Gut möglich, daß alle in Gefängnis landen,
wenn der Krieg eines Tages aufhört und neu gewählt wird.
Besonders erbärmlich erscheint mir dabei, wie
leichtfertig die Israelische Regierung die Antisemitismus-Karte zieht.
Denn Antisemitismus ist real und tödlich. Antisemitismus
muss man extrem ernst nehmen und darf niemals den Antisemiten in die Karten
spielen, indem man sich fälschlicherweise als Opfer inszeniert, weil man damit
die wahren Opfer antisemitischer Anfeindungen diskreditiert.
Frauen, die misogyne Kräfte beschwören, obwohl sie ganz
allein für Fehler verantwortlich sind; Schwule, die homophobe Attacken erfinden, um Mitleid zu
erheischen oder eigenes Fehlverhalten zu kaschieren;
Juden, die sich um Aufmerksamkeit zu generieren, antisemitische Diskriminierung
ausdenken, oder gar Frauen, die fälschlich Vergewaltigung schreien, sind extrem
erbärmlich.
(….) Mit einigem Entsetzen
blicke ich hingegen auf die überwiegend weiblichen Kommentatorinnen, die der
lügenden Spiegel alles verzeihen und dabei die Mutter-Karte spielen. Als Frau
wäre sie eben mehr belastet und sensibler, da müsse man schon ein paar Augen zudrücken,
wenn sie nicht so arbeiten könne, wie ein Mann.
[….] Am
Sonntagabend versuchte Bundesfamilienministerin Anne Spiegel es mit
Ehrlichkeit. Vor den Kameras stand eine offensichtlich überforderte Ministerin,
die erklärte, warum sie mit ihrer Familie in den Urlaub gefahren war, zehn Tage
nach der Flutkatastrophe in dem Bundesland, in dem sie zu der Zeit Umwelt- und
Familienministerin war. Sie legte die Krankheit ihres Mannes offen, die
Probleme ihrer Kinder, die sicherlich viele im Land teilen. [….] Wieso kann eine Ministerin nicht in den
Urlaub gehen, wenn sie, wie die Regierung in Rheinland-Pfalz bestätigt, von
Staatssekretären vertreten wird? [….] [….]
(Milena Hassenkamp, SPON,
11.04.2022)
Wer so argumentiert, macht es
in Zukunft allen Frauen schwerer, die Karriere machen wollen, weil so der
(falsche!) Eindruck vermittelt wird, die zarten Frauen taugten vielleicht nicht
ganz für die harte Welt. In die Top-Jobs gehörten demnach doch lieber Männer.
Was für ein Bärendienst wird
so den Frauen erwiesen!
Einen ähnlichen Bärendienst
leistete Gil Ofarim, der sich in Leipzig gekränkt fühlte, weil er am Check-In
des Westin Luxushotels nicht sofort als Superpromi erkannt wurde, darauf anfing
rumzupöbeln, die Lobby verlies, draußen seinen David-Stern hervorkramte und
über seine Social-Media-Kanäle jammerte, er sei antisemitisch beleidigt worden.
[….] Doch
der Musiker lässt sich nicht beruhigen, im Gegenteil. Folgt man der Darstellung
der beiden Hotelangestellten, wird er nun ausfallend und redet sich in Rage.
Ein Zeuge in der Lobby beschreibt Ofarim später gegenüber der Polizei als
»frech«. Der Künstler sei an diesem Abend der einzige Gast gewesen, der sich
über den langsamen Check-in beschwert habe. Videoaufnahmen zeigen, wie Ofarim
im Streit mit den Armen gestikuliert und sich beidhändig auf dem Schalter
aufstützt. Laut Sophie G. spricht er von einer »Frechheit«. Schließlich droht
Ofarim, den Vorgang online zu thematisieren, das werde dann viral gehen – so
schildern es sowohl Markus W., als auch seine beiden Kolleginnen sowie zwei
Gäste direkt hinter dem Musiker. Vermutlich ist es jener von den Kameras
festgehaltener Moment, in dem Ofarim die Hände mit schwungvollen Bewegungen
ineinanderklatscht, wohl begleitet von den Worten: »Dann geht das auf Facebook
und Instagram, bamm, bamm, bamm.«
[….]
(DER SPIEGEL, 31.03.2022)
Was für einen Bärendienst
erweist Ofarim damit den Juden, die tatsächlich unter antisemitischen
Anfeindungen leiden. Ihnen wird nun aber etwas weniger geglaubt werden.
[….] Als Gil Ofarim erklärte, er sei antisemitisch angegangen worden,
glaubte auch ich ihm. Heute weiß ich es besser. Das bedeutet aber nicht, dass
Menschen, die Diskriminierung beklagen, nicht geglaubt werden sollte – im
Gegenteil. [….]
(Samira El Ouassil, 07.04.2022)
Ähnlich katastrophal verhielt
sich der schwule, schwarze Schauspieler Jussie Smollett, der eine
schwulenfeindliche Attacke auf sich inszenierte, um als Opfer Ruhm und
Schlagzeilen zu bekommen.
[….] Schauspieler
Jussie Smollett zu 150 Tagen Gefängnis verurteilt.
Er soll eine homophobe Attacke auf sich selbst vorgetäuscht haben: Nun
muss Schauspieler Jussie Smollett für knapp fünf Monate in Haft – und eine hohe
Geldsumme zahlen. [….]
(SPON, 11.03.2022)
Erbärmlich! Was für einen
Bärendienst erweist Smollett Myriaden Schwulen in den USA, die wirklich
homophob angefeindet werden und deren Berichten man nun skeptischer
gegenüberstehen wird.
Im Sexualstrafrecht ist die „Falschbeschuldigung als Vergewaltiger“
regelrecht zum Mythos geworden, auf den sich tatsächliche Vergewaltiger nur
allzu gern beziehen.
Frauen, die sich eine
Vergewaltigung ausdenken, um einem Mann zu schaden, agieren doppelt
verwerflich, weil sie eben nicht nur dem Opfer schaden, sondern allen wirklich
vergewaltigten Frauen einen Bärendienst erweisen. Man wird ihnen weniger
glauben. (…)
(Bärendienste, 12.04.2024)
Selbstverständlich, Herr Netanyahu, ist Kritik an
Netanyahus Politik, Kriegsführung und Person völlig legitim und fällt nicht
unter das Antisemitismus-Verdikt, weil er zufällig auch Jude ist.
[…] Israels Regierungschef
Benjamin Netanyahu hat die Entscheidung des Internationalen Strafgerichtshofs
(IStGH), Haftbefehle gegen ihn und seinen ehemaligen Verteidigungsminister Yoav
Gallant zu erlassen, verurteilt. Das Büro des israelischen Premierministers
bezeichnet die Entscheidung als »antisemitisch«.[….] Israels
Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir hat sich für eine vollständige Annexion des
besetzten Westjordanlands ausgesprochen. Das sei die angemessene Reaktion auf
die internationalen Haftbefehle gegen Regierungschef Netanyahu und
Ex-Verteidigungsminister Gallant durch den Internationalen Strafgerichtshof.
Das Gericht sei »durch und durch antisemitisch«, schrieb Ben-Gvir auf X. […..]
(SPON, 21.11.2024)
Völlig falsch, Netanyahu! Die Haftbefehle sind ein „Sieg des Rechts“. An dieser Stelle „Antisemitismus“
zu schreien, ist ein Schlag ins Gesicht all der wahren Antisemitismus-Opfer!
[….] Der Haftbefehl gegen
Netanjahu ist nicht antisemitisch, sondern richtig
[….] Die Entscheidung der
Richter in Den Haag hat Monate auf sich warten lassen, die Reaktion aus Israel
kam prompt und in Form eines lauten Klage- und Anklagechors: Der nun erlassene
Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) gegen Premierminister
Benjamin Netanjahu und den früheren Verteidigungsminister Joav Gallant wurde
unisono als skandalös und einseitig zurückgewiesen, als absurd und
antisemitisch. Nichts davon hält einer sachlichen Überprüfung stand.
Das Haager Gericht macht
seine Arbeit, wie es die 124 Unterzeichnerstaaten des Römischen Statuts
beschlossen haben. Die Vorwürfe der Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die
Menschlichkeit wegen der von Netanjahu und Gallant zu verantwortenden Kriegsführung
im Gazastreifen wiegen so schwer, dass sie eine unabhängige Strafverfolgung
rechtfertigen. Dass eine solche unabhängige Untersuchung der israelischen
Gerichtsbarkeit derzeit nicht zugetraut wird, hat sich die Regierung in
Jerusalem auch selbst zuzuschreiben – zum Beispiel mit ihren Plänen für die
sogenannte Justizreform. Einseitig sind die Haftbefehle nicht, weil sie
ursprünglich auch gegen drei Hamas-Führer beantragt worden waren. Zwei von
ihnen wurden inzwischen von Israel nachweislich getötet, der dritte vermutlich
auch. [….]
(Peter Münch, 21.11.2024)