Freitag, 4. Juni 2021

Nicht, daß das noch Schule macht!

Die Atheisten und Kirchenkritiker sind unbelehrbar: Kaum sickerte die Nachricht des angebotenen Rücktritt des Kardinals von München und Freising durch, da spotteten einige, das sei überfällig, aber noch mehr kommentierten; mit Marx ginge der Falsche. Woelki sei der Überfällige. Marx wäre doch noch ganz nett.

Verdammt noch mal; so argumentieren Kirchenfreunde, die der RKK helfen wollen!

Ich bin generell gegen Bischofsrücktritte.

Kaum etwas ist besser für die Sache des Atheismus, als ein Skandal-Kardinal, der hartnäckig an seinem Posten klebt. Noch schöner ist natürlich ein Skandal-umwobener Kirchenfürst wie Woelki, der zudem auch noch extrem unsympathisch ist und über die Fähigkeit verfügt, selbst hartgesottene, an der Basis engagierte tiefgläubige Katholiken zum Kirchenaustritt zu treiben.

Daher bedauere ich immer noch den Abgang meines früheren Lieblingsbischofs Franz-Peter Tebartz-von Elst, der sich für 35 Millionen Euro eine Protzresidenz bauen ließ, während er all seinen Gemeinden die Mittel strich.

Der weltweit berühmte Protzbischof, der darauf bestand den Trip zu den Armenvierteln in Indien nur mit einem Erste-Klasse-Flugticket antreten zu können, weil den indischen Slum-Katholiken auch nicht geholfen wäre, wenn er, TVE, auf den sie sich so gefreut hätten, übermüdet bei ihnen ankäme, nachdem er in einer Businessflight-Kabine nicht genügend Schlaf bekommen hätte.

Und der, von Spiegel-Reportern drauf angesprochen, auch noch dreist in die Kamera log!
Solche Bischöfe lobe ich mir. Grandios war natürlich auch der Antiquitäten-verliebte Alki Walter Mixa, der im Suff seine Seminaristen befummelte, für jedes Mikrophon einen rechtsradikalen NS-Vergleich parat hatte und zuvor als Gemeindepriester als berüchtigter „Prügelpater“ voller Wonne und Sadismus Heimkinder grün und blau schlug.

Zum Glück gab es in den letzten Jahrzehnten immer genügend extrem abstoßende, kriminelle, brutale, antihumane Prälaten der Kategorie TVE/Mixa.

Da waren der im Jahr 2000 mit 70 Jahren viel zu früh verstorbene Bischof Johannes Dyba und Bischof Karl Krenn, die Nemesis von Österreich. Kardinal Groer, Kardinal Meisner und Kardinal Degenhardt haben auch bedauerlicherweise schon den Löffel abgegeben. Zum Glück leben noch Bischof Overbeck, Kardinal Müller, Erzbischof Wolfgang Haas und Horror-Weihbischof Andreas Laun. Außerdem haben wir noch Prälat Imkamp, Kurienerzbischof Gänswein, einen der garstigen Ratzi-Brothers, Erzbischof Heße und unseren größten Star, den Kölner Rapid-Säkularisierer, der so grandios im nach Rom zweitreichsten Erzbistum der Welt Tabula Rasa veranstaltet.

Also bitte, Kardinal Marx, setzen Sie meinem größten Helden keine Flausen in den Kopf!

(….) Oh Sanctae Romanae Ecclesiae, Eure Eminenz Rainer Maria Kardinal Woelki, Kardinalpriester von San Giovanni Maria Vianney, Metropolit der Kirchenprovinz Köln, Erzbischof von Köln, Mitglied des „Ständigen Rats“ der Deutschen Bischofskonferenz, Vorsitzender der Kommission für Wissenschaft und Kultur, stellvertretender Vorsitzender der Kommission IV „Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste“, Mitglied der Gemeinsamen Konferenz der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, römisches Kurien-Mitglied des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, der Kongregation für den Klerus, der Güterverwaltung des Apostolischen Stuhls, der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Träger der Ehrendoktorwürde der Sophia-Universität in Tokio!

Heute sende ich Ihnen die aufrichtigsten Grüße, Glückwünsche und Gratulationen aus der katholischen Diaspora des ärmlichen Erzbistums Hamburg.

Bestürzt nehme ich immer dramatischere Presseberichte zu Kenntnis, in denen Neben den frommen Kölner Laien, aufmüpfigen Geistlichen Ihrer Erzdiözese auch undankbare Atheisten Ihren Rücktritt fordern.

Ich bin empört und bestürzt, ob dieser kurzsichtigen und anmaßenden Anliegen.

Verehrter Kardinal, Euro Eminenz, Rainer, diese Forderungen will ich hiermit empört und entsetzt zurück weisen!
Lassen Sie sich nicht beugen, hören Sie nicht auf die irrlichternden Konfessionsfreien, die sich eine weiblich-liberale scheinkatholische Welt wünschen, in der die ehernen römisch-katholischen Werte nur noch auf dem Papier existieren.

Bleiben Sie stark, geben Sie nichts auf die weltlichen Ansinnen, die von Frauenpriestertum, Schwulenehe und Abschaffung des Zölibats reden.

In Ihren 36 Jahren als Priester haben Sie sich nie verbiegen lassen. Eure Eminenz zogen eine klare Linie zwischen sexuell übergriffigen Priestern und ihren minderjährigen Opfern, Sie schützten die Ihrigen vor Polizei, Staatsanwaltschaft und finanziellen Schadensansprüchen der Opfer.

Klar, unnachgiebig und konsequent zeigen sie Haltung gegenüber der lästigen Kanzlei Westpfahl, Spilker, Wastl aus München, deren Ergebnisse bei Veröffentlichung so ein schlechtes Licht auf die Heilige Kirche werfen könnte.

Indem Sie über Wochen und Monate die Gläubigen Ihrer Kirchenprovinz durch eisernes Schweigen in die Verzweiflung trieben, drastisch gegen aufmüpfige Geistliche vorgingen, haben Sie dem Anliegen des Atheismus einen unschätzbaren Dienst erwiesen. (….)

(Offener Brief an meinen Helden, 4. Februar 2021)

Wer jetzt angesichts des Kölner Schreckens mit der billigen Perücke, anfängt Kardinal Marx nachzuweinen, der sei dran erinnert, daß auch die netten Kardinäle – ich erinnere an Karl Lehmann – sehr aktiv dazu beitrugen Kinderfi**er zu schützen und sie immer mehr kleine Jungs vergewaltigen ließen.

Zuletzt war es der CDU-Vorsitzende und Kanzlerkandidat Armin Laschet, der große Toleranz gegenüber Kinderfi**ern verlangte und empört Forderungen nach staatlicher Aufklärung von sich wies. Nein, das solle man den Bischöfen überlassen. Die sexuell missbrauchten Opfer sollten sich also an die Täter wenden, wenn ihnen das nicht gefalle.

Im Gegensatz zu Armin Laschet bin ich etwas pingelig und nicht damit einverstanden Kinderfi**er Kinder fi**en zu lassen und dazu aufzurufen, die Täter in Frieden zu lassen.

Kardinal Marx sitzt seit Bergoglios Thronbesteigung übrigens in dem hochexklusiven neunköpfigen Kardinalsrat K9. 2013 bis 2018 zusammen mit der ehemaligen Nr. Drei der katholischen Welt, Kardinal Pell; bevor dieser wegen Kinderfi**erei im Knast landete. Daß er persönlich kleine Jungs missbraucht hatte, war aber viele Jahre vorher bekannt. Reinhardt Marx störte es nicht.

Vielleicht hatte ihn ja auch Pells legendäre Rechtfertigung vor Gericht vollends überzeugt, nach der Pells Penis schließlich jeweils nur wenige Minuten ins Rektum der Messdiener eingeführt worden wäre, bevor er gekommen wäre.

(….) Gottes Top-Mann beharrt vehement auf seiner völligen Unschuld und von „sexuellem Missbrauch“ oder „Vergewaltigung“ kann gar nicht die Rede sein, weil es nämlich nur „plain and vanilla penetration sex“ mit einem 12-Jährigen und einem 13-Jährigen war. Nur sechs Minuten lang erzwang Pell den Analverkehr, wie sein Verteidiger Robert Richter beschwichtigend erklärte.

Das wäre nun wirklich nur Blümchensex.  Wo ist also das Problem?   Und dafür sechs Jahre Haft? Für sechs Minuten? Ist ja unverschämt, tobt die gesamte austro-amerikanische konservative Medien- und Politlandschaft.

[….]  Der frühere Finanzchef des Vatikans, Kardinal George Pell, ist wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger zu einer Haftstrafe von sechs Jahren verurteilt worden. Richter Peter Kidd verkündete in Melbourne das Strafmaß gegen den 77-jährigen Australier. Der Kardinal muss mindestens drei Jahre und acht Monate der Strafe absitzen, bevor er einen Antrag auf Bewährung stellen darf.  Der Fall Pell bewegt die Australier sehr: Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen hatte es hier zehntausendfach gegeben. Eine königliche Kommission hatte sich in den vergangenen Jahren an eine Aufarbeitung gemacht, aber niemand hatte so polarisiert wie Pell. [….]

(Tagesschau, 13.03.19) (…..)

(Rechtsextreme Toleranz, 13.03.2019)

Kardinal Marx ist kein bescheidener Liberaler, sondern ein Protz- und Prunk-Kardinal der schlimmsten Sorte.

[….]  Marx plant offenbar, das sinkende Kirchenschiff zu verlassen, das er als langjähriger Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz selbst mit zum Kentern gebracht hat. [….]   Marx bekennt sich zum »systemischen Versagen« seiner Institution. Die Kirche sei an einem »toten Punkt« angekommen, so Marx. »Ich will zeigen, dass nicht das Amt im Vordergrund steht, sondern der Auftrag des Evangeliums.«   Erst vor einigen Wochen hatte Marx für Aufsehen gesorgt, als er freiwillig auf das Bundesverdienstkreuz verzichtete. Zuvor hatte der Betroffenenbeirat im Erzbistum Köln an den Bundespräsidenten appelliert, die Auszeichnung vorerst nicht vorzunehmen. »Ich bin überzeugt, dass das insbesondere mit Rücksicht auf die Betroffenen der richtige Schritt ist«, begründete Marx seinen Verzicht in einem Schreiben an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.  Gegen Marx steht der Vorwurf im Raum, als Bischof den sexuellen Missbrauch von Kindern durch katholische Priester nicht ausreichend untersucht zu haben. Zudem wurde ihm immer wieder vorgeworfen, einen 2010 erstellten Bericht zu sexuellen Übergriffen im Erzbistum München für die Öffentlichkeit unter Verschluss zu halten. […..]

(SPON; 04.06.2021)

Schade, daß Ratzi nicht mehr allein Papst ist, sondern Franzi nun einen Marx-Nachfolger sucht.

Hoffentlich wird das keine Lusche.

Mein Favorit für die Marx-Nachfolge wäre natürlich TVE, dessen Erhebung zum Kardinal ohnehin überfällig ist. Ratzi würde das tun.

Aber bei dem argentinischen Einlunger weiß man ja nie.

Donnerstag, 3. Juni 2021

Grüne schützen Nazis

Der Kampf gegen den Rechtsextremismus ist aus verschiedenen Gründen so schwierig und frustrierend.

Da sind die deutsche Vergangenheit, der tiefsitzende im Christentum und insbesondere bei Luther manifestierte Antisemitismus, der grundsätzliche Konservatismus der deutschen Gesellschaft, die weitgehende Bildungslosigkeit der Jugend, die Nichtdurchsetzung der Menschenrechte in Deutschland, die groteske Fixierung der Strafermittlungsbehörden auf linke Extreme, die Verquickung von Neonazis mit V-Leuten, die Besetzung des Verfassungsschutzes mit Leuten wie Hans-Georg Maaßen, die AfD, die Altnazis, das Internet, die Verschwörungstheorien und der überproportionale Anteil von Rechts-Tickenden bei der Polizei.

Kontinuierlich steigen die rechtsextremen Gewalttaten an, in vielen Gegenden Ostdeutschlands sind Menschen mit dunkler Hautfarbe vogelfrei und wenn überhaupt gegen die Täter ermittelt wird, erkennen Nazi-freundliche Richter keinen extremistischen Hintergrund.

Eine der ekelhaftesten rechtsextremen Mordserien veranstaltete der sogenannte „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU), der über Jahre unter den Augen von Verfassungsschutzleuten zehn Menschen mit Migrationshintergrund ermordete.

Staatsanwälte und Strafermittler schlossen sofort aufgrund der Hautfarbe der Opfer, daß diese offenbar selbst mitschuldig sein müssten; „Milieu-Streitigkeiten“.

Das Vertrauen in den Rechtsstaat ging spätestens endgültig verloren, als der Verfassungsschutz die Akten über ihre V-Leute beim NSU für 120 Jahre sperren ließ, damit die Öffentlichkeit de facto niemals erfahre, wer für die Morde mitverantwortlich ist, weil im Jahr 2134, wenn endlich nachgesehen werden darf, hoffentlich jeder vergessen habe, worum es ging und die Angehörigen der Opfer lange, lange verstorben sind.

Eine hessische Petition sammelte schnell 125.000 Unterschriften, um das 300 Seiten starke NSU-Dossier des hessischen Innenministers Boris Rhein, CDU, von 2012 offenlegen zu lassen.

Daraus wurde leider nichts, denn in Hessen regieren die extrem rechts tickenden Grünen mit, die fest an der Seite der Hessen-CDU stehen und im Wiesbadener Petitionsausschuss sogar noch rechts von der AfD abstimmten.

Selbst die AfD wollte zusammen mit SPD und Linken die 120-jährige Sperrfrist kippen.

Aber statt sich auf die Seite der Opfer des rechtsextremen Terrorismus zu stellen, schützen die Grünen lieber die angebräunte Hessen-CDU („Jüdische Vermächtnisse“), die als Verfassungsschutzaufseher womöglich schlecht aussehen könne.

[…..] Nach taz-Informationen hat der Petitionsausschuss des hessischen Landtags am Mittwoch die Forderung nach Offenlegung der geheimen hessischen NSU-Akten mit der Mehrheit von CDU und Grünen zurückgewiesen. Offiziell gab es für diese Entscheidung weder eine Bestätigung, noch wollten die Landtagsparteien dazu Stellung nehmen. Hinter der Forderung, die Akten freizugeben steht die Petition Change.org/NSU-Akten. […..] Damit ist die Petition Change.org/NSU-Akten, die bereits von mehr als 120.000 BürgerInnen unterschrieben wurde, im ersten Anlauf gescheitert. Enttäuscht zeigte sich Miki Lazar, einer der Initiatoren der Kampagne. Die Argumentation von CDU und Grünen, der Persönlichkeitsschutz für V-Leute und Beamte erfordere die Geheimhaltung der Akten, nennt Lazar „scheinheilig.“ [….]

(taz, 12.05.2021)

Schande, Schande, Schande über die Grünen!

Hier handelt kein einzelner Spinner wie Boris Palmer, sondern ein ganzer Landesverband und die Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock findet nichts dabei!

Die Grünen verdienen keine einzige Stimme mehr, nachdem sie den Naziopfern nachträglich noch einmal in Messer in den Rücken gerammt haben.

Mittwoch, 2. Juni 2021

Bitte zuschlagen.

Wenn es eins gibt, das Sozialdemokraten wirklich nicht können, dann ist es Wahlkampf.

Die CDUCSU, über 70 Jahre der große Konkurrent der SPD, liefert Vorlage um Vorlage, ballert einen ungeheuerlichen Skandal nach dem nächsten raus, aber das gesamte Willy-Brandt-Haus befindet sich im Tiefschlaf.

Quer durch die Landesverbände nutzen CDUCSUler die enorme Notlage der Menschen aus, um Millionen Euro an sich zu raffen, die CDU verhindert aber weiterhin im Alleingang schärfere Transparenzregeln, in den letzten zwei Jahren gab es 21 aktive CDUCSU- und nur einen Ex-SPD-Politiker, die sich dreist bereicherten, einige werden direkt von Aserbaidschan bestochen, Jens Spahn talibanisiert die Corona-Politik, während er sich für Millionen Euro aus höchst dubiosen Quellen Luxusimmobilien in Berlin kauft.

[…..] Spahn gefährdet Corona-Impfkampagne

Die SPD-Regierungsfraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wegen der Aufhebung der Corona-Impfpriorisierung eine Gefährdung der gesamten Kampagne vorgeworfen. Seit er den 7. Juni als Termin genannt habe, würden Allgemeinärzte überrannt und verbrächten einen großen Teil ihrer Zeit mit dem Erstellen von Wartelisten, sagte die SPD-Gesundheitsexpertin Claudia Loss am Mittwoch in der Bürgerschaft. […..]

(MoPo, 02.06.2021)

Innerhalb der Union streitet man sich wie die Kesselflicker um die Kanzlerkandidatur und den Parteivorsitz. Drei Monate vor der Bundestagswahl hat die CDU noch nicht mal ein Wahlprogramm, kann nicht erklären, was sie eigentlich in einer neuen Regierung will und als Krönung leistet sich Laschet auch noch ungeniert einen Nazi-Sumpf am rechten Rand der Partei, der ihn herzlich wenig interessiert.

Die beiden SPD-Parteichefs sind aus der Öffentlichkeit verschwunden, gehen für diese geballte Menge an politischen Elfmetern gar nicht erst auf den Platz.

Wer weiß, wie sehr ich Fußballmetaphern hasse – es könnte die erste in diesem Blog sein – versteht wie extrem wütend ich auch Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans sind.

Die unterbieten sogar noch das Totalversagen der frommen Andrea Nahles.

[…..] Gut möglich, dass der Realitätsverlust schleichend voranging. Dass am Anfang niemand bemerkte, wie sich die Menschen in den oberen Stockwerken des Willy-Brandt-Hauses langsam von der Welt da draußen entfernten. Und vielleicht hätte es auch niemand mitbekommen, wenn es nicht diese Sitzung gegeben hätte, an einem Montagvormittag Ende April.   Da schaltete sich das SPD-Präsidium zu einer Videokonferenz zusammen. Zu besprechen gab es genug. Die katastrophalen Umfrageergebnisse für die Sozialdemokraten. Die neue politische Lage, nachdem Grüne und Schwarze ihre Kanzlerkandidaten nominiert hatten. Und die frustrierten Genossinnen und Genossen an der Basis müssten für den Wahlkampf begeistert werden.   Das alles hätte man diskutieren können, doch die Parteichefin Saskia Esken hatte sich auf ihrem Zettel etwas anderes aufgeschrieben, und das las sie vor. Ohne Erbarmen. 15 Minuten ging es vor allem um das Corona-Aufholpaket der Bundesregierung. Dann erteilte Esken ihrem Co-Vorsitzenden Norbert Walter-Borjans das Wort. Auch der hatte sich schriftlich vorbereitet – und redete 15 Minuten lang über verödete Innenstädte. Unter anderem.   Dann die Diskussion. Mit der dringenden Aufforderung der beiden Chefs, sich doch bitte kurz zu fassen. Spätestens da dämmerte es den Präsidiumsmitgliedern, dass etwas gravierend falsch lief. Dass ihre Vorsitzenden in einer Parallelwelt unterwegs waren.  Sie ließen es still über sich ergehen. Die Präsidiumssitzung wurde zu einer Übung in Geduld und Selbstverleugnung. Am liebsten hätte er die Runde verlassen, sagt einer. Es sei schwer zu ertragen gewesen. Aber er blieb wie die anderen im obersten Führungszirkel der deutschen Sozialdemokratie sitzen, in einer Mischung aus Angststarre und Agonie.

[…..] Wenn wenigstens der Generalsekretär angreifen würde. Aber auch der steht nun in der Kritik. Lars Klingbeil hätte längst zur Attacke blasen müssen, finden führende Genossen, doch stattdessen habe er noch nicht einmal ein Dossier über die Scholz-Gegenspieler vorbereitet – und so den Angriff verschlafen, als Laschet und Baerbock nominiert wurden.  Klingbeil sei gänzlich ungeeignet als Wahlkampfmanager, glauben viele Sozialdemokraten. […..]

(SPON, 07.05.2021, DER SPIEGEL 19/2021)

Nach dem Skandal um die Personalie Max Otte als Chef („Bin »felsenfest und bombenfest« CDU-Mitglied“) der Werteunion, kam es heute noch schlimmer. Sein Stellvertreter Klaus Dageförde war über Jahre ein aktiver Neonazi.

Armin Laschet interessiert das nicht; ihn stören Nazis nicht.

Die CDU stellt mit HG Maaßen also nicht nur einen völkischen Verschwörungstheoretiker auf, hält sich mit Otte einen rechtsradikalen AfD-Fanboy als Werteunion-Chef, sondern kann noch nicht einmal ein Problem darin erkennen, auf Neonazis zu setzen.

[…..] Otte war Kuratoriumsvorsitzender der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung und gilt als AfD-nah, er verfügt über gute Kontakte in die radikal rechte Partei. Seine Wahl wird entsprechend als weiterer Öffnungsschritt des Vereins in Richtung AfD gesehen – und damit zu radikal Rechten. Ein Stellvertreter Ottes aber hat noch eine ganz andere Geschichte.   Klaus Dageförde, der am vergangenen Wochenende zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Werteunion gewählt wurde, war in den 1980er Jahren Neonazi. Das geht aus einer Anklageschrift der Stuttgarter Staatsanwaltschaft aus dem Jahr 1990 hervor, die der taz in Auszügen vorliegt. Archiviert hat sie das Apabiz, das Antifaschistische Pressearchiv und Bildungszentrum in Berlin.   Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft wirft Dageförde darin vor, als „Rädelsführer“ eine verbotene Organisation fortgeführt zu haben, insgesamt waren 21 Personen angeklagt. Bei der Organisation handelt es sich um die von Michael Kühnen gegründete Aktionsfront Nationaler Sozialisten/Nationale Aktivisten (ANS/NA), die sich als Fortführung von NSDAP und SA verstand. Ende 1983 wurde sie von dem damaligen CSU-Innenminister Friedrich Zimmermann verboten und aufgelöst. [……]

(Taz, 02.06.2021)

Die antifaschistische SPD, die als einzige Partei gegen Hitlers Ermächtigungsgesetz stimmte, für ihre demokratischen und antifaschistischen  Überzeugungen in KZ ging, müsste jetzt eigentlich aus allen Rohren schießen. Ich erwarte von den Parteivorsitzenden, allen Vizes und dem Generalsekretär, daß sie Armin Laschet wegen seiner Nazi-Toleranz 24/7 so schwer zusetzt, daß die CDU das Nazithema gar nicht mehr loswird.

Unfassbar, der CDU-Nazis-Skandal ist so drastisch, daß es sogar CDU-Politiker selbst sind, die ihre Partei kritisieren, bevor die SPD sich meldet.

[…..]  Politiker der CDU fordern ein härteres Vorgehen gegen die umstrittene WerteUnion. »Die CDU sollte auf ihrem nächsten Bundesparteitag einen Unvereinbarkeitsbeschluss für Mitglieder der WerteUnion verabschieden«, sagte Uwe Schummer, Chef der Arbeitnehmergruppe der Unionsfraktion (CDA), dem SPIEGEL.  Ähnlich äußerte sich der Europaabgeordnete Dennis Radtke. »Ich fände das sehr gut, wenn die CDU auf ihrem nächsten Bundesparteitag nachziehen würde mit einem Beschluss, der die Unvereinbarkeit zu einer Mitgliedschaft in der WerteUnion feststellt.« […..]

(SPON, 02.06.2021)

Erst anschließend wachte der oberste SPD-Wahlkämpfer, General Klingbeil auf und schob müde seinen Pflichtbeitrag hinterher.

[…..] SPD-Generalsekretär Klingbeil hat den CDU-Vorsitzenden und Kanzlerkandidaten Laschet zu einer stärkeren Abgrenzung gegenüber der Werte-Union aufgerufen.  Klingbeil verwies in einem Interview mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe auf den neuen Vorsitzenden der Werte-Union, Otte. Dieser habe sich mit der Verharmlosung von Rechtsextremismus hervorgetan, auch nach dem schrecklichen Mord am CDU-Politiker Lübcke, kritisierte Klingbeil. Er frage sich, wo der Unvereinbarkeitsbeschluss bleibe, dass die Mitglieder der Werte-Union nicht gleichzeitig in der CDU sein könnten, fügte Klingbeil hinzu. Der SPD-Generalsekretär bemängelte auch erneut, dass das sogenannte Demokratiefördergesetz, mit dem die Koalition eigentlich den Kampf gegen rechts stärken wollte, bis heute nicht vom Parlament verabschiedet worden sei. […..]

(DLF, 02.06.2021)

Die Sozi-Parteichefs und sonstigen Präsiden schlummern weiterhin in ihrem Paralleluniversum vor sich hin.

Dienstag, 1. Juni 2021

Die CDU-Ossis und Wanderwitz

Armin Laschet zeigt gerade wieder einmal sehr deutlich, daß er als Bundeskanzler ungeeignet ist.

So ähnlich wie sich auch Annalena Baerbock wortreich und wolkig um konkrete Aussagen herumschwurbelt, um bloß nirgends anzuecken, mäandert der CDU-Kanzlerkandidat um die völkischen Faschisten am rechten CDU-Rand.

Laschet erkennt keine Gründe, den völkische Verschwörungstheorien verbreitenden Rechtsaußen Hans-Georg Maaßen zu maßregeln. Der CDU-Chef wagt nicht oder will nicht, gegen antisemitische Bestrebungen des rechten CDU-Randes vorgehen.

Max Otte, just zum neuen Chef der ultrakonservativen Werte-Union gewählt, ist so rechtsextrem, daß sogar Hans-Georg Maaßen lieber seine Mitgliedschaft ruhen läßt.

[….] Vor zwei Jahren, da wollten sie ihn noch aus der CDU rausschmeißen. Weil er zu rechts ist, zu provokant, zu AfD-nah. Am Wochenende nun wählte die konservative Werteunion Max Otte (56) zu ihrem Vorsitzenden. [….] Schon bald nach Gründung knirschte es, da am rechten, teils nicht so beschaulichen Rand der CDU. Das lag nicht zuletzt an den Akteuren: Hans-Georg Maaßen befeuert bis heute rechte, auch von der AfD propagierte Verschwörungstheorien – tritt aber in Südthüringen für die CDU an. Nun wolle er seine Mitgliedschaft in der Werteunion ruhen lassen, verkündete er. Und zwar wegen der Personalie Otte.  Der sollte eigentlich 2019 aus der Werteunion und aus der CDU fliegen. Den Ausschlag gab damals ein Twitter-Beitrag Ottes, in dem er eine Hetze gegen die „rechte Szene“ nach dem Tod Walter Lübckes (CDU) witterte. Hinter dem Mord stecke ein „minderbemittelter Einzeltäter“, dennoch komme dem „Mainstream“ das wohl ganz gelegen, der nun „endlich eine neue NSU-Affäre“ habe, so Otte damals.  Zu der Zeit hatte das CDU-Mitglied auch schon aktiv dafür geworben, die AfD zu wählen, war [zusammen mit dem PP-Hetzer David Berger und der blonden Rache-Barbie Erika Steinbach] im Vorstand der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung. [….]

(Kristian Meyer, 31.05.2021)

Der rechts-affine CDU-Chef, der sich mit einem ultrakonservativen homophoben dunkelkatholischen Opus-Dei-Mann umgibt und auf den rechtskonservativen Lügner Friedrich Merz setzt, will sich nicht mit der Personalie Otte beschäftigten. Laschet macht sich einen schlanken Fuß, schwurbelt Formalien durch die Luft, denen zu Folge die Werteunion gar nichts mit der CDU zu tun habe.

[…..] Parteichef Armin Laschet distanzierte sich im CDU-Präsidium erneut von der [Werteunion]. Sie habe "mit der CDU nichts zu tun. Weder inhaltlich, noch strukturell, noch organisatorisch - oder auf irgendeine andere Art und Weise", sagte er nach Angaben von Teilnehmern. […..]

(Tagesschau, 31.05.2021)

Das soll entschlossen klingen, sagt aber nur aus, daß Laschet nichts unternehmen will. Die Werteunion habe "mit der CDU nichts zu tun“ ist natürlich gelogen, denn es handelt sich um CDU-Mitglieder, die auch für die CDU als Mandatsträger fungieren.

Kein Markenzeichen zu haben ist mittlerweile das Markenzeichen des Armin Laschet.

[….] Die uneindeutigen Aussagen des CDU-Chefs.  Liberal? Konservativ? Beides? Laschet will Positionen vereinen, hinterlässt aber viel zu oft Verwirrung.  Lockdown oder Lockern? Klimaschutz oder Kohlekumpanei? Düsseldorf oder Berlin? Liberal oder konservativ? Die Botschaften von CDU-Chef und Kanzlerkandidat Armin Laschet waren zuletzt vor allem eins: uneindeutig. Viele fragen sich: Was will Laschet eigentlich? [……]

(MoPo, 15.05.2021)

Auswahltaktischer Perspektive ist die Methode „wolkig daherschwafeln“ und mal dies, mal das zu sagen, erfolgversprechend, weil die Mehrheit des Urnenpöbels verblödet ist und sich von konkreten Plänen verschreckt fühlt.

„Der Wähler“ mag zwar mitunter das diffuse Gefühl haben, es laufe irgendwie schief, aber gleichzeitig soll es auch so weitergehen, daß sich nichts ändert. Daher genießt Angela Merkel im Jahr 2021 eine 80%-Zustimmungsrate. Nach 30 Jahren in der absoluten Spitzenpolitik weiß man immer noch nicht was sie will und das mögen die Wähler, weil sie sich dadurch nicht bedroht fühlen.

Die Grünen haben diesen vagen Schwurbel-Wahlkampf ohne konkrete Politikabsichten adaptiert und sind ebenfalls sehr erfolgreich.

Die Laschet-CDU treibt es nun auf die Spitze und hat bis heute noch nicht mal ein Wahlprogramm. Das wirkt. Laschet holt in Umfragen auf.

Das bestärkt Laschet in seinem Vorhaben, den Nazis, den Völkischen und Antisemiten in seiner CDU freie Hand zu lassen.

Zwar sagte der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz (CDU) am Wochenende völlig richtig „Teile der ostdeutschen Bevölkerung“ seien "nicht in der Demokratie angekommen", aber genau diese Teile, die sich so empört dagegen wehren in die rechte Ecke geschoben zu werden, nämlich insbesondere Politiker des sächsischen, sachsen-anhaltinischen und Thüringer CDU, bestätigen jeden Tag, in dieser rechten Ecke zu sitzen.

Dafür muss man nur in die ostdeutschen Wahlkämpfe gucken.

Bei den Aussagen der CDU-Landespolitiker zeigt sich immer wieder eine große Nähe zur AfD. Man teilt dieselben völkischen antidemokratischen Ansichten und deswegen wählte das CDU-Mitglied Max Otte auch bereits die AfD. Kein Problem für Laschet, der die Nazis gewähren lässt. Dafür wendet man sich massiv gegen die Kommunisten. Kommunisten, die im Gegensatz zu den massenhaft auftretenden Faschisten, insofern eher nicht so gefährlich sind, daß sie gar nicht existieren.

[…..] Doch statt die AfD im Wahlkampf als Gegner zu adressieren, setzte die Landes-CDU eigenwillige Schwerpunkte. "Sachsen-Anhalt ist kein Land der Naturparke und Schönwettergebiete", meldete sich die Fraktion in einer Pressemitteilung zu Wort, ohne dass überhaupt jemand auf diese Idee gekommen wäre. "Kein Bock auf Kommunismus? Wir auch nicht!", hieß es in einer Wahlwerbung des Landesverbandes. Genauso gut hätte da stehen können: kein Bock auf Feuerquallen. Die gibt es in Sachsen-Anhalt auch nicht. Es klang, als drohe dem Land eine links-grüne Gewaltherrschaft und nicht der Wahlsieg einer vom Verfassungsschutz beobachteten Partei. […..]

(SZ, 31.05.2021)

Ost-CDU-Landesverbände stimmen mit der AfD, lehnen Teile der Menschenrechte ab und bleiben auch heterosexuelle Männerpartei. Frauen spielen keine Rolle.

In der CDU Sachsen-Anhalt gibt es ähnlich wie im rechtskonservativen Landesverband Hamburg gar keine Frauen in CDU-Funktionen.

[…..]Im August 2017 stimmten Teile der CDU für einen AfD-Antrag, eine Enquetekommission zum Thema Linksextremismus einzusetzen. Gleich drei Mal fiel 2018 ein Experte bei der Wahl zum Datenschutzbeauftragten des Landtags durch, weil einige Christdemokraten sich weigerten, einen Grünen in dieses Amt zu heben. 2019 wollte der damalige Innenminister und CDU-Landeschef Holger Stahlknecht den umstrittenen Polizeigewerkschafter Rainer Wendt zum Staatssekretär machen. Im selben Jahr wollten die CDU-Fraktionsvizes Ulrich Thomas und Lars-Jörn Zimmer in einer "Denkschrift" das "Soziale mit dem Nationalen" versöhnen, so als hätten sie noch nie ein Geschichtsbuch in der Hand gehabt. Zimmer und Thomas stehen auf Platz drei und vier der Landesliste. […..]

(SZ, 31.05.2021)

Weiß, männlich, katholisch, ultrarechts. So gefällt das auch Armin Laschet und seinem Opus-Dei-Mastermind Liminski.

Montag, 31. Mai 2021

Fromme gute Christen in Arizona.

Die US-Präsidentenwahl liegt sieben Monate zurück. Joe Biden gewann nicht nur deutlich, sondern mit einem Rekordstimmenergebnis.

Zum Vergleich; Ronald Reagans Erdrutschsieg von 1984, als er mit 525/538 fast 98% der Wahlmännerstimmen holte, entsprach 54 Millionen Stimmen. Bill Clinton holte 45 und 47 Millionen Stimmen (1992/96). George W. Bush gewann im Jahr 2000 mit 50 Millionen Stimmen.

Biden spielt in einer anderen Liga und holte sagenhafte 81,3 Millionen Votes.

Der 46. US-Präsident regiert nun viereinhalb Monate und das sogar enorm effektiv. Die Stimmung hat sich grundsätzlich zum Besseren gewandelt, die Impfkampagne macht rasante Fortschritte, die Corona-Infektionszahlen gehen zurück, die Wirtschaft zieht deutlich an.

Trumps Republikaner in Arizona sind ihrem Cult-Leader aber so hörig, daß sie eifrig die rechtsradikale Lüge von der „gestohlenen Wahl“ weiter verfolgen und wie besessen mit immer neuen Recounts das Wahlmännerergebnis ihres Bundesstaats kippen wollen.

Biden gewann den Staat im Südwesten mit 1.672.143 zu 1.661.686 Stimmen, wie unzählige Überprüfungen zweifelsfrei nachwiesen. Das entspricht 49,4% für Biden und 49,1% für Trump. Damit gehen alle 11 Wahlmännerstimmen an Biden.

Selbst in dem rein theoretischen Fall, daß man sich immer wieder um 12.000 Stimmen verzählt hätte und Arizona doch an Trump ginge, würde das nichts an Bidens Gesamtwahlsieg ändern.

Die religiösen Fanatiker hält das aber nicht ab.

[…..] Die Republikaner in Arizona suchen mit UV-Licht und einem zwielichtigen Partner namens "Cyber Ninjas" noch immer nach einem angeblichen Wahlbetrug. […..] Die neueste Episode in Donald Trumps Erzählung vom angeblichen Wahlbetrug handelt vom Test mit UV-Licht. Sie lautet so: Trumps Regierung will die Wahlzettel für die Präsidentschaftswahl 2020 mit einem geheimen Wasserzeichen versehen haben, dass nur unter UV-Licht zu erkennen sei. Um Wahlbetrug nachzuweisen, müsse nun belegt werden, dass es diese Wasserzeichen-Wahlzettel wirklich gebe. Alle anderen Wahlzettel wären dann - so wird es in Kreisen der Verschwörungsmystiker von QAnon als gegeben angenommen - von den Demokraten gefälscht. Was wiederum in der QAnon-Logik erklären würde, warum in Arizona Joe Biden und nicht Donald Trump die Wahl mit etwas mehr als 10 000 Stimmen Vorsprung gewonnen hat.   Die Geschichte ist voller Widersprüche. Zum einen: Jeder Bundesstaat druckt seine Wahlzettel selbst. Wasserzeichen werden in Arizona außerdem nicht verwendet. Dennoch halten derzeit im "Veterans Memorial Coliseum" von Phoenix, Arizona, Helfer an schwarz ausgekleideten Pappboxen Wahlzettel um Wahlzettel unter ein UV-Licht und suchen nach den mysteriösen Wasserzeichen.  Seit Ende April zählen und prüfen Hunderte bezahlte Helfer im Auftrag der Republikaner im Senat von Arizona alle 2,1 Millionen Stimmzettel aus Maricopa County noch einmal nach. Maricopa County, zu dem auch die Landeshauptstadt Phoenix gehört, ist der größte Kreis in Arizona. Biden hatte allein hier mehr 40 000 Stimmen Vorsprung. Es ist nicht ganz klar, was sich die Republikaner von dieser Nachzählung versprechen. Die Wahl ist auch in Arizona mehrfach überprüft worden. Zweimal wurde nachgezählt, beaufsichtigt von überparteilichen Gremien. Gerichte haben alle Klagen wegen Wahlbetrugs als unbegründet zurückgewiesen. Das republikanisch geführte County hatte sogar selbst eine forensische Überprüfung der Wahlmaschinen angeordnet. Ergebnis: keine Auffälligkeiten. […..] 

(Thorsten Denkler, SZ, 13.05.2021)

Arizona ist einer dieser südlichen US-Staaten, der Jahrzehnte fest in der Hand konservativer Republikaner war, nun aber aufgrund der demographischen Entwicklung langsam zu kippen beginnt.  Demokratische Präsidentschaftskandidaten können, wie Joe Biden, durchaus schon knapp den Staat für die Bundesebene gewinnen.

Zum Entsetzen der Rechten gingen beide US-Senatsposten innerhalb eines Jahres verloren. Nach der Demokratin Kyrsten Sinema (folgte 2019 dem (Trump-kritischen) GOPer Jeff Flake) gewann 2020 auch noch der demokratische Ex-Astronaut Mark Kelly den zweiten US-Senatorenposten nach 51 Jahren republikanischer Senatoren gegen Martha McSally.

Auf der Staatsebene regiert aber immer noch die GOP.   Der Republikaner Douglas Ducey ist seit 2015 ist er Gouverneur des Bundesstaates Arizona. Im Arizona House of Representatives haben die GOPer eine absolute 31:29-Mehrheit. Im Senat von Arizona führen die Republikaner sogar noch mit 18 zu 12 Sitzen.

In Arizona vollzieht sich die Mikroversion des Trumpismus auf Bundesebene: Da man nicht ehrlich gewinnen kann, schränken die GOPer das Wahlrecht sukzessive so weit ein, daß so viele demokratische tickende Menschen von den Wahlurnen ferngehalten werden, um der weißen radikalen rechten rassistischen Minderheit weiterhin zu einer politischen Mehrheit zu verhelfen.

[…..]  Trump wird sich das Amt zwar nicht zurückholen können. Sein Kalkül aber dürfte ein anderes sein: Er will das Vertrauen in die Demokratie erschüttern, um Wahlrechtsänderungen zugunsten der Republikaner zu ermöglichen, wie sie zuletzt in Georgia und Texas beschlossen wurden und in Arizona geplant sind. Dort soll etwa die Briefwahl stark eingeschränkt werden. […..]

(Thorsten Denkler, SZ, 13.05.2021)

Als gute Christen wissen die State-GOPer aber nicht nur politisch was zu tun ist; nämlich Schwarzen, Armen, Schwulen, POCs das Wahlrecht zu nehmen; sondern auch moralisch orientieren sie sich an ihren Vorbildern aus Mar A Lago und deutschen Konzentrationslagern.

Sie setzen wieder auf Gaskammern und haben schon die Chemikalien besorgt, um wieder Menschen mit „Zyklon B“, also Cyanidgas zu töten.

[….] The state of Arizona is preparing to kill death row inmates using hydrogen cyanide, the same lethal gas that was deployed at Auschwitz.   Documents obtained by the Guardian reveal that Arizona’s department of corrections has spent more than $2,000 in procuring the ingredients to make cyanide gas. The department bought a solid brick of potassium cyanide in December for $1,530.   It also purchased sodium hydroxide pellets and sulfuric acid which are intended to be used to generate the deadly gas. The gas chamber itself, built in 1949 and disused for 22 years, has been dusted off and, according to the department, “refurbished”. […..]

(The Guardian, 28.05.2021)

So geht christliche Nächstenliebe in God’s Own Country.

Deswegen lieben die evangelikalen Christen ihren Helden Trump und die GOP so sehr.

Sonntag, 30. Mai 2021

Fernsehen

Derzeit gucke ich das zweite mal die US-Serie TRUE BLOOD, die sich an Charlaine Harris‘ Romanserie „Sookie Stackhouse“ orientiert. Der kluge Kopf dahinter ist der großartige Alan Ball, der auch schon für „Six FeetUnder“ verantwortlich war.

Es sind 80 Folgen in sieben Staffeln, gedreht 2008 bis 2014, die mir jetzt mit dem Wissen um Trump und eine Pandemie noch viel besser gefallen.

Es spielt hauptsächlich in Bon Temps, einem fiktiven konservativen Kaff in Louisiana. Die Menschen gehen alle artig in die Kirche, frönen ihren Südstaaten-Konventionen und misstrauen allen liberalen Großstädtern.    Dann passiert aber das Ungeheuerliche: Weltweit outen sich Vampire, daß sie existieren. Sie haben aber das Getränk „True Blood“ entwickelt, von dem sie leben können. Daher müssen sie keine Menschen mehr aussaugen und wollen sich assimilieren, ihre Bürgerrechte bekommen.   Die meisten der erzreaktionären Bewohner misstrauen den Vampiren aber zutiefst und selbstverständlich betreiben Republikaner und fromme Christen jeden erdenklichen Aufwand, um die Vampire zu verdrängen, zu entrechten, loszuwerden.

Sie sind selbstverständlich eine Metapher für Migranten, Schwarze und Schwule – also alle gesellschaftlichen Gruppen, die in den USA diskriminiert werden und mit sehr unterschiedlichen Ansätzen um ihre Gleichberechtigung kämpfen.

Es gibt die gesamte Bandbreite vom von weißen spießigen Vorstadt-Vampir, der bis zu absoluten Selbstverleugnung versucht sich anzupassen, Vampir-Lobbyisten, Politiker, Aktivisten und auch ein Grüppchen Radikaler, die sich aufgrund ihrer weit überlegenen Stärke gar nicht bei den Menschen eingliedern wollen, sondern diese als minderwertig empfinden.   Die Serie heute zu sehen ist erstaunlich prophetisch und voller wunderbarer Seitenhiebe auf evangelikale Trumpisten, „Republic*nt“s, RINOs, religiösen Wahn, konservative Doppelmoral, intolerante Supremacy-Typen und Rassisten.

Daß die Buchautorin Charlaine Harris aus Mississippi diese Reihe schon ab 2001 veröffentlichte, zeigt wie sehr wir Europäer uns irren, wenn wir glauben, das scheußliche dysfunktionale Trumpmerica wäre erst mit seinem Amtsantritt 2017 entstanden.

Nein, diese zutiefst illiberalen, erzkonservativ-verkrusteten und Realitäts-negierenden Verhältnisse gab es schon Jahrzehnte zuvor. Wer nach dem Wahlsieg Obamas im Jahr 2008 gedacht hat, die USA wären nun eine liberale Nation, die Cannabis erlaubt und Schwule heiraten lässt, sah nur ein kleines Stück Amerika und blendete das häßliche Amerika aus.

Sogar Seitenhiebe auf Ted Cruz gibt es schon, wie konnten die 2013 ahnen wie grauenvoll der noch werden würde?

Im Laufe der verschiedenen Staffeln wird die Existenz allerlei weiterer übernatürlicher Wesen enthüllt, die ganz große Politik wird eingeschaltet und selbstverständlich gibt es eine Fülle die Konventionen sprengende amouröse Verflechtungen.

 Ein paar Bemerkungen:
1.)
Wer das noch gesehen hat, soll das bitte dringend nachholen.

2.)

Ich liebe, liebe, liebe Pamela Swynford De Beaufort, dargestellt von Kristin Bauer van Straten mit ihren sagenhaften Blicken und tödlichen Sprüchen. Fast alle Szenen von ihr muss ich zurückspulen, um das noch mal zu sehen.

3.)

Ich bin über die Maßen begeistert von der Rolle des Lafayette Reynolds, gespielt von dem grandiosen Nelsan Ellis, der leider 2017 im Alter von 39 Jahren gestorben ist. Ironischerweise tötete ihn ein selbstauferlegter Drogenentzug, während seine Serienfigur LaFayette sich stets als Drogen-Vollprofi präsentiert, dem so etwas nicht passieren könnte.

In LaFayette kulminiert alles, was die Spießer von Bon Temps nicht leiden können: Er ist schwarz, schwul, tuntig, nimmt Drogen und ist zudem auch noch so selbstbewußt das jedem zu zeigen.

Ellis spielt das so großartig, daß die Serienfans furchtbar enttäuscht sind, wenn sie hören, daß er privat mit einer Frau verheiratet war und zwei Kinder hatte.

Er arbeitet als Koch im einen kleinen Diner und wird den Zuschauern mit einem Knall eingeführt, als nämlich einer der tumben RedNeck-Gäste laut wird, weil er keinen von einer „Tunte“ gebratenen „Aids-Burger“ essen will.

Da hat er aber nicht mit La Fayettes Reaktion gerechnet, der sich das nicht gefallen lässt.

4.)

Eine kuriose Geschichte hinter den Kulissen.

Die sehr sympathische Nebenfigur des James Kent in Staffel 7 wird gespielt von dem Australier Nathan Parsons. Ich hatte aber vergessen, daß die Figur schon Ende der Staffel 6 kurz eingeführt wird. Damals aber noch von einem anderen Schauspieler dargestellt, nämlich Luke Grimes.

Wieso tauschen die nach so kurzer Zeit den Darsteller einer Erfolgsserie aus?
Das passiert ja eigentlich nur wenn derjenige stirbt oder aber wie „Roseanne“ mit ihren privaten, rechtsradikalen, antisemitischen Ansichten so extrem aneckt, daß die Produzenten sie feuern müssen.

Was war also mit Luke Grimes?

Er spielte Ende der sechsten Staffel den Lover der hübschen jungen weißen Vampirin Jessica Hamby, dargestellt von Deborah Ann Woll. Er ist zunächst einmal der stabilisierende Faktor, weil Jessica sich in einer schweren Sinnkrise befindet und James ruhig und sensibel auf sie eingeht.

In Staffel 7 besteht die Konstellation zunächst weiter. Nach einem Zeitsprung von sechs Monaten sind die beiden immer noch ein Paar, leben zusammen in der großen Villa von Jessicas Vater. Aber nun wird James von Nathan Parsons gespielt, da seine Serienrolle Gefühle für den schwarzen schwulen LaFayette entwickelt. Unglaublich aber wahr; der erste Schauspieler Grimes sagte ab, nachdem er das Drehbuch las. Er wollte als heterosexueller Schauspieler keinen (ebenfalls heterosexuellen) schwarzen Mann küssen.

[…..] Laut den Quellen von Buzzfeed habe Grimes, nachdem er die ersten Drehbücher von Staffel 7 gelesen habe, sofort gesagt, dass er keine Figur spielen werde, die sich in einen anderen Mann verliebe. Er sei bereit die Rolle zu spielen, wenn nur die andere Figur sich zu ihm hingezogen fühle, aber nicht, wenn die Anziehung auf Gegenseitigkeit beruhe. Zudem seien gleichgeschlechtliche Kuss- und Sexszenen absolut tabu – bei einer Serie wie "True Blood" mit deutlichen LGBT-Untertönen ist er damit fehl am Platz, so dass man sich trennte. […..]

(Björn Becher, 26.06.2014)

Bis in die 1990er Jahre war es nicht ungewöhnlich, daß heterosexuelle Schauspieler sich weigerten schwule Rollen anzunehmen.   Ich erinnere mich an sehr unschöne Homophobe Aussagen des damaligen Jung-Stars Matt Dillon. Mel Gibson und Tom Cruise sollen ähnlich schwulenpanisch sein.

Aber daß ein so junger Schauspieler wie Luke Grimes, geboren 1984 in Ohio, noch im Jahr 2014 deswegen aus einer Serie aussteigt, ist schon erstaunlich und bestätigt wiederum die Wichtigkeit des Themas Diversität im US-Fernsehen.

[….] Grimes abruptly departed the popular show last winter after learning that his character James would become romantically involved with Ellis’s in the upcoming season. True Blood, a cult gay hit, has been known to throw its characters, both male and female, into homoerotic situations at a moment’s notice, even if only for a few scenes. Ellis felt as if Grimes should have been aware of the show’s reputation, and was sending a clear message in leaving the show.  “If you have a child, if you have a son, and he comes out as gay, what are you going to do?” He asked the Huffington Post.  “You just made a statement, and it has ripple effects. I didn’t like what he did because he made a statement, and sometimes you have to take responsibility.” […..]

(Charles Pulliam-Moore July 24, 2014)

Für den Zuschauer ist es kein Verlust, da Parsons ohnehin besser ist als Grimes.

Samstag, 29. Mai 2021

Christliche Werte für Kinder

So weit ist es immerhin in Europa; wenn man im Jahr 2021 einen beliebigen Passanten fragt, womit er die Begriffe „katholische Kirche“ und „Kinder“ konnotiert, wird man überwiegend bei sexuellem Missbrauch landen.

Und womit? Mit Recht.

Die aktuellen Vorgänge in Köln, die Vorwürfe gegen die Sadisten-Bischöfe Meisner, Woelki, Heße, Schwaderlapp erwecken allerdings den völlig falschen Eindruck, es handele sich dabei um ein neues, irgendwie von der Moderne beeinflusstes Phänomen. Der unfehlbare Ratzinger, der besonders aktiv die Vertuschung des Kindersexes betrieben hatte und somit moralisch für das bestialische Leiden Myriaden Kinder verantwortlich ist (während sein älterer Bruder Georg in Regensburg persönlich Generationen von Kindern grün und blau schlug), zeigte seine ganze charakterliche Verkommenheit, als er den katholischen Kindersex ernsthaft „den 68ern“ mit ihrer liberaleren und offeneren Einstellung zur Homosexualität in die Schuhe schob. Niederträchtiger geht es kaum noch.

Mit der Protektion durch den „Bücher-Ratz“ lässt es sich der „Orgel-Ratz“ im Vatikan gutgehen.   […..]  Ein wirklich sympathisches Kerlchen, das sich auch unter Papst Franz ganz sicher vor juristischen Folgen fühlen darf. Sind ja nur einige hundert Kinder, die für ihr Leben schwer gekennzeichnet wurden.

[…..] Jetzt gerät der Papst-Bruder Georg Ratzinger weiter in den Fokus. Der ehemalige Domkapellmeister soll nicht nur von den sexuellen Übergriffen gewusst haben, sondern ein „Sadist und Gewalttäter“ gewesen sein.   Einer, der es wissen muss, ist Alexander Probst (55). Er war von 1968 bis 1971 bei den Domspatzen, wurde Opfer eines Präfekten. „Er hat seine Hand in meine Schlafanzughose gesteckt. Er hat immer mein Zipferl in die Hand genommen, immer“, sagte der Oberpfälzer unserer Zeitung.  Als der Vater von Probst das erfuhr, stellte er Georg Ratzinger zur Rede und nahm seinen Sohn von der Schule. Ratzinger hätte reagieren können – und somit vielen Kindern ähnliches ersparen können. Doch nichts geschah.  [….] Der Bruder des emeritierten Papstes sei ein „Lügenmaul“, sagt Probst. Er sei selbst gewalttätig gewesen. Probst: „Er schmiss ständig mit Zeug um sich – vom Klavier-Stuhl, dem Metronom bis hin zu Bibeln. Er war absolut jähzornig.“

Einmal sei Ratzinger auf ihn zugestürmt. Als er sich vor der Faust wegduckte, habe der Domkapellmeister einen anderen Jungen getroffen. „Der hat ihm so eine gebrettert, dass er umgefallen ist.“ Dann habe Ratzinger Probst an den Haaren gepackt, so dass ihm ein ganzes Büschel nachher fehlte. „Ratzinger ist ein Sadist, ein Gewalttäter, klipp und klar.“  [….] Das Bistum war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Höllische Zustände und himmlisches Schweigen?  [….]

(Berliner Kurier, 19.01.2016)  (…..)

(Sind halt nur Kinder, 18.07.2017)

Ex-Papst Ratzinger, der zweite Unfehlbare neben Bergoglio, hatte kurz zuvor entdeckt wer schuld ist, wenn katholische Priester kleine Jungs sexuell missbrauchen: Die 68er! 

(….) Als von Amts wegen Unfehlbarer hat der rechtsradikale Geront im Schwuchtelkleid selbstverständlich auch eine Erklärung für das Hunderttausendfache Kinderficken seiner Priester.   Benedikt XVI. beantwortet damit eine Frage, die gar nicht mehr gestellt wird, weil jeder längst die Antwort kennt.   Wir wissen warum es extrem überproportional viele katholische Geistliche sind, die Kinder sexuell missbrauchen:

1.   Ratzingers Schwulenbann aus den Priesterseminaren

2.   Ratzingers Sexualmoral

3.   Ratzingers Misogynie

4.   Ratzingers Verbot des Frauenpriestertums und natürlich auch

5.   Ratzingers Befehl weltweit alle Missbrauchsfälle unter Androhung schwerster Kirchenstrafen zu vertuschen!

Wir müssen nicht mehr darüber rätseln was sexuell Frustrierte in die Priesterseminare der RKK zieht.  Wir brauchen keine Erklärung mehr von der 92-Jährigen Ehefrau Georg Gänsweins.   Dennoch bekommen wir sie.

[….] Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat die sexuelle Revolution der Zeit um 1968 und die Säkularisierung der westlichen Gesellschaft für den sexuellen Missbrauch von Kindern in der katholischen Kirche mitverantwortlich gemacht. Benedikt führt diese Taten in einem jetzt veröffentlichten Aufsatz vor allem auf außerkirchliche Entwicklungen zurück. [….] "Wieso konnte Pädophilie ein solches Ausmaß erreichen? Im letzten liegt der Grund in der Abwesenheit Gottes." Eine Welt ohne Gott sei eine Welt ohne Moral: "Es gibt dann keine Maßstäbe des Guten oder des Bösen." Von Machtstrukturen in der Kirche ist in dem Papier nicht die Rede.   "Zu der Physiognomie der 68er Revolution gehörte, dass nun auch Pädophilie als erlaubt und als angemessen diagnostiziert wurde", schrieb Benedikt [….] Unabhängig davon hätte sich zeitgleich "ein Zusammenbruch der katholischen Moraltheologie ereignet, der die Kirche wehrlos gegenüber den Vorgängen in der Gesellschaft machte".[….]

(Spon, 12.04.19)

Kann man sich nicht ausdenken!
Jeder anderen Trümmertranse des Jahrgangs 1927 würde man so einen Unsinn ob des fortgeschrittenen Alters verzeihen, aber dieses bösartige Exemplar wurde vom Heiligen Geist als Papst auserkoren und redete vor 20 oder 50 Jahren, als es noch nicht senil war, ganz genauso. (….)

(Täter unschuldig, 12.04.2019)

Auf Kinder Rücksicht zu nehmen, ist Typen wie Woelki oder Ratzinger auch deswegen unmöglich, weil sie als katholische Theologen natürlich ihre Bibel kennen und all die heiligen und göttlichen Ansichten dazu im Schlaf aufsagen können. Kinder soll man nicht nur misshandeln, verprügeln, züchtigen und körperlich bestrafen; nein man muss es sogar. Des lo vult.

Und christlich bedeutet,  Kinder zu quälen und prügeln, so wie es Georg Ratzinger über Jahrzehnte bei den Regensburger Domspatzen durchführte.

Die Bibel, immerhin Gottes Wort, auf das geschworen wird; zu dem sich Typen wie Nahles, Merkel und Steinmeiner ausdrücklich bekennen, ist da völlig eindeutig. Eindeutig brutal, abartig, verdammenswert.

„Entziehe dem Knaben nicht die Züchtigung; wenn du ihn mit der Rute schlägst, wird er nicht sterben. Du schlägst ihn mit der Rute, und du errettest seine Seele von dem Scheol.“ (Sprüche 23,13-14, siehe auch 13,24;22:15;20,30).

„Rute und Zucht geben Weisheit; aber ein sich selbst überlassener Knabe macht seiner Mutter Schande“ (Sprüche 29,15).

Da auch die Bevölkerungen und Regierungen der christlichen Länder über die Jahrhunderte von dieser christlichen Unmoral gegenüber Kindern geprägt waren, gaben die Staaten vielfach Kindererziehung direkt in die Hände der Kirche.  In christlichen Heimen konnten die Pfaffen und Nonnen dann ihren sadistischen Impulsen frönen und weltweit Millionen Kindern quälen, vergewaltigen und auch totschlagen.

(……) Bis heute werden die Hunderttausenden Kinder, die in Deutschland bis in die 1980er Jahre in christlichen Heimen grauenvoll gequält, versklavt und ihren Familien entrissen wurden, einfach verdrängt.   Die Kindersexskandale der katholischen Priester überlagern alles. Auch die EKD macht sich einen schlanken Fuß und tut so als ob nichts gewesen wäre.  Dabei ist die Quantität der von weiblichen Christen gefolterten Kinder natürlich größer.

Unglaublich, aber wahr; auch im Jahr 2019, über ein halbes Jahrhundert nach dem Ulrike Meinhof im großen Stil veröffentlichte was in christlichen Kinderheimen vor sich ging und eigenhändig viele dieser malträtierten Jugendlichen befreite, schämen sich kirchliche Stellen nicht diesen massenhaften Missbrauch zu vertuschen und stattdessen über die angebliche vollkommen neue Erkenntnis zu berichten, daß Nonnen selbst Opfer wurden.

[….] Die Missbrauchsfälle von Ordensschwestern, die seit einigen Monaten in den Medien auftauchen, treffen die Kirche wieder einmal ins Herz. Auf Seiten der Täter wie auf Seiten der Opfer geht es dabei um geweihte Personen, die ein Keuschheitsgelübde abgelegt haben.  [….] "Wir haben aufgehört, diejenigen, die eintreten wollen, nach einem Zeugnis vom Priester zu fragen, weil dann oft herauskam oder gehört wurde, dass die Priester zudringlich geworden sind. 'Ja, ich schreib was, aber dafür…'". [….]

(Katholisch.de, Isabelle Jonveaux, 02.05.2019)

Was die Nonnen selbst taten, wird nach wie vor nicht von kirchlichen Stellen aufgeklärt, sondern nur von Selbsthilfegruppen und Journalisten. (….)

(Genugtuung, 03.11.2019)

Besonders abscheulich gingen die frommen Christen vor, wenn es sich nicht um christliche Kinder, sondern um sogenannte „Wilde“ handelte. Die waren vogelfrei.

Auf allen Kontinenten missionieren die Christen bis heute. Wenn sie nicht christianisierte Kinder in ihre Finger bekommen, kennen sie in ihrem Wahn, ihrem Herrgott Seelen zuzuführen, keinerlei Gnade.

Ende des 19. Jahrhunderts entriss die kanadische Regierung Kinder der Ureinwohner; die „Indianerkinder“; ihren Familien und übergab sie der römisch-katholischen Kirche, um ihnen vollständig ihre Kultur auszutreiben.

Die westkanadische katholische „Residential School“ bei Kamloops (British Columbia) war ein sogenanntes „Internat“, in dem von 1890 bis 1978 (sic!) diese Kinder christianisiert wurden. Das Grauen, das hinter den katholischen Mauern stattfand, kann man sich kaum vorstellen.   Die Eltern der Kinder erfuhren nie wieder etwas über das Schicksal der Töchter und Söhne, die ihnen von der Kirche geraubt wurden.

Über 200 Kinder wurden von den Geistlichen offenbar zu Tode gefoltert.

[…..] Auf dem Gelände eines ehemaligen Internats werden Überreste von Kindern kanadischer Ureinwohner freigelegt. Der Fund hat mit einem der dunkelsten Kapitel in der Geschichte des Landes zu tun.  Sie galten jahrzehntelang als verschwunden - und nun wurden sie gefunden: Auf dem Grundstück eines ehemaligen Internats haben Spezialisten die Überreste von 215 Kindern kanadischer Ureinwohner entdeckt. Bei der Suche in der Nähe der Stadt Kamloops im Westen Kanadas seien Radargeräte eingesetzt worden, sagte Rosanne Casimir, die Leiterin der dort lebenden indigenen Gruppe. "Die Ahnung, die wir alle verspürten, hat sich bestätigt."  Einige der Jungen und Mädchen wurden laut Casimir nur drei Jahre alt. […..]  Über Jahrzehnte riss die Regierung Tausende Söhne und Töchter aus ihren Familien und steckte sie in Internate. Dort sollten sie ihre Kultur vergessen - Feste, Lieder, Sprache, Religion - und die Traditionen der europäischen Einwanderer erlernen. Gewalt und sexueller Missbrauch waren dabei an der Tagesordnung. […..]

(SZ, 29.05.2021)

Bei der katholischen Kirche handelt es sich also, wieder einmal, eindeutig um eine Massenmörder-Organisation.

[…..] Das ehemalige Internat, das von der katholischen Kirche im Auftrag der kanadischen Regierung betrieben wurde, war eines von 139 solcher Einrichtungen, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Kanada errichtet wurden. Es wurde 1890 eröffnet und hatte in den 1950er-Jahren bis zu 500 Schüler. Erst 1969 wurde das Internat geschlossen. Die letzten dieser Schulen wurden erst Mitte der 1990er-Jahre geschlossen.  In Kanada waren ab 1874 rund 150.000 Kinder von Inuit und anderen indigenen Gruppen von ihren Familien und ihrer Kultur getrennt und unter Zwang in kirchliche Heime gesteckt worden, um sie so zur Anpassung an die weiße Mehrheitsgesellschaft zu zwingen. Viele von ihnen wurden in den Heimen misshandelt oder sexuell missbraucht. Mindestens 3200 starben, die meisten an Tuberkulose.  [….]

(Tagesschau, 29.05.2021)

Die kanadische Regierung zweifelt das Grauen nicht mehr an, räumt den „kulturelle Genozid“ ein, bat im Jahr 2008 die Überlebenden der katholischen Internate offiziell um Entschuldigung. 

Die katholische Kirche ist hingegen nicht bereit sich zu Menschenrechten zu bekennen, die Folteranweisungen und Diskriminierungsverbote aus ihrer Bibel zu streichen.

Menschen wie Thierse, Laschet oder Kramp-Karrenbauer, die immer noch enthusiastisch die RKK finanziell und ideologisch unterstützen, sollten in den tiefsten Keller gehen und sich schämen, statt die Deutschen von 2021 über Transsexualität und Gendern zu belehren.

Freitag, 28. Mai 2021

Bauen, wohnen, leben

Die Baumbranche boomt. Insbesondere in Hamburg.

Nachdem die Grün-schwarze Hamburger Landesregierung mit einer grünen Stadtentwicklungssenatorin in der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts den Wohnungsbau vollständig eingestellt hatte und damit wesentlich zur Immobilienmisere und Wohnungsnot beitrug, sorgen die SPD-Bürgermeister Scholz und Tschentscher für Abhilfe.

[….] Neuer Rekord! Hamburg zündet den Wohnungsbau-Turbo [….]   11.269 Wohnungen sind es laut der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen, die im Jahr 2020 in der Hansestadt bezugsfertig wurden. Die Zahl liege damit um rund 15 Prozent über dem Vorjahreswert. Zuletzt wurden 1974 so viele neue Wohnungen in Hamburg fertig gestellt, als Hochhaussiedlungen etwa in Steilshoop und Mümmelmannsberg entstanden. […..]

(Annalena Barnickel, 28.05.21)

Kurioserweise sind es nun die wieder an der Hamburger Regierung beteiligten Grünen, die sich gegen das Bauen engagieren. Grüne Bezirksbürgermeister erteilen keine Baugenehmigungen mehr für Einfamilienhäuser.

Kein Bundesland baut pro Einwohner so viel wie Hamburg. Daher ist Hamburg auch die einzige deutsche Metropole, in der sich die die Wohnungsnot entspannt. Zumal tatsächlich ein Drittel der fertiggestellten Buden sozial gebunden sind und mit 6,60 EUR/qm weit unterhalb des Marktpreises vermietet werden.

Unter rein ökologischen Gesichtspunkten ist es aber in der Tat fragwürdig ausgerechnet in einem Stadtstaat mit der logischerweise sehr begrenzten Fläche so viel zu bauen. Die Grünen setzten also auf Umweltschutz. Das halte ich ihnen auch zu Gute. In diesem Fall ist das aber gleichzeitig extrem unsozial und macht die reichen Immobilienbesitzer reicher. Schöner Wohnen nur noch für die reichen Deutschen – das ist die neue Grüne Politik. So erklärt sich auch ihr enorm gestiegenes urbanes Wählerpotential. Grünen-Wähler sind die reichsten Städter und die am meisten fliegenden Bürger.

Möglicherweise muss diese Diskussion „Soziales versus Umwelt“ aber nicht vollständig ausgefochten werden, da der Bauboom auch in Hamburg zu stocken beginnt. Sand, den man für Beton braucht, wird zum Luxusprodukt, Bau-Holz ist kaum noch zu bezahlen und Baugrundstücke sind in den Millionenstädten ohnehin extreme Mangelware.

Die Flut der Bauvorschriften – auch die ökologisch sinnvollen – verteuern das Bauen und damit die Mieten.   Ein weiteres Problem sind die fehlenden Facharbeitskräfte.

Ingenieure, Bauleiter, Planer, Architekten und Handwerksfirmen müssen vielfach aus dem Ausland eingeflogen werden.

Und in Hamburg untergebracht werden.

Und dafür braucht es noch mehr Wohnungen.

Die Idee, bei einer gewissen „Sockelarbeitslosigkeit“ lieber mehr in Deutschland lebende Jugendliche in diesen Berufen auszubilden, ist nicht sehr neu.    Jürgen Rüttgers, CDU-Ministerpräsident von NRW hatte schon im Jahr 2000 den enormen Bedarf an Facharbeitskräften aus dem Ausland mit seinem berühmt gewordenen rassistischen Satz „Kinder statt Inder“ kommentiert.

Tatsächlich werden auch in Deutschland Menschen zu Ärzten, Ingenieuren und Programmierern ausgebildet.  Aber die deutschen Arbeitgeber stellen sie vielfach nur mit der ihnen genehmen Hautfarbe ein. Dadurch verdrängen sie die begehrten Fachkräfte aktiv aus Deutschland.

(…..) Wenn neun Millionen Menschen in Deutschland prinzipiell gar nicht für Facharbeiterjobs oder gar akademische Berufe geeignet sind, wundert es wenig, daß sich die Wirtschaft immer dringender suchend an das Ausland wendet.  SOS, wegen massenhaft um sich greifender deutscher Verblödung werden nun griechische Ärzte, spanische Ingenieure oder portugiesische Architekten angelockt.

Angesichts eines drastischen Fachkräftemangels in technischen und naturwissenschaftlichen Berufen wollen Hochschulen und Arbeitgeber systematisch Studenten aus dem Ausland anwerben - und fordern dafür Unterstützung von Bund und Ländern ein. Aktuell fehlten mehr als 50 000 Fachkräfte in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, den sogenannten MINT-Fächern, auch der künftige Bedarf sei allein mit Deutschen nicht zu decken. Dies geht aus Empfehlungen hervor, die das Nationale MINT-Forum auf einem Kongress am Donnerstag in Berlin beschließen wird und die der Süddeutschen Zeitung vorliegen. "Der Wohlstand des ganzen Landes steht auf dem Spiel", sagt Ellen Walther-Klaus, Koordinatorin des MINT-Forums.

[…] Die Unis [sollen] die Betreuung der neuen Zielgruppe verbessern. 2013 hatte die Anti-Diskriminierungsstelle des Bundes gemeldet, dass ausländische Studenten oft kaum integriert seien. Walther-Klaus sieht teils gar eine "Ghetto-Situation", die es zu vermeiden gelte. Zentren für internationales Publikum sollen auf jedem Campus entstehen, fordert der Kongress - für "eine Willkommenskultur" und den Übergang in den Beruf. [….]

(Johann Osel, 06.05.14)

Ein Armutszeugnis für das Billiglohnland Deutschland und eine langfristige Katastrophe für die Länder, die ihre Jugendlichen ausgebildet haben und nun die Besten ziehen lassen müssen.  Die Deutsche Doofheit geht aber noch viel weiter über die systematische Entbildung ihrer Jugendlichen hinaus.

Die Studenten ohne deutschen Pass, die auf hiesigen Unis genau die Abschlüsse machen, die so dringend nachgefragt werden, verscheucht man gleich anschließend wieder.

Die neue Debatte hat sich entsponnen, nachdem eine neue Studie über ausländische Studenten erschienen ist. Die Untersuchung des Forschungsbereiches beim Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) beleuchtet, wie viele ausländische Master-Studenten und Doktoranden in den fünf EU-Ländern Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden und Schweden bleiben wollen, wie viele tatsächlich geblieben sind - und was ihre Entscheidung beeinflusst.  Das Ergebnis: zwei Drittel der gut 6200 Befragten würden gerne im Studienland bleiben, in Deutschland sogar fast 80 Prozent. Tatsächlich aber lebt nur rund ein Viertel weiterhin dort, in Frankreich verbleibt immerhin ein Drittel.

(SZ 23.04.2014)

Tausende in Deutschland ausgebildete Akademiker türkischer Herkunft gehen jedes Jahr unfreiwillig nach Istanbul, weil deutsche Betriebe die Menschen mit falscher Hautfarbe oder viele „ü“s im Namen nicht gerne einstellen oder gar ihnen Wohnungen vermieten wollen.

Etwa 80 Prozent aller Masterstudenten aus dem Ausland würden gerne nach dem Abschluss in Deutschland arbeiten, doch tatsächlich bleibt nur knapp jeder vierte. So haben es Forscher ermittelt. Es ist offensichtlich, dass da etwas nicht rund läuft zwischen den internationalen Studenten und Deutschland, oder genauer: den deutschen Hochschulen und Arbeitgebern.  […]  Interessenten aus dem Ausland gibt es reichlich, Deutschland nimmt international gesehen inzwischen einen Spitzenplatz ein. Doch das hilft wenig, wenn die Leute nicht bleiben. Hier sind vor allem die Unternehmen gefragt: Sie müssen früh um die Studenten werben, und sie müssen attraktive Jobangebote machen. Denn daran mangelt es oft, trotz des angeblich so großen Mangels an Ingenieuren, Mathematikern und Naturwissenschaftlern. Und die Hochschulen sind gefordert, dort Erfolge zu liefern, wo am meisten Nachwuchskräfte auf der Strecke bleiben: in den Universitäten selbst, durch viele Studienabbrecher. Bessere Vorbereitung, bessere Betreuung, bessere Lehre, hier ist noch viel zu leisten – für ausländische wie einheimische Studenten.

(Roland Preuss, SZ, 06.05.2014)

Natürlich, deutsche Schulen könnten auch früher ansetzen und die hier lebenden Kinder für die MINT-Fächer begeistern.  Aber das würde Geld kosten und selbiges stecken deutsche Politiker wie Annette Schavan lieber überall dort hin wo es nichts nützt. Es fehlen 50.000 Lehrer in Deutschland, Grundschullehrer sind dramatisch unterbezahlt und die Ausstattung der Schulen ist indiskutabel. Neugier und Interesse kann so nicht frühzeitig geweckt werden. Da mutet es verzweifelt an, wenn Hochschulen und Volkshochschulen a posteriori in Aktionismus verfallen, um für technische Studiengänge zu werben. (…..)

(Der Karriere Lohn, O6.05.2014)

Durch den Mangel an migrantischen Fachleuten wird das Bauen immer mehr erschwert. Andere Branchen, wie zum Beispiel der gesamte Gesundheitssektor kämen ohne „Ausländer“ vollständig zum Erliegen.

Die deutschen Vakzin-Helden, das Biontech-Gründer-Ehepaar Özlem Türeci und Uğur Şahin bilden zwei muslimische Migranten aus der Türkei.

Deutschland ist außerordentlich auf Migranten angewiesen.

Begriffen wird es immer noch nicht und daher beschäftigt uns ein großer Rassismus-Skandal aus dem Bundesland Bremen.

Ausgerechnet unter GRÜNER Aufsicht, werden dunkelhäutige Mietinteressenten der Bremischen Wohnungsbaugesellschaft Brebau abgeblockt, damit nur weiße Christen in den städtischen Wohnungen einziehen. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Brebau ist der Grüne Finanzsenator Dietmar Strehl.

Shame on you, Grüne!

[….] Geheime Dokumente der Brebau: Wohnungen in Bremen nur für Weiße? [….] E40 steht für "People of color", KT für Kopftuch: Nach Recherchen von buten un binnen gibt es bei der Brebau Rassismus bei der Wohnungsvergabe. [….] Die städtische Bremer Wohnungsbaugesellschaft Brebau diskriminiert offenbar systematisch Menschen bei der Wohnungssuche. [….] Demnach sollen etwa Bewerberinnen und Bewerber, die ihre Wurzeln außerhalb Deutschlands haben, gezielt von Brebau-Wohnungen ferngehalten werden. [….] Aus den Papieren geht hervor, dass die Brebau ihre Wohnungen wie auch Bewerber in Kategorien einteilt. Anhand dieser Einteilung sollen die Kundenbetreuer und -betreuerinnen festlegen, wer welche Wohnung angeboten bekommt – und wer nicht. [….] Für die meisten Vermerke hat sich die Brebau eigene Codes ausgedacht. Ein Kopftuch bei einer Bewerberin wird etwa mit der Abkürzung KT vermerkt. Ein Schwarzer Mensch bekommt die Abkürzung E40. Zu dieser Kategorie heißt es in der entsprechenden Anweisung weiter: "Keine 'People of Colour' (dazu gehören auch Sinti, Roma, Bulgaren, Rumänen)". Dabei differenziert die Brebau offenbar nicht, ob Menschen in Deutschland geboren, eingebürgert, bestens ausgebildet, voll integriert sind oder besonders gut verdienen.    Zur Begründung heißt es, wenn wir das jetzt nicht so machen, dann bekommen wir die ganzen Molukken, die wollen wir hier nicht.

Mit dem Kürzel WE sind potenzielle Mieterinnen und Mieter gemeint, die laut Vorstellung der Brebau als "westlich integriert" anzusehen sind. Etwa Menschen mit Migrationshintergrund (in Deutschland lebende Ausländer, eingebürgerte Deutsche) und Migranten, die mit der deutschen Kultur vertraut seien, heißt es in einem entsprechenden Vermerk. [….]

(Buten und Binnen, 20.05.2021)

Wer also in Zukunft seine Miete noch bezahlen können möchte und auch irgendwo wohnen will, vielleicht auch noch etwas Interesse an demokratischer Gerechtigkeit hat, sollte besser nicht die Grünen wählen.

Auch in dem Politikbereich sind die einstigen Ökos voll auf CDU/FDP-Kurs eingeschwenkt.