Donnerstag, 19. September 2019

Im Herzen des Katholizismus

Im Vatikan, insbesondere in der Inquisitionsbehörde, der Joseph Ratzinger ein Vierteljahrhundert vorstand bis er 2005 selbst Papst wurde, wußte man am besten darüber Bescheid wie viele Priester und Mönche Messdiener sexuell missbraucht hatten.
Schließlich sollten alle Fälle ihm und nur ihm und keineswegs den Behörden gemeldet werden.

Derjenige, der TATSÄCHLICH für das Fortführen des myriadenfachen Kindesmissbrauchs verantwortlich war, nämlich jener Mann, der ein Vierteljahrhundert als oberster Glaubenswächter wirkte, aktiv alle Kinderfickerfälle an sich zog, strengstes Schweigen befahl und die Bischöfe anwies die Päderasten in ihren Reihen gewähren zu lassen, zweifelt kein bißchen an seiner Rolle. 

Aus Gründen absoluter Geheimhaltung zog in der Tat die verschwiegene vatikanische Glaubenskongregation alle wichtigen Fälle von Sexualvergehen von Klerikern an sich und so kamen die Fälle in den Jahren 1981 bis 2005 auf den Tisch ihres Präfekten Kardinal Ratzinger. Dieser sandte noch am 18. Mai 2001 ein feierliches Schreiben über die schweren Vergehen ("Epistula de delictis gravioribus") an alle Bischöfe der Welt, in welchem die Missbrauchsfälle unter die "päpstliche Geheimhaltung" ("secretum Pontificium") gestellt wurden, deren Verletzung unter Kirchenstrafe steht.
(
Küng)

Reue Fehlanzeige.

Bei Benedikt geht es […] um Folgendes: Er war verantwortlich als Chef der Glaubenskongregation für die Fälle von Missbrauch in der Kirche. Also, er war für deren Aufklärung, beziehungsweise eben für deren Vertuschung.
  Und wenn man sagt, man will jemandem vergeben, dann muss man sagen, nach der katholischen Lehre muss da sein: A, Schuldeingeständnis, B, echte Reue, dann kann C, Vergebung folgen. Aber der Papst selbst, obwohl er sich mit Missbrauchsopfern trifft, obwohl er hier und da Dinge sagt, wie schrecklich das alles sei - er hat nicht seine eigene Schuld eingestanden.
Er zeigt keine Reue, im Gegenteil, er sagt, man sieht ja, wie diese schlimme weltliche Gesellschaft, diese schlimme sexuelle Enthemmung auch die Kirche affiziert, und darum muss sich erst recht mein Kampf gegen die - wie er es nennt - Antikultur des Todes fortsetzen. Das heißt, er zieht genau die falschen Schlussfolgerungen. Er sieht so zusagen - er guckt weiterhin auf den Span in unserem Auge, statt den Balken im eigenen zu erkennen.

Ratzinger ist ein mitleidsloser Elitärer, der seit vierzig Jahren gegen Humanismus und Menschenrechte kämpft.

Die schiere Masse der durch katholische Priester missbrauchen Kinder – Myriaden in jedem Episkopat – machte es natürlich schwer die Fälle alle zu vertuschen. Wer es wissen wollte, wußte davon, las darüber, sah TV-Dokumentationen.

In den USA gab es seit den 1970er Jahren entsprechende Anzeigen, aber erst mit dem Bostoner Megaskandal von 2002 wurde der ganz breiten Öffentlichkeit klar in welch gigantischem Ausmaß sich Priester an kleinen Jungs vergriffen.

Ein großes Journalisten-Team des Boston Globe enthüllte 2002, dass allein in der Erzdiözese Boston 90 Priester über 1000 Kinder und Jugendliche sexuell gedemütigt, gequält und vergewaltigt hatten.
In Deutschland und beim deutschen Papst verschloss man weiterhin fest Augen und Ohren bis schließlich der Berliner Canisius-Skandal von 2010 das gewaltige Ausmaß des Treibens der bestialischen Soutanen-Sadisten aufdeckte.

Mehr noch als sein Vorgänger stellt sich der aktuelle Papst Bergoglio seit 2013 gegen die Opfer. Franz spricht Täter frei, verkürzt deren Strafen, spricht den Opfern in Chile pauschal die Glaubwürdigkeit ab und beförderte schließlich demonstrativ den schon damals als mutmaßlichen Sextäter bekannten Kardinal Pell, der mittlerweile im Knast schmort.
George Pell, der auch heute noch demonstrativ seinen Kardinalsrang führt und gar nicht einsehen kann, daß er eingesperrt ist. Schließlich wäre es nur „plain and vanilla sex“ mit den 12-Jährigen Jungs gewesen.

Wenn aber die Kurientransen in ihren roten Kleidern im Zentrum der Weltkirche so agieren, sollte man sich nicht wundern, daß die jüngeren Geistlichen ihnen bis in jüngste Zeit nacheifern. In Rom, im Vatikan. Wand and Wand mit gleich zwei Päpsten, die immer wieder deutlich durch ihre Handlungen ausdrückten, daß Kinderficker geschützt und geschätzt werden.

Wie der Herr, so das Gescherr.

(…..) Zuweilen hat man den Eindruck, der ganze Petersdom sei wie zu früheren Jahrhunderten üblich ohnehin eine einzige Callboy-Börse - ähnlich den Republikaner in den USA, deren Spitzenvertreter massiv gegen die same-sex-marriage vorgehen und gleichzeitig dermaßen viele Gay-sex-Skandale produzieren, daß man sie satt "Grand old party" nur noch "Gay old party" nennt.

"Tutti perversi?" fragt das italienische politische Wochenmagazin "Panorama" angesichts des vatikanischen Stricherrings, der im März 2010 aufflog.

Chinedu Thomas Ehiem, der vatikanische Chorsänger, organisiert für die Herren in den Soutanen neben den gesanglichen auch andere orale Freuden.
Pfaffen lieben es oral.
Ehiem vermittelt Callboys.

"Im Vergleich zu dem bin ich bloß normal ausgestattet, er hat einen unglaublichen Körper. Ab zehn Uhr hat er Zeit, er ist ein Freund von mir und tut, was ich ihm sage." Solche Mitschnitte aus Telefonaten, aus sehr delikaten Telefonaten, haben dem Vatikan einen deftigen Skandal um Sex und Prostitution beschert.

Angehende Priester wurden ebenfalls von dem Vatikanischen Chorsänger als Lustknaben an den höheren Klerus vermittelt:

Und Ehiem ist äußerst rührig: "Ich habe da einen aus Neapel, einen Kubaner, einen Deutschen, gerade aus Deutschland eingetroffen, zwei Schwarze, einen Fußballer, einen Tänzer der RAI", heißt es laut der Tageszeitung "Libero" in einem Mitschnitt. Einmal wird der Kuppler konkret und bietet einen Prostituierten an, "zwei Meter groß, 97 Kilogramm schwer, 33 Jahre alt." Auch Priester-Seminaristen sollen zu den jungen Männern gehört haben, die Ehiem an Balducci weiterreichte; in einem Gespräch jedenfalls kommt die Frage auf, wann denn der Jüngling "wieder im Seminar" sein müsse.

Als Zuhälter für schwule sexuelle Dienstleistungen im Vatikan fungierte hauptsächlich Angelo Balducci; "Gentiluomini di Sua Santità" ("Ehrenmänner Seiner Heiligkeit") des Papstes und Präsident des Obersten Rates für Öffentliche Arbeiten.

Die "Gentiluomini di Sua Santità" hatte Papst Paul VI. im Jahr 1968 statt des früheren Hofstaates eingesetzt. Um einer der 147 "Ehrenmänner Seiner Heiligkeit" zu werden, muß man ganz besondere Verdienste gegenüber dem Heiligen Stuhl erworben haben - eine Voraussetzung, die Baldulucci offensichtlich erfüllte.

Sexuelle Dienstleistungen durch junge hübsche Männer sind im Staat der Zölibatären heiß begehrt.
Sich die Stricher selbst in einer der vielen Schwulenbars rund um den Vatikan aufzugreifen, ist erstens umständlich, zweitens zeitaufreibend, drittens indiskret und viertens mitunter auch gefährlich, wie das Schicksal des adeligen Herrn Luzi beweist.

Auch Luzi, a Roman nobleman, war einer der "Ehrenmänner Seiner Heiligkeit"; ein Kollege Angelo Balduccis.

The Vatican yearbook notes that Mr. Sini Luzi began service as a Gentleman of His Holiness in April 1989, and today national newspapers published photographs of him, a smiling, bespectacled man, with Pope John Paul II, or standing in the Vatican clad in the black cutaway and decorations of his office.

Der Kammerherr des Papstes, Enrico Sini Luzi, ist 1998 in einer Vatikanwohnung bei schwulen SM-Spielchen umgekommen.
Der in den römischen Schwulenbars stadtbekannte Papst-Freund hatte sich einen Stricher aufgegabelt und wurde dann in Reizwäsche mit einem Kerzenleuchter erschlagen gefunden – der Videorekorder mit den Homopornos lief noch. (….)

So läuft das unter der Herrschaft Ratzingers, der seit 1977 Kardinal, seit 1981 Quasi-Papst als Woytilas mächtigster Kurienpräfekt und seit 2005 Papst, also seit 38 Jahren der mächtigste oder einer der beiden mächtigsten Männer der Kurie ist.
Und wieso sollte sich daran was ändern, wenn auch Franz beharrlich alle Schritte wider die Kinderfickerei behindert?

Die beiden vatikanischen Priester Gabriele Martinelli und Enrico Radice poppten sich durch die Minderjährigen im Präseminar Pius X. Untersucht werden die bis 2017 reichenden Fälle natürlich nicht aufgrund eigener Erkenntnisse, sondern wieder einmal nur weil die Presse mit „ihrer sprungbereiten Feindseligkeit“ (Ratzi) darüber berichtete.

[….] Martinelli sei zur Zeit der mutmaßlichen sexuellen Übergriffe 21 Jahre alt und für die Ausbildung von Ministranten zuständig gewesen. Martinelli wurde 2017 zum Priester geweiht. Radice war Rektor der Einrichtung.
Das Präseminar Pius X. liegt innerhalb der Mauern des Vatikans, nur wenige Schritte von der Residenz von Papst Franziskus entfernt. In dem Präseminar leben minderjährige Ministranten, die im Petersdom und bei Zeremonien des Papstes dienen.
Italienischen Presseberichten zufolge hatte ein junger polnischer Ministrant, der sich mit einem der Opfer das Zimmer teilte, von Dutzenden sexuellen Übergriffen berichtet. Er sei Zeuge von bis zu 140 Missbrauchsfällen geworden und habe geschildert, dass Martinelli seine Opfer durch "Macht und Einschüchterung" gefügig gemacht habe. […..]

Konkret angestoßen hatte die Ermittlungen mal wieder der von Kurialen leidenschaftlich gehasste Journalist Gianluigi Nuzzi. Mindestens vier Jahre vorher waren die Kardinäle über das Treiben der bösartigen Sadisten. Aber genau neben Ratzinger und Bergoglio ansässige Kardinäle vertuschten, bestritten, verdunkelten.

[….] Der italienische Enthüllungsjournalist Gianluigi Nuzzi hatte die mutmaßlichen Verbrechen in dem Präseminar in seinem Mitte 2017 erschienenen Buch „Peccato originale“, das unter dem Titel „Erbsünde“ 2018 auch auf Deutsch veröffentlicht wurde, erstmals bekanntgemacht.
Wichtigste Quelle Nuzzis war der ehemalige polnische Ministrantenschüler Kamil Jarzembowski, der nach eigenen Angaben Zeuge von bis zu 140 Missbrauchsverbrechen Martinellis wurde. Bei den Opfern handelte es sich um die sogenannten „Ministranten des Papstes“, die bei den Messen im Petersdom als Ministranten dienen. Jarzembowski berichtete, er und andere Ministrantenschüler hätten den Rektor des Präseminars schon 2013 auf den fortgesetzten Missbrauch durch Martinelli aufmerksam gemacht, doch Radice habe nichts unternommen.
Auch ein Brief an den für das Präseminar zuständigen Kurienkardinal und Erzpriester des Petersdoms, Angelo Comastri, sei folgenlos geblieben. Kardinal Comastri hatte in einer ersten Reaktion auf die Enthüllungen Nuzzis im November 2017 versichert, es sei in dem Präseminar niemals zu Missbrauch gekommen. […..]

Mittwoch, 18. September 2019

Rechter Spin!


Die armen Nazis, Höckes, AfDler, Kalbitze, David Bergers, Erika Steinbachs, CSUler, Werteunionsler, Lindners, Gaulands, Störche haben es schon nicht ganz leicht mit ihrer ewigen Litanei über den Untergang Deutschlands.

„Flüchtlings-Kriminalität, Messermigration und Arbeitsplatzklau“ sind zwar fest verankert in den Erbsenhirnen der PP-Blog-Leser, aber eben nicht real.
Die Ängste vor den schmarotzenden und arbeitsscheuen Flüchtlingen, die hier nur faul in der sozialen Hängematte liegen und das perfiderweise mit besonderem Fleiß kaschieren, so daß sie Deutschen die Jobs wegschnappen, sind gefühlte Ängste.


In der echten Welt sind die von Rechten und Rechtsradikalen begangenen Hassverbrechen zwar auf Rekordniveau, aber die Gesamtkriminalität in Deutschland ist auf dem niedrigsten Stand seit einem Vierteljahrhundert.

[…..][…..] Erinnern Sie sich noch an das Jahr 1993? Bill Clinton wird US-Präsident, Bayer Leverkusen gewinnt den DFB-Pokal, Helge Schneider singt „Katzeklo“ – und in Deutschland sterben 1468 Menschen einen gewaltsamen Tod.
Ach, an die Toten erinnern Sie sich nicht? Ich gebe zu, ich auch nicht. Aber ausweislich der polizeilichen Kriminalitätsstatistik war 1993 in Deutschland das blutigste Jahr seit der Wiedervereinigung. […..] Damals wurden in Deutschland etwa doppelt so viele Menschen umgebracht wie heute.
  Die Statistik lässt keinen Zweifel daran: Deutschland ist heute ein sicheres Land. […..] Deswegen ist es so perfide, wie Politiker der AfD – allen voran Fraktionschefin Alice Weidel – nur wenige Stunden nach den jeweiligen Bluttaten versuchen, diese politisch zu instrumentalisieren. Weidel und ihre Helfershelfer wollen nicht zurück in einen friedlichen Alltag, sie wollen Ausnahmezustand, die Menschen aufwühlen, sie anstacheln – je hitziger die Stimmung desto besser. Es ist eine widerwärtige Strategie, die letzten Endes auf die Zersetzung unserer Gesellschaft zielt. […..] Weidel schließt von einem Menschen auf alle, sie nimmt ein ganzes Volk in Sippenhaft. Und sie verbreitet ohne jede Hemmung ein Standbild aus einem Video von der Bluttat, das die Betreiber von Twitter, Facebook und Youtube trotz eindeutiger Bitte der Polizei auch nach Stunden nicht aus ihren vermeintlich sozialen Netzen entfernt haben. […..]  

Es bleibt nicht bei Perfidie der Rechten, sondern ihre Bösartigkeit hat echte Folgen.
Während die Gesamtkriminalität in Deutschland seit einem Vierteljahrhundert sinkt und sich gegenwärtig auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung 1990 befindet, schüren AfD und Co so effektiv Ausländerhass, daß es jedes Jahr mehr Hassverbrechen gibt.

Gewalttätige Sprache befördere Gewalt.

[…..] Prügelattacken, Brandanschläge, Morde. Seit 1990 werden rechtsextreme Gewalttaten in Deutschland erfasst. Bis zu 169 Menschen sollen seitdem durch braunen Terror getötet worden sein. Wichtige Fälle im Überblick.
"Politisch motivierte Kriminalität - rechts". So nennen die Sicherheitsbehörden in Deutschland Straftaten, die von Rechtsextremen aufgrund ihrer Gesinnung begangen werden. Dazu zählt insbesondere Gewalt gegen Ausländer, Juden, Muslime, politische Gegner oder Vertreter des Staates.1.156  solcher Gewalttaten registrierte der Staat im Jahr 2018.
Seit der Wiedervereinigung 1990 werden Opfer rechtsextremer Gewalt in Deutschland erfasst. Die Behörden zählten seitdem 85 Todesopfer. Journalisten kommen dagegen auf mindestens 169 rechtsextremistisch motivierte Morde. Sie werfen den Behörden vor, viele Fälle fälschlicherweise nicht als politische Gewalt einzustufen, sondern beispielsweise als private Rache. [….]

Gefährlich sind die Deutschen, die Konservativen, die Rechten.

Ohne die Arbeitskraft der Migranten könnten wir den Laden Deutschland schon längst zumachen. Der gesamte medizinische Bereich würde sofort kollabieren. Dazu kämen Gastronomie und Dienstleistungswesen.

ARD, ZDF sowie CDUCSUFDP helfen der AfD und ihrer rechten Unterstützerszene beim Aufbau der  Potemkinschen Dörfer voller „Messergewalt“, indem sie sich nur zu gern an dem Nazi-Agendasetting ausrichten und sich den gefühlten Themen der Hetzer widmen.

Für Fakten bleiben da immer nur die hinteren Seiten der seriösen Zeitungen, also Publikationen, um die „FOTZE, HAU AB“-grölenden AfD-Ossis mit den ungepflegten Haaren und der eklatanten Rechtschreibschwäche ohnehin niemals in Berührung kämen.

[…..] Es kommen weniger Flüchtlinge nach Deutschland, aber immer mehr Menschen, die hier arbeiten oder studieren wollen. Das geht aus dem Migrationsausblick 2019 der OECD hervor, der in Berlin vorgestellt wurde. Die Beschäftigungsquote der Migranten in Deutschland ist demnach besser denn je. Ende 2018 lag sie auf dem historischen Hoch von 70 Prozent. Die Vorstellung, dass Migranten oftmals arbeitslos seien oder andernfalls die Arbeitsplätze von im Land Lebenden wegschnappten, wird in dem Bericht widerlegt. Migranten können demnach sogar helfen, neue Arbeitsplätze zu schaffen.
Als Beispiel nannte der Migrationsexperte der OECD Thomas Liebig Firmen, die erst mithilfe neuer Fachkräfte aus dem Ausland expandieren können. Migrantinnen übernähmen häusliche Arbeiten und schafften Einheimischen dadurch Freiräume. "Zuwanderer füllen häufig Nischen, die anderweitig nicht geschlossen werden. So werden wiederum neue Möglichkeiten für andere geschaffen", sagte Liebig. […..]
Die Studie widerlegt die Annahme, dass der Großteil der Migranten in Deutschland und den OECD-Ländern Flüchtlinge seien. "Die Gruppe der Flüchtlinge ist im Gesamtblock der Zuwanderer eine sehr kleine, das wird häufig vergessen", sagte Liebig.[…..]

Dienstag, 17. September 2019

Sprengstoff ins Feuer


Ein bißchen verwirrt sind die Öl-Prinzen der arabischen Halbinsel schon.
Hatten sie doch mit ihren nahezu unerschöpflichen finanziellen Mitteln auch Donald Trump eingewickelt und Waffendeals apokalyptischen Umfangs bei seinem Antrittsbesuch beschlossen.

[….] Bei einem Besuch in Saudi-Arabien im vergangenen Jahr hatte US-Präsident Donald Trump bereits verkündet, das Königreich werde von den USA Militärausrüstung im Wert von 110 Milliarden Dollar (90 Milliarden Euro) kaufen. Weitere Rüstungsdeals der Amerikaner mit den Saudis dürften also folgen. [….]

Aber dann kamen am letzten Samstag die vermeidlich auf Steinzeitniveau kämpfenden ausgemergelten und verarmten Huthis und legten mit einem Schlag die halbe saudische Ölproduktion lahm.

Zu blöd, da kauft man das beste, teuerste und modernste Raketenabwehrsystem der Erde und diese Patriots haben nicht den geringsten Effekt auf womöglich im Jemen in einem Hinterhof zusammengebastelte Drohnen.

Willkommen im Zeitalter der asymmetrischen Kriege.
Die Saudis sind blamiert, der mächtigste Mann der Welt sogar noch mehr als sonst, da er wie üblich seine eigenen Militärs und Geheimdienste ignorierend auf Twitter bekannte tief im Hintern der Golf-Monarchen zu stecken und gar nicht erst daran denke objektive Informationen einzuholen.


Ein voller Erfolg für die Davids im Jemen; der Westen reagiert wie beabsichtigt.
Aufgeschreckt hyperventilieren die Boulevardmedien von steigenden Benzinpreisen.
JETZT ginge es auch UNS etwas an.

  […..] Dieser Konflikt trifft uns
Nach der Bombardierung saudischer Ölanlagen stehen die Zeichen im Nahen Osten auf Krieg. Der Ölpreis steigt. […..] Kann die Krise am Golf auch für die deutschen Verbraucher gefährlich werden?
➤ Welche unmittelbaren Folgen haben die Angriffe? Nach den Drohnenangriffen in SaudiArabien sind die Ölpreise so sprunghaft gestiegen wie seit Jahrzehnten nicht. Zu Handelsbeginn am Montag waren es bis zu 20 Prozent. An den Börsen kam es zu Turbulenzen[…..]
➤ Wird Tanken jetzt teurer? […..]
(RND, 17.09.19)

Vorher, als nur ein paar hunderttausend Familien bombardiert, ausgehungert und massakriert wurden, als wir so schöne Profite mit unseren Waffenlieferungen machen konnten, ging es uns offenbar noch nichts an.

Die Saudis sind prozentual so hoch gerüstet wie kaum ein anderes Land der Erde, geben bei ihrem gewaltigen BSP seit 1997 durchschnittlich 10% ihres Etats für Waffen aus. (Wir streiten bekanntlich mit den USA darüber, ob Deutschland von 1,4% auf 2% erhöhen kann.)

[….] Der Angriff auf die Erdöl-Anlagen sei für Saudi-Arabien eine ungeheure Blamage, sagt der Nahost-Experte Michael Lüders im Gespräch mit der DW. "Saudi-Arabien ist der wichtigste Einkäufer amerikanischer Waffen, zehn Prozent aller US-Waffenexporte gehen nach Saudi-Arabien. Und mit gerade einmal zehn Drohnen, die relativ einfach herzustellen oder zu kaufen sind, gelingt es also nun den Huthi-Rebellen oder wem auch immer, das Herz der saudischen Erdölproduktion zu treffen."
Gewaltige Militärausgaben: Dabei hat Saudi-Arabien in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten enorme Summen in sein Militär investiert. Allein im Jahr 2018 kaufte es dem "Stockholm International Peace Research Institute" (SIPRI) zufolge militärische Ausrüstung im Wert von über 67 Milliarden US-Dollar - mehr als jeder andere Staat in der Region. Weltweit steht das Königreich in Sachen Waffenkäufe an dritter Stelle, direkt hinter den USA und China. Die Rüstungsausgaben nehmen einen erheblichen Teil des Bruttoinlandsprodukts ein: 2018 waren es 8,8 Prozent, im Spitzenjahr 2015 sogar 13 Prozent.
"Die umfassenden Investitionen Saudi-Arabiens haben dazu geführt, dass es unter den Staaten der Golfregion über den größten Bestand moderner Waffen verfügt", heißt es in der SIPRI-Studie aus dem Mai 2019. "Die Einfuhren umfassten Kampf- und Tankflugzeuge, durch die die saudische Luftwaffe eine größere Reichweite und Schlagkraft hat." Auch habe das Königreich seine Fähigkeit zur Verteidigung gegen Angriffe aus der Luft ausgebaut. [….]

Wie geht es nun weiter mit dem Scharia-Kopf-Ab-Regime in Riad, das von ihrem Ehemann betrogene Frauen genau wie vermeidlich Homosexuelle steinigen lässt und missliebige Journalisten totfoltert?
Bisher verfolgte die Bundesrepublik die Strategie die Killerprinzen massiv weiter aufzurüsten. Hunderte deutsche Leopard-Panzer gehören zum saudischen Waffenarsenal.
Oberste Killerwaffen-Lobbyistinnen waren dabei die beiden CDU-Frauen, die stets betonen nach „christlichen Werten Politik zu betreiben“: Angela Merkel und Ursula von der Leyen.

(….) […..] Deutsche Panzer für das Königreich
[…..] Ursula von der Leyen verlässt das Rednerpult und geht über den Exerzierplatz des königlichen Wachbataillons, gelegen auf dem Gelände des Raghadan-Palasts in der jordanischen Hauptstadt Amman. Ihr Ziel sind die drei sandfarben angestrichenen Schützenpanzer hinten auf dem Platz. Sie kommen aus Deutschland.
[…..] Im ersten Halbjahr wurden Ausfuhren für vier Milliarden Euro genehmigt. Die Opposition kritisiert vor allem Exporte nach Saudi-Arabien. […..] Insgesamt 50 Schützenpanzer des Typs Marder bekommt die jordanische Armee in diesem und dem nächsten Jahr, es ist die Ausrüstung für ein komplettes Bataillon, das bislang mit niederländischen Schützenpanzern unterwegs ist. Bislang sind 16 Marder angekommen, 34 weitere sollen folgen, von der Leyen übernimmt auf dem Exerzierplatz die offizielle Übergabe, symbolisiert durch die drei Fahrzeuge, die für die Zeremonie auf den Hof gefahren wurden. […..] Das Geld dafür stammt aus der sogenannten Ertüchtigungsinitiative der Bundesregierung: Im Haushalt 2016 wurden erstmals 100 Millionen Euro bereitgestellt, um ausgewählte Partnerstaaten zu unterstützen - was eben, wie im Fall Jordanien, übersetzt bedeuten kann: aufzurüsten. Neben Jordanien werden bislang Tunesien, Mali, Nigeria und Irak unterstützt, im nächsten Jahr soll Niger hinzukommen. […..]

Von der Leyen reist gerade durch die Scharia-Monarchien und schüttelt lächelnd den feisten Milliardären die Hand, die täglich Frauen steinigen und Schwule köpfen lassen.  (….)

Das amoralisch-schamlose und tödliche Verhalten Deutschlands hat Folgen. Saudi Arabien ist hochgerüstet wie nie. Heiße Kriege sind der feuchte Traum deutscher Rüstungsschmieden, denn nur wenn sie benutzt und die Munition verschossen werden, kann man immer mehr nachliefern.

[….] Die Länder des Nahen Ostens importierten 87 Prozent mehr Rüstungsgüter als zuvor. Als Gründe dafür nennt Sipri vor allem den Jemen-Krieg sowie das Misstrauen zwischen dem Iran auf der einen und Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten auf der anderen Seite. Waffen aus den USA, Großbritannien und Frankreich seien in der konflikt- und spannungsgeladenen Golfregion sehr gefragt, sagte Sipri-Spezialist Pieter Wezeman. Allein Saudi-Arabien hat seinen Import laut Sipri um 192 Prozent gesteigert, womit es Indien als größten Waffenimporteur ablöste. [….]

Und jetzt? Bewaffnet bis an die Zähne und doch von den Huthis verarscht?
Da haben CDU-Außenpolitik-Experten gleich eine geniale Idee, wie nun die deutsche Nahost-Politik aussehen müsse: MEHR DEUTSCHE WAFFENEXPORTE in die Killer- und Folter-Monarchie.

[…..]  Die CDU fordert als Konsequenz ein Ende des Rüstungsexportstopps nach Saudi-Arabien. Es zeige sich, „dass der Selbstschutz Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate auch in unserem eigenen Stabilitätsinteresse liegt“, so der außenpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Jürgen Hardt (CDU), zum RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Deshalb sollten wir unsere Rüstungskooperation einer neuerlichen Überprüfung unterziehen. Eine Aufhebung der Exportsperre für defensive Waffensysteme ist in unserem strategischen Interesse.“ [….]
(RND, 17.09.19)

(Manchmal versagt sogar mein Zynismus. Mir fehlen die Worte, Herr Hardt.)

Jürgen Hardt ist nicht allein, auch andere Unionspolitiker wollen mehr Kriegswaffen in den Krisenherd schicken.

[….] Ähnlich äußerte sich der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende Johann Wadephul. Ein Fortschreiten des Konflikts "schadet nicht nur unseren wirtschaftlichen, sondern auch unseren sicherheitspolitischen Interessen, sagte er der Agentur Reuters. Deutschland brauche strategische Partner in der Region, und "dazu gehört bei allen Differenzen auch Saudi-Arbabien", betonte der CDU-Politiker und ergänzte. "Die SPD muss in der neuen Lage ankommen." […..]

Immerhin erleben wir hier wieder eine sehr gute Begründung dafür, weswegen die SPD unbedingt in der Groko bleiben muss. Denn nur als Teil der Bundesregierung kann sie diesen Irrsinn aufhalten.
Verließen die Sozis die Merkel-Regierung, würden sich die Schwarzen auf Gelbe und Braune stützen oder als Minderheitsregierung handeln und damit wären sie frei noch mehr Bomben in einen der blutigsten Kriege unserer Zeit zu schicken.

[…..] "Der Union scheint gerade etwas der außenpolitische Kompass abhanden zu kommen. Es hat sich seit der Entscheidung des Bundessicherheitsrats Ende März nichts an der Situation in Saudi-Arabien verbessert", sagte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende, Sören Bartol, dem RND.
Der Mord an Khashoggi sei immer noch nicht aufgeklärt. Die Bemühungen um Friedensverhandlungen kämen nicht vom Fleck. "Wo Krieg geführt wird, gehören keine deutschen Waffen hin." Der Exportstopp nach Saudi Arabien müsse
verlängert werden. [….]

[…..] Keine Waffen an Saudi-Arabien
„DIE LINKE lehnt Rüstungsexporte an die Kopf-ab-Diktatur Saudi-Arabien ab. Wer wie Teile der Union mit den saudischen Schlächtern kollaborieren will, macht sich für das Massaker an der jemenitischen Zivilbevölkerung mitverantwortlich“, erklärt Sevim Dagdelen, stellvertretende Vorsitzende und abrüstungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. Dagdelen weiter:
„DIE LINKE fordert ein dauerhaftes Waffenembargo gegen die Blutscheichs in Riad und eine Ausweitung des Rüstungsexportstopps auf alle Länder der Jemen-Kriegskoalition, allen voran die Vereinigten Arabischen Emirate. Dies muss auch Waffenexporte über Drittländer wie Frankreich oder Großbritannien einschließen. Die Kooperation der Bundeswehr bei der Ausbildung von Offizieren muss umgehend beendet werden.“ [….]

Rot und Rot passen besser zusammen; es bleibt das Geheimnis der Grünen, weswegen sie unbedingt mit der CDU koalieren wollen und entsprechend in Hamburg ihren Partner wechseln.

Montag, 16. September 2019

Stich ins Wespennest


Zigtausende Tote, Hunderttausende elend Hungernde sind das Werk des Journalisten-mordenden Mohammed bin Salman al-Saud (MBS).
Als großer Trump-Freund musste er keine Konsequenzen seines wichtigsten Handelspartners und Waffenlieferanten befürchten.
Seit Jahren bleiben Kriegsverbrechen und Massenmord ungesühnt. Wer reich genug ist und auf gewaltigen Ölreserven sitzt, darf das.

Die Jemeniten werden gerade von den Saudis massakriert.

Während also Merkel und Gabriel völlig skrupellos vorgehen und den Wunsch der EU ignorieren – während sie es natürlich empörend finden, wenn andere Länder in der Flüchtlingsfrage die Wünsche der EU ignorieren – gibt es in anderen Hauptstädten durchaus noch ein Gewissen.

Das niederländische Parlament hat ein Ende des Exports von Waffen an Saudi-Arabien beschlossen. Laut Reuters handelt es sich um einen Protest gegen die ständigen Menschenrechtsverletzungen des Königshauses.
Der Gesetzesentwurf sieht auch ein striktes Ausfuhrverbot für Dual-Use-Güter vor, also Produkte, die potentiell für Menschenrechtsverletzungen eingesetzt werden könnten, bei denen es sich aber nicht um klassische Waffen- oder Rüstungsgüter handelt.

Was macht Saudi-Arabien mit seinem gewaltigen Waffenarsenal?
Einerseits nutzt es deutsche Panzer, um nebenan in Bahrain die Demokratie niederzuschlagen.

Der größte Einsatz ist aber der Angriffskrieg gegen schiitische Gruppen im Nachbarland Jemen.
Militärisch läuft es dort bemerkenswert schlecht.

Jemen-Krieg: Saudi-Arabiens militärisches Debakel
[….] Seit einem Jahr ist Krieg im Jemen: zwischen der von Saudi-Arabien angeführten Koalition zur Unterstützung des vertriebenen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi und den Huthi-Rebellen. Der Ton der Vereinten Nationen wird immer schärfer. Die saudische Luftwaffe habe im Jemen "ein Gemetzel" angerichtet, sagte jüngst der Hohe Kommissar für Menschenrechte, Seid Raad al-Hussein. Für knapp zwei Drittel der zivilen Opfer und zivilen Zerstörungen sei die Kriegskoalition der Golfstaaten verantwortlich.
Allein bei dem Beschuss eines dicht belebten Marktes in der westlichen Provinz Hajja Anfang letzter Woche kamen 119 Menschen ums Leben, darunter 24 Kinder. "Trotz ständiger internationaler Proteste wiederholen sich solche Vorfälle mit absolut inakzeptabler Regelmäßigkeit", sagte al-Hussein und drohte, diese Kriegsverbrechen durch eine internationale Kommission untersuchen zu lassen. [….] Ein Jahr lang zerbomben modernste Kampfjets von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten nun schon das arme Land Jemen an der Südspitze der Arabischen Halbinsel – ein Krieg, der ein humanitäres, militärisches und strategisches Desaster angerichtet hat. [….] Allein in der Hauptstadt Sanaa wurden 250.000 Menschen ausgebombt. Denn die saudische Luftaufklärung ist schwach und ungenau, die Kampfpiloten unerfahren und skrupellos. Aus Angst vor Abwehrraketen fliegen sie extrem hoch, so dass sie ihre militärischen Ziele meist verfehlen und stattdessen Krankenhäuser und Schulen, Moscheen und Flughäfen, Fabriken und Marktplätze sowie Hochzeitsgesellschaften und Privathäuser in die Luft jagen. [….]

Blöd an den Kriegen sind für das Riader Königshaus weniger der internationale Ansehensverlust oder gar die Myriaden Toten und Verletzten.

Insgesamt versuchen sich nach UNHCR-Angaben rund 2,4 Millionen Flüchtlinge innerhalb der Landesgrenzen vor den Kriegswirren in Sicherheit zu bringen. Über 8000 Menschen sind durch den Krieg bereits gestorben.

Störend ist aber, daß es so verdammt teuer ist. (……..)

Wer die Hintergründe genauer verstehen möchte, sehe sich die ausgezeichnete ARTE-Dokumentation WÜSTE PRINZENSPIELE über die extrem gefährlichen drei jungen Golf-Prinzen und die verantwortungslos Öl ins Feuer gießende Trump-Administration an.


John Bolton, der seit vielen Jahren ein radikaler Verfechter neuer Golfkriege ist, geradezu fanatisch dafür wirbt Krieg im Iran zu entfachen, wurde zwar just von Trump gefeuert, aber es braucht ihn gar nicht.

Was Bolton aus Bosheit und Mordlust anfangen wollte, schafft Trump mit Hilfe seiner Ignoranz und Borniertheit.
Fern jedes historischen Wissens wirft er sich im Konflikt Iran versus Saudi-Arabien auf die Seite des Königreiches.
Dafür gibt es drei Gründe: Die geschäftlichen Interessen des Trump-Konzerns in Riad, die 100 Millionen Dollar, mit denen das Könighaus Saud Ivanka bestach und schließlich der durch FOX generierte diffuse Iran-Hass seiner Wähler.

Der Joint Comprehensive Plan of Action, aka Iran nuclear deal, aka Iran deal funktionierte, brachte alle an der Verhandlungstisch. Der Iran hielt alle Verpflichtungen ein, sah von atomarer Forschung ab.
Aus Trumps psychopathischer Sicht hatte er aber einen entscheidenden Nachteil: Er war ein Erfolg Präsident Obamas. Trump hasst Schwarze und insbesondere Obama. Manisch muss er alles zerschlagen was mit dem Namen seines Vorgängers verbunden ist.
So zertrümmerte Trump zum Entsetzen des Restes der Welt den einzigen international akzeptierten und funktionierenden Friedensplan im Nahen Osten.
Seit dem brennt es.
Teheran bat auf alle erdenklichen Weisen die anderen Vertragspartner weiterhin zum Iran Deal zu stehen, aber obwohl von Berlin, Paris über London, Moskau und die UN alle inhaltlich dem Iran zustimmten und Trumps Berserker-Aktion für falsch und kontraproduktiv hielten, knickten sie allesamt aus pekuniären Gründen vor Washington ein. Geld geht für Europa immer vor Moral.


In der Teheraner Regierung, die keineswegs ein homogenes Gebilde ist, bekamen dadurch selbstverständlich die Hardliner Oberwasser. Hatten sie nicht immer gewarnt man könne „dem großen Satan“ nicht trauen?
Nun tat ihnen Trump den Gefallen genau das Urteil zu bestätigen. Man kann aus Nahöstlicher Sicht offenbar dem Westen tatsächlich nicht trauen, schon gar nicht der USA!
Zwei Nachbarländer des Irans hatten erlebt was passiert, wenn man sich den Zorn Washingtons zuzieht und selbst keine Massenvernichtungswaffen besitzt; Afghanistan 2001 und der Irak 2003.
18 Jahre später herrscht dort immer noch die Hölle auf Erden.
Teheran wäre mit dem Klammerbeutel gepudert unter den aktuellen Umständen nicht zu versuchen so schnell wie möglich an Atomwaffen zu gelangen.
Ein Land aus dem bösen Trio, der „Achse des Bösen“ (GWB), nämlich Nordkorea, hat Atombomben und zeigt mustergültig wie man damit nicht nur die Bedrohung durch die USA los wird, sondern von Trump mit Liebe überschüttet wird.


Die massenhaft mit amerikanischen Waffen massakrierten Jemeniten haben nicht die Möglichkeit sich mit einer Atombombe zu schützen.
Auch sie erleben seit vielen Jahren das untätige Schulterzucken der Weltgemeinschaft, während sie ihre Kinder und Säuglinge begraben müssen.
Acht Jahre hatten sie dem hunderttausendfachen Mord in Syrien desinteressiert zugesehen und wurde erst aufgeschreckt, als es erste Überlebende bis nach Europa schafften und dort (überschaubare) Kosten verursachten.
Leben, menschliche Würde erwecken kein Interesse in Europa oder der USA.
Finanzielle Einbußen aber offenbar schon.

So wie es logisch und nachvollziehbar ist, daß der Iran seine Atomwaffenforschung wieder aufnimmt, ist es aus Sicht der hoffnungslos unterlegenen jemenitischen Huthi-Rebellen auch naheliegend die Saudischen Gelddruckmaschinen, aka Öl-Förderungsanlagen lahmzulegen.
So geschah es am Samstag, zwei Aramco-Ölanlagen in Abkaik und Churais wurden mit Marschflugkörpern oder Drohnen angegriffen und führten zu einer dramatischen Drosselung der saudischen Ölproduktion.

[…..]  Die Angriffe auf Ölanlagen in Saudi-Arabien wirken sich auch in Deutschland spürbar aus. An der Börse steigen die Preise für Rohöl und damit die Kosten für Heizöl. […..]   Am Handelsplatz London verteuerte sich der Preis am Vormittag um fast neun Prozent – auch die Benzinpreise könnten nun steigen. In den USA gab Präsident Donald Trump Öl aus den Reserven frei, um den Preis zu stabilisieren.  In Deutschland ging der Preis für Heizöl regional unterschiedlich um drei bis fünf Cent je Liter nach oben, wie der Messgerätehersteller Tecson mitteilte. Der bundesweite Durchschnittspreis für 100 Liter Heizöl erhöhte sich bei Abnahme von 3.000 Litern demnach um rund vier Euro von 66,60 auf 70,50 Euro. Das entspricht einem Anstieg von rund sechs Prozent.  [….]

Der deutsche Michl verhält sich genau wie ein Trumpmerikaner. Dass Myriaden Kleinkinder von deutschen, bzw amerikanischen Waffen zerfetzt werden, ist ihnen völlig egal. Aber wenn das Benzin ein paar Cent mehr kostet, werden sie garstig.
Mal sehen, vielleicht schafft Trump es doch noch schneller als gedacht die Welt in einem Atomkrieg zu zerstören.