Dienstag, 26. August 2014

Der Christ des Tages – Teil LXXX


Das war natürlich schon praktisch als junger polnischer katholischer Geistlicher in einer Zeit Karriere zu machen, in der der große Johannes Paul II die Weltkirche beherrschte.
Da konnte es schnell aufwärts gehen.
Józef Wesołowski (* 1948 in Nowy Targ, Woiwodschaft Kleinpolen) wurde im Alter von nur 24 Jahren in Karol Woytilas Erzdiözese Krakau zum Priester geweiht. Später schickte er ihn als vatikanischen Nuntius in verschiedene Staaten und weihte Wesołowski am 6. Januar 2000 persönlich zum Bischof.

Im Januar 2008 erhob Ratzi den Polen zum Erzbischof und schickte ihn auf eine Traumposition als Nuntius in die Karibik. El paraíso pederastico catolico.

Die Päpste Woytila, Ratzinger und Bergoglio sind sich in einer Beziehung völlig gleich: Sie haben ein großes Herz für Kinderficker, fördern diese, schützen sie vor der Justiz und lachen dadurch den Opfern hämisch ins Gesicht.
Und ja, ich nenne es Kinderficken und verwende niemals den Begriff "Kinderschänder", weil "schänden" impliziert, die Kinder wären mit der Schande behaftet.
Die Kinder sind aber UNSCHULDIG und sollen sich weder schämen, noch in Schande leben.
Schande ist das nur für den Täter und die RKK!!

Daß Wesołowski, den ich hiermit zum Christen des Tages Nr. 80 ernenne, sich an kleinen Jungs vergreift weiß man schon relativ lange. Mir ist der Name schon geraume Zeit geläufig.

Schon vor einem Jahr brachte ihn der neue Papst vor Generalstaatsanwalt Francisco Dominguez Brito der Dominikanischen Justiz in Sicherheit. Getreu dem vatikanischen Motto „Scheiß auf die Opfer und Gerechtigkeit – Hauptsache die Kinderficker bleiben unbehelligt“, ließ Franz den Ephebo-Erzbischof hinter Vatikanischen Mauern in Sicherheit bringen.

Der Vatikan hat seinen Botschafter in der Dominikanischen Republik abgerufen, nachdem gegen ihn Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs von Kindern erhoben worden waren. Die Kirche untersuche die Vorwürfe gegen Erzbischof Josef Wesolowski, erklärte Vatikansprecher Federico Lombardi am Mittwoch. Einzelheiten nannte er nicht. […..]
In dem Ort erhoben Bewohner auch Anschuldigungen gegen einen weiteren Priester, einen Freund von Wesolowski. Der hielt sich, als die Anschuldigungen bekannt wurden, gerade zum Urlaub in Polen auf und kehrte nicht mehr in die Dominikanische Republik zurück.

 Der erzkonservative polnische Klerus scheint neben dem Spanischen und Bayerischen einer der Übelsten Europas zu sein. Gerne wird auch aus den Reihen des hohen Polnischen Klerus den Opfern die Schuld in die Schuhe geschoben – so wie wir das auch von Bischöfen in Teneriffa und Deutschland kennen.

Die katholische Kirche in Polen wird von einem Missbrauchs-Skandal erschüttert: Erzbischof Wesołowski soll in der Dominikanischen Republik minderjährige Jungen zum Oralsex gezwungen haben.  […] Der Fall hat nicht nur in der Dominikanischen Republik hohe Wellen geschlagen, sondern auch in Polen. Dabei ist der päpstliche Botschafter zwar bisher der ranghöchste, aber bei weitem nicht der einzige polnische Geistliche, der des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wird.
Wie in anderen Ländern, etwa Deutschland oder Irland, ist die katholische Kirche auch in Polen mit einer Welle solcher Sex-Skandale konfrontiert, die man früher unter der Decke halten konnte. […] Nicht weniger als 27 Priester sind nach Presseberichten seit 2001 in Polen vor Gericht gestellt worden. Das bisher härteste Urteil sprach vor einem Monat ein Bezirksgericht in Rawa Mazowiecka bei Łódź. Ein Pfarrer erhielt eine Freiheitsstrafe von achteinhalb Jahren, weil er fünf minderjährige Messdiener sexuell missbraucht hatte. […] In Białystok wurde ein anderer Priester zu vier Jahren Haft verurteilt, weil er ein behindertes 19-jähriges Mädchen mindestens acht Mal zum Sex genötigt hatte. Die Sache flog auf, als das Mädchen schwanger wurde und zur Polizei ging. Einem Garnisonspfarrer aus Legionowo in Zentralpolen, der sich lange bei einer Familie verstecken konnte, wurde vorgeworfen, minderjährige Mädchen über längere Zeit zum Sex gezwungen zu haben. In einem Fall soll er ein Opfer vergewaltigt und zum Schwangerschaftsabbruch überredet haben. […]  Im Fall des Garnisonspfarrers entschuldigte sich der zuständige Militärbischof öffentlich bei den Geschädigten. Die Bischofskonferenz erklärte, man übe "null Toleranz", und verabschiedete Leitlinien. Doch dürfen Opfer von der Kirche als Institution keine Entschädigung erhoffen. Einen Aufschrei der Empörung löste Erzbischof Józef Michalik, der Vorsitzende der Bischofskonferenz, aus, als er zerrüttete Familien als Ursache pädophiler Entgleisungen nannte. Ein Kind aus einer schlechten Ehe suche Anlehnung, "es verliert sich und zieht noch einen anderen Menschen da hinein". […]

Der Christ des Tages ist selbst unter den vielen weltweit aktiven katholischen Kinderfickern ein besonders mieses Exemplar

Er hatte schon ein paar Bier getrunken, als er durch die Rotlichtviertel von Santo Domingo zog, genügend Geld in der Tasche, auf der Suche nach schnellem Sex. Er suchte nach ganz jungen Männern, er suchte nach Kindern. Er nannte sich nur "Josie". Viele wussten dennoch, wer er war: Der Botschafter des Heiligen Stuhls, der vatikanische Nuntius, vom Papst in die Dominikanische Republik entsandt – der polnische Erzbischof Josef Wesolowski.
Im Schatten der ältesten katholischen Kathedrale Amerikas betrieb er jahrelang sexuellen Missbrauch. Gemeinsam mit dem polnischen Pater Wojciech Gil soll er sich mit jungen Messdienern in seinem Haus am Strand vergnügt haben. Zwei weitere Geistliche aus seiner Botschaft stehen unter Verdacht, Frauen und Kinder zum Sex gezwungen haben. Ein dominikanischer TV-Sender soll Wesolowski dabei gefilmt haben, wie er ein Kinderbordell in Santo Domingo betrat.
[…]  Die Wellen der Empörung schlagen hoch, wenn in der Dominikanischen Republik die Rede auf Josef Wesolowski kommt.  […] Und die Fassungslosigkeit über die Tatsache, dass Wesolowski nicht vor ein Gericht in Santo Domingo gestellt wird, wächst, je mehr Details aus dem Fall an die Öffentlichkeit dringen. Schon die Gerüchte um ihn hatten den Papst vor einem Jahr zu eiligem Handeln getrieben. […] Der Bischof soll auch einen Elfjährigen dazu gebracht haben, sich vor ihm selbst zu befriedigen. Insgesamt hat die Staatsanwaltschaft von Santo Domingo vier Jungen zwischen zwölf und 17 Jahren ausfindig gemacht, die aussagen, von Wesolowski für sexuelle Handlungen bezahlt worden zu sein.
Besonders Perfide ist der Fall des heute 17-Jährigen. Er leidet unter Epilepsie. Seit er 13 war, stand er im sexuellen Kontakt zu Wesolowski – der ihn für seine Dienstleistungen mit Medikamenten bezahlte und so nicht nur die Armut des Jungen, sondern auch dessen Krankheit ausnutzte.
[…] Dem Vatikan wird jetzt vorgeworfen, Wesolowski zu früh aus der Dominikanischen Republik geholt zu haben. Ganz offensichtlich reiste der einstige Bischof sogar mit falscher Identität und machte einen Umweg über Haiti, um Spuren zu verwischen – die Ermittler konnten keinen Flugpassagier mit seinem Namen finden. […]
(Constanze Reuscher, 23.08.14)

Schwerverbrecher mit vatikanischen Papieren vor der Justiz quer über den Atlantik in Sicherheit zu bringen, ist die leichteste Übung des Vatikans. Hunderte der schlimmsten Nazi- und SS-Schergen hatte Kurienerzbischof Hudal über die sogenannte „Rattenlinie“ vor der alliierten Justiz nach Südamerika in Sicherheit bringen lassen.
Darunter waren auch Typen wie Josef Mengele und Adolf Eichmann. Für diese Menschen konnte sich der Vatikan nämlich wesentlich mehr erwärmen, als beispielsweise eine lesbische Kindergärtnerin von heute. Die wird nach wie vor einfach fallengelassen.

Józef Wesołowski, dem in Polen und der Dominikanischen Republik lange Haftstrafen drohen, läßt es sich unterdessen gut gehen und genießt sein Leben in Rom – unter der schützenden Hand des Papstes, der die Auslieferung der perfiden Verbrechers blockiert.
Der Christ des Tages findet es allerdings nicht schön nun offiziell in den Laienstand versetzt zu sein und klagt nach Vatikanischem Recht dagegen.
Zuständig ist der als ausdrücklicher Kindermissbrauchsfreund bekannte Kurienkardinal Müller.

Der wegen Kindsmissbrauch zur Versetzung in den Laienstand verurteilte ehemalige Vatikanbotschafter in der Dominikanischen Republik, Erzbischof Jozef Wesolowski, hat Berufung eingelegt.
Die vatikanische Glaubenskongregation werde die endgültige Entscheidung in dem kirchenrechtlichen Verfahren voraussichtlich im Oktober fällen, teilte Vatikansprecher Federico Lombardi am Montagabend in Rom mit.
Lombardi wies in diesem Zusammenhang Medienberichte zurück, wonach der Vatikan den polnischen Geistlichen vor Verfolgung durch die Justizbehörden der Dominikanischen Republik und seines Heimatlands Polen schütze. Der Heilige Stuhl habe "umgehend und korrekt" auf die Vorwürfe gegen Wesolowski reagiert. Dabei sei sein damaliger Diplomatenstatus berücksichtigt worden.
(epd 26.08.14)

Ach sooo, ich vergaß. Józef Wesołowski ist Diplomat!
Naja, dann muß man ihm ja wohl nachsehen, daß er in der Dom Rep kranke Kinder fickte.

Montag, 25. August 2014

Die krankende Situation.

Was für eine Absurdität:
Aufgrund einer rein persönlichen Katastrophe, nämlich der Krebserkrankung seiner Frau, erkennt Deutschlands oberster Protestant, daß die Position seiner Kirche zum Lebensende so unmenschlich ist, daß er sich nicht an den eigenen Richtlinien orientieren kann.
Statt das eigene Konzept daraufhin zu überdenken, wirft er aber den Vorsitzenden-Posten hin, um für sich privat die Freiheiten rauszunehmen, die für 23 Millionen deutsche evangelische Christen nicht gelten sollen.
Die Politchristen Kauder, Gröhe und Merkel nutzen den Anlass, um päpstlicher als der Papst das total Sterbe(hilfe)verbot durchdrücken zu wollen.
Meine Ansicht zu dem Thema habe ich dutzendfach dargestellt, so daß ich das an dieser Stelle nicht wiederholen muß.

Eines möchte ich aber noch ausdrücklich verdammen:

Es ist unerträglich, daß Medien ganz allgemein, wenn es um das POLITISCHE Thema „Lebensende“ geht (Patientenverfügung, Palliativversorgung, Sterbehilfegesetz,..) mit größter Selbstverständlichkeit Theologen als Experten hinzugezogen werden. So wird Ex-CDU-General Hintze, der Erfinder der Rote-Socken-Kampagne, deswegen als Autorität wider die Parteiführung wahrgenommen, weil er Pfarrer ist.

In der Debatte um ein Verbot der organisierten Sterbehilfe geht Bundestagsvizepräsident Peter Hintze (CDU) auf Konfrontationskurs zur CDU-Spitze. "Heute stehen todkranke Menschen, die aus dem Leben scheiden wollen, oftmals vor der Alternative, sich in der Schweiz bei ihrem Vorhaben helfen zu lassen oder, falls sie das Geld dafür nicht haben, sich in Deutschland vor den Zug zu werfen. Diese Not verlangt nach einer Antwort", sagte Hintze dem SPIEGEL.
[….] Es ist nicht zum ersten Mal, dass Hintze in schwierigen ethischen Fragen auf Konfrontationskurs geht. Bereits in der Debatte über die Genforschung und bei der Präimplantationsdiagnostik vertrat der ehemalige Pfarrer eine liberalere Haltung als seine Partei.

Und Schock, schwere Not, auch der Großtheologe Küng stellt sich gegen die Linie der Kirchen. Aber der ist ja ohnehin „Dissident“ – pfui, pfui.

Hans Küng ist dafür. Am 1. September soll ein Buch des 86 Jahre alten Schweizer Theologen erscheinen, der eigentlich keine Bücher mehr schreiben wollte: "Glücklich sterben?" heißt der Titel, und der Dissident der katholischen Kirche wird darin wiederholen, was er schon gesagt hat: Wenn er merkt, dass ihn der Verstand verlässt, wird er seinem Leben ein Ende setzen, mit Hilfe der Organisation Exit, deren Mitglied er ist. Gerade als Christ, der ans Jenseits glaubt, werde er das tun, hat er angekündigt.

Fast noch schlimmeres zeigt der Blick auf die Autoren solcher Artikel.
Die Süddeutsche Zeitung beauftragt nicht etwa einen ausgewiesenen Juristen, Mediziner oder Wissenschaftsjournalisten mit dem Thema.
Nein, es schreibt hier die Kirchenredaktion in Form des superfrommen Katholiken Matthias Drobinski.

Nicht die Ärzte und noch nicht einmal die Christen sind sich also einig, wenn es um die schwierige Frage geht, ob Ärzte oder Vereine schwerkranken Menschen helfen dürfen sollten, ihren Todeswunsch in die Tat umzusetzen. Wenn im September die parlamentarische Sommerpause endet, wollen die Abgeordneten des Bundestages genau diese Frage regeln. Es wird keine einfache Diskussion werden. […]

Ja, frommer Matthias, das ist ja wirklich ein Ding, daß sich “noch nicht einmal die Christen” einig sind.

Aber entscheidend ist das nicht.
Sollte das Recht liberalisiert werden, würden 50 Millionen Christen in Deutschland nicht tangiert werden.
Niemand wird Sterbehilfe aufgedrängt!
Ihr könnt das genauso gern unterlassen wie Verhütungsmittel, vorehelichen, Sex, PID, Schwulsein und Schwangerschaftsunterbrechung!
Das ist aber irrelevant für ein Bundesgesetz, das die Konfessionslosen betrifft.
Also Klappe, Kauder. Du als ausgewiesener Tötungs- und Waffenfetischist solltest zu dem Thema ohnehin schweigen.

Volker Kauder sagte Anfang August bei der 119. Allianzkonferenz in Bad Blankenburg: „Wir wollen das organisierte Helfen zum Sterben verbieten.“ Dazu gebe es zwei Formen: So gibt es etwa in der Schweiz Einrichtungen, die für ihren Dienst zum Sterben Geld verlangen. „Kein Profit mit dem Sterben“, forderte Kauder. Seine Fraktion wolle darüber hinaus Organisationen verbieten, die sich mit dem Sterben beschäftigten, beispielsweise Sterbehilfevereine.
Von Christen verlangte der Fraktionsvorsitzende: „Wenn wir Christen in dieser Diskussion nicht klar und deutlich formulieren, dass es entscheidend ist, die Sterbenden zu begleiten und nicht das rasche Beenden von Leben, dann verlieren wir eine wichtige Verantwortung in unserer Gesellschaft.“ Er sei „felsenfest davon überzeugt, dass sich die Tür, wenn sie einmal geöffnet wird, nicht mehr schließen lässt.“
Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, hält strikt gegen eine Lockerung bei der Beihilfe zum Suizid. „Ärzte sind Helfer zum Leben, nicht zum Tod“, sagt er.
 (PRO 25.08.14)

Sonntag, 24. August 2014

Passt nicht zusammen



Die Politik der GroKo ist so schlecht, daß sogar die eigenen Parlamentarier gequält darauf hoffen, es möge möglichst nichts von dem angekündigten Unsinn umgesetzt werden.

Noch nicht einmal die Bayern halten die Herdprämie, bei der mit Milliardenaufwand systematisch eine Verdummung der Jugend gefördert wird, für sinnvoll. Man kann solche Vorhaben nur noch mit psychotischen Schüben der Bundesregierung erklären.

Am Freitag ist Zahltag. Dann gibt es wieder Betreuungsgeld. Pünktlich zum Monatsanfang landen bislang 100 Euro auf dem Konto von Eltern, die ihre Kleinkinder nicht zur Krippe bringen und zu Hause hüten. Seit einem Jahr geht das so. Und anstatt mit diesem Unsinn sofort aufzuhören, gibt es zum 1. August sogar noch 50 Euro drauf. 150 Euro beträgt dann diese Familienleistung, die von Anfang an ein Missgebilde war. Das Betreuungsgeld ist ein Beispiel dafür, wie politischer Stursinn Familien verstören kann, die Gesellschaft spaltet und Menschen aufeinander herabschauen lässt. Die jüngsten Opfer – das muss man nach einem Jahr Betreuungsgeld bitter resümieren – sind Menschen ohne Abitur und manche Familie mit ausländischen Wurzeln. Sie werden willentlich in mitunter schwieriger sozialer Situation gehalten.
(Ulrike Heidenreich, SZ, 29.07.14)

Die wolkig-vagen Absichtserklärungen irgendwann vielleicht einmal bis zum Ende der Dekade für jedermann Internet zugänglich zu machen, sind so erbärmlich, daß die Journaille kollektiv die Daumen senkt.

Breitband für alle versprechen, aber nicht sagen können, wie das gehen soll. Mit ihrer Digitalen Agenda, zeigt die Bundesregierung, dass man sie beim Thema Internet nicht ernst nehmen kann. […]
Dabei hinkt Deutschland beim Breitbandausbau weit hinterher, den eigenen Erwartungen und dem Rest Europas, wie zum Beispiel gerade erst Daten der EU-Kommission gezeigt haben. Wie soll es also plötzlich trotzdem bis 2018 klappen? Hätte ja sein können, dass die Digitale Agenda darauf tatsächlich Antworten liefert. Tut sie aber nicht. Stattdessen gibt es in dem von gleich drei Ministern mit großer Bugwelle angekündigten Papier nur wolkige Absichstbekundungen und schöne Bekenntnisse. "Ein Gegensatz zwischen 'realer' und 'virtueller' Welt existiert nicht", steht da, und dass flächendeckendes Breitband-Internet "die Voraussetzung für gleichwertige Lebensbedingungen in Stadt und Land" sei.
Bemerkenswerte Worte für "Neuland"-Merkel und ihre Regierung, würde nicht so verdammt wenig dahinterstecken. Wenn es um das Erreichen der Breitband-Ziele geht, steht in der Agenda zu oft "wir wollen" und zu selten "wir werden". […]

In der Verantwortung steht hier die Bundeskanzlerin, die sich für die „digitale Agenda“ den totalen Deppen Dobrindt hält.
Würde sie ihren Amtseid ernstnehmen („Schaden von Deutschland abwenden…“), dürfte sie nicht so eine Witzfigur die Zukunft des Landes verspielen lassen.


Der Infrastrukturminister ist unglücklicherweise auf jedem Gebiet Laie.

Eine Maut – und da sind sich die Experten einig – wie sie Verkehrsminister Alexander Dobrindt plant, taugt nichts. Sie lenkt den Verkehr nicht, und sie ist zu kompliziert.
Dobrindts Maut wird lediglich dafür sorgen, dass die Kfz-Steuer nicht mehr nur auf eine, sondern in Zukunft mit hohem Aufwand auf zwei Arten kassiert werden wird. Denn Kfz-Steuer und Maut werden für Inländer miteinander verrechnet. Das wissen auch die Fachleute der großen Koalition. Sie räumen es im kleinen Kreise sogar freimütig ein, und doch sind sich die meisten sicher, dass die Dobrindt-Maut am Ende Gesetz werden wird. Schließlich ist die Maut die zentrale politische Forderung der CSU in dieser Koalition. CSU-Chef Horst Seehofer wird sich auch von den Einwänden aus der eigenen Partei nicht davon abbringen lassen.
Alle machen mit, obwohl die meisten es besser wissen.
(Guido Bohsem, SZ, 21.07.14)

Diese Wurschtelbundesregierung begnügt sich nun ernsthaft damit zu hoffen, daß die eigenen Leute so doof sind, daß ihre Pläne scheitern werden.

Die regierungsunfähige Kanzlerin weigert sich weiterhin zu regieren.
Offensichtlich ist es auch ihr lieber, daß ihre eigenen Minister im Chaos untergehen, als daß irgendein Unionsplan durchgesetzt wird.
Niemals würde sie sich in politische Dinge einmischen; aus der Tagespolitik hält sich Merkel prinzipiell raus.

"Bürokratie, Wegelagerei", hat CDU-Landeschef Laschet die Maut-Pläne von Verkehrsminister Dobrindt genannt. Das sei ein "peinliches Sommertheater" kontert CSU-Generalsekretär Scheuer. Doch auch innerhalb der CSU gerät die Abgabe für ausländische Autofahrer unter Druck.
Das Maut-Konzept von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) führt zu immer schärferen Auseinandersetzungen innerhalb der Unionsparteien. CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer hat Kritik aus der CDU an Dobrindts Plänen "als peinliches Sommertheater" zurückgewiesen. Die Einlassungen von Thomas Strobl und Armin Laschet zeugten "von tiefer Ahnungslosigkeit", sagte Scheuer: "Wir sind es gewöhnt: Die SPD hat ihren Stegner, die CDU ihren Laschet. Und Thomas Strobl ist eben rastlos auf seiner langen Suche nach einem Thema."
[…] Damit reagierte die CSU am Sonntag auf Vorwürfe aus den beiden größten CDU-Landesverbänden. Strobl, Landeschef der CDU in Baden-Württemberg, befürchtet durch die Maut einen Schaden für den Mittelstand und die Grenzregionen. "Eine Maut, die den kleinen Grenzverkehr erschwert oder gar unterbindet, wäre zum Nachteil für diese Regionen", sagte Strobl der Bild am Sonntag. "Das können wir dann auch nicht mittragen."
[…]    Es bleibe daher dabei, betonte Generalsekretär Scheuer: "Die Maut für alle kommt, und sie kommt für alle Straßen."  […]

Die GroKo ist eine so traurige und erbärmliche Angelegenheit, daß sie nur noch von einer Idiotie auf diesem Planeten getoppt wird:
Nämlich dem verblödeten Urnenpöbel, der sich vor Begeisterung für diese Regierung gar nicht mehr einkriegen kann.
Man betrachte nur einmal die Themen der sonntäglichen Polit-TV-Shows.

Alles richtig gemacht?
Die Bundesregierung im Popularitätsrausch
Die Bundesregierung ist so beliebt wie nie bei den Deutschen, und für die kommende Wahl in Sachsen wünschen sich die dortigen Bürger mehrheitlich sogar auch eine Große Koalition.
54 Prozent sagten dies im aktuellen SachsenTrend rund eine Woche vor der Landtagswahl. Deutschland scheint sich im Wohlfühl-Modus mit seiner Schwarz-Roten Regierung zu befinden. Wie ist das möglich?

Das deutsche Volk hat sich als Wähler endgültig disqualifiziert.
Alle Plebiszite müssen sofort abgeschafft werden und man sollte Wahlen auf ein Minimum beschränken!


Samstag, 23. August 2014

Internetausdrucker.


Wie doof; das Hamburger Abendblatt hat meinen kostenlosen Zugang zum E-Paper gesperrt.

Nicht nur meinen, wie ich auf Nachfrage erfuhr.

Zunächst möchten wir uns bei Ihnen für die verspätete Bearbeitung Ihres Anliegens entschuldigen.
Trotz aller Bemühungen, unseren Abonnenten jederzeit einen exzellenten und schnellen Service zu bieten, kann es in Einzelfällen, so wie leider auch in Ihrem Fall, zu Verzögerungen kommen.   
Leider können wir nicht mehr den kostenlosen Zugang aus juristischen Gründen für die digitalen Medien für das Hamburger Abendblatt gewähren.
Die Trennung der Steuersätze (7 und 19 Prozent) für gedruckte und digitale Inhalte betrifft auch das Hamburger Abendblatt – und unsere Leserinnen und Leser. Alle Abonnenten der gedruckten Ausgabe konnten sich bislang mit Kundennummer und PLZ für unsere Digitalangebote kostenlos freischalten lassen. Das ist aufgrund der neuen Rechtslage leider nicht mehr möglich.
 Wie alle Zeitungsverlage in Deutschland dürfen wir das Komplettpaket „Zeitung plus kostenlose digitale Inhalte" nicht mehr anbieten und innerhalb eines Abonnementpreises darf man die Angebote steuerlich nicht splitten. Beide Teile, so das Bundesfinanzministerium, müssen als eigenständige Leistung an die Abonnenten betrachtet werden.
Unsere Geschäftsbedingungen sind immer an die gesetzlichen Vorgaben angepasst und ändern sich dementsprechend. So ist es in den AGBs verankert. […]
(Hamburger Abendblatt Leserservice, 21.08.14)

Aha, alle Verlage also.
Bei der SZ und dem SPIEGEL habe ich aber noch vollen Zugang zum E-paper.
Genauso war es bei der ZEIT, bis ich sie vor einigen Wochen kündigte.

Als Blogger ist es durchaus lästig nicht voll auf die Online-Inhalte zugreifen zu können, weil man gerne etwas zitiert, das man vorher in der Zeitung gelesen hat.

Eine ärgerliche Angelegenheit. Denn die alten Printabonnenten bringen den Zeitungen das Geld ins Haus. Sie sind die feste Größe, nach der sich die Werbepreise und die Reichweite berechnet. Daher bekommt man üblicherweise auch eine erhebliche Prämie, wenn man eine Zeitung abonniert.
Die Kioskverkäufe hingegen schwanken sehr stark. Wenn die Titelgeschichte mal gar nicht interessiert, man krank ist oder im Urlaub weilt, kauft man die Zeitung nicht.
Es stünde den Verlagen also gut an ihren Abonnenten entgegen zu kommen.
Üblicherweise passiert das auch; weil man gegenüber dem Einzelverkauf etwas Geld spart und in den Genuss eines Bonusprogrammes kommt.
Beim „Hamburger Abendblatt“ staffelt sich das je nachdem wie lange man schon Abonnent ist („Abo-Exklusiv Treue-Angebote“).
Allerdings habe ich dort noch nie etwas gefunden, das mich interessiert. Üblicherweise ist das irgendein Quatsch wie verbilligte Kinokarten oder günstige Werbe-Armbanduhren.
Bei der Süddeutschen Zeitung ist das ähnlich mau – gerade winkt beispielsweise bei einem Abo-exklusiven Gewinnspiel die Teilnahme an der „SZ-Ballonfahrt im Fünfseenland.“
Aber das interessiert mich ohnehin nicht. Bei der SZ kommt es auf die Inhalte an und auf die kann ich auch online zugreifen.
Das SZ-ePaper ist außerdem kundenfreundlich. Man kann zwischen Print- und Druckansicht wählen und auf jeden Artikel der letzten acht Tage zugreifen.

Der SPIEGEL hat vor einigen Monaten sein E-Paper erheblich verschlimmbessert.
Offensichtlich hatte man wieder mal nur die Touchscreen-Nutzer im Kopf.
Man findet sich nun sehr schwer zurecht und kann die einzelnen Artikel nicht mehr direkt anklicken. Eine Printversion gibt es gar nicht mehr. Stattdessen muß man immer erst die pdf-Version herunterladen.
Ganz großer Mist ist das, wenn man einen bestimmten Absatz ausdrucken will.
Bei der ZEIT ist es sogar noch blöder, weil man nur die einzelnen ZEIT-Seiten als pdf runterladen kann und einzelne Artikel kaum findet, weil es dazu keine vernünftige Übersicht gibt. Nur eine Miniaturansicht der ganzen Seite.
Es ist mir immer wieder ein Rätsel, wieso solche Relaunches so oft zu erheblichen Verschlechterungen und Benutzerunfreundlichkeit führen.
Ein extrem schlimmes Beispiel ist ZDF.de, das nach einem totalen Relaunch nur noch mit Flash-Filmchen funktioniert.
Wer dann mal ein paar Zahlen beispielswiese aus dem Politbarometer benutzen will, kann lange suchen. Beinahe unmöglich ist es inzwischen bei den ZDF-Talksendungen eine Gästeübersicht in druckbarer Form zu bekommen.
Online funktioniert einfach nicht bei vielen Medien.
Dabei liegt das sicher nicht an der Tücke der Technik, sondern an der dümmlichen Umsetzung.
Schade.
Oder vielleicht auch nicht.
Denn online-Inhalte sind flüchtig.
Man kann sich das ohnehin nicht merken.
Vor zehn Jahren gab es einige Witze über „Internetausdrucker“.
Das waren die Deppen, die das interaktive Wesen des www nicht begriffen und verzweifelt versuchten ihre alten Lesegewohnheiten aufrecht zu erhalten.
Der damals häufiger in Foren und Kommentarspalten vorkommende Nickname „Internetausdrucker“ scheint inzwischen weitgehend verschwunden zu sein.
Vermutlich hat das damit zu tun, daß so viele Endgeräte wie tablets und smartphones verwendet werden, die gar nicht ausdrucken können.
Alles online zu belassen hat aber auch Nachteile.
Das „Internet vergisst zwar nicht“, aber das bedeutet noch lange nicht, daß man Dinge auch wiederfindet.
Facebook beispielsweise hat gar keine Suchfunktion.
Wer sich nach ein paar Monaten an bestimmte Diskussionen oder Stellungnahmen aus den sozialen Netzwerken erinnert, hat keine Chance das jemals wieder zu finden.
Wer ausdruckt, kann ein Archiv anlegen, daß nicht aus Versehen gelöscht werden kann.
Zudem spielt der haptische Umgang mit Papier eine große Rolle beim Verarbeiten der Informationen.
Was ich zunächst für eine persönliche Marotte hielt – ich kommentiere, unterstreiche und markiere kontinuierlich, wenn ich Zeitungen, Bücher und Zeitschriften lese – scheint auch in weniger ausgeprägten Form zu wirken.
Wer etwas Ausgedrucktes liest, behält das besser im Gedächtnis, als derjenige, der die Informationen nur von Bildschirm „abliest“, ohne aber dabei den Tastsinn zu stimulieren. Diesen Befund untermauern inzwischen diverse Studien. Eine aktuelle Forschungsarbeit aus Norwegen zeigt:

Wer auf einem Kindle liest, dem elektrischen Lesegerät des Internet-Händlers Amazon, erinnert sich deutlich schlechter an die Geschichte als Leser, die den gleichen Text in einem herkömmlichen Buch lasen. Die Forscher testeten das an zwei Gruppen mit je 25 Teilnehmern. Alle sollten nach der Lektüre 14 Ereignisse der Handlung nach ihrer zeitlichen Reihenfolge ordnen.
Den Lesern der gedruckten Ausgabe gelang das deutlich besser. Anne Mangen von der norwegischen Stavanger Universität, die die Studie leitete, glaubt, dass der Aufbau von Erinnerungen beim Lesen auf dem Kindle deswegen schlechter sei, weil die einzelnen Seiten so wenig tastbar seien. Im Gegensatz dazu fühlten die Hände des Lesers beim Blättern in einem Buch, an welcher Stelle er gerade sei.
Andere Studien scheinen diese Annahme zu bestätigen. Mangen und ihre Kollegen hatten zuvor bereits 72 Zehntklässler einen Text entweder gedruckt oder digital lesen lassen. Auch dabei schnitten die Leser, die Papier unter den Händen hielten, im Nachhinein besser ab. Das Fazit könnte an dieser Stelle lauten: Gedruckte Lektüre ist also gut fürs Hirn des Lesers, elektronische weniger. Sollte das stimmen, wäre das Resultat mit „tragisch“ noch zurückhaltend umschrieben. […]
(SZ vom 22.08.2014)

Hurra. Und wieder einmal verblödet die Menschheit noch schneller.
Es wird ohnehin weniger gelesen und nun stellt sich heraus, daß das Gelesene noch nicht mal mehr im Hirn bleibt, wenn man nur Kindles vor sich flackern hat.

Während man also durch die elektronische Informationsaufnahme verflacht und verblödet, zeigt der Sexualforscher Professor Voß wozu Jugendliche ihre schöne Medientechnik nutzen.

Das ist sehr vielschichtig. In den neuen Medien wie dem Internet geht es vor allem um sexuelles Mobbing. Fotos werden mit Beleidigungen ins Internet gestellt. Das müssen gar keine Nacktaufnahmen sein. Aber wenn so etwas in Foren passiert, wo sexuelle Kontakte angebahnt werden, kann dies gravierend sein. Die Jugendlichen müssen sich ja erst selbst finden. [….]  Was ich für die neuen Medien gesagt habe, zeigt sich auch für die Schule. Wenn Jugendliche in einer Beziehung waren, sich trennen und dann einer der Expartner erotische Fotos weitergibt. Das ist typisch. [….] Internet und Smartphones, sogar Cybersex sind heute normal. Es muss darum gehen, die Medienkompetenz zu stärken, also den bewussten Umgang mit den Medien zu schulen. Zum Beispiel, beim Austausch erotischer Aufnahmen vorsichtig zu sein. Da können sogar strafrechtliche Konsequenzen drohen. Bei sexueller Gewalt haben wir im Kopf das Bild vom bösen Mann, der draußen die Kinder wegfängt. Die meisten Strafverfahren wegen Jugendpornografie aber gibt es gegen Jugendliche.
(SZ vom 18.08.2014)