Freitag, 15. Mai 2020

Religion konkret


In dem letzten Spiegel-TV-Beitrag über die Covidioten in Stuttgart und Berlin wurde der Tübinger Forscher Prof. Butter befragt.

„Ein Faktor für Anfälligkeit für Verschwörungstheorien ist die Unfähigkeit mit Unsicherheit oder Ambivalenz umzugehen“
(Michael Butter)

Verschwörungstheorien bieten hingegen eine Erklärung und einen Sündenbock, dem man das Unglück in die Schuhe schieben kann.
Genauso entwickelten sich Religionen. Die Menschen waren zu dumm, um ihre eigene Beschränktheit zu akzeptieren.
Wenn es donnerte und blitzte, dachten sie eben nicht „gebt uns noch 1.000 Jahre Zeit, um solche Wetterphänomene genau zu studieren, dann werden wir schon rausfinden, wie solche Dinge entstehen“, sondern bildeten sich einen Donnergott Thor/Zeus/Jahwe ein und liefen den Typen nach, die Schuldige präsentieren konnten. Ungläubige, Andersgläubige, Juden, Hexen, Bill Gates, George Soros.
Im Zweifelsfall kann man immer wieder Schwule als Schwarzer Peter darstellen; ein Evergreen, der insbesondere von Evangelikalen  heute noch bei allerlei Wetterkapriolen und tektonischen Prozessen verwendet wird.

Aluhüte sind genau wie Religioten und Trumpisten so irrational, daß sie keineswegs von harten Kollisionen ihrer geistigen/geistlichen Führer mit der Realität irritiert werden.
Die Zeugen Jehovas haben wie viele andere Weltuntergangs-Sekten – und evangelikale Christen sind nichts anderes als ein Massenanfall von Debilen, die sich in der Endzeit wähnen – schon Dutzende Daten für den Untergang der Welt und die Wiederkehr ihres Gottes vorhergesagt.
Natürlich traten diese Prophezeiungen genauso wenig ein, wie die vielen abstrusen Versprechen Donald Trumps. Aber ab einem gewissen Stadium der esoterischen Durchgeknalltheit und Inselverarmung sind solche offensichtlichen Lügen, Widersprüche und Fehlprognosen irrelevant.

(…..) Bergoglios größter Segen der Welt fand am 28.03.2020 statt bei weltweit dokumentierten 640.000 Infizierten und 29.848 Toten nach Angaben der Johns Hopkins University statt.

Zwei Wochen nach Bergoglios Paukenschlag liegen wir am Karfreitag weltweit dokumentierten 1.687.857 Infizierten und 102.198Toten.

Eine Millionen Infizierte und über 70.000 Tote mehr durch das massive Eingreifen des Stellvertreter Gottes auf Erden?
Päpstliche Extremgebete sind also genauso sinnlos wie die vielen Gebete, die von den sechs Millionen Juden ausgesprochen wurden bevor sie im Holokaust von deutschen Christen ermordet wurden. (…..)

Papst Franziskus, stellvertretender Gott, setzte bereits vor knapp Monaten seine radikalsten Waffen gegen Corona ein und bewies damit unfreiwillig die völlige Wirkungslosigkeit von Gebeten.  Am 15.05.20 werden 4,6 Millionen Infizierte und über 300.000 Covid-Tote gezählt.
1,3 Milliarden Katholiken glauben dennoch weiter an den römisch-papalen Unsinn.


(….) Wenn es drauf ankommt, hat der Glaube noch nie geholfen. Auschwitz hat das gezeigt.
Deswegen montieren Domherren lieber einen Blitzableiter auf den Kirchturm statt auf Gottes Schutz zu vertrauen. Daher fahren Päpste in gepanzerten Limousinen.
Daher betet niemand für das Nachwachsen amputierter Gliedmaßen oder das Wiederauferstehen verstorbener Geliebter – wenn es erst ist, wissen sie, daß ihr angeblich allmächtiger Gott nicht helfen kann.
Das Zünden der stärksten päpstlichen Superwaffe, dem Urbi et Orbi; und der von Trump ausgerufene „nationale Gebetstag gegen Corona“ hatten nicht nur gar keinen Effekt, sondern seitdem stiegen die Fallzahlen der Infizierten und Toten exponentiell an. (…..)

Religionen sind aber nicht nur genauso unwahr und unrealistisch wie Verschwörungstheorien, sondern auch ähnlich gefährlich.
Sie helfen nicht nur nicht, sondern tragen deutlich dazu bei Sars-CoV-2 zu verbreiten.
Das liegt einerseits an ihrer Geldgier, die es bedingt ihre Superspreader-Versammlungen abzuhalten (in Gruppen zu singen ist besonders gefährlich, weil dabei ohne Mundschutz besonders viele Viren aus dem Rachen geschleudert werden, während andere Münder ebenfalls offen stehen) und andererseits an den völlig verblödeten Gläubigen, die sich durch ihren eingebildeten Freund im Himmel geschützt sehen.

Churches causing new outbreaks of disease:

Die Hamburger Kirchen rufen derweil dazu auf für die Seeleute zu beten, greifen also ebenfalls zu einem garantiert wirkungslosen Mittel, statt etwas von ihrem Multimilliardenvermögen zu spenden, um wirklich zu helfen

[……] Der Seemannspastor der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), Matthias Ristau, ruft zum Sonntag Rogate (17. Mai) zur Fürbitte für die von der Corona-Pandemie in besonderer Weise belasteten Seeleute auf.
„Die Arbeits- und Lebensbedingungen der Seeleute sind noch einmal deutlich erschwert. Bereits vor Ausbruch der Pandemie lebten und arbeiteten sie oft monatelang an Bord, aktuell sind aber insgesamt 150.000 Seeleute auf See so gut wie gefangen. Ihre Verträge sind eigentlich ausgelaufen, doch sie dürfen fast nirgendwo an Land, nicht mal für einen Spaziergang. Dabei ist die schwere Arbeit der Seeleute nicht nur für unsere Gesellschaft unverzichtbar“, so  der Seemannspastor. [……]
Mit dem Aufruf zur Fürbitte für die Seeleute am kommenden Sonntag Rogate verbindet Seemannspastor Ristau die Hoffnung, dass deren Rechte gerade in Zeiten von Corona stärker wahrgenommen werden. [……]
In seine Fürbitte nimmt der Seemannspastor auch die Seeleute auf, die Opfer oder Geiseln von Piraten geworden sind, wie erst jüngst vor der Küste Westafrikas. [……] Die lateinische Aufforderung „Rogate“ ist der Name des 5. Sonntags nach Ostern und heißt übersetzt: Betet! Im Mittelpunkt der Gottesdienste an diesem Sonntag steht die Ermutigung zu Gebet und Fürbitte. Das Gebet steht unter der Verheißung des biblischen Wochenspruchs: „Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft!“ (Psalm 66,20) [……]

Wieso laufen diese Leute noch frei rum, statt in einer hübschen Gummizelle behandelt zu werden?

Donnerstag, 14. Mai 2020

Nicht lustig – Teil II


Die Aluhut-Szene weiß Bescheid. Sie hat erkannt wie Kindern das Adenochrom abgesaugt wird, um damit die von Satan gesteuerten Reptiloiden zu ernähren, bevor die große Invasion vom Aldebarannebel einsetzt.


Unterstützt werden diese genialen Denker immer öfter leider auch von FDP- und CDU-Politikern.

Je AfDaffiner, desto größer die Nähe zu den Querfrontlern mit ihren Alukügelchen.

[…..]  Sie gelten als Verschwörungstheoretiker und Esoteriker, sind mitunter gewaltbereit: Nach diversen Vorfällen und fragwürdigen Aussagen von Teilnehmern stehen die Kundgebungen gegen die Corona-Maßnahmen öffentlich in der Kritik. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sprach sich nun jedoch dagegen aus, die Demonstranten pauschal zu verurteilen.
"Ich respektiere, dass Menschen demonstrieren und warne davor, alle Proteste in einen Topf zu werfen", sagte der CDU-Politiker der "Sächsischen Zeitung". Zugleich mahnte er eine mögliche "Unterwanderung von Leuten" an, "die alles nutzen, um Stimmung zu machen und auch falsche Informationen streuen".
Im sächsischen Pirna hatten am Mittwoch etwa 200 Menschen gegen Corona-Beschränkungen demonstriert. 30 von ihnen griffen die Polizei an, ein Beamter wurde verletzt. […..]

Nur zu verständlich, daß Ufologen, Impfgegner und Esoteriker Oberwasser haben. Nach ihren traditionellen Unterstützern aus der Deutsch-Rap-Szene, Fler, Sido, Kollegah und Co, sprangen immer mehr seltsame C-Promis auf ihren Zug.
Nun werden sie außer von der AfD erst von CDU-Provinzlern, dann von FDP-Größen und schließlich von einem regierenden CDU-Ministerpräsidenten „verstanden“.

Die Anhänger Schweigers, Naidoos und Hildmanns werden logischerweise in so einem publizistischen Umfeld immer selbstbewußter und rabiater.

[…..] Attila Hildmann spricht in den sozialen Netzwerken von „Hochverrat am Deutschen Volk“, von der vermeintlichen Abschaffung der Demokratie und davon, dass alle Akteure in der Corona-Krise gelogen und Statistiken gefälscht hätten. Dem Hamburger Reformhaus Engelhardt waren Hildmanns absurde Verschwörungstheorien zu viel: Das Unternehmen, das in Hamburg und in Norddeutschland insgesamt 34 Filialen hat, zog die Reißleine, nahm Hildmanns vegane Produkte aus dem Regal.
[…..] Vegan-Koch Hildmann aktivierte daraufhin bei Instagram seine Anhängerschaft. Die Folge für das Reformhaus Engelhardt: Zahlreiche Beschimpfungsmails im Postfach!
Darin werden die Mitarbeiter als „ruckratsloses Gesindel“ beschimpft, das Reformhaus solle sich schämen für seine „demokratiefeindliche, faschistoide Einstellung“. Einer von Hildmanns Anhängern schreibt: „Sie werden sich eines Tages verantworten müssen“ – und kündigt gleich an, sich „jedem gegenüber“ negativ über das Unternehmen zu äußern, „meine gesamte Familie alternativ versorgen und auch in den sozialen Medien offen darlegen, wie Sie helfen, ein faschistisches, diktatorisches System zu etablieren.“
Ein anderer wütender Mailschreiber rät: „Wenn Ihnen als Unternehmen etwas an Deutschland und der deutschen Bevölkerung liegt, sollten Sie sich ebenso hinter das Volk und Herrn Hildmann stellen.“ […..]

Notiz an mich selbst: Morgen bei Engelhardt anhalten und einen Haufen Geld ausgeben.

Mittwoch, 13. Mai 2020

Schwarzgelb im Sumpf

Heute reihte sich ein weiterer Bekannter aus dem Zimmertemperatur-IQ-Kosmos in die Parade der aluhütigen Covidioten ein: Luftkopf Til Schweiger instagramte sich wieder einmal eifrig Shitstorms herbei.
Wie ich gestern in epischer Breite darstellte, genießen auch diese braun-eso-verschwörerischen Querfrontler, die sich bei den Nazis unterhaken Meinungsfreiheit.

Sie dürfen sich selbstverständlich ihren Alu-Bommel um den Hals oder an das Handgelenk hängen, damit auch jeder von weitem zweifelsfrei erkennt, daß hier alle Hirnzellen abgestorben sind.

 […..] Bodo Schiffmann, HNO-Arzt und Betreiber einer privaten, auf Schwindel spezialisierten Praxis, kam nach Hamm erst später als benötigter Prominenter dazu. Bekannt wurde dieser im letzten Monat durch seine täglichen Youtube-Videos zur Corona-Krise, mit denen er teilweise deutlich über 200.000 Klicks erreicht. In den Videos präsentiert er eine Mischung aus einseitig dargestellten bis verzerrten Fakten, falscher Zitation und fehlerhaften Schlussfolgerungen, Unwahrheiten bis hin zu Verschwörungstheorien. So spricht er wiederholt von Covid-19 als Erkältung beziehungsweise gar nicht mehr existent und behauptet, erhöhte Sterberaten entstünden, wenn überhaupt, durch eine Massenpanik aufgrund der Eindämmungsmaßnahmen. Außerdem sei das Grundgesetz ausgesetzt und die Regierung handele undemokratisch. Hier legt er Vergleiche mit DDR und NS-Regime nahe und fordert juristische Belangung der Politik. Abgerundet wird dieses verschwörungsideologische Bild durch die Selbstbezeichnung als „kritischer Querdenker“ (inklusive Aufruf, eine zerknüllte Alu-Kugel um den Hals zu tragen, um mit Gleichgesinnten ins Gespräch zu kommen – den (so nennt er es) „Querdenkerbommel“) und Interviews mit einschlägig bekannten verschwörungsoffenen Medien wie „KenFM“, „Rubikon“ oder „NuoViso“, aber auch der dem iranischen Regime nahestehenden Plattform „Muslim-Markt“. […..]

Die Schweigers, Hildmanns, Naidoos eignen sich eigentlich hervorragend dafür, um sie nach Herzenslust auszulachen.
Leider sind die aber nur auf dem ersten Blick komisch. Das Problem sind die vielen weitgehend enthirnten Normalbürger, die dieser Gaga-Covidiotie Glauben schenken und dadurch schweren Schaden erleiden. Würden sie sich nur selbst eine tödliche Krankheit einfangen wäre der Verlust zu verscherzen.
Aber das Problem in der Pandemie sind immer die Schwächeren und Hilfloseren, die durch renitente Hildmann-Follower ohne Mundschutz und Mindestabstandsgebot infiziert werden und möglicherweise mit dem Leben für die Ignoranz anderer bezahlen.
Wer auf den „Hygienedemos“ gegen Bill Gates und George Soros protestiert, ist wie ein Volltrunkener, der mit vier Promille Auto fährt.
Gefährdete er sich damit nur selbst, sollte man ihm den freien Willen lassen; möglichst bald zum Organspender zu werden.
So ist es aber nicht. Ein Auto ist immer auch eine potentielle Mordwaffe. Wer sich geistig umnachtet hinters Steuer setzt, erhöht nicht nur das Risiko die eigene Lebenszeit mit Zickzack-Kurs auf den Baum drastisch zu verkürzen, sondern wird damit hoher Wahrscheinlichkeit dabei auch unbeteiligte Unschuldige verletzten oder töten.
Das ist eine sehr ernste Sache und daher gibt es außer ein paar umnachteten CSU-Politikern niemand, der ernsthaft die Promillegrenze aufweichen will.

Umso dramatischer ist es, wenn sich auch „normale Politiker“ der „Altparteien“ bei den großen Corona-Parys der Aluhüte einreihen.
Shame on you, Thomas Kemmerich! Der Thüringer Kurzzeit-MP marschierte beim “Corona-Spaziergang“ von Gera mit.

[…..] Am Samstag hatten in Gera Bürgerinnen und Bürger gegen die Auflagen zur Eindämmung des Corona-Virus demonstriert. Unter den Teilnehmern waren auch Rechtsradikale. Thüringens Kurzzeit-Ministerpräsident Thomas Kemmerich (FDP) hatte sich trotzdem in den Protest eingereiht - und sich dabei weder an die vorgeschriebenen Abstandsregeln gehalten, noch einen Mundschutz getragen. Außerdem ließ er sich vom Veranstalter widerspruchslos als "einziger aktuell legitimer Ministerpräsident" ankündigen, dabei regiert in Thüringen längst wieder Bodo Ramelow. […..]

Shame on you, FDP!

Glücklicherweise gibt es unter Sozialdemokraten fast gar keine Affinität zu Chemtrailern und Impfgegnern. Bei den Linken und erst recht den Grünen ist das leider anders. Die Grünen sind die traditionelle Partei der antiwissenschaftlichen esoterischen Schwurbler und Homöopathen.
Die FDP ist längst in die klimaleugnende Spinnerecke abgedriftet.

Aber auch die CDU hat Grund sich in Grund und Boden zu schämen. Und damit meine ich nicht nur Armin Laschet.
Die AfD-Parade der Covidioten von Erfurt wurde von einem prominenten CDU-Mann veranstaltet!

[…..] Der Veranstalter der Kundgebung, der in Kemmerich den eigentlichen Ministerpräsidenten sieht, sitzt im Thüringer Landesvorstand des CDU-Wirtschaftsrats. Vizepräsident des Wirtschaftsrats ist übrigens Friedrich Merz. Und Astrid Hamker, die Präsidentin des Rates, darf qua Amt an allen Sitzungen des CDU-Bundesvorstandes teilnehmen.
[…..]  Wer sich den Videomitschnitt der Veranstaltung ansieht, fühlt sich an AfD-Kundgebungen erinnert. Erst spricht der Veranstalter. Der Mann vom Thüringer CDU-Wirtschaftsrat heißt Peter Schmidt, er ist Geschäftsführer bei dem Unternehmen Jenatec Industriemontagen. Und er beklagt in seiner Rede zunächst, dass über dem Berliner Reichstagsgebäude zwar "Dem Deutschen Volke" stehe - er aber schon seit einiger Zeit das Gefühl habe, dass dort eher stehen müsste: "Den Interessen und Karrieren korrumpierter Politiker", oder "Den Interessen internationaler Ökoprofiteure" oder "jetzt ganz aktuell: Den Interessen der Pharmalobby und undurchsichtiger Stiftungen".
Dann bittet Schmidt "einen Freund" ans Mikrofon. Und er macht das mit dem Satz, der jetzt den CDU-Wirtschaftsrat in Verlegenheit bringt. "Er war für einen Tag unser Ministerpräsident, bevor ihn ein Anruf einer machtgierigen Frau aus Südafrika gestürzt hat", sagt Peter Schmidt, "für mich ist er unser einziger aktuell legitimer Ministerpräsident: Thomas Kemmerich". Zur Erinnerung: Kemmerich ist der Mann, der sich im Februar mit Stimmen der AfD zum Ministerpräsidenten hat wählen lassen. Und mit der "machtgierigen Frau" meint Schmidt die Kanzlerin. [….]

Dienstag, 12. Mai 2020

Meinungsfreiheit


Selbstverständlich befürworte ich die allgemeine Meinungsfreiheit.
Die Betonung liegt dabei auf dem  zweiten Wortteil; der Freiheit.
Das ist die große, positive Errungenschaft, die es zu schützen gilt.
Die Meinung selbst ist oft recht widerlich.

"Meinungen sind wie Arschlöcher, jeder hat eins und glaubt nur die der anderen stinken.“

Wegen der vielen stinkenden Meinungen ist die Freiheit derselben nicht absolut, sondern unterliegt gewissen Einschränkungen.

Diese Begrenzungen der Meinungsfreiheit können durchaus sinnvoll sein. Dafür ist der Paragraf 130, Volksverhetzung ein positives Beispiel.

(….) Von Deutschland aus betrachtet ist es immer wieder verwunderlich wie enttabuisiert in Amerika Hakenkreuze, KKK-Kapuzen, Hitlerbilder gezeigt werden, wie ungeniert Nazi-Gedankengut in die Welt posaunt wird.

Wir sind es nicht gewöhnt, daß Leute hier so rumspazieren, weil das bei uns unter „Volksverhetzung“ fiele und somit verboten ist.

§ 130 Volksverhetzung

(1) Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,
1. zum Haß gegen Teile der Bevölkerung aufstachelt oder zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen gegen sie auffordert oder

2. die Menschenwürde anderer dadurch angreift, daß er Teile der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

(2) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer

1. Schriften (§ 11 Abs. 3), die zum Haß gegen Teile der Bevölkerung oder gegen eine nationale, rassische, religiöse oder durch ihr Volkstum bestimmte Gruppe aufstacheln, zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen gegen sie auffordern oder die Menschenwürde anderer dadurch angreifen, daß Teile der Bevölkerung oder eine vorbezeichnete Gruppe beschimpft, böswillig verächtlich gemacht oder verleumdet werden,
a) verbreitet,
b) öffentlich ausstellt, anschlägt, vorführt oder sonst zugänglich macht,
c) einer Person unter achtzehn Jahren anbietet, überläßt oder zugänglich macht oder
d) herstellt, bezieht, liefert, vorrätig hält, anbietet, ankündigt, anpreist, einzuführen oder auszuführen unternimmt, um sie oder aus ihnen gewonnene Stücke im Sinne der Buchstaben a bis c zu verwenden oder einem anderen eine solche Verwendung zu ermöglichen, oder
2. eine Darbietung des in Nummer 1 bezeichneten Inhalts durch Rundfunk, Medien- oder Teledienste verbreitet.

(3) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine unter der Herrschaft des Nationalsozialismus begangene Handlung der in § 6 Abs. 1 des Völkerstrafgesetzbuches bezeichneten Art in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, öffentlich oder in einer Versammlung billigt, leugnet oder verharmlost.

(4) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer öffentlich oder in einer Versammlung den öffentlichen Frieden in einer die Würde der Opfer verletzenden Weise dadurch stört, dass er die nationalsozialistische Gewalt- und Willkürherrschaft billigt, verherrlicht oder rechtfertigt.

(5) Absatz 2 gilt auch für Schriften (§ 11 Abs. 3) des in den Absätzen 3 und 4 bezeichneten Inhalts.

(6) In den Fällen des Absatzes 2, auch in Verbindung mit Absatz 5, und in den Fällen der Absätze 3 und 4 gilt § 86 Abs. 3 entsprechend.

Als juristischer Laie scheint es mir schwammig zu sein wie und womit genau der öffentliche Friede gestört wird indem die Würde eines NS-Opfers verletzt wird.
Das ist nicht so ein schwammiger Gummiparagraph wie der unsägliche §166, der dringend abgeschafft gehört, aber es wäre nicht ganz abwegig zu argumentieren, daß zur Meinungsfreiheit auch gehört Unsinn über den Holokaust zu reden.
Ich kenne auch Juristen, die sagen, der § 130 (3) habe seine Berechtigung gehabt, aber da 70 Jahre nach Kriegsende kaum noch Opfer am Leben wären, könne man ihn auch auslaufen lassen.
Das allerdings bedeutete, daß Kinder und Enkel der Opfer nicht dadurch verletzt würden, wenn ein Verbrechen, welches in vielen Familien Dutzende Tote forderte bestritten wird.

Rechtsextreme Arier-Christen wie David Berger und viele AfD-Größen leben davon sich als Opfer zu inszenieren. Sie gaukeln ihren Mut als angebliche Tabubrecher vor und ergehen sich in Verschwörungstheorien, wenn eine Zeitung oder Internet-Plattform mal nicht ihre Hetze veröffentlichen will.
Von der „linksgrün-versifften Systempresse durchgesetzte Zensur“ schnauben sie dann unter Krokodiltränen. Man wird doch wohl noch sagen dürfen.

So erklärt sich ein Teil des AfD-Erfolges; einige Wirrköpfe halten es für besonders mutig in der Öffentlichkeit gegen Schwule, Schwarze, gegen Juden und Muslime zu poltern.

Dieser Erfolg ist umso ärgerlicher, als in der veröffentlichten Meinung die AfD-Themen extrem überproportional vorkommen.
Flüchtlinge, Ausländer, Asylanten lautet das Thema jeder zweiten Talkshow, in der inzwischen auch immer mit großer Selbstverständlichkeit ein AfD-Epigone für seine braune Truppe werben kann.
Im einzigen Merkel-Schulz-TV-Duell nahmen AfD-Themen die halbe Sendezeit ein, während Sozialpolitik und Bildung gar nicht angesprochen wurden.
Wäre es nicht vielleicht besser die AfD-Knalltüten ungehindert plappern und sich selbst entlarven zu lassen?
Sollen sie sich doch durch tumben Rassismus selbst entlarven.

Man kann aber auch die gegenteilige Position vertreten.
Demnach wäre der § 130 noch viel zu schwach, weil die Storchs, Bernd Höckes, Gaulands, Poggenburgs, Markus Frohnmaiers noch frei rumlaufen und zur Wahl stehen.

Ich neige inzwischen eher zu dieser Sichtweise und meine völkische Hetzer gehören in den Knast, weil sie die Hemmschwelle zur Gewalt bei vielen indifferenten Zuschauern runtersetzen. (…..)

Mein deutliches Ja zum §130 geht mit einem klaren Nein zum § 219a StGB, der sogar die Aufklärung über Schwangerschaftsunterbrechungen verbietet, dem berüchtigten Inzestparagraph § 173 StGB und dem oben genannten §166 einher.
Alle drei Strafrechtsparagrafen sind ganz großer Mist und gehören wie der am 01.01.2018 im Zuge der Böhmermann-Affäre gestrichene Strafbestand der Majestätsbeleidigung, §103 StGB dringend abgeschafft.

(…..) Der berüchtigte Gaga-Paragraph, welcher Blasphemie unter Strafe stellt.
 Ein Homunculus unter den Paragraphen, denn er stellt eine abstrakte Sache nur in Abhängigkeit von dem Aufschrei der Religioten unter Strafe.

Das heißt; ein und dasselbe Vergehen ist mal strafbewehrt, mal nicht.

§ 166 Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen
(1) Wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Ebenso wird bestraft, wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) eine im Inland bestehende Kirche oder andere Religionsgesellschaft oder Weltanschauungsvereinigung, ihre Einrichtungen oder Gebräuche in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören.

Sage ich „Gott hat Hühneraugen“ und keiner steht auf, um zu versichern Gott habe wohlgeformte vollkommen Hühneraugen-freie Zehen, komme ich straffrei davon. 

Je mehr Vertreter der Gott-hat-makellose-Füße-Theorie sich aber empören und desto lauter sie dies tun, desto höher die Chance, daß ich in den Knast komme.

Gute Zeiten für Fundis, Irrationale und Krawallmacher - je hysterischer und exzessiver sie reagieren, desto eher bekommen sie ihren Willen.

Hätten Gott, Allah und Jahwe tatsächlich überzeugte Anhänger, wüßten diese, daß Gott nicht weniger allmächtig wird, nur weil ein Atheist dies behauptet.
Indem sie aber Gott zur potentiellen beleidigten Leberwurst herabstufen, demonstrieren sie, wie wenig sie glauben. 
Sie sind alle kleine Ratzingers, die sich lieber hinter Panzerglas verstecken und kleine Pfarrer, die lieber einen Blitzableiter gegen Gottes Blitze auf dem Kirchendach installieren. (…..)
(Der Minigott, 28.11.2014)

Es gibt also sinnvolle und nicht sinnvolle Einschränkungen der Meinungsfreiheit.

In der Aluhut-Szene wird Meinungsfreiheit allerdings dahingehend falsch verstanden, daß ihre Meinungen nicht nur frei geäußert werden sollten, sondern außerdem ein Recht bestünde diese Meinungen zu verbreiten und öffentlich belobigen zu lassen.

Das ist natürlich grober Unfug.
Die verrückte Eva Herrmann vom Ufologen-Verlag Kopp darf selbstverständlich ihre Meinungen zur Impflicht und Reptiloiden-Invasion unter deutschen Politikern haben, äußern und auch publizieren.
Sie hat aber kein Anrecht darauf dafür ausschließlich gelobt zu werden und ihre Ansichten über öffentlich oder privat finanzierte Medien zu ventilieren.

(…..)Die reaktionäre Fundi-Christin Eva Herman ist so ein unangenehmes Beispiel.
Ganz im Gegensatz zu den immer wieder von rechtsradikalen Quellen (Kreuznet und Co) auftauchenden Vorwürfen das politisch korrekte Deutschland habe ihr „Berufsverbot“ erteilt, ist die blonde Braune unglücklicherweise beruflich extrem aktiv.

Wir sind eben eine freie Gesellschaft und daher darf auch ein dunkeldeutsch frömmelndes Kreuznet-Liebchen tun was es will.
Sie publiziert, verkauft fast ein Dutzend Bücher unter ihrem Namen, spricht auf dubiosen Parteineugründungen, wird bei ultrakatholischen Kongressen als Rednerin engagiert und ist nicht zuletzt das mediale Gesicht des Kopp-Verlages.

Dort versammelt sich das Who-Is-Who der rechtsnationalen Verschwörungstheoretiker, Ufologen (z.B. Erich von Däniken), Islamhasser wie Udo Ulfkotte und Esoterik-Freaks.

„Der Verlag bezeichnet sich selbst als Verlag und Fachbuchversand für Enthüllungsliteratur, Verschwörungen und Geheimgesellschaften. Verlegt werden unter anderem Bücher zu Themen der Prä-Astronautik, der Ufologie, des Erfundenen Mittelalters, des Kreationismus, der Astrologie, der Geomantie sowie der Germanischen Mythologie, des Islamismus, der Freiwirtschaftslehre und „Enthüllungen“ wie zu sogenannten „linken Lebenslügen.“
(Wiki)

Wie schön wäre es, wenn Herman tatsächlich mit Berufsverbot belegt wäre.
Aber mit Kopp bildet sie eine perfekte Symbiose.
Der finanzstarke Verlag füttert sie und dafür liefert die angebräunte TV-Frau regelmäßig mit ultrabizarren Ansichten (Loveparade-Katastrophe war Strafe Gottes, etc) die PR für den vorher eher im Schatten vor sich hin modernden rechten Verlag.

Anfang Dezember meldete sie sich in der Causa Ken Jebsen zu Wort. (…..)

Verrückt; Herman frönt den lieben langen Tag ihrer Meinungsfreit. Gibt zu allem publikumswirksam ihre Meinung ab, veröffentlicht in den sozialen Medien, ihr liegen sämtliche „alternativen Medien“ zu Füßen und zudem veröffentlicht sie unablässig Bücher mit ihren Meinungen. Aber sie beklagt ihre Meinung nicht äußern zu dürfen.
Der Widerspruch ist so offensichtlich, daß es sich gar nicht lohnt darüber zu diskutieren. Aber in der Aluhut-Szene der Bergers, Hildmanns, Naidoos und Hermans sind Logik, Fakten und Kausalität grundsätzlich ausgeklammert.

[…..] Alle sagen alles, und jammern dann darüber, dass die Meinungsfreiheit eingeschränkt wurde
Doch wie es sich für eine ordentliche Idylle gehört, trügt der Schein. Als er neulich seinen Spargel kaufte, hörte Uffa Jensen, wie sich die Frau vor ihm darüber beklagte, dass sie fünf Fragen an Angela Merkel gerichtet, aber keine Antwort auf ihren Brief erhalten habe. Die Kanzlerin kümmert sich nicht um die Sorgen einer Bürgerin! Jensen war sprachlos über diesen wie selbstverständlichen Anspruch auf die ungeteilte Aufmerksamkeit der Bundeskanzlerin. Dann begann er nachzudenken.
Jensen ist Professor am Zentrum für Antisemitismusforschung an der TU Berlin und hat ein Buch über "Zornpolitik" geschrieben und darin über die "Krise der politischen Emotionen". Dabei beschäftigt ihn nicht nur die Tatsache, dass es Verschwörungstheoretiker gibt, sondern viel mehr noch die Frage, warum ihnen zugehört wird. […..]

Die Hygienedemonstranten und sonstigen Corona-Querfrontler sollten der inkarnierte Beweis dafür sein wie extrem weit die Meinungsfreit geht.
Ihre durchaus gefährlichen Stink-Meinungen zirkulieren frei und ungehemmt, bestimmen sogar die politische Agenda.

Sie verwechseln aber immer wieder Meinungsfreiheit mit Weltherrschaft.
Sie äußern nicht nur ihre Meinungen, sondern verlangen auch noch wie Weltherrscher adaptiert zu werden. Jeder soll sich nur noch nach ihnen richten, sie lobpreisen und bewundern.

Dabei befinden sie sich auf dem Holzweg.
Ja, Attila Hildmann darf denken und sagen was er will über Corona, aber ich bin weder verpflichtet ihm zuzuhören, noch kann er mir vorschreiben seine Produkte zu kaufen.

Es gehört auch zur Freiheit, daß eine Reformhauskette Hildmann-Produkte aus den Regalen nimmt.
Sagen und meinen darf der irre Attila dennoch was er will.
Aber seine veganen Soßen kaufe ich deswegen nicht und er wird weder mich, noch private Handelsunternehmen dazu zwingen können ihn auch noch zu bezahlen.

[…..] Auf seinen Profilen in den sozialen Netzwerken geht Vegan-Koch Attila Hildmann wahlweise auf Politiker, Virologen oder Bill Gates los. „Alle Akteure bei Corona haben euch angelogen, Statistiken gefälscht und ALLES DETAILGETREU LANGE GEPLANT!“, schreibt der Vegan-Koch beispielsweise. Und wer seinen kruden Thesen widerspricht, ist ein „Meinungsfaschist“. Am Wochenende demonstrierte Hildmann unter anderem mit Reichsbürgern und anderen Verschwörungstheoretikern vor dem Reichstagsgebäude in Berlin, wurde dabei von Polizisten abgeführt.
[…..] Zwischen seinen kruden Postings macht er Werbung für seine veganen Produkte: Hildmann betreibt mehrere vegane Restaurants und verkauft bundesweit in Supermarkt- und Bioketten vegane Produkte, beispielsweise Nudelsoßen in Gläsern. […..] Das Reformhaus Engelhardt, das in Hamburg sowie in Schleswig-Holstein und Niedersachsen insgesamt 34 Filialen betreibt, nimmt Hildmanns Produkte aus dem Regal. Das erklärte Geschäftsführerin Cathrin Engelhardt auf Anfrage der MOPO. „Wir listen die Produkte aus. Wir klären, ob wir die Restbestände zurückschicken können.“ Am Freitag habe man alle Filialen über diesen Schritt informiert.
 „Wir distanzieren uns mit Entschiedenheit von Attila Hildmanns Verhalten und seiner Meinungsäußerung“, sagt Engelhardt. Zwar sei man ihm dankbar für sein Engagement für die vegane Ernährung, aber „wir glauben nicht, dass sein Verhalten mit seiner veganen Ernährung zu tun hat und halten es eher für ein psychologisches Problem.“ […..]

Zu meiner Freiheit gehört es in Zukunft lieber meine Belugalinsen und das Vanille-Pulver bei Engelhardt zu kaufen und nicht mehr bei der Biokette Denn's, die weiterhin Hildmann vertreibt.