Samstag, 20. Januar 2018

Es geht weiter aufwärts in Hamburg.



Nach dem unfassbaren Elend im amerikanischen Senat gestern und dem peinlichen Drama, das sich morgen in Bonn bei der SPD abspielen wird, fühle ich mich verpflichtet endlich auch mal wieder gute Nachrichten zu verbreiten.

Wie bereits berichtet plagt sich der Hamburger Erzbischof mit Geldsorgen.

(…..) Das Erzbistum Hamburg ist mit Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg das flächenmäßig größte deutsche Bistum.
Auf 32.486 km² leben 5,8 Millionen Einwohner; davon sind knapp 400.000 Katholiken.
Hier gibt es also etwa 6,8% Katholiken und von denen gehen auch nur gut 8% sonntags in den Gottesdienst.
Umgerechnet sind das 0,6% der Bevölkerung.

Wenn der Kirchenzutritt auf diese 0,6% der Menschen beschränkt würde, sollte man konsequenterweise auch die Zahlungen an die Kirche auf diese 0,6% der Bevölkerung beschränken.

[….] Die beiden großen Kirchen in Deutschland haben 2016 so viel Kirchensteuern erhalten wie noch nie. Trotz sinkender Mitgliederzahlen erreichten die Kirchensteuereinnahmen im Vorjahr mit knapp 11,6 Milliarden Euro ein neues Rekordhoch. Davon erhielt die katholische Kirche 6,146 Milliarden und die evangelische 5,454 Milliarden. [….]
(Radio Vatikan, 21.07.2017)

Dazu kommen noch einmal über 500 Millionen Euro, die auch Atheisten als Staatsdotation jedes Jahr über die Bundesländer an die Kirchen zahlen.
Ganz zu schweigen von den etwa 20 Milliarden, die Kirchen durch Steuerbefreiung mittelbar vom Staat bekommen und der fast vollständigen staatlichen Finanzierung aller sozialen Einrichtungen unter kirchlicher Trägerschaft.

Und selbst mit dem Milliardenregen ist die finanzielle Lage der Khanschen Katholiken in Hamburg desaströs.

[….] Heße stimmt Katholiken auf Kahlschlag ein
Die katholische Kirche steht in Hamburg vor massiven Einschnitten. Mehrere Kirchengebäude und auch katholische Schulen müssen wahrscheinlich geschlossen werden. Erzbischof Stefan Heße sagte am Freitag im Gespräch mit NDR 90,3, dass in den kommenden sechs Monaten der Sanierungsfahrplan erstellt werden soll. [….]

[….] Im Abendblatt spricht Stefan Heße über die Schuldenkrise seiner Diözese – und die drohende Schließung von katholischen Kirchen.
Das Erzbistum Hamburg droht tief in die roten Zahlen zu rutschen. Die derzeitige Überschuldung von 80 Millionen Euro könnte bis zum Jahr 2021 auf 350 Millionen wachsen. [….]

Ja, meinetwegen gern, Frau Khan, lassen Sie nur noch die 0,6% der regelmäßigen Kirchgänger in die katholischen Kirchen des Erzbistums.
Aber dann nehmen Sie gefälligst auch nur noch 0,6% des Geldes, das bisher in die Kassen der Nord-RKK fließt.

Ich bin gespannt wie Herr Heße damit auskommt, wenn er schon mit der weit über hundertfachen Summe Kirchen zumachen muss. (…..)

Nun jault die Hamburger CDU auf, verlangt vom rotgrünen Senat zu handeln.
Das Hamburger Abendblatt schreibt voller Gram und Larmoyanz. Alles sehr gute Zeichen, daß etwas richtig läuft.

Herr Heße schließt acht katholische Schulen in Hamburg.

[….] Direkt betroffen sind die Grundschule St. Marien (Ottensen), die Grund- und Stadtteilschule Altona, die Domschule St. Marien (St. Georg), die Franz-von-Assisi-Schule (Barmbek) und das Niels-Stensen-Gymnasium (Harburg). Diese Schulen werden schon im kommenden Schuljahr 2018/19 keine Schüler mehr in die Vorschule, in die erste und in die fünfte Klasse aufnehmen.
[….] Ein Jahr später folgen die Sophienschule (Barmbek) sowie die beiden Grund- und Stadtteilschulen in Harburg und in Neugraben – für die drei besteht aber Hoffnung. [….]

Niemand muss die Schule wechseln; es werden nur keine Neuen aufgenommen, bis die letzte Klasse den Abschluss gemacht hat.

Seit Olaf Scholz 2011 die Hamburger Regierung nach zehn Jahren CDU übernahm, wurde massiv in die Schulen investiert, wurden erheblich mehr Lehrer eingestellt.
Die umliegenden staatlichen Schulen können also in den nächsten Jahren die zusätzlichen Schüler aufnehmen.

[….] Auch Senator Ties Rabe (SPD) bedauerte die Entscheidung. „Besonders für den Bezirk Harburg ist das sehr unglücklich.“ Er gehe aber davon aus, dass die meisten staatlichen Schulen höhere Anmeldezahlen verkraften können. […..]

Also rundherum gute Nachrichten; je weniger Kinder religiöse indoktriniert aufwachsen, desto besser.

Die regligiotische FUNKE-Redaktion verbreitet heute im Abendblatt den zu erwartenden Leitartikel. Wie immer bei Funke und Springer wird Konfessionsfreiheit grundsätzlich als schlecht angesehen.
Alle Meldungen, die von einem abnehmenden religiösen Einfluss künden werden mit großer Selbstverständlichkeit voller Bedauern geschrieben. Daß überhaupt jemand den Kirchenrückzug begrüßen könnte, wird gar nicht erst erwähnt, obwohl die Kirchenfans schon deutlich in der Minderheit sind.
Auch parteipolitisch gibt es (konservative) Vorlieben der FUNKE-Redakteure, aber in dem Fall geben sie immerhin zu, daß auch Linke oder Sozis existieren, die das anders sehen.
Atheisten hingegen werden komplett totgeschwiegen.
Kirchen sind gut  - alles andere darf nicht sein.

[…..]  Mit einem Schlag, besser gesagt mit einem Kahlschlag, hat das Erzbistum Hamburg viel von dem Ansehen, das es für sein traditionsreiches Schulwesen in der Stadt genießt, eingebüßt. Die Katholiken sind mit – noch – mehr als 9000 Schülern nicht nur der größte private Schulträger, sie erheben auch das geringste Schulgeld und ermöglichen es damit Familien mit niedrigen Einkommen, ihre Kinder auf eine Schule mit christlicher Prägung zu schicken. [….]  Das Erzbistum verabschiedet sich jedenfalls ein Stück weit vom Prinzip der sozialen Verantwortung. Es kommt hinzu, dass die Schulschließungen eine regionale Schieflage aufweisen. […..]

Ungeniert fordert die CDU die steinreiche RKK mit weiteren staatlichen Millionen zu pampern.

[….] "Nun soll jede dritte katholische Schule geschlossen werden." Schuld seien auch die "völlig unzureichenden Zuwendungen der Stadt" für den Betrieb und die Sanierung der Schulen, so [die schulpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion] Stöver. Diese Zuwendungen betragen nur rund 85 Prozent derer für staatliche Schulen.
"Durch den Wegfall der Schulen werden die Schüler künftig im öffentlichen Schulwesen beschult werden müssen, wodurch dem Steuerzahler höhere Kosten entstehen werden", sagte Stöver und forderte: "Der Senat muss noch einen Rettungsversuch unternehmen, besonders damit der Hamburger Süden nicht preisgegeben wird." Dort sind allein drei Schulen von der Schließung bedroht. […..]

Nein, Stöver! Wieso sollte der Hamburger Steuerzahler ein religiöses Konkurrenzmodel seiner eigenen Schulen fördern?
Der CDU-Frau kommt offensichtlich gar nicht in den Sinn, daß kirchliche Einrichtungen ihre Schulen selbst finanzieren könnten.
Die Kirchen sollen die Kontrolle bekommen, aber keinen Cent der Kosten selbst übernehmen?
Gut, daß eine demokratiefeindliche Institution, die Homoehe bekämpft und Frauen für so minderwertig hält, daß sie ihnen nicht den geringsten geistlichen Posten zugesteht ihre Propaganda nicht mehr vollständig vom Staat finanziert betreiben kann. Schlimm genug, daß überhaupt Einrichtungen unter kirchlicher Trägerschaft, die sich ja grundgesetzwidrig weigern Juden oder Muslime oder Atheisten einzustellen, überhaupt mit Staatsgeld betrieben werden.

Wenn Abla-PUM sich grämt, scheint etwas richtig zu laufen.

Zum Schluß ein Blick auf die evangelische Konkurrenz in Hamburg.
Auch von dort gibt es heute positive Neuigkeiten.
Bischöfin Fehrs entwidmete mangels Interesses eine Kirche in Todendorf, die anschließend abgerissen wird.

[….] Wie nimmt man Abschied von einer Kirche? Ein Ortstermin in Todendorf, wo das Gebäude aus finanziellen Gründen abgerissen wird
Es ist 19.54 Uhr, als Bischöfin Kirsten Fehrs die entscheidenden Worte ausspricht: "So entwidme ich jetzt diese Kapelle. Von nun an ist sie nicht mehr dem Dienst Gottes geweiht." Mit einem Mal ist es still. Kein Rascheln mehr auf den Bänken, kein Flüstern oder Husten. Aus der Kirche in Todendorf (Kreis Stormarn) ist ein weltliches Gebäude geworden. Ein Gebäude, das nur noch wenige Wochen existieren wird. Die Gemeinde Todendorf, die das Gotteshaus samt 5000 Quadratmeter großem Grundstück gekauft hat, will es spätestens bis zum Sommer abreißen lassen. Danach soll an der Stelle ein Feuerwehrgerätehaus gebaut werden.
[….] Architekten schätzten die Sanierungskosten für die kommenden 15 Jahre auf rund 134.000 Euro. Geld, das die zuständige Kirchengemeinde Eichede allein hätte aufbringen müssen. Denn der Kirchenkreis Hamburg-Ost stufte die Kapelle im April 2016 als "nicht förderungswürdig" ein. In einem internen Papier teilte er damals seine 138 Kirchen und 140 Gemeindehäuser in A-, B- und C-Standorte ein. Die Gebäude der Kategorie C, immerhin 35 Prozent, müssen seitdem ohne Hilfe unterhalten werden.
Der Kirchengemeinderat Eichede beschloss daraufhin im Oktober 2016, die Kapelle in Todendorf zu entwidmen. Vorausgegangen seien "viele schlaflose Nächte", betont Pastorin Schumacher bei der Abschiedszeremonie. [….] Die Todendorfer akzeptierten den Beschluss widerstandslos – auch zur Überraschung von Susanne Schumacher. "Ich hatte damit gerechnet, dass sich eine Interessengruppe bildet, die für den Erhalt der Kirche kämpft", sagt sie. "Aber das war nicht der Fall." Zu einem Informationsabend über die Zukunft des Gebäudes seien nur 35 Kirchenmitglieder gekommen – von 2500. So viele Menschen gehören der Kirchengemeinde Eichede an, die für Todendorf und sieben weitere Dörfer zuständig ist. "Ich habe das als Zeichen gewertet, dass ein Erhalt der Kirche nicht gewollt ist", sagt sie. [….]

Ein guter Tag also für Hamburg.

Freitag, 19. Januar 2018

80 Jahre zurück gebeamt.



Die widerliche xenophobe Braunfront von CSU über de Maizière, Orbán, Spahn, FDP, David Berger, AfD, PEGIDA, Dobrindt, Scheuer, Festerling, Gauland, Storch, Jürgen Fritz, Ines Laufer, Identiären, Reichsbürger, NPD, Conservo, PI, Kurz, Strache, Broder, Tichy, Ach Gut bis Akif Pirinçci ist sich in einer Sache einig.
All diese dunkelhaarigen Menschen mit fremdartigen Namen sollen so schnell wie möglich raus aus Deutschland. Es sollen natürlich auch keine mehr reinkommen dürfen. Der Schutz der Familie, die von denselben Leuten geradezu heiliggesprochen wird, wenn es darum geht gegen Homosexuelle zu hetzen, gilt nicht für Araber oder Afrikaner. Deren Familien sind offenbar unwert. Da sollen Kinder von ihren Eltern, Ehemänner von ihren Frauen über Jahre auseinander gerissen werden. Grundgesetz? Genfer Flüchtlingskonvention? Ist doch egal.

Weg. Einfach weg. Ob man sie kaserniert oder gar „konzentriert“, in Ankern abserviert, sie von Typen wie Orbán oder Erdoğan massakriert oder gleich als Leichen im Mittelmeer konserviert, ist sogar der ganzen Bundesregierung egal.
Aus den Augen, aus dem Sinn.
Hauptsache, es kommt keiner mehr nach Deutschland.
Ob die Menschen sterben, hungern, ersaufen, erschossen oder gesprengt werden dringt nicht bis ins deutsche Kollektivbewußtsein vor, auch wenn einige wenige natürlich laut aufschreien, ob des totalen moralischen Versagens Europas.


Na also, geht doch: Die Flüchtlingszahlen sinken. Die Bundesregierung atmet auf. Die Flüchtlingskrise vorbei, als würde ein Spuk zu Ende gehen. Nur dass es eben kein Spuk ist, sondern immer noch bittere Realität. Nein, diese so genannte Flüchtlingskrise ist noch lange nicht vorüber. Ganz im Gegenteil. Sie findet jetzt nur nicht mehr vor unseren Augen statt.
Aber in Syrien, wo in diesen Tagen Hunderttausend auf der Flucht sind vor einer Großoffensive der syrischen Armee. Menschen, die aus Syrien nicht raus- und nach Europa nicht reinkommen.
Auch aus Eritrea versuchen immer noch Tausende zu fliehen, weil ihnen dort Folter, Zwangsarbeit und willkürliche Verhaftungen drohen.
Und in Afghanistan begann das neue Jahr, wie das alte endete: Mit blutigen Anschlägen, denen die Zivilbevölkerung schutzlos ausgeliefert ist.
Wie gut, dass wir uns die Folgen dieses Elends hier nicht mehr antun müssen. Dafür hat Europa, dafür hat die Bundesregierung gesorgt:
Im Mittelmeer zum Beispiel, wo wir gegen alle Regeln des Völkerrechts libysche Milizen aufrüsten, die Flüchtlinge auf offener See verrecken lassen oder in Foltercamps zurückbringen.
Oder in Griechenland, wo wir Familien mit ihren Kinder unter erbärmlichen Umständen vor sich hinvegetieren lassen – getrieben vom zynischen Kalkül, es möge möglichst viele abschrecken nach Europa zu kommen.
Oder in Afrika, wo die Bundesregierung keinerlei Hemmungen hat mit den schlimmsten Diktaturen zu kooperieren – um die Flüchtlinge schon in der Wüste aufzuhalten, wo viele elendig zugrunde gehen. Weit weg von Europa: Aus den Augen, aus dem Sinn.
Ja, die Flüchtlingszahlen in Deutschland sinken. Aber wir sollten uns nichts vormachen: Dafür hat Europa seine Seele verkauft – mit tatkräftiger Unterstützung der Bundesregierung. Die Folgen der Flüchtlingskrise seien bewältigt, sagte der Bundesinnenminister heute. Vielleicht kann er jetzt ja ruhiger schlafen. Ich kann es nicht.



Ja, das stimmt. Syrien ist ein Hort des Friedens. Zu 99%. Da kann man wunderbar leben.

Unfassbar miese Lügen verbreitet die kackfarbige Brut. Deutschland liefert Waffen ins Krisengebiet. Wir verdienen, während und weil die Lage in Syrien völlig eskaliert.

[….] Kampfpanzer auf Tiefladern rauschen an der Kamera vorbei; das türkische Fernsehen überträgt von der Grenze zu Syrien. Präsident Recep Tayyip Erdoğan droht den syrischen Kurden mit Angriffen. In der syrischen Provinz Idlib wird seit Wochen heftig gekämpft: Dort attackieren syrische Truppen mit Unterstützung Russlands Rebellen und Dschihadisten, von denen einige von der Türkei unterstützt werden.
Überdies gibt es neue Spannungen zwischen den USA auf der einen Seite und Russland, Iran sowie dem syrischen Regime von Baschar al-Assad, aber auch der Türkei auf der anderen, seit die USA angekündigt haben, unter maßgeblicher Beteiligung der Kurden im Nordosten Syriens eine 30 000 Mann starke Truppe zum Grenzschutz aufzubauen.
Das Jahr 2018 beginnt mit Eskalation in dem Bürgerkriegsland; die Aussicht auf Frieden oder Verhandlungen schwinden. Die Zusammenarbeit zwischen Russland, Iran und der Türkei ist gefährdet, eine Auseinandersetzung zwischen den USA und Russland sowie Iran, indirekt ausgetragen durch von ihnen gestützten Milizen, wird wahrscheinlicher. Ein Krieg zwischen der Türkei und Syriens Kurden ist schon fast im Gange; ein Zerwürfnis zwischen den Nato-Partnern Türkei und USA die Folge. […..]

Täglich wird es katastrophaler.
Deutschlands Flüchtlingsschikanierungspartner Recep Tayyip Erdoğan eskaliert fleißig mit, weil er die einzig zurechnungsfähige und nicht fanatische Macht in der Malaise, die Kurden hasst wie die Pest.

[…..] Erdogans Truppen stehen offenbar kurz vor dem Einmarsch ins Nachbarland Syrien. Die Militäroffensive hat bereits begonnen: Seit Mitternacht greift das türkische Militär kurdische Dörfer an. [….]

Der türkische Präsident hat alle Möglichkeiten.
Woher hat der Mann, der Myriaden Oppositionelle, Journalisten, deutsche Reporter und Intellektuelle in Zuchthäuser steckt noch mal die Waffen für seine Syrienoffensive?

Ach ja:

[…..] Bundesregierung will Panzer-Deal mit der Türkei genehmigen
Die beginnende Entspannung zwischen der Türkei und Deutschland zeigt Wirkung: Rheinmetall soll laut einem Bericht erlaubt werden, türkische Leopard-Panzer aufzurüsten. [….]

Das ist das neue Motto der (alten) Groko: Militärisch mitmischen, aber vor den Konsequenzen die Augen verschließen.

Deutsche Tornados und Tankflugzeuge sind immer noch für den Anti-IS-Einsatz in Jordanien stationiert, obwohl der IS doch eigentlich besiegt sein soll und die Zielaufklärung sowieso nur von US-Drohen durchgeführt wurde, weil die erheblich moderner als die deutsche Schrottflugtechnik ist.
Was will Ursula von der Leyen eigentlich noch da?
Warum gab es nicht längst einen Abzugsbefehl?
In den Groko-Sondierungen werden Obergrenzen postuliert und die angeblich sicheren Herkunftsländer sind gleichzeitig noch Kriegsgebiete?

[….]  Die Mission der Aufklärungs-Tornados hat sich dabei in den vergangenen Monaten deutlich verändert. Während die Jets früher hochauflösende Bilder von Stellungen und Gebäuden machten, in denen sich der Gegner verschanzt hatten, suche man nun nach versprengten IS-Kämpfern, die sich etwa als Beduinen tarnten. Keine einfache Aufgabe. "Je mehr die in den Untergrund gehen, desto schwerer wird es. Und letztlich sind unsere Aufklärungs-Tornados dann irgendwann das falsche Mittel", sagt Dominique G.  Das weiß wohl auch seine oberste Chefin. "Die Aufgabe wird weitergehen, aber sicherlich werden sich Aufträge und Charakter der Aufträge verändern", erklärte Verteidigungsministerin von der Leyen, die zu Besuch beim Kontingent in Jordanien ist. [….] Dass die Mission noch lange fortgeführt wird, bezweifelt auch Fritz Felgentreu, Verteidigungspolitiker der SPD und womöglich bald in einer Koalition mit von der Leyens Union. "Die Sinnhaftigkeit lässt nach", sagt Felgentreu. [….] Monatelang waren die Jets der Luftwaffe von der türkischen NATO-Basis Incirlik aus gestartet. Doch die Debatte um Einschränkungen von Besuchen deutscher Parlamentarier bei der Truppe führte zum Umzug nach Jordanien. Seit Oktober 2017 fliegen die Tornados ihre Einsätze nun von hier aus. Seitdem haben die Aufklärungs-Jets nach Angaben der Luftwaffe mehr als 150 Einsätze absolviert, das Tankflugzeug sogar gut 160. [….]

Donnerstag, 18. Januar 2018

Homopower Teil II



Das ist nur eine Vermutung, die ich nicht vollständig beweisen kann, aber ich denke, daß Putin und Trump eine ganz ähnliche Einstellung zu Schwulen haben.
Es interessiert sie nicht besonders, weil beide nicht in der Wolle gefärbte Religioten sind.  


Vor seiner politischen Karriere fiel Trump nicht mit homophoben Äußerungen auf, während sein tiefsitzender Rassismus sich durch seine gesamte Karriere zieht. Wladimir Putin absolvierte gar zwei volle Amtsperioden als russischer Präsident ohne irgendein Interesse an homorepressiver Gesetzgebung.
Wahrscheinlich die klassische Altherren-Bigotterie. Man guckt gern Lesbenpornos, mag aber weibische Männer nicht.

Putin hatte nach seinen ersten acht Jahren enorme ökonomische Fortschritte vorzuweisen, aber je besser es den Russen ging, desto liberaler wurden sie auch. Bei Duma-Wahlen sackte Putins Partei auf die 50%-Marke herab.
Zeit sich einen mächtigen Verbündeten zu suchen.

Der Prass- und Prunk-begeisterte Metropolit Kyrill rafft aber nicht nur Luxusgüter an sich und spannt den Staat für seine Geldgier ein, sondern er unterstützt auch euphorisch die diskriminierende Hetze gegen sexuelle Minderheiten in Russland.
 
 "Moral ist entweder absolut, oder es gibt sie nicht. Wenn Sie Homosexualität rechtfertigen, warum dann nicht gleich Pädophilie?", erklärte Kyrill vor einem Jahr im Interview mit dem Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel“.
 Der neue Chef der 135 Millionen Russisch-Orthodoxen Christen begründete seinen Vergleich mit der Heiligen Schrift: "Die Bibel nennt das Sünde", so Kyrill zur Homosexualität. Der CSD Moskau sei daher lediglich "eine aufdringliche Zurschaustellung von Unzucht".
(Queer.de 02.02.2009)

Menschenrechte, Demokratie und womöglich Schwulenrechte - das mag der Russische Patriarch in Moskau genauso wenig wie Ratzinger im Vatikan.

"Sie persönlich, Wladimir Wladimirowitsch, haben eine großartige Rolle bei der Korrektur des Laufs unserer Geschichte gespielt. Ich möchte mich bei Ihnen dafür bedanken", sagte der Patriarch nach Kirchenangaben. In der Vorwoche hatte Kyrill I. orthodoxen Christen abgeraten, an der dritten großen Protestkundgebung gegen Putin in Moskau teilzunehmen. Sie sollten lieber zu Hause beten, als Sprechchöre zu rufen. 
(Kathweb 09.02.2012)

Immer mehr scharf homophobe Gesetze werden in Russland durchgesetzt.

Für Putin ist sein Bündnis mit Kyrill ein Win-Win-Deal. Seine Macht wird gesichert und was er Kyrill dafür an Anti-blasphemischen Gesetzen und homophober PR geben muss, kümmert ihn nicht, weil schwule Russen kein politischer Machtfaktor sind.

Trump ging ebenfalls den Deal mit radikal Homophoben ein, weil ihm das die Wahl sicherte. Er merkte schnell was seinen evangelikalen Schwulenhassern wie Mike Pence gut gefiel.

Christen sind aber eine politische Macht, die schon immer bestens mit den üblen und faschistischen Hass-Regimen harmonierte.

 Auf Schwule einzudreschen hat für Trump einen zusätzlichen „positiven“ Effekt, da sein Vorgänger viele LGBTI-freundliche Regelungen auf den Weg brachte. Nichts hasst Trump so sehr wie seinen schwarzen Vorgänger, nichts treibt ihn mehr an, als der Drang alle Spuren Obamas zu tilgen.
Daher leitet er mit Vergnügen ein antischwules Rollback ein. Nicht weil er selbst Schwule zutiefst hasst, sondern weil es Obama beschädigt und Pence erfreut.

Das TAP* listet inzwischen eine endlose Liste homophober Aktivitäten der Trump-Administration auf. Dagegen wirkt Putin liberal.

*The Trump Accountability Project (TAP) is a resource for journalists, editors, and other news makers reporting on the Trump administration, which catalogues the anti-LGBTQ statements and actions of President Donald Trump and those in his circle.

Aktuellstes Beispiel ist eine neue Regelung, die es medizinischem Personal erlauben soll die Behandlung von Schwulen, Lesben und Queeren zu verweigern.
Willkommen im Mittelalter.

 [……] The Trump administration is considering a new “religious freedom” rule that would allow healthcare workers to refuse to treat LGBT patients. The move would also allow workers to deny care to a woman seeking an abortion or any other service they morally oppose. […..]

Da ejakulieren Evangelikale vor Glück und scharen sich umso fanatischer Hinter Trump und Pence.

In den USA nehmen Hassverbrechen gegen Schwule wieder zu und in den meisten Bundesstaaten kann man anschließend sogar wegen seiner eigenen Homophobie freigesprochen werden. So wünschen es die Republikaner.

[…..] Mit der "Homo-Panik-Verteidigungsstrategie" können Rechtsanwälte argumentieren, dass ihre Mandanten einen Homosexuellen nur getötet haben, weil sie panische Angst vor seiner sexuellen Orientierung gehabt hätten und dadurch nicht zurechnungsfähig gewesen seien. Bei einer wohlwollenden Jury können die Homo-Hasser mit einem milderen Urteil oder gar einem Freispruch rechnen.
Der bekannteste Fall einer "Gay Panic"-Verteidigung ereignete sich nach dem Mord am schwulen Studenten Matthew Shepard im Jahr 1998 nahe Laramie (Wyoming). Die Täter wurden allerdings trotzdem zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt. Erfolgreich war die Strategie etwa 2009 in Chicago, als ein heterosexueller Mann freigesprochen wurde, obwohl er einen Schwulen mit 61 Dolchstichen getötet hatte. [….]

Anders als in Russland sind US-LGBTIQs aber nicht so zahnlos, daß die GOP keinen Preis dafür zahlen müsste.

Schwule sind nicht nur sichtbar, sondern auch reich (wie zB Apple-Chef Tim Cook), beliebt (wie zB Jodie Foster, George Takei), medien-affin (Anderson Cooper, Don Lemon) oder sogar Sportler (Brian Boitano, Martina Navratilova, Michael Sam).


Amerikas Top-Homophober, US-Vizepräsident Mike Pence muss also durchaus mit Widerspruch rechnen, wenn er öffentlich auftritt.

Das wird beispielsweise bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang passieren, wenn Pence sich im Glanz seiner US-Mannschaft sonnen möchte, indem er die Delegation in Südkorea anführt.

Das gefällt nicht jedem. Der schwule amerikanische Eiskunstläufer Adam Rippon zeigt ihm schon mal den Mittelfinger.

 […..] As our American Olympic delegation prepares to compete at the PyeongChang Winter Olympics in South Korea next month, one athlete in particular did not take kindly to the news that Vice President Mike Pence will lead the U.S. delegation in the opening ceremonies.

In an interview with USA Today Sports, figure skater Adam Rippon, who made history as the first openly gay athlete to ever qualify for the Olympics, expressed outrage at the news.

    “You mean Mike Pence, the same Mike Pence that funded gay conversion therapy?” Rippon said. “I’m not buying it.”

    “I don’t think he has a real concept of reality,” he added. “To stand by some of the things that Donald Trump has said and for Mike Pence to say he’s a devout Christian man is completely contradictory. If he’s okay with what’s being said about people and Americans and foreigners and about different countries that are being called ‘shitholes,’ I think he should really go to church.”
Rippon further claimed that, should be invited to the White House for a post-Olympic reception, he would reject any such invitation.

    “I won’t go because I don’t think somebody like me would be welcome there. I know what it’s like to go into a room and feel like you’re not wanted there,” he explained. “If I talked to people the way that President Trump talks to people, my mom would kick my ass.”

Pence, the fierce conservative and virulent homophobe, has been outspoken in his opposition to gay rights. He signed Indiana’s Religious Freedom Restoration Act into law, allowing businesses to discriminate against LGBT customers for religious purposes. He has signaled support for the decidedly inhumane practice known as conversion therapy, has voted to define marriage as only between a man and a woman, and has claimed that LGBT military service amounts to “social experimentation.” […]