Freitag, 17. April 2015

Rätsel Mensch Teil II




I don't need your god.
I don't need your eternal, paternal god.
Don't need your reassuringly protective,
good and evil in perspective god.
Don't need no imported, distorted, inflated, updated holy roller, save your soul, or anaesthetisingly opiate god.
Don't need no, "All creatures that on earth do dwell; be good or you go to hell" god.
Don't need no "Hare Krishna! Hare Krishna! Hail Mary! Hail Mary!" god.
Got no yen for zen, Bhagavad Gita, or gurus.
No mormons, methodists, seventh-day adventist gods. No absolutes beyond refute - the reverential, preferential, Judaic, messianic god.
No bibles, no mahajanas, instant dharma gods.
Don't need no spiritual suicide, prefrontal lobotomising god.
Don't need no stoic, sexless, antiseptic god.
Don't need no neon crucifix.
No crusade, no burka, or kabbalah.
No camels, or needles, or papal decrees.
No mail order icons, korans or mandalas.
No Meher Babas.
No imams or ayatollahs.
No sharia.
No opus dei.
No dianetics.
No tarot or beads.
No devadasi.
No immortal, invisible "God's only wise."
(……)

Es tut mir wirklich leid; ich weiß, man soll nicht über Äußerlichkeiten richten.
Aber wenn ein erwachsener Mann, der phänotypisch ohnehin etwas unglücklich ausgeformt wurde – insgesamt 18 Zähne und dazu einen drei Nummern zu kleiner Kugelkopf – dazu auch noch eine extrem unglückliche Perücke mit aufgerollten rotem Kondom auf der Birne und bunte Kleider trägt, ist das keine ideale Voraussetzung, um ernst genommen zu werden.
Aber Rainer-Maria hat es sich ja ausgesucht Prälat in einer homophob-misogynen Organisation mit Kinderfick-Affinität zu werden.
Und heute stand er nun da in seinem superreichen, milliardenschweren Kölner Dom und sollte den Angehörigen des Germanwings Fluges 4U9525 erzählen was sich der allmächtige Gott dabei gedacht hat ihre Geliebten sinnfrei auf einem Berg zerschellen zu lassen.
Gar nicht so einfach; denn entweder ist Gott nicht allmächtig oder nicht lieb. Beides geht nicht.

Fall A) Ein allmächtiger Gott existiert nicht.

Fall B) Ein allmächtiger Gott existiert. Dann zeigen aber Auschwitz und die weiteren bekannten Genozide, daß er ein Arschloch sein muß und das ist per Definition eben nicht göttlich. Also existiert eben doch kein (lieber) Gott.

Was ich hier wieder einmal skizziere, ist das alte Theodizee-Problem.
Der Begriff wurde durch Gottfried Wilhelm Leibniz, dem letzten Universalgelehrten der Geschichte in seiner Abhandlung  „Essai de Théodicée“ (1710) geprägt.

Damit griff er aber eine Jahrtausende alten Gedankengang auf.

Die große Theodizee-Frage [teodiˈt͜seː] (frz. théodicée, v. altgriech. θεός theós „Gott“ und δίκη díke „Gerechtigkeit“) wird immer wieder gestellt - seit Jahrtausenden, seit Epicur.

Sextus Empiricus, der Arzt und Philosoph des 2. Jahrhunderts, formulierte das Dilemma folgendermaßen:

Entweder will Gott die Übel beseitigen und kann es nicht:
Dann ist Gott schwach, was auf ihn nicht zutrifft,
Oder er kann es und will es nicht:
Dann ist Gott missgünstig, was ihm fremd ist,
Oder er will es nicht und kann es nicht:
ist er schwach und missgünstig zugleich, also nicht Gott,
Oder er will es und kann es, was allein für Gott ziemt:
Woher kommen dann die Übel und warum nimmt er sie nicht hinweg?

„In letzter Zeit war die Leistungsbilanz Gottes, was die Juden anbelangt nicht gerade überwältigend." Er könne nicht zugleich allmächtig und gerecht sein - denn wäre er es, hätte er Ausschwitz nicht zugelassen. Doch offensichtlich konnte er es nicht verhindern.
Und was ist wenn es einen Gott gibt, der Ausschwitz verhindern wollte, aber nicht konnte?

Auch dazu hat Bauer eine einfache Antwort: „Ein armer Kerl, der Unterstützung braucht, der sich seine Stärke von uns holen muß - einen solchen Gott brauche ich nicht!“

Interessanter als die große Theodizee-Frage an sich finde ich die Tatsache, daß professionelle Priester, Ordensleute und klerikaler Hochadel nach 2000 Jahren Kopfzerbrechen immer noch keine Alibi-Antwort gefunden haben.

All die vom Steuerzahler finanzierten Theologiestudiengänge, all die Jahren in den Priesterseminaren – es hat alles nichts genützt.
Die Kirchisten sind nicht einen Schritt weiter. Bei jedem Unglück fangen sie wieder an zu Stammeln und winden sich.

Nach dem Germanwings-Absturz über den französischen Alpen ging es wieder los mit den verstandesfeindlichen Plattitüden.

Woelki ist auch noch nichts Besseres eingefallen und so ließ er erst mal die Ketzer-Kollegin (Protestanten-Frauen im Dom! Wenn Ratzi das wüßte, würde er Gänsi aus Wut ohne Gutenachtkuss ins Bettchen gehen lassen.)

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und unserm Herrn Jesus Christus. Amen.
Unbegreifliches wurde getan. [….]
Unbegreiflich! Das Unbegreifliche muss ausgehalten werden. [….] Unbegreiflich auch das. Und doch – Gott sei Dank! – wirklich. [….] Mitten da hinein hören wir – wiederum unbegreiflich, ja beinahe unsagbar: Einmal und einst komme eine Zeit, in der all dies aufhören wird.[….] Weil Gott selbst alles neu macht. Weil Gott selbst abwischen wird alle Tränen. [….] Gott, sammle meine Tränen in deinen Krug. So betet ein Mensch in der Bibel Israels. [….] Gott selbst muss da sein für mich und für die, die ich verloren habe. Gott selbst muss einstehen für das, was geschehen ist und was er hat geschehen lassen. Gott selbst muss das Unbegreifliche zu seiner Sache machen. Bis hin zur kleinsten Träne, die ich geweint habe, die ich noch weinen muss oder schon gar nicht mehr weinen kann.
Gott, sammle meine Tränen in deinen Krug, bittet dieser Mensch. Mehr nicht. Aber weniger kann er nicht verlangen. Wir rufen heute mit seinen Worten. Rufen miteinander und füreinander: Ach Gott, in Jesu Namen sammle doch unsere Tränen in deinen Krug. Mach Menschentränen zu Gottestränen.
[….] Ja, wir müssen es erbitten: Ach Gott, im Namen Jesu, der lachte und litt und weinte und starb, sammle doch nicht nur meine Tränen in deinen Krug. Die, die ich vergoss und noch vergießen werde. Ach Gott, sammle und bewahre das ungelebte Leben, das ungeweinte und das ungelachte Leben derer, die wir verloren haben.
[….] Vergänglich sind sie, die Tränen. Und deshalb unendlich kostbar – wie das Leben selbst. Auch bei Gott. Gerade bei Gott. Ob dann, wenn in Gottes Krug eine jede Träne gesammelt und gezählt und bewahrt ist – ob dann auch Menschen aufhören können und aufhören dürfen, über dem Unbegreiflichen zu weinen?
An dieser Hoffnung will ich festhalten. Darum will ich und muss ich Gott bitten. Auch für alle, die es jetzt nicht können: Sammle du, Gott, unsere Tränen in deinen Krug. [….]
(Präses Annette Kurschus 17.04.15 im Kölner Dom)

Ich bleibe dabei:
Was ist denn das für eine gequirlte Biberkacke, die das Evangelen-Huhn da heute im Kölner Dom abgelassen hat?
Klingt für mich wie Satire.
Das könnte ein RTL-II-Witzbold im Quatsch-Comedy-Club auf der Reeperbahn vortragen und alle würden sich totlachen. Wigald Boning oder so.

 Der Kardinal versuchte die ungelöste Sinnfrage einfach an eine höhere Stelle zu delegieren und stellte sich mit einem theologischen „Was weiß denn ich!? Ist ja auch egal. Wir leben ja eh alle ewig!“  vor die Menschen.

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen! Vielleicht werden das einige von Ihnen gedacht haben, wenn Sie überhaupt an Gott glauben. Natürlich gibt es die Erinnerungen an die geliebten Menschen, und es ist gut, diese kostbaren Erinnerungen wach zu halten. Aber gibt es mehr als diese Erinnerungen? Wir Christen glauben das. Wir glauben an das Ewige Leben. [….]  Wir glauben an das Ewige Leben, das die Zeit außer Kraft setzt, das über den Tod hinausgeht, aber das wir schon in diesem Leben erfahren können. [….] Kann man das glauben? In diesem Jahr habe ich mit ganz besonderer Aufmerksamkeit und besonderer Intensität den Karfreitag begangen. Und als dann beim Vortrag der Leidensgeschichte Jesu dessen Ausruf kam „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen!“, da habe ich besonders an Sie gedacht, liebe Angehörige und Freunde, denn Ihnen ist ja das Liebste in Ihrem Leben genommen worden. „Mein Gott, mein Gott warum hast Du mich verlassen“, das ruft nicht irgendwer. Jesus Christus ist es, der das ruft, der Sohn Gottes. Er leidet unschuldig – nicht scheinbar –, sondern wirklich. Er hat sich das nicht ausgesucht. Er leidet aus Liebe. Wie Sie. [….]
(Rainer Maria Woelki 17.04.15)

Skydaddy schrieb dazu heute die beiden sinnvollsten Sätze, die ich zum Thema gehört habe:


Unbegreiflich sind die Christen-Redakteure, die wieder einmal nicht abstrahieren können und ihre persönlichen christlichen Irrationalitäten einfach auf alle anderen extrapolieren und dann in einem bizarren Zirkelschluss eine völlige Irrationalität damit rechtfertigen, daß sie zufällig selbst irrational sind.
Sie schließen nicht nur von sich auf andere, sondern gleich auf alle.
Das ist kein Journalismus, sondern Theo-Projektion auf Kindergarten-Niveau.
In der SZ hieß es heute wieder Doof, Doofer, Drobinski!

Das Unfassbare bekommt eine Fassung
Ein Gottesdienst mit Kerzen, Gebet und Gesang macht die Welt nach der Germanwings-Katastrophe nicht wieder heil. Er [….] gibt der Trauer eine rituelle Form - und gerade darin liegt sein Wert.
[….] Die Leute [versammeln sich]  in der Kirche, wenn eine Katastrophe über sie hereingebrochen ist und der Boden erschüttert, auf dem sie eben noch glaubten, sicher zu stehen - die Mächtigen und Wichtigen des Landes eingeschlossen. Am Abend des 11. September 2001 war das so, als die Türme des World Trade Centers einstürzten; da saßen selbst die Abgeordneten der Linken im Berliner evangelischen Dom und wippten verlegen mit den Füßen. Diesmal bot der Kölner Dom den Trauernden und Weinenden einen Ort, den Erschütterten und Mitleidenden. Man musste nicht religiös sein, um zu merken, wie dringend eine Gesellschaft solche Orte und Rituale braucht, wie säkular sie sonst durchs Leben zu gehen pflegt.
[….]  Kölns Kardinal Rainer Maria Woelki und Annette Kurschus, Präses der evangelischen Kirche von Westfalen, haben gut gepredigt, ohne die Trauer und die Fassungslosigkeit mit Selbstgewissheit zuzukleistern. Vor allem Annette Kurschus hat das gut gemacht, als sie sagte, keine Bischöfin und kein Kardinal könne Brücken über den Abgrund schlagen, der sich da auftue. [….] Das Unfassbare bekommt eine Fassung, die amorphe Trauer eine Form, das ist das zutiefst Menschliche einer solchen Feier. [….] Es war die Pädagogik, die den Wert der festen Formen wiederentdeckte: Kinder brauchen Rituale, abends, damit sie einschlafen können, morgens, damit sie in den Tag kommen, zwischendurch, um ruhig und selbstsicher groß zu werden. Das hat ziemlich viele Eltern dazu gebracht, mit ihren Kindern abends zu lesen, zu singen und auch zu beten. [….]

Atheisten haben gegenüber Religiösen einen enormen Nachteil. Sie sind klüger, wie just wieder Studien beweisen.
Nicht so doof wie Religiöse zu sein führt dazu, daß man seinen Verstand nicht ausschaltet und auch in Extremsituationen rational denkt.

Ich kann aus mehrfacher eigener Erfahrung sagen, daß es extrem beschissen ist mitzuerleben wie engste Freunde und Familienangehörige sterben.
Noch schlimmer wird es aber, wenn das unglücklicherweise auf einer Intensivstation eines Krankenhauses mit Seelsorgebegleitung passiert und einem sofort ein Pfaff mit Plattitüden wie „Gott holt die, die er am meisten liebt zuerst zu sich“ in die Seite springt.
In allen TV-Berichten zum Germanwings-Absturz wurden die Notfallseelsorger über den grünen Klee gelobt.
Ich will das gar nicht bestreiten. Für viele Menschen in solchen Situationen ist das vermutlich ein Segen.
Es gibt aber auch andere Menschen, wie mich zum Beispiel, denen theologisches Geschwafel den Rest gibt.


Donnerstag, 16. April 2015

Fundamental irrer.


Viele kirchenferne Norddeutsche halten instinktiv Katholiken für wesentlich grotesker als Protestanten.
Das ist zunächst einmal naheliegend, da Katholiken hierzulande exotischer sind und die auffälligsten Unterschiede die Papst-Fraktion sehr unsympathisch erscheinen lässt:

·        Katholiken halten Frauen für zu unwürdig und minderbemittelt, um geistliche Ämter zu übernehmen.
·        Katholiken haben mit dem Zölibat die offensichtlich sehr viel heuchlerische Sexualmoral.
·        Katholiken produzieren laufend Kindersexskandale.

Diese drei Punkte sind so augenfällig, daß sie auch die größte Rolle in der innerkatholischen Diskussion spielen.
Überwältigende Mehrheiten von Franzis Fußvolk wollen dies alles abgeschafft haben und hadern mit ihren barocken Kirchenfürsten, die sie aber nur bezahlen und nicht etwa selbst aussuchen dürfen.

Flüchtig betrachtet sollten also all die unzufriedenen Katholiken einfach konvertieren und sie wären ihre Probleme auf einen Schlag los.
Eine Win-Win-Situation, denn so wäre die RKK von einer massiven Austrittswelle betroffen, während die EKD Zulauf hätte. Die Katholen-Spitze wäre bald gezwungen ihre diskriminierende Einstellung gegenüber Frauen und Kindern aufzugeben.

In der Realität erleben wir aber erstaunlicherweise genau den umgekehrten Prozess: Es treten deutlich mehr protestantische Christen als Katholische aus ihrer Kirche aus. Ein Phänomen, das von konservativen RKK-Topklerikern gerne als Argument dafür verwendet wird, man müsse den Zölibat nicht aufheben und brauche keine Frauenordination einzuführen. Die Evangelen hätten das alles und bei ihnen sehe die Mitgliederentwicklung noch schlechter aus.
Was ist da los?

Natürlich haben die katholischen Bischöfe Unrecht. Ihre niedrigeren Austrittszahlen liegen nicht daran, daß die Gläubigen Zölibat und Frauenverbot behalten möchten.
Das katholische Milieu ist einfach grundsätzlich konservativer, ländlicher und altmodischer. Dort sind die Bindungen an die Kirche und die Bereitschaft zur Heuchelei größer als im eher lockeren städtischen Milieu der Protestanten.
Tritt ein Protestant in Hamburg aus der Kirche aus, interessiert das niemand.

In einem kleinen Dorf des Bistums Regensburg mag das noch ganz anders sein und mit vielen schrägen Blicken der Nachbarn verbunden sein.

Es ist ähnlich wie bei Parteibindungen. Konservative Parteimitglieder lassen sich von ihren Führern weit mehr Skandale gefallen. Da wird ein dutzendfach überführter Lügner Koch immer wieder umjubelt und alle lieben Merkel, obwohl sie so ziemlich alles was CDUlern heilig ist schon ins Gegenteil verkehrt hat.
Grünen- oder SPD-Mitglieder sind pingeliger und werfen schneller mal empört ihr Parteibuch weg.

Neben der „Lockerheit“ der protestantischen Milieus sprechen aber zwei weitere Aspekte für die Katholiken.

Ihre Show ist sehr viel besser; die Gottesdienste machen was her, man hat mit Pontifikalämtern, Kardinälen und den fortwährenden Berichterstattungen aus dem größten Protz-Hotspot der Erde, des Vatikans, immer wieder kostenlose Werbung.
Evangelische Gottesdienste sind dagegen nicht nur schlicht und trostlos, sondern erinnern mit ihren primitiven Gesängen und dümmlichen Spielchen immer irgendwie an die verzweifelte Stimmung auf Kindergeburtstagen der Unbeliebtesten in der Klasse.

Glücklicherweise war ich noch nie auf einem evangelischen Kirchentag, aber die von dort via TV übertragenen Events haben mich mit ihrer tumben Primitivsymbolik und der erschreckenden kunst-antagonistischen akustischen Folter schwer verstört.

Schließlich leidet die Evangelische Kirche nachhaltig unter dem intellektuell dürftigen Niveau ihrer Top-Kleriker.
Offensichtlich wird jeder, auch wenn er in der Schule nur Singen und Klatschen belegt hat, zum Theologiestudium zugelassen und umso schneller zum Pastor gemacht, je mangelhafter seine Allgemeinbildung ist.
(…….)
Möglicherweise ist es tatsächlich so, daß der intellektuelle Niedergang der evangelischen Theologie, der in Huber und Käßmann ihre Apotheose fand, die eigentlich noch absurderen Katholiken (Zölibat, Primat des Papstes, Frauen-Ausschluss,..) in Relation gut dastehen läßt.

Im aktuellen SPIEGEL (15/2015 vom 04.04.2015) gibt es ein vierseitiges Doppelinterview mit dem EKD-Chef Bischof Heinrich Bedford-Strohm und dem Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster unter anderem zum Thema „militanter Islam“.
Gratulation auch an die morialogische Glanzleistung des SPIEGELS zum Thema Gewalt im Islam von Juden und Christen nur ÜBER den Islam zu sprechen und nicht MIT ihm; ein muslimischer Vertreter darf gar nicht erst mitreden.
An einen Humanisten oder Atheisten wird ohnehin gar nicht gedacht.
Die Redakteure Frank Hornig und Katja Timm stellen die üblichen harmlosen Fragen nach Integration und Glaubensferne.
Ein Freifahrtschein für die beiden Top-Religioten zu überzeugen und für sich zu werben.
Schuster, als Vertreter einer in Deutschland sehr kleinen Minderheit schlägt sich nicht schlecht, fällt zumindest nicht durch besondere Doofheiten auf.
Aber der Nachfolger von Huber, Käßmann und Schneider gibt Plattitüden von sich, daß man immerhin wunderbar Heinz-Werner Kubitzas Essay wider die Theologie als „Wissenschaft“ bestätigt bekommt.
Bedford-Strohm ist Professor und demonstriert eine Anti-Intellektualität, daß er jeden Denkenden aus der Kirche treiben muß. (…..)

(……….) Der Niedergang des deutschen Protestantismus ist vermutlich unaufhaltsam.
Der Grund ist, daß es einfach keine sympathischen Führungspersönlichkeiten in der EKD gibt.
Die Laien werden von Politikern dominiert, die sich aus dem unsympathischsten Bodensatz ihrer jeweiligen Parteien rekrutieren: Volker Kauder, Hermann Gröhe, Günther Beckstein, Kathrin Göring-Kirchentag, Irmgard Schwätzer (FDP), Christoph Matschie (SPD), Kerstin Griese (SPD), Josef Philip Winkler (Grüne), Pascal Kober (FDP) oder Stefan Ruppert (FDP) sind die schlimmen Namen.

Bei den Theologen der EKD sieht es sogar noch düsterer aus: Huber, Schneider, Käßmann, Bedford-Strohm oder gar Petra Bahr heißen die Menschenschrecker, die meistens in die Talkshows geschickt werden.
Kein Wunder, daß die Gläubigen schneller aus der EKD flüchten als aus der zölibatären Kinderficker-RKK. (………….)

Konsequenterweise wurde Plapperista Käßmann als BILD-Kolumnistin genau dort geparkt, wo sie intellektuell hingehört  - bei F.J. Wagner und Kai Diekmann.
Wenn man es gut mit der EKD meint, könnte man hoffen, daß Käßmann bei der enthirnten BamS-Leserschaft auch keinen Schaden mehr anrichten kann.

Zum Pech für die evangelische Kirche und zum Glück für die Atheisten überschätzt sich das Plappermäulchen aber immer noch so gewaltig, daß sie sich kontinuierlich mit aller Macht auch in andere Medien drängelt und dort ihr Mitglieder-verschreckendes Potential voll entfaltet.

Die ZEIT, die ich genau für diese treudoofe Kirchenhörigkeit als Abonnent verließ, bietet dem theologischen Totalausfall aus Hannover heute mal wieder untertänig ein Forum.

[…]  Die Altbischöfin und Botschafterin der Reformation, Margot Käßmann, fordert in der ZEIT mehr christliches Selbstbewusstsein. "Europäische Christen sollten sich nicht dauernd entschuldigen, dass unsere Kirchen weniger voll sind als etwa in Südkorea", sagte sie. Kirchenbesucherzahlen sagten nichts über Glaubwürdigkeit aus. Die Europäer hätten es geschafft, Glaube und Vernunft zusammenzuhalten. […] Das Verhältnis zur katholischen Kirche sieht Käßmann positiv: "Meine Kirche hat große Gemeinsamkeiten mit Rom, weil wir wissen, wovon der jeweils andere redet." Käßmann interessierten die Wege zur Einheit. Der neue Papst setze "Signale, die zu uns passen". […]

Käßmann ist aber kein Einzelfall – so ziemlich alle Veröffentlichungen aus dem Petra Bahr – Göring-Kirchentag – EKD-Nirvana bewegen sich auf diesem Amöben-IQ-Niveau.

„Evangelisch.de“ schaltete beispielsweise „einen Protestantomaten“ frei, bei dem es quasi um einen Wahlomat auf KITA-Niveau handelt.
Kritische Antworten stehen natürlich nicht zur Auswahl.

Beispiel:

Welche Aussage über Gott ist ihnen am wichtigsten?

·        Gott liebt die Menschen über alle Maßen.
·        Gott ist gerecht.
·        Gott begegnet mir in meinen Mitmenschen.
·        Gott kann man nicht in Worte fassen.
·        Gott offenbart sich auch in anderen Religionen.

Oder:

Wo sollte man das Wort Gottes am lautesten verkündigen?

·        In der Fußgängerzone.
·        Unter Kindern.
·        In der Kirche.

A propos Kinder und Religion.
Wider aller Vernunft und aller Erfahrungen bestehen Protestanten natürlich auch immer noch auf Zwangstaufe, also das Eingemeinden von Personen lange bevor sie alt genug sind selbst darüber entscheiden zu können.
Die offiziellen Begründungen auf den offiziellen EKD-Seiten sind so hanebüchen, daß ich sie gern weiterverbreite.
Verantwortungsvolle Eltern, die noch Mitglied der Kirche sind, werden vielleicht daraufhin die Kraft haben auszutreten.

[…] Kinder brauchen Religion


[…] 'Mein Kind soll das später selbst entscheiden', sagen viele Eltern. Aber mit dieser vorgeblichen Neutralität treffen Eltern bereits eine wichtige Vor-Entscheidung: Wo Religion und Glaube nicht vorkommen, wird vermittelt, dass diese Dimensionen des Lebens unwichtig sind. "Wie soll jemand entscheiden, ob ihm der Glaube schmeckt, wenn er ihn nie vorher gekostet hat?", fragt der Theologe und Erziehungswissenschaftler Fulbert Steffensky.
[…] Seiner Meinung nach, darf der Glaube Kindern nicht vorenthalten werden. "Wir können nicht sagen: 'Warten wir mit der religiösen Erziehung, bis Kinder 16 Jahre alt sind und sich selber entscheiden können.' Kinder haben jetzt ihre Ängste, nicht erst wenn sie 16 sind." […] Religion kommt im Alltag häufiger vor, als wir auf den ersten Blick wahrnehmen. […] Sie sehen Wegkreuze, erleben vielleicht im Kindergarten ein Tischgebet. Unsere gesamte Kultur trägt Spuren des Christentums. Denn der christliche Glaube hat die europäische Festkultur, Sprache und Kunst geprägt. Selbst die Menschenrechte haben in der jüdisch-christlichen Überlieferung ihre Wurzeln. Wer Kinder in einem religiösen Vakuum aufwachsen lässt, enthält ihnen auch ein Stück Bildung und Humanität vor.
Kinder stellen schon sehr früh von sich aus zutiefst religiöse Fragen. […]  Kommt Oma in den Himmel? Hat Gott alle Menschen lieb, auch die bösen? Wieso hat Gott die blöden Brennnesseln gemacht? Hat Gott nicht gut genug aufgepasst, wenn ich einen Unfall habe?', das sind Kinderfragen, die auch Erwachsene zum Nachdenken nötigen.
[…] Friedrich Schweitzer, Pädagoge und Theologe, konstatiert ein "religiöses Kaspar-Hauser-Syndrom", wo  Kinder von ihren Eltern weder Anregung noch Unterstützung bei religiösen Fragen bekommen, "Kinder haben ein Recht auf Religion", sagt er. […]  "Es gibt Dinge, die sich nicht durch ihren Zweck rechtfertigen: die Lieder, die Gedichte, die Küsse, die Muße, das Gebet. Wer diese Dinge von ihren Zwecken her beschreibt, verdirbt sie. Es geht nicht darum zu sagen: Wer glaubt, kommt besser durchs Leben. Es ist schön, wenn unsere Kinder ihr Leben bergen können in die großen Bilder des Glaubens, dass sie es bergen können in die Hände und den Schoß Gottes."
[…] "Religion ist Begleitung in dem Sinn, dass Kindern vermittelt wird: Da steht mir jemand zur Seite, es kommt vielleicht Schwieriges, auch Unverständliches, aber ich bin nicht allein", fasst Frieder Harz, evangelischer Professor für Religionspädagogik in Nürnberg, zusammen.
 […] Religiöse Erziehung braucht Rituale: Das Tischgebet etwa kann Dankbarkeit und Achtsamkeit wachsen lassen. Ein abendliches gemeinsames Lied, […] ein frei formuliertes Gebet oder eine Auswahl verschiedener gebundener Gebete kann in Kindern ein Gefühl von Geborgenheit und Vertrauen stärken, das bis in tiefe seelische Schichten reicht.
Albert Biesinger will das frei formulierte Gebet und das Beten mit überlieferten, festen Formulierungen nicht gegeneinander ausspielen. Beten in jeglicher Form ist für ihn "eine Kompetenz fürs Leben". Wer beten kann, kann sich Gott als der Herkunft des eigenen Lebens und der Zukunft des eigenen Lebens über den Tod hinaus anvertrauen. Kinder können beim Beten eine tiefe Geborgenheit erleben, dass sie ein Gegenüber haben, dass Gott für sie da ist", erläutert er. […]