Dienstag, 11. Oktober 2016

Superior genes



Die allerletzte Frage an die beiden US-Präsidentschaftskandidaten bei der zweiten TV-Debatte am 09.10.2016 lautete, ob es eigentlich irgendetwas gäbe, das sie an ihrem Gegner respektierten.

Hillary Clinton ging auf Nummer sicher und beteuerte wie sehr sie Trumps fünf Kinder bewundere.
Das kommt natürlich immer an in einem Land, in dem jeder Kandidat gezwungen ist alle zwei Minuten auf Familienwerte zusprechen zu kommen und seine eigene wundervolle Brut zu bejubeln.

Das Factchecking der Debatte hatte wieder einmal ergeben, daß Trump lügt wie gedruckt – da waren sich alle Medienorgane einig.

Donald Trump kept fact checkers busy after last night’s debate. In the 12 hours following the debate, he garnered more than 75 fact checks. From his wild exaggerations to dangerous falsehoods, Trump continued his pattern of bold-faced lying to millions of viewers. Here are just some of the reviews of Trump’s untrue statements on topics including taxes, foreign policy, his own offensive comments and more. […..]

Clintons letzte Aussage über Trumps Abkömmlinge wurde allerdings nicht gefactchecked.
Sonst wäre sie auch einer Lüge überführt worden.
Respekt für die fünf Verhütungsargumente?

Kurz rekapituliert:
Trump zeugte mit dem tschechischen Model Ivana Marie Zelníčková den Sohn Don (* 1977), Ivanka (* 1981) und Eric (* 1984); außerdem mit der Schauspielerin Marla Maples die Tochter Tiffany (* 1993) und schließlich mit dem slowenischen Model Melania Knauss den Sohn Barron William (*2006).

Nach allem was man von Biographen weiß, sind alle fünf Kinder absolut unfähig zur Selbstironie und wie der Vater zutiefst davon überzeugt über „superior genes“ zu verfügen, so daß sie besser als andere Menschen sind und auch mehr Rechte haben.


[…..] His biographer talks about the dark sides of Trump's self-absorption. "Trump lacks any self-irony, any form of critical self-perception." The entire family is like that, he explains. When he tried to joke with Trump's children about their father's penchant for gold and glitter in his buildings, none of them understood what he was getting at. "They don't notice when something is ridiculous," says D'Antonio. "This is the most telling characteristic of the entire Trump clan: the persistent denial of reflection."
But what worried him the most, says D'Antonio, is Trump's belief that he is genetically superior to most people in the world. In all of their conversations, he notes, Trump kept returning to the notion that by virtue of his birth, he is simply better than other people in many areas -- from playing golf to being a businessman. "I'm a big believer in natural ability," Trump said.
 His son, Donald Trump Jr., shares his father's conviction. He said he was a firm believer in the concept of breeding, in "race-horse theory." Then he pointed at the ceiling with his finger, in the direction of his father's office. "He's an incredibly accomplished guy, my mother's incredibly accomplished, she's an Olympian, so I'd like to believe genetically I'm predisposed to (be) better than average." [….]


Don und Eric wurden mir das erste mal vor ungefähr einem Jahr durch ihre Begeisterung für das Töten von Tieren so richtig unsympathisch.


Blitzbirne Eric Trump jammerte letzte Woche, es wäre total unfair seinem Papi immer seine alten Äußerungen vorzuhalten, weil er da ja noch kein Politiker gewesen wäre!

Eric Trump, the son of GOP presidential nominee Donald Trump, said in a radio interview this morning that his father is being unfairly asked about his early views on the invasion of Iraq because he was a “private citizen” at the time and was “not really studying these issues.” [….]


Sprachs und brach auf zum Interview mit rassistischen KKK-Leuten.

Earlier this year, Donald Trump’s son Donald Trump Jr. appeared on a radio program called “Liberty Roundtable,” where he was interviewed by James Edwards, a white nationalist who had been called in as a fellow guest. [….]


Donald Trumps manischer Drang öffentlich Frauen zu beleidigen, ist für seinen zweitältesten Sohn Eric völlig verständlich.

Hier hätten nun mal „Alpha-Persönlichkeiten“ gesprochen.

[….]  Eric Trump defended his father’s “lewd” conversation with Billy Bush about sexually assaulting women.
The 32-year-old Trump not only excused his father’s conversation with the tired “locker room banter” narrative, he also suggested it’s what happens when two alpha personalities come together, while simultaneously pointing the finger at the Clintons.
Trump alleged that the Clinton campaign leaked the 2005 tape and said, “I think that’s Hillary going low. I think you’ve seen that for a long time,” the Gazette reports. He added, “She’ll dig out dirt on someone from 15 years ago when someone is in entertainment.”
[….] A few things: bragging about kissing and groping women without consent is not locker room talk, it is sexual assault; [….][….]


Eric Trumps Schwestern könnten sexuelle Übergriffe übrigens nicht zustoßen, da sie dazu zu stark wären.
Sowas passiert nur schwachen Losern, die nicht die superior Trump-genes haben.

Eric Trump said that 'powerful' women like his sister don't tolerate sexual harassment, prompting backlash from victims and advocates who called the clueless comments a classic case of victim-blaming.[….]


Das sind die klassischen Double Standards – hätte ein schwarzer Mann sich verhalten wie Trump – von Vergewaltigungen prahlen und Frauen an die „Pussy“ fassen, wäre er zumindest medial als „Thug“ gehandelt worden.
Van Jones regt sich darüber völlig zu Recht auf: Hätte er Donald Trump an den Hodensack gegrapscht und dazu einfach geküsst, wäre er jetzt im Knast, tut das aber Trump mit seiner orangen Hautfarbe, seinen superior genes und seinen Milliarden, wird darüber freundlich hinweggesehen.

Trump fängt gerade an auf seine Partei einzuschlagen.
Das ist gut für Hillary Clinton.


Die Partei implodiert durch Donald Trumps Performance – oder wie es sein Sohn Eric ausdrückt:

Eric Trump, defended his father in an interview Monday saying he has done "an amazing service" for both the United State and the Republican Party.
"People are finally engaged in politics. My father's done an amazing service for this country, he's done an amazing service for the party. What the party doesn't like is they can't control him because he's not taking their money," Trump said in an interview with CBSN. [….]

Montag, 10. Oktober 2016

Finanzielle Weichenstellungen.


Milliardär sein ist eine tolle Sache.
Da kann man im Jahr fast eine Milliarde Dollar verlieren, weil man einfach zu dumm ist sein Unternehmen zu führen und bekommt dafür 18 Jahre lang Steuergeschenke vom Staat.


In Deutschland gibt es das gleiche Prinzip.

Wenn man relativ arm ist, keine gewaltigen Kapitalanlagen oder Immobilienvermögen vorweisen kann, wenn man nicht durch Rumsitzen und Nichtstun immer reicher wird, sondern wie der gemeine Plebs einer täglichen Erwerbsarbeit nachgehen muß, greift einem Herr Schäuble automatisch in Tasche, zieht was er will vom Gehalt ab, bevor es auf dem eigenen Konto landet.

Wer nicht von seiner eigenen Hände Arbeit lebt, sondern bequem im Schaukelstuhl chillend von ererbten Vermögenserträgen lebt, wird vom Bundesfinanzminister viel zuvorkommender behandelt.
Die Kapitalertragssteuer ist viel niedriger als Einkommenssteuer, sie wird auch nicht sofort eingezogen und vor allem kann man das wofür man aus Faulheit andere arbeiten läßt auch noch von der Steuer absetzen. Werbungskosten, haushaltsnahe Dienstleistungen, das Auto oder auch den neuen Computer.
Wer so arm ist, daß er keine Immobilien oder Firmen besitzt, bleibt auf diesen Kosten sitzen.
Schäuble gibt nur genau dann etwas dazu, wenn man so reich ist, daß man es nicht nötig hätte vom Staat einen taxcut zu bekommen.

Wenn man den Ärmeren immer etwas abzieht und den Reichen etwas dazu gibt, passiert etwas wenig Überraschendes:

[….] Die Einkommen in Deutschland sind nach einer Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung so ungleich verteilt wie nie zuvor. Auch schaffen es heute weniger Arme aus ihrer Schicht heraus als noch in den 1990er-Jahren. [….] Die Wirtschaft brummt, Deutschland vermeldet Export-Rekorde, so viele Menschen wie selten zuvor haben einen Job. Man könnte meinen, dass die Chancen auf Wohlstand entsprechend sehr gut sind. Doch das ist weit gefehlt, sagt die Sozialwissenschaftlerin Dorothee Spannagel: "Seit den 90er-Jahren ist auch die Chance für arme Menschen - insbesondere in Ostdeutschland - aufzusteigen, zurückgegangen."
[….] Der Generalsekretär der Caritas, Georg Cremer, widerspricht dem nicht. [….]

Die Einkommensverteilung in Deutschland wird zunehmend  undurchlässiger.  Armut  und  Reichtum werden  immer  dauerhafter.  Das  zeigt  der  diesjährige  Verteilungsbericht  des  WSI.  Der  Bericht  analysiert, wie sich die Einkommensmobilität in West- und  Ostdeutschland  seit  Anfang  der  1990er  Jahre entwickelt  hat.  Dabei  wird  deutlich:  Die  Einkommensverteilung hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verfestigt. Vor allem in Ostdeutschland ist die Durchlässigkeit zwischen Einkommensklassen seit der  Wiedervereinigung  stark  rückläufig.  Die  Einkommensreichen können sich ihrer gehobenen sozialen Lage immer sicherer sein. Wer hingegen einmal arm ist, für den wird es immer schwieriger, diese defizitäre Situation zu überwinden. Immer mehr Menschen  werden so dauerhaft  an  den  Rand  der Gesellschaft gedrängt. Um diese Entwicklungen zu beenden und soziale Mobilität zu fördern, ist neben einer stärkeren Umverteilung über Steuern und der Verringerung von Langzeitarbeitslosigkeit vor allem der Abbau von Ungleichheiten  im  Bildungssystem dringend geboten.

Wir kennen den Effekt, wir kennen die Ursachen, wir kennen die Therapie.
Allein, Wolfgang Schäuble, der Arbeitsverweigerer will es so.
Vor genau sechs Jahren, am 10.10.2010 beklagte ich schon Schäubles demonstrative Untätigkeit. Am 10.10.2016 ist er keinen Schritt weiter.

Schäuble verschlimmert damit die bestehenden verkrusteten Verhältnisse, indem er das Finanz- und Steuersystem so eingestellt läßt, daß Milliarden zu der Vermögenden geschaufelt werden, während zwei Millionen Kinder in Armut leben und die untere Hälfte der Bevölkerung immer mehr absteigt.
Schäuble verteilt eifrig weiter nach oben um.

Schäubles Steuerrabatt für Neubauten stößt auf Kritik
[…..] Das geplante Gesetz über die steuerliche Förderung von Neubauwohnungen stößt in Politik und Wirtschaft zunehmend auf Widerstand. Kritik kam unter anderem vom Deutschen Mieterbund, der die Pläne der Bundesregierung als Milliardengeschenk an Bauherren und Investoren bezeichnete. „Niedrigere, weil steuerlich geförderte Baukosten bedeuten nicht automatisch niedrigere Mieten“, sagte Mieterbund-Direktor Lukas Siebenkotten. „Ohne eindeutige Mietobergrenzen für diese Wohnungen bleibt das Ziel, bezahlbare Wohnungen für mittlere und untere Einkommensgruppen zu errichten, ein frommer Wunsch.“

Das MIT-Konzept [der CDU/CSU-Mittelstandsvereinigung] sieht vor, die Bürger in der Endstufe ab 2020 um jährlich über 33 Milliarden Euro zu entlasten. Im ersten Schritt soll schon 2018 der Arbeitnehmer-Pauschbetrag, mit dem Werbungskosten pauschal abgegolten sind, von 1000 auf 2000 Euro steigen. Dadurch würden die Bürger um 7,5 Milliarden Euro entlastet. Im zweiten Schritt soll der Spitzensteuersatz von 42 Prozent erst bei 60.000 Euro Jahreseinkommen greifen. Das soll die Bürger um weitere 25,8 Milliarden Euro entlasten. Im dritten Schritt sollen 2020 Kinderfreibetrag und Kindergeld angehoben werden.

Klare Fälle von Steuergeschenken für die vermögendere Hälfte der Bevölkerung.
Die ärmeren 50% zahlen ohnehin keinen Einkommensteuer und können daher auch nicht von den Unions-Steuergeschenken profitieren.

Der pathologische Lügner Wolfgang Schäuble kennt kein Schamgefühl und betrachtet seine Steuerpolitik, die einseitig nur den vermögenden Deutschen hilft als ausgewogene Politik.

Und so flunkert sich der angesehenste CDU-Mann weiter ins Herz des Urnenpöbels.
Dabei ist seine öffentliche Schwindelei längst zum internationalen Ärgernis geworden.

Schäubles Schwindel
Europa muss die Griechen alleine retten. Der IWF macht da - anders als vom Finanzminister behauptet - nicht mehr mit.
Es erscheint bizarr, wie vehement Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble behauptet, der Internationale Währungsfonds (IWF) habe sich verpflichtet, ab Ende des Jahres dem dritten Kreditprogramm für Griechenland beizutreten. Und es ist befremdlich, wie Schäuble die Dementis aus den Chefetagen des Fonds in Washington ignoriert und sich auf eine Erklärung der Euro-Finanzminister vom Mai beruft, in der diese die Erwartung äußern, dass der IWF ab Jahresende wieder mitmacht.
Tatsächlich ist es an der Zeit, dass Schäuble die Wahrheit sagt. Der Währungsfonds vergibt seit drei Jahren keine Kredite mehr nach Athen, die zuvor gewährten Milliarden hat das Land so gut wie zurückgezahlt. [….]

Sonntag, 9. Oktober 2016

Gute Ossis

Gregor Gysi kann doch nicht so recht vom politischen Einfluss lassen.
Nach gefühlten 27 Rückzügen auf’s Altenteil und drei Dutzend Abschieds-Auftritten in Talkshows entschloss er sich für den Bundestag 2017 zu kandidieren.
Ich hatte tatsächlich geglaubt, Gysi leide nicht am Kohl’schen Unersetzlichkeitswahn.
Zu seiner Entschuldigung sei gesagt, daß er den Vorsitz der Bundestagsfraktion längst abgegeben hatte und seine Nachfolger tatsächlich unfähig sind.
Frau Wagenknecht, die ich lange sehr schätzte, blinkte nun schon mehrfach völkisch und trifft sich demonstrativ mit Frauke Petry.
Bei der Bundestagswahl 2013 wurde Linke unter Gysi stärker als Grüne und FDP und somit zur Oppositionsführerin im Bundestag.
Eine Paraderolle gegen eine übermächtige GroKo, die nur mit sich selbst zankt.
Herr Bartsch und Frau Wagenknecht haben nun das Kunststück vollbracht auf dieser Bühne so zu debakulieren, daß sie wohl im nächsten Bundestag hinter Grünen und AfD zurückschrumpfen werden.

Warum ist also der Osten so rechts, so affin für chauvinistisches und reaktionäres Gedankengut? Wieso rennen da die „kleinen Leute“ hinter den Furz Bachmanns und Blöd Höckes her, zünden fast täglich Asylunterkünfte an und benehmen sich wie ein abscheulicher kotbrauner Mob, den offensichtlich die Möse der Unterwelt ausgerülpst hat?


Gibt es dazu von Kipping, Riexinger oder Bartsch irgendwelche sinnigen Analysen und Vorschläge, wie man das ändern könnte?
Oder ist es nur Wagenknecht, die à la Scheuer ein bißchen an den Mob heranrobbt?

Gregor Gysi sagt immerhin etwas zu dem unangenehmen Thema.

Rassismus und die Ablehnung von Ausländern sind in den neuen Bundesländern stärker ausgeprägt. Eine Erklärung ist, dass beispielsweise die Älteren aus einer geschlossenen Gesellschaft kamen. Die sollten dann plötzlich Deutsche werden, danach Europäer und dann Weltbürger – und das kann überfordern.
Das Zweite ist: Im Osten gab es 1990 einen richtigen sozialen Zusammenbruch. Eine Massenarbeitslosigkeit von einem Tag zum anderen, viele Ältere waren ohne jede Hoffnung. So einen katastrophalen Umschwung gab es zum Glück im Westen nie. Deshalb glauben Menschen im Osten eher daran, dass es zum Beispiel durch Flüchtlinge wieder zu einem solchen Umschwung kommen könnte. Diese Überlegung ist zwar falsch, aber wir alle müssen uns vorwerfen, völlig ungenügend Aufklärungsarbeit geleistet zu haben.
Außerdem: Dort wo Menschen muslimischen Glaubens leben und wohnen, wird kaum rechtsextrem oder rechtspopulistisch gewählt und dort, wo sie fast nicht existent sind, wird so gewählt, also eine abstrakte Angst. [….] Wenn ein Polizist auf der Pegida-Demo in Dresden den Anhängern dort noch einen „erfolgreichen Tag“ wünscht, wenn Versammlungen verboten werden und trotzdem stattfinden, dann merkt man, dass es leider in der sächsischen Polizei eine Orientierung nach rechts gibt. Schon öfter haben wir in Sachsen erlebt, dass die Polizei dort einseitig orientiert ist. Auch da muss etwas geändert werden, vielleicht mal kein Innenminister von der CDU. [….]

Alles richtig, was der gute Ossi sagt.
Aber kann man nach 26 Jahren Einheit immer noch sagen, daß die Ossis von der Plötzlichkeit des Umbruchs so überrascht sind, daß sie sich dagegen wehren?
Und wieso bedeutet Protest gegen die herrschende Politik und die Regierungen im Osten so oft, daß auf Schwache und Kinder eingeprügelt wird?
Ich bin sehr dafür gegen die GroKo zu argumentieren, zu demonstrieren und zu organisieren.

Das hat aber rein gar nichts damit zu tun auf kleine Kinder einzuprügeln, weil sie die falsche Hautfarbe haben.

Jugendliche haben im sächsischen Sebnitz drei syrische Flüchtlingskinder mit einem Messer bedroht und geschlagen. Die fünf, acht und elf Jahre alten Brüder wurden nach Angaben der Polizei am Donnerstagabend angegriffen, als sie aus einem Bus stiegen.
Wie die Kinder berichteten, riefen die Angreifer auch rechte Parolen. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE sollen sie "Sieg, Heil" gebrüllt haben. Der Vater der Jungen verständigte die Polizei.
Die Beamten stellten in der Nähe der Bushaltestelle mehrere Jugendliche im Alter zwischen 15 und 20 Jahren fest. [….]


In Sachsen-Anhalt ist ein Mann aus Liberia in seinem Haus attackiert worden. Zwei Männer, bewaffnet mit einem Schlagstock und einem Schlagring, griffen den 44-Jährigen am Donnerstag in Merseburg an. Sie hatten zuvor an der Haustür geklingelt, wie ein Polizeisprecher sagte.
Die 47-jährige deutsche Lebensgefährtin des Afrikaners und ihr fünfjähriger Enkel wurden bei der Attacke ebenfalls verletzt. Alle drei Opfer kamen ins Krankenhaus. [….]


Eine Woche nachdem Rechtsradikale und Flüchtlinge aufeinander losgingen, ist es in der sächsischen Kleinstadt Bautzen wieder zu einem Übergriff gekommen. Wie die Polizei meldet, haben zwei Unbekannte einen 72 Jahre alten Mann angegriffen. Er wurde demnach von den beiden jugendlichen Tätern zu Boden geworfen; sie sollen dazu "Ausländer raus!" gerufen haben.
Das Opfer ist Deutscher, hat algerische Wurzeln und lebt den Angaben zufolge seit rund 40 Jahren in Deutschland. [….]


So liegen die im Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2015 dokumentierten, rechtsextremistisch motivierten Gewalttaten bezogen auf eine Million Einwohner in Mecklenburg-Vorpommern (58,7), Brandenburg (51,9), Sachsen (49,6), Sachsen-Anhalt (42,6), Berlin (37,9) und Thüringen (33,9) deutlich über dem Durchschnitt der westdeutschen Länder (10,5).

Die Realität dürfte weit schlimmer sein, da die mit den rechten offen sympathisierende ostdeutsche Polizei oft den fremdenfeindlichen Hintergrund einer Straftat gar nicht erfasst.

Wo sind die netten Ossis, die sich dagegen stellen?
Wo ist Gauck eigentlich?
Göring-Kirchentag?